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20.11.2006
Kuba gewinnt Rechtsstreit mit US-Verlag
Ein britisches Gericht hat die Klage des amerikanischen Verlags Peer International Corporation abgewiesen, der Urheberrechte an mehreren Klassikern des kubanischen Son geltend gemacht hatte.

 

Peer International hatte behauptet, die Rechte an den Songs von den Erben der entsprechenden Komponisten erhalten zu haben. Nach der kubanischen Revolution seien diese von der staatlichen kubanischen Editora Musical de Cuba (EMC) annektiert worden.

 

Die Rechte an den Titeln, die vom Buena Vista Social Club in den letzten Jahren wieder populär gemacht worden sind, bleiben nun im Besitz der kubanischen Verleger.

 

Die britische Richterin stellte sich auf den Standpunkt, dass sich Peer weder um die Musiker noch um die Songs gekümmert habe, bis in den neunziger Jahren das Revival des Son durch den Buena Vista Social Club diese wieder aus der Versenkung geholt habe. (wb)

 

 

19.11.2006
Nicaragua: Abtreibungsverbot in Kraft
Der scheidende Präsident Enrique Bolanos hat ein Gesetz zum Verbot aller Schwangerschaftsabbrüche in Kraft gesetzt.

 

 

An der Unterzeichnungszeremonie nahmen auch katholische und protestantische Kirchenführer teil, wie nicaraguanische Medien am Wochenende berichten. Laut dem Gesetz sind Abtreibungen auch nach Vergewaltigung oder in Fällen verboten, in denen das Leben der Mutter in Gefahr ist. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) hatte Bolanos aufgerufen, das Gesetz nicht zu unterzeichnen, weil es im Widerspruch zu internationalen Übereinkommen stehe.

 


Nicaraguas Parlament hatte Ende Oktober beschlossen, dass künftig jede Abtreibung strafbar sein soll. Eine Erhöhung des Strafmaßes von 8 auf bis zu 30 Jahre lehnten die Abgeordneten allerdings ab. Auch Bolanos Nachfolger, der Anfang November gewählte ehemalige Sandinist Daniel Ortega, sprach sich für die Gesetzesverschärfung aus. Ortega wird sein Amt im Januar antreten.


(kna 19.11.06 sk)

19.11.2006
Neues Fotoseminar auf Kuba mit dem Pressefotografen Sven Creutzmann
Das Angebot eines Reportageworkshops mit einem erfahrenen Fotografen findet bei Berufskollegen und begeisterten Fotoamateuren großes Interesse. Die Teilnehmer des Seminars erarbeiten in Havanna unter fachkundiger Anleitung eine eigene Fotoreportage und erleben dabei das fantastische tägliche Leben in Kuba, seine aufregende Geschichte und Kultur sowie seine liebenswerten Menschen

 

 

Das Workshop-Programm umfasst individuelle Anleitung und Unterweisungen in der Gruppe sowohl in der Theorie als auch im praktischen Einsatz, tägliche Ansicht und Diskussion der Arbeitsergebnisse sowie Vermittlung der Erfahrung über professionelle Reportage-Fotografie, die Sven Creutzmann in seiner Arbeit für bedeutende Magazine erworben hat. Den Themenschwerpunkt bildet der Fotojournalismus mit Ausrichtung auf das tägliche Leben der Menschen sowie die Reise- und Dokumentarfotografie. Als Zielsetzung des einwöchigen Seminars, an dem maximal 6 Personen teilnehmen können, bezeichnet er die Verbesserung der visuellen und technischen Fähigkeiten der Teilnehmer.

 

Nachdem für das Seminar im Februar nur noch 2 Plätze zur Verfügung stehen, wird ein neuer Workshop mit gleichem Programm für Ende April / Anfang Mai vorbereitet. Mit dem Angebot eines noch nicht konkreten Datums wird auf das Terminproblem vieler Interessenten reagiert. Sie können häufig nicht ihre eigene Urlaubsplanung mit dem vorgegebenen Seminartermin vereinbaren. Mit dem aktuellen Angebot eines Terminrahmens kann das endgültige Datum in Abstimmung mit den Interessenten festgelegt werden.

 

Auch bei dem neuen Workshop-Termin haben die Teilnehmer wieder die Möglichkeit, vorzeitig anzureisen und ihren Kuba-Aufenthalt zu verlängern. Bei der Wahl ihres Fluges und ob sie im Hotel oder in einer Privatunterkunft wohnen möchten sind Sie ebenfalls frei. Für Teilnehmer, die das erste Mal nach Kuba reisen, wird der Kuba-Spezialist Dieter Späth wieder ein Zusatzprogramm anbieten. Zur Einstimmung auf das Land erfolgt dabei die Anreise einige Tage vor Seminarbeginn und nach dem Abschluss besteht die Möglichkeit, sich einer Fototour durch Zentralkuba anzuschließen.

 

 

11.11.2006
Nicaragua nach Präsidentenwahl: Privatbanken halten zum neuen Staatschef Ortega
MEXIKO, 10. November (RIA Novosti). Die Privatbanken in Nicaragua haben dem neuen Staatspräsidenten Daniel Ortega Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert.

 

 

"Private Finanzinstitute von Nicaragua sind zu einer allseitigen Zusammenarbeit mit der neuen Landesregierung bereit, die am 10. November die Macht übernehmen wird, um eine prosperierende Wirtschaft aufzubauen und Armut und Elend in Nicaragua zu bekämpfen", heißt es in einer Vereinbarung der Bankchefs mit dem neuen Staatspräsidenten.

Die heimische Presse sieht diese Vereinbarung als eine Wende in der Politik der Privatbanken an, die sich bis heute aus der Bekämpfung der Armut im Lande herausgehalten haben.

 

Ortega lobte das Verantwortungsbewusstsein der Banken, die zuvor den Maßnahmenplan der neuen Regierung gebilligt hatten, welche die Kreditvergabe an Landwirtschafts- und Kleinunternehmen ermöglichen soll. Solche Unternehmen sind heutzutage von Krediten ausgeschlossen und gehen deshalb nicht selten pleite.

Der neue Präsident versprach ferner, "die Rolle des privaten Kapitals in der Wirtschaft zu respektieren".

 

Die von Ortega geleitete Regierung der Nationalen Wiedergeburt, die nach dem Sieg der Sandinistischen Revolution im Jahre 1979 gebildet wurde, hatte nach ihrem Machtantritt die Banken verstaatlicht und die staatliche Kontrolle über die Wirtschaft verstärkt. Dieses Wirtschaftsmodell blieb in Nicaragua in Kraft, bis Ortega bei der ersten demokratischen Wahl im Jahre 1990 als Präsident abgewählt wurde.

 

 

11.11.2006
Ortega neuer Präsident von Nicaragua
Der ehemalige Revolutionsführer Daniel Ortega hat die Präsidentenwahl in Nicaragua für sich entschieden. Mit seinem Sieg geht die 16 Jahre währende Herrschaft der von den USA unterstützten konservativen Parteien zu Ende.

 

Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen entfielen auf den linken Ex-Präsidenten rund 38 Prozent der Stimmen. Dies teilte der Wahlleiter am Dienstag mit. Ortegas schärfster Rivale Eduardo Montealegre lag abgeschlagen zurück und räumte seine Niederlage ein.

Ortegas Wahlsieg ist auch ein Erfolg für Venezuelas Präsidenten Hugo Chavez. Der Linkspopulist und US-Gegner bemüht sich um eine anti-amerikanische Allianz linker Staatschefs in Lateinamerika.

 

Chavez attackiert USA

In einer ersten Reaktion verband Chavez seine Freude über Ortegas Sieg mit neuen Verbalattacken gegen die USA. "Lateinamerika beendet für immer seine Rolle als Hinterhof des nordamerikanischen Imperiums", sagte Chavez. Er hatte Ortega im Wahlkampf unterstützt und Öl und Dünger zu günstigen Preisen aus seinem ölreichen Land nach Nicaragua geliefert.

Ortega kündigte an, die Armut in dem mittelamerikanischen Land bekämpfen und das Vertrauen von Investoren gewinnen zu wollen. Ortegas Anhänger strömten auf die Straßen und feierten seinen Wahlsieg.

 

Amerika will Entwicklungshilfe kürzen

Die USA teilten mit, ihre künftige Zusammenarbeit mit Nicaragua hänge davon ab, inwieweit sich die neue Führung des Landes der Demokratie verpflichtet fühle. Vor der Wahl hatten die USA gedroht, bei einem Wahlsieg Ortegas die Entwicklungshilfe zu kürzen.

Der Marxist Ortega hatte 1979 die sandinistische Revolution angeführt und Diktator Anastasio Somoza gestürzt. Seine erste Regierungszeit bis 1990 war geprägt durch den Bürgerkrieg mit den von den USA unterstützten Contra-Rebellen, in dem etwa 30.000 Menschen ums Leben kamen.

 

 

10.11.2006
Stillschweigend einverstanden
Die UN-Vollversammlung hat die US-Blockade gegen Kuba verurteilt. Auch EU-Staaten stimmten gegen Washington – und tragen dessen Politik trotzdem mit

 

Die Vereinten Nationen haben die US-Blockade gegen Kuba fast geschlossen verurteilt. 183 der 192 Mitgliedsstaaten sprachen sich am Mittwoch nachmittag (Ortszeit) gegen die umfassenden Sanktionen Washingtons aus, unter denen der sozialistische Inselstaat seit 1961 zu leiden hat. Nicaragua, El Salvador, die Elfenbeinküste und Irak nahmen an der Abstimmung nicht teil; die USA, Israel, die Marschallinseln und Palau stimmten gegen den kubanischen Antrag. Mikronesien enthielt sich.

 

Havannas stellvertretender Außenminister Abelardo Moreno erklärte in der kubanischen Fernsehsendung »Mesa Redonda« (Runder Tisch), die US-Vertreter hätten »seit Wochen« versucht, die Abstimmung in ihrem Sinne zu beeinflussen, um die Unterstützung für den kubanischen Antrag zu verringern. Trotzdem stimmten mehr Staaten denn je gegen die Blockade: Im vergangenen Jahr sprachen sich 182 UN-Mitglieder für Kubas Antrag aus. Ein Änderungsantrag der australischen Delegation wurde hingegen abgelehnt. Die UN-Diplomaten aus Canberra wollten die Verurteilung der Blockade mit einem kritischen Urteil über die Menschenrechtslage in Kuba verbinden.

Der kubanische Botschafter in Deutschland, Gerardo Peñalver, hatte vor der Abstimmung im Gespräch mit junge Welt auf die ständige Verschärfung der Blockadebestimmungen verwiesen. Sie bedrohten in zunehmendem Maße auch ausländische Unternehmen. So sei von der Bush-Regierung eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe mit dem Ziel gegründet worden, Sanktionen gegen ausländische Unternehmen zu prüfen, die sich in der kubanischen Nickelindustrie engagieren. »Das ist ein klares Signal auch gegen europäische Staaten«, sagte Peñalver, der sich eine deutlichere Haltung der Bundesregierung gegen die Blockade wünscht. Das müßte auch im Interesse Berlins liegen: Im Jahresbericht der kubanischen Regierung zu den Schäden der US-Blockade werden als Leidtragende auch deutsche Unternehmen aufgeführt – sofern sie in den USA vertreten sind. So habe die Deutsche Bank Trust Company Americas, ein in den USA ansässiges Tochterunternehmen des größten deutschen Kreditinstitutes, Geschäfte mit Kuba ablehnen müssen.

 

Wegen solcher negativer Konsequenzen hatten die auch Drittstaaten betreffenden Bestimmungen in der Vergangenheit wiederholt für erheblichen Ärger zwischen der EU und Washington gesorgt. In einer »gemeinsamen Erklärung« bezeichnete der EU-Ministerrat die durch das Helms-Burton-Gesetz verschärfte US-Blockade Ende November 1996 sogar als illegal: »Diese Gesetze verletzen das Völkerrecht«, hieß es in dem Papier. Weil die Bedrohung der EU-Unternehmen mit US-Sanktionen nach dem Protest Brüssels seither ausgesetzt ist, sieht man auch in Berlin keinen weiteren Handlungsbedarf: »Wir lehnen die Drittstaatenregelung grundsätzlich ab«, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Donnerstag gegenüber junge Welt.



Doch ausgesetzt wurden die entsprechenden Abschnitte der Gesetze Mitte der 90er Jahre nur unter der Voraussetzung, »daß Europa seine Anstrengungen zur Demokratisierung in Kuba verstärkt«. Das erklärte der US-Beauftragte Stuart Eizenstat 1996 nach Verhandlungen mit dem EU-Botschafter in Washington. Im Umkehrschluß bedeutet das: Würde die EU vom stillschweigenden Einverständnis mit dem aggressiven Kuba-Kurs Washingtons abrücken, könnten die Sanktionen jederzeit wieder in Kraft treten. Doch danach sieht es – trotz des symbolischen Votums der EU-Staaten gegen die Blockade am Mittwoch – nicht aus. Die Sprecherin des Außenministeriums verwies gegenüber jW ausdrücklich auf eine begleitende »Stimmabgabeerklärung« der EU-Staaten hin. Darin sei die Menschenrechtslage in Kuba kritisiert worden. Und damit können die USA wiederum die Blockade begründen.

Harald Neuber, jungeWelt

 

08.11.2006
Ortega gewinnt Präsidentenwahl in Nicaragua
Managua (Reuters) - Der ehemalige Revolutionsführer Daniel Ortega hat die Präsidentenwahl in Nicaragua für sich entschieden.

 

Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Wahllokale entfielen auf den linken Ex-Präsidenten rund 38 Prozent der Stimmen. Dies teilte der Wahlleiter am Dienstag mit. Sein schärfster Rivale Eduardo Montealegre lag abgeschlagen zurück und räumte seine Niederlage ein.

 

Mit dem Sieg Ortegas geht die 16 Jahre währende Herrschaft konservativer Parteien in Nicaragua zu Ende, die auch die Unterstützung der USA genossen. Ortegas Wahlsieg ist auch ein Erfolg für Venezuelas Präsidenten Hugo Chavez. Der Linkspopulist und US-Gegner bemüht sich um eine anti-amerikanische Allianz linker Staatschefs in Lateinamerika.

 

In einer ersten Reaktion verband der Linkspopulist seine Freude über Ortegas Sieg mit neuen Verbalattacken gegen die USA. "Lateinamerika beendet für immer seine Rolle als Hinterhof des nordamerikanischen Imperiums", sagte Chavez. "Yankee geh' nach Hause. Gringo geh' nach Hause. Dieses Land gehört uns, dies ist unser Amerika." Chavez hatte Ortega im Wahlkampf unterstützt und Öl und Dünger zu günstigen Preisen aus seinem ölreichen Land nach Nicaragua geliefert.

 

Die USA kündigten an, ihre künftige Zusammenarbeit mit Nicaragua hänge davon ab, inwieweit sich die neue Führung des Landes der Demokratie verpflichtet fühle. Vor der Wahl hatten die USA gedroht, bei einem Wahlsieg Ortegas die Entwicklungshilfe zu kürzen.

 

Der Marxist Ortega hatte 1979 die sandinistische Revolution angeführt und Diktator Anastasio Somoza gestürzt. Seine erste Regierungszeit bis 1990 war geprägt durch den Bürgerkrieg mit den von den USA unterstützten Contra-Rebellen, in dem etwa 30.000 Menschen ums Leben kamen.

 

 

07.11.2006
Ortegas Comeback
Managua - Nach den Wahlen in Nicaragua führt nach Auszählung der Stimmen in 62 Prozent der Wahlbüros weiterhin deutlich der Ex-Guerillaführer und ehemalige Präsident Daniel Ortega.

 

Die EU bezeichnete den Wahlverlauf als transparent und fair. Der Wahlprozess sei «ohne Betrugsversuche zu Ende gegangen», sagte der Leiter der Wahlbeobachtungsmission der Europäischen Union, Claudio Fava, in Managua. Zudem lobte er das friedliche Verhalten der Wähler und die «Freude» der Menschen, wählen zu können. Nach Auszählung der Stimmen in 62 Prozent der Wahlbüros lag Ortega mit 38,6 Prozent vor den Konservativen Eduardo Montealegre (30,9 Prozent) und José Rizo (22,9 Prozent). Kritik übte EU-Wahlbeobachter Fava allerdings am Wahlkampf. Dort sei es zwischen den Kandidaten immer wieder zu persönlichen Angriffen gekommen.

Der Italiener wiederholte ausserdem seine Kritik an der Einmischung aus dem Ausland.

 

Verbündeter von Chavez

Ortega gilt als Verbündeter des venezolanischen Staatschefs und US- Gegners Hugo Chavez, während sein Kontrahent, der rechtsgerichtete Bankier Montealegre, von den USA unterstützt wird. Der wahrscheinliche Wahlgewinner Ortega hielt sich unterdessen weiter bedeckt und rief zur Geduld auf. Während seine Anhänger ihn auf den Strassen bereits als zukünftigen Präsidenten Nicaraguas feiern, hat er seinen Sieg noch nicht offiziell erklärt.

 

Mit allen Kräften im Land zusammenarbeiten

Der ehemalige Rebellenführer betonte allerdings, dass er im Falle eines Wahlsiegs mit allen Kräften im Land zusammenarbeiten wolle und Privateigentum respektiere. Dies sagte Ortega nach einem Treffen mit dem ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter, der sich als Wahlbeobachter in Nicaragua aufhielt. Die Vereinigten Staaten hielten sich zunächst mit einer Bewertung der Wahlen in Nicaragua zurück. Die vorläufigen Ergebnisse seien zu knapp, um bereits jetzt über den Ausgang zu sprechen, sagte der Sprecher des US-Aussenministeriums, Tom Casey.

 

Quelle: sda / Dienstag, 7. November 2006

 

 

06.11.2006
Ortega liegt mit 40,1 % klar in Führung
Managua - Bei den Präsidenschaftswahlen in Nicaragua liegt der Kandidat der Sandinisten (FSLN) eindeutig vorn. Nach Auszählung vom 40,43 % der Stimmen wählten 40,04 % der Wähler den FSLN, 32.29 (ALN).

 

An dritte Stelle liegt mit 19.51% (PLC), 6.89% (MRS) und 0.27 % (AC), das sind die letzte veroffentliche Hochrechnung des CSE (Consejo Supremo Electoral).

 

Mehr als 1000 internationale Beobachter überwachten die Wahl in Nicaragua darunter 200 von der Organisation Amerikanischef Staaten (OAS). An der Wahl beteiligten sich laut (OAS) ca. 70% der 3,665 Millionen Wahlberechtigte.

 

Ausführliche Infos und aktuelle Hochrechnung unter:

www.elecciones2006.net.ni/escrutinio/general_p.html

 

 

06.11.2006
Ortega zum Präsident gewählt
Laut ersten Radioberichten soll Daniel Ortega 40 Prozent der Stimmen bekommen haben.

 

Bei den Präsidentschaftwahlen in Nicaragua soll der frühere Staatschef Daniel Ortega laut einem Radiobericht gewonnen haben. Der Ex-Guerillero habe 40,2 Prozent der Stimmen für sich verbuchen können, meldete der Ortega nahestehende Sender "Primerissima" unter Berufung auf erste, nicht offizielle Schnellprojektionen der Wahl am Sonntag.

 

Ortega regierte das mittelamerikanische Land von 1979 bis 1990 an der Spitze der linksgerichteten Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN). Der Kandidat der rechtsgerichteten Liberalen Nicaraguanischen Allianz (ALN) sei auf 30,3 Prozent gekommen. Jose Rizo, der Chef der Liberalen Verfassungspartei (PLC) des scheidenden Präsidenten Enrique Bolanos, habe 22 Prozent erhalten, meldete der Sender.

 

Zum Staatsoberhaupt in Nicaragua gewählt ist, wer im ersten Wahlgang mehr als 40 Prozent der Stimmen erhält. Es reichen aber auch 35 Prozent der Stimmen, wenn der Vorsprung vor dem zweitplatzierten Kandidaten mindestens fünf Prozentpunkte beträgt.

 

Jimmy Carter als Beobachter

Die 3,6 Millionen stimmberechtigten Bürger hatten die Wahl zwischen insgesamt fünf Kandidaten. Gewählt wurden auch der Vize- Präsident, die 90 Abgeordneten des Parlaments und 20 Abgeordnete Nicaraguas des regionalen Parlaments der Staaten Mittelamerikas (Parlacen). Erste Ergebnisse der von rund 1000 internationalen Beobachtern - darunter dem früheren US-Präsidenten Jimmy Carter - überwachten Wahl wurden am Montag erwartet.

Schon am frühen Morgen bildeten sich vor vielen Wahllokalen lange Menschenschlangen. Der Präsident der Wahlbehörde, Roberto Rivas, ermunterte seine Landsleute, ihre "Stimme ohne Furcht" abzugeben. Nach Angaben lokaler Medien kam es bei der Öffnung zahlreicher Abstimmungslokale allerdings zu Verzögerungen. Es wurde davon ausgegangen, dass die Wahlbeteiligung rund 76 Prozent betragen werde.

 

33.000 Soldaten überwachten Wahl

Rund 33.000 Soldaten der nicaraguanischen Armee wurden abgestellt, um die Sicherheit bei den Wahlen zu garantieren. Außerdem überwachen 16.000 Freiwillige landesweit den Urnengang. Während des hart geführten Wahlkampfs waren immer wieder Befürchtungen über einen möglichen Wahlbetrug geäußert worden, da die Wahlbehörden von den Sandinisten kontrolliert werden. Der scheidende Präsident Enrique Bolanos unterstützt Montealegre.

 

Ortega war bereits nach der sandinistischen Revolution in der zweiten Hälfte der 80er Jahre Präsident Nicaraguas gewesen. Er wurde 1990 abgewählt, nachdem der Versuch der Sandinisten gescheitert war, das nach Diktatur und Ausbeutung verarmte mittelamerikanische Land mit kommunistische Rezepten zu sanieren. Bei den folgenden Wahlen unterlag er stets den Kandidaten der Liberalen Verfassungspartei (PLC), die das Land zwar auf den Weg der parlamentarischen Demokratie führten, es wirtschaftlich aber nicht wesentlich voran brachten. (APA)

 

 

 

 

03.11.2006
Präsidentschaftswahlen in Nicaragua
Managua/Caracas – Im vierten Anlauf will es Daniel Ortega schaffen. Und die Umfragen sagen dem Altrevolutionär diesmal gute Chancen auf den Präsidentensessel in Nicaragua voraus. Der 60-jährige kann am Sonntag mit 35 Prozent der Stimmen rechnen. Das würde für den Sieg in der ersten Runde reichen, wenn er einen Vorsprung von fünf Prozentpunkten vor dem Nächstplatzierten hat.

 

Neben dieser von ihm und dem liberalen Ex-Präsidenten Arnoldo Aleman paktierten Wahlrechtsreform profitiert Ortega noch von weiteren Faktoren: Den desaströsen sozialen Folgen von 16 Jahren Neoliberalismus und Korruption in Nicaragua, dem Trend zu Linksregierungen in Lateinamerika. Und der Aufsplitterung seiner rechten Gegner von der Liberalen Partei. Deren Reformflügel unterstützt den US-nahen Bankier Eduardo Montealegre, während ein von Filz durchsetztes Netzwerk, das Aleman gehorcht, für die Wahl Jose Rizo aufgestellt hat. Beide kommen in Umfragen auf etwa 20 Prozent.

 

Alphabetisierung

Von Ortega, dem Revolutionär ist allerdings wenig übrig geblieben. Im Juli 1979 stürzten die Sandinistenrebellen den von den USA unterstützten, Diktator Anastasio Somoza und setzten in dem bitterarmen Land sozialistische Planwirtschaft, Verstaatlichungen, eine Landreform und eine groß angelegte Alphabetisierungskampagne durch.

Der junge, charismatische Comandante Ortega wurde Präsident. In kürzester Zeit konnte die Analphabetenrate von 60 auf 15 Prozent gesenkt werden. Doch die chaotische Planwirtschaft sowie die von den USA militärisch unterstützte Contra-Revolution brachten die unerfahrene Revolutionsregierung ins Straucheln. Interne Streitigkeiten, eine Wirtschaftskrise und internationaler Druck zwangen Ortega schließlich dazu, demokratische Wahlen zuzulassen, die er 1990 überraschend verlor.

 

Ein Machtmensch in zivil

In den vergangenen Jahren ist aus dem marxistischen Idealisten in Uniform ein Machtmensch in zivil geworden. Davon zeugt beispielsweise der vor drei Jahren geschlossene Pakt mit dem wegen Korruption zu 20 Jahren Haft verurteilten Aleman, mit dem sich Ortega skrupellos Pfründe aufteilte. Oder die Anweisung an seine Abgeordneten, für eine Verschärfung des Abtreibungsrechts zu stimmen – wo doch die Sandinisten einst für eine Liberalisierung desselben kämpften. Treibende Kraft hinter dem Projekt ist die in Nicaragua ultraorthodoxe katholische Kirche, die in vorigen Wahlen stets gegen die Sandinisten opponiert hatte und sich diesmal auffällig zurückhält.

Nach seinem Wahlsieg werde das von hohen Strompreisen und Stromausfällen geplagte Nicaragua billige Erdöllieferungen aus Venezuela und Ärzte und Lehrer aus Kuba bekommen, verspricht er etwa. (Sandra Weiss, DER STANDARD, Printausgabe,3. November 2006)

Quelle: Der Standard.at

 

 
02.11.2006
Russisches Parlament ruft zur Aufhebung der Blockade gegen Kuba auf
MOSKAU, 02. November (RIA Novosti). Die Staatsduma Russlands hat zur Aufhebung der gegen Kuba verhängten Wirtschaftsblockade aufgerufen.

 

An diesem Freitag wollen die Abgeordneten einen entsprechenden Appell an die Parlamentarier der UN-Mitgliedsländer erörtern, teilte Parlamentspräsident Boris Gryslow am Donnerstag in Moskau mit. Die dahin gehende Entscheidung wurde vom Parlamentsrat, dem Dumarat, getroffen.

 

Gryslow teilte ferner mit, dass am Freitag der Vorsitzende der Nationalversammlung der Volksmacht Kubas, Ricardo Alarcon de Quesada vor dem russischen Parlament referieren werde. Der kubanische Gast hält sich auf Gryslows Einladung in Russland auf.

 

Im Februar 1959 wurde auf Kuba die Revolutionsregierung mit Fidel Castro an der Spitze gebildet. Im September 1960 wurden alle Filialen nordamerikanischer Banken auf Cuba nationalisiert. Am 19. Oktober 1960 verhängte die US-Regierung eine totale Wirtschaftsblockade gegen Kuba, indem alle Transaktionen zur Lieferung von Öl und zum Import kubanischen Zuckers eingestellt wurden. Die Aufkündigung dieser langfristigen Verträge brachte den beiden Seiten immense Verluste.

 

02.11.2006
Der Messias von Managua
Daniel Ortega spricht wieder von Revolution. Langsam und eindringlich. „Wir brauchen eine spirituelle Revolution“, sagt er. Der Ex-Rebell versucht erneut, Präsident Nicaraguas zu werden – und die US-Regierung wird nervös.

 

 

MANAGUA. Daniel Ortega breitet die Arme aus und reckt sie gen Himmel. „Wir brauchen eine Revolution des Friedens und der Solidarität.“ Als Endlosschleife plätschert dazu aus Lautsprechern John Lennons „Give peace a chance“.

Es ist Wahlkampf in Nicaragua, und der 60-jährige Kandidat der Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN) wirbt an diesem schwülen Abend um Stimmen in Batahola, einem Arbeitervorort im Norden Managuas. Ein staubiger Sportplatz zwischen Holzhütten und geduckten Häusern dient ihm als Forum. Sein Publikum sind viele Alte, manche zahnlos und ausgezehrt, aber noch mehr Jugendliche und Kinder. Die meisten von ihnen wissen nur aus Erzählungen, dass der Mann, der da vor ihnen im weißen kragenlosen Hemd steht, früher eine andere Revolution predigte.

 

Vor 20 Jahren steckte Ortega noch im olivgrünen Drillich des Kommandanten. Die zu große Brille und der Schnurrbart gehörten zu ihm wie die marxistische Rhetorik. Die Brille ist längst durch Kontaktlinsen ersetzt, Haar und Schnurrbart dünner. Heute wirkt Ortega bei seinen Wahlauftritten wie ein Wanderprediger, der in seiner halbstündigen Rede ein knappes Dutzend Mal den Papst zitiert, den er stets „Heiligen Vater“ nennt.

 

Ortega 2006, der Präsidentschaftskandidat, erinnert kaum noch an Ortega 1986, den Präsidenten und Revolutionär, der sieben Jahre zuvor mit seiner FSLN Nicaragua von der brutalen Erbdiktatur des Somoza-Clans befreit hatte. Nicht nur sich selbst, sondern auch seine Partei hat er weich gespült. Eingemottet ist die Sandinisten-Hymne, die „Yankees als Feind der Menschheit“ schimpfte. Ausgedient hat die schwarz-rote Sandinistenfahne. In grellem Pink leuchten heute die vier Buchstaben FSLN.

 

In den 80er-Jahren bekämpften die USA diesen Mann und seine Regierung mit allen Mitteln: mit Embargos, verminten Häfen, Anschlägen und vor allem den „Contras“, einer Söldnerarmee. Mit aller Macht wollte Washington ein zweites Kuba in seinem Hinterhof vermeiden. Die Sandinisten hielten stand. 1990 wählten die Nicaraguaner Ortega ab. Sie hatten genug von Krieg, 50 000 Toten und dem Schlangestehen für Lebensmittel.

Zwei Mal hat Ortega seither ein Comeback versucht. 1996 und 2001 lag er in den Prognosen weit vorn – um am Wahlabend doch als Verlierer dazustehen. Auch dieses Mal führt er die Umfragen klar an. 2006 könnte es klappen, denn die Rechte ist zerstritten und schickt zwei Kandidaten ins Rennen. Präsident wird der Ex-Comandante aber nur, wenn er im ersten Wahlgang am Sonntag gewinnt. In einer Stichwahl hätte er gegen einen einzigen konservativen Kandidaten wohl keine Chance. Kein Politiker in Nicaragua polarisiert so sehr wie Daniel Ortega. Für die Armen ist er noch immer derjenige, der ihnen Ernährung, Gesundheitsversorgung, Bildung und eigenes Land garantiert hat. Für viele Nicaraguaner aber steht Ortega auch für Misswirtschaft und die Missachtung bürgerlicher Freiheiten.

 

„Ortega will sich zurückholen, was ihm 1990 seiner Meinung nach ungerechtfertigt genommen wurde“, sagt Sergio Ramírez. Er war von 1985 bis 1990 Vize-Präsident unter Ortega und so etwas wie das bürgerliche Feigenblatt der Revolution. „Er will beweisen, dass er auch im Frieden regieren kann.“ Ramírez hat sich längst von Ortega losgesagt.

 

Ortegas ehemalige Gefährten werfen ihm den Verrat an den sandinistischen Idealen vor. „Er ist schon lange nicht mehr links“, kritisiert etwa die Schriftstellerin Gioconda Belli. „Er sagt und macht das, was ihm den Wahlsieg bringen könnte.“ Ortegas FSLN nickt im Parlament ein Abtreibungsverbot ab, ratifiziert die Zentralamerikanischen Freihandelszone und privatisiert Staatsunternehmen. Und zu seinem Kandidaten für die Vize-Präsidentschaft machte Ortega Jaime Morales einen ehemaligen Contra-Rebellen.

Entscheidungen zu erklären ist Ortegas Sache nicht. Im Wahlkampf fährt er am liebsten durchs Land und wirft aus dem Dach seines Mercedes-Jeeps Kusshändchen ins Volk.

 

Nicht nur Ortega und seine FSLN haben sich verändert. 16 Jahre bürgerliche Regierungen haben Nicaragua zwar Fortschritte gebracht. Pferdekarren und sowjetische Ladas sind fast völlig aus dem Straßenbild verschwunden und durch Jeeps und modernere LKWs ersetzt.

 

Aber noch immer ist das Land ein Sozialfall: Nach Haiti ist Nicaragua das zweitärmste Land der westlichen Welt. 80 Prozent der öffentlichen Investitionen und ein Drittel des Staatshaushalts werden aus dem Ausland finanziert. Auf dem Uno-Entwicklungsindex belegt Nicaragua Platz 122 von 177 Ländern. Zwar liegt das Pro-Kopf-Einkommen mittlerweile bei 850 Dollar, aber rund 60 Prozent der 5,2 Millionen Nicaraguaner haben nicht genug zu essen. Die Analphabetenrate – von den Sandinisten von 50 auf elf Prozent gedrückt – erreicht wieder 30 Prozent.

 

„Niemals zuvor war die Armut so groß und der Reichtum so ungleich verteilt wie heute“, klagte Sergio Ramírez schon 2004, zum 25. Jahrestag der Revolution. „Jemand, der nach 25 Jahren nach Nicaragua zurückkehrt, fragt sich unweigerlich, ob es hier jemals eine Revolution gegeben hat.“ Abseits der Leuchtreklamen der Einkaufszentren gleiche Managua einem gigantischen Camp für Notleidende, sagte Ramírez.

 

Yamileth Pérez sieht das genauso. Sie ist Vorsitzende eines Nachbarschaftskomitees in einem Armenviertel Managuas. „Zu Zeiten des Sandinismus ging es uns viel besser“, sagt die 38-Jährige und wird dabei gerne grundsätzlich. „Damals gab es sogar Mittel gegen Fußpilz gratis, heute müssen wir für eine Operation das Skalpell ins Krankenhaus selbst mitbringen.“ Auf solche Sandinisten-Nostalgie setzt der Kandidat Daniel Ortega.

 

Pérez’ Stadtteil grenzt an „La Chureca“, die Müllkippe Managuas. Dort leben 250 Familien in Verschlägen aus Bauschutt und Pappkartons und streiten mit den Geiern um Essensreste. Auf fast jeder Hütte flattert die alte Sandinisten-Flagge.

1986 nannte das Magazin „Time“ Ortega den „Mann, der Reagan rot sehen lässt“. 20 Jahre später macht Ortega die USA erneut nervös. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht US-Politiker vor Ortega warnen.

 

„Ortega löst in der US-Regierung ein tief sitzendes Unbehagen aus, das eher aus dem Bauch als aus dem Kopf kommt“, sagt Arturo Wallace, Hochschullehrer an der Universität in Managua. Für Washington wäre es eine späte Niederlage, sollte Ortega auf den Posten zurückkehren, von dem sie ihn mit viel Geld und Gewehren einst vertreiben halfen. Ob sich aber Ortega eng an Venezuelas antiamerikanischen Präsidenten Hugo Chávez bindet, sei aber offen. „Genauso gut kann er sich zum Musterschüler des Internationalen Währungsfonds entwickeln“, sagt Arturo Wallace. „Bei Ortega ist eben alles möglich.“

 

 

 

01.11.2006
Gegen Todesgerüchte: Castro zeigt sich in neuer Videobotschaft sehr lebendig & rüstig
Nach über einem Monat hat sich der kubanische Staatschef Fidel Castro in einer Videobotschaft erstmals wieder im kubanischen Staatsfernsehen gezeigt. Das Fernsehen präsentierte den 80-Jährigen, wie er in Zeitungen blättert, ohne Hilfe geht und telefoniert.

 

Castro wandte sich in dem Video direkt an sein Volk: "Jetzt, wo unsere Feinde mich voreilig totgeweiht oder für tot erklärt haben, bin ich glücklich, unseren Landsmännern und Freunden in der Welt diesen kurzen Film zu schicken."

 

Castro las in dem etwa fünf Minuten langen Film mit lauter Stimme Titel örtlicher Zeitungen vor. Castro, der einen Trainingsanzug mit seinem Namen trug, sagte, so könne niemand bezweifeln, dass die Aufnahmen von heute (Samstag) seien. Castro sagte weiter, er habe an vielen wichtigen Entscheidungen von Partei und Regierung der letzten Zeit mitgewirkt. Nach Einschätzung von Beobachtern hatte der 80-Jährige im Vergleich zu den letzten Aufnahmen von Mitte September leicht zugenommen.



Das US-Nachrichtenmagazin "Time" hatte vor drei Wochen berichtet, Castro habe Krebs im Endstadium. Castro hatte Ende Juli wegen einer Darmoperation, in deren Folge er 18 Kilogramm abnahm, erstmals seit 47 Jahren die Macht "vorübergehend" an seinen fünf Jahre jüngeren Bruder Raúl abgegeben.



Der Gipfel der Blockfreien Staaten fand Mitte September ohne den erkrankten Präsidenten und Gastgeber in Havanna statt. Am Rande kam Fidel Castro aber mit mehreren Staatschefs zusammen. Bilder von diesem Treffen wurden im Fernsehen gezeigt. In dem neuen Film wirkt Castro vitaler als im September.

Der bolivianische Präsident Evo Morales hatte zuvor in La Paz gesagt, Castro würde "innerhalb von zwei bis drei Wochen" wieder regieren. Eine Quelle für seine Vermutungen nannte er jedoch nicht.



Bemerkung Lulas schürte Todesgerüchte
Einige "Kubanologen" berichteten, der venezolanische Präsident Hugo Chavez sei am 21. Oktober in aller Eile nach Kuba geflogen, um seinen Freund und Verbündeten ein letztes Mal sehen zu können. Einige Tage zuvor hatte sich der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva offenbar "verplappert". Er bedaure nur, meinte Lula, "dass Fidel Castro die politische Öffnung nicht durchgeführt hat, als er noch am Leben war". (apa/red)

 

 

31.10.2006
Kur, Kuba, Kreuzfahrt
ERFURT. 65 Millionen Urlaubsreisen und zusätzlich eine große Anzahl von Kurzreisen unternehmen die Deutschen pro Jahr. Damit sei Deutschland Reiseweltmeister, sagte der Ministerialdirigent im Thüringer Wirtschaftsministerium zur Eröffnung der Reisen und Caravan Messe am Wochenende.

 

 

Dass das Interesse am Reisen auch in Thüringen sehr groß ist, kann man an den Besucherzahlen in den Erfurter Messehallen erkennen: Fast 20 000 zählten die Messeveranstalter am Wochenende. Der Zuspruch sei überwältigend, sagte Constanze Kreuser, Geschäftsführerin der RAM Regio Ausstellungs GmbH, gestern. "An den ersten beiden Tagen verbuchten die Unternehmen bereits gute Umsätze."

Die Reisen und Caravan ist die größte Touristikmesse in Thüringen und findet zum 15. Mal statt. Auf 12 500 Quadratmetern präsentieren sich an den vier Messetagen rund 300 Aussteller. Besondere Schwerpunkte bilden in diesem Jahr Kurreisen, Kuba und Kreuzfahrten.

 

Der Trend zu Kur- und Wellnessreisen ist deutlich: Eine Vielzahl der Stände wirbt mit Angeboten für In- und Ausland. Von Sauna-Weltreisen im Erzbebirge, über Fußreflexzonenmassagen im Ilmtal oder Massagen aller Art in Thailand, die Wohlfühlangebote stehen im Mittelpunkt vieler Stände. Tschechien wirbt in diesem Jahr verstärkt mit Kurangeboten in seinen Heilbädern.

 

Zum ersten Mal hatte Kroatien einen Stand auf der Thüringer Reisemesse. Damir Hordov, Marketingleiter von der kroatischen Tourismuszentrale, hofft, dass das Interesse der Thüringer an seinem Land geweckt wird. Auch neu dabei als Aussteller ist Kuba. Neben dem Informationsstand rief vor allem die Lounge mit Sesseln, Cocktails, Zigarren und einer Fotoausstellung des Erfurter Künstlers Ronald Neumeister großes Interesse hervor.

 

Der Erfurter Flughafen stellte neue Destinationen im Winterflugplan 2006/2007 vor. Air Berlin fliegt sechs neue Ziele von Erfurt aus an: Einmal wöchentlich geht es via Palma de Mallorca nach Asturias, Fez, Marsa Alam, Murcia und Santiage de Compostela.

 

Doch wozu in die Ferne schweifen, Thüringer Freizeit- und Ferienziele ständen bei den Thüringern selbst hoch im Kurs, sagt Barbara Grönegres, Geschäftsführerin der Thüringer Tourismus GmbH. 10 Prozent der Zimmerbuchungen in Thüringen kommen von Thüringern. Der Freistaat wirbt auf der Messe vor allem mit zwei Events im nächsten Jahr: die Bundesgartenschau in Ronneburg bei Gera, sowie die Landesschau zum 800-jährigen Jubliäum der heiligen auf der Wartburg.

 

In Halle zwei kamen Interessenten des Campingurlaubs auf ihre Kosten. Über 200 Anbieter stellten in der Reisemobil- und Caravanschau aus. Besucher konnten Probesitzen, -zelten, -liegen. Kleine Wohnwagen seien sehr gefragt, aber auch die Luxusmodelle, sagt Kreuser. Bei den Reisemobilen suchten die Messebesucher eine Kompletteinrichtung. "Nach dem All-inclusive-Prinzip soll alles, was der Mensch für den mobilen Urlaub braucht, vorhanden sein."

30.10.2006
"Ich bin nicht tot" - Castro liest Kuba aus der Zeitung vor
HAVANNA -
Das kubanische Fernsehen hat am Sonnabend erstmals seit sechs Wochen Bilder von Präsident Fidel Castro gezeigt, der damit Gerüchten über seinen Tod entgegentrat.

 

Castro ging in den Film auch direkt auf die Gerüchte über seinen Tod ein und sagte, die Aufnahmen straften seine Feinde Lügen: "Sie müssen mich wohl oder übel wieder zum Leben erwecken", fügte er scherzhaft hinzu. In US-Medien waren in diesem Monat Berichte aufgekommen, Castro leide an Krebs im Endstadium. In Kreisen von Exilkubanern in den USA hatte es geheißen, Castro sei bereits tot. Offizielle Stellen auf Kuba haben mehrfach dementiert, Castro leide an Magenkrebs. Die Art seiner Krankheit wird in dem kommunistischen Staat wie ein Staatsgeheimnis gehütet.

16.10.2006
Zirkus kennt nur eine Sprache
Jugendliche aus Wiesbaden, Köln und Nicaragua präsentieren Gala.
Hereinspaziert in den Zirkus "Hermanos Kombinados - Vereinte Geschwister" hieß es am Wochenende im Kulturforum am Schillerplatz. Zirkusbegeisterte Jugendliche aus Wiesbaden, Köln und Nicaragua präsentierten eine ganz besondere Zirkusgala.

 

Zweieinhalb Stunden jagte ein circensisches Highlight das Nächste: Graziler Seiltanz, coole Jonglage, charmante Clownerie, waghalsige Menschenpyramiden und mitreißende Hula-Hoop-Spiele. Sogar als Fakire versuchten sich die Nachwuchsartisten und liefen ohne die Miene zu verziehen über scharfe Glasscherben. "Aber bitte nicht zuhause nachmachen", ermahnte Zirkusdirektor Eric die zahlreichen Kinder im Publikum.

 

Den absoluten Höhepunkt hoben sich die Nachwuchsartisten aber bis zum Schluss auf: Zu zehnt wuselten die Kinder- und Jugendlichen mit Einrädern über die kleine Bühne, formierten sich bei fetziger Musik zu immer neuen Figuren und begeisterten mit jugendlich ansteckendem Charme. Tosender Beifall war ihnen sicher.

 

Das Besondere: Die Einradshow war eine Co-Produktion des Kölner Jugendzirkus Radelito, des Circo Colorinto aus Nicaragua sowie dem Wiesbadener und Bierstädter Kinderzirkus. Zirkuskunst scheint dabei eine Sprache für sich zu sein, die alle deutsch-spanischen Verständigungsprobleme vergessen macht.

 

Diese Erfahrung machte der Kölner Jugendzirkus Radelito bereits im vergangenen Jahr, als der 1991 gegründete Zirkus in Kölns nicaraguanischer Partnerstadt Corinto zu Gast war. Die Jugendlichen dort waren von den Künsten der Kölner so begeistert, dass sie spontan den Circo Colorinto ins Leben riefen. Er ist einem Betreuungs- und Ausbildungszentrum angegliedert, das den Jugendlichen dabei hilft, eine Perspektive für ihre Zukunft zu schaffen.

 

Sechzehn der Colorintos weilen zurzeit für drei Wochen in Köln. Die Schirmherrschaft für diese internationale Jugendbegegnung hat der bekannte Unternehmensberater Tom Sommerlatte übernommen. Nach Auftritten in Köln und bei einem Partnerzirkus der Radelitos in Rotterdam verbrachten die Jugendlichen aus Köln und Nicaragua nun auf Einladung des Amtes für Soziale Arbeit und des Vereins "Nueva Nicaragua" ein Wochenende in Wiesbaden.

 

Im Mittelpunkt stand die Begegnung mit den beiden Wiesbadener Zirkusgruppen. Im gemeinsamen Training tauschten die jungen Artisten Kunststücke aus, holten sich neue Anregungen und probten für die abschließende Zirkus-Gala.

Angeregt durch die "tollen Erfahrungen" der Kölner plant der Verein "Nueva Nicaragua", der in Wiesbadens Partnerstadt Ocotal eine Reihe sozialer Projekte betreibt, nun auch dort einen Jugendzirkus aufzubauen.

 

Eine große Hilfe vor Ort ist der derzeitige Wiesbadener Zivildienstleistende in Ocotal, der jahrelang selbst im Wiesbadener Kinderzirkus aktiv war und dort eine Grundausbildung in Jonglage, Diabolospiel und Akrobatik erhalten hat. Diese artistischen Grundlagen sollen ihm nun helfen, den "Begeisterungsfunken für den Zirkus" auch in Ocotal anzuzünden.

 

Die Stadt wird das Projekt mit einer Finanzspritze über 4000 Euro unterstützen. Diese besondere Art der internationalen Jugendarbeit, die einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung leiste, habe jede Unterstützung verdient, begründete Hildegunde Rech vom Wiesbadener Jugendamt das finanzielle Engagement der Stadt.

 

Quelle: wiesbadener-tagblatt

Von: Sven Rindfleisch

15.10.2006
Chansonnier Charles Aznavour nimmt in Kuba neue Platte auf
Charles Aznavour, der dieses Jahr eine weltweite Abschiedstournee absolvierte, arbeitet mit 82 Jahren an seiner nächsten CD.

 

 

Er befindet sich gegenwärtig in Havanna, wo er mit dem kubanischen Pianisten und Komponisten Jesus "Chucho" Valdès an der neuen Platte arbeitet. Der Tonträger mit elf Titeln wird laut französischen Medienberichten im kommenden Februar oder März auf den Markt kommen.



"Es sind neue, sehr schöne Lieder, die den typischen Stil Aznavours haben, aber mit einer lateinamerikanischen, kubanischen Note", sagte Valdès. Die Texte sind nach den Angaben auf die Liebe und das Leben im Allgemeinen konzentriert. Aznavour hatte bereits 2002 mit dem mittlerweile verstorbenen kubanischen Musiker Company Segundo zusammen gearbeitet.



Der 1924 in Paris geborene Aznavour begann seine musikalische Karriere als Begleiter von Edith Piaf am Klavier in den Jahren 1946 bis 1954. Sein Repertoire umfasst 740 Lieder auf Französisch und auf Englisch. Er war auch als Schauspieler tätig, insbesondere in "Tirez sur le pianiste" (1960) von Francois Truffaut. Zu seinen bekanntesten Liedern zählen "Je me voyais déjà" (1961), "La Bohème" (1966) und "La Mamma".  

 

09.10.2006
Gehobener Tourismus - Nicaragua will nachziehen
Nicaragua will zunehmend Touristen aus Europa anlocken. "Bei uns können die Besucher noch viel Abenteuerliches entdecken", sagte Tourismusministerin Maria Neli Rivas.

 

Dabei setzt das mittelamerikanische Land nach dem Vorbild seines Nachbarn Costa Rica vor allem auch auf gehobene Urwaldhotels, von denen aus Touristen den Regenwald in bisher nicht erschlossenen Regionen hautnah erleben können. "Nicaragua verfügt noch über sehr viel unverfälschte Natur", erklärt Rivas.

Um die Bedingungen für den Tourismus zu verbessern, seien von staatlicher Seite vor allem Infrastrukturmaßnahmen vorgesehen, sagte Rivas. Dadurch solle vor allem auch privates Kapital angelockt werden. Nicaragua sei derzeit touristisch noch sehr entwicklungsbedürftig. Dennoch sei der Tourismus mit rund 200 Millionen Euro schon heute der wichtigste Divisenbringer des Landes.

 In Nicaragua können Touristen nicht nur in den Sonnenuntergang reiten, sondern sogar gehobene Urwaldhotels bewohnen.

Die Besucherzahlen in Nicaragua haben sich in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten nach Angaben der Ministerin durchaus positiv entwickelt. 1990 hätten das von Krieg und Diktatur zerstörte Land erst 106.000 Ausländer besucht. 2005 waren es bereits 705.000 Touristen, vor allem aus den USA und Kanada. Aus Europa seien nur 58.000 Besucher gekommen. "Schritt für Schritt wollen wir die Lage durch Werbung und Ausbau der Infrastruktur verbessern", sagte Rivas.

 

Quelle: n-tV

08.10.2006
Nicaragua plant Kanal von Pazifik zum Atlantik
Der Panama-Kanal soll Konkurrenz erhalten: Nicaragua will eine Wasserstraße vom Pazifik zum Atlantik bauen. Das kündigte der Präsident des mittelamerikanischen Landes, Enrique Bolaños, am Montag auf einer Konferenz der Vereidigungsminister der Staaten Amerikas in Managua an.

Der Kanal soll Nicaragua auf einer Länge von 280 Kilometern durchqueren, 18 Milliarden Dollar (15 Milliarden Euro) kosten und in zwölf Jahren fertig gestellt sein.

 

Durch diesen Kanal könnten Schiffe mit einer Größe von bis zu 250 000 Tonnen fahren.

"Der Große Inter-Ozean-Kanal ist ein alter Traum, und heute ist seine Verwirklichung notwendiger denn je", sagte Bolaños, der Anfang des kommenden Jahres sein Präsidentenamt an einen Nachfolger abgeben wird. Die Planer hätten sich für eine Route durch den Süden des Landes entschieden, wobei rund 80 Kilometer der Wasserstraße durch den Nicaraguasee führen werden. Der Kanal werde den Pazifik nahe der Stadt Rivas mit der Atlantikküste in der Gegend der Stadt Bluefields verbinden.

 

Umweltschützer gegen Kanalbau


Der Bau eines Kanals durch Nicaragua ist bereits in früheren Zeiten erwogen worden. Die Idee lebte wegen des zunehmenden internationalen Containerschiffsverkehrs wieder auf, da der nahe Panamakanal mit seiner derzeitigen Kapazität nicht mehr ausreicht. Am 22. Oktober soll dort die Bevölkerung über eine Erweiterung entscheiden, die über fünf Milliarden Dollar kosten wird und vor allem von Umweltschützern abgelehnt wird.

 

Unmittelbar nach der Ankündigung von Bolaños warnte Adolfo Ahumada, einer der Direktoren der panamaischen Kanalgesellschaft, vor einer Ablehnung des Erweiterungsprojektes. Dies werde zu einem Rückschlag für die wirtschaftliche Entwicklung in Panama führen, sagte er am Montag vor der Presse in Panama-Stadt.


 

06.10.2006
Statt Kernwaffen kaufen, 852 Millionen Hungernden helfen
MEXIKO, 06. Oktober (RIA Novosti). Kuba macht den Vorschlag, die Hälfte des Geldes, das weltweit für Waffen ausgegeben wird, für die Entwicklungsländer bereitzustellen.

 

Das sagte Rodrigo Malmierca, ständiger Vertreter Kubas in der UNO, vor der Abrüstungskommission der UNO-Vollversammlung, teilte der kubanische Sender Radio Rebelde am Freitag mit.

Der kubanische Diplomat hob hervor, dass man mit den Mitteln, die von Staaten jährlich für Waffen ausgegeben werden, in derselben Zeit 852 Millionen hungernde Menschen ernähren kann, die es heute nach UNO-Schätzungen in der Welt gibt. Oder auch im Laufe von 40 Jahren 38 Millionen HIV-Infizierte mit unentgeltlichen Arzneien versorgen kann.

 

Nach Angaben, die der kubanische Vertreter in seiner Ansprache angeführt hat, gibt nur ein Staat für Waffen genauso viel Geld wie die ganze übrige Welt aus: die USA. Die US-Unternehmen produzieren 60 Prozent der gesamten Waffen, die weltweit verkauft werden.

 

"Ungeachtet des Endes des Kalten Krieges gibt es derzeit in der Welt etwa 33 000 Kernwaffen. 13 000 davon können unverzüglich eingesetzt werden", sagte Rodrigo Malmierca.

 

05.10.2006
Was an Kolumbus Schnürsenkeln so besonders war
Als die ersten Europäer auf Kuba ankamen, waren die Ureinwohner wild auf das Messing an den Schnürsenkeln der spanischen Entdecker. So konnte die Besatzung der Flotte des Kolumbus die Messinghülsen, die ihre Schnürsenkel am Ausfransen hinderten, gegen Gold der Indios eintauschen. Das schließen britische Archäologen aus der Analyse von Grabbeigaben der Ureinwohner Kubas aus der Zeit der Ankunft der ersten Europäer.

 

Bei ihren Ausgrabungen entdeckten die Archäologen erstaunlich wenig Gold in den Gräbern der Ureinwohner, obwohl das Edelmetall in dieser Region häufig vorkam und Goldschmuck bei den Indios üblich war. Stattdessen fanden sie viele Messingröhrchen, die die Indios als Halsketten trugen. Messing war jedoch vor der Ankunft der Europäer in ganz Amerika unbekannt. Mit der so genannten Radiokarbonmethode hatten Wissenschaftler die Begräbnisstätte in die Zeit wenige Jahrzehnte nach der Ankunft der Flotte des Kolumbus im Jahr 1492 datiert. Daraus schlossen die Archäologen, dass das Messing von den spanischen Eroberern stammte. Sogar Kolumbus selbst erwähnte in seinen Tagebüchern den Handel mit den Messinghülsen der Schnürsenkel.



Eine strukturelle und chemische Analyse des Messings identifizierte schließlich Deutschland als Ursprungsort für die Legierung aus Kupfer und Zink. Wahrscheinlich hatte der mittelalterliche Handel in Europa das Metallgemisch nach Spanien und schließlich in die Karibik gebracht. Die Ureinwohner Kubas hatten eine spezielle Vorliebe für den Glanz des Messings und schätzten es als wertvoller ein als Gold, erklären die Archäologen. Vor ihrer Ankunft wussten die spanischen Eroberer das natürlich nicht und hatten besaßen deshalb keine großen Mengen an Messing. So mussten also die Messingröhrchen der Schnürsenkel herhalten, die sie gegen das Gold der Indios eintauschten, um damit ihren großen Goldhunger zu stillen.



Die Tainos, die Ureinwohner Kubas und anderer karibischer Inseln, konnten sich allerdings nicht mehr lange an dem Messing erfreuen. Durch das rücksichtslose Vorgehen der Eroberer und durch ihre mitgebrachten Krankheiten wurden sie innerhalb von nur fünfzig Jahren nach ihrer Entdeckung fast völlig ausgerottet. Die heutige Bevölkerung der Karibischen Inseln besteht überwiegend aus Nachkommen von Afrikanern, die als Arbeitssklaven nach Amerika gebracht wurden, weil nicht mehr genügend Einheimische übrig geblieben waren.

 

Quelle: ddp/wissenschaft.de – Martin Vieweg

 

04.10.2006
Studie enthüllt Geheimrezept für ein langes Leben
Havanna (rpo). Auf Kuba sind offenbar alle Laster ein Garant für ein langes Leben. Laut einer Studie sind Kaffee, Zigarren und ein reges Sexuallleben der Grund für die hohe Lebenserwartung der Kubaner. Die Ärztin Nancy Nepomucemo hatte für ihre Untersuchung 54 über hundert Jahre alte Kubaner zu ihrem Lebenswandel befragt.

 

Für die Studie befragte Nepomucemo ausschließlich Bewohner der Provinz Villa Clara, die mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 78 Jahren den kubanischen Landesrekord in Langlebigkeit hält. Der Studie zufolge ist der Großteil der alten Leute geistig äußerst rege, die meisten von ihnen verrichteten noch immer für ihr Alter schwere Arbeiten. Rund 60 Prozent der Hundertjährigen stammt von Eltern ab, die ebenfalls ein besonders langes Leben hatten. 95 Prozent der Alten ernährt sich gesund mit viel Fisch, Geflügel, Gemüse und Maniok, sie kochen mit wenig Salz und natürlichen Gewürzen.

 

Das Leben der Greise verläuft nach festen Regeln, wie aus der Untersuchung hervorgeht. Keiner der Hundertjährigen ist Alkoholiker, aber fast alle trinken viel Kaffee und rauchen Zigarren. Zudem hätten sie vielfältige Interessen "auch sexueller Natur", hieß es in der am Zentrum für Geriatrie und Sozialarbeit vorgestellten Untersuchung. Kuba will die durchschnittliche Lebenserwartung seiner Bewohner auf 80 Jahre erhöhen und betreibt zu diesem Zweck zahlreiche Studien. Schon jetzt leben mehr als 3000 über 100 Jahre alte Menschen in dem Inselstaat, 1,6 Millionen Kubaer (14 Prozent) sind über 60. Es gibt auch einen Club der 120-Jährigen.

 

 

03.10.2006
Nicaragua will Kanal von Pazifik zum Atlantik bauen
Managua (dpa) - Als Konkurrenz zum Panamakanal will Nicaragua eine Wasserstraße vom Pazifik zum Atlantik bauen.

 

Das kündigte der Präsident des mittelamerikanischen Landes, Enrique Bolaños, bei einer Konferenz der Vereidigungsminister der Staaten Amerikas in Managua an. Der Kanal soll 18 Milliarden Dollar kosten und in zwölf Jahren fertig gestellt sein. Durch diesen Kanal könnten Schiffe mit einer Größe von bis zu 250 000 Tonnen fahren. Der nahe Panamakanal reicht mit seinen derzeitigen Kapazitäten nicht mehr aus.
DPA

 

 

28.09.2006
Russland gewährt Kuba Millionenkredite
HAVANNA, 28. September (RIA Novosti). Russland räumt Kuba einen Staatskredit in Höhe von 355 Millionen US-Dollar ein, aus dem russische Warenlieferungen und Dienstleistungen finanziert werden sollen.

 

Ein entsprechendes Abkommen unterzeichnete der russische Regierungschef Michail Fradkow mit kubanischen Regierungsvertretern am Donnerstag in Havanna. Der Kredit wird zu einem Jahreszins von vier Prozent gewährt und hat eine Laufzeit von zehn Jahren, teilte Fradkow mit.

 

Vereinbarungsgemäß soll Kuba den Kredit bis 2008 in Anspruch nehmen. Aus diesem Geld sollen unter anderem die Modernisierung der kubanischen Energieanlagen und der Eisenbahn sowie die Lieferung von Navigationsanlagen finanziert werden.

 

Außerdem verständigten sich Russland und Kuba auf eine Umstrukturierung der kubanischen Schulden gegenüber Russland im Wert von 166 Millionen US-Dollar. Das Thema der kubanischen Schulden gegenüber der Ex-Sowjetunion kam bei dem heutigen Treffen nicht zur Sprache. Die Summe dieser Forderungen sei beträchtlich und werde bei weiteren Diskussionen zwischen Moskau und Havanna erörtert, sagte Fradkow, der zur Zeit zu einem Besuch in Kuba weilt.

 

 

28.09.2006
Premier Fradkow auf Kuba: Wirtschaft und Handel antreiben
HAVANNA, 28. September (RIA Novosti). Eine Regelung der kubanischen Schulden gegenüber Russland und ein neuer russischer Kredit werden staatliche Unterstützung für die russischen Exporteure ermöglichen.

 

Das erklärte Russlands Ministerpräsident Michail Fradkow am Donnerstag nach seiner Ankunft zu einem offiziellen Besuch in Havanna.

Die Schwerpunkte bei den Verhandlungen mit führenden kubanischen Politikern sind die Zusammenarbeit in Handel und Wirtschaft und gegenseitig vorteilhafte Projekte.

 

"Das Hauptziel des Besuchs besteht darin, die positive Dynamik in den russisch-kubanischen Beziehungen zu festigen, die sich in den letzten Jahren abgezeichnet hat", sagte der Regierungschef.

Fradkow verwies auf die Notwendigkeit, die bilateralen Beziehungen auf allen Gebieten und in erster Linie in Handel und Wirtschaft anzuspornen.

Der Warenumsatz zwischen beiden Ländern belief sich im Vorjahr auf 186 Millionen Dollar. Momentan liegt Kuba auf Platz sieben unter den Handelspartnern Russlands in Lateinamerika.

 

 

21.09.2006
Vereint gegen das "Imperium"
Venezuela versucht, durch Allianzen mit anderen Ländern eine Gegenbewegung zu den USA zu errichten. Die großen Erdölressourcen des Landes helfen Präsident Hugo Chávez dabei, regionale und internationale Unterstützung für seine umstrittene Vision eines „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ zu finden.

 

Wir müssen einen neuen Weg für unsere Länder finden. Wir müssen aufhören, automatisch neoliberale Modelle zu kopieren, die uns aufgezwungen werden“, verkündet der venezolanische Präsident Hugo Chávez. Der neue Weg ist für ihn die „bolivarische Revolution“. Ein geeintes Lateinamerika als Gegenpol zu den USA. Mit der Unterstützung von anderen Staaten möchte er eine Front gegen Globalisierung und Neoliberalismus bilden. Doch mit Sympathien allein erreicht Chávez seine Ziele nicht. Erdöl ist sein Zaubermittel, um mit Ländern in der ganzen Welt zu verhandeln. Der enorme Öl-Reichtum Venezuelas – das Land liegt als Erdölförderer weltweit an achter und bei den Ölreserven an siebter Stelle – verhilft Chávez dazu, seine umstrittene bolivarische Vision Schritt für Schritt zu verwirklichen.

 

Öl für die Nachbarn


Auf seinem Plan steht an erster Stelle die regionale Integration voranzutreiben. Erst 2006 ist Chávez offizielles Vollmitglied im südamerikanischen Wirtschaftsverbund Mercosur geworden. Der Venezuela-Experte Wolfgang Muno ist der Meinung, Chávez habe sich quasi mit seinen Ölreichtum in die Vereinigung eingekauft. In zwei Mitgliedsländern, Argentinien und Uruguay, und dem assoziierten Mitglied Bolivien, investiert Venezuela in die Energiewirtschaft. Doch viele der Nachbarländer teilen die Ansichten Chávez’. Auch die Präsidenten von Brasilien, Argentinien und Bolivien pflegen ihre Abneigung gegen die Politik der USA, wenn auch in einer etwas moderateren Form. Trotzdem kommt die Einigung durch den Mercosur nur schleppend voran. Immer wieder halten Streitigkeiten zwischen den Mitgliedstaaten den Integrationsprozess auf.

Mit dem Überfluss an Öl schafft Chávez unterschiedliche Wirtschaftsverträge mit regionalen Partnern. Von Argentinien bekommt Venezuela Milchkühe, Agrarprodukte, Medikamente und Transporttechnik für vergünstigtes Erdöl, Kuba schickt Ärzte und Lehrer. Mit dreizehn karibischen Inselstaaten beschloss Chávez die zwischenstaatliche Öl-Gesellschaft, Petrocaribe, die den kleinen Ländern ermöglicht, günstig Öl aus Venezuela zu importieren.

Doch nicht alle Nachbarländer teilen seine Integrationsvorstellungen für Lateinamerika. Kolumbien, Mexiko und Paraguay orientieren sich lieber in Richtung USA und deren Freihandelsabkommen. Mit Kolumbien gab es immer wieder Streitigkeiten über die kolumbianische Rebellengruppe FARC (Revolutionary Armed Forces of Colombia), die Venezuela angeblich unterstützt haben soll. Auch mit Mexiko pflegt Chávez keine guten Beziehung. Der im Dezember aus dem Amt scheidende mexikanische Präsident Vicente Fox kritisierte Chávez wegen seinen ablehnenden Äußerungen über das Freihandelsabkommen mit den USA. Chávez nannte ihn daraufhin „Schoßhund des Imperiums“. Seitdem haben die beiden Länder ihre diplomatischen Beziehungen abgebrochen. Mexiko und Venezuela arbeiten nur noch auf wirtschaftlicher Ebene zusammen.

Fidel Castro und Chávez gründeten Anfang 2005 die Alternativa Bolivariana para las Américas (ALBA) als Gegenentwurf zu der von den US-amerikanischen gewünschten panamerikanischen Freihandelzone Área de Libre Comercio de las Américas (ALCA, englisch auch: FTAA). Das Bündnis hat die Absicht, Lateinamerika zu einem gemeinsamen Markt zu verhelfen. Zusammen mit Argentinien und Brasilien plant Chávez, das Energieunternehmen Shell und damit die westlichen Öl-Multis aus Südamerika zu vertreiben. Die Shell-Tankstellen werden durch Tankstellen der eigenen Erdölgesellschaften ersetzt. Eine Pipeline, die quer durch Südamerika laufen soll, ist ebenfalls geplant. An dem Bau beteiligen sich mehrere südamerikanische Staaten.

 

Allianzen und Waffenhandel

Als weiteren Schritt seiner bolivarischen Revolution plant Chávez ein Weltbündnis aus verschiedenen Staaten als Gegenpol zu der Vormachtstellung der USA. Er sieht sich als Wortführer für eine „anti-neoliberale“ Politik in einem Bündnis von verschiedenen Staaten. Dafür reiste Chávez im Juli 2006 in Länder, die fast alle die Abneigung gegen Washington mit ihm teilen. Auf der Besuchsliste standen unter anderem Kuba, Belarus, Russland und der Iran. Während der Reise warb der Präsident für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat für Venezuela. Weitere Ziele waren neue Ölallianzen und Waffenverträge.

Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad und Chávez wollen sich bei den Streitigkeiten mit den USA gegenseitig unterstützen. Sie betonen die gute Beziehung zwischen ihren Ländern. Chávez spricht sich für das international umstrittene Atomprogramm Irans aus, Iran investiert in die Ölförderung von Venezuela. Zusammen lassen Ahmadinejad und Chávez eine Ölraffinerie in Indonesien bauen. Bei einem Gegenbesuch von Ahmadinejad in Venezuela im September 2006 schlossen die Präsidenten weitere Verträge zur Zusammenarbeit ab. Iran versprach Venezuelas Forderung nach einem temporären Sitz in der UN zu unterstützen.

Auch den in der westlichen Welt isolierten belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko kann Chávez seit seinem Besuch einen Verbündeten nennen. Und in Russland unterschrieb er einen Waffenvertrag, der die russiche Militärindustrie ankurbelt und die veraltete venezolanische Armee modernisiert – das Militär ist eine wichtige Unterstützung für Chávez in Venezuela, es verhalf dem Präsidenten nach dem Putsch 2002 in kurzer Zeit wieder in sein Amt zurückzukehren. Trotz aller Freundschaflichkeit und Geschäftstüchtigkeit lehnte es der russische Präsident Vladimir Putin aber ab, bei dem Bau einer südamerikanischen Pipeline einzuspringen.

Chávez sucht neue Handelpartner in China und Indien, um eine Alternative zu den Exporten in die USA zu finden. Die beiden asiatischen Länder schlossen in den vergangenen Jahren mehrere Energie-Abkommen mit Venezuela ab. Von einem Besuch in Nordkorea sah der Präsident ab, doch drückte er seine Unterstützung für die nordkoreanischen Raketentests aus.

 

Freund oder Feind?

Die USA sind unsicher, wie sie Chávez’ Politik einschätzen sollen. Immer wieder kommen aus Regierungskreisen abfällige Bemerkungen über den venezolanischen Präsidenten. US-Präsident George W. Bush nennt ihn einen „Paten des Terrors“ und der US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld vergleicht ihn mit Adolf Hitler. Washington sieht in dem venezolanischen Präsidenten eine Gefahr für die demokratische Sicherheit, obwohl Chávez auf demokratischen Weg an die Macht gekommen ist. Seit seinem großen Waffeneinkauf befürchtet die US-Regierung einen Angriff Venezuelas und seiner neuen Verbündeten. Experten halten diese Einschätzung aber für überzogen.

Trotz allen Misstrauens gegen den venezolanischen Präsidenten sind die US-Amerikaner abhängig von Chávez’ Ölvorräten. Washington bezieht 13 Prozent seines Erdöls aus Venezuela. Chávez droht in regelmäßigen Abständen, Washington den Ölhahn abzudrehen, doch im Grunde kann Venezuela ohne den Kauf der US-Amerikaner nicht überleben – 50 Prozent des geförderten Erdöls in Venezuela geht in die USA.

 

Die staatliche venezolanische Erdölgesellschaft Petróleos de Venezuela (PDVSA) besitzt 14.000 Tankstellen in den USA. Zum Ärger Washingtons verkaufte Chávez im vergangenen Winter den Armenviertel von New York verbilligtes Heizöl und versprach weitere Lieferung im folgenden Winter. Die USA hält mit limitierten Wirtschaftssanktionen dagegen – und mit „Entwicklungshilfe“: Wie die New York Times berichtete, soll die US-Regierung die Opposition in Venezuela finanziell unterstützen.

Ohne Öl keine Zukunft

Einige Experten befürchten, dass Chávez seine neuen Verbündeten und Freunde wieder verlieren wird, sobald der Ölpreis sinkt. Doch bis dahin zeigt der Politiker keine Müdigkeit bei der Schließung neuer Bündnisse gegen den Neoliberalismus. Solange er als Held der Armen und Kämpfer für die Einheit Lateinamerikas gefeiert wird und zugleich das Öl sprudelt, kann er seine Politik weiter durchsetzen. Doch Chávez hat zwar einige lateinamerikanische Staatschefs, wie den bolivianischen Präsidenten Evo Morales oder den argentinischen Präsidenten Néstor Kirchner, hinter sich, aber eine unterstützende Mehrheit in der südamerikanischen Bevölkerung fehlt ihm. Eine Umfrage des US-Meinungsforschungsinstitutes Zogby 2005 in sechs Zentral- und südamerikanischen Ländern ergab, dass nur 29 Prozent der Bevölkerung Chávez als beliebtesten Politiker nennen – weit hinter anderen Staatschefs wie Mexikos Fox oder Kolumbiens Álvaro Uribe.

 

 

06.09.2006
Fotoseminar auf Kuba mir dem Fotografen Sven Creutzmann
Nach dem Erfolg des Reportageworkshop im vergangenen Mai bietet ein neues Seminar im Februar 2007 in Havanna den Teilnehmern wieder die Gelegenheit, unter fachkundiger Anleitung eine eigene Sichtweise auf dieses aufregende Land zu entwickeln. Dabei werden sie durch umfassende theoretische und praktische Anleitung ihre fotografische Ausdrucksweise und ihr künstlerisches Denken verbessern

 

Die Zielsetzung des Seminars ist die Verbesserung der visuellen und technischen Fähigkeiten der Teilnehmer. Dabei erleben und erfahren sie das fantastische tägliche Leben in Kuba, seine aufregende Geschichte und Kultur sowie seine liebenswerten Menschen und halten diese Eindrücke in einer eigenen Fotoreportage fest. Das Workshop-Programm umfasst individuelle Anleitung und Unterweisungen in der Gruppe sowohl in der Theorie als auch im praktischen Einsatz, tägliche Ansicht und Diskussion der Arbeitsergebnisse sowie Vermittlung der Erfahrung über professionelle Reportage-Fotografie, die Sven Creutzmann in seiner Arbeit für bedeutende Magazine erworben hat. Den Themenschwerpunkt bildet der Fotojournalismus mit Ausrichtung auf das tägliche Leben der Menschen und die Reise-, Landschafts-, und Dokumentarfotografie.



Als Teilnehmer ist jeder, der die Fotografie liebt, willkommen. Benötigt wird nur eine Digitalkamera. Und dabei spielen die Pixels der Kamera keine Rolle - entscheidend ist die Freude an der Fotografie und die fotografische Sichtweise. Die Seminargruppe wird neben dem Referenten maximal 6 Teilnehmer umfassen.



Die vorzeitige An- und Abreise zur Verlängerung des Kuba-Aufenthaltes ist möglich. Weitere Informationen im Internet unter www.cubareise.info und im persönlichen Gespräch mit Dieter Späth, Telefon 04124 / 937 414 und 0172 / 411 6224, Email d.spaeth@cubareise.info.

 

05.09.2006
«Gerade jetzt» nach Kuba
In diesem Jahr erwartet Kuba mehr Feriengäste als je zuvor - das hat auch mit der Erkrankung von Staatschef Castro zu tun. Auf die Preise wirkt sich der Touristenstrom allerdings nicht günstig aus.

 

Der Jubel der schwitzenden Volleyballtruppe aus deutschen, spanischen und kanadischen Touristen am Strand von Varadero ist groß. Ihre «Weltauswahl» hat gerade den Favoriten «Kuba», ein Team aus jungen Animateuren der Ferienanlage «Sandals Royal Hicacos», in Verlegenheit gebracht.

Edanny Gómez Fernández sieht dem Treiben aus der Ferne kurz zu. Die Verkaufschefin analysierte zuvor Buchungen und Kapazitätsauslastung und meint zufrieden: «Auch 2006 ist ein gutes Jahr.» Die Kubanerin, die in Havanna Sprachen studiert und später ihren Master in Marketing gemacht hat, spricht nicht nur für den Betreiber von «Hicacos», Jamaikas All Inclusive Kette «Sandals» und die Eigentümer der Anlage mit 404 Zimmern. Betreiber sind hier die staatliche Kette «Cubanacan» (51 Prozent) und eine Holding (49)spanischer, britischer und niederländischer Investoren. Die Managerin ist auch für die gesamte Branche der Insel zuständig. Und sie betont, dass Kubas ausländische Hotelbetreiber wie Sandals, Riu, Sol Melia, Accor, NH oder SuperClubs weltweit Vertrauen haben, «auch in Deutschland».

 

Insel ist «in»

Kuba erwartet in diesem Jahr 2,5 Millionen Gäste (2005: 2,32 Mio). Das wäre Touristenrekord. Auch falls die Zahl verfehlt wird: Kuba bleibt nach der Erkrankung von Fidel Castro gut im Geschäft, sagen Veranstalter im In- und Ausland. Viele Fernreisende wollten gerade jetzt das «Fidel-Castro-Kuba» sehen. Für Etliche ist die Insel heute jedoch zu teuer. Das gilt für Restaurants ebenso wie für organisierte Ausflüge. Und kaum einer versteht, warum der Euro bei einer Kuba-Bank einen schlechteren Kurs hat als in anderen Ländern.

<<Auch die Buchungen aus Deutschland laufen gut», sagt Wilson Cardoso von Kubas Fremdenverkehrsamt in Frankfurt am Main. Gunter Träger, Sprecher von Neckermann Reisen sagt: «Kuba ist weiter »in«.»

 

Kellner verdienen mehr als Lehrer

«Auch bei ITS und Jahn Reisen laufen die Buchungen erfreulich», betont Sprecherin Anette Forré. LTU-Sprecher Pierre de la Motte: «Das Kubageschäft ist normal bis gut.» Für das Jahresende rechnet die Fluggesellschaft mit Buchungen «eher über Vorjahresniveau». Auch Condor und TUI gehen von einer guten Wintersaison aus. Allerdings spielt Deutschland (2005: 124 527 Touristen) seit ein paar Jahren nicht mehr die erste Geige. Wichtigere Quellenmärkte für Kuba sind Kanada, Großbritannien, Spanien, Italien und Frankreich.

Immer mehr junge Kubaner zieht es in den Fremdenverkehr, vor allem in Hotels mit ausländischem Management. Zum Basisgehalt von Kellner und Zimmermädchen in Höhe von 300 Pesos kommen bei «Sandals» abhängig von Auslastung und Geschäft bis zu 50 konvertible Peso (CUC) pro Monat (umgerechnet zusammen über 50 Euro - ein Lehrer verdient 20 Euro und weniger). Mit den CUC wird seit Herbst 2004 in Kubas Devisenläden und Touristenrestaurants gezahlt, nicht mehr mit dem Dollar. In Varadero wird vielerorts auch der Euro akzeptiert.

 

Auch USA-Besucher

Ähnlich ist die Gehaltsstruktur beim Jamaika-Konkurrenten «SuperClubs», wo gerade vor der Strandbar mit großer kubanischer Flagge ein Beachballspiel tobt. «Leistung lohnt sich. Ein bestimmter Prozentsatz vom Gewinn fließt an unsere Beschäftigten», betont Reynaldo Costa (49), Verkaufsmanager von «Breezes Jibacoa». Das Unternehmen verlangt schon vor der Einstellung eine gute Ausbildung, «zumindest auch eine Fremdsprache». Die Anlage gehört «Cubanacan» und einem italienischen Unternehmen der Bau- und Ausstattungsbranche. Das Konzept eines neuen Hotels erörtern die Kubaner so früh wie möglich mit Joint Venture- und Management-Interessenten, erläutert Costa. Der Kubaner ist seit fast 30 Jahren im Tourismusgeschäft.

 

Kuba wird jährlich auch von Touristen aus den USA erkundet. Und mancher urlaubt «All Inclusive», auch bei «Sol Melia». Die spanische Kette ist in Kuba sehr beliebt. Sie kam als erste und managt inzwischen rund 20 Hotels. US-Bürger fliegen zum Beispiel über Mexiko, Jamaika oder die Bahamas ein. Kein Kuba-Grenzer drückt ihnen bei Ein- oder Ausreise einen Stempel in den Pass. (dpa)

 

Quelle: Bernd Kubisch

 

 

 

30.08.2006
Nach «Ernesto» kehrt Kuba zur Normalität zurück
Havanna (dpa) - Nach dem Durchzug des Tropensturms «Ernesto» kehrt Kuba zur Normalität zurück.

 

Wie die Zivilverteidigung des karibischen Inselstaates mitteilte, wurden keine Todesopfer gemeldet. Die ersten der insgesamt mehr als 700 000 Evakuierten kehrten wieder in ihre Wohnhäuser zurück. «Ernesto» war mit Windgeschwindigkeiten von 65 Stundenkilometern über die Insel hinweggezogen. Tagelang gingen heftige Regenfälle nieder. Der Tropensturm hat inzwischen Kurs auf Florida genommen.

 

 

25.08.2006
Gekauft wird viel, gezahlt eher ungern
Seit der Erkrankung Fidel Castros hoffen auch deutsche Unternehmer auf die Öffnung Kubas. Die Chancen auf geschäftliche Erfolge stehen nicht schlecht, denn made in Germany genießt auf der Insel einen guten Ruf. Doch gewöhnungsbedürftige Geschäftspraktiken machen es Neueinsteigern schwer.

 

Hamburg - Im Hafen von Havanna herrscht Hochbetrieb. Schiffe aus Fernost bringen Haushaltsgeräte, aus Europa legen Frachter mit Ausrüstungen für den Energie-Sektor an.

Generatoren, Antennen, Dieselaggregate, aber auch Medizintechnik - all das wird derzeit verstärkt gerade in Deutschland geordert. "Erst im Juni war eine bayerische Wirtschaftsdelegation vor Ort, und sie kam mit vollen Auftragsbüchern wieder zurück", sagt Frank Seifert.

Der Hamburger Jurist hat sich auf kubanisches Investitionsrecht spezialisiert und berät deutsche Unternehmen bei der Gründung von Joint Ventures auf der Insel. Auch beim Abfassen von Verträgen steht er hiesigen Unternehmen zur Seite. Und das Kuba-Geschäft boomt.

 

Für knapp 260 Millionen Euro kauften kubanische Unternehmen dem Auswärtigen Amt zufolge 2005 in Deutschland ein - ein Zuwachs von satten 131 Prozent zum Vorjahr. Kuba werde weiter Ausrüstungen en gros in Deutschland ordern, denn made in Germany genieße einen guten Ruf auf der Insel, so Seifert, der vor gut zehn Jahren zum ersten Mal in das kommunistische Land reiste.

Der Modernisierungsbedarf ist jedenfalls gigantisch. Kubas erkrankter Máximo Líder hat 2006 zum "Jahr der energetischen Revolution" ausgerufen und den Kubanern das Ende der lästigen Stromabschaltungen versprochen.

Dazu sind beachtliche Investitionen im Kraftwerkssektor nötig. Doch auch bei der Wasserversorgung, im Eisenbahnnetz, beim Busverkehr, dem Ausbau der Flughäfen stehen dringend nötige Modernisierungen an.

 

"Wie kommen wir hinterher an unser Geld?"

"Da hat die deutsche Wirtschaft viel zu bieten", wirbt Peter Schirrmann, Generaldirektor der Hamburger Außenhandelsfirma Delatrade. Seit 24 Jahren ist er im Kuba-Geschäft und seit 22 Jahren leitet er die Kuba-Sektion beim Ibero-Amerika Verein, der Wirtschaftsvereinigung für Lateinamerika und die Karibik. Rohstoffe für die pharmazeutische Industrie, Lebensmittel, aber auch Industriemetalle liefert Delatrade nach Kuba.

 

"Noch nie hat es Schwierigkeiten gegeben, in Kuba zu verkaufen", sagt er. Doch die zentrale Frage sei: "Wie kommen wir hinterher an unser Geld?"

Probleme mit der Zahlungsmoral machen auch anderen ausländischen Unternehmern auf der Insel zu schaffen. Immer wieder kämen Unternehmer zur Kuba-Sektion beim Ibero-Amerika Verein und bäten um Hilfe, weil sie ihr Geld nicht bekommen, so Schirrmann.

Dann ist guter Rat teuer, zumindest wenn das Geschäft nicht über einen Hermes-Exportkredit der Bundesregierung abgesichert wurde. "Die werden pünktlich von den Kubanern bedient, doch nur selektiv eingesetzt", erläutert Schirrmann ein Problem, mit dem er täglich zu kämpfen hat.

 

Deutscher Kuba-Pionier stellt Industriegase her

Mit diesen typischen Sorgen der Handelsunternehmen muss sich Stefan Messer nicht herumschlagen. Der 51-jährige Unternehmer aus Sulzbach hat in Kuba über 20 Millionen US-Dollar investiert. Gleich drei Joint Ventures hat er gemeinsam mit Gases Industriales gegründet, einem Unternehmen des Industrieministeriums. Damit ist er Deutschlands größter Investor auf der Karibikinsel.

Seine Fabriken produzieren Industriegase wie Sauerstoff, Stickstoff, Argon oder Helium, die dann in der Stahlindustrie oder in Krankenhäusern zum Einsatz kommen. Auch die Fischindustrie fragt die Produkte nach - zum Einfrieren von Langusten für den internationalen Markt.

Messer ist überaus zufrieden mit seinem Kuba-Engagement. "Wir haben noch keinen einzigen Zahlungsausfall gehabt, und es gibt auch keine Probleme, das Geld nach Deutschland zu transferieren", erklärt der Kuba-Pionier.

Mitte der neunziger Jahre ist er in Kuba eingestiegen und hat damals sogar den Investitionsanteil des kubanischen Partners vorfinanziert. Ein Vertrauensvorschuss, den er nie bereut hat, denn es wird "anstandslos zurückgezahlt".

Vorbereitet hat das spektakuläre Geschäft ein Mitarbeiter mit Osteuropa-Erfahrung, den Messer 1995 nach Kuba schickte und der über exzellente Kontakte vor Ort verfügt. "Die sind genauso wichtig wie Zeit und sehr viel Geduld im Kuba-Geschäft. Es dauert, bis die Entscheidungen vor Ort getroffen sind."

 

Kanadier waren schneller

Messer ist sich bewusst, dass er als Alleinanbieter von Industriegasen auf Kuba in einer komfortablen Position ist. Ohne seine Gase käme die Stahlproduktion des Landes zum Erliegen, auch bei der Gesundheitsversorgung ergäben sich schnell Engpässe, wenn die Anlagen wegen Zahlungsausfällen abgestellt würden.

Sechs Millionen US-Dollar Umsatz erwirtschaften die 25 Angestellten der drei Unternehmen im vergangenen Jahr. Bei einem davon hält Messer mit 70 Prozent die Mehrheitsrechte, bei den beiden anderen besitzen die Partner je 50 Prozent der Anteile.

Diesem Beispiel sind nur wenige deutsche Unternehmer gefolgt. Neun deutsch-kubanische Joint Ventures gibt es laut Stefan Messer in Kuba. Dazu zählen zwei von DaimlerChrysler, die anderen sind im Tourismus aktiv. Bei Delegationsreisen in den vergangenen Jahren versuchten deutsche Investoren, das Engagement auszubauen. Doch in den strategischen Bereichen, dem Nickelsektor, der Telekommunikation oder beim Tabak waren Kanadier, Spanier und Italiener schneller.

Dafür gibt es viele Gründe. Dazu gehörten die Risikoscheu vieler Investoren und die oft hohe Bewertung von Gebäuden und Maschinen, die in ein Gemeinschaftsunternehmen einfließen sollten, so Frank Seifert.

"Für die deutschen Unternehmer, die schließlich das Know-how liefern, den Vertrieb gewährleisten und oftmals auch noch Betriebsmittel für die ersten zwei oder drei Jahre vorfinanzieren sollten, war das zuviel", erinnert sich der Kubaspezialist an mehrere gescheiterte Anläufe von deutscher Seite.

 

Zukunftsmarkt Biotechnologie

Doch das Interesse ist da - und wie viele Unternehmer hofft auch Seifert auf eine langsame wirtschaftliche Öffnung. Dann könnte auch eine andere wesentliche Hürde fallen. Die Karibikinsel ist nämlich bisher alles andere als ein Billiglohnland. Umgerechnet rund 1000 US-Dollar kostet ein Arbeitnehmer im Monat, obgleich der nur in kubanischen Peso entlohnt wird. "Die Differenz streicht der Staat ein", erklärt Seifert.

Verglichen mit den Kubanern sind die Mexikaner oder die Guatemalteken deutlich billiger, so Schirrmann, der eine Niederlassung in Havanna unterhält. Für ihn wiegt das Argument der guten Ausbildung in Kuba angesichts dieser Kosten nicht so schwer. Auch die geostrategische Lage verliert angesichts des kleinen Binnenmarktes für ihn an Bedeutung.

Gleichwohl ist Kuba in einigen Bereichen, allen voran dem biotechnologisch-pharmazeutischem Sektor, hochinteressant. Krebspräparate von der Insel werden derzeit in den USA und Deutschland klinisch getestet. Das deutsche Pharmaunternehmen Oncoscience mit Sitz in Wedel bei Hamburg hat die Lizenz für den Vertrieb des monoklonalen Antikörper Osag101 für 46 europäische Länder erworben.

 

"Von den Sicherheiten hängt alles ab"

Die Antikörper sollen das Wachstum von Krebszellen blockieren, speziell jenes von Hirntumoren bei Kindern. Alle Tests seien bisher erfolgreich verlaufen, so Ferdinand Bach, Geschäftsführer von Oncoscience. Er ist mit dem deutsch-kubanischen Kooperationsprojekt sehr zufrieden und schätzt die Arbeit der kubanischen Wissenschaftler.

Die genießen in der medizinischen Fachwelt einen exzellenten Ruf - und sind doch auf Kooperationen angewiesen, um auf den Weltmarkt zu kommen. Für die deutsche Pharmaindustrie könnte das eine interessante Konstellation sein.

"Doch auch der anvisierte Ausbau des Flughafens von Havanna ist für Unternehmen wie Fraport interessant. Für den Maschinenbau bieten sich bei der Modernisierung der veralteten Produktionsmittel im Industriesektor exzellente Perspektiven", urteilt Messer.

"Von den Konditionen, den Sicherheiten und der Bedeutung, die die Investition für die Kubaner hat, hängt alles ab", rät der Kuba-Pionier potentiellen Nachahmern. Er hat mit dieser Philosophie Erfolg gehabt. Etwas Risiko gehört schließlich dazu, wenn man auf einem potentiellen Zukunftsmarkt Fuß fassen will.

 

Quelle: Spiegel Online,  Knut Henkel

22.08.2006
Die Fußballerinnen des SC Sand
Lena Forscht (21), Fußballerin des Frauen Zweitligisten SC Sand und Tochter von Georg Forscht, Trainer der Sander Oberligamannschaft, legte von Januar bis Juli in Nicaragua ein Freiwilliges Soziales Jahr ab.

 

Auf eigene Kosten - Flug und Lebenshaltung während des Aufenthaltes wurden durch einen Job nach dem erfolgreichen Abschluss des Abiturs im vergangenen Jahr finanziert. Animiert durch die Eindrücke während ihres Aufenthaltes in dem mittelamerikanischen Land, kam es zu der Idee, in Sand ein Benefizturnier zugunsten der Aidshilfe in Nicaragua durchzuführen. Mit der Nationalmannschaft von Luxembourg und dem Erstligisten TSV Crailsheim konnten für Samstag, 26. August, ab 15 Uhr, erstklassige Teams gewonnen werden.


Lena Forscht: »Ich hatte einen Traum, fasste den Mut, ihn zu verwirklichen und stellte fest, dass es gar nicht so schwer ist, seine Träume zu leben. So landete ich in Nicaragua, lernte dieses kleine, bezaubernden Fleckchen Erde kennen und lieben sowie Menschen, die mich mit ihrer Herzlichkeit, Gastfreundschaft und Lebensfreude in ihren Bann zogen.«


Freiwilligenplatz
Dass ihre Reise letzten Endes nach Nicaragua ging, war mehr oder weniger Zufall, vielleicht auch Schicksal. Auf der Suche nach einem Freiwilligen-Platz lernte die Fußballerin des SC Sand Ulrich Epperlein, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeine Ichenheim, kennen, der selbst lange Zeit in Zentral Amerika und viele Jahre davon in Nicaragua arbeitete und lebte. Durch seine Kontakte und Hilfe wurde ihr Traum eines Sozialen Dienstes im Ausland zur Realität.
Während ihrer »unvergesslichen sechs Monate in Nicaragua« fand Lena Forscht die Möglichkeit, in der »Comision Lucha contra el VIH/SIDA« (Kommission zum Kampf gegen HIV/AIDS) mitzuarbeiten. Die Zeit in der Kommission verschaffte ihr sehr vielseitige Einblicke und Eindrücke in Kultur, Religion und Mentalität der Menschen.
Des Weiteren ermöglichte ihr das weit gefächerte Aufgabengebiet der Kommission, welches sich von Aufklärungsarbeit, der Betreuung Erkrankter, der Veranstaltung von Workshops bis hin zum Verteilen von Kondomen in den Straßen der Stadt erstreckt, einen reellen Bezug zur Aidsproblematik, die jedoch nur eine der zahlreichen Probleme Nicaraguas darstellt, weil mangelhafte Bildung, eine immense Arbeitslosigkeit, eine fehlende Infrastruktur oder die hohe Armut nicht zu vergessen sind. Die Zeit in Nicaragua, all das Gesehene und Erlebte ließen nun in Lena Forsch die Idee einer Benefizveranstaltung im heimatlichen Sand gedeihen. Wobei die eigentliche Geburtsstunde dieses Events während eines Besuches bei ihrer ehemaligen Mannschaftskollegin Uli Bohnert in den Liegestühlen auf Corn Island zu finden ist.


»Geburtsstunde«
Die Idee war geboren, fing an zu wachsen und zog immer mehr Mitspielerinnen und Funktionäre des SC Sand und viele Menschen in ihren Bann.
Lena Forscht: »Im Moment sind wir immer noch auf der Suche nach Sponsoren und Menschen, die unser Projekt in Nicaragua unterstützen. Unser Ziel ist es, möglichst viel Geld zusammenzubekommen. Der gesamte Erlös aus der Veranstaltung am 26. August in Sand, bei der im Anschluss an die Fußballspiele ab 18 Uhr eine Caribbean Night stattfindet, fließt ohne Umwege in das Projekt, das nicht eine einmalige Veranstaltung bleiben soll. Auch ein Wiedersehen mit dem Land und den Leuten, die mir ans Herz gewachsen sind, halte ich nicht für ausgeschlossen.«

 

Quelle: www.baden-online.de

 

20.08.2006
In 80 Tagen um die Welt
Eine literarische Reise. 15. Station: Nicaragua. Freies Vaterland ...

 

 Gioconda Belli - "Die Verteidigung des Glücks"

Ich besitze eine Postkarte aus Nicaragua, Urlaubsmitbringsel einer lieben Freundin. Eine junge, strahlende Mutter ist darauf abgebildet, ihr Kind im einen, das Maschinengewehr am anderen Arm.
Ich hab sie weggelegt, weil ich diese romantische Verklärung von Revolutionen hasse. Che Guevara Shirts, russische Armeetaschen, Mao Tse-Tung Poster - die (meist ironisierte) Massenproduktion von Kriegssymbolen ist eine heikle Sache. So paralysiert und ängstlich wir mit der eigenen Geschichte und deren Symbolen umgehen, so naiv und unvorsichtig werfen wir mit denen anderer Kulturen um uns. Nein, diese Karte findet keinen Platz über meinem Schreibtisch.
Dann kam Gioconda Belli und ihre "Verteidigung des Glücks". 470 Seiten später bin ich zwar noch immer nicht bereit, mit der zur Touristenattraktion verbildlichten Revolution meine Wand zu schmücken. Aber inzwischen kann ich das Bild besser verstehen. Diese Frau könnte Gioconda Belli sein.

"Die Verteidigung des Glücks" ist die grandiose Autobiografie einer Frau, die in 50 Jahren soviel erlebt hat, dass es drei Leben füllen würde. Belli, eine gebildete, kluge Frau aus der bürgerlichen Oberschicht Nicaraguas, entschließt sich mit gerade mal Zwanzig, der sandinistischen Untergrundbewegung beizutreten, um die Ungerechtigkeiten im eigenen Land, verursacht durch die bereits Jahrzehnte andauernde Diktatur der Somozas, zu bekämpfen. In der sandinistischen Revolution, die kurz danach ausbricht, spielt Belli bis zum Ende eine maßgebliche Rolle. Ihre Herkunft, ihre Bildung und auch ihre Geschlecht verleihen ihr das perfekte Tarnschild, um jahrelang ein Doppelleben zu führen. Sie entwirft Pamphlete, schmuggelt Waffen über die Grenze, versteckt Guerillakämpfer bei sich zu Hause oder diskutiert mit Fidel Castro, wie das erfolgreiche kubanische Modell in Nicaragua anwendbar wäre. Belli ist eine der vielen kleinen Erschütterungen der Revolution, die die Somoza-Diktatur 1979 erdbebenartig zusammenbrechen lassen.

"Es liegt nichts Romantisches darin, die Welt verändern zu wollen."

Bücher wie dieses wirken in einer Kultur wie der unsrigen, wo Lebensmodelle außerhalb des Kapitalismus kaum vorstellbar sind, wie Science Fiction. "Eine andere Welt ist möglich" - was Globalisierungskritiker dieser Tage als ihr Credo verstehen, bekommt immer wieder theoretisches aber eben auch romantisch-idealisiertes Unterfutter durch Filme und Bücher über Fidel Castro oder Che Guevara.
Was Gioconda Bellis "Verteidigung des Glücks" hingegen so außergewöhnlich und so lesenswert macht (ja, genau: lesen! Lesen! Unbedingt!), ist diese Mischung aus introspektiver, gnadenloser Offenheit über die eigene Entwicklung und politisch detailgenaue Berichterstattung einer Zeit des Umbruchs, sensibilisiert auf die feministischen Aspekte dieses Krieges. Mit leidenschaftlicher, bildreicher Sprache erzählt sie von der Mobilisierung ganzer Städte, davon, was die unerwartete Möglichkeit der Macht mit den Menschen macht. Sie erzählt von Alphabetisierungskampagnen und der Chance, das staatliche Fernsehen zu übernehmen und mit einem Mal das Programm selber gestalten zu können. Und sie erzählt davon, wie Frauen - in Zeiten des Kampfes vollkommen gleichgestellt, bewaffnet bis auf die Zähne - nach der Machtübernahme wieder in den Verwaltungsdienst abgeschoben werden.

In vielen Fällen benutzt Belli das Bild von Lebenskreisen, die sich schließen. Die Geburt ihrer Kinder, der Tod ihres Liebhabers, oder eben auch: die sandinistische Revolution, die mit der demokratischen Abwahl der Sandinisten im Juli 1990 endet. Wie im Reagenzglas hat man diese erstaunliche Revolution vor sich, die Anfänge, die Höhen und Tiefen, die vielen Opfer, die Einmischung von außen, und eben auch deren Ende - unblutig und trotzdem herzzerreißend. Ein Volk, das von den Sanktionen der USA geschwächt ist ("low intensity war"), am Hungertuch nagt und beim Wort Revolution nur noch an die vielen Söhne und Töchter denken kann, die es verloren hat und noch verlieren wird, entscheidet sich 11 Jahre nach dem Umbruch gegen die sandinistischen Revolutionäre und für eine bürgerliche, pro-Amerika eingestellte Partei. Die Revolution, wie sie Belli erlebt und ersehnt hat, ihre Vision eines besseren Nicaraguas, ist gescheitert. 

Die Veränderungen, die folgen, sind vergleichbar mit denen vieler anderen Staaten dieser Erde: Die Kluft zwischen den Klassen wird ständig größer, und während neoliberale politische Entscheidungen für die Mittel- und Oberschicht weitere Vorteile bringen, werden die Armen immer ärmer - und immer mehr.
"Unsere Welt, so voll von Möglichkeiten, ist und bleibt das Ergebnis der Anstrengungen, die wir, ihre Bewohner, ihr zukommen lassen." (Gioconda Belli)

Gioconda Belli - "Die Verteidigung des Glücks"
Übersetzt von Lutz Kliche
dtv, 4. Auflage 2003

Was Sie schon immer über Nicaragua wissen wollten:

*General Augusto Cesar Sandino, der Namensgeber der Sandinisten, hat mit seinem Aufstand gegen die nordamerikanische Besatzung 1927 den ersten Guerillakrieg des Kontinents initiiert.

*Im Augenblick ist Nicaragua das zweitärmste Land Lateinamerikas.

*Nicaragua ist der größte und mit seinen 5.465.100 Einwohnern gleichzeitig am dünnsten besiedelte Staat Mittelamerikas.

*Auf 1000 Einwohner kommen in Nicaragua 37 Mobiltelefone.

* In Nicaragua gibt es so gut wie keine Eisenbahn - die gesamte Länge des "Eisenbahnnetzes" beträgt 6 Kilometer.

*In Nicaragua leben rund 21.200.000 Hühner, aber nur 470.000 Schweine.

 

Quelle: fm4.ORF.at

 

In 80 Tagen um die Welt
Alle Stationen auf einen Blick

19.08.2006
Kuba bereit zur Verteidigung
Raul Castro: Zehntausende Reservisten mobilisiert. Bereit zu Verhandlungen mit USA

 

Die Staatsführung in Kuba hat Zehntausende Reservisten und Milizionäre mobilisiert, um sich gegen einen möglichen Angriff der USA zu wappnen. Das erklärte Fidel Castros Bruder Raul in seiner ersten öffentlichen Stellungnahme seit der vorübergehenden Amtsübernahme in Kuba Ende Juli, die am Freitag in der Parteizeitung Granma veröffentlicht wurde. Zugleich erklärte er, Kuba sei »nach wie vor bereit«, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu normalisieren – allerdings auf »gleicher Augenhöhe« und nicht mit »Diktaten« oder »Drohungen«.

Raul Castro, der auch Verteidigungsminister ist, betonte, alle Maßnahmen seien getroffen worden, um jedweden Angriff gegen Kuba abzuwehren. In den frühen Morgenstunden des 1. August – einen Tag nach der Übernahme der Amtsgeschäfte – habe er entschieden, »unsere Kampfkapazitäten substantiell zu erhöhen«.

Hierzu seien die geplanten Maßnahmen umgesetzt worden, unter anderem die Mobilisierung Zehntausender Reservisten und Angehörige von Milizen. Im Land herrsche »absolute Ruhe«.

Einige »Falken« des USA-Imperialismus hätten am 31. Juli gedacht, »daß der Moment gekommen ist, die Revolution zu zerstören«, so Raul Castro. »Wir konnten nicht das Risiko ausschließen, daß jemand verrückt wird oder, noch schlimmer, jemand in der US-Regierung.« In dem Zusammenhang kritisierte er scharf die Ankündigung von US-Präsident George W. Bush, die Kubaner bei der Errichtung einer »der Demokratie verpflichteten Übergangsregierung« zu unterstützen.

Fidel Castro erhole »sich Stück für Stück auf eine zufriedenstellende Weise«, sagte sein 75jähriger Bruder. »Ich denke, seine außergewöhnliche körperliche und geistige Fitneß haben eine wesentliche Rolle bei seiner fortschreitenden Gesundung gespielt.«

Fidel Castro hatte Ende Juli wegen einer schweren Darmoperation erstmals seit 47 Jahren die Macht vorübergehend an seinen fünf Jahre jüngeren Bruder abgegeben. (AFP/jW)

 

18.08.2006
Raul Castro gibt erstes Interview seit Machtübergabe auf Kuba
Havanna (Reuters) - Erstmals seit der Machtübergabe auf Kuba hat sich Fidel Castros Bruder Raul in der Öffentlichkeit geäußert.

 

Dem erkrankten Präsidenten gehe es allmählich besser, sagte das amtierende Staatsoberhaupt in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Parteizeitung "Granma".

Raul verteidigte, dass er sich erst rund zwei Wochen nach seiner Machtübernahme in der Öffentlichkeit gezeigt hatte. "Ich bin nicht gewöhnt, außer wenn es nötig ist, häufig öffentliche Auftritte zu machen", erklärte der 75-Jährige. "Ich bin immer diskret gewesen, das ist meine Art." Er schere sich nicht um diejenigen im Ausland, die "darüber spekulieren, wann ich im Fernsehen oder in den Zeitungen erscheine oder nicht." Seine lange Abwesenheit hatte Vermutungen über einen Machtkampf hinter den Kulissen des kommunistischen Karibikstaates ausgelöst.

 

Nach Fidels Erkrankung habe Kuba seine Sicherheitskräfte mobilisiert. Man habe nicht ausschließen können, dass innerhalb der US-Regierung "jemand ausrastet". Aus Parteikreisen war am Mittwoch verlautet, dass die zivilen Milizen inzwischen demobilisiert worden seien. Castro sprach nun von "absoluter Ruhe", die im Land herrsche.

 

Der mittlerweile 80 Jahre alte Fidel Castro hatte sich Ende Juli einer schweren Darmoperation unterziehen müssen. Deshalb gab der Staats- und Parteichef seine Ämter nach offiziellen Angaben "vorübergehend" an Verteidigungsminister Raul Castro ab. Dies löste Spekulationen über ein Ende von Fidels 47-jähriger Regierungszeit aus. Er ist der am längsten regierende Staatschef der Welt.

14.08.2006
Kuba: Neue Fotos von Fidel Castro
Zum Beweis der Genesung von Staatschef Fidel Castro hat die offizielle kubanische Presse am Montag zahlreiche Fotos des 80-Jährigen zusammen mit Venezuelas Staatschef Hugo Chávez veröffentlicht.

Havanna - Unter dem Titel "Ein unvergesslicher Nachmittag unter Brüdern" zeigte das Organ der kommunistischen Partei, "Granma", in seiner Internet-Version unter anderem, wie Castro ein Geschenk von Chávez entgegennimmt. Es sei ein "unvergesslicher Nachmittag" gewesen, den die "Brüder des Blutes und der gemeinsamen Sache" geteilt hätten, hieß es. Auch Castros Burder Raúl, der derzeit die Amtsgeschäfte des Präsidenten führt, war auf den Fotos zu sehen.

Die Tageszeitung "Juventud Rebelde" hatte am Sonntag, dem Geburtstag Castros, vier Fotos des genesenden Präsidenten gezeigt. Die Druckversion der Zeitung war am frühen Morgen nicht erhältich. Castro hatte sich einer Darmoperation unterziehen müssen und war seit Ende Juli nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden. Seither halten Spekulationen über seinen Gesundheitszustand und die Nachfolge-Regelung an. (tso/AFP)

08.08.2006
400 Prominente solidarisch mit Kuba
Warnung vor US-Einmischung: »Wir müssen um jeden Preis eine neue Aggression verhindern

 

Über 400 namhafte Intellektuelle, Künstler, Schriftsteller und Menschenrechtsaktivisten zeigen sich solidarisch: »Kubas Souveränität muß respektiert werden«, verlangen sie in einer »Deklaration«, die am Montag in Havanna der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde. Beunruhigend seien insbesondere die zunehmenden Versuche der USA, den Gesundheitszustand von Kubas Präsident Fidel Castro für eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes zu mißbrauchen. Wenn man »die Militarisierung der Außenpolitik der aktuellen US-Regierung und ihr Handeln im Irak in Betracht zieht«, so die Unterzeichner, käme es vor allem auf eines an: »Wir müssen um jeden Preis eine neue Aggression verhindern.«



Das Dokument wurde vom kubanischen Schriftsteller Roberto Fernandez Retamar auf einer Pressekonferenz in der kubanischen Hauptstadt veröffentlicht. Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören unter anderem die Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu (Südafrika) und Rigoberta Menchu (Guatemala), die Schriftsteller José Saramago (Portugal), Wole Soyinka (Nigeria), Adolfo Pérez Exquivel (Argentinien), Dario Fo (Italien), Nadine Gordimer (Südafrika), Harry Belafonte und Angela Davis (beide USA), die Befreiungstheologen Ernesto Cardenal (Nicaragua) und Leonardo Boff (Brasilien), die Sänger Manu Chao (Frankreich) und Daniel Viglietti (Uruguay).



Indes verschärfte Washington seinen Kurs gegen das unabhängige Kuba weiter. Am Dienstag berichtete die Nachrichtenagentur AFP über ein ihr vorliegendes Papier des US-»Heimatschutzministeriums«, laut dem das kubanische Volk »in seinem Streben nach einer freien und florierenden Gesellschaft« unterstützt werden soll. Wie das geschehen soll, wird nicht weiter ausgeführt. Allerdings läßt der Schwerpunkt der Gesetzesvorlage erahnen, daß auf der Insel neue Fluchtbewegungen zur Destabilisierung der Gesellschaft angezettelt werden sollen. So kündigt das US-Ministerium Maßnahmen zur »Förderung« einer »sicheren, legalen und ordentlichen Migration« an.

(jW/AP)

06.08.2006
Warum sind Managuas Häuser einstöckig?
Der erste Weg in Managua führt immer auf den Mirador Tiscapa. Der Berg, einst Residenz der Diktatoren-Dynastie der Familie Somoza, erhebt sich zwischen den niedrigen Häusern und gibt den Blick frei auf den Lago Managua, eine Kette von Vulkanen am Horizont – und auf die wabernde, haltlose Stadt.

Hier kann man am besten erkennen, was Managua so sonderbar erscheinen lässt: Die Häuser, ob ausladend mit Garten oder notdürftig zusammengeschustert, sind beinahe samt und sonders einstöckig.

Im Süden der Stadt ist das zwar anders, dort, zur Seeseite, erheben sich einige Hochhäuser und ein Fußballstadion aus einem Meer aus Beton und Grün. Doch es liegt eine eigenartige Stille über dem Viertel. Es ist das alte Managua, eine Ruinenstadt, deren Gebäude zunehmend verfallen und von der tropischen Vegetation umwuchert werden. In manchen der Häuser hausen Obdachlose, doch ansonsten hat Managua seiner früheren Hülle den Rücken zugekehrt und ein neues Leben begonnen. Das Leben nach dem großen Erdbeben.

Es war 1972, in der Nacht vor Weihnachten. 0.35 Uhr. Es muss eine wahnwitzige Wucht gewesen sein. Innerhalb von Sekunden schossen Risse in die Hochhäuser dieser florierenden Stadt, viele Wohnhäuser fielen einfach in sich zusammen. Die Richterskala zeigte Erdbebenstärke 6,2, bis zu 10 000 Menschen starben unter den Trümmern.

Es war nicht das erste Mal, dass Managua dermaßen erschüttert wurde. Schon 1931 war bei einem Beben der historische Stadtkern weitgehend zerstört worden. Und doch, so stellte sich später heraus, hatten viele Gebäude auch 1972 nicht den laxen Bauvorschriften entsprochen. Ausgerechnet in Nicaragua war man auf ein Erdbeben nicht vorbereitet gewesen.

Aber diesmal, erzählt Carlos Mejia Kornfeld, halb Österreicher, halb Nicaraguaner und Reiseveranstalter in Managua, zog man die Konsequenzen. Das neue Managua, das wenige Kilometer landeinwärts errichtet wurde, blieb einstöckig – aus Geldmangel, aber auch aus Angst vor neuen Beben. Erst später wurden strenge Bauvorschriften erlassen. Wer heute in Managua baut, muss seine Pläne den Behörden vorlegen.

In den letzten Jahren, erzählt Mejia Kornfeld weiter, wurden aber auch in Managua wieder höhere Häuser gebaut. Vor allem Hotels, die zum Teil bis zu zehn Stockwerke hoch sind.

 

Quelle: Der Tagesspiegel, Daniel Erk

02.08.2006
Kuba vor Wirtschaftsboom?
Havanna könnte mit Öl- und Gasfunden vor seiner Küste seine Energieprobleme lösen

 

Mit Besorgnis wurde in den USA die gute Nachricht aufgenommen, daß vor Kuba größere Öllagerstätten gefunden wurden. Laut Bericht des US-Nachrichtensenders MSBC vom Sonntag haben ausländische Unternehmen mit entsprechendem technischem Know-how in den vergangenen Tagen vor der Küste Floridas, aber innerhalb der international anerkannten kubanischen Grenzen, mit der Ölexploration begonnen. In Washington wird jetzt die weitere Aushöhlung des vor 45 Jahren verhängten US-Embargos gegen Kuba befürchtet. Zugleich warnen immer mehr US-Experten, daß von nun an die Vereinigten Staaten einen Preis für die Aufrechterhaltung der Sanktionen zahlen müssen, denn dadurch würden US-Konzerne von dem sich abzeichnenden Ölboom vor der eigenen Haustür ausgeschlossen. Besonders ärgert Washington und die US-Energieindustrie jedoch, daß es Konzernen aufgrund von Umweltgesetzen in Florida verboten ist, auf amerikanischer Seite vor der Küste des Bundesstaates nach Öl zu suchen.

 

Kuba hat schon immer an Energiemangel gelitten. Zwar hatte zunächst die Sowjetunion großzügig unterstützt, und jetzt hilft Venezuela Kuba, um die Grundversorgung sicherzustellen. Aber das Energieproblem war angesichts ständig knapper Devisen stets die größte Bremse für das kubanische Wirtschaftswachstum. Nun könnte das schlagartig anders werden. Nicht nur, daß Kuba womöglich schon bald selbst mehr als genug Öl ha, Exporte des »schwarzen Goldes« versprechen bei derzeitigen Ölpreisen auch reiche Deviseneinnahmen für die gebeutelte Volkswirtschaft des Landes. Zugleich dürfte dadurch das US-Embargo wirkungslos werden. Bessere Aussichten zur Stabilisierung der Revolution hätte sich Fidel Castro vor seinem 80. Geburtstag nicht wünschen können.



Mit sowjetischer Hilfe hatte Kuba im Jahre 1971 das »Varadero Feld« fünf Kilometer vor der Küste gefunden, das jedoch wenig ergiebig (75000 Faß pro Tag) und von schlechter Qualität war. Die neuen Felder wurden im Juli 2004 von einem spanisch-kubanischen Gemeinschaftsunternehmen (Repsol-YPF und CUPET) in tiefem Wasser 30 Kilometer nordöstlich von Havanna in der Florida-Straße entdeckt. Sieben Monate später bestätigte ein Bericht des »U.S. Geological Survey« daß das Nord-Kuba-Bassin bedeutende Energiereserven enthält: 4,6 bis 9,3 Milliarden Faß Öl und 9,8 bis 21,8 Billionen Kubikmeter Gas. Kuba verlor keine Zeit, das 120000 Quadratkilometer große Gebiet in 59 Felder aufzuteilen.



Da Kuba nicht über die notwendigen Tiefsee-Explorationstechniken verfügt, hat es ausländischen Unternehmen Beteiligungen angeboten. In den zurückliegenden Monaten kamen etliche solcher Beteiligungsunternehmen mit spanischen, kanadischen und norwegischen Konzernen zustande, die auch über das Know-how für Exploration in großer Tiefe verfügen und die nun mit der Arbeit begonnen haben. Das hat die US-Amerikaner aufhorchen lassen. Phil Peters, Vizepräsident des »Lexington Institute« für freie Marktwirtschaft warnte z.B., daß angesichts der kubanischen Ölfunde, »das Embargo zu einer Absurdität wird«. Deshalb wurde inzwischen von republikanischer Seite im US-Kongreß ein Gesetz eingebracht, das den großen US-Energiekonzernen erlauben würde, mit Kuba ins Geschäft zu kommen. Das aber hat die antikubanische Lobby in Florida und die rechtsradikalen Castro-Gegner im Kongreß auf die Barrikaden gebracht.

Quelle: junge Welt, Rainer Rupp

 

01.08.2006
Zeit des Übergangs
Als die Nachricht kam, wollte sie kaum jemand glauben. Befürchtet hatten es viele Kubaner aber schon lange. Fidel Castro ist so krank, dass er 13 Tage vor seinem 80. Geburtstag seine Ämter an seinen fünf Jahre jüngeren Bruder und Stellvertreter Raúl abgibt.

 "Wir sind sehr besorgt", sagte Victor Gonzalez, als er mit anderen Landsleuten die Ankündigung im Fernsehen gehört hatte. "Wir sind es nicht gewohnt, ohne ihn zu sein. Er hat uns so lange geführt." Ungewissheit begleitet nun eine Zeit des Übergangs, von der sich viele Kubaner Weichenstellungen für einen Wechsel erhoffen.

 

Kubaner sagen üblicherweise nur noch "er", wenn sie Fidel Castro meinen. Fast 50 Jahre lang stand der letzte Revolutionär des 20. Jahrhunderts als Führer Kubas an der Spitze des letzten kommunistischen Staates der westlichen Welt. Sein Leben ist vor allem geprägt vom Kampf gegen die Großmacht USA. Diese hat zwar das Ende der kommunistischen Supermacht Sowjetunion mit herbeigeführt. Der Inselstaat in der Karibik aber blieb verschont vom Zusammenbruch des weltweiten kommunistischen Systems, dem sich die Castro-Brüder angeschlossen hatten. Der damit verbundene wirtschaftliche Niedergang führte das Land in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts an den Rand einer Katastrophe.


 
Doch Fidel Castro hat auch diese Krise überstanden, ebenso wie Verschwörungen und Attentatsversuche. Im Jahr seines 80. Geburtstages stand er unbestritten an der Staats-Spitze. Und er begann, Kuba nach innen und außen auf die Zeit nach seinem Tod vorzubereiten. An die Stelle der Sowjetunion als engster Verbündeter ist Venezuela getreten. Gemeinsam mit diesem bedeutenden Ölproduzenten war Castro damit beschäftigt, eine lateinamerikanische Front gegen die USA zu zimmern. Venezuelas Präsident Hugo Chavez zahlt mit Öl-Dollars und Kuba steuert die menschliche Energie bei: Ärzte, Lehrer und die Erfahrungen des jetzt erkrankten Revolutionärs.
 
Fidel Castro wurde als Sohn eines spanischen Einwanderers in den Ostkubanischen Städtchen Birán am 13. August 1926 geboren. Nach dem Besuch einer Jesuitenschule studierte an der Universität Havanna Jura. Er wurde aber nicht Anwalt, sondern Revolutionär und machte sich daran, die politischen Verhältnisse in seinem Heimatland zu verändern.
 
Der erste Versuch scheiterte. 1953 stürmte Castro mit seinen Genossen eine Kaserne in Santiago de Kuba, um einen Volksaufstand gegen den Diktator Fulgencio Batista auszulösen. Er wurde zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, aber schon nach 22 Monaten begnadigt. Ende 1956 kehrte er aus dem Exil in Mexiko nach Kuba zurück. 1959 stürzte er nach einem Guerillakrieg Batista. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den USA begann Castro, sein Land nach sozialistischen Prinzipien umzugestalten.


 
Als Washington wegen der Verstaatlichung eines US-Eigentums ein Handelsboykott erließ, schloss Castro ein Bündnis mit der Sowjetunion, das fast drei Jahrzehnte bestand. In den 90er Jahren eingeleitete Wirtschaftsreformen wurden zum Teil wieder zurückgenommen. Dissidenten wurden verfolgt. Stets widersetzte sich Castro allen Forderungen nach einer politischen Öffnung und freien Wahlen. Erst vor wenigen Wochen reformierte er die Spitze der kommunistischen Partei und ließ neue Leute aus dem Provinzen in Spitzenpositionen aufrücken. Die Partei soll, so hat es Castro bestimmt, nach seinem Tod der eigentliche Nachfolger werden.


 
Der Kampf gegen die USA hat das Leben des kubanischen Revolutionärs am stärksten geprägt. Wahrscheinlich gibt es keine Rede Castros, in der er nicht auf den Feind im Norden eingegangen wäre und ihn nicht beschuldigt hätte, die Ursache des wirtschaftlichen Elends in Kuba zu sein.


 
Den bizarren Höhepunkt ihres Streits erreichten Havanna und Washington zu Beginn dieses Jahres. Wutschäumend ließ Castro im Februar in einer Nacht-und Nebelaktion vor der amerikanischen Vertretung in Havanna 138 riesige Masten mit schwarzen Fahnen und Sternen errichten. Sie sollten den Blick auf ein Laufband zugunsten von Menschenrechten in einem der oberen Stockwerke verstellen. Jeder Fahnenmast symbolisiert ein Jahr des Kampfes gegen die Vereinigten Staaten von Amerika seit Beginn des Unabhängigkeitskampfes von 1868.

 

Franz Smets, dpa

 

26.07.2006
Kuba-Fonds zur Hälfte platziert
Der Düsseldorfer Initiator Kuba Investment Verwaltung GmbH konnte nach eigenen Angaben bereits mehr als die Hälfte des Gesamtinvestitionsvolumens in Höhe von 110 Millionen Euro seines ersten Beteiligungsangebotes KF 1 Kuba – Fonds einwerben.

 

Anleger können sich als Direktkommanditisten oder mittelbar über den Treuhandkommanditisten an der Kuba Investment GmbH & Co. KG, Düsseldorf, ab einer Summe von 15.000 Euro zuzüglich fünf Prozent Agio beteiligen. Der Fonds hält 50 Prozent an einer kubanischen Joint Venture-Gesellschaft, die mehrere Hotels auf der kubanischen Insel Cayo Coco errichten wird. Zudem stellt der Fonds ein Darlehen zur Revitalisierung einer derzeit stillgelegten Bungalow-/Hotelanlage auf der Halbinsel Varadero gegen eine umsatzabhängige Vergütung zur Verfügung. Die Hotels sollen zwischen September 2006 und Juni 2008 modernisiert beziehungsweise fertig gestellt werden. Bis zur Schließung des Fonds zum Ende des Jahres 2007 soll das Fondsvolumen von 110 Millionen zuzüglich fünf Prozent Agio vollständig über Eigenkapital eingeworben sein.

 

 

26.07.2006
Als der Traum von Solidarität über Nicaragua wehte
Mit dem Traum von einer gerechteren und solidarischeren Welt gingen Mitte der 1980er-Jahre rund 800 Schweizer nach Nicaragua, um die sandinistische Revolution zu unterstützen.

 

In seinem Buch untersucht der Historiker Thomas Kadelbach vor allem den materiellen und politischen Aspekt dieser Hilfseinsätze. Diese hätten die Schweiz für die Nord-Süd-Problematik sensibilisiert.

1979, nach dem Sturz des Diktators Anastasio Somoza, gerieten die siegreichen sandinistischen Revolutionäre in eine heikle Lage: Der damalige US-Präsident Ronald Reagan wollte in Nicaragua ein zweites Kuba verhindern. Deshalb musste die neue linke Regierung verschwinden.

In mehreren europäischen Ländern entstanden Solidaritätsbewegungen. 1986 gab es allein in der Schweiz nicht weniger als 21 lokale Komitees. Mit ihren Aktionen, meist der Sammlung von Geld und den nötigsten Gebrauchsgütern, wollten die Menschen in der reichen Schweiz einen Beitrag zum Überleben der Revolution leisten.

 

Hilfe vor Ort

Schweizer Freiwillige reisten auch ins mittelamerikanische Land, um dort mit eigenen Händen zu helfen. "Dies war sicher der konkreteste Ausdruck, die Solidarität mit der sandinistischen Revolution auszudrücken", sagt Thomas Kadelbach gegenüber swissinfo. Der Historiker hat an der Universität in Freiburg eine Lizentiatsarbeit über die Solidaritätsbewegung aus der Schweiz verfasst.

In Anlehnung an die internationalen Hilfseinsätze im spanischen Bürgerkrieg nannten sich die Freiwilligen Brigadisten. Ihr Engagement war aber ein rein Ziviles. "Die Solidaritätsbewegungen, welche für die Brigaden verantwortlich waren, untersagten es den Freiwilligen strikte, Waffen zu tragen und in mililtärische Konflikte einzugreifen", sagt der Historiker.

 

Generalisten und Profis

Die erste Brigade aus der Schweiz wurde vom Solidaritätskomitee in Genf aufgestellt und reiste im Sommer 1982 nach Nica, wie das Land damals in der linken Szene genannt wurde. Die rund 40 Personen stammten mehrheitlich aus dem pazifistischen Lager. Bis 1990 sollten es insgesamt rund 800 Menschen aus der Schweiz werden, die in Nicaragua einer Brigade angehörten.

Bei den Arbeitsbrigaden galt es, verschiedene Typen zu unterscheiden: In über drei Vierteln handelte es sich um Kurzzeit-Brigaden für generelle Einsätze. Sie standen allen offen, ungeachtet ihrer beruflichen Qualifikationen. Die Verpflichtungsdauer betrug ein oder zwei Monate.

Seltener waren die professionellen Brigaden. Sie umfassten meist Spezialisten aus den Gebieten Landwirtschaft und medizinische Versorgung. Ihr Einsatz ging über mehrere Monate.

 

Der "typische" Brigadist

Thomas Kadelbach wertete für seiner Studie zahlreiche Anmeldungen aus, welche die Brigadisten damals ausfüllen mussten. Auch interviewte er rund 100 ehemalige Brigadisten. Das erlaubte dem Historiker, ein ziemlich genaues Bild der Freiwilligen zu zeichnen.

"Sie waren beim Einsatz im Schnitt 27 Jahre alt", so der Wissenschafter. "Ihr Profil entsprach demjenigen der Mitglieder der damaligen neuen sozialen Bewegungen. Das heisst, dass viele Brigadisten aus dem sozialen und kulturellen Bereich stammten."

Sie entstammten vorwiegend aus der Mittelschicht und waren wertemässig meist postmaterialistisch eingestellt, d.h. sie gewichteten Werte wie umweltschonendes Verhalten oder Lebensqualität höher als Reichtum oder Karriere. Der Autor drückt es auch anders aus: "Die Bewegung hatte klar einen urbanen Charakter."

Kadelbach weiter: "Die meisten Freiwilligen sahen ihre Motivation und ihr Engagement in einem starken Zusammenhang mit der Schweizer Realität." Beim Einsatz in Nicaragua hätten sie gleichzeitig an der Gesellschaft in der Schweiz gebaut.

 

Durchzogene Bilanz

In seiner Bilanz über die Einsätze der Brigadisten zieht der Historiker ein eher zwiespältiges Fazit. "Die Beiträge der Freiwilligen fielen im Vergleich mit den offiziellen und privaten Entwicklungsprojekten nur bescheiden aus."

Gänzlich ohne Wirkung waren die Einsätze auf politischer Ebene. Die angestrebte Sensibilisierung konnte nicht verhindern, dass 1986 eine Schweizer Parlaments-Delegation Nicaragua als kommunistisches und totalitäres Land denunzierte.

 

Präventive Ziele

Für die sandinistischen Behörden waren die internationalen Freiwilligen nicht nur zur Erstellung der dringend benötigten Infrastruktur willkommen. Die solidarischen Gäste waren auch eine Art Versicherung vor einer US-Invasion.

Aber auch in diesem Bereich stellte Kadelbach keine Wirkung fest. "Die USA hatten eine Invasion gar nie ernsthaft geplant. Sie zogen es vor, die Regierung mit einem Konflikt zu destabilisieren, der von den konterrevolutionären Milizen auf niederer Stufe geführt wurde."

 

Wirkung auf lange Sicht

Die Schlussfolgerung des Historikers fällt ernüchternd aus: "Die Einsätze der Brigadisten waren ein Misserfolg, weil sie ihre Ziele - Konsolidierung der sandinistischen Revolution und Aufbau einer neuen Gesellschaft - nicht erreichten."

Auch wenn die Ziele im Einsatzland verfehlt wurden, macht Kadelbach dennoch positive Wirkungen aus - im Heimatland der Brigadisten: "Die Freiwilligen haben mit ihren Einsätzen die Schweiz einerseits für die Nord-Süd-Problematik sensibilisiert, andererseits für Entwicklungsfragen."

 

Quelle: swissinfo, Olivier Pauchard

24.07.2006
Warum US-Militärs auf Kuba stationiert sind
Seit der Unabhängigkeit Kubas, 1898 im Frieden von Paris beschlossen, unterhält das US-Militär in der 20 Kilometer breiten und acht Kilometer langen Bucht von Guantanamo einen Militärstützpunkt.

Am 23. Februar 1903 tritt die verfassungsgebende Versammlung Kubas das Gebiet für 99 Jahre an die USA ab.

Schon 1934 wird der Leihvertrag modifiziert: Das Recht auf Nutzung der Bucht gilt nun unbegrenzt, bis beide Seiten den Vertrag einvernehmlich kündigen.

Seit der Revolution im Jahr 1959 und der Wendung Fidel Castros zum Kommunismus verlangt Kuba die Rückgabe der Bucht.

Die US-amerikanische Präsenz auf Kuba bleibt ein Politikum: Nachdem sich die ursprüngliche Bedeutung der Bucht als Nachschubbasis für die US-Flotte mit dem Ende der Dampfschifffahrt erledigt hat, nutzen Regimegegner seit den 60er Jahren den mit einem McDonald’s und einer Bowlingbahn ausgestatteten Landstreifen als Basis für ihre Flucht nach Florida.


Im Gegenzug lässt Castro den Marinestützpunkt vom kubanischen Strom- und Wassernetz abkoppeln.

Guantanamo Bay muss seither mit Flugzeugen und Schiffen aus den Vereinigten Staaten versorgt werden.

In dem dort 2002 während des Afghanistankrieges errichteten Gefangenenlager machen sich die Militärs die Tatsache zunutze, dass die zivile Gerichtsbarkeit der Vereinigten Staaten auf dieses exterritoriale Gelände keinen unmittelbaren Zugriff hat.

 

Quelle: Der Tagesspiegel

 

24.07.2006
Kuba und Mercosur unterzeichnen Handelsvereinbarung
Havanna - Kuba und das Wirtschaftsbündnis (Mercosur) haben am Freitag während des 30. Mercosur-Gipfels Vereinbarungen mit Kuba unterzeichnet. Dadurch sollen unter anderem die Zölle verringert werden, damit der Handel zwischen Kuba und der Ländern des Mercosur verstärkt wird.

 

Teilnehmer des Gipfels waren unter anderem die Präsidenten von Brasilien, Argentinien, Venezuela, Paraguay und Uruguay. Evo Moralez, der Präsident Boliviens und Michelle Bachelet, die Präsidentin Chiles waren Teilnehmer des Gipfels, Fidel Castro war als Sondergast geladen worden.

 

Quelle: EMFIS.COM

22.07.2006
Erster Mercosur-Gipfel mit Chávez und Castro eröffnet
Cordoba. SDA/baz. In der argentinischen Stadt Cordoba hat am Freitag das erste Gipfeltreffen des südamerikanischen Handelsverbandes MERCOSUR nach dem Beitritt Venezuelas begonnen. Auch Kubas Staatschef Fidel Castro nimmt erstmals am Gipfel teil.

 

«Dieses Treffen symbolisiert die Wiedergeburt des MERCOSUR, der die Fahne des Sozialen hochhalten wird», sagte der venezolanische Präsident Hugo Chávez am Donnerstagabend nach seiner Ankunft in Córdoba. Seit seiner Geburt bekämpfe er den US-Imperialismus, betonte der Linksnationalist.

 

«Ich frage mich, ob jemand die Zukunft eines vereinigten Lateinamerika wird verhindern können», meinte der 79-jährige Castro. Am 30. MERCOSUR-Gipfel nehmen acht Staatschefs teil.

 

Neben den Präsidenten der fünf Vollmitglieder Brasilien (Luiz Lula da Silva), Argentinien (Néstor Kirchner), Uruguay (Tabaré Vásquez), Paraguay (Nicanor Duarte Frutos) und Venezuela, beteiligen sich an den eintägigen Beratungen Castro und die Präsidenten der assoziierten Mitglieder Chile (Michele Bachelet) und Bolivien (Evo Morales).

 

Morales wird dabei zusammen mit Chavez und Castro für die Gründung einer so genannten «Bolivarianische Alternativen für die Amerikas» (ALBA) eintreten. Die ALBA soll das Gegenstück zu der von den USA geförderten Gründung der «Freihandelszone für die Amerikas» sein.

 

Der Gipfel in Córdoba wird aber nicht unbedingt von ideologischen Gemeinsamkeiten der zumeist linksgerichteten Regierungen der Region geprägt werden.

 

Die kleinen Mitglieder Uruguay und Paraguay beklagen sich zunehmend darüber, dass sie im Handelsverband schlecht wegkommen und kaum kommerzielle Vorteile vom Zusammenschluss haben. Mit Kuba will der Mercosur in Córdoba Sonderabkommen unterzeichnen.

21.07.2006
Kuba und die Spanier (Aufruhr um Cirilo Villaverde)
Cirilo Villaverde, der heute als der bedeutendste kubanische Autor des 19. Jahrhunderts gilt, war eine schillernde Persönlichkeit. 1812 in Havana geboren,

 studierte er die Rechte und lernte während seiner Juristenjahre genug an Ungerechtigkeiten kennen, dass er seinem Leben langsam aber sicher eine neue Richtung gab: Er begann zu publizieren, setzte sich mit den Ideen der Französischen Revolution auseinander und schloss sich jenen Kreisen an, die eine Loslösung von Spanien betrieben.

 

Langjährige Gefängnisstrafe
Dann kam der Aufstand von Cienfuegos, einer der vielen Sklavenaufstände, die zu nichts führten, bemerkenswert alleine dadurch, dass die aufständischen Sklaven und die Separatisten gemeinsam vorgingen. Cirilo Villaverde aber hatte, wie viele andere auch, die wachsamen Augen der spanischen Justiz auf sich gezogen. 1848 wurde er wegen Teilnahme an einer Verschwörung zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Im Jahr darauf gelang ihm die Flucht. Er ließ sich in New York nieder und arbeitete umso heftiger daran, die Spanier aus Kuba zu vertreiben. Villaverde starb 1894 in New York.
 
 
 
High Society von Havana
In den wilden 1930er Jahren entstand sein wichtigster Roman "Cecilia Valdés o La Loma del Angel". Reich an historischen und pikanten Details bietet die Geschichte der schönen hellhäutigen Cecilia Einblick ins Leben der High Society von Havana - und löste natürlich ob der Freizügigkeit und der diversen Enthüllungen einen Skandal aus. Das Leben der Cecilia Valdes ist heute noch interessant genug, dass es verfilmt wird und dass es in den verschiedensten Varianten auf die Bühne gebracht wird. Und dass Reinaldo Arenas, in dessen Leben es erstaunliche Parallelen zu Cirilo Villaverde gab, eine eigene Version von "Cecilia Valdes" schrieb: "Engelsberg".
 
 
 
Text: Friederike C. Raderer
20.07.2006
Der 19. Juli und der Glaube
Managua (LiZ). Vor genau 27 Jahren triumphierte die sandinistische Revolution über die Diktatur Somozas und auch heute wird dieser Tag gefeiert.

 Es sind hunderte, tausende, hunderttausende, die sich auf die Plaza nach Managua aufgemacht haben. Hier findet die Feier der Frente Sandinista de la Liberación Nacional statt und an diesem Tag möchte man glauben, dass die Frente tatsächlich die Wahlen am 5. November gewinnen wird.

 

Die Plaza ist gefüllt mit Menschen, mit Jungen, Alten, Jugendlichen, Kindern, viele mit den rotschwarzen Fahnen der FSLN, einige mit T-Shirts von Che Guevara und Fidel Castro, andere mit der Fahne Venezuelas. Es ist eine Mischung zwischen Demonstration und Volksfest, das schon auf der Fahrt nach Managua im Bus beginnt. Von Rivas im Süden geht es in einer langen Kolonne aus Bussen, Lastwagen und Pickups durch Städte und Dörfer in Richtung Managua. Aus dem Fenster sieht man die Realität Nicaraguas im Jahr 2006: Ärmliche, kleine Häuser, teilweise nur aus Brettern zusammengebaut,  sieht man - und Kinder ohne Schuhe.



Es geht auch vorbei an der Wahlwerbung der konkurrierenden Parteien, der Partitdo Liberal Constituciónal und der Alianza Liberal Nicaraguense, sowie des Movimiento Renovador Sandinismo (MRS), die unübersehbar in allen Orten zu sehen ist. Auch die MRS feiert heute mit tausenden Anhängern wenige Kilometer von Managua entfernt in Massaya.



Am Rand der Strasse sind Menschentrauben zu sehen, viele mit T-Shirts von Daniel Ortega oder mit Fahnen der Frente und einige zeigen der vorbeiziehenden Kolonne das Victoryzeichen, was mit gebührendem Beifall begrüsst wird. Nach mehreren Stunden Fahrt angekommen, steuert die Stimmung allmählich ihrem Höhepunkt entgegen. Hubschrauber mit Journalisten fliegen über die Demonstranten hinweg, wobei einer die rotschwarze Fahne der FSLN aus dem Fenster hängt. So hat er wohl die besten Fotos bekommen.



Auch die blau-weiss- blaue Fahne von Nicaragua ist - wie von Thomás Borge gefordert - oft zu sehen, denn die Sandinisten haben viele patriotische Elemente in ihre Kampagne integriert. „Ich verkaufe weder mich, noch mein Vaterland", ist auf T-Shirts zu lesen. Auf den Wahlplakaten, die eine Folkloretänzerin vor dem Gesicht Sandinos zeigen, liest man: „In Versöhnung sind wir Frieden und Fortschritt".



Die Revolution war eine Revolution von Jugendlichen und auch heute sind viele junge Leute zu sehen, die feiern und tanzen und mitunter ein oder zwei Bier zu viel trinken. In Reden wird auf die Misere der letzten 16 Jahre unter bürgerlichen Regierungen hingewiesen, die man auch auf der Plaza beobachten kann. Heute, nach 16 Jahren des Friedens und viel internationaler Hilfe, gibt es mehr Armut, mehr Elend, mehr Analphebitismus, mehr Kinder, die nicht zur Schule gehen, mehr Obdachlose, mehr Kriminalität, mehr Strassenkinder und Bettler. Man sieht es an den Kindern, die den Müll aufsammeln oder Getränke verkaufen. Man sieht es an den verarmten Veteranen des Contrakriegs, denen die Hände fehlen zum Arbeiten oder die Füße zum gehen.



Doch genau vor der Wiederkehr des Krieges, vor der Wiederkehr des Wirtschaftsembargos warnen die rechten Parteien und werden damit viele vor der Wahl der Sandinisten abschrecken - eine Strategie, die bisher immer gewirkt hat. Und diesmal? Die Plaza bebt, als der Commandante Daniel spricht. Hier wird er geliebt und bewundert, aber eine Demonstration der Sandinisten repräsentiert nicht das ganze Land.



Sollte die FSLN die Wahlen gewinnen, dann nicht wegen, sondern trotz Daniel Ortega, der durch einen Pakt mit der PLC und seinen autoritären Führungsstil viel an Glaubwürdigkeit eingebüsst hat. Doch der Chávez-Effekt könnte den Sandinisten helfen. Inzwischen wird der venezolanische Präsident ähnlich bewundert wie einst Fidel Castro und bei den Revolutionsfeierlichkeiten sieht man auch einige venezolanische Fahnen. Der wichtigste Unterschied zu Castro: Chávez hat etwas anzubieten. Die Lösung der Energiekrise. 

 

Quelle: Die Linkszeitung, Timm B. Schützhofer

20.07.2006
Bananen - Ungarns wichtigster biologischer Markt für Costa Rica
Die Anbaufläche von Costa Rica, die für biologische Erzeugnisse bestimmt ist, unter denen Bananen eine wichtige Position einnehmen, beträgt 9.740 ha.

 Dies sind 2,14% der Gesamtanbaufläche. Das setzt das Land weltweit an die fünfzehnte Stelle. Die wichtigsten Märkte für diese Erzeugnisse sind die US und die EU.

Ein hervorstechendes Detail ist, dass 66% des Bio-Erzeugnisses an den europäischen Markt für Frankreich bestimmt sind. Ein weiterer Anteil von 25% geht an Ungarn, wovon 85% aus biologischen Bananen bestehen.

 

Quelle: fruchtportal.de

19.07.2006
Kuba Investment GmbH - Kuba Fonds 1
Mit dem Kuba Fonds 1 bietet die Kuba Investment GmbH & Co. KG deutschen Anlegern erstmalig eine Beteiligung am aufstrebenden Tourismusmarkt auf Kuba.

 

Mit dem Investment in drei neue Vier- und Fünf-Sterne Ressorts inklusive Eventbetrieben sowie in die Revitalisierung einer bestehenden Hotelanlage an unterschiedlichen Standorten erzielt das Unternehmen eine optimale Wertschöpfung und Risikostreuung für den Anleger. In den konservativen Kalkulationen des Kuba Fonds 1 ist ein Fall des US-Handelsembargos gegenüber dem karibischen Tigerstaat bewusst noch nicht berücksichtigt. Dieser würde die Investitionen und Touristenzahlen zusätzlich in die Höhe treiben.

 

 

12.07.2006
Trotz Blockade: »Karawane der Freundschaft« erreicht Kuba
Aktivisten aus sieben Ländern brachten 60 Tonnen Hilfsgüter

 

Havanna. Lucios Walker macht aus seiner solidarischen Haltung zu Kuba keinen Hehl. »Uns beeindruckt jedes Mal wieder die Art, in der ihr für eure Revolution kämpft und sie verteidigt«, sagte der US-amerikanische Bürgerrechtler am vergangenen Samstag am internationalen Flughafen von Havanna.



Knapp hundert Aktivisten aus sieben Staaten waren mit der »XVII. Karawane der Freundschaft zwischen den USA und Kuba« aus Tampico, Mexiko, in der kubanischen Hauptstadt eingetroffen. Organisiert wurde die Delegation auch in diesem Jahr wieder von den Pastoren für den Frieden unter Leitung des Pfarrers Walker. Die Mitglieder der internationalen Delegation werden sich bis Sonntag in Kuba aufhalten. Zum Programm zählen Gottesdienste und Treffen mit Vertretern politischer und sozialer Institutionen in mehreren Provinzen.



In Bussen und Autos haben die Aktivisten gut 60 Tonnen Hilfsgüter nach Kuba transportiert. Mehrere Busse werden in Kuba bleiben, aber auch medizinische Produkte und Computer gehören zu den Gütern, die ungeachtet der von den USA verhängten Blockade nach Kuba gebracht wurden. Nach Angaben von Walker haben sich der Karawane in diesem Jahr Aktivisten aus den USA, Kanada, Mexiko, Dänemark, Schweden, Großbritannien und Deutschland angeschlossen.



Zu der Tradition der Solidaritätsaktion gehört es, aus Kanada durch die Vereinigten Staaten nach Mexiko zu fahren und von dort aus nach Kuba überzusetzen. In 120 Städten Kanadas und der USA protestierten die Teilnehmer dabei in den vergangenen Wochen gegen die Blockade. Bei der Ausreise aus den USA gab es diesmal keine größeren Probleme. Darüber sei man froh, sagte Walker, »denn wenige Tage, bevor wir hier eingetroffen sind, hat die US-Regierung in einem umfassenden Bericht eine Verschärfung des Kampfes gegen Kuba angekündigt«. Dies, so Walker weiter, belege aber nur, welche Angst die US-Regierung vor dem Beispiel Kuba habe.

 

Deisy Francis Mexidor, Havanna

Quelle: junge Welt

09.07.2006
Lopez Obrador ficht Ergebnis der mexikanischen Präsidentenwahl an
Hunderttausende Anhänger des unterlegenen Links-Kandidaten demonstrieren für neue Auszählung

 

Mexiko-Stadt - Der bei der Präsidentenwahl in Mexiko knapp unterlegene Links-Kandidat Andres Manuel Lopez Obrador hat das höchste Wahlgericht aufgefordert, das Ergebnis durch eine Auszählung per Hand überprüfen zu lassen. Mit dem Ruf «Stimme für Stimme» demonstrierten am Samstag mehr als 100.000 Anhänger des ehemaligen Oberbürgermeisters von Mexiko-Stadt in der Hauptstadt.

 

 

Lopez Obrador bat seine Anhänger, die Proteste fortzusetzen, aber keine gewaltsamen Aktionen wie die Blockade der wichtigsten Straßen der Hauptstadt zu machen. «Dieses ist und war eine friedliche Bewegung», rief er aus. «Wir werden uns nicht zu irgendwelchen Provokationen hinreißen lassen.»

 

Die Wahl vom 2. Juli gewann laut amtlichem Ergebnis der konservative Bewerber Felipe Calderon, allerdings mit weniger als 244.000 Stimmen Vorsprung, das entspricht 0,6 Prozent der 41 Millionen abgegeben Stimmzettel. Lopez Obrador wirft dem scheidenden Präsidenten Vicente Fox vor, die Wahl zu Gunsten seines Parteifreunds Calderon manipuliert zu haben. Ein Software-Programm für die elektronische Stimmenauszählung sei benutzt worden, um erste Ergebnisse zu verdrehen. In mindestens 50.000 der 130.000 Wahllokale sollten daher alle Stimmen noch einmal per Hand ausgezählt werden und dabei ein besonderes Augenmerk auf nicht berücksichtigte und für ungültig erklärte Stimmen gerichtet werden. Das Gericht hat bis zum 6. September Zeit, über Lopez Obradors Einspruch zu entscheiden.

 

(AP)

07.07.2006
Jazz-Liebhaber treffen sich vom 30. November bis 04. Dezember in Havanna
(openPR) - Kuba und seine Hauptstadt Havanna sind das ganze Jahr über Musik. Die Bewohner scheinen ständig zu tanzen und zu singen und unablässig dringt über den Äther und live von den unzähligen Bands Musik aller Stilrichtungen auf den Besucher ein, animiert ihn zum Verweilen, zum Mitsingen und Tanzen.

 

Dieses unvergessliche tägliche Erlebnis wird noch übertroffen, wenn sich Musiker und Fans zum internationalen Jazz-Festival in Havanna treffen. Zum 23.mal lädt der Pianist und Festival-Leiter „Chucho“ Valdés die Welt zu Begegnungen, Konzerten und Jam Sessions ein. Die Kuba-Spezialisten Dieter Späth und PalmiSol Reisen, Dresden bieten aus diesem Anlass eine Sonderreise vom 27.11. bis 04.12. an. Sie gibt den Teilnehmern nicht nur die Gelegenheit zur Teilnahme an diesem bedeutenden Musikereignis, sondern lässt sie durch Begegnungen und Führungen das Alltagsleben, die Zeitgeschichte und die vielfältige Kultur direkt miterleben.

 

Weitere Informationen im Internet unter www.cubareise.info.

 

07.07.2006
Calderon Sieger der Präsidentenwahl in Mexico
In Mexiko ist der konservative Kandidat Felipe Calderón offiziell zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt worden. Die erklärte die Wahlbehörde am Donnerstag nach Abschluss der Stimmauszählung. (zio.ch / sda)

 

 

Calderón von der Partei der Nationalen Aktion (PAN) sei aus dem Wahlgang am Sonntag als Bestplatzierter hervorgegangen. Er habe 35,88 Prozent der Stimmen erhalten, der Linkskandidat Andres Manuel López Obrador 35,31 Prozent. Das ist eine Differenz von 200 000 Stimmen oder 0,57 Prozentpunkten.
López Obrador von der Partei der Demokratischen Revolution (PRD) erkannte seine Niederlage nicht an. Er hatte bereits vorher angekündigt, er werde die Wahl anfechten. Er werde das nationale Wahlgericht anrufen, hatte der Ex-Bürgermeister von Mexiko-Stadt schon am Donnerstagmorgen vor den Medien erklärt.



Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der knappe Wahlsieg Calderóns schon abgezeichnet. Die Auszählung der Wahlergebnisse sei "wenig transparent" und "die Stabilität des Landes" stehe auf dem Spiel, beklagte López Obrador. Er rief deshalb seine Anhänger für Samstag zu einer Grossdemonstration in Mexiko-Stadt auf.


Calderón hatte sich bereits Stunden vor der Bekanntgabe der Wahlkommission zum Sieger aufgerufen. Vor Hunderten seiner Anhänger rief er seine politischen Gegner zu Frieden und Versöhnung auf. Eine Stichwahl, wie sie in vielen anderen Ländern Lateinamerikas bei einem unklaren Wahlausgang üblich ist, sieht die mexikanische Verfassung nicht vor.


Das Wahlgericht muss den Namen des Wahlsiegers und künftigen Präsidenten bis zum 6. September mitteilen. Der neue Präsident wird am 1. Dezember vereidigt; dann endet die Amtszeit von Präsident Vicente Fox, der seit 2000 das Land regiert hat.

 

Hauchdünner Vorsprung

Im Laufe der Nacht hatte sich bei der Überprüfung der Wahlprotokolle erneut ein hauchdünner Vorsprung für den Konservativen Calderón ergeben, nachdem zunächst der Linke López Obrador vorne gelegen hatte.

Der dritte Kandidat Roberto Madrazo von der Partei der Institutionalisierten Revolution kam auf etwas über 22 Prozent. López Obrador hatte die Nachzählung wegen des nach ersten Ergebnissen nur sehr knappen Vorsprungs seines Gegners gefordert. Die Nachzählung hatte am Mittwoch begonnen.



Ernste Probe

Mit dem äusserst knappen Ergebnis steht der noch jungen Demokratie Mexikos eine ernste Probe bevor. Denn auch die parallel zur Präsidentschaftswahl abgehaltene Parlamentswahl brachte keine klaren Mehrheiten.



Calderóns PAN-Partei lag nach den am Donnerstag vorliegenden Auszählungsergebnissen weiterhin mit rund 34 Prozent der Stimmen vorne. Allerdings kann sie in keiner der beiden Parlamentskammern auf eine Mehrheit der Mandate hoffen.



Der künftige Präsident wird somit im Parlament ähnlich schwierige Mehrheitsverhältnisse vorfinden wie der scheidende Staatschef Fox, der laut Verfassung nicht wieder kandidieren durfte.



 

04.07.2006
Begeisterte Marathon- und Halbmarathon-Läufer erleben Kuba
Havanna lädt zum 20. internationalen Marathon ein. Auch dieses Jahr werden sich zum „Marabana“ am 19. November wieder begeisterte Läufer aus mehr als 50 Ländern auf den Weg nach Kuba machen.

 


Der Kuba-Spezialist Dieter Späth bietet für Läufer und Begleitpersonen gemeinsam mit PalmiSol Reisen, Dresden vom 13. – 20. November eine Sonderreise nach Havanna an. Die frühzeitige Anreise ermöglicht den Läufern, sich auf das hochsommerliche Wetter einzustellen. Das Reiseprogramm gibt an den Tagen vor dem Lauffest Gelegenheit, in erfahrener Begleitung Kuba mit seinen freundlichen Menschen, seiner spannenden Geschichte und seinem faszinierenden Alltags-, Kunst- und Musikleben zu erkunden.

Weitere Informationen im Internet www.cubareise.info

Dieter Späth
Im Pling 46, 25348 Glückstadt
Telefon 04124 / 937 414 und 0172 / 411 6224
Email d.spaeth@cubareise.info
www.cubareise.info

Dieter Späth bietet mit Reisen nach Kuba an, die aufgrund seiner Landeskenntnis und Kontakte den Teilnehmer das Land hautnah erschließen. Rundreisen zeigen in Begegnungen mit Kubanern die Städte und Landschaften, das tägliche Leben, die Geschichte, Kultur und Kunst des Landes. Als Themenreisen werden zur Zeit angeboten: "Fidel wird 80 - Erleben Sie den Tag in Kuba" sowie Sonderreisen zum Marathon "Marabana" und zum 23. Jazz-Festival. Außerdem stehen ganzjährig Reisen für Golfspieler auf dem Programm.Vereinsreisen werden mit den Reiseinteressenten individuell ausgearbeitet. Zum Beispiel hat im März eine Fußballmannschaft Havanna besucht und gegen die Senioren der Nationalmannschaft gespielt. In Vorbereitung befindet sich für eine Kirchengemeinde eine Begegnungsreise auf den Spuren von Papst Johannes Paul II. Einzelreisende werden bei der Planung ihrer Rundreisen beraten.
Persönliche Reisebegleitung ist zum Beispiel bei Begegnungsreisen mit kubanischen Malern und Fotografen möglich.

04.07.2006
Fidel Castro stärkt KP-Führung mit neuen Leuten
Havanna. DPA/baz. Die Kommunistische Partei Kubas hat am vergangenen Wochenende das 1991 aufgelöste Sekretariat des Zentralkomitees (ZK) wieder eingesetzt. Wie erwartet machte das V. Plenum des ZK Revolutionsführer Fidel Castro (79) und dessen Bruder Raul (75) zu Generalsekretär und Stellvertreter.

 Gleichzeitig wurde eine Reihe von regionalen Parteileuten in das neue Machtzentrum der allein herrschenden Partei in die Hauptstadt beordert. Das berichtete das Parteiorgan "Granma" am Dienstag.



Nach Ansicht von Beobachtern soll die Entscheidung Kuba auf die Zeit nach Fidel Castro vorzubereiten, der die karibische Insel seit 1959 anführt und der im August 80 Jahre alt wird. Castro forderte bei der Versammlung am Samstag erneut, dass die Rolle der Partei gestärkt werden müsse. Militärisch sei Kuba inzwischen unverwundbar, doch gestand er ein, dass dies auf wirtschaftlichem Gebiet nicht der Fall sei. Raul sagte abermals, die Kommunistische Partei sei auch in Zukunft der alleinige Führer des kubanischen Staates.



Es wird in Havanna für möglich gehalten, dass die Massnahmen im Zusammenhang mit Vorbereitungen eines Parteikongresses stehen, der seit neun Jahren aussteht. Das Politbüro der Kommunistischen Partei hatte im April beschlossen das Sekretariat wieder einzusetzen. Traditionell ist ein ZK-Sekretariat das exekutive Regierungsorgan einer Partei.

02.07.2006
Nicaragua: Präsidentschaftskandidat Lewites gestorben
Managua. DPA/SDA/baz. Der nicaraguanische Präsidentschaftskandidat Herty Lewites ist am Sonntag überraschend gestorben. Das verlautete aus seiner Partei, der Bewegung der Sandinistischen Erneuerung (MRS).

 

 

Lewites erlag demnach am Nachmittag einem Herzleiden in einem Spital in der Hauptstadt Managua. Bis zum vergangenen Jahr war der populäre Lewites Bürgermeister Managuas gewesen. Er wurde 67 Jahre alt.

 

Lewites war ein Unternehmer, der sich in den 70er Jahren der Guerilla der Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN) in Nicaragua angeschlossen hatte. In den 80er Jahren war er mehrere Jahre Tourismusminister der sandinistischen Regierung von Daniel Ortega.

 

Vor einem Jahr überwarf er sich mit Ortega und liess sich von der konkurrierenden MRS als deren Kandidat für die Präsidentenwahl in diesem November aufstellen.

 

29.06.2006
Die USA wurden bestraft
Auszüge aus einer Rede des kubanischen Außenministers Felipe Pérez Roque vor dem Menschenrechtsrat in Genf am 20. Juni 2006

 

 

Exzellenzen: Heute ist ein besonders symbolischer Tag. Kuba ist Gründungsmitglied des Rats für Menschenrechte, und die USA sind es nicht. Kuba wurde mit der überwältigenden Unterstützung von 135 Ländern gewählt, mehr als zwei Drittel der Vollversammlung der Vereinten Nationen, während die USA nicht einmal wagten, sich als Kandidat zu präsentieren. Kuba vertraute aus den gleichen Gründen in die geheime Abstimmung, aus denen die Vereinigten Staaten sie fürchteten.

 

Die Wahl Kubas ist der Sieg der Prinzipien und der Wahrheit, ist eine Anerkennung des Wertes unseres Widerstandes. Die Abwesenheit der Vereinigten Staaten ist die Niederlage der Lüge, ist die moralische Bestrafung für die Arroganz eines Imperiums.

 

Die Wahl setzte eine anspruchsvolle Bewertung voraus. Jeder erhielt das, was er verdiente. Kuba wurde belohnt, und die USA wurden bestraft. Jeder hatte seine Geschichte, und die Länder, die abstimmten, kannten sie gut.

Die afrikanischen Staaten erinnerten sich, daß mehr als zweitausend kubanische Kämpfer ihr Blut edelmütig im Kampf gegen das schmachvolle Apartheidregime vergossen hatten, welches die Vereinigten Staaten unterstützten und ausrüsteten, sogar mit Kernwaffen.

 

Kuba erschien zu der Wahl quasi mit fast 30000 kubanischen Ärzten, die in 70 Ländern Leben retten und Schmerz lindern, während die USA mit 150000 Invasionssoldaten antraten, entsendet, um in einem ungerechten und illegalen Krieg zu töten und zu sterben. (...)

 

Kuba erschien zu der Wahl mit mehr als 25000 Jugendlichen aus 120 Ländern der »dritten Welt«, die kostenlos an seinen Universitäten studieren. Die Vereinigten Staaten erschienen mit einem Konzentrationslager in Guantánamo, wo die Gefangenen gefoltert werden, und in dem von den Gefängniswärtern offiziell erklärt wird, daß der Selbstmord von drei menschlichen Wesen »keine Verzweiflungstat ist, sondern eine Kriegshandlung und ein Propagandaakt«.

 

Kuba erschien zu der Wahl, während seine Flugzeuge kubanische Ärzte und Feldkrankenhäuser an Orte transportierten, wo Naturkatastrophen und Epidemien auftraten. Die Vereinigten Staaten erschienen, während ihre Flugzeuge heimlich unter Drogen stehende und an den Händen gefesselte Gefangene von einem Gefängnis ins andere transportierten.

 

Kuba erschien zu der Wahl, die Gültigkeit des Rechts über die Gewalt proklamierend, die Charta der Vereinten Nationen verteidigend, eine bessere Welt fordernd und für sie kämpfend. Die Vereinigten Staaten erschienen proklamierend, »wenn sie nicht auf unserer Seite sind, sind sie gegen uns«.

 

Kuba erschien zu der Wahl, indem es vorschlug, die Billion Dollar, die jährlich für Waffen ausgegeben wird, dem Kampf gegen den Tod von elf Millionen Kindern unter fünf Jahren zu widmen, die an vermeidbaren Ursachen sterben, und dem Kampf gegen den Tod von 600000 armen Frauen, die jährlich während der Geburt sterben. Währenddessen erschienen die Vereinigten Staaten ihr Recht proklamierend, zu bombardieren und »präventiv« das dem Erdboden gleichzumachen, was sie mit Verachtung »jeglichen dunklen Winkel der Welt« nannten, wenn es nicht ihren Vorhaben entsprach. (...)

 

Auf den Gängen und in den Sälen dieses Gebäudes hört man jetzt wiederholte Aufrufe zu »einem neuen Anfang« und dazu, »dem neuen Rat frische Luft zuzuführen«, und zwar seitens derjenigen, die für die Manipulation, die Heuchelei und die Selektivität, die die Kommission scheitern ließen, verantwortlich sind. Es ist angebracht darauf hinzuweisen, daß ein neuer Anfang nicht auf der Grundlage des Vergessens des Geschehenen gemacht werden kann, oder daß ein wenig versüßende Rhetorik die Probleme löst. Es sind Tatsachen, und nicht Worte, die wir brauchen. (...)

 

Wir erwarten eine Berichtigung jener Haltung der Europäischen Union, die im vergangenen Jahr verhindert hat, daß in der Menschenrechtskommission einer Untersuchung über massenhafte, flagrante und systematische Verletzungen der Menschenrechte im Marinestützpunkt von Guantánamo zugestimmt wurde. Eine Berichtigung der schweigenden Komplizenschaft, mit der sie die Durchführung mehrerer hundert Geheimflüge des CIA erlaubte, bei denen entführte Menschen transportiert wurden, und die die Einrichtung geheimer Gefängnisse im europäischen Gebiet selbst ermöglichte, in denen die Gefangenen gefoltert und gequält werden. Die Europäische Union hat bis jetzt scheinheilig die Untersuchung und Aufklärung dieser Tatsachen verhindert. (...)

 

Die Europäische Union hat nicht einmal ihre historischen Schulden gegenüber den fast 100 Ländern anerkannt, die heute, nach langjährigen Kämpfen und Opfern, unabhängig sind und die ihre ausgeplünderten Kolonien waren, zu jenem Zeitpunkt, als vor 57 Jahren die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet wurde, in der paradoxerweise behauptet wird: »Alle Menschen werden frei und mit gleicher Würde und gleichen Rechten geboren.« (...)

 

Man kann nicht darauf rechnen, daß Kuba schweigt und nicht die grausame Wirtschaftsblockade anprangert, die wir seit mehr als vier Jahrzehnten erleiden, oder nicht die Rückkehr von fünf untadeligen und mutigen jungen kubanischen Antiterrorkämpfern in die Heimat fordert, die ungerechterweise und illegal in US-amerikanischen Gefängnissen festgehalten werden.

Man kann nicht damit rechnen, daß Kuba auch nur auf ein einziges Prinzip verzichtet. Aber dabei, das edle Ideal des Aufbaus einer besseren Welt für alle zu verteidigen, kann man immer auf Kuba zählen. (...)

 

Für diejenigen, die den Kampf von Kuba um seine Rechte unterstützen, welcher auch der Kampf um die Rechte aller Völker der »dritten Welt« und der fortschrittlichen und demokratischen Kräfte der »ersten Welt« ist, haben wir folgende Botschaft: Immer vorwärts bis zum Sieg!

Für diejenigen, welche Kuba angreifen, und ihre Komplizen haben wir eine andere Botschaft: Vaterland oder Tod!

(Übersetzung: Übersetzungsinstitut des Kubanischen Staatsrats)

* Die Rede Felipe Pérez Roques veröffentlicht jW in voller Länge in der Kuba-Beilage am 19. Juli

 

Quelle: junge Welt

26.06.2006
Exporte von Costa Rica steigen
Die Bananenexporte von Costa Rica sind gegenüber dem selben Zeitraum in 2005 bis zum Mai um 19% angestiegen.

 Die Bananenexporte repräsentieren 7,6% der nationalen Exporte. Die Exporte von Ananas, welche 5,7% der Gesamtexporte repräsentieren, nahmen während dieser Periode um 17,2% zu. Die Exporte von Melonen stiegen um 2,5%.

 

Der Rückgang der Bananenerzeugerpreise in Ecuador ist seit letzter Woche klar festgestellt. Auf einem Treffen zwischen Erzeugerteilhaberorganisationen letzen Montag wurde vorgeschlagen, keine Frucht zu ernten, wenn die Exporteure nicht den offiziellen Referenzpreis von 3,25 $ pro Karton zahlen. Derweil sollten alle Erzeuger zustimmen, sofort jede Unregelmäßigkeit bei den Zahlungen anzuzeigen.


Ein Preissturz könnte laut der Vereinigung der ecuadorianischen Bananenerzeuger Aebe erwartet werden. Russland, Europa und die US werden pro Woche 600.000 Kolli weniger aufnehmen, während die neuen europäischen Sommerfrüchte mit Bananen auf dem Markt in Wettbewerb treten.

 

Quelle: fruchtportal.de

24.06.2006
Bianca Jagger fordert Kampagne gegen sexuelle Ausbeutung
Hamburg (ots) - Die Menschenrechtlerin Bianca Jagger fordert in der ZEIT eine "weltweite Kampagne, die den Handel und die sexuelle Ausbeutung von Frauen und Kindern bekämpft".

 Männern müsse bewusst werden, "welche nicht wieder gut zu machende Schäden sie einer Gesellschaft und ihren Kindern und Frauen zufügen".

 

Die Exfrau von Rockstar Mick Jagger sieht vor allem die Regierungen in der Pflicht: "Regierungen vermeiden es oft, den Terror zum Thema zu machen, den Millionen Mädchen und Frauen jeden Tag erleben. Wir Frauen täuschen uns, wenn wir glauben, dass wir wirkliche Gleichberechtigung erreicht hätten. Wir sind weit davon entfernt. Das Ausmaß häuslicher Gewalt überall auf der Welt ist nach wie vor dramatisch. Immer noch gibt es eine Mauer des Schweigens, die
brutale Männer schützt."



 Manchmal drohe sie bei ihrer Arbeit "die Wut zu überwältigen". Jagger: "Aggression und Verzweiflung jedoch können deine Effektivität schmälern. Du musst immer versuchen, den Zorn in Leidenschaft für die Sache zu verwandeln. Zu Beginn musste ich große Schwierigkeiten überwinden, um Glaubwürdigkeit in meiner politischen und meiner
Menschenrechtsarbeit zu erlangen. Nicht nur weil ich Bianca 'Jagger', sondern weil ich eine Frau bin."



Bianca Jagger wurde 1950 in Nicaragua geboren. Sie war acht Jahre mit Mick Jagger verheiratet. Nach der Trennung Ende der 70er Jahre begann sie mit dem Kampf für die Menschenrechte.

Lesen Sie den kompletten Beitrag hier

 

 

16.06.2006
Morales bäckt Castro einen Koka-Kuchen
Als erster bolivianischer Präsident ehrte Morales offiziell Che Guevara. Der Revolutionär war in Bolivien erschossen worden

 

La Paz - Erstmals hat ein bolivianischer Präsident am Mittwoch den Revolutionär Ernesto "Che" Guevara offiziell geehrt, der vor 39 Jahren in Bolivien gefangen und hingerichtet wurde. Guevara wäre am Mittwoch 78 Jahre alt geworden.

Im Ort La Higuera, wo Che am 9. Oktober 1967 vom bolivianischen Militär gefangen und erschossen worden war, lobte Evo Morales zugleich seine engsten Verbündeten in Südamerika: Kuba und Venezuela.

Morales dankte dem kubanischen Präsidenten Fidel Castro und dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez für humanitäre und wirtschaftliche Hilfe für sein verarmtes Land. Als Dorfkinder 78 Kerzen auf einer Geburtstagstorte zu Ehren Guevaras ausbliesen, sagte Morales, er werde Castro zu seinem 80. Geburtstag am 13. August einen Koka-Kuchen backen. Aus den Blättern der Koka-Pflanze wird auch Kokain gewonnen, weswegen die USA den Koka-Anbau in Bolivien ausrotten wollten.

13.06.2006
Lateinamerikas konkrete Alternative
Hintergrund: Das neue Sicherheitssystem gegen den Norden heißt ALBA. Gemein ist beiden Regionen gerade einmal die Metapher. »Alba«, das spanische Wort für Morgenröte erweckt in Europa wie in Lateinamerika die gleichen Assoziationen.

 

In beiden Kulturkreisen steht das Licht der aufgehenden Sonne für den neuen Tag, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. An diesem Punkt aber enden auf der Bühne der Realpolitik die Gemeinsamkeiten von Europäern und Lateinamerikanern. Bei letzteren steht die Abkürzung ALBA für »Alternativa Bolivariana para las Américas«. Die »Bolivarianische Alternative für die Amerikas« ist ein geopolitisches Projekt, das die Staatschefs von Kuba und Venezuela, Fidel Castro und Hugo Chávez, Ende vergangenen Jahres aus der Taufe gehoben haben. Das strategische Fernziel von ALBA ist, aus Südamerika einen politisch und wirtschaftlich geeinten Machtblock zu schaffen. Er soll in der Lage sein, in einer mulitpolaren Welt die Interessen des Kontinents zu vertreten. Historisch betrachtet, verkörpert ALBA die moderne Umsetzung von Simón Bolívars Vorstellung der »Patria Grande«, des »großen Vaterlandes«, im 21. Jahrhundert.

 

US-Hegemonie zurückgedrängt

Das Neue daran ist, daß es sich bei der ALBA um ein originär lateinamerikanisches Projekt handelt und nicht um das Resultat der Arbeit einer beliebigen Denkfabrik auf der Nordhalbkugel. Und obgleich die Ausgangslage eine andere ist, sind durchaus Parallelen zum westeuropäischen Einigungsprozeß nach 1945 erkennbar. Vom Wa­shingtoner Standpunkt aus betrachtet, hat Lateinamerika seit dem 19. Jahrhundert wirtschafts- und militärstrategisch zur »westlichen Hemisphäre« der US-Außenpolitik gezählt. Im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte expandierten die USA kontinuierlich in ihrem »Hinterhof« – zum Wohlgefallen der heimischen Wirtschaft. Und bis ins neue Jahrtausend waren die Vereinigten Staaten in der Lage, südlich des Rio Bravo ihre politischen und wirtschaftlichen Ordnungsvorstellungen – notfalls mit Gewalt – durchzusetzen.



Noch im Jahr 2000 sah es so aus, als ob die mittlerweile einzige Weltmacht fähig wäre, ihre Wunschvorstellung von der gesamtamerikanischen Freihandelszone ALCA (Área de Libre Comercio de las Américas), die nach Wünschen William Clintons »von Alaska bis Feuerland« reichen sollte, bis 2005 umzusetzen. Der Plan entstand in den neunziger Jahren in den neokonservativen Think-tanks der USA. Sein geostrategisches Ziel war es, den Einfluß des europäischen und chinesischen Kapitals auf beiden amerikanischen Kontinenten, aber vor allem aus Südamerika, zurückzudrängen.

Gute Erfahrungen hatte Washington in dieser Hinsicht mit der »Nordamerikanischen Freihandelszone« NAFTA gemacht, die neben den USA auch Mexiko und Kanada umfaßt. Nach Inkrafttreten am 1. Januar 1994 brachen die Importe europäischer Güter ein. An ihre Stelle traten die Einfuhren aus den NAFTA-Mitgliedsstaaten. US-Firmen siedelten nach Mexiko, wo sie billiger produzieren konnten. NAFTA war für die US-Handelspolitik ein Instrument, um den Vormarsch der EU als weltgrößter Handelsmacht in jener Region zu bremsen. Brüssel versuchte, das verlorene Terrain wettzumachen, indem man Mexiko-Stadt und Ottawa eigene Freihandelsverträge anbot. In Mexiko gelang dies – auch dank der starken Präsenz deutscher Unternehmen vor Ort. Mit Kanada ziehen sich die Verhandlungen in die Länge, weil im Hintergrund der nicht erklärte Handelskrieg zwischen den USA und der EU tobt. Mit ALCA würde Washington Brüssel ein zweites Mal zurückdrängen. Die absehbaren negativen Auswirkungen auf die Handelsbeziehungen mit der EU lassen vor allem Brasilien und Kanada zögern, dem Plan der bikontinentalen Freihandelszone »made in USA« zuzustimmen.

 

Hinzu kamen die schlechten Erfahrungen mit der neoliberalen Wirtschaftspolitik, die ALCA in alle Staaten Amerikas hineintrüge: die mexikanischen Bauer machten die bittere Erfahrung, daß sie mit den subventionierten Grundnahrungsmitteln aus den USA ohne den Schutz von Zöllen nicht konkurrieren konnten. Die bis dato als wohlhabend geltenden Argentinier erlebten mit dem Zusammenbruch ihrer Wirtschaft 2001/2002 die schwarze Seite des Neoliberalismus. Und in Venezuela war der »Caracazo« in schlechter Erinnerung geblieben, jener Sozialaufstand, der 1989 in der Hauptstadt ausbrach, als der sozialdemokratische Präsident Carlos Andrés Pérez auf Anweisung des Internationalen Währungsfonds die Subventionen für Grundnahrungsmittel und den öffentlichen Nahverkehr ersatzlos strich. Den Hungertod vor Augen, stürmten die Armen die Supermärkte der Hauptstadt. Der Präsident ließ sie vom Militär zusammenschießen. Die Angaben über die Opfer schwanken zwischen 300 und 3 000 Toten.

 

Wege aus dem neoliberalen Elend

Die katastrophale soziale wie politische Lage in dem südamerikanischen Land trug nach dem »Caracazo« maßgeblich zum Zerfall der etablierten Parteien und damit 1998 zur Wahl Hugo Chávez' zum Präsidenten bei. Als dieser 2001 beim Amerikagipfel in Quebec sein Veto gegen ALCA explizit schriftlich festhalten ließ, nahmen ihn politische Beobachter noch nicht ernst. Der Tübinger Politologe Andreas Boeckh sah Chávez' Venezuela auf dem Weg »Von einer ›Chaosmacht‹ zu einer regionalen Mittelmacht und wieder zurück«.

Solche Analysen zeugten vom gewohnt paternalistischen Umgang mit der sogenannten dritten Welt. »Hilfe zur Selbsthilfe« lautete die Devise, die in den achtziger Jahren die christlichen Kirchen in Westdeutschland predigten, damit Jugendliche und ihre Eltern so manche D-Mark und Arbeitsstunde spendeten, um den »armen« Lateinamerikanern zu helfen. Die Unterstützung war projektorientiert, griff aber niemals die Probleme an der Wurzel an. Die jüngste Geschichte zeigt, daß es des Wahlsieges von Hugo Chávez bedurfte, damit Lateinamerikaner ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen konnten. Chávez suchte rasch nach Verbündeten und fand einen ersten Partner in Kuba. Zunächst beschränkte sich die bilaterale Zusammenarbeit auf die Gesundheits- und Bildungspolitik sowie wirtschaftliche Hilfe. Kuba tauschte sein Know-how gegen Erdöl. Die bolivarische Republik erhielt spanischsprechendes Fachpersonal, das nicht gegen teure Devisen im kapitalistischen Norden angeworben werden mußte.

Kubas Beispiel in Venezuela hat gezeigt, daß seine Alphabetisierungsmethoden zum Erfolg führen und daß sein Gesundheitssystem kompatibel mit den Gegebenheiten in den Armenvierteln auf dem Kontinent ist. Venezuela bewies, daß der solidarische Tauschhandel – in seinem Fall Erdöl gegen Dienstleistungen oder Fertigprodukte – als eine neue Form des Wirtschaftens jenseits des Kapitalismus funktionieren kann.
 

Kontrolle des natürlichen Reichtums

So wurde die Grundlage für die strategische Achse Caracas-Havanna gelegt. Aus ihrer Dynamik entstand im Dezember 2004 die »Alternativa Bolivariana para las Américas«. ALBA nimmt die Grundübel ins Visier, mit denen alle lateinamerikanischen Staaten zu kämpfen haben: Armut, Nahrungsmittelknappheit, Krankheiten, Analphabetismus, fehlender Zugang zu Fachwissen und Technologie, Arbeitslosigkeit, schwindende Kontrolle über die Bodenschätze, hohe Auslandsverschuldung.

Die erste Lehre aus Venezuela und Kuba ist, daß jeder Staat Herr im eigenen Haus sein, also die natürlichen Reichtümer selbst verwalten muß, damit er mit den Verkaufserlösen seine Sozialpolitik finanzieren kann. Das bedeutet aber nicht, daß die kubanische und venezolanische Strategie per se auch auf die anderen südamerikanischen Staaten zu übertragen ist. Evo Morales hat den mutigen Schritt gewagt, als er Anfang Mai die bolivianische Erdöl- und Gasindustrie verstaatlichte und die ausländischen Investoren zwang, neue Verträge auszuhandeln. Einen ähnlichen Konflikt hatte es in Venezuela gegeben, wo nur ein US-amerikanischer und ein italienischer Konzern es ablehnten, ihre Kooperation mit dem staatlichen Energieversorger PDVSA neu zu gestalten. In Argentinien etabliert Néstor Kirchner neben den ausländischen Ölfirmen, die von der neoliberalen Privatisierungsorgie der neunziger Jahre profitiert hatten, wieder öffentliche Unternehmen – ohne Verstaatlichungen.

Diese Wirtschaftsmaßnahmen im nationalen Rahmen bilden die Grundlage für die bilateralen, regionalen und kontinentalen Gemeinschaftsprojekte, die dem politischen und sozialen Anspruch von ALBA entsprechen.

 

Energie für die regionale Integration

In der eingeläuteten Endphase der Petroära lassen sich mit dem Verkauf von Erdöl und Gas exorbitante Gewinne erzielen. Andererseits bedingt der hohe Ölpreis und der von den USA unilateral durchgesetzte Zwang, das schwarze Gold nur gegen US-Dollar zu erwerben, daß finanzschwache Staaten den für ihre Wirtschaft so lebenswichtigen Stoff nur im geringen Umfang ankaufen können. Daher setzt ALBA im Rahmen der industriellen Integration ihr Augenmerk derzeit auf die Energieversorgung Lateinamerikas und der Karibik. Nur noch eine Frage der Zeit ist es, wann mit dem Bau einer enormen Gaspipeline begonnen wird, die von Venezuela über Brasilien und Uruguay bis nach Argentinien führen wird. Parallel zu diesem Projekt prüfen Fachleute, ob es möglich ist, eine zweite Gaspipeline zu bauen, die Venezuela, Bolivien, Paraguay und Uruguay miteinander verbindet.

Gleichzeitig laufen zahlreiche Projekte zwischen den staatlichen Energieunternehmen an. Die venezolanische PDVSA will mit dem staatlichen kubanischen Energieunternehmen Cupet eine alte Raffiniere in Cienfuegos wieder in Betrieb nehmen. Das Vorhaben hat strategischen Charakter. Zwei Raffinerien für venezolanisches Erdöl befinden sich unmittelbar vor der Küste auf den Inseln Aruba und Curaçao, die aber zu den Niederlanden gehören. Da Den Haag sich in den letzten Jahren als Washington-freundlich gezeigt hat, wenn es um die Stationierung von US-Streitkräften auf den Eilanden ging, sucht Caracas aus Gründen der nationalen Sicherheit nach Alternativen. Des weiteren kooperiert PDVSA mit der brasilianischen Petrobras, der paraguayischen Petropar sowie mit ihren staatlichen Pendants in Bolivien und Argentinien.

Über die Firma Petrocaribe tauscht PDVSA mit den Karibikstaaten Erdöl gegen Naturalien und Dienstleistungen oder gewährt besonders günstige Kredite. Das langfristige Ziel der neuen Energiepolitik ist die Bildung eines kontinentalen Energieunternehmens. »Petrosur« soll südamerikanisches Erdgas und Erdöl weltweit zu Preisen anbieten, die dieser multinationale, staatliche Konzern besser verteidigen kann, als es die Einzelunternehmen könnten. Seit seiner Amtsübernahme versucht Chávez, auch die Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC) für seine neue Sozialpolitik einzusetzen.
 

Allseitige Unabhängigkeit

Das ist nötig, denn die Auslandsschulden lasten schwer auf den lateinamerikanischen Staaten. Der Bau der erwähnten Gaspipelines bedarf überdies zusätzlicher Finanzierung durch Bankkredite. Da man sich im Sinne von ALBA auch vom Diktat der Kreditinstitute des Nordens befreien möchte, ist eine eigene Entwicklungsbank nötig. Chávez hat bereits laut die Gründung einer »Banco de Sur« angedacht. Das benötigte Geld könnte auch aus den venezolanischen Devisenreserven kommen. Die 28 Milliarden US-Dollar liegen nicht mehr in den USA, sondern wurden unter anderem in die EU und auf Schweizer Konten transferiert. Interesse an dem Projekt haben auch arabische Investoren angemeldet, denen die USA aufgrund der antiarabischen Stimmung seit dem 11. September 2001 nicht mehr geheuer sind. Zur lateinamerikanischen Selbstfinanzierung – und zur venezolanischen Außenpolitik – gehört ebenfalls, daß Caracas einen Teil der argentinischen Auslandsschuld übernahm, was Buenos Aires ermöglichte, seine Schulden beim IWF drastisch zu reduzieren.

Und schließlich geht es um die Informationspolitik. »Unser Norden ist der Süden«, lautet der Wahlspruch von Telesur, wobei das spanische Wort »norte« sowohl »Norden« als auch »Ziel« bedeutet. Der Fernsehsender ist angetreten, um Lateinamerika mit Informationen zu versorgen, die weder die spanische Ausgabe von CNN noch die privaten Medien in den jeweiligen Ländern zu senden pflegen. Telesur entstand vorwiegend mit venezolanischem Kapital. Zu den Anteilseignern gehören Argentinien, Kuba und seit kurzem auch Bolivien. Neben diesem kontinentalen Projekt versuchen die einzelnen Staaten auf nationaler Ebene, der Vormachtstellung der privaten Medien, die zumeist von der Oligarchie kontrolliert werden, mittels Bürgerfunk eine Alternative von unten entgegenzustellen. Dabei blieb es aber nicht: Bei der diesjährigen 15. Internationalen Buchmesse in Havanna brachten Chávez und Castro die »Casa del ALBA« auf den Weg. Das »ALBA-Haus« soll ein multinationales Kulturunternehmen werden, das Musik, Kunst, Literatur und Handwerk aus Lateinamerika weltweit vertreibt. Um auch hier das Fastmonopol der Branchenriesen aus dem Norden zu unterlaufen, riefen die beiden Erschaffer von ALBA außerdem noch einen Verlag und ein Musik­label ins Leben.

 

Auch EU vor neuer Situation

Während die Neokonservativen in den USA das ALCA entwickelten, entstand in der Europäischen Union ein vergleichbares Projekt: die »strategische Partnerschaft«. Beide Vorhaben stehen in direkter Konkurrenz zueinander. Die Transatlantiker innerhalb der EU halten zumindest bei der Sicherheitspolitik einen Dreierbund EU, USA und Lateinamerika für möglich. Die Europäisten zögen dieser Perspektive eine Kooperation mit Lateinamerika auf der Basis eines Freihandelsabkommens vor. Auch diese Wunschvorstellungen kollidieren mit der Realpolitik. Zum einen hat Chávez vor wenigen Wochen den Austritt seines Landes aus der Andengemeinschaft angekündigt, weil Kolumbien und Peru mit den USA ein Freihandelsabkommen im Sinne von ALCA geschlossen haben. Damit ist nach der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) eine weitere interamerikanische Institution schwer angeschlagen und hat für Ansprechpartner wie die EU nur noch einen sehr begrenzten Wert. Früher oder später wird zudem die 2004 gegründete Südamerikanische Staatengemeinschaft CSN (1) die von den USA an der kurzen Leine gehaltene OAS als politische Vertreterin ablösen.

Zum anderen ist in der südamerikanischen Handelszone Mercosur eine Debatte über die Gestaltung des gemeinsamen Marktes entbrannt, weil sich Uruguay und Paraguay von den Wirtschaftsmächten Brasilien und Argentinien benachteiligt fühlen. So erklärt sich, warum es der EU beim jüngsten Lateinamerika-Gipfel in Wien nicht gelang, die festgefahrenen Verhandlungen mit den Mercosur-Staaten über einen Freihandelsvertrag wieder anzuschieben.

Mit dem Beitritt Boliviens zur ALBA und dem Abschluß des »Handelspaktes der Völker« entwickelt sich die »Alternativa Bolivariana« zu einem außen- und wirtschaftspolitischen Sicherheitssystem, das sich wappnet, die unterschiedlichen Revolutionen in Kuba, Venezuela und Bolivien vor Angriffen aus dem Norden zu schützen.


1 Mitgliedsländer der CSN sind die Staaten der Andengemeinschaft (Bolivien, Kolumbien, Ecuador, Peru, Venezuela), die Mitglieder des Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) und andere Staaten, die zuvor keiner der beiden genannten Gemeinschaften angehörten (Chile, Guyana, Surinam)

 

Quelle: Junge Welt

Ingo Niebel

12.06.2006
Dritter ZDF-WM-Tag am Donnerstag /
Mainz (ots) - Am dritten ZDF-WM-Tag bietet das Zweite ein volles
Feiertagsprogramm. Am Donnerstag, 15. Juni 2006, ist das ZDF wieder
mit der Live-Übertragung der drei WM-Spiele des Tages an der Reihe.
Mit der vierten Partie in Deutschlands Gruppe A zwischen Ecuador und
Costa Rica (Anpfiff: 15.00 Uhr)

 und mit den schon vorentscheidenden
Begegnungen in Gruppe B zwischen England und Trinidad und Tobago
(Anpfiff: 18.00 Uhr) sowie Schweden und Paraguay (Anpfiff: 21.00 Uhr)
können sich die Fußballfans auf ein sportlich attraktives
Fronleichnamsfest freuen.



Zur Einstimmung auf diesen Spieltag informiert ab 12.05
Uhr "drehscheibe Deutschland – WM extra" über die Ereignisse im WM-
Land – und zeigt ab 12.30 Uhr die DFB-Pressekonferenz live. Das "ZDF-
Mittagsmagazin" wiederum sendet ab 13.00 Uhr im Rahmen seiner WM-
Tour live vom Heiligengeistfeld in Hamburg, unter anderem mit
Sängerin Jasmin Wagner ("Blümchen") und Jürgen Sparwasser, Schütze
des legendären 1:0, mit dem die DDR bei der WM 1974 im ersten und
einzigen deutsch-deutschen Duell den späteren Weltmeister
Bundesrepublik besiegte.



In Hamburg startet um 15.00 Uhr die WM-Partie Ecuador – Costa Rica,
die von ZDF-Reporter Wolf-Dieter Poschmann kommentiert wird. Nach
dem Spiel am Vortag zwischen Deutschland und Polen will nun Polen-
Bezwinger Ecuador durch einen zweiten Sieg die Weichen Richtung
Achtelfinale stellen, während die im Eröffnungsspiel der Klinsmann-
Elf unterlegenen "Ticos" schon gegen ihr WM-Aus ankämpfen müssen. Ab
14.05 Uhr melden sich Moderator Johannes B. Kerner und die ZDF-
Experten Jürgen Klopp und Urs Meier zum ZDF-WM-Studio aus Berlin.



Spannend wird es an diesem Spieltag in Gruppe B: Während die
Engländer mit einem Sieg gegen Trinidad und Tobago den Einzug ins
Achtelfinale schon fast perfekt machen könnten, geht es für Paraguay
und Schweden im zweiten Vorrundenspiel schon um alles oder nichts.
Zur Partie England – Trinidad und Tobago meldet sich live aus
Nürnberg ZDF-Reporter Thomas Wark, die Begegnung Schweden – Paraguay
live aus Berlin kommentiert Béla Réthy.



Und ab 23.30 Uhr wird dann wieder "Nachgetreten!". Comedian Ingolf
Lück, seine festen Mitstreiter Oliver Welke und Guido Cantz sowie
als Gäste Mike Krüger, Janine Kunze und Ingo Oschmann betrachten den
Spieltag aus humoristischer Sicht.

10.06.2006
Costa Rica stellt nach Niederlage gegen Deutschland auf Offensive um
Walldorf (AP) Costa Rica wird nach der Niederlage gegen Deutschland seine Taktik auf Offensive umstellen. «Die Situation in der Gruppe A zwingt uns, etwas zu verändern», sagte Trainer Alexandre Guimaraes am Samstag im costaricanischen WM-Quartier Walldorf.

 Doch nicht nur die 4:2-Schlappe im Eröffnungsspiel, auch der Ausfall von Verteidiger Gilberto Martinez wegen einer Sehnenentzündung macht eine Umstellung erforderlich. «Gilberto ist draußen, weil wir die Situation geprüft und festgestellt haben, dass keine Chance besteht, dass er in den nächsten zehn Tagen wieder gesund wird», sagte Guimaraes.

 

Im zweiten Spiel gegen Ecuador am Donnerstag in Hamburg werde er «den Angriff stärken», erklärte Guimaraes weiter, und verwies auf den 2:0-Sieg der Südamerikaner gegen Polen. Mittelstürmer Paulo Wanchope, der beide Treffer gegen Deutschland erzielte, ist mit den taktischen Änderungen seines Trainers einverstanden. «Wir müssen aggressiver sein und von Beginn an das Tor suchen.»

 

Verteidiger Martinez, der in der Startformation gegen Deutschland gestanden hatte und in der 67. Minute ausgewechselt werden musste, erklärte, er sei «okay» gewesen, bevor das Spiel begonnen habe. «Aber mit zunehmender Spieldauer sind dann die Scherzen gekommen.» Das Team vorzeitig zu verlassen, sei die «schwierigste Entscheidung seiner Karriere» gewesen, sagte der 26-Jährige, der bei Brescia in Italien unter Vertrag steht.

07.06.2006
Kuba und Bolivien helfen sich gegenseitig
20 Krankenhäuser werden in Bolivien mit kubanischer Hilfe gebaut und ausgestattet werden. Dies haben die Regierung Fidel Castros und der neue bolivianische Präsident Evo Morales vereinbart. Zur Einweihung des ersten der Krankenhäuser in Escoma, nahe der peruanischen Grenze und des Titicacasees, kam der kubanische Botschafter. Kuba wird Bolivien helfen, ein soziales Versorgungs- und Bildungssystem aufzubauen. Bolivien will dafür mit Erdgas bezahlen.

 

Wie wichtig journalistische Sorgfalt gerade und auch ist, wenn man alternativ berichten und sich ausdrücklich vom Mainstream-Journalismus unterscheiden will, zeigt eine Meldung im "redblog" vom 30. Mai. Dort wird die Zusammenarbeit von Kuba und Bolivien der Republik Ecuador zugeschrieben und deren Präsident mit Evo Morales benannt.

Zwar hat Ecuador und sein Präsident Palácios soeben auch einen US-Konzern die Rechte auf Ausbeutung der ecuadorianischen Ölfelder aberkannt, aber nicht die Einrichtungen nationalisiert, sondern nur einen vertragsbrüchigen Partner abgestraft. Palácios war dabei, mit den USA einen zweiseitigen Freihandelspakt auszuhandeln. Die Verhandlungen wurden aber nun unterbrochen, weil es den US-Herren nicht paßt, daß man ihren Konzernen, in diesem Fall dem OXY-Konzern, mit so kleinlichen Dingen wie Vertragstreue kommt. Demonstrationen, vor allem der einheimischen Indio-Bevölkerung, gegen die Ausbeutung durch ausländische Konzerne ließ Palácios mit Waffengewalt niederschlagen.

Im Gegensatz dazu hat der neue bolivianische Präsident Evo Morales kurz nach seinem Amtsantritt sein Wahlversprechen wahrgemacht, die heimischen Gasquellen zu verstaatlichen und neue Verhandlungen mit den ausbeutenden Firmen zu beginnen. Ebenso hat er bereits umfangreiche Verträge mit Kuba und Venezuela abgeschlossen im Versuch, etwas ähnliches wie die bolivarianische Revolution in Venezuela auf Bolivien zu übertragen.

Quelle: Berliner Umschau (Karl Weiss )

07.06.2006
Man kannte nichts als den Zarape und Pelé
Der Schriftsteller Sergio Ramírez war ein prominenter Anführer der Sandinisten während der Revolution in Nicaragua. Zwischen 1984 und 1990 gehörte er der Regierung der FSLN an und war zeitweilig stellvertretender Staatspräsident. Mitte der neunziger Jahre trennte er sich zusammen mit anderen innerparteilichen Oppositionellen von der FSLN.

 

Inzwischen hat sich Ramirez, der Romane, Essays, Erzählungen und Gedichte schreibt, aus der Politik zurückgezogen. Derzeit reist er durch Deutschl­and und stellt nicht ins Deutsche übersetzte Arbeiten vor. Auf Deutsch erschien zuletzt der Erzählband »Vergeben und vergessen«.

Auf dem internationalen Kongress des Schriftstellerverbandes Pen, der Mitte Mai in Berlin stattfand, sprach Katharina Severin mit ihm.


 

»Als Schriftsteller bedrängt mich die Düsternis der Wirklichkeit, und doch habe ich den besten Beruf der Welt«, heißt es in Ihrem Essay »Modellbaukasten«, den Sie auf dem Pen-Kongress in Berlin vorgetragen haben. Was meinen Sie damit?

Ein Autor, der in Lateinamerika geboren wurde, muss sich, sofern er nicht in eine poetische Kommunikation mit dem Jenseits flüchten will, auf die Realität beziehen. Er kommt nicht daran vorbei, die Konflikte anzusprechen, die um ihn herum existieren. Die Poesie von Pablo Neruda zum Beispiel war fast im Übermaß von einem politischen Anliegen getragen. Andere beschreiben das öffentliche Geschehen oder die politische Situation.

Manche Schriftsteller schreiben mit klaren politischen Idealen, andere überkommt die Realität wie ein Blitz, dem sie nicht ausweichen können. Wie auch immer, die Realität ist zu mächtig, als dass man sie ignorieren könnte. Das gilt nicht nur für politisch engagierte Autoren, sondern für alle.

 

Und Sie selbst?

Für mich zählen vor allem die öffentlichen Verhältnisse. Mir geht es darum, diese zu beschreiben, und weniger darum, sie politisch zu deuten. Wer dies macht, bedient sich nicht literarischer Mittel und ordnet sein Schaffen politischen Zwecken unter. Nicht, dass ich dies illegitim finde. Nur sollte die ästhetische Form gewahrt werden.

 

Welchen Eindruck haben Sie vom Pen-Kongress?

Wie in allen internationalen Foren wurden hier nicht die literarischen, sondern die politischen Probleme besprochen. Es ging nicht um das Verhältnis von Literatur und öffentlichem Leben, sondern allein um das öffentliche Leben. Internationale Kongresse führen immer zu Diskussionen über die konkreten Probleme der Welt. Wie könnte man nicht darüber reden?

 

Anders als früher engagieren Sie sich nicht mehr politisch und beschränken sich aufs Schreiben. Was bedeutet Ihnen die Schriftstellerei?

Ich schreibe aus verschiedenen Gründen. Vor allem anderen macht es mir Spaß. Es ist ein heroisches Glücksgefühl, dass ich schreiben kann und mich auch nichts anderem mehr widmen muss.

Außerdem liegt mir viel an der Kommunikation mit dem Anderen. Es gibt immer einen Leser. Nicht eine Masse von Lesern, sondern einen Einzelnen, der dazu bereit ist, mir zuzuhören. Und dann gibt es die allgemeine Frage, die sich alle Literaturschaffenden stellen: Wofür schreibe ich eigentlich?

Ich glaube, mir reichen die beiden ersten Punkte. Ich finde es besserwisserisch, der Literatur eine messianische oder philosophische Aufgabe zu verleihen und sich zum Propheten aufzuschwingen. Natürlich kann es einem Schriftsteller gelingen, mit seinem Werk eine Epoche oder ein Volk zu repräsentieren. Das kann die Folge seines Schaffens sein. Aber vorsätzlich ein solches Ziel verfolgen? Nein.

 

Gibt es überhaupt noch solche Schriftsteller, die in diesem Sinn politisch sind?

Günter Grass zum Beispiel hat ein klares, sozialdemokratisches Programm. Seine Kritik an der deutschen Wiedervereinigung war eine brisante politische Angelegenheit. Oder, wenngleich weniger konkret als Grass, Carlos Fuentes, der sich ebenfalls oft in kritischer Weise einmischt. Aber solche Autoren sind eher Ausnahmen. Im angelsächsischen Raum finden sich nur wenige Schriftsteller, die sich unmittelbar ans Politische wagen. Harold Pinter gehört dazu. In seiner beißenden Art ist er politisch, ohne konstruktive Kritik zu üben.

 

Haben Intellektuelle noch einen ähnlichen Einfluss auf die öffentliche Meinung wie zu den Hochzeiten der Linken?

Ich denke nicht. Früher war es so, dass es mehr oder minder nur eine einzige Ansicht gab, die von verschiedenen Sprechern verkündet wurde. Heute haben sich die Ideale differenziert und gelockert. Früher war einfach zu benennen, wofür sich ein Schriftsteller einsetzt: für die Revolution, für die Dekolonisation, gegen den Vietnam-Krieg usw. Heute ist alles zersplittert, was sich um die Achse des Sozialismus drehte.

Die lateinamerikanischen Schriftsteller sympathisieren nicht gleichermaßen mit Hugo Chavéz wie in den sechziger Jahren mit dem revolutionären Kuba. Man kann sagen, dass heute die Intellektuellen keine Ware mehr wegen der Verpackung kaufen, sondern auf das Verfallsdatum achten.

 

Wie könnten sich Menschen dennoch für politische Themen interessieren?

Heute müsste man sagen: »Ich bin gegen den Internationalen Währungsfonds.« Oder: »Ich bin gegen Freihandelsabkommen.« Aber was versteht man darunter und was folgt daraus? Solche Aussagen brauchen Erklärungen. Sie gehen nicht einfach in das Bewusstsein der Menschen ein. Den Leuten muss verständlich gemacht werden, dass ein Freihandelsabkommen sie auf lange Sicht ruinieren wird oder dass der IWF der Teufel selbst ist.

 

Sie haben zeitweise in Deutschland gelebt. Welchen Eindruck haben Sie heute von Europa?

In den siebziger Jahren kannte man hierzulande aus Lateinamerika nichts weiter als den »Zarape«, den mexikanischen Hut. Und Pelé. Pelé war eine große Ikone. Mir scheint, dass man inzwischen mehr über Lateinamerika weiß.

Das erste Ereignis, das ins Bewusstsein vieler Europäer gelangte, war der Militärputsch in Chile Anfang der siebziger Jahre. Später folgte die Sandinistische Revolution in Nicaragua. Die Generation, die durch diese Dinge beeinflusst wurde, hat ein neues Verständnis für Lateinamerika geschaffen. Es gab eine intensive Verbindung zu Nicaragua und zu anderen Teilen des Kontinents. Heute ist Lateinamerika aus der Mode gekommen, vielleicht abgesehen von der kubanischen Musik, aber selbst das Interesse für sie ist dabei abzuklingen. Dafür interessiert man sich stärker für arabische oder afrikanische Schriftsteller. Das ist eine Frage von Wellen.

 

Wie sehen Sie die Lage im postrevolutionären Nicaragua?

In Nicaragua wurde eine Revolution versucht, die den Anspruch hatte, große Veränderungen zu vollbringen. Heute ist das Land ärmer als jemals zuvor. Es ist ein hilfsbedürftiges Land, es verfügt nicht über eigene Ressourcen, anders etwa als Venezuela, das Erdöl besitzt, oder Bolivien mit seinen Gasvorkommen. Diese Länder haben in der internationalen Politik Möglichkeiten, die Nicaragua nicht hat.

 

Wird sich Nicaragua bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im November dem »Linkstrend« in Lateinamerika anschließen?

Hugo Chavéz hätte das gern. Er mischt sich in den Wahlkampf ein und verkündet, dass die Leute den früheren sandinistischen Präsidenten Daniel Ortega wählen sollen. 10 000 Barrel Erdöl will er Nicaragua schenken, falls die FSLN siegt. Zugleich nimmt sich auch der US-amerikanische Botschafter heraus zu sagen, wer das Land am besten regieren würde. Er empfiehlt wiederum, man solle auf keinen Fall für Ortega stimmen.

Solche Interventionen sind dreist, weil sie die Souveränität Nicaraguas untergraben, die wir einmal mit Stolz verteidigt haben. Dennoch glaube ich, dass der Moment kommen wird, an dem sich Menschen nicht mehr kaufen lassen werden.

 

Quelle: Jungle-world.com

Katharina Severin

02.06.2006
Costa Rica lädt zum freien Training ein
Walldorf (dpa) - Nach der blamablen Niederlage im letzten Test vor dem WM-Eröffnungsspiel will die Nationalmannschaft von Costa Rica wieder Punkte bei den Fans sammeln.

 

In ihrer Quartierstadt Walldorf (Baden-Württemberg) laden die Mittelamerikaner am 3. Juni Fußballfreunde bei freiem Eintritt zu einem Training in das Waldstadion ein, teilte die Stadtverwaltung mit. Rund eineinhalb Stunden lang wollen die Kicker dann zeigen, was sie wirklich können.

 

Die Mannschaft hatte in Sandhausen gegen eine Kurpfalz-Auswahl eine 2:3 (1:2)-Niederlage einstecken müssen. Zuvor hatten die Costaricaner drei weitere WM-Vorbereitungspartien ebenfalls verloren: 0:2 gegen eine Katalonien-Auswahl, 0:4 gegen die Ukraine und 0:1 gegen Tschechien. Am 9. Juni eröffnet Costa Rica im Spiel gegen die deutsche Elf in München die WM.

24.05.2006
Der Rum aus Nicaragua sucht nach dem Flor de Caña Barkeeper 2006
Flor de Caña Cocktailwettbewerb 2006 Flor de Caña, der Premium Rum aus Nicaragua, veranstaltet zum ersten Mal in Deutschland einen Cocktailwettbewerb.
 
Gesucht wird der Barkeeper mit dem besten Flor de Caña Rezept, egal für welchen Rum aus der breiten Range. Sei es nun der Flor de Caña 4 year-old Extra Dry, der 4 Jahre alte Flor de Caña Gold oder auch der Flor de Caña 7 year-old Grand Reserva. Die Rum Range und Geschmacksvielfalt hat eine unglaubliche Tiefe und Breite, die für den Premium Rum aus Nicaragua, der im besonderen slow aged Verfahren hergestellt wird, ganz typisch ist.
 
An dem Wettbewerb dürfen alle teilnehmen, die angehende oder praktizierende Barkeeper in der Gastronomie sind. Bewerben kann man sich bis zum 15.07.2006. Einfach das Rezept an die folgende Adresse senden:

drinks & food Vertriebs GmbH
Flor de Caña Cup
Lessingstraße 79
13158 Berlin

oder per e-mail : info@drinksfood.de, Stichwort: Flor de Caña Cup.

Aus allen Einsendungen werden die 20 besten Rezepte ausgewählt und die Barkeeper werden zum Endevent am 07. August 2006 in Berlin eingeladen. Dort wird von einer Fachjury aus den 20 Teilnehmern, der Flor de Caña Barkeeper 2006 ausgewählt und dieser gewinnt ein Wochenende für zwei Personen in Barcelona... 
17.05.2006
Dietmar Schönherr feiert 80. Geburtstag in Nicaragua
Der Tiroler Schauspieler Dietmar Schönherr feiert am Mittwoch seinen 80. Geburtstag. Der engagierte Kämpfer für Friede und Gerechtigkeit feiert in Nicaragua, wo er seit über 20 Jahren "Hilfe zur Selbsthilfe" gibt.

 

 

War Schauspielerei die richtige Wahl?
Eigentlich hätte er General werden sollen, so wie sein Vater und sein Großvater. Der Vertrag, den ihm die UFA 1943 unter die Nase rieb, war doch zu verlockend, "Junge Adler" hieß der Film. Obwohl er es als Schauspieler weit gebracht hat, fragt sich Dietmar Schönherr mitunter, ob es die richtige Wahl war.

 

Erfolgreiche TV-Karriere
So verlieh er als Synchronsprecher James Dean im Staatsvertragsjahr 1955 seine Stimme. Im Jahr 1966 hatte Schönherr bereits Kultstatus, als der Straßenfeger "Raumschiff Orion" ausgestrahlt wurde. Jeweils 30 Millionen Zuseher sahen Schönherr in "Wünsch dir was". Wenn im deutschen Fernsehen ein grantiger, kauziger oder zorniger Alter gesucht wird, ist Schönherr nach wie vor die erste Wahl.

 

Ronald Reagan ein "Arschloch"
Was ihn von vielen Schauspielern unterscheidet ist sein tatsächliches politisches Engagement. Dass er Bruno Kreisky im Wahlkampf unterstützte, machte ihn in Tirol fast zum Landesverräter. Er konnte noch viel deutlicher sein: Ronald Reagan nannte er ein "Arschloch", worauf er über Nacht vom Sender entlassen wurde.

Aber er begnügte sich nicht mit Statements. Es war der Theologe und Schriftsteller Ernesto Cardenal, der ihn nach Nicaragua lockte, wie er gegenüber ORF Radio Tirol sagte: "Ernesto hat gesagt, das Ziel einer Revolution muss die Liebe sein. Ein wunderbarer Traum, unerfüllbar, aber ein wunderbarer Gedanke."

 

Engagement für Nicaragua
Seit über zwanzig Jahren engagiert sich Dietmar Schönherr in Nicaragua und gibt "Hilfe zur Selbsthilfe" in einer Gegend, die ihn an seine Tiroler Heimat erinnert. Eine Stadt hat ihm den Titel "Der vielgeliebte Sohn der Stadt" verliehen. Das habe ihm sehr gut getan, gesteht Schönherr, obwohl ihm sonst Titeln und Orden nichts bedeuteten.

Vielleicht habe er als Schauspieler den falschen Beruf gewählt, sagte er schon vor Jahren. Erst kürzlich meinte er in einem ORF Radio Tirol Interview, dass sein Engagement in Nicaragua den eigentlichen Beruf in den Schatten gestellt habe.

 

 

17.05.2006
WM-Team von Costa Rica in Deutschland eingetroffen
Frankfurt/Main (dpa) - Deutschlands Auftaktgegner Costa Rica ist als zweite Nationalmannschaft nach Togo zur Fußball-WM eingetroffen. Die Mittelamerikaner landeten mit eineinhalbstündiger Verspätung nach einem Zwischenaufenthalt in Madrid auf dem Flughafen Frankfurt/Main.

 

Von dort reisten die 23 Spieler, der Trainerstab und die Betreuer im Bus ins südbadische Rust weiter. Costa Rica bezieht im Europa Park ein erstes Quartier bis zum 23. Mai.

Nur zwei Kamerateams aus Costa Rica und vier Fotografen bereiteten den «Ticos» einen bescheidenen Empfang. Fans waren kaum zu sehen. Einige Fluggäste begrüßten die WM-Gruppe eher zufällig.

Costa Ricas Nationaltrainer Alexandre Guimaraes stellt sich in Rust erstmals auf deutschem Boden den Medien. Am 20. Mai bestreitet das Team im Stadion Dammenmühle in Lahr ein Benefizspiel gegen eine von Ex-Weltmeister Paul Breitner betreute Auswahl ehemaliger Bundesligaprofis. Vor dem WM-Eröffnungsspiel gegen Deutschland am 9. Juni in München treten die Mittelamerikaner zu drei Testpartien gegen Mazedonien in Madrid, die Ukraine in Kiew und Tschechien in Jablonec an. Sein Quartier während der WM bezieht Costa Rica im nordbadischen Walldorf.

16.05.2006
Nicaragua erwacht: Karibik-Strände und Kaffee locken
León (rpo). Traumurlaub in Nicaragua. Wären Sie nicht drauf gekommen? Doch 16 Jahre nach Bürgerkrieg und Friedensvertrag befindet sich das Land im Aufwind und kann mit Karibikstränden und Kaffeegenuss wuchern. Beispiel Léon: In dem alten Kolonialstädtchen haben sich mittlerweile wieder zehn Hotels angesiedelt.

 

 

"Bitte nicht anfassen und nicht läuten." So mahnt in Spanisch ein Schild neben den Glocken im Oberteil der Basílika de la Asunción in der Kolonialstadt León in Nicaragua. "Ein Einheimischer würde das nicht wagen, ausländische Touristen haben es schon probiert", sagt die Stadtführerin Xochilt Muñoz. "Wir sind aber sehr froh, dass Urlauber auch aus Nordamerika und Europa wieder in unsere Stadt kommen", fügt sie schnell hinzu. Besucher können über Stiegen das Dach des Gotteshauses erklimmen und zwischen Kuppeln, Erkern und Fensteröffnungen den Blick auf Plaza, Straßenhändler und historische Gebäude genießen. Und meist hängt am Ausguck direkt vor der Nase eine der Glocken, das Seil zum Läuten in Reichweite - in der Tat eine Versuchung.

 

Gut 16 Jahre nach Bürgerkrieg und Friedensvertrag spüren auch die noch wenigen Hoteliers das steigende Interesse ausländischer Gäste in dem lebhaften Unistädtchen mit vielen Bars und Cafés. "Vor zehn Jahren gab es in León zwei oder drei Hotels, heute schon zehn", erzählt Peter Waldsam, der Eigentümer des Hotels "Austria". Die 26 Zimmer gruppieren sich um einen üppig begrünten Innenhof und kosten zwischen 36 und 50 Dollar mit Frühstück.

Der gelernte Elektromeister aus Salzburg hat in Nicaragua seine zweite Heimat gefunden. Für Reisende mit knappem Budget gibt es in León und anderswo in dem Land auch schlichte Zimmer ab zehn Dollar. Lebensmittel, Marktprodukte, Busse und Souvenirs sind aus Touristensicht generell preiswert.

 

Reise in den "Schwarzwald"

Die Kolonialstadt León, die bergige Selva Negra, was übersetzt "Schwarzwald" heißt, mit Kaffeeplantagen sowie die Inseln an der Atlantikküste mit viel Karibik-Flair gehören zu den Destinationen, die touristisch noch im Verborgenen blühen. "Das wollen wir ändern. Denn neue Ziele braucht das Land." Dies sagen unisono Immanuel Zerger aus Bayern, Mitinhaber des Incoming Veranstalters Solentiname Tours mit Sitz in Managua und Andreas Hilmer vom Veranstalter a&e reiseteam aus Hamburg. "Wir sind schon wochenlang in die entlegendsten Winkel gereist", sagt Zerger. "Stammgäste wollen neue Offerten abseits des Trampelpfades. Öko- und Abenteuertouristen suchen Lodges auf dem Lande und im Dschungel."

Im Kurzprogramm der Besucher, die Nicaragua zum Beispiel mit Costa Rica und Honduras kombinieren, sind meist: die Kolonialstadt Granada, die besser restauriert und erschlossen ist als León, eine Bootsfahrt auf dem Nicaragua-See, der Markt der Stadt Masaya, eine Busfahrt zum Krater des Masaya-Vulkans und eine Rast in der Hauptstadt Managua. Strand-, Surf- und Tauchurlauber zieht es an den Pazifik nach San Juan del Sur, wo neben Hotels auch Edelvillen von einheimischen "Nicas" und Urlaubern aus den USA entstehen.

 

Handel mit deutschen Importeuren

Auf der Straße von León in Richtung Selva Negra wechselt Asphalt mit Schlaglöchern. Traktoren, buntbemalte Überlandbusse, Bauern zu Pferde, streunende Hunde, Hühner, Hirten und Ziegen bevölkern Strecke und Wegesrand. Im Städtchen Jinotega gibt es eine schmucke Familienherberge mit europäischem Standard. Die Zimmerpreise im "Hotel Café" liegen zwischen 35 und 60 Dollar. "Es geht im Tourismus Schritt für Schritt voran", sagt Eigentümerin Tere Altamirano.

Die Kaffeekooperative Soppexcca in Jinotega handelt mit deutschen Importeuren, denen faire Erzeugerpreise für die Kleinbauern am Herzen liegen. Francisco Javier Valle ist erst 21, aber als Tester in der Region anerkannt. Sein Vater ist einer der Kleinerzeuger. Der Sohn beugt sich über den von ihm zubreiteten Kaffeesud. Erst schnüffelt der junge Mann, dann schlürft und schmatzt er. Nun wiegt er zufrieden den Kopf. "Kaffee ist wichtiges Exportprodukt Nicaraguas", sagt er. "Und bei uns in den Hochlagen gedeihen die besten Qualitäten."

Die Ausgaben der kleinen Touristengruppe für frisch zubereiteten Mokka und Gebäck sowie ein paar Päckchen Kaffee ist ein willkommenes Zubrot für die Einheimischen. Revolution und einige Jahre Sozialismus brachten den Kleinbauern mehr Bildung und ein wenig Land. Aber auch heute gehört Nicaragua zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas.

 

Fassbier auf 1200 Metern Höhe

Die Straße Richtung Norden windet sich durch dichten Bergwald. In Nicaraguas Schwarzwald wachsen Laub- und Nadelhölzer, Riesenfarne, Yucca-Palmen, Mangobäume und Avocados. Hier fühlen sich auch Brüllaffe, Ozelot und Faultier wohl. Im grünen Dickicht in gut 1200 Meter Höhe haben Eddy Kühl und seine Frau Mausi eine riesige Ökofarm geschaffen, zu der ihre deutschen Vorfahren im 19. Jahrhundert den Grundstein legten.

"La Selva Negra" hat Gästebungalows, Restaurant und frisches Fassbier zu bieten. Grundpfeiler des Betriebs mit 250 Beschäftigten sind die 1500 Kaffeepflanzen, 800 Rinder sowie Käserei, Geflügel-, Schweine- und Blumenzucht. "Neben Urlaubern sind auch Agrarstudenten und Ökowissenschaftler unsere Gäste", sagt Mausi Kühl, die Wert auf ihren ungewöhnlichen Vornamen legt.

Nicaragua ist auch das Land der vielen Vulkane. Auch wer das dritte oder vierte Mal hierher reist, will zumindest den immer dampfenden Schlund des Masaya-Kraters, der unweit von Managua liegt, nochmal sehen. "Ich muss Sie bitten, ihr Auto mit dem Heck zum Vulkanrand zu parken", sagt Osvaldo Domingo Bravo höflich, aber bestimmt. "Im Notfall müssen Sie dann nicht wenden und kommen schneller weg." Völlig abwegig ist das nicht: Im April 2001 spuckte der Vulkan Steine und Felsbrocken. Dabei war auch der Mietwagen eines Touristen demoliert worden.

 

 

16.05.2006
Panamericana: Neunter Tagesbericht vom 11. Mai 1006
Seit Anfang des Monats reisen der Abenteurer Matthias Jeschke, der Journalist und marathonrally.com Mtarbeiter Jörg Sand sowie ihr Team quer durch den amerikanischen Kontinent, um einen neuen Weltrekord aufzustellen: Die Bewältigung der legendären "Panamericana Route" in 14 Tagen - mit umweltfreundlichem Biodiesel.

 

Tagesbericht 11. Mai 2006

Wir erreichten die Grenze zu Honduras um 02.30 Uhr, obwohl schon für 23.00 Uhr ein Empfang in Choluteca vorgesehen war. Wir waren Melina Armijo von der AHK Honduras sehr dankbar für Ihren nächtlichen Einsatz, als sie unser eingeflogenes Kamerateam von Tegucigalpa nach Choluteca fuhr und bis in die frühen Morgenstunden auf das Rekordteam wartete.

Gerade auch für Honduras - Melina Armijo, die Geschäftsführerin der AHK - hatte einen ganz massgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung der Panamericana 2006 Rekordfahrt, für das wir uns so gern ein schönes Event gewünscht hätten, tat es uns unendlich leid, das wir so verspätet eintrafen.

Wir bitten an dieser Stelle nochmals alle Helfer und Helferinnen der ausgefallenen Events um Entschuldigung und bedauern dies sehr. Aber wir versichern auch, dass alle Fahrer zu jeder Zeit alles versucht haben, um pünktlich zu sein.

Der Druck auf uns begann immer stärker zu werden und unsere Frustration wuchs. Waren uns doch gerade der Kontakt mit den Menschen, auch während der Medien Events, von Anfang an ein sehr wichtiges Anliegen gewesen. Wir stoppten also nur kurz im nächtlichen Choluteca und machten uns dann auf den Weg nach Nicaragua.



Nicaragua profitierte von der Verspätung, die wir zwischenzeitlich auf 5 Stunden reduzieren konnten und richtete um die Mittagszeit ein wunderbares Medien Event aus. Das Land, das für sich mit "Ein Land mit Herz" wirbt, empfing uns mit grosser Herzlichkeit schon an der Grenze und liess uns für kurze Zeit den enormen Druck vergessen, der so kurz vor dem Lufttransport auf uns lag - da wir unbedingt den letzten Personenflug am 12.05. um 19.45 Uhr von Panama nach Cartagena/ Kolumbien und die Fahrzeugtransportmaschine erwischen mussten.

 

Aber Nicaragua, ein bereisenswertes Land, gab Vollgas. Vom Stadtrand aus, liess es sich die Tourismusministerin nicht nehmen, das Goodyear Rekordfahrzeug eigenhändig innerhalb eines Autokonvois zum Medien Event zu steuern und der Empfang vor einem historischen Gebäude der Altstadt hätte ebenso jeden Staatsgast geehrt, als nur dem Willkommen einer Truppe erschöpfter, unrasierter und ungewaschener Autopiloten, die sich inmitten der vielen oft blütenweiss bekleideten Gäste recht auffällig vorkamen. Alles was einen Mediennamen hatte war da, als zunächst die Tourismusministerin Frau Riva, dann ich und im Anschluss Jörg eine kurze Rede hielten. Alle Fahrer gaben diverse Interviews und beantworteten Fragen vor und nachdem wir ein Mittagessen(!) am Tisch sitzend(!) einnehmen konnten. Nach weiteren Fotoshootings verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern, sowie unseren beiden mitgereisten Journalisten und machten uns eilig auf den Weg nach Panama über Costa Rica.

Als wir mit unserer "Reisebegleiteskorte" des Tourismusinstitutes Nicaraguas auf die Grenze zu Costa Rica zufuhren, ahnten wir noch nicht, was unserem Zeitplan bald widerfahren sollte. Er war jedenfalls schon "total im Eimer", nur wussten wir es noch nicht.

Unsere Ankunft in San Jose/ Costa Rica hatten wir ursprünglich für 16.00 Uhr terminiert. Wir waren guter Dinge diese Zeit möglicherweise einhalten zu können, als wir die nicaraguanisch-costaricanische Grenze erreichten. Alles war von beiden Seiten super vorbereitet und die ganze Abwicklung hätte nicht länger als 30 Minuten gedauert, wäre nicht in allerletzter Sekunde ein kleines Malheur auffällig geworden. Man hatte in Costa Rica vergessen, unseren rechtmässig ausgeführten Vorreisewagen offiziell aus den Computerdatenbanken zu löschen. Dieses Versehen veranlasste einen Grenzer zur Einreiseverweigerung des gesamten Konvois. Jetzt wurde es ernst und ich wütend.

Ich bin unserer nicaraguanischen Reisebegleitung Gladis, die sich Gott sei Dank noch bei uns befand extrem dankbar, dass sie sich auch in dieser Situation um alles bemühte. Aber was wir auch taten, erklärten, machten, etc., der Grenzer liess sich nicht verständlich machen, was richtig ist.

 

Ich schaltete die Deutsche Botschaft ein, die sich in Person von Frau Dr. Julia Monar mit dem Aussenministerium und dem Finanzministerium in Verbindung setzte. Die wiederum konnten in kürzester Zeit telefonisch bestätigen, dass der Wagen tatsächlich regulär ausgeführt worden war. Der Grenzer jedoch liess jedoch immer noch nicht mit sich reden und verlangte ein Erklärungsschreiben. Ich führe nicht weiter aus - nur soviel: ab dem Zeitpunkt des Eintreffens des Schreibens per Fax von höchster Stelle des Aussenministeriums, dauerte es nochmals 2½ Stunden bis zur Abfahrt des Konvois. Wir hatten weitere 4 Stunden verloren und es wurde immer enger. Als wir in San Jose, erwartet von Vertretern der Deutschen Botschaft, der AHK, Biodieselherstellern, Zuschauern, TV- Radio- und Zeitungsreportern, sowie Vertretern von Goodyear und zwei weiteren eingeladenen Journalisten eintrafen, war es bereits kurz vor Mitternacht.

Wir freuten uns sehr über den nächtlichen Empfang und die Unterstützung obgleich wir nun unter ganz enormen Zeitdruck standen. Es war ein Wettlauf gegen die viel zu schnell verrinnende Zeit. Hinzu kamen technische Probleme mit den Stossdämpfern, die uns zu schaffen machten. Wie schlimm es wirklich kommen sollte und was uns in Panama erwartete wussten wir zum Glück in dieser Nacht noch nicht...

Autor: Matthias Jeschke

16.05.2006
Costa Rica trainiert im Vergnügungspark
Erst am späten Mittwochabend trifft die Nationalmannschaft von Costa Rica in ihrem ersten Quartier vor der Weltmeisterschaft in Rust ein.

  Der deutsche Auftaktgegner landet in Frankfurt/Main und reist dann im Bus zum Europa-Park. "Die Mannschaft kommt frühestens um 22.00 Uhr bei uns an", teilte eine Sprecherin des Vergnügungsparks mit. In Südbaden bereitet sich Costa Rica bis zum 23. Mai auf die WM vor.



Quelle: www.sportal.de

15.05.2006
Hände weg von Venezuela und Kuba!
Wien (ND-Öfinger) Rund 5000 meist junge Menschen waren am späten Freitagabend in Wien zu einer Kundgebung mit dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez erschienen.

 

 

Eingeladen hatten die weltweite Solidaritätskampagne »Hände weg von Venezuela«, die Sozialistische Jugend Österreichs und die österreichisch-kubanische Gesellschaft. Vor den Zuhörern, die ihre Solidarität mit Kuba und Venezuela bekundeten, und einem Meer roter Fahnen bekannte sich Chávez auf dem überfüllten Gelände des Kulturzentrums »Arena« zum Ziel einer Überwindung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Rosa Luxemburgs Alternative »Sozialismus oder Barbarei« sei angesichts einer vom Kapitalismus ausgehenden globalen Bedrohung von Natur und Mensch aktueller denn je. »Es gibt keine Zeit zu verlieren. Morgen kann es schon zu spät sein«, warnte der Präsident und prophezeite: »Dieses Jahrhundert wird uns das Ende des US-amerikanischen Imperiums bringen.« Mit einer weltweiten Gegenöffentlichkeit könnten die Völker letztlich siegen. »Ihr seid die Bomben der Liebe, die Bomben der Leidenschaft, der Ideen und der Kraft", rief er den Jugendlichen zu. Teilnehmerin der Alternativveranstaltung zum EU-Lateinamerika-Gipfel war auch Aleida Guevara, die Tochter von Ché Guevara.

 

 

13.05.2006
Karneval in Santiago de Cuba vom 20. - 28. Juli
Santiago ist schon außerhalb der Karnevalswoche eine Reise wert. Die ehemalige Hauptstadt Kubas, die den Beinamen „Wiege der Revolution“ trägt, fasziniert den Besucher durch ihr pulsierendes Leben und bietet interessante Sehenswürdigkeit.

 

Und wenn der Besucher wirklich einmal dem Trubel entgehen will, besucht er die Basilika del Cobre. Sie liegt unweit der Stadt inmitten tropischer Vegetation. Die Hauptattraktion ist die „Virgen del Cobre“, eine schwarze Madonnenstatue, die als Schutzpatronin Kubas verehrt wird. Papst Johannes Paul II. hat sie 1998 gekrönt und gesalbt. Oder er fährt nach Baracoa, in die älteste Stadt Kubas, die an der östlichsten Landzunge der Insel liegt. Auch die Strände der Karibik sind von Santiago aus schnell zu erreichen.

 

Aber Santiago gilt in Kuba auch als die afrikanischste, die musikalischste, die leidenschaftlichste und die heißblütigste Stadt. Und deshalb verwundert es nicht, dass der Karneval in Santiago als eines der aufregendsten Feste in Südamerika bezeichnet wird. Die ganze Stadt feiert und scheint in der einen Festwoche bis in den frühen Morgen auf den Beinen zu sein und tanzt die Conga – allen voran die attraktiven, lebenslustigen Frauen Santiagos in ihren bunten Kostümen.

Die Offenheit und Spontaneität der Bewohner Santiagos ist auch ein Grund, dass in den letzen Jahren immer mehr Besucher aus allen Teilen der Welt die Stadt während der Karnevalswoche besuchen. Und so melden die Hotels schon jetzt, dass sie während dieser Zeit kaum noch freie Zimmer zu Verfügung haben. Der Reiseinteressent sollte sich deshalb schnell entscheiden, wenn er in diesem Jahr das Karnevalsfest noch mitfeiern möchte.

Zum Besuch des Karnevals veranstaltet der Kubaexperte Dieter Späth eine von ihm begleitete Sonderreise vom 21. – 28. Juli. Um Kuba hautnah kennen zu lernen, bietet er vorher eine von ihm begleitete Rundreise von Havanna nach Santiago an.

 

Dieter Späth

12.05.2006
ALBA statt Ausbeutung
Wirtschaftsbündnis zwischen Bolivien, Kuba, Venezuela: Die bolivarische Alternative zum Freihandel nimmt Gestalt an

 

Die Plünderung ist vorbei«, erklärte Boliviens Präsident Evo Morales am 1. Mai, als er der Öffentlichkeit in La Paz seinen Neun-Punkte-Plan zur Renationalisierung der Öl- und Gasindustrie präsentierte. Damit hat Morales 100 Tage nach seinem Amtsantritt sein zentrales Wahlversprechen eingelöst. Da Bolivien über die zweitgrößten Gasreserven in Lateinamerika verfügt, soll dies allein in diesem Jahr zusätzliche Einnahmen von über 300 Millionen US-Dollar in die Staatskasse spülen.

 

Zwar werden die westlichen Konzerne nicht müde, darauf zu verweisen, daß Bolivien ohne externe Hilfe nicht in der Lage sein wird, die Gasvorkommen zu erschließen, da dem Land die dazu nötige Technologie und das Kapital fehlen. Doch Morales ist nicht allein: Kurz vor der Präsentation seines Plans zur Renationalisierung traf er mit den Präsidenten von Venezuela und Kuba zusammen, um die »Vereinbarung zur Errichtung der Bolivarischen Alternative für die Völker unseres Amerikas« (ALBA) zu unterzeichnen.

 

Im Gegensatz zu Freihandelsabkommen, die von der USA und der EU vorangetrieben werden und in denen die Interessen transnationaler Konzerne im Vordergrund stehen, bemüht man sich mit ALBA um solidarische Handelsbeziehungen. Ziel ist der Abbau von Ungleichgewichten innerhalb und zwischen den beteiligten Ländern, die Bekämpfung von Armut sowie die Verbesserung des Gesundheits- und Bildungswesens im Interesse der armen Bevölkerungsmehrheit.



Von Chávez als wichtiges Projekt für die lateinamerikanische Integration vorangetrieben, begründete ALBA zunächst eine strategische Partnerschaft zwischen Venezuela und Kuba. Mit dem Beitritt Boliviens zu ALBA wurde die Kooperation nun um verschiedene Aspekte erweitert: Neben einer weitreichenden Zusammenarbeit im Energie- und Bergbaubereich wollen Venezuela und Kuba der Regierung Boliviens bei der Einrichtung einer nationalen Fluggesellschaft helfen, für die bolivianische Forderung nach bedingungsloser Schuldenstreichung eintreten, das Alphabetisierungsprogramm und die Verbesserung des Gesundheitswesens unterstützen sowie verstärkt bolivianische Exportprodukte wie Sojabohnen kaufen und dadurch die negativen Folgen jener Freihandelsabkommen abfedern, die die Nachbarländer Boliviens mit den USA geschlossen haben.



Zwar sind die westlichen Medien bemüht, die Bedeutung von ALBA herunterzuspielen und auf symbolische Politik zu reduzieren. Daß die Ausstrahlungskraft des alternativen Integrationsprojekts weit über Venezuela, Bolivien und Kuba hinausreicht, hat man jedoch auch in den USA und Europa gemerkt. Dort fürchtet man vor allem den Erfolg der von Chávez initiierten Projekte »Telesur«, »Petrosur« oder »Petrocaribe«, an denen über die ALBA-Staaten hinaus auch Brasilien, Argentinien und Uruguay bzw. im Fall von Petrocaribe 14 Staaten der Karibik beteiligt sind. Schließlich wird hier die Hegemonie der reichen Industrieländer auf zentralen Feldern– Medien sowie Energieversorgung– angegriffen.

 

Daß eine Mehrheit der Bevölkerung in Lateinamerika zu eigenständiger und sozialerer Entwicklung entschlossen ist, zeigt die breite Unterstützung, die linken Kandidaten in den zurückliegenden Wahlen zuteil wurde. Mit der Etablierung neuer linksgerichteter Regierungen wird es für die USA– und auch die EU – nun deutlich schwieriger, ihre alte Handelspolitik mit Lateinamerika fortzusetzen, die auf der Ausplünderung von dessen Ressourcen zunutzen der eigenen Großkonzerne und der korrupten Eliten vor Ort beruhte. Beim Lateinamerika-Gipfel in Wien steht die EU nun vor einem Problem: Geplant war die Unterzeichnung eines Abkommens mit dem lateinamerikanischen Wirtschaftsverbund Mercosur, das darauf abzielt, bis 2010 die größte Freihandelszone der Welt zu schaffen. Dieses Vorhaben ist jedoch weiter in die Ferne gerückt, da in der Mehrzahl der zehn Länder, die dem Mercosur angehören oder mit ihm assoziiert sind, mittlerweile linke Regierungen an der Macht sind. Diese agieren immer ablehnender gegenüber Plänen, ihre Handelsbeziehungen einseitig zugunsten der Industrienationen auszurichten. Denn daß in erster Linie europäische Konzerne von einem Abkommen profitieren werden, welches den Handel mit Waren und Dienstleistungen aller Art »liberalisieren«, intellektuelles Eigentum schützen und das öffentliche Beschaffungswesen für Wettbewerber aus dem Ausland öffnen soll, ist auch den lateinamerikanischen Regierungen nicht verborgen geblieben. Notwendig wäre die Schaffung neuer, fairer Beziehungen, die das Wohl der Bevölkerung in den Mittelpunkt stellen. Ob die EU, die selbst Privatisierungen und Sozialabbau zum Credo erklärt, dazu in der Lage ist, muß jedoch bezweifelt werden.

 

Quelle:

Sahra Wagenknecht

Junge Welt

08.05.2006
Kuba entsendet Vizepräsident Carlos Lage
Wien - Der kubanische Staatschef Fidel Castro kommt nicht zum Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union, Lateinamerikas und der Karibik (EULAC), der in dieser Woche (11.-13. Mai) in Wien stattfindet.

 

Die kubanische Delegation wird von Vizepräsident Carlos Lage Davila geleitet, bestätigte die kubanische Botschaft in Wien am Montag gegenüber der APA. Die österreichischen Behörden seien in einer Verbalnote davon in Kenntnis gesetzt worden, hieß es.

 

Die kubanische Botschafterin in Wien, Norma Goicochea, hatte im Vorfeld des EULAC-Gipfels die große Kooperationsbereitschaft ihres Landes gegenüber Europa betont. Kuba sei bereit zu einem Dialog, der aber "auf der Basis der Gleichheit" erfolgen müsse. "Es gibt keine Entwicklungsprojekte mit der EU", so die Botschafterin. Der kubanischen Delegation wird auch Außenminister Felipe Perez Roque angehören, der an den Beratungen der EULAC-Außenminister am Donnerstag teilnimmt.

 

Darüber hinaus werden sich Vertreter des offiziellen kommunistischen Kuba am Alternativen-Gipfel "Enlazando Alternativas" beteiligen, der parallel zum Gipfel der Staats- und Regierungschefs in der Bundeshauptstadt abläuft und bereits am Mittwoch beginnt. Unter ihnen ist die Tochter von Ernesto "Che" Guevara, die Kinderärztin Aleida Guevara. (APA)

07.05.2006
Oscar de la Hoya zurück auf WM-Thron
Oscar de la Hoya hat nach 20-monatiger Pause ein erfolgreiches Comeback gegeben. Der 33 Jahre US-Amerikaner bezwang in Las Vegas WBC-Weltmeister Ricardo Mayorga aus Nicaragua durch technischen K.o. in der sechsten Runde und ist neuer Champion im Halbmittelgewicht.

 

 

Für seine Rückkehr in den Ring soll er rund acht Millionen Dollar kassiert haben. De la Hoya hat in zwölf Jahren WM-Titel in sechs verschiedenen Gewichtsklassen (vom Superfedergewicht/58,96 bis Mittelgewicht/72,57 kg) gesammelt. Mittlerweile ist er auch als Promoter tätig. Das Duell gegen Mayorga hat er mit seiner «Golden Boy Promotion» in Eigenregie veranstaltet. Seinen vermeintlich letzten Kampf hatte er am 18. September 2004 gegen seinen Landsmann Bernard Hopkins bestritten und verloren. Der als Superstar

 

dpa

05.05.2006
Harte Maßnahmen gegen die Abholzung der Regenwälder
Nicaraguas Präsident, Enrique Bolaños hat am Mittwoch den wirtschaftlichen Notstand ausgerufen.

 

Das Notstandsdekret untersagt in vier Bezirken des mittelamerikanischen Landes ab sofort die Rodung, den Transport und die Verarbeitung von Holz

 

 

05.05.2006
Cota Rica Gelassenheit ist Trumpf
San José - Das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in München ist für Costa Rica bereits wie ein großer Sieg. Lampenfieber oder gar Angst vor dem Gastgeber haben die "Ticos" überhaupt nicht, zumal die Querelen um Bundestrainer Jürgen Klinsmann und die Torhüter-Entscheidung auch in San José aufmerksam verfolgt worden sind.

 

Für die Costaricaner ist das Spiel gegen Deutschland die bisher größte Herausforderung in ihrer Fußball-Geschichte. 6600 von ihnen werden in am 9. Juni in der Arena von München ihre Mannschaft leidenschaftlich anfeuern. Und natürlich wollen sie, wie Trainer Alexandre Guimaraes ständig wiederholt, eine Runde weiterkommen.

 

"Wir freuen uns auf Deutschland", erzählt Guimaraes - auf Deutsch. 1993 war er nach dem Ende seiner aktiven Fußballzeit drei Monate lang in Deutschland, zunächst in Freiburg, dann auch in Köln und in Dortmund. Zuvor hatte er ein Jahr am Goethe-Institut Deutsch gebüffelt. "Wir spielen technischer und streicheln den Ball mehr. Ihr spielt direkter, frontaler, schneller", meint Guimaraes. In Deutschland wollen die "Ticos" durchdacht und zwanglos zugleich auftreten.



Das können sie wohl auch. Denn der Erfolgsdruck liegt an diesem 9. Juni allein auf Jürgen Klinsmanns jungem Team. "Das Eröffnungsspiel ist eine einmalige Chance für Costa Rica", erklärt der in Brasilien geborene Trainer, der seit seinem elften Lebensjahr in dem mittelamerikanischen Land lebt. Die Siegchancen seien zwar gering, aber die erste Partie einer WM sei immer eine besondere Situation - genau so wie das Endspiel, das aber schwerer zu erreichen sei, fügt Guimaraes schmunzelnd hinzu.

 

Das ganze Land mit seinem über vier Millionen Einwohnern wird geschlossen hinter ihren Fußballern stehen. Sie wollen an diesem Tag weltweit den Beweis dafür antreten, dass Costa Rica nicht nur Bananen und Kaffee produziert, sondern auch guten Fußball. Deshalb steht heute schon fest, dass in Costa Rica nicht gearbeitet wird. Die dem Land insgesamt zugeteilten 10.845 Eintrittskarten waren nach den Worten von Verbandspräsident Hermes Navarro Vargas schon im Januar verkauft.

In den Städten des kleinen Staates wird das historische Ereignis auf riesigen Leinwänden übertragen. Dort ist viel Platz: Denn die Plätze vor den Kirchen sind traditionell Fußballfelder, und nicht Marktplätze, wie anderswo.

Für Stürmerstar Paulo César Wanchope ist mit der WM-Teilnahme und vor allem mit dem Auftakt gegen Deutschland ein Traum in Erfüllung gegangen. Er ist aus Katar zu seinem Heimatverein Heredia, einem Vorort von San José, zurückgekehrt, um sich ganz auf Deutschland zu konzentrieren. "Es ist ein großes Privileg und eine Ehre, gegen die Gastgeber zu spielen, vor Millionen von Zuschauern", freut sich der fast 1,90 Meter große Athlet. Er hat ein Jahrzehnt im Ausland gespielt, davon die längste Zeit in England.

 

Auch Austin Berry, der Anfang der 90er Jahre mit dem SC Freiburg in Deutschland auf- und abgestiegen ist, glaubt, dass Ballack & Co neben Brasilien, England und Argentinien zu den Favoriten zählen. An Deutschland schätzen auch Mannschaftskapitän Luis Marin und der Jungstar und Freistoß-Spezialist Carlos Fernández die Ordnung und Disziplin. Eigenschaften, mit denen die Deutschen immer wieder in die WM-Endspiele vorgestoßen seien.

Von Franz Smets, dpa

05.05.2006
WBC-Champion im Superweltergewicht Ricardo Mayorga (Nicaragua) gegen Oscar de la Hoya am 6 Mai in las Vegas
Dieser Kampf wird dramatisch. Beide Boxer sind offensiv ausgerichtet, schlagstark und haben Nehmerfähigkeiten. Mayorga wird in den ersten Runden gnadenlos seine KO-Chance suchen und hat dabei aufgrund seiner schnellen Hände auch gute Chancen, den Spätstarter Oscar de la Hoya zu Boden zu schicken

 

Mayorgas Karriere begann mit seinem Sieg gegen Andrew Lewis "El Matador"-Euphorie, die in seinen Siegen gegen Vernon Forrest gipfelte.

 

Óscar de la Hoya  ist ein amerikanischer Profiboxer mexikanischer Abstammung. Er ist der erste Boxer, der Weltmeister in sechs verschiedenen Gewichtsklassen wurde. Er galt in den 2000ern als der letzte Box-Superstar.

Oscar De La Hoya bekam auf Grund seiner filigranen Boxtechnik und seines blendenden Aussehens schon früh den Spitznamen "Golden Boy" verliehen, der zu seinem Markenzeichen wurde. Er ist in Amerika ein Massenmagnet und verdiente während seiner Karriere Börsen (Antrittsgelder), mit denen sich nur Mike Tyson oder Lennox Lewis messen konnten.

 
 Ricardo Mayorga (Nicaragua) Vs. Oscar de la Hoya (USA)
Boxer Nickname Geburt Heimatstadt Höhe Reichweite Record
Ricardo Mayorga  El Matador 03.10.1973  Managua 5' 10"  69 "

 W 28 (23 kos)|L 5|

D 1| Gesamt  35

Oscar de la Hoya  The Golden Boy 04.02.1973   Los Angeles 5' 10½"  73 "

 W 37 (29 kos)|L 4|

D 0| Gesamt 41











 

Ticketspreise: $1,250, $950, $750, $350, y $150 online buchen unter

www.mgmgrand.com oder www.ticketmaster.com.

 

 

04.05.2006
Kuba mit der ältesten Bevölkerung in Lateinamerika
Havanna. DPA/baz. Die kubanische Gesellschaft gehört zu den ältesten in Lateinamerika. Nach Angaben von Experten ist das vor allem auf das geringe Bevölkerungswachstum auf der Antilleninsel in den vergangenen Jahrzehnten zurückzuführen.

 

"In 20 bis 30 Jahren wird die Insel die älteste Bevölkerung von ganz Lateinamerika haben", sagte der Soziologe Juan Carlos Alfonso Farga bei einem internationalen Gerontologen-Kongress am Donnerstag in Havanna.

 

Nach diesen Angaben gelten von den rund zwölf Millionen Kubanern 1,9 Millionen als alt, davon sind 303,000 älter als 80 Jahre. Der Soziologe bezeichnete die Alterung der Gesellschaft als eine der grossen Herausforderungen Kubas, dessen Präsident Fidel Castro in diesem Jahr 80 Jahre alt wird.

03.05.2006
Die Abschiedstournee des Vicente Fox
Mexikos Präsident hat vieles in Gang gebracht, doch die Armut ist geblieben.

 

MEXICO CITY/AGUAS CALIENTES (e.k.). Ein weißer Hut ragt aus der jubelnden und händeringenden Menschenmasse. "Vicente, viva!", "Vicente, Presidente, hierher!" Alle wollen sie seine Hand schütteln: die Hand des großen, schlanken mexikanischen Präsidenten Vicente Fox. Der Mann mit Hut und aufgeknöpftem blauen Hemd lächelt, winkt, pfeift. Ein halbes Jahr vor Ablauf seiner sechsjährigen Amtszeit unternimmt er alles, um seinen Landsleuten in guter Erinnerung zu bleiben. Eine Wiederkandidatur ist verfassungsrechtlich nicht möglich.

Im Schnitt fünfmal pro Woche verlässt Fox samt Mitarbeitern und zig Journalisten im Schlepptau den Präsidentenpalast Los Pinos in Mexiko City. Diesmal ist er in die heiße Provinzhauptstadt Aguas Calientes gekommen, rund 450 Kilometer nördlich der Bundeshauptstadt, um neu errichtete Sozialbauten zu eröffnen.

Fox hat vieles in Gang gebracht. Die Wirtschaftssituation Mexikos hat sich verbessert, aber bei weitem noch nicht genug für die meisten der 106 Millionen Mexikaner. Tag für Tag packen unzählige von ihnen auf der Suche nach dem amerikanischen Traum ihre Taschen und Rucksäcke und machen sich auf den Weg Richtung US-Grenze, ins Land der sonst so verhassten "Gringos".

 

Die Arbeitslosigkeit in Mexiko ist mit einer Quote von durchschnittlich 3,6 Prozent im Vergleich zu anderen Ländern zwar nicht allzu groß, das Einkommensniveau von Industrie- und Landarbeitern zumeist aber äußerst gering.

Das Geld, das mexikanische Auswanderer Jahr für Jahr an ihre Angehörigen in die Heimat überweisen, ist eine der größten Einnahmequellen des Landes. Rund 20 Milliarden Dollar sollen es etwa im vergangenen Jahr gewesen sein, so die Schätzungen der mexikanischen Zentralbank.

Präsident Fox sieht die Migrationsdebatte pragmatisch: Er befürwortet die von US-Präsident Bush vorgeschlagene neue Migrationsregelung, "arbeitsbereite" Ausländer mit einstellungsbereiten amerikanischen Unternehmern zusammenzubringen.

 

Bush will illegalen Einwanderern mittels eines Gastarbeiterprogramms den Weg in die Legalität zu eröffnen. Sie sollen die von US-Bürgern nicht gewollten, schlecht bezahlten Arbeitsplätze besetzen. Es beträfe schätzungsweise elf Millionen Einwanderer und zusätzlich jährlich 400.000 Gastarbeiter. Doch dieser Gesetzentwurf hat viele Gegner. Sie fordern ein verschärftes Einwanderungsrecht samt Bau einer Mauer beziehungsweise eines Zauns entlang der Grenze zu Mexiko.

Seinen persönlichen "mexikanischen Traum" will sich der knapp 64 Jahre alte ehemalige Coca-Cola-Manager nach seinem Amtsende auf dem Rücken seines Pferdes auf seiner Familienranch in Guanajuato verwirklichen. Die Zukunftsvision des Vicente Fox für das Land ist ein Mexiko mit wachsendem Wohlstand. Und an diese Vision glaubt er voller Optimismus.

 

Quelle: (Die Presse)

02.05.2006
Linkes Freihandelsbündnis in Lateinamerika
Kuba, Venezuela und Bolivien haben enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit vereinbart und damit den Plänen der USA für ein amerikaweites Freihandelsabkommen einen weiteren Dämpfer versetzt.

 

Mexiko-Stadt Die drei linksgerichteten Staatschefs Fidel Castro (Kuba), Hugo Chávez (Venezuela) und Evo Morales (Bolivien) unterzeichneten am Samstag in Havanna den so genannten Handelsvertrag der Völker, der die Abschaffung von Zöllen im Warenverkehr der drei Länder sowie den Bezug von Rohstoffen zu Vorzugskonditionen vorsieht.

Mit dem Abkommen nimmt die vor drei Jahren von Chávez ersonnene Idee der ALBA (Alternativa Bolivariana para las Américas) zunehmend Gestalt an. Dieser Pakt soll als kontinentales Integrationsbündnis mit sozialem Charakter das Gegenmodell zur von Washington geplanten und als neoliberal gegeißelten panamerikanischen Freihandelszone ALCA sein, die Zölle und Handelshemmnisse von Alaska bis Feuerland beseitigen soll. Während ALCA die soziale Schieflage in Lateinamerika verschärfe, beseitige ALBA die Armut, argumentiert Chávez.

 

Beachtliche ökonomische Kraft

 

Durch die Integration Boliviens erhält ALBA beachtliche wirtschaftliche Kraft. Zum venezolanischen Öl kommen nun noch die hohen bolivianischen Gasvorkommen. "Nun sind wir schon Drei zur Verteidigung der Interessen des lateinamerikanischen Volkes", sagte Boliviens Staatschef Morales anlässlich der Vertragsunterzeichnung.



Dieser sieht im einzelnen vor, dass die Regierung in Caracas künftig auch Bolivien mit Erdöl, Diesel und Asphalt zu Vorzugskonditionen beliefert. Zudem stellt Venezuela insgesamt 130 Millionen Dollar in einen Fonds ein. Mit dem Geld sollen soziale Projekte finanziert und die bolivianische Wirtschaft konkurrenzfähiger gemacht werden. Zudem verpflichten sich Kuba und Venezuela die bolivianische Sojaproduktion abzunehmen, während der Andenstaat seine Bergbau- und Landwirtschaftsprodukte an die beiden Vertragspartner liefert. Kuba sicherte unterdessen zu, nach Bolivien Ärzte und Lehrer zu entsenden. Im Rahmen von ALBA erhält Kuba bereits aus Venezuela täglich 90 000 Fass Erdöl unter Weltmarktpreis. "Dieses Abkommen ist das ethischste, das je unterzeichnet wurde", so Castro.

30.04.2006
Die USA verlieren ihren ''Hinterhof''
Bolivien ist in Havanna dem von Venezuela und Kuba geschaffenen "Handelsvertrag der Völker" beigetreten, einem Gegenprojekt zu den Freihandelsabkommen, die die USA zum Beispiel mit Peru und Kolumbien geschlossen haben. Diese lehnen die linken Regierungen Lateinamerikas als neo-liberale Offensive der Konzerne ab. Unter der geistigen und finanziellen Führung von Venezuelas Staatschef Hugo Chavez verbünden sich die Länder in immer mehr Initiativen: Die USA verlieren an Einfluss in ihrem ehemaligen "Hinterhof".

 

Gewissermaßen tobt ein Handelskrieg auf dem amerikanischen Kontinent, ein Krieg um Freihandel. In diesem Krieg gewinnen Venezuelas Präsident Hugo Chavez und sein engster Verbündeter Fidel Castro eine weitere Schlacht, indem sie Bolivien einreihen. Sie unterzeichnen das "Handelsabkommen der Völker", das laut Evo Morales, Präsident Boliviens, gerechten Handel fördern soll.

 

Es ist nichts weniger als ein Angriff von der linken Flanke auf Alca, das große Projekt der USA, das von Washington gewünschte gesamt-amerikanische Freihandelsabkommen, von dem nur Kuba ausgeschlossen sein sollte. Alca sollte ursprünglich schon 2005 in Kraft treten. Aber im November - auf dem Amerika-Gipfel im argentinischen Seebad Mar del Plata - erlitt George Bush Schiffbruch mit seinem Ansinnen: Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay und natürlich Vorreiter Venezuela sagten "no" zu Alca. Ein Nein, das Chavez als persönlichen Sieg über die USA und Bush verbuchte, die er prinzipiell nur "das Imperium" und "Mr. Danger" nennt.

 

Ein Sieg über das "Imperium"

"Mr. Danger höchstpersönlich wollte sich in Mar del Plata ein Fest organisieren: mit Druck, Erpressung und schmutzigem Krieg", so Chavez. "Sein Imperium ist schließlich das perverseste, mörderischste, moralloseste, das dieser Planet seit Jahrhunderten gesehen hat. Wer jetzt wissen möchte, wo Alca geblieben ist, der sollte in Mar del Plata buddeln, dort ist Alca beerdigt worden".

Die USA versuchen das Scheitern ihres panamerikanischen Freihandelsabkommens Alca zu kompensieren, indem sie Einzelverträge mit Peru oder Kolumbien abschließen, beispielsweise zum Nachteil von Bolivien: Wenn der Vertrag mit Kolumbien 2007 in Kraft tritt, wird Kolumbien säckeweise Soja aus der hochsubventionierten US-Landwirtschaft beziehen. Bislang aber verkauft Bolivien zwei Drittel seiner Soja-Produktion an Kolumbien. Es droht ein Einnahmeverlust von 140 Millionen Euro pro Jahr, eine Katastrophe für die Bauern in dem armen Andenstaat, in dem 120.000 Arbeitsplätze am Soja hängen.

 

Große Chance für "Handelsvertrag der Völker"

Der Andenpakt wird an solchen Freihandels-Konsequenzen scheitern: Venezuela und Bolivien haben ihren Austritt angekündigt. Sie unterzeichnen stattdessen den "Handelsvertrag der Völker", in dem es um solidarischen Austausch von Waren gehen soll. Die Länder Lateinamerikas, zumindest die mit linken Regierungen, schließen sich wirtschaftlich immer enger zusammen - gegen die Übermacht aus dem Norden. Chavez hat dem Ziel einen Namen gegeben: Alba: bolivarianische Alternative für Lateinamerika, der Konkurrenzentwurf zur Alca.

Und Alba ist bereits Wirklichkeit geworden. Kuba und Venezuela haben einen Mechanismus der Zusammenarbeit der bolivarianischen Alternative für Amerika geschaffen. In Amerika tobt ein Wirtschaftskrieg, die USA verlieren nach und nach ihren "Hinterhof". Ein alternativer Handelspartner bietet sich Lateinamerika längst an: China. Ein Drittel der chinesischen Auslandsinvestitionen fließen bereits hierher - Tendenz: rapide steigend.

 

Von Michael Castritius, ARD-Hörfunkkorrespondent, Mexiko

30.04.2006
DIETMAR SCHÖNHERR: Sternloser Himmel
In "Raumpatrouille Orion" spielte er sich auf ewig in das Gedächtnis der deutschen Fernsehzuschauer. Ein paar Jahre später, 1970, kannte ihn jedes Kind unter seinem eigenen Namen: Dietmar Schönherr.

 

DIETMAR SCHÖNHERR: Sternloser Himmel © Eichborn Er war außerdem der erste Talkmaster deutscher Zunge, der gute Fragen stellte, "Je später der Abend". Eine Talkshow, das war damals wirklich etwas Neues.

Heute, da er bald 80 wird, hat Schönherr ein Buch über sein Leben geschrieben, keine Memoiren, sondern einen autobiografischen Roman. Er hat ganz schön was weggelassen, den Commander, den Familienunterhalter von "Wünsch Dir was". Seine glückliche Innsbrucker Kindheit kommt vor und ausführlich die Kriegsjahre als blutjunger Soldat.

Er wurde 1943 entdeckt, ausgerechnet für den NS-Durchhaltefilm "Junge Adler". Der schneidige 17-Jährige hatte das passende arische Profil. Der junge Schönherr sah so gut aus wie Alain Delon, mit einer Stimme, die zunächst berühmter war als er selbst, weil er James Dean fürs deutsche Kino synchronisierte. Seine Rollen waren zunächst eher brav.

 

Er wurde 1943 entdeckt, ausgerechnet für den NS-Durchhaltefilm "Junge Adler". Der schneidige 17-Jährige hatte das passende arische Profil. Der junge Schönherr sah so gut aus wie Alain Delon, mit einer Stimme, die zunächst berühmter war als er selbst, weil er James Dean fürs deutsche Kino synchronisierte. Seine Rollen waren zunächst eher brav.

Dann entdeckte ihn Hollywood als Schurke. Nichts davon in seinem Buch, auch nichts über die Höhepunkte seiner Fernsehshows. Dabei gab es bei Schönherr immer ein bisschen Anarchie. Die durchsichtigste Bluse in einer Familiensendung, Themen, die im Fernsehen bis dato ziemlich tabu waren.

 

Irgendwann hat Schönherr das Talken nicht mehr gefallen, trotz solcher intensiven TV-Momente. Schönherr entdeckt sein Talent für Provokation, liebt noch immer öffentliche Auftritte, aber für eine ernste Sache soll es künftig sein: ein Appell gegen Atomkraft oder eine Demo gegen den Nato-Doppelbeschluss in Mutlangen.

 

1985 dann die Wende in seinem Leben. Er reist nach Nicaragua, Schönherr will helfen, Gutes tun, eine Schule bauen, ein ganzes Dorf, er gründet eine Stiftung. Wie er selbst erlebt auch sein Romanheld den Bürgerkrieg hautnah. Trotz allem findet Schönherr Gott sei Dank nicht alles sinnlos, was er im Fernsehen gemacht hat - aber doch fast alles, was das Publikum liebt und schätzt.

Im Mai wird Dietmar Schönherr also 80. Das beeindruckt ihn selbst am wenigsten, er rechnet mit einem Telegramm des Bundespräsidenten. Er wird mit seiner Frau Vivi Bach in Nicaragua sein, mit den engsten Freunden feiern, ganz ohne Fernsehkamera.

 

Von Simone Reuter

Quelle: br-online

29.04.2006
Karneval auf Kuba
Santiago ist auf Kuba wohl die musikalischste und leidenschaftlichste Stadt. Der Karneval in Santiago Ende Juli wird deshalb als eines der aufregendsten Feste in Südamerika bezeichnet. Die ganze Stadt feiert.

 

Jeder Stadtteil ist mit mindestens einer "comparsa" - einer kostümierten Gruppe, die von Musik begleitet wird - bei den Umzügen vertreten. Neben dem Karneval machen viele Sehenswürdigkeiten die ehemalige Hauptstadt Kubas interessant.

 

Quelle www.atravelo.de

24.04.2006
Superfight um den WM-Titel in Superweltergewicht der WBC
Las Vegas (dpa) - Box-Profi Oscar de la Hoya plant sein Comeback. Der 33 Jahre alte Amerikaner, der in den vergangenen zwölf Jahren WM-Titel in sechs Gewichtsklassen errang, will am 6. Mai im MGM in Las Vegas den WBC-Champion im Superweltergewicht, Ricardo Mayorga (Nicaragua), herausfordern.

 

 

Oscar de la Hoya  bestritt seinen bislang letzten Kampf am 18. September 2004 in Las Vegas gegen seinen Landsmann Bernard Hopkins, dem damaligen Super-Champion im Mittelgewicht. Hopkins schickte die Legende in der neunten Runde mit zwei linken Haken entscheidend zu Boden und vermeintlich in die Boxer-Rente. Für de la Hoya war es die erste K.o.-Niederlage in seinem 41. Profi-Fight, der eigentlich sein letzter gewesen sein sollte. Der Kampf gegen Ricardo Mayorga wird von De la Hoyas «Golden Boy Promotion» veranstaltet.

15.04.2006
Gemeinsame Stärke
Vor vier Jahren scheiterte der Putsch gegen die linke Regierung von Hugo Chávez. Venezuelas Botschafter in Havanna zog eine Zwischenbilanz

 Vor vier Jahren, Mitte April 2002, putschten rechte Militärs und Unternehmer gegen die Regierung Venezuela. Der Spuk war schnell vorbei. Nur 47 Stunden, nachdem Präsident Hugo Chávez verschleppt wurde, kehrte er am 13. April wieder in den Präsidentenpalast Miraflores zurück. Zum Jahrestag trat in Havanna der Botschafter des südamerikanischen Landes vor die Presse, um Bilanz zu ziehen. »Weil sich die bolivarische Revolution wie auch die kubanische Revolution nicht aufhalten läßt, werden wir auf dem Weg der regionalen Integration weiter fortschreiten«, sagte Adán Chávez, Botschafter Venezuelas und Bruder des amtierenden Präsidenten des südamerikanischen Landes. Der Diplomat betonte die Bedeutung der engen Zusammenarbeit zwischen den Staaten Lateinamerikas und der Karibik. »Denn nur diese regionale Integration kann die Weiterentwicklung unserer Revolutionen gewährleisten«, so Adán Chávez: »Je stärker wir zusammenarbeiten, desto weiter werden wir kommen«.

Während in Venezuela die Gedenkveranstaltungen zum Putschgeschehen schon am Dienstag begonnen hatten, erklärte Chávez in Havanna: »Für uns ist der 13. April der wahre Feiertag«. In Venezuela werde an diesem Datum daher auch der »Tag der Nationalen Würde« begangen. Chávez erinnerte sowohl an die gefährlichen Stunden des Putsches, als Todesschwadrone gezielt auf Regierungsmitglieder und bekannten Sympathisanten der Regierung Jagd machten, als auch an die bewegenden Momente, nachdem sein Bruder Hugo Chávez in den Präsidentenpalast zurückkehrte.

 

Zwischen Venezuela und Kuba habe sich seither eine »Achse des Guten« etabliert, sagte Chávez in Bezug auf den US-Propagandabegriff einer »Achse des Bösen«. Die regionale Zusammenarbeit habe sich in den vergangenen vier Jahren vor allem zwischen diesen beiden Staaten entwickelt, »weil die Präsidenten Hugo Chávez und Fidel Castro am ehesten bereit waren, gemeinsame Projekte im Rahmen des ALBA umzusetzen«. Mit dem ALBA – das Akronym steht für »Bolivarische Alternative für Lateinamerika« – soll die Entwicklung der Region durch eine stärkere und vor allem solidarische Zusammenarbeit zwischen den Staaten gefördert werden. Das von Chávez und Castro entwickelte Modell will eine Alternative zu dem neoliberalen US-Freihandelsmodell ALCA bieten.

 

Die Idee hat inzwischen weitere Anhänger gefunden. »Brasilien, Argentinien und Uruguay haben bereits bilaterale Wirtschaftsabkommen mit Venezuela geschlossen«, so Chávez, und nach der Amtsübernahme von Michelle Bachelet in Chile finde nun eine Annäherung mit ihrer Regierung statt. »Auch Bolivien wird zunehmend in regionale Wirtschaftsstrukturen eingebunden«, fügte Chávez hinzu.

 

Besondere Aufmerksamkeit aber gilt nach wie vor der Kooperation zwischen Venezuela und Kuba. Ein Joint-venture zwischen der staatlichen venezolanischen Erdölgesellschaft PdVSA und ihrem kubanischen Pendant CUPET will auf der Insel eine Erdölraffinierie nahe der Stadt Cienfuegos wieder in Betrieb nehmen. Gemeinsam werden dafür umgerechnet bis zu eine Milliarde US-Dollar investiert. Ähnliche Wirtschaftsprojekte zwischen den beiden Ländern bestehen bereits. In Venezuela ist ein gemeinsames Bauunternehmen im Rahmen des Sozialprogramms »Barrio Adentro 2« damit betraut, 600 Diagnosezentren und 600 medizinische Betreuungszentren zu erreichten. Mittelfristig ist in Venezuela der Bau einer »Lateinamerikanischen Medizinschule« geplant, um Ärzte und Krankenhauspersonal kostenlos auszubilden. Die erste medizinische Hochschule dieser Art besteht in Kuba.


In Anbetracht solcher konkreter Ergebnisse und Erfolge ist die venezolanische Opposition zunehmend in die Defensive geraten. Zwar hätte es kurz vor dem Jahrestag des Putsches Versuche gegeben, die Lage in Venezuela zu destabilisieren. So hätten »kleine Gruppen, vorwiegend in den reichen Stadtteilen von Caracas Straßen blockiert und zur Gewalt aufgerufen«. Doch diese Versuche seien weitgehend erfolglos geblieben, so Adán Chávez.

 

Quelle: Junge Welt

Von Deisy Francis Mexidor, Havanna / Harald Neuber

14.04.2006
Nicaragua dominiert Mittel-Amerika-Spiele
Nicaragua dominierte die Mittel-Amerika-Spiele, die vom 4. bis 7. März in Managua (Nicaragua) stattfanden.

 

45 Medaillen, davon 20 goldene, gingen an die Gastgeber, Honduras folgte mit 24 Medaillen auf dem zweiten Rang. Jessica Aguilera (Nicaragua) war mit vier Goldmedaillen über 400 Meter flach und Hürden, sowie mit den 4x100- und 4x400-Meter-Staffeln die erfolgreichste Teilnehmerin.

08.04.2006
Schweiz hält Stellung in Havanna
Zwei Inseln: Das sozialistische Kuba vor der Nase der USA, die Schweiz umgeben von 25 EU-Staaten. Beide glauben, die Welt drehe sich um sie - und irren sich.

 
Kuba und die Schweiz pflegen ihre stabile Beziehung und setzen auf Kooperation statt auf Konfrontation.
 
Die Schweiz und Kuba verbindet seit 1959 eine diplomatische Geschichte, die sich von derjenigen der meisten europäischen Länder unterscheidet. Seit 1961 vertritt die Schweiz als Treuhänderin die Interessen der USA gegenüber Kuba, und seit 1991 nimmt die Schweiz diese Aufgabe auch in der Gegenrichtung wahr.

1962, mitten in der Kuba-Krise, welche die Welt an den Rand eines Atomkrieges brachte, erlebte die auf Neutralität und Diskretion basierende helvetische Diplomatie einen historischen Augenblick.

Am 22. Oktober 1962 übermittelte August Lindt, Schweizer Botschafter in Washington, auf Wunsch der US-Regierung dem Schweizer Gesandten in Havanna eine Depesche für Fidel Castro: "Richten Sie dem Comandante aus, die US-Luftwaffe werde am künstlich erleuchteten Nachthimmel Aufklärungsflüge über der Insel durchführen, aber nicht bombardieren."

Zweck der Flüge war, die in Kuba stationierten sowjetischen Raketen zu fotografieren. Der Schweizer Gesandte informierte Castro und meldete lakonisch nach Washington: "Botschaft übermittelt; kein amerikanisches Feuer zu befürchten."
 
 
Die Grenzen der Diplomatie
 
Die nukleare Konfrontation in Kuba fand nie statt, und im Verlauf der Jahrzehnte hat die treuhänderische und diplomatische Funktion der Schweiz im Dreieck Bern-Havanna-Washington an operationeller Bedeutung verloren.

"Geblieben ist die Schutzmachtfunktion", erklärt Francesco Ottolini, erster Sekretär der Schweizer Botschaft in Havanna gegenüber swissinfo.
 
 
Besonders markant war der Abbau der Schweizer Diplomatie in Havanna, als die USA 1977 unter Präsident Jimmy Carter eine US-Interessenvertretung errichteten.

Das diplomatische US-Zwitterding zwischen Konsulat und Botschaft beschäftigt in Havanna 50 amerikanische Staatsbürger und rund 500 kubanische Angestellte.
 
 
 
Konstanz zwischen Kuba und der Schweiz
 
Heute markiert die Schweiz in Kuba eine europäisch-multilaterale Position, ohne die auf Konzilianz, Vertraulichkeit und Neutralität basierenden bilateralen Werte zu vernachlässigen.

Während die Schweiz in Havanna mit Konstanz in Erscheinung tritt, sind die Beziehungen zwischen der Karibikinsel und zahlreichen EU-Ländern wie Spanien, Frankreich und Deutschland wegen Menschenrechts-Verletzungen schwer belastet.

Im Jahre 2003 hatte Fidel Castro 75 Dissidente zu langen Gefängnisstrafen verurteilt, drei Männer einer gescheiterten Bootsentführung wurden exekutiert.

Als Protest fuhren verschiedene EU-Länder ihre Entwicklungs-Zusammenarbeit mit Kuba zurück und drosselten auch die wirtschaftlichen Beziehungen mit der Insel.
 
 
Protest und Entwicklungs-Zusammenarbeit
 
Die Schweiz bewegt sich in die Gegenrichtung. Zwar verurteilte Bern die drakonischen Strafen gegen die Dissidenten und die Exekutionen, verfolgt jedoch die bilaterale Agenda auf nationaler und privater Ebene weiter.

Die Schweizer Entwicklungs-Zusammenarbeit errichtete im Jahre 2000 ein ständiges Büro in Havanna und stockte das finanzielle Engagement zwischen 2003 und 2005 sogar leicht auf.

Kuba ist allerdings im regionalen Kontext kein Schwerpunkt der Schweizer Entwicklungs-Zusammenarbeit. So fliessen allein in Länder wie El Salvador, Honduras und Guatemala pro Jahr mehr als 40 Millionen Franken für Entwicklungs-Projekte.
 
 
 
Wissenstransfer zwischen Kuba und der Schweiz
 
Nachdem Charles Kleiber, Schweizer Staatssekretär für Bildung und Forschung, Kuba im Februar dieses Jahres besucht hatte, ist auch an der Front des wissenschaftlichen und akademischen Austausches zwischen Kuba und der Schweiz mehr Dynamik festzustellen.

Die Karibikinsel befindet sich in einer Ländergruppe, mit der die Schweiz die Kooperation mittels Stipendien und Austausch von Wissenschaftern intensivieren will.

Der konziliante und neutrale Kurs der Schweiz führt in Kuba nicht immer zum Erfolg. So ist es dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) seit November 1989 nicht mehr gelungen, politische Gefangene in Kuba zu besuchen.

Menschenrechts-Organisationen wie Amnesty International und America's Watch gehen davon aus, dass in Kuba mehr als 300 politische Häftlinge eingesperrt sind.
 
 
 
27.03.2006
Kuba will fünf russische Flugzeuge mit Triebwerken PS-90A erwerben
NISCHNI NOWGOROD, 27. März (RIA Novosti). Die kubanische Fluggesellschaft Cubana de Aviation hat die Absicht, fünf russische Flugzeuge zu erwerben, die mit Triebwerken PS-90A versehen sind.

 

"Kuba bestätigte sein Interesse am Erwerb von fünf neuen russischen Flugzeugen mit diesen Triebwerken. Es geht um zwei Maschinen Il-96-300, zwei Tu-204-100 und eine Tu-204S. Somit umfasst die neue Bestellung von Permer Triebwerken für die kubanische Fluggesellschaft unter Berücksichtigung der Reservetriebwerke 18 Stück", teilte ein Sprecher des Pressezentrums des Permer Motorenbaukomplexes am Montag mit.

Cubana de Aviation hatte bereits zwei Flugzeuge Il-96-300 mit Permer Triebwerken erhalten. Das erste Flugzeug wurde im November 2005 und das zweite in diesem März übergeben.

 

"Der jüngste Flug einer Maschine aus Moskau nach Havanna dauerte mehr als zwölf Stunden. Sie legte über 10 000 Kilometer zurück. Die kubanische Besatzung war mit den Permer Triebwerken zufrieden", sagte der Gesprächspartner der Agentur.

 

Die Triebwerke für Flugzeuge der Fluggesellschaft Cubana de Aviation wurden im Permer Motorenbauwerk im Rahmen eines Vertrages zwischen der russischen Leasinggesellschaft Iljuschin Finance Co und der kubanischen staatlichen Firma Aviaimport SA hergestellt.

 

Das PS-90A gilt heute als modernstes russisches Triebwerk der jüngsten Generation für Flugzeuge der Zivilluftfahrt und der Transportfliegerkräfte. Diese Triebwerke werden beim Langstreckenpassagierflugzeug Il-96-300, den Mittelstreckenflugzeugen Tu-204 und Tu-214 sowie den Transportflugzeugen Il-76 eingesetzt.

 

Der Permer Motorenbaukomplex ("Permskije motory") stellt eine Gruppe von Betrieben der Luft- und Raumfahrtindustrie dar, die zu einer einheitlichen technologischen Kette für Entwicklung und Produktion von Flugzeug- und Raketentriebwerken, Hubschraubergetrieben und -transmissionen vereinigt wurden. Die Hauptbetriebe des Komplexes sind OAO Aviadwigatel, OAO Permski motorny sawod und OAO Reduktor-PM.

26.03.2006
Im Land der Seen und Vulkane
Für Abenteurer und Entdecker: Nicaragua im Herzen Zentralamerikas

 

Es sind Liebesgeschichten der besonderen Art, die dieses Land zu erzählen weiß. Einst, so berichten die Nachfahren der indigenen Ureinwohner Nicaraguas, lebten hier zwei verfeindete Indianerstämme. Eines Tages verliebte sich eine schöne Häuptlingstochter in einen tapferen Krieger vom gegnerischen Stamm. Das Paar entschloß sich zu fliehen, doch auf der Flucht wurde der Krieger getötet. Die Häuptlingstochter war untröstlich, nahm seinen Dolch und erstach sich. Das Blut, das aus beiden Körpern rann, bildete den Nicaragua-See. Aus dem Leichnam des Kriegers formte sich die Insel Zapatera, und aus den Brüsten der Häuptlingstochter entstanden die Vulkane Madera und Concepción auf der Insel Ometepe. Die beiden verfeindeten Stämme ertranken in dem Meer aus Blut - aus ihren Überresten bildeten sich kleine Inselchen: das Solentiname-Archipel im Süden des Nicaragua-Sees und die Isletas nahe der Stadt Granada am nördlichen Seeufer.

 

Sinn für Romantik und Poesie, den haben die Bewohner Nicaraguas auch heute noch. Der Tourismus freilich steckt noch in den Kinderschuhen. Der 164 Kilometer lange und 72 Kilometer breite Nicaragua-See und die Kolonialstadt Granada sind Ziele, die heute noch vornehmlich von entdeckungslustigen Individualreisenden erkundet werden - doch die Nachfrage steigt. Denn Nicaragua, das Land der Seen und Vulkane, bietet nicht nur unbeschwerten Naturgenuß, sondern auch die Begegnung mit offenen und freundlichen Menschen, die in Besuchern noch nicht den wandelnden Geldbeutel sehen. Nachdem die Tourismus-Angebote auf Ometepe, der größten Insel im Nicaragua-See und der zehntgrößten Binnensee-Insel der Welt, lange nur auf Rucksackreisende ausgerichtet waren, finden sich mittlerweile auch Mittelklasseangebote. Sonia Kofler, eine 41jährige Österreicherin, die im Alter von 23 Jahren nach Nicaragua ausgewandert ist, leitet heute eine Bungalowanlage am Strand von Santo Domingo: "Viele unserer Gäste bleiben nur zwei oder drei Tage, aber sie merken dann, daß sie eigentlich mehr Zeit bräuchten, um die Insel kennenzulernen."

 

"Nicaragua ist ein wunderschönes Reiseland, aber man braucht ein bißchen Entdeckergeist und Abenteuerlust dafür", erklärt Carlos Mejía Kornfeld, ein Nicaraguaner, der 1971 in Wien geboren wurde und teils in Europa, teils in Nicaragua aufgewachsen ist. Er führt seine Gäste nicht nur nach Ometepe, sondern auch zum Vulkan Masaya. Eine gut ausgebaute Straße führt fast bis zum Kraterrand hinauf - vorbei an Feldern mit erkalteter Lava, die von verschiedenen Eruptionen stammt. Die stark schwefelhaltige Luft ganz oben brennt in den Augen und sticht in der Lunge - doch der Blick in den Schlund des Vulkans ist überwältigend.

 

Das In-Reiseziel in Nicaragua ist die Stadt Granada. Die 1524 gegründete Ansiedlung gilt als die koloniale Perle Nicaraguas und gehört zum Unesco-Welterbe. Besonders sehenswert sind die Kirchen "La Merced", die 1783 vollendet wurde, und San Francisco. In dem im 16. Jahrhundert errichteten leuchtendblauen San Francisco-Komplex findet sich ein Kloster nebst einem Museum, in dem präkolumbische Figuren ausgestellt werden, die zum Teil von der Zapatera-Insel stammen.

 

Auch die von Kolonialarchitektur geprägte, ehemalige Hauptstadt León sowie die Städte Estelí und Matagalpa im gebirgigen Norden des Landes lohnen einen Abstecher. Und in der Nähe von San Juan del Sur entpuppt sich Nicaragua gar als ein pazifisches Strandparadies.

Quelle: Berliner Morgenpost von Rainer Heubeck

21.03.2006
Fidel Castro kommt wieder auf den Zucker
Aufgrund steigender Weltmarktpreise schickt Fidel Castro die Kubaner zurück an die Zuckerfront. Vor knapp einem Jahr hatte der Revolutionsführer noch das Ende der Zuckerproduktion auf Kuba ausgerufen. Inzwischen ist auch das Nationalgetränk knapp.

 

HB HAVANNA. Vor genau einem Jahr hatte Präsident Fidel Castro das Ende der 300jährigen Geschichte der Zuckerinsel Kuba ausgerufen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion war der größte und verlässlichste Abnehmer des kubanischen Zuckers weg gefallen und die Produktion des weißen Goldes auf der größten Antilleninsel Jahr für Jahr zurückgegangen. Vor wenigen Tagen musste der ergraute Revolutionsführer erkennen, dass er das Ende zu früh proklamiert hatte. Weil in den vergangenen Monaten die Zuckerpreise auf dem Weltmarkt gestiegen sind, will Kuba seine früheren Zuckerrohrfelder rasch wieder rekultivieren. Denn: Wegen des Zuckermangels ist auch die Produktion dem Rums eingebrochen.

 

„Dieses Land wird niemals wieder vom Zucker leben.“ Mit dieser grundsätzlichen Feststellung hatte Castro im März des vergangenen Jahres seine Landsleute überrascht. „Diese Kultur gehörte in die Zeit der Sklaverei und in die Zeit eines Volkes voll von halben Analphabeten“, hatte er erklärt. Die wirtschaftliche Zukunft gehöre den Dienstleistungen und den Produkten mit größerem Wert - vor allem dem Öl. Diese Erkenntnis soll nun so nicht mehr gelten. Die Kubaner müssen wieder zurück in die von Castro gerade verteufelten Zeiten. Nach Angaben des Zuckerministers, Ulises Rosales del Toro, wurde in der vergangenen Woche die Zuckerproduktion von 7000 auf 14 000 Tonnen verdoppelt. „Stimulierend“ für die Ausweitung sei eine von Castro geleitete Sitzung der Regierung und der Kommunistischen Partei im Februar gewesen, sagte der Minister. Dort forderte der kubanische Präsident rasches Handeln. Alle Mittel sollten auf die Zuckerrohrernte konzentriert werden, berichtete das Parteiorgan „Granma“.

 

Laut Plan will Kuba 2006 insgesamt 1,5 Millionen Tonnen Zucker herstellen (2003: 2,5 Millionen Tonnen), davon 700 000 Tonnen für den eigenen Gebrauch. Doch ob das zu schaffen sein wird, ist nach Meinung von Experten fraglich. Die Zuckerfabriken sind veraltet und teilweise in einem ruinösen Zustand. Im Rahmen der Umstrukturierung wurde seit 2002 die Hälfte der Anlagen stillgelegt, 62 Prozent der Flächen für den Anbau anderer Kulturen verwendet und 120 000 Arbeiter umgeschult. In den guten alten Zeiten hatte die Zuckerindustrie rund 500 000 Arbeitern ein Auskommen gegeben, insgesamt lebten rund zwei Millionen Menschen von ihr. In den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden im Schnitt pro Jahr sieben Millionen Tonnen produziert, in den 90er Jahren sank die Produktion auf vier Millionen Tonnen, und 2003 erbrachte die Zuckerernte nur noch 2,5 Millionen Tonnen.

 

 

Eine besonders empfindliche Folge des Niedergangs der Zuckerindustrie haben die Kubaner bereits zu spüren bekommen: Wegen des Mangels an aus Zucker hergestelltem Alkohol herrsche nun auch Mangel an Rum, berichtete die Wochenzeitung der Gewerkschaften „Trabajadores“. Im Januar 2006 waren nur 248 000 Liter des Nationalgetränks in Havanna verkauft worden, rund 200 000 Liter weniger als im Jahr zuvor. „Die Konsumenten hoffen auf eine schnelle Lösung des Problems“, hieß es.

16.03.2006
Che Guevaras Tochter ist zu Gast
Zu einer Kuba-Woche, bei der Dr. Aleida Guevara zu Gast ist, lädt die Linke Liste Wiesbaden ein
 Aleida Guevara ist die älteste Tochter des legendären kubanischen Revolutionsführers Ernesto "Che" Guevara aus dessen zweiter Ehe mit Aleida March. Die 46-Jährige arbeitet in Kuba als Ärztin.

 

Am Montag, 20. März, 19.30 Uhr, berichtet Aleida Guevara um 19.30 Uhr im Pariser Hoftheater (Spiegelgasse 9) über "Kuba - Tradition und Perspektive". Ebenfalls zu Gast ist an diesem Abend die Tanzlehrerin Ann Rodriguez Ojeda. Die Moderation übernimmt Walter Wigand. Eintritt: drei Euro. Karten beim Pariser Hoftheater, montags bis freitags von 17 bis 19 Uhr (Telefon 0611 /30 06 07) oder bei Tickets für Rhein-Main, Kirchgasse.

 

Am Dienstag, 21. März, berichtet Aleida Guevara um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Kastel über das kubanische Gesundheitswesen. Eintritt frei.

 

Am Donnerstag, 23. März, geht es im Hilde-Müller-Haus am Wallufer Platz, um 19.30 Uhr um die Frage, ob Lateinamerika im Aufbruch ist. Es referieren der Generalkonsul von Venezuela aus Frankfurt, César Méndez und Aleida Guevara. Eintritt frei.

 

Und am Freitag, 24. März, findet im Jugendzentrum in der Kasteler Reduit eine kubanische Salsa Party statt, bei der Aleida Guevara die Begrüßung spricht. Die Party startet um 21 Uhr, es spielt Salsamorgana. Einlass ist um 20 Uhr, um 20.30 Uhr gibt es einen kostenlosen Salsakurs. Der Eintritt zur Party kostet fünf Euro.

16.03.2006
4. Weltwasserforum beginnt in Mexiko-Stadt
Mit einem Appell zur gerechten Verteilung der knappen Wasservorräte hat das 4. Weltwasserforum in Mexiko-Stadt begonnen. «Der Kampf für das Wasser ist der Kampf gegen die Armut», sagte der mexikanische Präsident Vicente Fox.

 

Fox forderte die Weltgemeinschaft auf, Massnahmen zur Beseitigung des zunehmenden Wassermangels zu ergreifen. Vor allem müsse auch den Armen der Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht werden.

Angesichts der sich zuspitzenden Wasserproblematik warnte der Leiter des UNO-Umweltprogramms, Klaus Töpfer, vor Wasserkriegen in der Zukunft.

Auch der Vorsitzende der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), José Angel Gurria, sagte im mexikanischen Radio, die Wasser-Problematik werde sich in der nächsten Zeit erheblich verschärfen.

Bei der Mammutveranstaltung diskutieren 13 000 Politiker und Fachleute aus 120 Ländern eine Woche lang über die Zukunft der Wasservorräte in der Welt.

Das Motto der Veranstaltung lautet: «Lokale Aktionen für eine globale Herausforderung». Dabei geht es auch um die Frage, ob das Wassermanagement künftig mehr der Privatwirtschaft überlassen werden oder in staatlichen Händen bleiben sollte.

Am Forum nimmt auch eine Schweizer Delegation teil, die vom Stellvertretenden DEZA-Direktor Remo Gautschi angeführt wird. Nach dem Willen der Schweiz soll die Rolle der Lokalbehörden und -parlamente bei der Erklärung der Ministerkonferenz zum Abschluss des Forums unterstrichen werden.

Mehrere internationale Nichtregierungsorganisationen (NGO) kündigten an, in Mexiko gegen eine Privatisierung des Wassers protestieren zu wollen.

Über eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Täglich sterben rund 35 000 Menschen an den Folgen des Wassermangels.

Nach Angaben des Weltwasserrates, der die Wasserforen seit 1997 alle drei Jahre organisiert, sind von dem katastrophalen Mangel hauptsächlich die Entwicklungsländer in Asien, Lateinamerika und Afrika betroffen. (sda)

13.03.2006
MAZ verlost Freikarten für Fußball-WM
Die Märkische Allgemeine Zeitung verlost dreimal zwei Freikarten für die Partie Costa Rica gegen Polen am 20. Juni in Hannover.

 Dazu müssen Sie, folgende Frage richtig beantworten: Wie oft stand Costa Rica in einer WM-Endrunde?

Antwort per Post, Stichwort: "WM-Karten", mit Name, Anschrift, Telefonnummer an MAZ-Lokalredaktion, St.-Annen-Straße 38, 14776 Brandenburg. Am Mittwoch, 15. März, wird gezogen. Casting-Bewerbung für die MAZ-Glücksfee, heute, 15 bis 16 Uhr, 0 33 81/52 56 22.

03.03.2006
Stohl beim Shake-down in Mexiko Zweitschnellster
Die "Corona Rally Mexico", der dritte Lauf zur Rallye-WM, hat sich schon beim Shake-down am Donnerstag in ihrer ganzen Härte präsentiert.


 

Die Höhenlage in Verbindung mit der hohen Lufttemperatur verlangt Piloten und Fahrzeugen alles ab. Der Wiener Manfred Stohl zeigte jedoch schon auf den ersten Testkilometern, dass er mit einer Topplatzierung liebäugeln darf.

Nur Solberg war schneller

Trotz hoher Lufttemperaturen von rund 30 Grad lieferte der OMV-Pilot im Shake-down eine hervorragende Vorstellung ab. In 4:31,1 Minuten war er lediglich um eine Zehntelsekunde langsamer als der norwegische Bestzeithalter Petter Solberg (Subaru).

"Bozian Racing hat den Peugeot optimal auf die Bedingungen hier vorbereitet. Wir haben schon im Shake-down gesehen, dass hier einiges möglich ist. Ich selbst muss mich nur darauf einstellen, dass sich das Auto sehr träge anfühlt. Manchmal komme ich mir wie in einem Gruppe-N-Boliden vor. Aber davon darf man sich nicht aus dem Rhythmus bringen lassen", erklärte Stohl.

03.03.2006
Mexikos Stahl- und Bergarbeiter haben Streik beendet
MEXIKO STADT (Dow Jones)--Mexikos Stahl- und Bergarbeiter haben am Donnerstag die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem sie am Vortag landesweit mit einem Streik ihre Unterstützung des Gewerkschaftsführers Napoleon Gomez Urrutia bekundet hatten.

 

Der Silberproduzent Industrias Penoles SA, das Kupferminenunternehmen Grupo Mexico SA und der Stahlerzeuger Altos Hornos de Mexico SA (Ahmsa) erklärten, dass ihre Anlagen nicht mehr bestreikt würden. Im Pazifikhafen Lazaro Cardenas, Sitz der mexikanischen Tochter von Mittal Steel Co und von Grupo Villacero, sind die Arbeiter nach einem Marsch durch das Hafengelände wieder in ihre Betriebe zurückgekehrt. Die Metall- und Berarbeitergewerkschaft hat eigenen Angaben zufolge zur Wiederaufnahme der Arbeit aufgefordert. Das Arbeitsministerium hatte den Streik für illegal erklärt.



Dem Ausstand waren Unruhen in der Industrie vorausgegangen, nachdem am 19. Februar durch eine Explosion in einer Kohlemine 65 Bergarbeiter ums Leben gekommen waren. Gleichzeitig erreichte der Machtkampf zwischen Gewerkschaftschef Gomez Urrutia und seinem Herausforderer Elias Morales einen Höhepunkt. Die Gewerkschaft fordert vom Arbeitsministerium, dass es die Anerkennung von Morales zurückzieht. Gomez Urrutia hatte seine Position 2002 von seinem verstorbenen Vater übernommen und ist für eine sechsjährige Amtszeit gewählt worden. Er steht in der Kritik wegen der Verteilung von 55 Mio USD, die im vergangenen Jahr von Grupo Mexico im Zusammenhang mit der 1990 erfolgten Privatisierung der Minen Cananea und La Caridad gezahlt worden waren. Nach Angaben eines Regierungssprechers ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft wegen angeblicher Korruption in der Gewerkschaft. DJN/DJG/bdz/3.3.2006

28.02.2006
Dresdner Kapellknaben singen auf Kuba
Die Dresdner Kapellknaben starten heute zu einer einwöchigen Konzertreise nach Kuba.
 Die 50 Sänger werden unter anderem in der Kathedrale von Havanna und der Residenz des deutschen Botschafters singen, wie das Bistum Dresden-Meißen mitteilte. Auf dem Programm stehen zudem Treffen mit katholischen Kirchengemeinden sowie ein gemeinsames Konzert mit einem kubanischen Kinderchor. Die Initiative zu der Reise kam von einem Priester aus dem Bistum, der seit rund zehn Jahren auf Kuba lebt.
23.02.2006
Arias gewinnt Wahl in Costa Rica
Der Träger des Friedensnobelpreises und ehemalige Staatspräsident Oscar Arias hat die Präsidentschaftswahl im mittelamerikanischen Land Costa Rica gewonnen.

 

Dem offiziellen Wahlergebnis zufolge hat Arias einen Vorsprung von rund 18’000 Stimmen vor dem Zweitplatzierten Otton Solis. Die Stimmen waren angesichts des äusserst knappen Ausgangs per Hand nachgezählt worden.

 

Arias war bereits von 1986 bis 1990 Präsident gewesen. Im Jahr1987 erhielt er den Nobelpreis für seine Bemühungen um Friedensgespräche, die schliesslich den Krieg in El Salvador und Nicaragua beendeten. Im Wahlkampf trat er für ein Freihandelsabkommen mit den USA ein.

Costa Rica ist dank einer boomenden Öko-Tourismus-Industrie vergleichsweise wohlhabend; die Löhne sind relativ hoch und ziehen Arbeitskräfte aus Nicaragua und El Salvador an. Dennoch leben 20 Prozent der vier Millionen Einwohner unter der Armutsgrenze. (raa/ap)

20.02.2006
Leben und Investieren in Nicaragua
Das Buch Living and Investing in the new Nicaragua liegt bereits in der zweiten Auflage vor und verspricht praktische Informationen für potentielle Auswanderer nach Nicaragua - einer ungewöhnlichen Destination, deren Popularität im Wachsen begriffen ist. Hält dieser "Guide" sein Versprechen?

 

Nicaragua ist ein zentralamerikanisches Land, das vor allem für politische Turbulenzen und Verfehlungen der US-Außenpolitik bekannt ist: Contra-Affäre versus Sandinistas. Doch aufgrund seiner Lage neben den langsam überlaufenen Top-Destinationen für Auswanderer aus den USA und Europa, Costa Rica und Panama, machte das Land in den letzten Jahren eine rapide Entwicklung durch. Insbesondere im schönen Cordoba am riesigen Nicaragua-See lebt mittlerweile eine über 1000-köpfige Einwanderer-Gemeinschaft und verzeichnet ein rasantes Wachstum. Die Immobilienpreise verdreifachten sich innerhalb kurzer Zeit, doch ein richtiger Boom steht noch aus. Viele Investoren warten die nächsten Wahlen im Herbst dieses Jahres ab, bei denen die sozialistischen Sandinista die Macht vollends übernehmen könnten. Doch ist auch dieser lateinamerikanische Sozialismus mittlerweile relativ zahm - die Spitzen der Partei sind heute Geschäftsleute, die aufgrund der weitgehenden Kontrolle der Justiz durch Sandinistas große Vermögen anhäufen konnten.



Christopher Howard's Living and Investing in the New Nicaragua beginnt gleich mit einem Etikettenschwindel: Der eigentliche Autor wird erst auf der ersten Seite enttarnt, es ist Tim Rogers, Herausgeber der kleinen englischsprachigen Zeitung in Nicaragua, Nica Times. Obwohl das Buch bereits in der zweiten Auflage erscheint, wimmelt es nur so von Druckfehlern - und auch kleineren faktischen Fehlern. Die Gestaltung des Textes ist unprofessionell und man merkt, wie ein dünnes Elaborat auf 310 Seiten ausgedehnt wurde - bei 5 Sätzen pro Seite.



Bei einem Preis von etwa €22 kann das Handbuch ohne Übertreibung als Katastrophe bezeichnet werden. Allein beim praktischen Teil über das Alltagsleben vermag der Autor ein wenig den Eindruck zu erwecken, dass er das Land kennt, wenngleich es teilweise ins Peinliche abgleitet: "Gringo" auf der Suche nach junger, hübscher Lateinamerikanerin.



Nützlich ist ein Adressen- und Telefonverzeichnis, wobei angesichts der mit "113350.2341@comouserve.com" angegebenen Emailadresse der österreichischen Botschaft die Zuverlässigkeit der Angaben fraglich ist. Die Informationen zum Immobilienerwerb sind rudimentär, wenngleich sicherlich eine gute erste Einführung. Die Angaben zur Gründung eines Unternehmens lassen zweifeln, ob Nicaragua tatsächlich ein geeigneter Boden für Investitionen ist: Die Gebühren werden mit €2.300 veranschlagt, ohne die Kosten des dringend empfohlenen (und wohl notwendigen) Anwalts; das Prozedere erfordert sechs verschiedene Bewilligungen und wird als "tedious" (mühsam) umrissen. Kein Wunder, dass auf der nächsten Seite für die Unternehmenszulassung in Panama geworben wird.



Einzig der Bürgermeister von Cordoba hat sich dem Kampf gegen die Bürokratie verschrieben, doch die Mühlen mahlen gerade in Lateinamerika langsam. Wie der Autor anführt, sind nur etwa 3 von 10 Auswanderer in Lateinamerika als Unternehmer erfolgreich. Da ist es ein schwacher Trost, dass die Arbeitskräfte in Nicaragua sehr billig sind. Eine Vollzeit-Haushälterin verdient €60 im Monat, ein Bauarbeiter €80-160 (bei einer 48 Stunden-Woche). Angesichts der hohen Regulierungsdichte, insbesondere im Arbeitsrecht, geht offenbar nichts ohne einheimischen Juristen (oder Schmiergeld - was allerdings offenbar gerade bei Ausländern scharf geahndet wird).



Im Gegensatz zu seinen Nachbarn macht Nicaragua "perpetual tourists" noch keine Probleme, also jenen, die ihr (dreimonatiges) Touristenvisum ständig erneuern, anstatt sich offiziell niederzulassen.

Alles in allem, bietet wohl jeder Reiseführer eine bessere Einführung in das Land. Wer allerdings eine gute Zusammenstellung der wichtigsten praktischen Fragen (mit leichtem Fokus auf US-Amerikaner) als erste Einführung sucht, erhält für sein Geld eine etwa zweistündige, einfache Lektüre. Wen zudem die für das Thema typische Schlampigkeit (fast schon Schmierigkeit) nicht stört, wie sie auch fast jede Website zum Thema Auswandern kennzeichnet, dem könnte man das Buch sogar fast - mit obigen Einschränkungen - empfehlen.

 

13.02.2006
Schweizer Interesse an Kubas Biotechnologie
Am Montag reist eine Schweizer Delegation nach Kuba. Ziel des einwöchigen Besuchs ist eine verstärkte Zusammenarbeit in der Biotechnologie-Forschung.
 
"Es gibt sehr wenige Beziehungen zwischen Kuba und der Schweiz im Gebiet der Forschung, und ich denke, es ist Zeit, unsere Zusammenarbeit zu verstärken", führt Charles Kleiber im Gespräch mit swissinfo aus.

"Wir wollen uns vor Ort über den Stand der Biotechnologie-Forschung informieren und schauen, was wir von Kuba lernen können", so Kleiber weiter.

Die Schweizer Delegation besteht neben dem Staatssekretär aus zwei Wissenschaftern der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne und dem Rektor der Universität Basel.
 
 
Exporte in mehr als 50 Länder
 
Beobachter weisen darauf hin, dass Kuba nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und unter dem Druck des amerikanischen Handelsembargos gezwungen gewesen sei, im Gesundheitsbereich nach eigenen Lösungen zu suchen.

Im Sektor Biotechnologie gehört Kuba zu den führenden Ländern der Dritten Welt. Das Land exportiert Produkte in mehr als 50 Länder, hauptsächlich nach Lateinamerika, Osteuropa und Asien.

Ein Schwerpunkt der kubanischen Biotechnologie sind Impfungen. So haben kubanische Forscher die bislang einzige Impfung gegen einen bestimmten Stamm der Meningitis entwickelt.

Kubanischen Forschern gelingen immer wieder beeindruckende wissenschaftliche Fortschritte. Zurzeit konzentrieren sich die Bestrebungen auf die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Dengue-Fieber, gegen Aids, Cholera und Krebs.

Der Pharmagigant GlaxoSmithKline will demnächst mit einem in Kuba entwickelten Meningitis B-Impfstoff klinische Versuche beginnen. Experten gehen davon aus, dass auch schweizerische Firmen in Zukunft ähnlich gelagerte Aktivitäten entfalten könnten.
 
 
 
Das grosse Interesse Castros
 
"Wenn es eine Möglichkeit gibt, im Bereich der Forschung enger zusammenzuarbeiten, dann werden wir dies tun", sagt Charles Kleiber. Bei seinem Besuch wird er den Minister für Hochschulen und Forschung sowie den Aussenminister treffen.

"Kuba ist ein Sonderfall und spielte im Kalten Krieg eine historische Rolle", erklärt Kleiber. "Jetzt sprechen auch die Kubaner von der Nach-Fidel-Periode. Auch hier müssen wir schauen, wie sich das Land entwickelt."

Gemäss einer Studie gründet der Erfolg Kubas auf langjährigen Investitionen in die Bildung und Forschung. Ein anderer Grund ist das grosse Interesse von Staatschef Fidel Castro an der Biotechnologie.
 
12.02.2006
Forschungszusammenarbeit mit Kuba soll gestärkt werden
Bern. SDA/baz. Der Staatssekretär für Bildung und Forschung, Charles Kleiber, besucht ab Montag für fünf Tage Kuba.
 Er will die Forschungszusammenarbeit mit dem Land in der Biotechnologie und dem Städtebau verstärken.

 

Kleiber werde sich mit zwei Ministern treffen und verschiedene Forschungszentren besuchen, sagte Claudio Fischer, Leiter des Ressorts bilaterale Forschungszusammenarbeit im Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF), zu einem Artikel in der Zeitung «24 Heures». Die Schweizer Delegation besteht aus acht Personen.

 

Bereits im Dezember 2002 hatte eine Schweizer Delegation Kuba besucht. Damals hatte Kleiber die Fortschritte Kubas im Städtebau und öffentlichen Gesundheitswesen hervorgestrichen.

 

Die Schweiz finanziert seither zwei Projekte in der Onkologie und der Städteplanung mit. Kleiber will anlässlich seiner Reise in den Gesprächen auch Möglichkeiten prüfen, um die Mobilität kubanischer Studenten und Doktoranten zu vergrössern.

10.02.2006
Auf einen Kaffee nach Kuba
Der kleine Ort Las Terrazas westlich von Havanna hat sich zum ökotouristischen Ausflugsziel entwickelt. Wie im 18. Jahrhundert wird hier wieder Kaffee angebaut.

 

Von Andreas Heimann

Es sieht ganz kuschlig aus bei Maria Hernandez. Ein Schaukelstuhl steht neben dem Tisch, im kleinen Nebenzimmer kocht schon der Kaffee. Marino Meranda hilft, ihn zu servieren. Die beiden alten Herrschaften arbeiten in einem Café in Las Terrazas, das auch ihr Wohnzimmer sein könnte. Doch meistens sitzen an ihrem Tisch Touristen. Las Terrazas, ein Stück westlich von Havanna, entwickelt sich zum Ausflugsziel. Vor 20 Jahren hätte das noch kaum jemand für möglich gehalten.

 

Die Gemeinde ist heute Teil des Biosphären-Reservates Sierra del Rosario der Unesco und ein ökotouristisches Vorzeigeprojekt. Das Naturschutzreservat liegt im «Schwanz des Krokodils», ganz in Kubas Westen also. Die Provinz Pinar del Rio ist vor allem eines: grün. Die Landschaft ist von hügeligen Mittelgebirgen durchzogen und bewaldet - jetzt wieder. Denn das Naturschutzgebiet rund um Las Terrazas ist ein Wiederaufforstungsprojekt. Tausende von Bäumen sind in den vergangenen Jahren gepflanzt worden.

In der Kolonialzeit fiel dem Raubbau an der Natur vor allem der Wald zum Opfer: Das Holz wurde für den Schiffbau gebraucht, der Boden für Zucker- und Kaffeeplantagen - so wie in Las Terrazas. «Im 18. Jahrhundert brachten die Franzosen Kaffeepflanzen hierher», erzählt Alexis Lopez. «Bald darauf arbeiteten 120 Sklaven auf den Feldern und wohnten in den Baracken daneben.» Ihre Geschichte war schon fast vergessen. Inzwischen wird wieder an sie erinnert. Sogar Kaffee wird wieder angebaut, allerdings nur noch in vergleichsweise kleinem Stil.

Die Secaderos von einst wurden rekonstruiert, die Trockenflächen, auf denen die Kaffeebohnen in der Sonne ausgebreitet wurden. In einer Hütte mit Palmendach ist auch noch ein Mühlstein zu sehen, der früher von Zugtieren bewegt wurde, um die Kaffeebohnen auf diese Weise zu schälen. «Bis ungefähr 1850 wurden die Bohnen nur geschält exportiert», sagt Lopez, der Besuchergruppen durch die alte Plantage führt. Anders als früher werden auch keine Robusta-Sorten angepflanzt, sondern nur Arabica, «weil die unter ökologischen Gesichtspunkten besser sind.»

 

Übernachtungen sind zum Beispiel im Vier-Sterne-«Hotel Moka» möglich, mitten im dichten Grün. Pinar el Rio hat auch unter botanischen Gesichtspunkten einiges zu bieten: Almancigo-Bäume zum Beispiel gibt es immer wieder zu sehen. «Wir nennen sie Touristen-Bäume», sagt Alexis Lopez, «weil ihre Rinde so stark blättert - wie helle Haut beim Sonnenbrand.» In der Lobby des «Hotel Moka» ragt ein mehr als 100 Jahre alter Johannisbrotbaum bis durch das Dach des Hauses, und von den 26 Zimmern aus fällt der Blick auf Teak- und Mahagonibäume.

 

Nicht einmal 1000 Einwohner hat die Gemeinde Las Terrazas. «60 Prozent von ihnen arbeiten im Tourismus», erzählt Lopez. Viele Besucher kommen in das Naturreservat allerdings nicht um zu übernachten, sondern vor allem, um zu baden: Der Rio San Juan plätschert hier durch grünes Dickicht. An dem kleinen Fluss haben es sich gleich mehrere Familien gemütlich gemacht. Die einen sitzen auf den Felsen in der Sonne, die anderen schwimmen durch das angenehm warme Wasser.

 

Ein kleiner Wasserfall reizt vor allem Kinder, die sich kopfüber durch die Stromschnellen spülen lassen. Eigentlich wirkt das alles völlig idyllisch - dass in der Nähe irgendwann einmal Sklaven auf den Kaffeefeldern geschuftet haben, ist schnell vergessen. (dpa/gms)

09.02.2006
Kuba setzt auf höhere Einfuhren
Finanzierung ist wegen guter Wirtschaftsdaten gesichert – vorerst Kuba weitet derzeit seine Importe stark aus. Trotz des aktuellen Konjunkturaufschwungs könnte dies finanzielle Probleme aufwerfen.

 Dieser Tage unterzeichneten Pedro Alvarez, der Direktor der kubanischen Lebensmittelimportfirma Alimport, und David Anderson, Vorsitzender der US-Getreidevereinigung, eine Absichtserklärung über den Kauf von 700 000 Tonnen Mais. Die Lieferung, die im Laufe des Jahres in kubanischen Häfen gelöscht werden soll, hat einen Wert von auf rund 100 Millionen US-Dollar. Der Chefeinkäufer der Regierung Castro kündigte dabei an, die Lebensmittelimporte seines Landes werden 2006 den Wert des Vorjahres – 540 Millionen Dollar – übersteigen.
Seit der Aufnahme der Importe aus den USA im Jahr 2001 wurden regelmäßig ordentliche Zuwächse verzeichnet. Längst sind die Vereinigten Staaten Kubas wichtigster Lebensmittellieferant. Dabei muss der kleine Inselstaat Cash zahlen. Deshalb werden die Einfuhren oft mit teuren kurzfristigen Krediten von Banken aus Drittländern finanziert. Gleichwohl ist die Gesamtzahl derartiger Kontrakte seit 18 Monaten rückläufig. Dank erfolgreicher Umschuldungen belaufen sich die kurzfristigen Verbindlichkeiten auf noch 23 Prozent der Gesamtschulden, erläutert Juan Triana, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Havanna.

 


Der sinkende Finanzdruck ist auch auf die guten Wirtschaftsdaten zurückzuführen. Nach einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 5,4 Prozent im Jahr 2004 gab es 2005 nach Angaben von Wirtschaftsminister José Luis Rodríguez ein rekordverdächtiges Plus von 11,8 Prozent. Den Aufschwung verdankt Kuba vor allem dem Boom im Tourismussektor und in der Nickelbranche. Allerdings sind die Zahlen auch durch Änderungen in der Statistik verzerrt. So werden nun Sozialleistungen, Investitionen in das Gesundheits- und Bildungswesen sowie der Auslandseinsatz von Abertausenden von Ärzten und Krankenschwestern, unter anderem in Venezuela, bei der Berechnung des BIP berücksichtigt. Kritiker sprechen von einer eigenwilligen Buchführung.

 


Gleichwohl sieht die finanzielle Situation Kubas auch real besser aus, wie auch die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika, CEPAL, mitteilt. Die gute Konjunktur sowie Direktinvestitionen aus Kanada, China und Venezuela haben zu einem ungewohnten Devisenpolster von 860 Millionen US-Dollar geführt. Dieses schmilzt derzeit allerdings schon wieder. Im Zusammenhang mit einem Umbau der Energieversorgung wurden für rund eine halbe Milliarde US-Dollar in Korea, Dänemark und anderswo Generatoren geordert. Zudem sollen moderne, energiesparende Haushaltsgeräte wie Herde, Ventilatoren, Reiskocher usw. eingeführt werden. Langfristig verspricht sich Havanna von dem Programm, das Fidel Castro als »Revolución energética« bezeichnet, einen geringeren Stromverbrauch und dadurch auch geringere Kosten. Mit den anvisierten Einsparungen soll unter anderem der Import moderner Lokomotiven für das marode Eisenbahnnetz und von 1000 neuen Bussen finanziert werden. Fidel Castro taxierte in einer Rede Ende Januar die Kosten auf eine Milliarde US-Dollar und sicherte den chinesischen Lieferanten pünktliche Bezahlung zu.

 
Ob die Rechnung aufgeht, ist indes unklar. Denn es gibt auch Risiken für die Konjunktur. Die Dürre im Osten der Insel und die Hurrikans haben der Landwirtschaft stark zugesetzt. Gerade 1,5 Millionen Tonnen Zucker wurden im letzten Jahr geerntet, und für dieses Jahr wird nicht wesentlich mehr erwartet. Ähnlich sieht es beim Tabak aus. Probleme dürfte auch der Einbruch bei den Überweisungen aus der kubanischen Community in Miami bereiten. Dieser wird sich in der Devisenbilanz negativ bemerkbar machen, die aber zentral für die großen Importpläne ist.

 

Knut Henkel  Neues Deutschland

09.02.2006
Zwei Fische, ein Vaterland
Biologen haben erstmals Indizien dafür gefunden, dass neue Tier- und Pflanzenarten auch ohne räumliche Isolation entstehen können

Von Marieke Degen

ei der Partnerwahl ist die Schwanzlänge das Einzige, was zählt – jedenfalls bei männlichen Schwertträger-Fischen. Zwar behindern die langen Schwanzflossen ihre Träger beim Schwimmen, außerdem locken sie Feinde an. Aber auf die Weibchen wirkt die Zierde unwiderstehlich. Sie signalisiert nämlich indirekt die Qualität des Erbguts. Im Lauf der Evolution entwickelten Schwertträger-Männchen in der Konkurrenz um Weibchen immer längere Schwänze – ein Paradebeispiel für sexuelle Selektion.

Und nicht nur auf Artgenossinnen wirkt die Prachtflosse attraktiv. Auch einige Platy-Weibchen haben sich vor zwei Millionen Jahren offenbar mit den artfremden Schwertträgern eingelassen und so eine neue Art begründet: Xiphophorus clemenciae, der so genannte gelbe Schwertträger, lebt heute im südmexikanischen Rio Cotzacoalcos. So zumindest hat ein Team um den Konstanzer Evolutionsbiologen Axel Meyer die Geschichte der gelben Schwertträger rekonstruiert. Genanalysen zeigen, dass die gelben Schwertträger nicht, wie in der Evolution üblich, durch Anpassung an ökologische Zwänge entstanden, sondern durch artübergreifende sexuelle Selektion (Molecular ecology online vom 25. Januar 2006).

Eine zweite Studie könnte neuen Schwung in einen jahrzehntelangen Streit unter Evolutionsbiologen bringen: Ist es möglich, dass sich eine neue Art aus einer bereits bestehenden entwickelt, ohne vorher durch einen Fluss oder eine Schlucht geografisch von ihr getrennt zu werden? Es ist möglich, sagt Meyer. In einem winzigen nicaraguanischen Kratersee hat er diese so genannte sympatrische Artbildung bei seinen Lieblings-Forschungsobjekten, den Buntbarschen, nachgewiesen (Nature, Vol. 439, S. 719).

Die meisten Tierarten, so die bisherige Annahme, sind allopatrisch entstanden – durch eine Trennung der Lebensräume: Eine Population (von einer Tierart) wird durch eine geografische Barriere in zwei Gruppen gespalten, wodurch keine Gene mehr zwischen den Gruppen ausgetauscht werden. Jede Tiergruppe passt sich dann an die neue Umwelt an, bis sich die beiden Gruppen nach einigen Generationen so sehr in Erbgut und Verhalten unterscheiden, dass sie sich nicht mehr untereinander fortpflanzen können. Zwar hielten Populationsgenetiker es theoretisch für möglich, dass Arten sympatrisch, ohne geografische Barrieren, entstehen können. Nachgewiesen wurde das jedoch noch nie.

Optimale Bedingungen für ihre Analysen fanden Meyer und seine Kollegen im nicaraguanischen Vulkankratersee Apoyo: Er misst nur fünf Kilometer im Durchmesser, ist vermutlich nicht älter als 23 000 Jahre und von anderen Seen und Gewässern isoliert. Zwei Buntbarsch-Arten leben hier. Der wuchtige, in Nicaragua verbreitete Zitronenbuntbarsch und ein schlankerer Vetter, Pfeilbuntbarsch genannt, der nur im Apoyo-See vorkommt – und darum hier entstanden sein muss.

Fast drei Jahre lang verglichen die Forscher Lebensraum und Fressgewohnheiten. Sie errechneten den durchschnittlichen Körperbau von Apoyo-Zitronenbuntbarsch und Pfeilbuntbarsch und analysierten die Mitochondrien- und Kern-DNA der Tiere. »Zweifellos«, sagt Meyer, »handelt es sich bei den Apoyo-Barschen um getrennte Arten.« Der Zitronenbuntbarsch lebt und frisst in den felsigen Tiefen des Sees, sein schmaler Mitbewohner bevorzugt offenes Wasser und dessen Nahrungsangebot. Die beiden können sich nicht miteinander fortpflanzen – und wollen es auch nicht, wie Verhaltensexperimente gezeigt haben.

Aus der Analyse des Erbmaterials schlossen die Forscher jedoch, dass der Apoyo-See nur einmal besiedelt wurde, von Zitronenbuntbarschen, aus denen sich in weniger als 10000 Jahren die Pfeilbuntbarsche entwickelt haben müssen. Durch natürliche Selektion haben sie sich an das offene Wasser im See angepasst, ohne von ihrer Ursprungsart geografisch getrennt zu sein.

Ähnliches hat der britische Botaniker Vincent Savolainen in der Pflanzenwelt beobachtet: Zwei Palmenarten, die nebeneinander eine kleine, abgelegene australische Insel besiedeln, stellten sich nach der Erbgutanalyse als Schwestern heraus. Vor ungefähr sechseinhalb Millionen Jahren, kurz nachdem die Insel entstand, müssen sie sich sympatrisch auseinander entwickelt haben, jetzt wurzeln sie in unterschiedlichen Böden und blühen zu verschiedenen Jahreszeiten (Nature online vom 8.Februar 2006).

 

Trotz ausgefeilter Untersuchungsmethoden in beiden Studien bleibt der amerikanische Evolutionsbiologe Jerry Coyne skeptisch. »Es ist fast unmöglich, sympatrische Artbildung zweifelsfrei zu beweisen«, sagt er. Bei den Apoyo-Barschen komme nämlich auch die allopatrische infrage: Beide Arten könnten durch Fluten oder Stürme nacheinander in den See geschwemmt worden sein und im Laufe der Jahre Gene ausgetauscht haben, was die Ähnlichkeiten im Erbgut erklären würde – so geschehen zum Beispiel bei Stichlingen in kanadischen Seen. Bei den Apoyo-Buntbarschen sei die sympatrische Artbildung allerdings wahrscheinlicher, gibt Coyne zu.

»Umfassender, als wir die Analysen gemacht haben, geht es kaum«, sagt Meyer. Sein Team hat nicht nur mitochondriale und Kern-DNA analysiert, sondern die Ergebnisse mit dem Erbgut von 500 verschiedenen Buntbarschen aus allen Ecken Nicaraguas verglichen. Ein Pendant zum Pfeilbuntbarsch außerhalb des Apoyo-Sees fanden die Forscher dabei nicht.

Dass unzureichende DNA-Analysen Halbwahrheiten ans Licht bringen können, hat er bei seiner Studie über Platys und Schwertträger selbst erfahren. Um die Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Xiphophorus-Gattung, zu der 22 Platy- und Schwertträger-Arten gehören, molekularbiologisch zu klären, hat Meyer bereits 1994 deren Erbgut sequenziert – allerdings nur das ausschließlich von der Mutter weitergegebene mitochondriale. Das Ergebnis war überraschend: Glaubt man den Mitochondrien, waren die Xiphophorus clemenciae, trotz Schwertflosse, im Stammbaum nicht bei den Schwertträgern anzusiedeln, sondern bei den Platys. Untersuchungen der Kern-DNA zehn Jahre später ordnen die Fische dort ein, wo sie morphologisch hingehören: zu den Schwertträgern. In der Kern-DNA findet sich auch das Erbgut des Vaters – die definitive Bestätigung dafür, dass Platy-Weibchen sich einst mit Schwertträger-Männchen gepaart haben.

08.02.2006
Nicaragua und wahres Glück
Niedriglöhne, Kinderarbeit, Leben in Wellblechhütten - Ich konnte mir nicht vorstellen, wie man so leben kann. Jetzt weiß ich mehr...
 
Mein nächstes Reiseziel steht schon fest. Das tat es schon in dem Moment, in dem ich im Flugzeug den düsseldorfer Heimatflughafen ansteuerte. Ich will zurück nach Nicaragua!

Nicht nur, dass ich dort durch meine Arbeit viele nette Menschen kennen gelernt habe, die ich nur allzu gerne wieder sehen wollte – nein, die Widersprüchlichkeiten des Landes hatten mich fasziniert, mich so sehr in ihren Bann gezogen, dass ich sie noch einmal erleben muss. Wie können Menschen zufrieden und glücklich sein in einem so sehr von Armut gebeutelten Land, in dem die Jugendlichen und Erwachsenen, die ich traf, schon hart arbeiten mussten, als ich mir noch kindliche Gedanken darüber machte, ob ich mir lieber einen Barbie-Ferrari oder ein Playmobil-Piratenschiff zu Weihnachten wünschen sollte?

Niedriglöhne, Kinderarbeit, Leben in Hütten, notdürftig zusammengeschustert aus Wellblech, Sperrholz und allem, was sich auf einer der vielen wilden Mülldeponien finden ließ. Die tägliche Sorge, woher das Geld für das nächste Essen kommen sollte oder wie die erforderliche Schuluniform für eines der sieben oder acht Kinder bezahlt werden soll – wenn sich die Familie überhaupt leisten kann, dass einige ihrer Kinder für ein paar Jahre zur Schule gehen. Sieben-Tage-Arbeitswochen mit einer täglichen Arbeitszeit von zwölf oder vierzehn Stunden.

Ich konnte mir nicht vorstellen, wie man so leben kann. Umso erstaunter war ich darüber, wie mir diese Menschen begegneten.

Da war die Frau, die über die Straße auf mich zueilte, wohl meine Verzweiflung erkennend, als ich völlig verloren und orientierungslos umherirrte. Die mir nicht nur den Weg erklärte, sondern mich sogar an mein Ziel führte und deren Augen strahlten, als ich mich erleichtert bedankte.

Da war José, der 18-jährige Junge, der nachts dafür zuständig war, uns Touristen die Tür der „Hospedaje“ in der ich wohnte zu öffnen. Freudestrahlend begrüßte er mich jeden Abend, wenn seine 12-stündige Nachtschicht begann, erzählte mir von seiner Familie, die er alle zwei Wochen, wenn er seine ‚freie Nacht’ hatte, in seinem kleinen Heimatdorf, etwa sechs bis sieben Stunden Busfahrt entfernt, besuchte. Der nicht einmal darüber klagte, dass er nie zur Schule gehen konnte, seine Nächte arbeitend und seine Tage schlafend verbrachte.

Wie freuten sich die Kinder des Projektes, in dem ich arbeitete, wenn ich kam. Sie wollten mit mir spielen, mir alles zeigen, was sie in ihrem Viertel für sehenswert und wichtig hielten. Ihre Mütter winkten mir zu, wenn ich ihnen begegnete – auf dem Heimweg vom Markt oder dem Straßenstand, an dem sie seit morgens um sechs ihre gefüllten Tortillas, Obst und Gemüse oder Näharbeiten feilgeboten hatten.

Als ich mit einer Freundin morgens unglaublich früh aufgestanden war, um mit dem Bus über die Grenze nach Honduras zu fahren, lernte ich viel über die Gelassenheit der Nicaraguaner. Wir waren schon einige Stunden unterwegs und es sollte nicht länger als eine weitere Stunde dauern um die Grenze zu erreichen, als unser Bus, einer dieser ursprünglich gelben nordamerikanischen Schulbusse, die dort schon vor langer Zeit ausgemustert worden waren und nun in Nicaragua farbenprächtig und wild dekoriert wieder zu neuem Glanz erstrahlten (nur ganz bestimmt nicht zu erhöhter Fahrtüchtigkeit), auf einen Parkplatz im Niemandsland fuhr. Als ich mich nach dem Grund erkundigte, wurde mir mitgeteilt, dass gerade an diesem Tag die neue Grenzbrücke von den Präsidenten Nicaraguas und Honduras’ eingeweiht werden sollten und wir nun zu warten hätten, bis der Präsident vorbeigefahren und das Spektakel vorbei sei. Meine Frage über die zu erwartende Wartezeit wurde mit allem, von einem Achselzucken bis zu Zeitraumangaben von drei bis sechs Stunden, beantwortet. Wir waren der Verzweifelung nahe, wollten wir doch noch am selben Tag unseren Zielort in Honduras erreichen. Nachdem ich mich ein Weile aufgeregt und die Menschen in meiner Umgebung mich dabei amüsiert beobachtet hatten, kam ein Nicaraguaner auf mich zu und zeigte auf einen in der Nähe parkenden LKW, unter dem der Fahrer mitsamt seiner Frau gelassen in einer Hängematte baumelte. Noch bevor wir den Laster erreichten, hing dort schon eine zweite Hängematte, die uns freundlich angeboten wurde.

Ich will gar nicht behaupten, in Nicaragua sei die Welt noch in Ordnung, weil sich die Menschen nicht so sehr an Materiellem orientieren, weil sie ihr Leid nicht nur ertragen, sondern sogar noch das Beste aus ihrer Lebenssituation machen. Nein – es gibt viele, denen es tatsächlich unsagbar schlecht geht. Und es wäre toll, würden sich die Lebensbedingungen und Chancen verbessern, müssten die Menschen nicht so viele Steine aus dem Weg räumen, nur um zu leben.

Aber es gab noch viele weitere Begegnungen und Situationen, in denen ich lernte, dass wahre Freunde und wahres Glück nicht dem Materiellen entspringen. Daran denke ich, wenn ich mal wieder anfangen möchte zu fluchen, weil mein Fernseher nicht mehr funktioniert oder die Waschmaschinentür nicht aufgeht.
06.02.2006
Kopf-an-Kopf-Rennen bei Präsidentschaftswahl in Costa Rica
SAN JOSé - Nach Auszählung von über der Hälte der Wahlbüros hat sich bei der Präsidentschaftswahl in Costa Rica ein Kopf-an-Kopf-Rennen abgezeichnet. Friedensnobelpreisträger Oscar Arias lag mit 40,7 Prozent der Stimmen leicht vorn.

Sein Hauptrivale Otton Solis erhielt 40,2 Prozent, wie aus einem um 00.00 Uhr Ortszeit (07.00 Uhr MEZ) veröffentlichten Zwischenergebnis hervorging. Bisher wurden die Stimmen von 64 Prozent der Wahlbüros ausgezählt. Zuvor hatte eine erste Nachwahlbefragung noch einen klaren Sieg für Arias vorausgesagt, der schon 1986 bis 1990 Staatschef des mittelamerikanischen Landes gewesen war.

 

Arias war 1987 für seine Bemühungen um Frieden in Mittelamerika mit dem Nobelpreis geehrt worden. Konkurrent Otton Solis tritt für die Mitte-links-Partei der bürgerlichen Aktion (PAC) an.

06.02.2006
Fidel Castro und Hugo Chávez eröffneten Internationale Buchmesse in Havanna. Großkundgebung vor 200000 Menschen.
Abzug der Besatzer aus Irak gefordert
Der unglaubliche Ansturm der Bevölkerung von Havanna auf die 15. Internationale Buchmesse am Samstag morgen machte bei den Ausstellern alle Anstrengungen der vergangenen Tage bei Aufbau und Vorbereitungen vergessen.

 Vor allem junge Leute schoben sich den ganzen Tag lang durch die Dutzenden von Messehallen, kauften Bücher, diskutierten mit den Ausstellern, sahen Filme und erlebten Buchpräsentationen. Am Freitag nachmittag war die Messe auf der historischen Festung San Carlos de la Cabana offiziell eröffnet worden. Und das mit einem Paukenschlag.

Fidel Castro war gekommen, und er hatte seinen Staatsgast Hugo Chávez, den Präsidenten Venezuelas, mitgebracht. Beide Comandantes unterzeichneten vor den mehr als 1000 Gästen der Veranstaltung einen Vertrag über die gegenseitige Förderung von Kultur und Kunst. Protokoll, Politikalltag? Mitnichten. Zwischen den beiden Ländern hat sich in den vergangenen Jahren eine immer stärkere Bindung entwickelt; und Castro wie Chávez sind offensichtlich entschlossen, diesen Prozeß weiter voranzutreiben. Das war für alle Teilnehmer deutlich auch am lockeren und freundschaftlichen Umgang der beiden miteinander zu spüren.

Der Vertrag wird für junge Leute, Studenten, Literaten, Film- und Fernsehschaffende, Künstler aller Richtungen neue Möglichkeiten schaffen. Bedeutung wird er jedoch auch über Kuba und Venezuela hinaus haben, denn in ihm ist auch die Gründung eines großen Verlages im Rahmen von ALBA, der bolivarischen Alternative für Lateinamerika, festgeschrieben.

Im Mittelpunkt der Eröffnungsveranstaltung stand ein Buch des venezolanischen Schriftstellers arabischer Abstammung Tarek William Saab – »Die Kinder des Unglücks«. Fidel Castro hatte den von Chávez als Dichter der Revolution bezeichneten Autoren auf die Idee gebracht, nach dem verheerenden Erdbeben vom 8. Oktober 2005 nach Pakistan zu reisen. In seinem Buch berichtet Saab über das Schicksal der Menschen nach der Katastrophe, aber auch über den Einsatz der Brigade »Henry Reeve« in Pakistan – 2500 Ärzte, Krankenschwestern, Techniker aus Kuba, die seit dem vergangenen Herbst in der Erdbebenregion tätig sind. Saab berichtete von seinem Aufenthalt in Pakistan und davon, daß die kubanischen Ärzte bereits 600000 Erdbebenopfer behandelt hätten. Schließlich bat er Hugo Chávez, aus seinem Buch vorzulesen. Der ließ sich zur Freude der Gäste die Gelegenheit nicht nehmen, auch seine rezitatorischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

 

Venezuela ist in diesem Jahr Ehrengastland auf der Buchmesse. Die Delegation wurde vom Kulturminister Venezuelas, Farruco Sesto, vorgestellt. Sie ist so groß, daß damit alle Rekorde aus vergangenen Jahren gebrochen werden. 80 Delegierte und 35 Schriftsteller stellen 1200 Titel aus 62 Verlagen vor, insgesamt sind eine Million Bücher aus Venezuela auf die Festung gebracht worden. Bei seiner ersten Kuba-Reise, so Sesto, habe er an einer Bibliothek einen Satz Castros gelesen: »Glaubt nicht, sondern lest!« Dafür würden jetzt auch in Venezuela die Voraussetzungen geschaffen, denn vor Chávez sei die Literatur ausschließlich Sache der Eliten gewesen. Das ändere sich jetzt. In Zukunft will das Land täglich fünf neue Buchtitel für seine Bevölkerung zur Verfügung stellen.

 

Der Abend fand seinen Abschluß mit einer Kundgebung auf dem Platz der Revolution in Havanna. Fidel Castro zeichnete Hugo Chávez mit dem von der UNESCO gestifteten »José-Martí-Preis« aus. Die Auszeichnung wurde für den großen Beitrag des Präsidenten zur Integration Lateinamerikas, für seine Verdienste bei der Bewahrung der kulturellen Traditionen und der Alphabetisierung der Bevölkerung verliehen.

 

Lateinamerika, so betonten beide Politiker vor mehr als 200000 Kundgebungsteilnehmern, erlebe eine Wende. Hier werde der Neoliberalismus scheitern, und dieses Scheitern sei für die Menschheit überlebensnotwenig. Scharf kritisierte der venezolanische Präsident den Imperialismus der USA, der die Welt dem Zusammenbruch ausliefere und forderte den Abzug der US-Truppen aus dem Irak. Er begrüßte die Regierungsübernahme durch Evo Morales, den indigenen Gewerkschaftsführer der Kokabauern, in Bolivien und bezeichnete ALBA, den Zusammenschluß der Völker für ihre eigenen Interessen und gegen die Interessen des Imperialismus der USA, als das notwendige politische Modell für Lateinamerika. Der einzig gangbare Weg zu einer gerechten Welt, so Chávez unter dem Jubel der 200000, sei der Sozialismus.

 

Ulrich Schwemin

05.02.2006
Costa Rica wählt einen neuen Präsidenten
San José (AP) Der Friedensnobelpreisträger Oscar Arias ist am Sonntag als klarer Favorit in das Rennen um das Präsidentenamt in Costa Rica gegangen.
 

San José (AP) Der Friedensnobelpreisträger Oscar Arias ist am Sonntag als klarer Favorit in das Rennen um das Präsidentenamt in Costa Rica gegangen. Der frühere Amtsinhaber von der oppositionellen Partei der Nationalen Der frühere Amtsinhaber von der oppositionellen Partei der Nationalen Befreiung (PLN) tritt für ein Freihandelsabkommen mit den USA ein. In letzten Umfragen vor Öffnung der Wahllokale lag der Präsident der Partei Bürgeraktion (PAC), Otton Solis, mit deutlichem Abstand auf Platz zwei. Er sieht in dem Freihandelsabkommen eine Gefahr für die Wirtschaft des Landes.

 

«Heute werden wir zu einer Realität machen, was die Umfragen vorhergesagt haben», sagte Arias. Der 65-Jährige erhielt 1987 den Nobelpreis für seine Bemühungen um Friedensgespräche, die schließlich den Krieg zwischen El Salvador und Nicaragua beendeten. Arias will die Infrastruktur des Landes verbessern und mehr in das Bildungswesen investieren. Hauptthema des Wahlkampfs war jedoch das Freihandelsabkommen mit den USA, dem die anderen Staaten der Region - Nicaragua, Guatemala, Honduras, El Salvador und die Dominikanische Republik - bereits beigetreten sind.

 

Costa Rica ist dank einer boomenden Öko-Tourismus-Industrie vergleichsweise wohlhabend, die Löhne sind relativ hoch und ziehen Arbeitskräfte aus Nicaragua und El Salvador an. Dennoch leben 20 Prozent der vier Millionen Einwohner unter der Armutsgrenze.

 

Der 51-jährige Ökonom Solis will das Freihandelsabkommen neu verhandeln, da es nach seiner Ansicht in seiner gegenwärtigen Form Kleinbauern schaden und die Armut verschärfen würde. Im Fall seiner Wahl will er Bauern und Kleinbetriebe unterstützen. Vor vier Jahren bewarb er sich ebenfalls um die Präsidentschaft und unterlag. Amtsinhaber Abel Pacheco de la Espriella kann laut Verfassung nicht wiedergewählt werden.

 

Wahlberechtigt waren 2,5 Millionen Bürger. Insgesamt bewarben sich 14 Kandidaten um das Amt. Sollte keiner von ihnen mehr als 40 Prozent der Stimmen erzielen, entscheidet am 2. April eine Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten. Außerdem hatten die Wähler am Sonntag über die beiden Vizepräsidenten, alle 57 Abgeordneten des Kongresses und zahlreiche Stadträte zu entscheiden. Mit ersten Ergebnissen wurde in der Nacht zum Montag (MEZ) gerechnet.

31.01.2006
Pohamba nimmt Einladung nach Kuba an
Allgemeine Zeitung Namibia - Windhoek,Namibia

 Präsident Hifikepunye Pohamba hat gestern offiziell eine Einladung des kubanischen Präsidenten Fidel Castro angenommen, die ihm gestern vom Außenminister Kubas, Felipe Perez Roque (links) überbracht wurde.

Die Einladung bezieht sich auf ein Gipfeltreffen der blockfreien Staaten, das im September in Havanna stattfinden soll. Roque zufolge werde er bei seiner aktuellen Reise durch das südliche Afrika auch Simbabwe und Mosambik zu der Versammlung einladen, bei der Vertreter aus 113 Ländern erwartet würden.

Während seinem Aufenthalt in Namibia traf sich Roque unter anderem mit dem Generalsekretär der SWAPO, Ngarikutuke Tjiriange und Gründungspräsident Sam Nujoma. Bei einer Begegnung mit Außenminister Marco Hausiko, bei dem verschiedene Minister anwesend waren, wurde die Zusammenarbeit zwischen Namibia und Kuba besprochen und dabei vor allem die Kooperation in den Bereichen Gesundheit und Erziehung beleuchtet.

30.01.2006
Von Geheimnissuche auf Kuba zurückgekehrt
Ein zweiwöchiges Training in Kuba liegt hinter einem Teil der deutschen Werferelite, die sich von der Reise Einblicke in das Training der dortigen Spitzenathleten versprach. Neben den starken kubanischen Speerwerferinnen trainiert auch die Vize-Weltmeisterin im Hammerwurf, Yipsi Moreno, in Havanna.
 
 

Steffi Nerius beobachtete auf Kuba Osleidys Menendez (Foto: Chai)

Steffi Nerius beobachtete besonders das Training von Speerwurf-Weltrekordlerin Osleidys Menedez. „Sie war in Sachen Training sehr offen und hat mir auch ein paar speerwurfspezifische Übungen gezeigt“, erzählt die sonnengebräunte WM-Dritte.

Den Aufenthalt hatten Steffi Nerius und Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch (SC Neubrandenburg) mit Hochsprung-Weltrekordler Javier Sotomayor Mitte September in Monte Carlo abgesprochen. Die Reise auf die Karibikinsel machten aus Leverkusen noch der Hammerwurf-WM-Vierte Markus Esser und seine Disziplinkollegin  Susanne Keil mit. Auch der WM-Dritte im Kugelstoßen, Ralf Bartels (SC Neubrandenburg), war mit dabei.

Große Umfänge

Einen gewissen Unterschied hat Steffi Nerius bei der Beobachtung des Trainings der Kubanerinnen festgestellt. „Sie dehnen sich etwas intensiver und trainieren Umfänge, die ich gar nicht schaffen würde“, berichtet die 33-Jährige. Sonst ähnelten die Übungseinheiten denen der Leverkusenerin doch sehr. Ganz anders als die Rahmenbedingungen: „Alles ist sehr spartanisch eingerichtet. Die Kubanerinnen sind aber sehr erfinderisch, was die Geräte angeht.“ So werden beispielsweise die Gewichte aus alten Hürden gesägt und zum Werfen benutzt.

Anders als bei den Wettkämpfen war das Verhältnis zwischen den deutschen und kubanischen Werferinnen sehr entspannt. „Wir waren abends auch mal zusammen in Havanna“, erzählt Steffi Nerius, die dann doch noch ein Geheimnis erfuhr. „Osleidys Menendez hat mir verraten, dass man mit sieben Jahre altem Rum 70 Meter werfen kann“, erzählt die beste Leverkusenerin Speerwerferin amüsiert. Ob sie eine Flasche mitgebracht hat, ließ sie aber offen.

Quelle: www.leichtathletik.de

26.01.2006
Bush-Regierung gerät in gefährliche Verzweiflung
Im Wortlaut: Fidel Castro vor über einer Million Demonstranten an der US-Vertretung in Havanna. Acht Punkte zum aggressiven Kurs Washingtons

 

Von bis zu anderthalb Millionen Demonstranten sprachen die Veranstalter – »über eine Million« meldeten internationale Agenturen: In Havanna protestierten sie am Dienstag (Ortszeit) gegen die aggressive US-Politik, mit der Washington die rote Perle der Karibik bedroht. Acht Punkte hob Präsident Fidel Castro als Hauptredner vor der US-Vertretung (SINA) an der Uferstraße Malecon im Zentrum der kubanischen Hauptstadt hervor – junge Welt dokumentiert sie weiter unten.

Anlaß der Massenproteste bildete insbesondere der anhaltende Skandal um den Terroristen Luis Posada Carriles, dessen eventuelle Freilassung oder Abschiebung in den USA derzeit geprüft wird. Carriles, CIA-Agent und 1976 Drahtzieher eines Bombenattentats auf ein kubanisches Flugzeug, sitzt in Florida lediglich wegen »illegaler Einreise« ein. (Siehe unten)

Sieben Stunden lang zogen die Demonstranten am Dienstag an der US-Vertretung vorbei – auch Castro reihte sich ein – und verurteilten in Sprechchören und auf Transparenten die US-Politik und insbesondere Präsident George W. Bush. Dieser hatte kürzlich veranlaßt, daß an der SINA-Fassade eine Leuchtreklame unter anderem mit Auszügen aus der UN-Menschenrechtscharta angebracht wurde. Einige hundert Kilometer vom US-Folterstützpunkt Guantanamo entfernt wirbt Washington zudem mit Worten des antirassistischen Bürgerrechtlers Martin Luther King.

Das geschah auch direkt im Anschluß an die Castro-Rede am Dienstag. «Sie haben die Tafel eingeschaltet. Wie mutig sie sind, diese Heuchler. Scheinbar hat ihnen der kleine Bush den Befehl dazu gegeben», sagte Castro daraufhin laut AFP. In der Nacht zum Mittwoch begannen dann Bauarbeiten direkt vor der SINA. AFP registrierte mit Metallträgern beladene Lastwagen, Planierraupen und einen Kran – alle »demonstrativ mit kubanischen Flaggen geschmückt«. Vermutlich errichte Kuba eine »riesige Propagandatafel«.

Nachfolgend die acht Punkte Castros zur US-Politik im Wortlaut.

Quelle: Junge Welt


Acht US-Ziele

»Die Regierung der Vereinigten Staaten verfolgt vorsätzlich folgende Ziele.

Erstens: Den Terroristen Luis Posada Carriles freizulassen, den die Behörden jenes Landes, einschließlich des Vaters des jetzigen Präsidenten, ausgebildet und benutzt haben, um monströse Verbrechen gegen das Volk von Kuba zu begehen. Diese widerliche Person wurde 1961 rekrutiert und ausgebildet, um Sonderaufträge bei der Söldnerinvasion in der Schweinebucht zu erfüllen; später trainiert, um abstoßende Terrorakte gegen Kuba auszuführen. Zu diesem Zweck wurde er zusammen mit Orlando Bosch – der von Bush senior amnestiert wurde, als er Präsident war – sorgfältig zur Teilnahme an der Operation Condor vorbereitet und unterwiesen, in deren Rahmen widerliche Verbrechen gegen lateinamerikanische Persönlichkeiten begangen wurden. Er ist verantwortlich für den Bombenanschlag auf ein Flugzeug von Cubana de Aviación. Dabei starben am 6. Oktober 1976 in Barbados 73 Menschen. Er wurde von der CIA am 18. August 1985 aus dem Gefängnis befreit und sofort im schmutzigen Krieg gegen Nicaragua eingesetzt. Von El Salvador aus lieferte er Waffen und transportierte in den gleichen Flugzeugen Rauschgift in die Vereinigten Staaten.

Luis Posada Carriles unterhielt stets enge Beziehungen zu den Geheimdiensten der Vereinigten Staaten. Von mehreren US-amerikanischen Regierungen wurde er finanziert und mittels der sogenannten Kubanisch-Amerikanischen Stiftung mehr als vier Jahrzehnte lang für Versuche benutzt, den kubanischen Staatschef zu ermorden.

Er wurde auf Betreiben des jetzigen Präsidenten der Vereinigten Staaten freigelassen, und zwar am 26. August 2004 durch eine von der Präsidentin von Panama, Mireya Moscoso, unterzeichnete Begnadigung. Nachdem er unter dem Schutz der US-Regierung in ein mittelamerikanisches Land gebracht worden war, wurde ihm erlaubt, illegal in das nordamerikanische Territorium einzureisen. Das tat er zwischen dem 18. und 20. März 2005 auf der Jacht »Santrina«, die von dem bekannten Terroristen Santiago Alvarez gesteuert wurde. Der sitzt jetzt sonderbarerweise ebenfalls wegen Waffenschmuggels und schwerwiegender Verletzungen der Sicherheitsgesetze der Vereinigten Staaten im Gefängnis. Niemand auf der Welt kann diese Wahrheiten bestreiten.

Zweitens: Die jetzige Regierung der Vereinigten Staaten ist mit ihren Plänen, Kuba zu isolieren und wirtschaftlich zu ersticken, vollkommen gescheitert. Sie findet sich nicht mit ihrem Versagen ab und gerät in gefährliche Verzweiflung.

Drittens: Die Regierung der Vereinigten Staaten hat alles ihr Mögliche getan, um die Wünsche der terroristischen kubanisch-amerikanischen Mafia zu befriedigen, die den Präsidenten
George W. Bush mittels Wahlbetrug in Florida in das Präsidentenamt brachte.

Viertens: Präsident Bush und seine Regierung haben sich dem makabren Übergangsplan für Kuba verpflichtet, der eine grobe Einmischung in die Souveränität unseres Landes ist und es um Jahrhunderte zurückwerfen würde.

Fünftens: Die Regierung der Vereinigten Staaten hat alle Maßnahmen getroffen, um Kuba legitimer Einnahmen zu berauben, indem sie jede Geldsendung behindert. Unmenschlich ist die Verfahrensweise, den in den Vereinigten Staaten Ansässigen kubanischer Herkunft den Besuch von Familienangehörigen in Kuba zu verbieten oder im höchsten Grade zu erschweren.

Sechstens: Die Regierung der Vereinigten Staaten beabsichtigt auf Druck der kubanisch-amerikanischen Mafia, offen das Migrationsabkommen mit Kuba zu verletzen.

Siebtens: Die Regierung der Vereinigten Staaten sucht Vorwände, den Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen an Kuba um jeden Preis zu verhindern. Der weist ein wachsendes Volumen auf. Trotzdem hat unser Land in fünf Jahren jede Lieferung pünktlich bis auf den letzten Cent bezahlt – etwas, was sie bei einer angegriffenen Nation unter Blockade nicht für möglich gehalten hatten.

Achtens: Die Regierung der Vereinigten Staaten – unzufrieden mit dem von Präsident Carter am 30. Mai 1977 verabschiedeten Beschluß – beabsichtigt, den Abbruch der jetzigen minimalen diplomatischen Beziehungen zu Kuba zu erzwingen. Die groben Provokationen, die von ihrer Interessenvertretung in Havanna ausgehen, haben kein anderes Ziel und können es nicht haben.

Die Regierung des Präsidenten Bush weiß sehr gut, daß keine Regierung der Welt eine derartige Beleidigung ihrer Würde und Souveränität akzeptieren kann.«


Kubas Antworten

Kuba werde, erklärte Fidel Castro zum Abschluß seiner Rede, »vollkommen friedlich« auf die »Provokationen des Imperiums« antworten. »Mit der ganzen Kraft unserer Moral« werde den Beleidungungen seitens der USA entgegengetreten und jede »kriegerische Aggression« auch mit Waffen zurückgeschlagen, so Castro.



CIA-Terrorist vor Abschiebung aus USA?

Washington. Der ehemalige CIA-Agent Luis Posada Carriles soll aus den USA abgeschoben werden. Das berichtete die spanischsprachige US-Tageszeitung El Miami Herald am Dienstag Berufung auf Regierungsquellen. Allerdings werde der international gesuchte Terrorist weder nach Kuba noch nach Venezuela ausgeliefert. Posada Carriles, ein gebürtiger Kubaner mit venezolanischem Paß, wurde wegen terroristischer Taten mehrfach verurteilt. Venezuela verlangt seine Auslieferung wegen der Beteiligung an einem Terroranschlag auf ein kubanisches Zivilflugzeug im Jahr 1976, bei dem 73 Menschen getötet wurden. Die Regierung in Caracas protestierte gegen die Ankündigung aus den USA. Durch die Haltung der dortigen Behörden bestehe die Gefahr, daß der »Osama bin Laden Lateinamerikas« auf freien Fuß

18.01.2006
Russland und Kuba bleiben Freunde
MOSKAU, 18. Januar (RIA Novosti). Kuba bleibt Russlands vorrangiger Partner in Lateinamerika.

 

Das sagte der Stellvertreter des russischen Außenministers, Alexander Gruschko, am Mittwoch auf einer Soireč in Moskau zum 47. Jahrestag der kubanischen Revolution.

Laut Gruschko spiegeln die Beziehungen der beiden Länder "alle Wechselfälle des 20. Jahrhunderts wider". Doch jetzt seien die russisch-kubanischen Beziehungen "an die politische und wirtschaftliche Realität des heutigen Tages erfolgreich angepasst".

Der Stellvertreter des Außenministers bemerkte, dass Moskau und Havanna einen aktiven politischen Dialog führten. Russland und Kuba seien zu den internationalen Fragen einer Meinung oder denken darüber ähnlich.

"Die Hauptaufgabe sieht Russland in einem Anspornen der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Das Potential dafür haben wir", sagte er.

16.01.2006
In Kuba trainiert Steffi Nerius mit Weltrekordlerin Menendez
Die Leverkusener Speerwurf-WM-Dritte Steffi Nerius trainiert in den kommenden zwei Wochen mit Weltrekordlerin Osleidys Menendez auf Kuba.
 Die Olympia-Zweite reiste am Mittwoch zusammen mit Trainer Helge Zöllkau zu einem 14-tägigen Trainingslager in die Karibik. Mit dabei sind auch der Hammerwurf-WM-Vierte Markus Esser und die deutsche Hammerwurf-Rekordlerin Susanne Keil. „Ich verspreche mir davon neue Anreize“, sagte Nerius vor ihrem Abflug: „Vielleicht kann man ja aus deren Training was übernehmen. Auch wenn es nur ein, zwei Übungen sind.“

Derweil verpasste die 33-Jährige bei der Wahl zu Europas Leichtathleten des Jahres den Sprung unter die Top-Ten. Die Titel sicherten sich Diskus-Weltmeister Virgilijus Alekna (Litauen) und Stabhochsprung-Weltrekordlerin Jelena Isinbajewa (Russland). Nerius hatte im Vorjahr nach ihrem zweiten Platz bei den Olympischen Spielen Rang sieben belegt. Dieses Mal schaffte es aus Deutschland nur Speerwurf-Europarekordlerin Christina Obergföll (Offenburg) unter die besten Zehn.

Den Trainingslager-Aufenthalt in einem Hotel 15 Minuten außerhalb der Hauptstadt Havanna hatte Nerius zusammen mit Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch (Neubrandenburg) beim World Athletics Final im September in Monte Carlo organisiert. Dort sprachen die beiden Hochsprung-Weltrekordler Javier Sotomayor an, der zusagte, das gemeinsame Training mit Menendez und anderen kubanischen Spitzenwerfern zu organisieren. Das Land hat nicht nur starke Speerwerferinnen, sondern in Vize-Weltmeisterin Yipsi Moreno auch eine überragende Hammerwerferin.

Dietzsch sowie die Kugelstoß-Nachwuchshoffnung Petra Lammert mit Trainer Dieter Kollark und der Kugelstoß-WM-Dritte Ralf Bartels mit Trainer Gerald Bergmann sind bereits seit der vergangenen Woche in Kuba. „Franka hat mir gemailt, dass alles in Ordnung ist. Osleidys Menendez sei auch da“, so Nerius, deren kubanische Konkurrentin den Weltrekord von 71,70 Metern bei ihrem WM-Sieg im August in Helsinki erzielt hatte. Nerius war dort mit 65,96 Metern hinter Menendez sowie der Europarekord werfenden Obergföll (70,03 m) Dritte geworden
08.01.2006
US-Rockröhre Pink heiratet Motocross-Fahrer Carey Hart in Costa Rica
Die amerikanische Sängerin Pink (26) hat gestern ihren langjährigen Freund, Motocross-Fahrer Carey Hart (30), geheiratet.

 

Wie die US-Zeitschrift "People" berichtete, fand die Trauung an einem Strand im mittelamerikanischen Costa Rica statt. "Wir lieben Strände, daher haben wir es dort gemacht", wurde die Braut von der Zeitschrift zitiert. Rund 100 Gäste, darunter Elvis-Tochter Lisa-Marie Presley, sollen an der Zeremonie teilgenommen haben.



Snowboarden in den Flitterwochen

Die Sängerin hatte im vergangenen Sommer um die Hand ihres Freundes angehalten. Es ist die erste Ehe für den Rennfahrer und die Sängerin, die mit bürgerlichem Namen Alecia Moore heißt. Die Flitterwochen wollen sie mit ihren vier Hunden beim Snowboardfahren verleben.

Mit dem Album "Can't Take Me Home" feierte Pink im Jahr 2000 ihr Debüt. Den großen Durchbruch schaffte sie ein Jahr später an der Seite von Lil' Kim, Christina Aguilera und Mya mit dem gemeinsamen Hit "Lady Marmalade", der ihr eine Grammy-Trophäe für die Beste Pop-Zusammenarbeit einbrachte.

29.12.2005
Morales will Kuba und Europa besuchen
La Paz (dpa) - Noch vor seinem Amtsantritt am 22. Januar will der gewählte bolivianische Präsident Evo Morales Antrittsbesuche in verschiedenen Ländern unternehmen.
Als erstes will er am Freitag nach Kuba reisen, um dort mit Präsident Fidel Castro zusammenzutreffen. Ab dem 3. Januar plant er eine Reise nach Brasilien, Spanien, Holland, Frankreich, Belgien, China und Südafrika. Überall seien Gespräche auf höchstem Niveau vorgesehen. Der Indio-Führer Morales erklärte, er sei beeindruckt von der internationalen Unterstützung für Bolivien.
19.12.2005
«Hasta la victoria siempre!»
Sonne, Salsa, Oldtimer-Autos, selbst gemachte Zigarren, exotische Landschaften, eine aufregende geschichtliche Vergangenheit - dies und noch viele andere Vorstellungen über Kuba hatten mich schon lange von ferne fasziniert.
 

Die Beamtin an der Passkontrolle am Flughafen Varadero schaut kritisch auf die E-Mail-Bestätigung meiner Reservation in einer Casa particular* für die kommende Nacht. «Ist das eine Casa particular? Haben Sie das im Internet gefunden? Waren Sie schon einmal dort?» Ich antworte möglichst wahrheitsgetreu. Offi ziell sollte man bei der Einreise in Kuba eine Reservationsbestätigung für die ersten drei Nächte vorweisen. Da ich gerne möglichst spontan entscheide, wo ich hinfahre, hatte ich nur zwei Nächte reserviert. Vor der Abreise hatte ich von anderen Reisenden gehört, dass die Zollbeamten diese Regelung teilweise ausserordentlich streng einhalten: Wer nicht drei Nächte reserviert hat, kann offenbar dazu verknurrt werden, noch am Flughafen jede einzelne Übernachtung der gesamten Reise in teuren, staatlichen Hotels voraus zu buchen. Ich habe Glück. Die Beamtin drückt den Knopf, die Tür geht auf ? und raus in die «Freiheit.» Im Flugzeug hat mir mein Sitznachbar Florian angeboten, mich mit dem Auto bis nach Matanzas mitzunehmen. Seine Freundin ist Kubanerin und erwartet uns bereits zusammen mit einer Kollegin. Bei ihr herrscht Krisenstimmung. Seit einiger Zeit geht die Regierung rigoros gegen Drogen, Prostitution etc. vor. Was sich im Grunde genommen gut anhört, ist für das tägliche Leben mancher Kubaner oft schier unerträglich. Florians Freundin fürchtet, mit Verdacht auf Prostitution verhaftet und 2?4 Jahre ins Gefängnis gesteckt zu werden, wenn sie mit ihm zusammen ? einem Ausländer, und nicht mit ihm verheiratet ? auf der Strasse gesehen wird! Ihr Bruder sitzt im Gefängnis, angeblich wegen Drogenhandels. Es ist bereits spät, als wir in Matanzas ankommen. Die beiden Kubanerinnen wollen nicht mehr bis nach Havanna weiterfahren, und so bleiben wir alle in der Casa particular. Man versteht sich sofort, schmiedet Pläne wie alte Bekannte. Solche persönlichen Begegnungen mit Einheimischen sind genau das, worauf ich mich so gefreut habe.

 

Jede Busfahrt ein Abenteuer

Am Morgen der Blick vom Balkon auf die Strasse: Schwarze, stinkende Rauchwolken aus stos send, rattern diese fantastischen alten Automobile vorbei. Menschen zu zweit und zu dritt auf dem Fahrrad. Ja, ich bin in Kuba! Um kurz zu Hause anzurufen, mache ich mich auf den Weg zum Telefoncenter. Die Menschenschlange steht bis weit auf die Strasse hinaus. Ich reihe mich ein. Es geht keinen Schritt vorwärts. Der Blick auf die Uhr verrät mir, dass der Bus zum Strand in Varadero in einer Stunde fährt. Zeit, aufzubrechen, denn auch dort muss ich sicher warten. Nach zweimal fragen habe ich einen der Busterminals gefunden. Der Beamte meint, es fahre kein Bus nach Varadero, ich müsse wohl Autostopp machen. Ich stelle mich trotzdem in die undefi nierbare Schlange. Man wartet. Auch das ist Kuba. Geduld muss man haben, viiiel Geduld! Als ich fast am Schalter bin, fragt mich jemand, wo ich denn hin wolle. «Nach Varadero.» «Mit dem Víazul-Bus? Der fährt nicht hier, sondern dort drüben. Aber Sie können ja trotzdem hier fragen.» Das meine ich auch, wo ich endlich so weit vorne bin. Die Dame am Schalter fragt ihren Kollegen. «Ja, ja. Hier, an meinem Schalter. Warten Sie.» Da ich ja noch kein Ticket habe, stelle ich mich hinter seinem Schalter wieder in die Reihe. Als ich endlich vorne bin, frage ich nochmals, wann denn der Bus fährt. «Ahora. Siéntese (Jetzt. Setzen Sie sich.).» Er weist auf den Stuhl. Ich verstehe nicht ganz, warum er mir kein Ticket verkauft, wenn der Bus doch angeblich jetzt fahren soll. Naja. Ich warte. Dann plötzlich Aufregung. «Víazul. Víazul.» Der Bus ist da. Der Mann weist mich wieder zum Schalter seiner Kollegin. Da diese beschäftigt ist und der Bus abfahren will, führt er mich hinaus. «Venga.» Nun geht plötzlich alles wie der Blitz. Rein in den Bus, ums Ticket kümmern wir uns später. Varadero ist eine der Touristenhochburgen in Kuba. Kilometerlange weisse Sandstrände laden zum Entspannen und Sonnenbaden ein. Fantastisch, um sich von der langen Reise zu erholen. Doch längere Zeit könnte ich nicht hier bleiben. Man sieht hier kaum Kubaner. Der Tourismus ist Kubas wichtigster Devisenbringer. Doch worauf die Kubaner so sehr angewiesen sind, schafft auch Probleme. Es entsteht immer mehr eine Zweiklassengesellschaft aus Dollar- und Pesobesitzern.

 

Zerbröckelndes Alt-Havanna

Eine verrückte Stadt, dieses Havanna. In den Strassen wimmelt es von Menschen. Kleine Kinder, die direkt in die Gasse pinkeln, ältere Männer, die auf der Treppe sitzen, Musikgruppen, die am Strassenrand spielen. Hilfsbereit sind sie alle, wenn es darum geht, mir den Weg zu zeigen. Dann das touristische Havanna. Beinahe mehr Ausländer als Kubaner tummeln sich auf gewissen Plätzen in La Habana Vieja und bewundern die schön restaurierten alten Kolonialstilhäuser. Ein paar Strassen weiter, wo die geführten Touren nicht hingehen, bröckelt der Putz auf die Strasse. La Habana scheint schneller zu zerfallen als es restauriert wird.

 

Mir als alleinreisender Ausländerin werden neugierige Blicke zugeworfen. «Where you from?» tönt es oft in gebrochenem Englisch. Auf eines der unzähligen Male «Suiza», die ich an diesem Tag schon geantwortet habe, bekomme ich Gesellschaft. Alejandrino hat Freunde in Zürich und möchte mit mir ein paar Worte wechseln. Ich versuche, ihn dabei über das Leben in Kuba auszuquetschen. Eine seiner ersten Fragen ist, ob ich Kommunistin bin. «Willst du den Sozialismus erleben? So, wie er wirklich ist? Dann musst du hier leben.» Er ist der Regierung gegenüber kritisch, um nicht zu sagen ablehnend eingestellt. Erstaunlich, wie viele Leute es doch wagen, in der Öffentlichkeit das Regime schlecht darzustellen. Ob tatsächlich so viele Kubaner den Sozialismus verachten? Oder sind es nur diese, die sich mit den Touristen zusammentun? Wahrscheinlich sind wir Touristen ihre einzige «zuverlässige » Informationsquelle bezüglich der Aussenwelt. Jedenfalls, erzählt mir Alejandrino, gebe es nicht nur zwei, sondern drei Klassen von Menschen in Kuba. «Diejenigen», er greift an sein Kinn und macht eine Bewegung, die einen Bart andeuten soll und ohne Zweifel auf Fidel Castro und seine compañeros anspielt, «dann die Dollarbesitzer, und am Schluss die ganz Armen.» Er will mir Kuba zeigen, wie es wirklich ist. Darauf lasse ich mich gerne ein. Als erstes steht eine Fahrt im Camello (riesiger «Kamelbuckel»-Bus) an. Nur 20 Centavos kostet das, auch für Ausländer. Kein Wunder, schliesslich sieht man die nicht allzu oft in den Camellos. Als Grund ist ganz bestimmt das Gedränge zu nennen, das eine Hitze verursacht, dass einem der Schweiss in Strömen herabläuft. Wir landen in einem Markthaus. Dass ich bis jetzt noch nicht dazugekommen bin, meine Dollars in Pesos zu wechseln, ist absolut kein Problem. Doch den Überblick über das Geld zu behalten, ist nicht ganz einfach hier. Neben den Pesos und US gibt es noch den Peso convertible, der genau den gleichen Wert hat wie der Dollar, aber 25 mal mehr Wert hat als der normale Peso. Ein anderes Kuba lerne ich kennen, als wir die Plaza de la Revolución besuchen wollen, wo Fidel Castro jeweils seine Ansprachen hält. Ein Taxi particular wäre das billigste, aber mit einer «extranjera» geht das nicht. 

 50.? Busse müsste der Fahrer bezahlen, wenn er mit einem Touristen im Auto erwischt würde. Eine schier unbezahlbare Summe für diese Schwarz-Taxifahrer. Plaza de la Revolución: eine Riesenstatue des Nationalhelden José Martí, am Militärgebäude vis-à-vis ein Bild von Che Guevara. «Hasta la victoria siempre». Pro-revolutionäre und pro-sozialistische Propaganda sieht man hier überall. Heiratswillige Autostopper Mit zwei Wochen steht mir wenig Zeit zur Verfügung, um Kuba kennenzulernen. Daher beschliesse ich, für drei Tage ein Auto zu mieten, um den Westen der Insel zu erkunden. Die Signalisation auf den Strassen ist mehr als spärlich. Gute Strassenkarten sind auch Mangelware. Doch es gibt ja noch die persönlichen Guías, kubanische Autostopper, die einen perfekt durch die Stadt führen können. Auf dem Weg von La Habana nach Pinar del Río stehen sie haufenweise überall am Strassenrand der Autopista. Die kubanische Autobahn ist ein lustiges Ding. Neben Autos verkehren dort auch Ochsen- und Pferdekarren sowie Fahrräder, und es hat auch überall Leute, die etwas verkaufen wollen. Und dann eben die Autostopper. Juanito ist einer von ihnen. Vier Stunden, erzählt er, habe er schon gewartet, als ich anhalte, um ihn mitzunehmen. Er arbeitet auf einer Tabakplantage und lädt mich zu einer Besichtigung ein. Ich nehme das Angebot gern an. Die Demonstration ist kurz, aber interessant. Eine wahre Wissenschaft, die Herstellung dieser Puros! Kein Wunder, dass sie ein Vermögen kosten. Auch Juanito erzählt bereitwillig über das Leben in Kuba. Seit 1996 ist «perioda especial». Darunter kann man vieles verstehen. Dazu gehören Transportprobleme ebenso wie Lebensmittelrationierung. Eine Veränderung tut Not, fi ndet auch er. Wie die aber aussehen soll, steht in den Sternen bzw. in den Händen Fidel Castros und später vielleicht in denen der Amerikaner, meint er. Auch auf dem Rückweg nach Havanna ein paar Tage später habe ich ständig Gesellschaft. Ich komme mir vor wie ein Bus chauffeur, doch meistens bin ich froh um die Begleitung. Nach Havanna hinein wäre ich nicht gerne ohne ortskundige Führer gefahren. Kaum habe ich den Wagen zurückgebracht, könnte ich schon wieder Begleitung haben. Müde von der langen Fahrt und der manchmal doch etwas nervigen bzw. allzu heiratswilligen Gesellschaft, mag ich mich nicht schon wieder mit einem aufdringlichen Kubaner abgeben. «Si no quieres hablar con el pueblo cubano, por qué vienes a Cuba? (Wenn du nicht mit dem kubanischen Volk reden willst, weshalb kommst du dann nach Kuba?)», meint er dann. Auch wieder wahr.

 

Der Guerillero

In Santa Clara, östlich von Havanna, wollte ich das Museum für Che Guevara besichtigen. Doch leider ist es gerade wegen Renovation geschlossen. So setze ich mich in den Park und studiere das Reisehandbuch. Auf der aufgeschlagenen Seite ist ein Bild von Che Guevara. Da meint der ältere Mann neben mir: «El Che. Yo soy uno de los hombres del Che, un guerillero. (Ich bin einer von Che?s Männern, ein Guerillero.) » Ich horche auf. Er habe mit ihm in der Schlacht um Santa Clara gekämpft. Er erzählt mir ein bisschen darüber und lädt mich dann zu sich ein. Dort offeriert er mir Kaffee und mit zitternden Händen holt er ein Foto nach dem anderen aus einem vergilbten Umschlag. Eines zeigt ihn als jungen Revolutionär mit langen Haaren und Gewehr. Stolz zeigt er mir die Waffe und die Munition sowie die unzähligen Auszeichnungen für seine Dienste in den FAR (Fuerzas Armadas Revolucionarias). Julio zeigt mir auch die Libreta, die Lebensmittelkarte (vieles ist rationiert). Damit kann jeder Kubaner monatlich 2,5 Kilo Reis, 1 Kilo Bohnen, ein paar Eier, täglich ein Brötchen und sonst noch ein paar Dinge günstig beziehen. Den Rest, wie beispielsweise Seife oder Schuhe, gibt es nur für Dollars zu kaufen. Zu teuer, wenn man bedenkt, dass ein Arzt hier 20.- pro Monat verdient, die Bankangestellte gerade mal 3. 100 müssen die Besitzer von Casa particulares monatlich dem Staat zahlen. «El Che no quería eso. Quería otra cosa.» Che wollte Gerechtigkeit, etwas, das es momentan in Kuba nicht gibt. Das Leben ist schwierig hier, das sagen alle. Doch sie kennen auch die Vorzüge, wie z.B. ein kostenloses Gesundheitssystem und keine Studiengebühren. Am nächsten Abend gehe ich nochmals bei Julio vorbei. Wir gehen zu seiner Familie. Er führt mich durch die Stadt. «Hier sind wir in die Stadt eingedrungen, durch diese Strasse. Dort waren Batistas Truppen und haben auf uns geschossen. Siehst du, dort sieht man noch die Löcher in der Mauer. Und dort war ich im Gefängnis, zweimal.» Julio zeigt mir vieles. Ob er gekämpft hätte, wenn er gewusst hätte, wie?s rauskommen würde, frage ich ihn. «Für das, was wir jetzt haben, nicht. Aber damals musste ich. Das erste Mal haben sie mich grundlos verhaftet, bloss weil ich mit einer Frau ausgegangen bin. Das zweite Mal war ich dann schon in die Revolution verwickelt.» Seit 1959 ist Fidel Castro nun an der Macht, und er bleibt es bis ans Lebensende. 95% der Kubaner wollen Fidel nicht mehr, so Julios Schätzung. (Später in einem anderen Teil Kubas wird mir erzählt, dass 80% der Bevölkerung Fidel Castro unterstützen). Er will mir unbedingt eine zerrissene Peso-Note mit Che drauf schenken, die ihm selbst unglaublich viel bedeuten muss. «Wenn du das nächste Mal kommst, kannst du bei uns wohnen und essen. Gratis. Sin pagar un peso.» Das ist kubanische Gastfreundschaft. Sie haben fast nichts und geben, was sie können.

 

Paradiesische Palmenstrände

Per Bus reise ich weiter nach Osten. Nächster Stopp ist das hübsche Städtchen Trinidad. Am Abend fällt der Strom aus. Keine Elektrizität in der ganzen Stadt. So was kommt öfters vor in Kuba, teilweise jeden Tag. Obwohl die Elektrizität fehlt, gibt es live Musik in der Casa de la Música. Es spielt eine Salsa- Gruppe. Die Kubaner tanzen, es ist unglaublich stimmig und faszinierend zum Zuschauen. Was Musik und Tanz angeht, kann ihnen so schnell wirklich niemand etwas vormachen. Im östlichsten Teil der Insel ist es wiederum schwierig, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen. So miete ich noch einmal für vier Tage ein Auto. Wieder habe ich Autostopper dabei, eine ganze Familie. Als ich sage, dass ich eine Casa particular suche, aber keine Adresse habe, lädt mich die Familie zu sich ein. Ein einfaches Haus. «Viel haben wir nicht, aber was wir haben, teilen wir von Herzen.» Allerdings! Sie tischen mir Essen auf, obwohl ich eigentlich gar nichts wollte. Während dem Essen liegt das Schwein einen Meter neben mir in der Küche, an der Mauer gegenüber klettert ein Frosch herum. Wir schwatzen lange, sie wollen vieles über die Schweiz wissen. Wir machen Fotos. Der Sohn darf nicht mit drauf: Militär und Touristin, das geht nicht. Am Morgen servieren sie mir Frühstück. Ich frage mich, wer wohl meinetwegen auf sein tägliches Brötchen verzichtet hat. Vieles haben die Kubaner ja nicht, aber sie haben einiges, was uns oft fehlt: Gastfreundschaft und ein offenes Herz. Die Weiterfahrt entlang der Südküste und dann durch die Berge nach Baracoa ist wunderschön. Baracoa ist umgeben von Kokospalmen. Es ist traumhaft. Playa Maguana erscheint wie eine Südsee-Insel, natürlich und paradiesisch. Ich entscheide mich, noch einen Tag länger zu bleiben. Viel zu schnell sind die Ferien vorbei, bald ist der letzte Mojito getrunken. Es kommt wieder das Warten am Flughafen. Alles will man wissen: Wo ich gewesen sei, wo ich die letzte Nacht verbracht habe etc. Als ich die Adresse nicht mit Hausnummer angeben kann, ernte ich ein Stirnrunzeln und einen bösen Blick. Doch dann drückt der Beamte den Knopf und die Tür geht auf. Ein kleines Tränchen möchte auch raus. Adiós, Cuba!

 

Text und Fotos von Sonja Bachmann  
Quelle Globetrotter Travel Service

 

16.12.2005
USA schließen Kuba vom Baseball-Turnier aus
Das US-Finanzministerium hat einen Antrag der Baseball-Profiliga MLB abgelehnt, das kubanische Nationalteam an einem für das kommende Jahr geplantem Turnier in den Vereinigten Staaten zuzulassen.

 

Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte: "Solange die Menschen in Kuba nicht in Freiheit leben, ist ein solcher Auftritt in den USA nicht angezeigt." Nach amerikanischer Gesetzgebung muss jede Transaktion mit dem kommunistisch regierten Land vom Finanzministerium genehmigt werden.

 

Mit einem solchen Ausschluss gefährde die USA ihre Chancen für künftige Bewerbungen um Olympische Spiele, sagte dazu das kanadische Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Richard Pound. "Wenn es dabei bleibt, sieht es für künftige Bewerbungen nicht gut aus", meinte Pound. Jedes Ausrichterland Olympischer Spiele muss sich gegenüber dem IOC verpflichten, freien Zugang für alle Teilnehmer zu gewähren.

 

Das Nationale Olympische Komitee der USA (USOC) plant für die Sommerspiele 2016 trotz des Scheiterns von New York bei der Vergabe der Spiele 2012 eine neue Kandidatur. Bereits jetzt liegen Interessensbekundigungen von mehreren Städten vor.

15.12.2005
Cuba Reportage am Samstag bei kabel eins
Fest angeschnallt: Reportage über Sicherheitsgurtproduktion in "Abenteuer Auto" mit Jan Stecker am Samstag, 17.12.2005, 17:25 Uhr bei kabel eins

  Unterföhring (ots) - Er ist das vielleicht wichtigste Ausstattungsstück im Auto überhaupt, denn er rettet Leben, und der Autofahrer hat ihn täglich in der Hand: den Sicherheitsgurt. Doch wiewird das so wichtige, dünne Band eigentlich hergestellt? Kaum einer weiß, dass unser Leben sprichwörtlich am seidenen Faden hängt. Besser gesagt: an 280 Fäden, aus denen jeder Sicherheitsgurt besteht. Und die halten eine Menge aus: 28 Kilo-Newton Zugkraft wollen bewältigt werden, das entspricht dem Gewicht eines Klein-Transporters. "Abenteuer Auto" über die aufwändige Produktion eines handlichen kleinen Lebensretters.



   Reportage: Oldtimer auf Kuba Ein eigener amerikanischer Oldtimer ist der Traum eines jeden Autoliebhabers auf Kuba. Dirk Greef hat sich diesen Traum erfüllt. Mit seiner kubanischen Frau Mumy lebt er in einer Villa am Stadtrand von Havanna und ist stolzer Besitzer eines Chevrolet Bel Air, Baujahr 1957. Vor 10 Jahren wanderte der Zahnarzt aus Deutschland in die Sonne der Karibik aus - und kaufte sich sein prachtvolles Auto, das er "Pink Panther" nennt. Inzwischen kennt er auch alle Tricks, wie man ein solch altes Gefährt in Schuss hält. Das ist auf Kuba gar nicht so einfach, denn Originalersatzteile sind Mangelware. Wie sich Dirk Greef und die vielen anderen Besitzer alter Ami-Schlitten auf Kuba selbst helfen und wie viel Handarbeit nötig ist, zeigt die Reportage bei "Abenteuer Auto".



   Reportage: LKW Sonntagsfahrverbot Wer am Sonntag auf deutschen Autobahnen fährt, wundert sich über viele Lastwagen. Dabei schreibt das gesetzliche Sonntagsfahrverbot vor, dass Brummi-Fahrer erst ab 22 Uhr auf die Straße dürfen, es sei denn, sie haben eine Ausnahmegenehmigung oder transportieren frische Lebensmittel oder Terminware. Trotzdem rollen sonntags eine Menge Laster über die Autobahn - und viele davon eben auch ohne Genehmigung. Die "schwarzen Schafe" der Branche nimmt die Autobahn-Polizei Winsen an der Luhe vor
den Toren Hamburgs ins Visier. "Abenteuer Auto" hat die Beamten bei einer Sonntagsfahrverbot- Kontrolle begleitet.

12.12.2005
Einmal Costa Rica, bitte!
Ab heute können sich Fans wieder für Eintrittskarten der Fußball-WM 2006 bewerben.

Ab 12.00 Uhr können sich die Fans auf der Internet-Seite des Weltverbandes FIFA (www.FIFAworldcup.com) um insgesamt 250 000 Tickets bewerben. Bis zum 15. Januar läuft das Angebot. Analog zur ersten Verkaufsphase werden die Karten per Losverfahren vergeben. Zu welchem Zeitpunkt die Bestellung eingegangen ist, entscheidet nicht über den Zuschlag.

 

«Nach der Endrundenauslosung haben die Fans aus aller Welt nun die Chance, zielgerichtet Tickets zu bestellen. Da wir auch dieses Mal davon ausgehen, dass die Nachfrage bei weitem die vorhandenen Kontingente übersteigt, werden wir am 31. Januar 2006 unter allen Bestellern eine Auslosung durchführen. Eine gerechtere Methode, als die Tickets durch Los-Entscheid zuzuteilen, gibt es nicht», erläuterte Horst R. Schmidt, Vizepräsident des WM-Organisationskomitees.

 

Mit Ausnahme des Eröffnungsspiels zwischen Deutschland und Costa Rica am 9. Juni in München werden Karten für alle Spiele des Turniers zur Verfügung stehen. Also auch für die Vorrundenpartien der deutschen Nationalmannschaft gegen Polen am 14. Juni in Dortmund und gegen Ecuador am 20. Juni in Berlin sowie die beiden Halbfinalspiele und das Finale. «Natürlich sind für diese Spiele sowie für die der vermeintlich attraktivsten Teams die verfügbaren Bestände deutlich geringer», räumte Schmidt ein.

 

Verglichen mit den beiden ersten Verkaufsphasen, in denen mehr als 80 Prozent der Besteller aus Europa kamen - davon allein 90 Prozent aus Deutschland -, rechnet das OK nun mit einem wesentlich höheren Zuspruch aus dem Ausland. «Wir spüren, dass das Interesse aus den Teilnehmerländern genauso wie aus benachbarten Nationen enorm ansteigt. Insofern werden wir auch verstärkt auf internationale Interessen und Wünsche eingehen», erklärte Schmidt.

 

100 000 Karten der dritten Verkaufsphase stammen aus dem Hospitality-Programm. Hinzu kommen Rückläufer sowohl von Sponsoren und Nationalverbänden als auch aus den ersten beiden Verkaufsphasen. Weitere Kontingente ergeben sich aus aufgelösten Sicherheitsreserven.

(dpa)

09.12.2005
Karibikstaaten verurteilen US-Blockade gegen Kuba
Caricom: "Grausame und ungerechte" Sanktionen. Bridgetown - Die Gemeinschaft Karibischer Staaten (Caricom) hat die US-Blockade gegen Kuba scharf verurteilt.
 Die Sanktionen seien "grausam und ungerecht" und sollten aufgehoben werden, erklärten die Teilnehmer des zweiten Caricom-Gipfels am Donnerstag (Ortszeit) in Bridgetown, der Hauptstadt von Barbados. Zugleich forderten die Führer der Caricom-Staaten die Auslieferung des in den USA inhaftierten Exil-Kubaners Luis Posada Carriles nach Venezuela.

 

Der 77-Jährige steht im Verdacht, an einem Bombenanschlag auf eine in der venezolanischen Hauptstadt Caracas gestartete kubanische Passagiermaschine 1976 beteiligt gewesen zu sein, bei dem 73 Menschen getötet wurden. Bisher lehnte die US-Justiz seine Auslieferung ab.

 

Kritik an EU

Der kubanische Staatschef Fidel Castro kritisierte bei dem Caricom-Treffen die Wirtschaftspolitik der Europäischen Union. Für viele Länder sei der Zugang zu den internationalen Märkten so gut wie unmöglich, sagte Castro unter Bezugnahme auf Zucker- und Bananenproduzenten. "Wir sind Opfer eines mit Schranken gespickten internationalen Wirtschaftssystems, während man uns zwingt, dem scheinheiligen Gerede derjenigen, die uns den Markt verschließen, über einen freien Handelsaustausch zuzuhören", fügte Castro hinzu.

 

Als Vorsitzender der Caricom hatte der Premierminister von Jamaika, Percival Patterson, die Form der Entmachtung und Zwangsexilierung des demokratisch gewählten Präsidenten von Haiti, Jean-Bertrand Aristide, der 2004 unter Mitwirkung der USA und Frankreichs außer Landes gebracht worden war, als "gefährlichen Präzedenzfall für alle demokratisch legitimierten Staatschefs" kritisiert. Die "verfassungswidrige Entfernung eines Staatsoberhaupts aus dem Amt" unter Mitwirkung westlicher Partner sei "nicht zu entschuldigen", hatte Patterson damals erklärt.

(APA)

09.12.2005
WM-Eröffnungsspiel Deutschland gegen Costa Rica
Leipzig (APA) - Gastgeber und Vize-Weltmeister Deutschland hat in der am Freitagabend in der Leipziger Messehalle durchgeführten Gruppenauslosung für die Fußball-WM-Endrunde vom 9. Juni bis 9. Juli 2006 im Land des dreifachen Champions in Gruppe A Ecuador, Polen und Costa Rica

als Gegner zugelost bekommen und somit wohl das fast schon traditionelle Losglück.

 

Das Eröffnungsspiel bestreiten die Deutschen am 9. Juni in München gegen Costa Rica. Auch Titelverteidiger Brasilien (Gruppe F) bildet mit Kroatien (erster Kontrahent), Australien und Japan papierformgemäß nicht gerade die stärkste Gruppe. Die sollte Argentinien, Niederlande, Serbien-Montenegro und Elfenbeinküste (C) lauten. Aber auch B mit England, Paraguay, Schweden und Trinidad/Tobago bzw. E mit Italien, Tschechien, USA und Ghana könnten umkämpft sein.

06.12.2005
Kuba - Ein facettenreiches Land
Kurz nach Sonnenaufgang räkelt sich der Malecon noch im Dämmerlicht. Auf Havannas kilometerlanger Uferstraße ist am frühen Morgen nicht viel los. Doch schon bald übertönt der Verkehrslärm die Wellen, die sich an den Felsen brechen. Der Malecon ist die Hauptschlagader, Havanna pulsiert hier tatsächlich.

 

Die schon in den 1920er Jahren fertig gestellte Uferpromenade verbindet die unterschiedlichsten Viertel von Miramar, wo einst die oberen Zehntausend residierten, bis zur Altstadt, die zum Welterbe der Unesco gehört. Ein paar Straßenzüge sind herausgeputzt, doch nur wenige Meter weiter stehen die Touristen erschrocken vor Trümmern, mitten in der Hauptstadt.

 

Schön ist Havanna nicht. Aber vielleicht ist die Stadt so faszinierend, weil an jeder Straßenecke zu sehen ist, wie schön sie sein könnte, wenn der graue Alltag sie ließe. Überall gibt es Lichtblicke, die fast jeden Touristen die Kamera zücken lassen: El Morro, die alte zum Schutz gegen Piraten erbaute Festung, die Plaza de Armas, den Waffenplatz, oder die Kathedrale mitten in der Altstadt, um die sich Cafés und Restaurants gruppieren.

 

Außerhalb von Havanna sieht Kuba noch einmal ganz anders aus. Ausflüge aufs Land, auf die Halbinsel Zapata etwa, sind wie Abstecher in die Dritte Welt oder in eine Zeit, die anderswo längst vergangen ist: Auffallend wenige Autos fahren dort. Und diejenigen, die zu sehen sind, scheinen aus dem Automobilmuseum zu kommen.

 

Schon nach wenigen Kilometern außerhalb der Hauptstadt wird die Landschaft immer grüner. Als Baum der Nation gilt die Königspalme, die auch auf dem Weg nach Zapata überall zu sehen ist. Bananenplantagen wechseln entlang der Straße mit Feldern voller Guavenbäume ab. In den Dörfern stehen einfache Häuser - und wie um die ärmliche Idylle perfekt zu machen, laufen am Straßenrand Hühner und Enten.

 

Zapata ist Kubas größtes Sumpfgebiet. Zahlreiche vom Aussterben bedrohte Vogelarten sind dort zu Hause - und sogar Krokodile. Die Landschaft wirkt manchmal geradezu unwirklich, wie im Vogelschutzgebiet Las Salinas: riesige Wasserflächen voller blühender Seerosen unter blauem Himmel mit Schäfchenwolken. In vielen Hotels lassen sich Ausflüge nach Zapata buchen - samt Dschungeltour per Motorboot auf dem Rio Hatiguanico.

 

Abends in Havanna, wenn die Sonne untergeht und der Malecon müde wird, ist es wieder spürbar ruhiger an der Uferpromenade. Die Dunkelheit kommt schnell. Aber selbst danach sitzen auf der Kaimauer noch Menschen und blicken auf das Meer. Der Verkehrslärm ebbt ab, die Brandung ist wieder zu hören. Und in den Bars der Hotels werden schon einmal die Mojitos angerührt.

 

(apa)

26.11.2005
Eine Insel gegen soziale Ungleichheit
Kuba: Nach wirtschaftlichem Aufschwung kündigt die sozialistische Regierung Maßnahmen zum Sozialausgleich an. Gehälter werden angehoben, der Schwarzmarkt wird zurückgedrängt

 Mit umfassenden sozialen und wirtschaftlichen Reformen will die kubanische Regierung die sozialen Gegensätze in der Bevölkerung abbauen. Im Kern der mit den Gewerkschaften abgestimmten Maßnahmen steht eine erneute Erhöhung der Löhne und Gehälter für Arbeiter und Angestellte. Gleichzeitig sollen private Unternehmen stärker besteuert und der Schwarzmarkt entschiedener bekämpft werden. Besonders die Schattenwirtschaft war in der Zeit der Wirtschaftskrise entstanden, die Kuba nach der Auflösung des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe im Juli 1991 heimgesucht hatte. Seither ist der Schwarzmarkt eine Hauptursache für die soziale Kluft in der Bevölkerung, weil er einem kleinen Teil der Bevölkerung illegal hohe Devisenbeträge einbringt. Für den Staat entstehen Millionenverluste.

Angesichts der Stabilisierung der kubanischen Wirtschaft in den vergangenen Jahren geht die Regierung nun in die Offensive. Am Donnerstag gab Wirtschaftsminister José Luis Rodríguez bekannt, daß das Bruttoinlandsprodukt bis zum Jahresende um neun Prozent ansteigen werde. Die »Lateinamerikanische Wirtschaftskommission«, ein Institut der Vereinten Nationen, hatte für Kuba ein Wachstum von fünf Prozent prognostiziert.

Bereits im Mai war das Mindesteinkommen von 100 auf 225 kubanische Pesos (8,50 Euro) angehoben worden, von der Maßnahme profitierten nach Angaben der Regierung knapp 1,7 Millionen Arbeiter. Im Sommer wurden auch die Gehälter im Bildungs- und Gesundheitswesen erhöht. Im Dezember nun sollen die Löhne je nach Art des Betriebes um 75 bis 200 Pesos monatlich angehoben werden. Wer über einen universitären Abschluß verfügt, kann mit 80 Pesos zusätzlich im Monat rechnen. Von diesen neuen Gehaltserhöhungen werden 2,2 Millionen Arbeiter und Angestellte profitieren.

Parallel zu den Gehaltszuschlägen wurden aber auch die Strompreise angehoben, sofern der Verbrauch über 100 Kilowatt im Monat liegt. Bislang waren Wasser und Strom in Kuba uneingeschränkt staatlich subventioniert. Die Regierung hatte wiederholt Kampagnen organisiert, um die Bevölkerung zum sparsamen Umgang mit Ressourcen aufzufordern. In einem Kommuniqué des Ministerrates und des Arbeits- und Sozialministeriums wurde die Erhöhung der Strompreise nun mit dem Anstieg der Ölpreise begründet.

 

Harald Neuber

25.11.2005
KuBa-Kino lädt zu Abenteuern in fremden Welten
Noch einmal können Kinder, die am Montag, 21. November, keine Zeit hatten, im KuBa-Kino in Jülich den „Kleinen Eisbar“ auf „Die geheimnisvolle Insel“ begleiten.
 Noch einmal können Kinder, die am Montag, 21. November, keine Zeit hatten, im KuBa-Kino in Jülich den „Kleinen Eisbar“ auf „Die geheimnisvolle Insel“ begleiten. Die Geschichten des Kinderbuchklassikers von Hans de Beer bevölkern inzwischen allerlei weitere Freunde des kleinen Helden aus dem Eis und die bedürfen diesmal der Rettung. Weil er ihnen mit seinem Gesang nämlich auf die Nerven geht, verfrachten die drei Eisbären Kalle, Palle und Nalle den musikalischen Pinguin Caruso in den nächstbesten Zug nach Süden. Von Freundin Greta alarmiert, sausen Carusos beste Freunde, der kleine Eisbär Lars und sein Kumpel, die Robbe Robby, eilig hinterher und geradewegs hinein in eine erdumspannende Odyssee, die das Trio bis an die Gestade einer Südseeinsel und ganz in die Nähe eines prähistorischen Riesenfisches spült.??Nach 2,6 Millionen Kinobesuchern für den Vorgänger war die Neuauflage nur eine Frage der Zeit. Und die großen Kinobesucher dürfen sich auf die stimmliche Umsetzung durch Dirk Bach, Oliver Kalkofe, Anke Engelke und Bastian Pastewka.
21.11.2005
Wassermelonen fanden Gefallen in den USA und Europa
Laut dem Ministerium für Landwirtschaft und Viehzucht wuchs die Wassermelonenproduktion zum Zwecke des Exports in den ersten fünf Monaten des Jahres 22%, was 3,690 Millionen Colones (7,5 Millionen US$) Gewinn für die Produzenten einbrachte verglichen mit etwa 492 Millionen für den selben Zeitraum 2004.

 Das Ministerium berichtete, dass zwischen Januar und Mai 2005 34,2 Tonnen Früchte von Costa Rica verschifft wurden, während im selben Zeitraum 2004 nur 28 Tonnen verschifft wurden. Der Hauptmärkte für die Frucht aus Costa Rica sind Holland, Deutschland, Italien, Belgien, Nicaragua, Puerto Rico, Irland, Polen und die Vereinigten Staaten. Es gibt Wassermelonenplantagen in Orotina, San Mateo, Bagaces, Cañas, Parrita, San Carlos, Upala und Guapiles. Der größte Erzeuger ist Labrador de San Mateo, wo jedes Jahr mehr als 200 Hektar gesät werden. Wassermelonen werden im Mai, August und Dezember geerntet. Obwohl Holland die Nummer eins auf der Liste der Exporteure ist, machen Wassermelonen aus Costa Rica 2,1% auf dem Markt in den Vereinigten Staaten aus, da etwa 10,3 Millionen Kilo dorthin verschifft werden. Im Wettbewerb mit Costa Rica stehen auf dem internationalen Wassermelonenmarkt China, die Türkei, die Vereinigten Staaten, Mexiko und Brasilien.

Quelle: fruchtportal.de

16.11.2005
Frankreich gegen Costa Rica von 0:2 zu 3:2-Sieg
Frankreichs Nationalteam hat am Mittwoch in seinem ersten Länderspiel auf den französischen Antillen gegen Costa Rica einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Erfolg verwandelt.

 Thierry Henry (87.) erzielte in dem freundschaftlichen Match zu Gunsten der Hinterbliebenen der aus Martinique stammenden Opfer eines Flugzeugabsturzes vom August mit einem "Fersler" den Siegestreffer. "Es macht mich stolz, auf der Erde meiner Mutter zu spielen", hatte der Arsenal-Star schon vor dem Match gesagt.

Anelka (49.) bei seinem Comeback und Cisse (79.) hatten die 2:0-Pausenführung der Mittelamerikaner durch Saborio (14.) und Fonseca (41.) ausgeglichen.

Mittwoch:

Frankreich - Costa Rica 3:2 (0:2)

Fort de France (Martinique), 16.000 Zuschauer

Tore: Anelka (49.), Cisse (79.), Henry (87.) bzw. Saborio (14.), Fonseca (41.)
16.11.2005
Mehr als 1.800 Menschen in Kuba sind über 100 Jahre alt
"Klub der 120-Jährigen" im Aufwind - Gründe für hohe Lebenserwartung noch unklar

Havanna - In Kuba gibt es mehr als 1.800 Menschen, die über hundert Jahre alt sind. Das geht aus der jüngsten Bevölkerungsstatistik des karibischen Inselstaates hervor. Laut dem am Wochenende veröffentlichten Bericht waren zum Zeitpunkt der Erhebung im September 2002 insgesamt 1.826 Menschen 100 Jahre alt oder älter. Für die im "Klub der 120-Jährigen" zusammengeschlossenen Einwohner Kubas bestehen damit gewisse Aussichten, das von ihnen angestrebte Altersziel von 120 Jahren zu erreichen.

Gesund in der Stadt

Mehr zum ThemaLeben Lebensversicherung jetzt online berechnen bezahlte Einschaltung Die landläufige Meinung, wonach das Leben auf dem Lande ein hohes Lebensalter begünstigt, weil es weniger Stress und Umweltbelastungen mit sich bringe, wird durch die Zahlen nicht bestätigt: Von den über Hundertjährigen leben 1.386 in städtischen Gebieten und nur 440 auf dem Land.

Auf eine Gesamtbevölkerung von 11.177.743 Menschen kommen in Kuba überdies 45.904 die zwischen 90 und 99 Jahre alt sind. Im "Klub der 120-Jährigen" hatten sich vor etwa zwei Jahren mehr als hundert rüstige Alte zusammengeschlossen. Der Klub wird von Professor Eugenio Selman-Housein Abdo, dem Leibarzt des kubanischen Präsidenten Fidel Castro, geleitet. (APA/AFP)

14.11.2005
Thomas Frischknecht Sieger in Costa Rica
Der MTB-Marathon-Weltmeister Thomas Frischknecht hat als erster Ausländer das zum 13. Mal ausgetragene Extrem-MTB-Rennen "La Ruta de los Conquistadores" in Costa Rica gewonnen. Die Veranstaltung führte in drei Etappen über 318 km. Anzeige
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 [Si] - Frischknecht holte sich am Schlusstag die Leaderposition zurück, die er am zweiten Tag wegen drei Reifendefekten an dem Einheimischen Marvin Campos hatte abtreten müssen.
10.11.2005
SUGAR, SUGAR
Der vielbesungene und als unendliche Referenz für süße Liebeserklärungen genutzte jamaikanische Zucker hat für die Inselbewohner zur Zeit einen bitteren Beigeschmack.
 Ein WTO-Urteil gegen die Europäische Union hat auch auf Jamaika seine Auswirkungen, wo fünf der elf Zuckerfabriken schließen sollen. Die globale Schlacht um den Zucker ist heiß entflammt und betrifft den Bauern in der Pfalz genauso wie den Rastaman in Westmoreland, die beide ihre Existenzgrundlage wie Karamell dahinschmelzen sehen. Keiner der beiden kann sich dem Räderwerk des Neoliberalismus entziehen und muss sich mit den Tatsachen zufrieden geben.

Stein des Anstoßes war das Urteil der WTO im April diesen Jahres. Die größten Zuckerexporteure der Welt (neben der Europäischen Union) Australien, Thailand und Brasilien hatten gegen die Handelspolitik der EU geklagt und Recht bekommen. Demnach exportiert die EU knapp zwei Drittel mehr Zucker auf den Weltmarkt als erlaubt und tut dies zu Dumpingpreisen, die sie nur durch Subventionen erzeugen kann. Zur Umsetzung des Urteilspruches muss die EU nun drastisch Subventionen streichen, was in Deutschland und Frankreich bereits zu Protesten der Agrarindustrie führte. So weit, so europäisch. Die Verbindung zwischen dem deutschen Zuckerrübenacker und dem tropischen Cainfield erklärt sich durch den wirtschaftlichen Zusammenhang.

Die EU gewährt Handelspräferenzen für finanzschwache Afrika-Karibik-Pazifik (AKP)-Staaten, denen auch Jamaika angehört. Zucker aus diesen Ländern wird verbilligt in die EU importiert und zum Teil reexportiert. Den Ausgleich zum Weltmarktpreis und die garantierte Abnahme bestimmter Mengen bezahlt die EU und subventioniert dadurch die Bauern der AKP-Länder. Dass die Kommissare in Brüssel den deutschen Bauern die Subventionen streichen und gleichzeitig die Konkurrenz aus dem Ausland fördern, ist politisch nicht möglich. Folglich beschloss die EU auch die Fördermittel für die AKP stark zu kürzen. Dies bedeutet drastische Einbußen für die Zuckerindustrie in den exportierenden Staaten. In „Sweet Jamaica“ beispielsweise sollen bis 2015 fünf der insgesamt elf Fabriken geschlossen werden, zwei davon schon nach der Ernte im kommenden Winter. Als soziodemographische Auswirkung wird eine steigende Arbeitslosigkeit bei sinkender Lebensqualität befürchtet. Eine daraus resultierende Landflucht würde die Ghettoisierung und Slumbildung in den Städten verstärken.

Zur Bewältigung dieser Krise trafen sich Regierungsvertreter der „Caribbean Community and Common Market“ (Caricom) mit der „Free Trade Area of the Americas“ (FTAA). Die Verhandlungen zeigen ein Ergebnis, welches europäische Wirtschaftsbeobachter schon bei der Urteilsverkündung der WTO prophezeit hatten. Die brasilianische Zuckerindustrie bietet sich als Finanzstütze für die Karibik an und will gefährdete Fabriken für den symbolischen Preis von einem Dollar kaufen, privatisieren und gesund sanieren. Das mit Europa konkurrierende brasilianische Zuckerimperium kann dann über die Handelspräferenzen billig exportieren und weiter wachsen. Diesen Vorteil durchschauen auch deutsche und französische Unternehmer und kaufen sich schon ihrerseits in Brasilien ein. Dort sind die Lohn- und Lohnnebenkosten geringer und die Arbeitsbedingungen weniger streng reguliert.

In Jamaika wird wegen der schweren Verkaufslage bereits umgedacht und nach alternativen Verwendungsmöglichkeiten des Rohstoffes gesucht. Die exzellente Rum- und Branntweinproduktion basiert im Großteil auf Rohrzucker, welcher sich auch zu Ethanol weiterverarbeiten lässt, was man zum Raffinieren von Öl zu Benzin gebraucht. Auch kann durch die Mehrfachverwendung der Betriebshitze der Zuckermaschinen Strom gewonnen werden, der bei Überschuss verkauft werden kann.

Für den Kunden hierzulande ist eine politisch korrekte Kauf-Entscheidung aufgrund der Verstrickungen kaum noch möglich. Wenn Europäer brasilianische Firmen verwalten, die auf Jamaika produzierten Zucker nach Europa verkaufen, fällt die Unterscheidung zwischen Ausbeuter und Opfer so schwer wie zwischen Salz und Zucker. In der Sprache der Rastafari kann man diesen Sachverhalt nur mit „Fire fi all black and white downpressors“ kommentieren und hoffen, dass auch die am Ende der Entscheidungskette stehenden Bauern ihr Stück vom Zuckerkuchen abbekommen.

Text von Paul Spurny

08.11.2005
Pura Vida
Die beste und exotische Coctails in Dresden sind in den neu Bar/Restaurant Pura Vida zu geniessen
In November eroffnette  Einwanderer aus Mittelamerika in Dresden ein kleines aber sehr nettes Lokal, Musik,Coctails und alles was das Herz begehrt wird angeboten.
08.11.2005
Fernreisen werden teurer
Tourismus: Markt wird 2006 um vier bis fünf Prozent wachsen. Europas größter Reisekonzern ist optimistisch. TUI will stärker als die Branche zulegen.
Hannover/Varadero -
Die Reiselust der Deutschen ist trotz Terroranschlägen und Naturkatastrophen ungebrochen. Nach Einschätzung des größten Reiseveranstalters in Europa wird der Tourismusmarkt 2006 um vier bis fünf Prozent wachsen, sagte der Deutschland-Chef von TUI, Volker Böttcher, bei der Vorstellung der Sommerkataloge 2006 in Varadero auf Kuba. Dabei wolle TUI überdurchschnittlich zulegen. Zur Zeit gebe es im Tourismus wieder "mehr Licht als Schatten".

Allerdings steigen die Reisepreise auf Grund der Kerosinzuschläge der Fluggesellschaften im Sommer 2006 durchschnittlich um 2,3 Prozent. Vor allem Fernreisende müßten tiefer in die Tasche greifen, so Böttcher. So werden bei TUI in der nächsten Sommersaison Reisen nach Kuba und in die Dominikanische Republik um fünf Prozent teurer. Urlaube auf den Balearen (Mallorca) kosten ein Prozent mehr.

Im kommenden Jahr werde die Entwicklung aber auch vom politischen Neuanfang und von der Fußball-Weltmeisterschaft beeinflußt, deren Auswirkungen noch schwer abschätzbar seien. Vor allem beim Fußball sei noch unsicher, "ob es Geschäft bringt oder kostet", sagte Böttcher.

In der abgelaufenen Sommersaison (1. Mai bis 31. Oktober) erreichte die TUI in Deutschland ein Umsatzplus von 5,3 Prozent. Die Zahl der Gäste legte sogar um 14,7 Prozent zu. Zum Ergebnis machte Böttcher keine Angaben. Bei den Buchungen für den Winter sei man auf Vorjahresniveau - auch wenn sich die Entwicklung nach einem sehr guten Start inzwischen etwas abgeschwächt habe.

Insgesamt sind in der beginnenden Wintersaison bei TUI vor allem Fernreisen gefragt. Bei den Buchungen gebe es bereits ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr, berichtete Böttcher. Besonders beliebt seien die USA mit einem Plus von 85 Prozent und Kenia mit plus 63 Prozent. Auch Marokko erreichte ein Buchungsplus von 59 Prozent. Das Königreich hatte schon im Sommer seine Gästezahl um 31 Prozent erhöhen können. Größter Verlierer ist dagegen Sri Lanka. Nach der Tsunami-Katastrophe liegen die Buchungen für diesen Winter um 37 Prozent unter dem Vorjahr, während 19 Prozent mehr Gäste Thailand buchten.

Der TUI-Manager erwartet ein weiter robustes Wachstum des Urlaubsgeschäfts: "Wenn die neue Regierung steht, werden viele Menschen auch ihre abwartende Haltung ändern."

HA
07.11.2005
Fünf russische Flugzeuge mit Permer Motoren für Kuba
NISCHNI NOWGOROD, 07. November (RIA Nowosti). Fünf russische Flugzeuge mit Motoren aus Perm (eine russische Stadt) sollen in den
Wie am Montag im Pressedienst der SAO Verwaltungsgesellschaft Motorenbaukomplex Perm mitgeteilt wurde, hatten im Oktober in Havanna die Verhandlungen zwischen der russischen und der kubanischen Seite stattgefunden. Im Ergebnis erklärte sich die Republik Kuba bereit, in den nächsten zwei Jahren fünf neue russische Flugzeuge mit Triebwerken PS-90A zu kaufen.

Russland war bei diesen Verhandlungen durch die OAO Iljuschin Finans Ko., die OAO Tupolew, die Flugzeugbauvereinigung Woronesch (WASO), die SAO IFK Technik sowie das Motorenwerk Perm (PMS) und Kuba durch die Regierung der Republik, die Korporation der Zivilluftfahrt (CACSA), das Institut für Zivilluftfahrt Kubas (IACC) und die Fluggesellschaft Cubana de Aviacion vertreten.

Entsprechend einer Vereinbarung wird Kuba zwei Flugzeuge Il-96-300, zwei Tu-204-100 und eine Tu-204S mit Triebwerken PS-90A kaufen. Somit kann der Auftrag für den Motorenbaukomplex Perm entsprechend den kubanischen Verträgen 14 Triebwerke PS-90A ohne Berücksichtigung der Reservemotoren ausmachen, wurde im Pressedienst mitgeteilt.

Das Triebwerk PS-90A gilt heute als modernstes russisches Triebwerk für Zivil- und Militärtransportflugzeuge der jüngsten Generation. Diese Triebwerke werden unter anderem bei den Langstrecken-Passagierflugzeugen Il-96-300, den Mittelstrecken-Flugzeugen Tu-204 und Tu-214 sowie den Transportflugzeugen der Il-76-Familie verwendet.
03.11.2005
Costa Rica: Zahlungserhöhung von Bananenerzeugern gefordert
Die zusätzlichen 0,75 US$ würden den Erzeugerpreis auf 6,25 US$ pro Karton anheben
- die Erzeuger argumentieren damit, dass der durchschnittliche Preis von 5,50 US$ pro Karton, der von den Exporteuren gezahlt wird, sich seit Ende 2002 nicht erhöht hat, während die Investitionskosten angestiegen sind und die Schwäche des US$ auch negative Auswirkungen hat. Im letzten Jahr war die unabhängige Bananenbrache von Costa Rica für annähernd 56 Mio. Kartons von der Gesamtmenge des Landes in Höhe von 98,8 Mio. Kartons verantwortlich - ein 57%iger Marktanteil.

Quelle: fruchtportal.de
26.10.2005
"Wilma" hat sich abgeschwächt
Der Hurrikan "Wilma" hat sich in der vergangenen Nacht über dem Karibischen Meer leicht abgeschwächt und wurde in die Kategorie vier herabgestuft.

Nach Angaben des nationalen Hurrikan-Zentrums in Miami bewegt er sich aber immer noch mit einer Wind-Geschwindigkeit von bis zu 260 Stundenkilometern auf den Golf von Mexiko zu. Auf Kuba und in Mexiko begann inzwischen die Evakuierung der Menschen in besonders bedrohten Gebieten. Es wird erwartet, daß der Hurrikan am Samstag den US-Bundesstaat Florida erreicht.
07.10.2005
"Grenzenlos: Kuba"
Ein Film von Hermann Hoebel in "Challenge" am 08.10.2005 bei Kabel eins
"Alle träumten von Kuba" - so heißt ein Buch des berühmten kubanischen Schriftstellers Miguel Barnet, das von den Hoffnungen und Erlebnissen früher Einwanderer erzählt. Heute schwärmen Urlauber und Besucher der Zuckerrohrinsel von Sonne, Strand und "Buena Vista"-Feeling. Havanna gilt mit ihren drei Millionen Einwohnern als größte und zugleich malerischste Metropole in der Karibik. Gleichzeitig ist Kubas Hauptstadt das Eldorado für amerikanische Autos aus den 50er und 60er Jahren. Auf der karibischen Seite Kubas lockt zum Beispiel Trinidat mit seinen türkisblauen Badebuchten. Trotz mancher Beschwerlichkeiten, die man als Rollstuhlfahrer unter anderem aufgrund des Kopfsteinpflasters in Havanna hat: Dem tropischen Zauber Kubas ist auch Hans Kreiter aus Stuttgart schnell erlegen. Fasziniert und mitgerissen vom Rhythmus ist für ihn die Musik das heißeste, was das Land zu bieten hat. "Challenge"-Autor Hermann Hoebel hat den Reisejournalisten auf seiner Rundreise begleitet. "Challenge" - Ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien e.V. und kabel eins: "Grenzenlos: Kuba", ein Film von Hermann Hoebel - am Samstag, 8. Oktober 2005, um 11:35 Uhr bei kabel eins.
26.03.2005
Priester und Altkommunist verteidigt Kuba und Castro
Der Priester Ernesto Cardenal, ehemaliger Trappist, kommunistischer Kulturminister und Guru der Befreiungstheologie, hat kürzlich eine Lanze für den kubanischen Diktator Fidel Castro gebrochen.


 
(kreuz.net, La Habana) „Kuba verteidigen heißt, uns selber verteidigen“, erklärte der nikaraguanische Priester und Poet Ernesto Cardenal (80) in der vergangenen Woche in der kubanischen Hauptstadt La Habana. Pater Cardenal ist einer von 900 Intellektuellen aus der ganzen Welt, die ein Manifest gegen die antikubanischen Machenschaften der gegenwärtigen Regierung der USA gegen Kuba unterzeichnet haben.

Vor der kubanischen Tageszeitung „Prensa Latina“ verurteilte der Priester die Bestrebungen der Vereinigten Staaten, während der gegenwärtigen Sitzung der UNO-Menschenrechtskommission eine Resolution gegen Kuba durchzusetzen. Die Session der Menschenrechtskommission tagt in Genf.

„Kuba ist das einzige Land der Welt, das vom nordamerikanischen Imperialismus wirklich unabhängig ist. Das Land ist ein Beispiel für den Rest der Völker der Welt“, erklärte Cardenal. Der Priester fügte hinzu, daß die wahre Menschlichkeit auch in Venezuela verteidigt werde, ein Land, das in gleicher Weise durch die rechtsnationalistische Regierung von Präsident George W. Bush bedroht sei.

Der Priester nannte die USA ein terroristisches Land, das keine moralische Autorität besitze, die Lage der Menschenrechte in einem anderen Land zu beurteilen.

Die Unterstützungserklärung für Kuba wurde am Montag vor zwei Wochen in der kubanischen Hauptstadt La Habana vom argentinischen Schriftsteller und Parlamentarier Miguel Bonasso und dem kubanischen Dichter Roberto Fernández Retamar vorgestellt.

Das Manifest steht unter dem Titel „Stoppen wir ein neues Manöver gegen Kuba!“. Es appelliert an die Regierungen, die in der UNO-Menschenrechtskommission vertreten sind, nicht zuzulassen, daß die Kommission von der antikubanischen Aggression der Bush-Regierung mißbraucht werde.

Das Manifest ist unterschrieben von den zwei Trägern des Literaturnobelpreises, dem Portugiesen, José Saramago, und der Südafrikanerin Nadine Gordimer. Unterschrieben haben auch die Hollywood-Schauspieler Harry Belafonte und Danny Glover, der Regisseur Walter Salles, der ehemalige Dirigent der Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado, der Sänger Joaquín Sabina und der Musiker Manu Chao.

Weitere Unterzeichner sind der argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel, der britische Regisseur Alex Cox und die US-amerikanische Schriftstellerin Alice Walker.
23.03.2005
Kooperationsabkommen zw. China und Kuba unterzeichnet
Der chinesische Präsident Hu Jintao und der kubanische Staatschef Fidel Castro haben bei ihrem Treffen am Montag in Havanna insgesamt 16 Kooperationsabkommen unterzeichnet.
Die Abkommen wurden nach einem rund zweistündigen Gipfeltreffen im Revolutionspalast der kubanischen Hauptstadt unterzeichnet. Nach seinem Sturz im vergangenen Monat hatte Castro zuvor seinen chinesischen Gast im Rollstuhl empfangen, das linke Bein bis zum Knie im Gips. Die Karibik-Insel war die letzte Station von Hus erster Lateinamerika-Reise, in deren Rahmen er zuvor Brasilien, Argentinien und Chile besucht hatte. Die Beziehungen zwischen Kuba und China waren lange Zeit distanziert; erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wandte sich Castro verstärkt Peking zu.
09.03.2005
Das FOCSA in Havanna
von Christa Dankenbring, Havanna
Auf den Spuren einer verlorenen ZeitGeschichten eines Hochhauses aus vier Jahrzehnten

Ihre Tage sind palmgrüne Tropentage. Ihr Lachen und Geschrei, der Geruch von Fruchtbarkeit und Fäulnis, ein betäubender Rhythmus von Vergänglichkeit erfüllt die Straßen. Die Zeit ist schneller unter tropischem Himmel, sie blüht und vergeht in leichtsinnigem Rausch. Zwischen vergangenem Glanz, schattigen Arkaden und Innenhöfen, tanzt und stirbt, liebt und haßt eine überschwengliche Stadt. Ewiges Lachen, die Stimmen fremder Götter und Kontinente, Furcht und Tränen leben zwischen Trümmern, klingen im Lärm der Straßen Havannas, verbrennen im gleißenden Licht der Insel.

Kein Fortschritt aus Glas und Stahl triumphiert über Reichtum und Niedergang. Die koloniale Stadt und ihre wenigen Momente des Fortschritts teilen im revolutionären Zeitalter das gleiche Schicksal. Die Stadt und die Menschen warten auf bessere Zeiten.

Mit dem Lift ins Niemandsland
Wie eine Festungmauer ragt das FOCSA, das einstige Symbol von Wohlstand und Dollar, aus dem Häusermeer. Mit 35 massiven Betonstockwerken herrscht es über die Stadt. Als in den fünfziger Jahren das Wachstum Havannas an seine natürlichen Grenzen stieß, begann die Stadt in die Höhe zu streben. Was sich im Zuge dieser Entwicklung in den Himmel streckte, nannte sich paradoxerweise »horizontales Eigentum«. Den Mittelstand Havannas zog es aus den städtischen Randbezirken zurück ins Zentrum. Neben der Nähe zum Arbeitsplatz und zum kulturellen Leben versprach das »horizontale Wohnkonzept« ausreichend Privatsphäre und gehobenen Komfort.

Im Auftrag des Konsortiums der Brüder Mestre - Eigentümer des Fernsehsenders C.M.Q. - und des Mitgesellschafters von Barcadi, Pepin Bosch, baute der Architekt Ernesto Gómez Sampera zwischen 1954 und 1956 das höchste Gebäude Havannas, das FOCSA. Der Preis für eine Wohnung betrug je nach Ausstattung zwischen 15.000 und 20.000 Pesos. Ein Dollar entsprach damals einem Peso; ein mittleres Monatseinkommen lag zwischen 800 und 1.000 Pesos. So konnten sich auch drei Schwestern, die als Facharbeiterinnen in einer Tabakfabrik arbeiteten, auf Mietkaufbasis mit einer Anzahlung von 1.000 Pesos ein Appartment im FOCSA leisten. Bis heute ist es eines der wenigen Hochhäuser Havannas geblieben. Die Revolution hatte nicht die Mittel, um den städtebaulichen Kahlschlag fortzusetzen. Damit blieb Havanna das Schicksal anderer Weltmetropolen erspart - dort, wo viele »FOCSAS« entstehen sollten, drängen sich noch heute klassizistische Säulen und Kapitelle.

»Nachts ist das FOCSA zum Fürchten«, sagt Maria und tastet sich durch den Gang im 27. Stock, der so finster ist wie die Nacht selbst. In der Ferne schaukelt ein einsamer Beleuchtungskörper sein schwaches Licht im Wind. Der Fahrstuhl hält nur dann, wenn er rechtzeitig angerufen wird, auf Knopfdruck funktioniert hier schon lange nichts mehr. Jeder, der sein Stockwerk verlassen möchte, lauscht auf das Klappern der Fahrstuhltüren in den benachbarten Etagen, um rechtzeitig die Nummer seines Stockwerks zu rufen. »13« - »18« - »27« brüllt es in allen Stimmlagen. Auf Ungeduldige oder Sanftmütige, die nicht wagen, ihre Stimme zu erheben, wartet eine stockdunkle Nottreppe. Mit dem Aufzug ist es wie mit dem verdammten Telefon, von dem es in Havanna heißt, daß es möglicherweise Milch gibt, aber selten verbindet.

In dieser Nacht bleibt der Fahrstuhl plötzlich mit einem Ruck stehen. Die Türen öffnen sich nicht. Zwölf Männer und Frauen - Kubaner und Ausländer - drängen sich in der Kabine, die für sieben Personen und eine Fahrstuhlführerin zugelassen ist.

Teresa, die den Fahrstuhl acht Stunden chauffieren soll, hat ihre Schicht gerade erst begonnen. Seit über 35 Jahren arbeitet sie hier, vor der Revolution war sie Prostituierte. Niemand kennt das FOCSA und seine Bewohner besser als sie. Ihre von der Straße geschärften Sinne sind unbestechlich und zuverlässig, jetzt spielt sie auf den Fahrstuhlknöpfen Klavier, aber es tut sich nichts. Dann brüllt sie in den Schacht. Irgendwann kommt Antwort aus der Lobby. Genau weiß niemand, wo wir steckengelieben sind. Die Anzeigetafel funktioniert schon seit Jahren nicht mehr.

Maria, die nur zu Besuch im FOCSA war, ist blaß geworden. Die Hausbewohner trauen ihrem Beförderungsmittel genau so wenig wie die Besucher. Die Luft ist heiß und stickig. Von außen kommt keine Hilfe. Von innen wird mit vereinten Kräften unter albern-hysterischem Gelächter und empörtem Geschrei die erste Eisentür auseinandergeschoben. Als auch die zweite Tür endlich nachgibt, stürzen alle gleichzeitig durch den engen Ausstieg in einen unbeleuchteten Flur, dessen Ausgänge verschlossen sind. Niemand kennt diese Haltestelle, nicht einmal Teresa. Ein verblichenes Schild zeigt im Schein eines Feuerzeugs, daß wir uns im Stockwerk »0« befinden. Unbekanntes Land. Zwölf Männer und Frauen, eingeschlossen im Niemandsland zwischen bürgerlicher Dekadenz und sozialistischem Niedergang.

Die Kubaner unter uns lachen und erzählen Witze. Fidel besichtigt eine Kooperative und verliebt sich in eine Zuchtsau. »Die Sau ist eine Prachtsau und wird zehn Ferkel haben«, prophezeit er.

Die Sau bekommt ihre Ferkel, aber leider nur sechs. Der Betriebsleiter ist schockiert. »Und Fidel hat geschworen, daß es zehn werden. Wir dürfen ihn doch nicht enttäuschen.« Also beschließt er, an den örtlichen Parteisekretär sieben zu melden. Der Parteisekretär ist empört. Das kann man Fidel nicht antun, denkt er und rundet auf acht. Der Bezirkssekretär kann es kaum glauben, daß die Sau das Plansoll verfehlt hat. Eins mehr oder weniger ist auch egal, und Fidel freut sich vielleicht auch über neun. Also erreicht den Berater des Comandante en Jefe schließlich die Botschaft von fast zehn Ferkeln. Da ist nun die harte Wirklichkeit der prophetischen Weitsicht so nahe, daß man dem Propheten ebenso gut den Vollzug von zehn Ferkeln melden kann.

Gestrandeter Luxusliner am Malecon
Während die Kubaner sich Witze erzählen, verschafft sich ein Ausländer im Stockwerk »0« mit wütenden Fußtritten gegen eine verschlossene Tür gewaltsam einen Weg ins Freie. Durch ein Labyrinth von dunklen und feuchten Gängen gelangen wir schließlich alle in die Tiefgarage des FOCSA.

Bei seiner Einweihung 1956 zählte das FOCSA sieben funktionierende Fahrstühle für 375 Wohnungen auf 30 Etagen. Warteschlangen vor den Aufzügen gab es nicht, auch keine Fahrstuhlführerinnen. Das FOCSA galt als Wunder moderner Architektur und Organisation. Seine Bewohner genossen den Komfort von klimatisierten Wohnungen, Supermarkt, Bank und Geschäften, vergnügten sich am Swimmingpool, in Bars und Restaurants, ohne auch nur das Gebäude verlassen zu müssen. Man lebte in einem eleganten Haus, das separate Dienstbotenzugänge und Lastenaufzüge hatte, dessen Hallen mit Teppichböden, Marmor und Spiegeln ausgekleidet waren, das Privatsphäre bot und gleichzeitig für Vergnügen und Unterhaltung sorgte. Das FOCSA war ein Beton gewordener Luxusliner mit eigenem Generator und Meerwasseraufbereitung zur Trinkwassergewinnung.

Doch die Zeit ist mit dem FOCSA umgegangen wie mit den Menschen, die in seinen Mauern leben. Der Glanz ist stumpf geworden, der Reichtum verbraucht. Es fehlt an Farbe, Glühbirnen und Licht, nur der Wind heult zufrieden zwischen den schutzlosen Mauern. Geblieben ist das, was die Menschen überdauert, das launische Meer vor einem endlos blauen Horizont. Unberechenbar wie ein wildes Tier bäumt es sich gegen die Ufer und schmiegt sich an manchen Tagen still wie ein See an die Strände der Stadt.

Zu Batistas (*) Zeiten lebten im FOCSA vor allem Geschäftsleute, Angestellte, Ärzte, Lehrer, Intellektuelle und Künstler - aber auch El Cubano Loco, ein bekannter Drogenhändler, der - wie man sich erinnert - drei Wohnungen gemietet hatte und mit dem »Teniente« (Spitzname Batistas - die Red.) hier gesoffen, gehurt, und dubiose Geschäfte abgewickelt haben soll. Beide verließen vor dem Einmarsch der siegreichen Rebellen in Havanna eiligst das Land.

Nach ihnen sind noch viele gegangen, die das bourgeoise Leben im FOCSA genossen hatten und sich an das revolutionäre Leben nicht gewöhnen wollten oder konnten. Nicht alle waren von Anfang an Gegner der Revolution. Manche begrüßten das Ende der Batista-Diktatur, einige sogar die Revolution. Aber ihre Vorstellungen von der Gesellschaft eines neuen Kuba waren auf Dauer nicht mit den politischen Realitäten in Übereinstimmung zu bringen. Von ihren Zweifeln, ihrem Mangel an kollektiver Begeisterung, erzählt einer der bekanntesten kubanischen Filme Memoria del Subdesarollo (Erinnerung an die Unterentwicklung), den Tomás Alea 1968 auch im FOCSA gedreht hat. Aus der distanzierten Perspektive des Penthouse betrachtet der Protagonist des Films das alltägliche Leben derjenigen, die »immer jemanden brauchen, der für sie denkt«. Diesem Phänomen - für Alea Ausdruck der Unterentwicklung - hatte das revolutionäre Kuba den Kampf angesagt.

Diejenigen, die in den ersten Tagen nach dem Sieg der Revolution vor 40 Jahren gegangen sind, haben im FOCSA alles zurückgelassen, was sie besaßen: Möbel, Geschirr, Wäsche, Gemälde. Sie haben Kuba in dem Glauben verlassen, bald zurückzukehren. Doch die wenigsten haben ihre Insel wiedergesehen. Was sie zurückließen, wurde von der Revolution übernommen, verwaltet und neu verteilt. Die ersten verlassenen Wohnungen vergab die neue Regierung an verdiente Kämpfer, die mit Fidel in der Sierra Maestra waren. Später übernahm der Gewerkschaftsverband CTC die Verteilung freiwerdender Appartments und übergab sie an diejenigen, die sich bei freiwilligen Arbeitseinsätzen ausgezeichnet hatten.

Wenn die Erinnerung, die manchmal in einem Honigglas konserviert wird, sich nicht irrt, dann sind die alten und neuen Bewohner, obwohl sie Welten trennten, höflich miteinander umgegangen. So jedenfalls wird die Geschichte überliefert. Sicher ist, daß die Revolution lange Zeit, und das gilt mit Einschränkung bis heute, von vielen Angehörigen des damaligen Mittelstandes unterstützt wurde, und davon haben einige schon unter Batista im FOCSA gewohnt. Es gehört im übrigen zu den angenehmen Gepflogenheiten der Kubaner, im alltäglichem Umgang Gemeinsamkeiten zu betonen und Trennendes, zumindest zeitweilig, zurückzustellen.

Gymnastik zwischen Salatstauden
Im ersten Jahr nach dem Triumph der Revolution schickte die Regierung Campesinos nach Havanna. Sie sollten die Hauptstadt kennenlernen. Einige von ihnen campierten im Garten des FOCSA, am Swimmingpool, unter Palmen und rot-weißen Sonnenschirmen. Bienvenida, heute über 90, erinnert sich. Sie schwatzte ihrem Mann das Auto ab und zeigte den Besuchern aus dem Landesinneren die Stadt und ihre Strände. »Es gab erwachsene Männer und Frauen, die noch nie in ihrem Leben eine Muschel gesehen hatten«, berichtet sie aus längst vergangenen Tagen.

Bienvenida und ihre Freundinnen engagierten sich begeistert für die Revolution, und sie waren nicht die einzigen im FOCSA. Sie machten mit bei der Alphabetisierungskampagne, gründeten eine Abendschule, eine Künstlerbrigade. Noch heute bewegt sie die Erinnerung an diese Jahre, als der Tag nicht genügend Stunden hatte für Arbeit, Hausarbeit und freiwillige Arbeitseinsätze.

Und heute - nach 40 Jahren - organisiert eine Gruppe dieser Generation zusammen mit der Familienärztin des FOCSA Morgengymnastik für Senioren. Und gemeinsam erledigen sie die täglichen Besorgungen, tauschen Informationen aus und leisten sich gegenseitig Hilfe in Notlagen. »Wir sind eine große Familie«, sagt Bienvenida.

Nach den Campesinos kamen die Ausländer - die Berater aus der UdSSR, der DDR, Ungarn, Bulgarien, der Tschechoslowakei. Die Bodega der Kubaner mußte ihrer Kantine weichen. Im Garten bauten sie ein Freilichtkino, dessen Leinwandgerippe noch heute an diese Zeiten denken läßt. Die Ausländer versetzten die Stühle und Bänke des Swimmingpools und zeigten russische Filme im Originalton. Man respektierte sich auf kubanisch, feierte manchmal gemeinsam, schloß Freundschaften unter Nachbarn, und im übrigen ging jeder seiner Wege. Schon damals, mit den Beratern aus dem Ostblock, blühte das Geschäft des Schwarzmarkts. Nach ihrem Rückzug kamen zu Beginn der periodo especial die Koreaner, pflanzten Blumen und Gemüse im verwahrlosten Garten des FOCSA und absolvierten ihre Morgengymnastik zwischen Salatstauden. Sie blieben nicht so lange wie ihre inzwischen zum Kapitalismus konvertierten Vorgänger. Doch sie alle haben das FOCSA zu einer Chronik kubanischer Zeitgeschichte gemacht. Stumm ist es Zeuge gewesen und hat die Spuren bewahrt, die jene Jahre hinterließen. Spuren der Geschichte und ihrer Menschen, ihrer Überzeugungen, Wünsche und Träume, ihrer Einsamkeit und Verzweiflung. In diesen Jahrzehnten wurde aus dem Luxusliner ein Wrack. Die Verwandlung des FOCSA erscheint wie die Verwandlung revolutionärer Träume in postrevolutionäre Alpträume von Mangel und Niedergang.

Es hat viele Trennungen gegeben in diesen Jahrzehnten. Kaum einer, der nicht Familienangehörige im Ausland hätte. »Mein Mann ist 1980 nach Mexiko gegangen. Er war kein bescheidener Mensch, er brauchte mehr zum Leben. Wenn er zum Strand fahren wollte, dann hat er nie den Bus genommen, es mußte ein Auto sein, oder er ist nicht gegangen. Er wollte sich etwas leisten können, ins Theater oder in Bars gehen. Das konnte man in Kuba nicht. Also ist er gegangen und wurde ein erfolgreicher Geschäftsmann. Er wollte uns nachholen, aber ich wollte nicht.«

Für Eugenia war er lange Zeit ein gusano, ein Wurm. Sie verdanke alles der Revolution, sagt sie. Aus Überzeugung habe sie ihrem Ex-Mann über Jahre den Kontakt mit seiner Tochter verweigert. Heute meint sie, daß es ein Fehler war, es seien nicht alle Menschen gleich, jeder sollte auf seine Weise leben. Seit einigen Jahren besucht der Vater nun wieder die Tochter und unterstützt seine Familie.

Trotz aller ideologischen Vorbehalte sind auch diejenigen Kubaner, die sich noch immer zu den Idealen der Revolution bekennen, bereit, die unsichtbare Demarkationslinie zu überwinden, die sie von denen trennt, die irgendwann der Revolution den Rücken kehrten.

Aber nicht immer nimmt die Geschichte ein versöhnliches Ende. Einsamkeit und Verzweiflung haben wohl den jungen Mann getrieben, der sich vor 15 Jahren von einem Balkon des FOCSA in den Tod stürzte. Er war, wie es heißt, der erste Flugzeugentführer Kubas. Seine Mutter und Großmutter sind heute noch für die Revolution entflammt, der Vater aber hatte Jahre zuvor das Land verlassen. Um ihn wiederzusehen, versuchte der Sohn, mit Waffengewalt ein Flugzeug zu entführen. Die Entführung mißlang, und er wurde zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Dem Vater gelang es, den Sohn freizukaufen. Der Junge durfte ausreisen. Doch es hielt ihn nicht lange im Ausland. Er kehrte zu seiner Familie nach Kuba zurück - und beging Selbstmord. Er konnte weder ohne Kuba, noch mit Kuba leben.

(*) Diktator Kubas von 1952-195
08.03.2005
Währungsumstellung
Ab dem 08.11.04 wird in Kuba der USD als Zahlungsmittel durch den konvertiblen kubanischen Peso ersetzt.
Diese Währung ist 1:1 an den Dollarkurs gebunden. Der Euro kann problemlos und gebührenfrei in diese neue Wärung getauscht werden. Kreditkartenzahlungen und die Möglichkeit, mit der Kreditkarte auf der Bank Geld zu holen, bleiben davon unberührt,lediglich die ausgezahlte Währung ist eine andere.
Gebühren in Höhe von 10% werden erhoben, wenn USD in die kubanische Währung umtauscht werden.

Sollten Sie am Ende Ihrer Reise noch kubanisches Geld übrig haben, können Sie dieses am Flughafen wieder in EUR zurücktauschen. In Devisengeschäften und teilweise in den Hotels können Sie wie bisher mit EUR bezahlen.

weitere Infos unter Information über den peso convertible
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