20.11.2006 Kuba gewinnt Rechtsstreit mit US-Verlag
Ein britisches Gericht hat die Klage des amerikanischen Verlags Peer
International Corporation abgewiesen, der Urheberrechte an mehreren
Klassikern des kubanischen Son geltend gemacht hatte.
Peer International hatte behauptet, die Rechte an den Songs von den
Erben der entsprechenden Komponisten erhalten zu haben. Nach der
kubanischen Revolution seien diese von der staatlichen kubanischen
Editora Musical de Cuba (EMC) annektiert worden.
Die Rechte an den Titeln, die vom Buena Vista Social Club in den
letzten Jahren wieder populär gemacht worden sind, bleiben nun im
Besitz der kubanischen Verleger.
Die britische Richterin stellte sich auf den Standpunkt, dass sich
Peer weder um die Musiker noch um die Songs gekümmert habe, bis in den
neunziger Jahren das Revival des Son durch den Buena Vista Social Club
diese wieder aus der Versenkung geholt habe. (wb)
19.11.2006 Nicaragua: Abtreibungsverbot in Kraft
Der scheidende Präsident Enrique Bolanos hat ein Gesetz zum Verbot aller Schwangerschaftsabbrüche in Kraft gesetzt.
An der Unterzeichnungszeremonie nahmen auch katholische und
protestantische Kirchenführer teil, wie nicaraguanische Medien am
Wochenende berichten. Laut dem Gesetz sind Abtreibungen auch nach
Vergewaltigung oder in Fällen verboten, in denen das Leben der Mutter
in Gefahr ist. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul
(SPD) hatte Bolanos aufgerufen, das Gesetz nicht zu unterzeichnen, weil
es im Widerspruch zu internationalen Übereinkommen stehe.
Nicaraguas Parlament hatte Ende Oktober beschlossen, dass
künftig jede Abtreibung strafbar sein soll. Eine Erhöhung des
Strafmaßes von 8 auf bis zu 30 Jahre lehnten die Abgeordneten
allerdings ab. Auch Bolanos Nachfolger, der Anfang November gewählte
ehemalige Sandinist Daniel Ortega, sprach sich für die
Gesetzesverschärfung aus. Ortega wird sein Amt im Januar antreten.
(kna 19.11.06 sk)
19.11.2006 Neues Fotoseminar auf Kuba mit dem Pressefotografen Sven Creutzmann
Das Angebot eines Reportageworkshops mit einem erfahrenen Fotografen
findet bei Berufskollegen und begeisterten Fotoamateuren großes
Interesse. Die Teilnehmer des Seminars erarbeiten in Havanna unter
fachkundiger Anleitung eine eigene Fotoreportage und erleben dabei das
fantastische tägliche Leben in Kuba, seine aufregende Geschichte und
Kultur sowie seine liebenswerten Menschen
Das Workshop-Programm umfasst individuelle Anleitung und
Unterweisungen in der Gruppe sowohl in der Theorie als auch im
praktischen Einsatz, tägliche Ansicht und Diskussion der
Arbeitsergebnisse sowie Vermittlung der Erfahrung über professionelle
Reportage-Fotografie, die Sven Creutzmann in seiner Arbeit für
bedeutende Magazine erworben hat. Den Themenschwerpunkt bildet der
Fotojournalismus mit Ausrichtung auf das tägliche Leben der Menschen
sowie die Reise- und Dokumentarfotografie. Als Zielsetzung des
einwöchigen Seminars, an dem maximal 6 Personen teilnehmen können,
bezeichnet er die Verbesserung der visuellen und technischen
Fähigkeiten der Teilnehmer.
Nachdem für das Seminar im Februar nur noch 2 Plätze zur Verfügung
stehen, wird ein neuer Workshop mit gleichem Programm für Ende April /
Anfang Mai vorbereitet. Mit dem Angebot eines noch nicht konkreten
Datums wird auf das Terminproblem vieler Interessenten reagiert. Sie
können häufig nicht ihre eigene Urlaubsplanung mit dem vorgegebenen
Seminartermin vereinbaren. Mit dem aktuellen Angebot eines
Terminrahmens kann das endgültige Datum in Abstimmung mit den
Interessenten festgelegt werden.
Auch bei dem neuen Workshop-Termin haben die Teilnehmer wieder die
Möglichkeit, vorzeitig anzureisen und ihren Kuba-Aufenthalt zu
verlängern. Bei der Wahl ihres Fluges und ob sie im Hotel oder in einer
Privatunterkunft wohnen möchten sind Sie ebenfalls frei. Für
Teilnehmer, die das erste Mal nach Kuba reisen, wird der
Kuba-Spezialist Dieter Späth wieder ein Zusatzprogramm anbieten. Zur
Einstimmung auf das Land erfolgt dabei die Anreise einige Tage vor
Seminarbeginn und nach dem Abschluss besteht die Möglichkeit, sich
einer Fototour durch Zentralkuba anzuschließen.
11.11.2006 Nicaragua nach Präsidentenwahl: Privatbanken halten zum neuen Staatschef Ortega
MEXIKO, 10. November (RIA Novosti). Die Privatbanken in Nicaragua haben
dem neuen Staatspräsidenten Daniel Ortega Bereitschaft zur
Zusammenarbeit signalisiert.
"Private Finanzinstitute von Nicaragua sind zu einer allseitigen
Zusammenarbeit mit der neuen Landesregierung bereit, die am 10.
November die Macht übernehmen wird, um eine prosperierende Wirtschaft
aufzubauen und Armut und Elend in Nicaragua zu bekämpfen", heißt es in
einer Vereinbarung der Bankchefs mit dem neuen Staatspräsidenten.
Die heimische Presse sieht diese Vereinbarung als eine Wende
in der Politik der Privatbanken an, die sich bis heute aus der
Bekämpfung der Armut im Lande herausgehalten haben.
Ortega lobte das Verantwortungsbewusstsein der Banken, die zuvor
den Maßnahmenplan der neuen Regierung gebilligt hatten, welche die
Kreditvergabe an Landwirtschafts- und Kleinunternehmen ermöglichen
soll. Solche Unternehmen sind heutzutage von Krediten ausgeschlossen
und gehen deshalb nicht selten pleite.
Der neue Präsident versprach ferner, "die Rolle des privaten Kapitals in der Wirtschaft zu respektieren".
Die von Ortega geleitete Regierung der Nationalen Wiedergeburt, die
nach dem Sieg der Sandinistischen Revolution im Jahre 1979 gebildet
wurde, hatte nach ihrem Machtantritt die Banken verstaatlicht und die
staatliche Kontrolle über die Wirtschaft verstärkt. Dieses
Wirtschaftsmodell blieb in Nicaragua in Kraft, bis Ortega bei der
ersten demokratischen Wahl im Jahre 1990 als Präsident abgewählt wurde.
11.11.2006 Ortega neuer Präsident von Nicaragua
Der ehemalige Revolutionsführer Daniel Ortega hat die Präsidentenwahl
in Nicaragua für sich entschieden. Mit seinem Sieg geht die 16 Jahre
währende Herrschaft der von den USA unterstützten konservativen
Parteien zu Ende.
Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen entfielen auf
den linken Ex-Präsidenten rund 38 Prozent der Stimmen. Dies teilte der
Wahlleiter am Dienstag mit. Ortegas schärfster Rivale Eduardo
Montealegre lag abgeschlagen zurück und räumte seine Niederlage ein.
Ortegas Wahlsieg ist auch ein Erfolg für Venezuelas Präsidenten Hugo
Chavez. Der Linkspopulist und US-Gegner bemüht sich um eine
anti-amerikanische Allianz linker Staatschefs in Lateinamerika.
Chavez attackiert USA
In einer ersten Reaktion verband Chavez seine Freude über Ortegas
Sieg mit neuen Verbalattacken gegen die USA. "Lateinamerika beendet für
immer seine Rolle als Hinterhof des nordamerikanischen Imperiums",
sagte Chavez. Er hatte Ortega im Wahlkampf unterstützt und Öl und
Dünger zu günstigen Preisen aus seinem ölreichen Land nach Nicaragua
geliefert.
Ortega kündigte an, die Armut in dem mittelamerikanischen Land
bekämpfen und das Vertrauen von Investoren gewinnen zu wollen. Ortegas
Anhänger strömten auf die Straßen und feierten seinen Wahlsieg.
Amerika will Entwicklungshilfe kürzen
Die USA teilten mit, ihre künftige Zusammenarbeit mit Nicaragua
hänge davon ab, inwieweit sich die neue Führung des Landes der
Demokratie verpflichtet fühle. Vor der Wahl hatten die USA gedroht, bei
einem Wahlsieg Ortegas die Entwicklungshilfe zu kürzen.
Der Marxist Ortega hatte 1979 die sandinistische Revolution
angeführt und Diktator Anastasio Somoza gestürzt. Seine erste
Regierungszeit bis 1990 war geprägt durch den Bürgerkrieg mit den von
den USA unterstützten Contra-Rebellen, in dem etwa 30.000 Menschen ums
Leben kamen.
10.11.2006 Stillschweigend einverstanden
Die UN-Vollversammlung hat die US-Blockade gegen Kuba verurteilt. Auch
EU-Staaten stimmten gegen Washington – und tragen dessen Politik
trotzdem mit
Die Vereinten Nationen haben die US-Blockade gegen Kuba fast
geschlossen verurteilt. 183 der 192 Mitgliedsstaaten sprachen sich am
Mittwoch nachmittag (Ortszeit) gegen die umfassenden Sanktionen
Washingtons aus, unter denen der sozialistische Inselstaat seit 1961 zu
leiden hat. Nicaragua, El Salvador, die Elfenbeinküste und Irak nahmen
an der Abstimmung nicht teil; die USA, Israel, die Marschallinseln und
Palau stimmten gegen den kubanischen Antrag. Mikronesien enthielt sich.
Havannas stellvertretender Außenminister Abelardo Moreno erklärte in
der kubanischen Fernsehsendung »Mesa Redonda« (Runder Tisch), die
US-Vertreter hätten »seit Wochen« versucht, die Abstimmung in ihrem
Sinne zu beeinflussen, um die Unterstützung für den kubanischen Antrag
zu verringern. Trotzdem stimmten mehr Staaten denn je gegen die
Blockade: Im vergangenen Jahr sprachen sich 182 UN-Mitglieder für Kubas
Antrag aus. Ein Änderungsantrag der australischen Delegation wurde
hingegen abgelehnt. Die UN-Diplomaten aus Canberra wollten die
Verurteilung der Blockade mit einem kritischen Urteil über die
Menschenrechtslage in Kuba verbinden.
Der kubanische Botschafter in Deutschland, Gerardo Peñalver, hatte
vor der Abstimmung im Gespräch mit junge Welt auf die ständige
Verschärfung der Blockadebestimmungen verwiesen. Sie bedrohten in
zunehmendem Maße auch ausländische Unternehmen. So sei von der
Bush-Regierung eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe mit dem Ziel
gegründet worden, Sanktionen gegen ausländische Unternehmen zu prüfen,
die sich in der kubanischen Nickelindustrie engagieren. »Das ist ein
klares Signal auch gegen europäische Staaten«, sagte Peñalver, der sich
eine deutlichere Haltung der Bundesregierung gegen die Blockade
wünscht. Das müßte auch im Interesse Berlins liegen: Im Jahresbericht
der kubanischen Regierung zu den Schäden der US-Blockade werden als
Leidtragende auch deutsche Unternehmen aufgeführt – sofern sie in den
USA vertreten sind. So habe die Deutsche Bank Trust Company Americas,
ein in den USA ansässiges Tochterunternehmen des größten deutschen
Kreditinstitutes, Geschäfte mit Kuba ablehnen müssen.
Wegen solcher negativer Konsequenzen hatten die auch Drittstaaten
betreffenden Bestimmungen in der Vergangenheit wiederholt für
erheblichen Ärger zwischen der EU und Washington gesorgt. In einer
»gemeinsamen Erklärung« bezeichnete der EU-Ministerrat die durch das
Helms-Burton-Gesetz verschärfte US-Blockade Ende November 1996 sogar
als illegal: »Diese Gesetze verletzen das Völkerrecht«, hieß es in dem
Papier. Weil die Bedrohung der EU-Unternehmen mit US-Sanktionen nach
dem Protest Brüssels seither ausgesetzt ist, sieht man auch in Berlin
keinen weiteren Handlungsbedarf: »Wir lehnen die Drittstaatenregelung
grundsätzlich ab«, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am
Donnerstag gegenüber junge Welt.
Doch ausgesetzt wurden die entsprechenden Abschnitte der
Gesetze Mitte der 90er Jahre nur unter der Voraussetzung, »daß Europa
seine Anstrengungen zur Demokratisierung in Kuba verstärkt«. Das
erklärte der US-Beauftragte Stuart Eizenstat 1996 nach Verhandlungen
mit dem EU-Botschafter in Washington. Im Umkehrschluß bedeutet das:
Würde die EU vom stillschweigenden Einverständnis mit dem aggressiven
Kuba-Kurs Washingtons abrücken, könnten die Sanktionen jederzeit wieder
in Kraft treten. Doch danach sieht es – trotz des symbolischen Votums
der EU-Staaten gegen die Blockade am Mittwoch – nicht aus. Die
Sprecherin des Außenministeriums verwies gegenüber jW ausdrücklich auf
eine begleitende »Stimmabgabeerklärung« der EU-Staaten hin. Darin sei
die Menschenrechtslage in Kuba kritisiert worden. Und damit können die
USA wiederum die Blockade begründen.
Harald Neuber, jungeWelt
08.11.2006 Ortega gewinnt Präsidentenwahl in Nicaragua
Managua (Reuters) - Der ehemalige Revolutionsführer Daniel Ortega hat die Präsidentenwahl in Nicaragua für sich entschieden.
Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Wahllokale entfielen auf
den linken Ex-Präsidenten rund 38 Prozent der Stimmen. Dies teilte der
Wahlleiter am Dienstag mit. Sein schärfster Rivale Eduardo Montealegre
lag abgeschlagen zurück und räumte seine Niederlage ein.
Mit dem Sieg Ortegas geht die 16 Jahre währende Herrschaft
konservativer Parteien in Nicaragua zu Ende, die auch die Unterstützung
der USA genossen. Ortegas Wahlsieg ist auch ein Erfolg für Venezuelas
Präsidenten Hugo Chavez. Der Linkspopulist und US-Gegner bemüht sich um
eine anti-amerikanische Allianz linker Staatschefs in Lateinamerika.
In einer ersten Reaktion verband der Linkspopulist seine Freude über
Ortegas Sieg mit neuen Verbalattacken gegen die USA. "Lateinamerika
beendet für immer seine Rolle als Hinterhof des nordamerikanischen
Imperiums", sagte Chavez. "Yankee geh' nach Hause. Gringo geh' nach
Hause. Dieses Land gehört uns, dies ist unser Amerika." Chavez hatte
Ortega im Wahlkampf unterstützt und Öl und Dünger zu günstigen Preisen
aus seinem ölreichen Land nach Nicaragua geliefert.
Die USA kündigten an, ihre künftige Zusammenarbeit mit Nicaragua
hänge davon ab, inwieweit sich die neue Führung des Landes der
Demokratie verpflichtet fühle. Vor der Wahl hatten die USA gedroht, bei
einem Wahlsieg Ortegas die Entwicklungshilfe zu kürzen.
Der Marxist Ortega hatte 1979 die sandinistische Revolution
angeführt und Diktator Anastasio Somoza gestürzt. Seine erste
Regierungszeit bis 1990 war geprägt durch den Bürgerkrieg mit den von
den USA unterstützten Contra-Rebellen, in dem etwa 30.000 Menschen ums
Leben kamen.
07.11.2006 Ortegas Comeback
Managua - Nach den Wahlen in Nicaragua führt nach Auszählung der
Stimmen in 62 Prozent der Wahlbüros weiterhin deutlich der
Ex-Guerillaführer und ehemalige Präsident Daniel Ortega.
Die EU bezeichnete den Wahlverlauf als transparent und fair. Der
Wahlprozess sei «ohne Betrugsversuche zu Ende gegangen», sagte der
Leiter der Wahlbeobachtungsmission der Europäischen Union, Claudio
Fava, in Managua. Zudem lobte er das friedliche Verhalten der Wähler
und die «Freude» der Menschen, wählen zu können. Nach Auszählung der
Stimmen in 62 Prozent der Wahlbüros lag Ortega mit 38,6 Prozent vor den
Konservativen Eduardo Montealegre (30,9 Prozent) und José Rizo (22,9
Prozent). Kritik übte EU-Wahlbeobachter Fava allerdings am Wahlkampf.
Dort sei es zwischen den Kandidaten immer wieder zu persönlichen
Angriffen gekommen.
Der Italiener wiederholte ausserdem seine Kritik an der Einmischung aus dem Ausland.
Verbündeter von Chavez
Ortega gilt als Verbündeter des venezolanischen Staatschefs und US-
Gegners Hugo Chavez, während sein Kontrahent, der rechtsgerichtete
Bankier Montealegre, von den USA unterstützt wird. Der wahrscheinliche
Wahlgewinner Ortega hielt sich unterdessen weiter bedeckt und rief zur
Geduld auf. Während seine Anhänger ihn auf den Strassen bereits als
zukünftigen Präsidenten Nicaraguas feiern, hat er seinen Sieg noch
nicht offiziell erklärt.
Mit allen Kräften im Land zusammenarbeiten
Der ehemalige Rebellenführer betonte allerdings, dass er im Falle
eines Wahlsiegs mit allen Kräften im Land zusammenarbeiten wolle und
Privateigentum respektiere. Dies sagte Ortega nach einem Treffen mit
dem ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter, der sich als Wahlbeobachter
in Nicaragua aufhielt. Die Vereinigten Staaten hielten sich zunächst
mit einer Bewertung der Wahlen in Nicaragua zurück. Die vorläufigen
Ergebnisse seien zu knapp, um bereits jetzt über den Ausgang zu
sprechen, sagte der Sprecher des US-Aussenministeriums, Tom Casey.
Quelle: sda / Dienstag, 7. November 2006
06.11.2006 Ortega liegt mit 40,1 % klar in Führung
Managua - Bei den Präsidenschaftswahlen in Nicaragua liegt der Kandidat
der Sandinisten (FSLN) eindeutig vorn. Nach Auszählung vom 40,43 % der
Stimmen wählten 40,04 % der Wähler den FSLN, 32.29 (ALN).
An dritte Stelle liegt mit 19.51% (PLC), 6.89% (MRS) und 0.27 %
(AC), das sind die letzte veroffentliche Hochrechnung des CSE (Consejo
Supremo Electoral).
Mehr als 1000 internationale Beobachter überwachten die Wahl in
Nicaragua darunter 200 von der Organisation Amerikanischef Staaten
(OAS). An der Wahl beteiligten sich laut (OAS) ca. 70% der 3,665
Millionen Wahlberechtigte.
Ausführliche Infos und aktuelle Hochrechnung unter:
www.elecciones2006.net.ni/escrutinio/general_p.html
06.11.2006 Ortega zum Präsident gewählt
Laut ersten Radioberichten soll Daniel Ortega 40 Prozent der Stimmen bekommen haben.
Bei den Präsidentschaftwahlen in Nicaragua soll der frühere
Staatschef Daniel Ortega laut einem Radiobericht gewonnen haben. Der
Ex-Guerillero habe 40,2 Prozent der Stimmen für sich verbuchen können,
meldete der Ortega nahestehende Sender "Primerissima" unter Berufung
auf erste, nicht offizielle Schnellprojektionen der Wahl am Sonntag.
Ortega regierte das mittelamerikanische Land von 1979 bis 1990 an
der Spitze der linksgerichteten Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN).
Der Kandidat der rechtsgerichteten Liberalen Nicaraguanischen Allianz
(ALN) sei auf 30,3 Prozent gekommen. Jose Rizo, der Chef der Liberalen
Verfassungspartei (PLC) des scheidenden Präsidenten Enrique Bolanos,
habe 22 Prozent erhalten, meldete der Sender.
Zum Staatsoberhaupt in Nicaragua gewählt ist, wer im ersten Wahlgang
mehr als 40 Prozent der Stimmen erhält. Es reichen aber auch 35 Prozent
der Stimmen, wenn der Vorsprung vor dem zweitplatzierten Kandidaten
mindestens fünf Prozentpunkte beträgt.
Jimmy Carter als Beobachter
Die 3,6 Millionen stimmberechtigten Bürger hatten die Wahl zwischen
insgesamt fünf Kandidaten. Gewählt wurden auch der Vize- Präsident, die
90 Abgeordneten des Parlaments und 20 Abgeordnete Nicaraguas des
regionalen Parlaments der Staaten Mittelamerikas (Parlacen). Erste
Ergebnisse der von rund 1000 internationalen Beobachtern - darunter dem
früheren US-Präsidenten Jimmy Carter - überwachten Wahl wurden am
Montag erwartet.
Schon am frühen Morgen bildeten sich vor vielen Wahllokalen lange
Menschenschlangen. Der Präsident der Wahlbehörde, Roberto Rivas,
ermunterte seine Landsleute, ihre "Stimme ohne Furcht" abzugeben. Nach
Angaben lokaler Medien kam es bei der Öffnung zahlreicher
Abstimmungslokale allerdings zu Verzögerungen. Es wurde davon
ausgegangen, dass die Wahlbeteiligung rund 76 Prozent betragen werde.
33.000 Soldaten überwachten Wahl
Rund 33.000 Soldaten der nicaraguanischen Armee wurden abgestellt,
um die Sicherheit bei den Wahlen zu garantieren. Außerdem überwachen
16.000 Freiwillige landesweit den Urnengang. Während des hart geführten
Wahlkampfs waren immer wieder Befürchtungen über einen möglichen
Wahlbetrug geäußert worden, da die Wahlbehörden von den Sandinisten
kontrolliert werden. Der scheidende Präsident Enrique Bolanos
unterstützt Montealegre.
Ortega war bereits nach der sandinistischen Revolution in der
zweiten Hälfte der 80er Jahre Präsident Nicaraguas gewesen. Er wurde
1990 abgewählt, nachdem der Versuch der Sandinisten gescheitert war,
das nach Diktatur und Ausbeutung verarmte mittelamerikanische Land mit
kommunistische Rezepten zu sanieren. Bei den folgenden Wahlen unterlag
er stets den Kandidaten der Liberalen Verfassungspartei (PLC), die das
Land zwar auf den Weg der parlamentarischen Demokratie führten, es
wirtschaftlich aber nicht wesentlich voran brachten. (APA)
03.11.2006 Präsidentschaftswahlen in Nicaragua
Managua/Caracas – Im vierten Anlauf will es Daniel Ortega schaffen. Und
die Umfragen sagen dem Altrevolutionär diesmal gute Chancen auf den
Präsidentensessel in Nicaragua voraus. Der 60-jährige kann am Sonntag
mit 35 Prozent der Stimmen rechnen. Das würde für den Sieg in der
ersten Runde reichen, wenn er einen Vorsprung von fünf Prozentpunkten
vor dem Nächstplatzierten hat.
Neben dieser von ihm und dem liberalen Ex-Präsidenten Arnoldo Aleman
paktierten Wahlrechtsreform profitiert Ortega noch von weiteren
Faktoren: Den desaströsen sozialen Folgen von 16 Jahren Neoliberalismus
und Korruption in Nicaragua, dem Trend zu Linksregierungen in
Lateinamerika. Und der Aufsplitterung seiner rechten Gegner von der
Liberalen Partei. Deren Reformflügel unterstützt den US-nahen Bankier
Eduardo Montealegre, während ein von Filz durchsetztes Netzwerk, das
Aleman gehorcht, für die Wahl Jose Rizo aufgestellt hat. Beide kommen
in Umfragen auf etwa 20 Prozent.
Alphabetisierung
Von Ortega, dem Revolutionär ist allerdings wenig übrig geblieben.
Im Juli 1979 stürzten die Sandinistenrebellen den von den USA
unterstützten, Diktator Anastasio Somoza und setzten in dem bitterarmen
Land sozialistische Planwirtschaft, Verstaatlichungen, eine Landreform
und eine groß angelegte Alphabetisierungskampagne durch.
Der junge, charismatische Comandante Ortega wurde Präsident. In
kürzester Zeit konnte die Analphabetenrate von 60 auf 15 Prozent
gesenkt werden. Doch die chaotische Planwirtschaft sowie die von den
USA militärisch unterstützte Contra-Revolution brachten die unerfahrene
Revolutionsregierung ins Straucheln. Interne Streitigkeiten, eine
Wirtschaftskrise und internationaler Druck zwangen Ortega schließlich
dazu, demokratische Wahlen zuzulassen, die er 1990 überraschend verlor.
Ein Machtmensch in zivil
In den vergangenen Jahren ist aus dem marxistischen Idealisten in
Uniform ein Machtmensch in zivil geworden. Davon zeugt beispielsweise
der vor drei Jahren geschlossene Pakt mit dem wegen Korruption zu 20
Jahren Haft verurteilten Aleman, mit dem sich Ortega skrupellos Pfründe
aufteilte. Oder die Anweisung an seine Abgeordneten, für eine
Verschärfung des Abtreibungsrechts zu stimmen – wo doch die Sandinisten
einst für eine Liberalisierung desselben kämpften. Treibende Kraft
hinter dem Projekt ist die in Nicaragua ultraorthodoxe katholische
Kirche, die in vorigen Wahlen stets gegen die Sandinisten opponiert
hatte und sich diesmal auffällig zurückhält.
Nach seinem Wahlsieg werde das von hohen Strompreisen und
Stromausfällen geplagte Nicaragua billige Erdöllieferungen aus
Venezuela und Ärzte und Lehrer aus Kuba bekommen, verspricht er etwa.
(Sandra Weiss, DER STANDARD, Printausgabe,3. November 2006)
Quelle: Der Standard.at
02.11.2006 Russisches Parlament ruft zur Aufhebung der Blockade gegen Kuba auf
MOSKAU, 02. November (RIA Novosti). Die Staatsduma Russlands hat zur
Aufhebung der gegen Kuba verhängten Wirtschaftsblockade aufgerufen.
An diesem Freitag wollen die Abgeordneten einen entsprechenden
Appell an die Parlamentarier der UN-Mitgliedsländer erörtern, teilte
Parlamentspräsident Boris Gryslow am Donnerstag in Moskau mit. Die
dahin gehende Entscheidung wurde vom Parlamentsrat, dem Dumarat,
getroffen.
Gryslow teilte ferner mit, dass am Freitag der Vorsitzende der
Nationalversammlung der Volksmacht Kubas, Ricardo Alarcon de Quesada
vor dem russischen Parlament referieren werde. Der kubanische Gast hält
sich auf Gryslows Einladung in Russland auf.
Im Februar 1959 wurde auf Kuba die Revolutionsregierung mit Fidel
Castro an der Spitze gebildet. Im September 1960 wurden alle Filialen
nordamerikanischer Banken auf Cuba nationalisiert. Am 19. Oktober 1960
verhängte die US-Regierung eine totale Wirtschaftsblockade gegen Kuba,
indem alle Transaktionen zur Lieferung von Öl und zum Import
kubanischen Zuckers eingestellt wurden. Die Aufkündigung dieser
langfristigen Verträge brachte den beiden Seiten immense Verluste.
02.11.2006 Der Messias von Managua
Daniel Ortega spricht wieder von Revolution. Langsam und eindringlich.
„Wir brauchen eine spirituelle Revolution“, sagt er. Der Ex-Rebell
versucht erneut, Präsident Nicaraguas zu werden – und die US-Regierung
wird nervös.
MANAGUA. Daniel Ortega breitet die Arme aus und reckt sie gen
Himmel. „Wir brauchen eine Revolution des Friedens und der
Solidarität.“ Als Endlosschleife plätschert dazu aus Lautsprechern John
Lennons „Give peace a chance“.
Es ist Wahlkampf in Nicaragua, und der 60-jährige Kandidat der
Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN) wirbt an diesem schwülen Abend
um Stimmen in Batahola, einem Arbeitervorort im Norden Managuas. Ein
staubiger Sportplatz zwischen Holzhütten und geduckten Häusern dient
ihm als Forum. Sein Publikum sind viele Alte, manche zahnlos und
ausgezehrt, aber noch mehr Jugendliche und Kinder. Die meisten von
ihnen wissen nur aus Erzählungen, dass der Mann, der da vor ihnen im
weißen kragenlosen Hemd steht, früher eine andere Revolution predigte.
Vor 20 Jahren steckte Ortega noch im olivgrünen Drillich des
Kommandanten. Die zu große Brille und der Schnurrbart gehörten zu ihm
wie die marxistische Rhetorik. Die Brille ist längst durch
Kontaktlinsen ersetzt, Haar und Schnurrbart dünner. Heute wirkt Ortega
bei seinen Wahlauftritten wie ein Wanderprediger, der in seiner
halbstündigen Rede ein knappes Dutzend Mal den Papst zitiert, den er
stets „Heiligen Vater“ nennt.
Ortega 2006, der Präsidentschaftskandidat, erinnert kaum noch an
Ortega 1986, den Präsidenten und Revolutionär, der sieben Jahre zuvor
mit seiner FSLN Nicaragua von der brutalen Erbdiktatur des Somoza-Clans
befreit hatte. Nicht nur sich selbst, sondern auch seine Partei hat er
weich gespült. Eingemottet ist die Sandinisten-Hymne, die „Yankees als
Feind der Menschheit“ schimpfte. Ausgedient hat die schwarz-rote
Sandinistenfahne. In grellem Pink leuchten heute die vier Buchstaben
FSLN.
In den 80er-Jahren bekämpften die USA diesen Mann und seine
Regierung mit allen Mitteln: mit Embargos, verminten Häfen, Anschlägen
und vor allem den „Contras“, einer Söldnerarmee. Mit aller Macht wollte
Washington ein zweites Kuba in seinem Hinterhof vermeiden. Die
Sandinisten hielten stand. 1990 wählten die Nicaraguaner Ortega ab. Sie
hatten genug von Krieg, 50 000 Toten und dem Schlangestehen für
Lebensmittel.
Zwei Mal hat Ortega seither ein Comeback versucht. 1996 und 2001 lag
er in den Prognosen weit vorn – um am Wahlabend doch als Verlierer
dazustehen. Auch dieses Mal führt er die Umfragen klar an. 2006 könnte
es klappen, denn die Rechte ist zerstritten und schickt zwei Kandidaten
ins Rennen. Präsident wird der Ex-Comandante aber nur, wenn er im
ersten Wahlgang am Sonntag gewinnt. In einer Stichwahl hätte er gegen
einen einzigen konservativen Kandidaten wohl keine Chance. Kein
Politiker in Nicaragua polarisiert so sehr wie Daniel Ortega. Für die
Armen ist er noch immer derjenige, der ihnen Ernährung,
Gesundheitsversorgung, Bildung und eigenes Land garantiert hat. Für
viele Nicaraguaner aber steht Ortega auch für Misswirtschaft und die
Missachtung bürgerlicher Freiheiten.
„Ortega will sich zurückholen, was ihm 1990 seiner Meinung nach
ungerechtfertigt genommen wurde“, sagt Sergio Ramírez. Er war von 1985
bis 1990 Vize-Präsident unter Ortega und so etwas wie das bürgerliche
Feigenblatt der Revolution. „Er will beweisen, dass er auch im Frieden
regieren kann.“ Ramírez hat sich längst von Ortega losgesagt.
Ortegas ehemalige Gefährten werfen ihm den Verrat an den
sandinistischen Idealen vor. „Er ist schon lange nicht mehr links“,
kritisiert etwa die Schriftstellerin Gioconda Belli. „Er sagt und macht
das, was ihm den Wahlsieg bringen könnte.“ Ortegas FSLN nickt im
Parlament ein Abtreibungsverbot ab, ratifiziert die
Zentralamerikanischen Freihandelszone und privatisiert
Staatsunternehmen. Und zu seinem Kandidaten für die
Vize-Präsidentschaft machte Ortega Jaime Morales einen ehemaligen
Contra-Rebellen.
Entscheidungen zu erklären ist Ortegas Sache nicht. Im Wahlkampf
fährt er am liebsten durchs Land und wirft aus dem Dach seines
Mercedes-Jeeps Kusshändchen ins Volk.
Nicht nur Ortega und seine FSLN haben sich verändert. 16 Jahre
bürgerliche Regierungen haben Nicaragua zwar Fortschritte gebracht.
Pferdekarren und sowjetische Ladas sind fast völlig aus dem Straßenbild
verschwunden und durch Jeeps und modernere LKWs ersetzt.
Aber noch immer ist das Land ein Sozialfall: Nach Haiti ist
Nicaragua das zweitärmste Land der westlichen Welt. 80 Prozent der
öffentlichen Investitionen und ein Drittel des Staatshaushalts werden
aus dem Ausland finanziert. Auf dem Uno-Entwicklungsindex belegt
Nicaragua Platz 122 von 177 Ländern. Zwar liegt das Pro-Kopf-Einkommen
mittlerweile bei 850 Dollar, aber rund 60 Prozent der 5,2 Millionen
Nicaraguaner haben nicht genug zu essen. Die Analphabetenrate – von den
Sandinisten von 50 auf elf Prozent gedrückt – erreicht wieder 30
Prozent.
„Niemals zuvor war die Armut so groß und der Reichtum so ungleich
verteilt wie heute“, klagte Sergio Ramírez schon 2004, zum 25.
Jahrestag der Revolution. „Jemand, der nach 25 Jahren nach Nicaragua
zurückkehrt, fragt sich unweigerlich, ob es hier jemals eine Revolution
gegeben hat.“ Abseits der Leuchtreklamen der Einkaufszentren gleiche
Managua einem gigantischen Camp für Notleidende, sagte Ramírez.
Yamileth Pérez sieht das genauso. Sie ist Vorsitzende eines
Nachbarschaftskomitees in einem Armenviertel Managuas. „Zu Zeiten des
Sandinismus ging es uns viel besser“, sagt die 38-Jährige und wird
dabei gerne grundsätzlich. „Damals gab es sogar Mittel gegen Fußpilz
gratis, heute müssen wir für eine Operation das Skalpell ins
Krankenhaus selbst mitbringen.“ Auf solche Sandinisten-Nostalgie setzt
der Kandidat Daniel Ortega.
Pérez’ Stadtteil grenzt an „La Chureca“, die Müllkippe Managuas.
Dort leben 250 Familien in Verschlägen aus Bauschutt und Pappkartons
und streiten mit den Geiern um Essensreste. Auf fast jeder Hütte
flattert die alte Sandinisten-Flagge.
1986 nannte das Magazin „Time“ Ortega den „Mann, der Reagan rot
sehen lässt“. 20 Jahre später macht Ortega die USA erneut nervös. Kaum
ein Tag vergeht, an dem nicht US-Politiker vor Ortega warnen.
„Ortega löst in der US-Regierung ein tief sitzendes Unbehagen aus,
das eher aus dem Bauch als aus dem Kopf kommt“, sagt Arturo Wallace,
Hochschullehrer an der Universität in Managua. Für Washington wäre es
eine späte Niederlage, sollte Ortega auf den Posten zurückkehren, von
dem sie ihn mit viel Geld und Gewehren einst vertreiben halfen. Ob sich
aber Ortega eng an Venezuelas antiamerikanischen Präsidenten Hugo
Chávez bindet, sei aber offen. „Genauso gut kann er sich zum
Musterschüler des Internationalen Währungsfonds entwickeln“, sagt
Arturo Wallace. „Bei Ortega ist eben alles möglich.“
01.11.2006 Gegen Todesgerüchte: Castro zeigt sich in neuer Videobotschaft sehr lebendig & rüstig
Nach über einem Monat hat sich der kubanische Staatschef Fidel Castro
in einer Videobotschaft erstmals wieder im kubanischen Staatsfernsehen
gezeigt. Das Fernsehen präsentierte den 80-Jährigen, wie er in
Zeitungen blättert, ohne Hilfe geht und telefoniert.
Castro wandte sich in dem Video direkt an sein Volk: "Jetzt, wo
unsere Feinde mich voreilig totgeweiht oder für tot erklärt haben, bin
ich glücklich, unseren Landsmännern und Freunden in der Welt diesen
kurzen Film zu schicken."
Castro las in dem etwa fünf Minuten langen Film mit lauter Stimme
Titel örtlicher Zeitungen vor. Castro, der einen Trainingsanzug mit
seinem Namen trug, sagte, so könne niemand bezweifeln, dass die
Aufnahmen von heute (Samstag) seien. Castro sagte weiter, er habe an
vielen wichtigen Entscheidungen von Partei und Regierung der letzten
Zeit mitgewirkt. Nach Einschätzung von Beobachtern hatte der 80-Jährige
im Vergleich zu den letzten Aufnahmen von Mitte September leicht
zugenommen.
Das US-Nachrichtenmagazin "Time" hatte vor drei Wochen
berichtet, Castro habe Krebs im Endstadium. Castro hatte Ende Juli
wegen einer Darmoperation, in deren Folge er 18 Kilogramm abnahm,
erstmals seit 47 Jahren die Macht "vorübergehend" an seinen fünf Jahre
jüngeren Bruder Raúl abgegeben.
Der Gipfel der Blockfreien Staaten fand Mitte September ohne
den erkrankten Präsidenten und Gastgeber in Havanna statt. Am Rande kam
Fidel Castro aber mit mehreren Staatschefs zusammen. Bilder von diesem
Treffen wurden im Fernsehen gezeigt. In dem neuen Film wirkt Castro
vitaler als im September.
Der bolivianische Präsident Evo Morales hatte zuvor in La Paz
gesagt, Castro würde "innerhalb von zwei bis drei Wochen" wieder
regieren. Eine Quelle für seine Vermutungen nannte er jedoch nicht.
Bemerkung Lulas schürte Todesgerüchte
Einige
"Kubanologen" berichteten, der venezolanische Präsident Hugo Chavez sei
am 21. Oktober in aller Eile nach Kuba geflogen, um seinen Freund und
Verbündeten ein letztes Mal sehen zu können. Einige Tage zuvor hatte
sich der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva offenbar
"verplappert". Er bedaure nur, meinte Lula, "dass Fidel Castro die
politische Öffnung nicht durchgeführt hat, als er noch am Leben war".
(apa/red)
31.10.2006 Kur, Kuba, Kreuzfahrt
ERFURT. 65 Millionen Urlaubsreisen und zusätzlich eine große Anzahl von
Kurzreisen unternehmen die Deutschen pro Jahr. Damit sei Deutschland
Reiseweltmeister, sagte der Ministerialdirigent im Thüringer
Wirtschaftsministerium zur Eröffnung der Reisen und Caravan Messe am
Wochenende.
Dass das Interesse am Reisen auch in Thüringen sehr groß ist, kann
man an den Besucherzahlen in den Erfurter Messehallen erkennen: Fast 20
000 zählten die Messeveranstalter am Wochenende. Der Zuspruch sei
überwältigend, sagte Constanze Kreuser, Geschäftsführerin der RAM Regio
Ausstellungs GmbH, gestern. "An den ersten beiden Tagen verbuchten die
Unternehmen bereits gute Umsätze."
Die Reisen und Caravan ist die größte Touristikmesse in Thüringen
und findet zum 15. Mal statt. Auf 12 500 Quadratmetern präsentieren
sich an den vier Messetagen rund 300 Aussteller. Besondere Schwerpunkte
bilden in diesem Jahr Kurreisen, Kuba und Kreuzfahrten.
Der Trend zu Kur- und Wellnessreisen ist deutlich: Eine Vielzahl der
Stände wirbt mit Angeboten für In- und Ausland. Von Sauna-Weltreisen im
Erzbebirge, über Fußreflexzonenmassagen im Ilmtal oder Massagen aller
Art in Thailand, die Wohlfühlangebote stehen im Mittelpunkt vieler
Stände. Tschechien wirbt in diesem Jahr verstärkt mit Kurangeboten in
seinen Heilbädern.
Zum ersten Mal hatte Kroatien einen Stand auf der Thüringer
Reisemesse. Damir Hordov, Marketingleiter von der kroatischen
Tourismuszentrale, hofft, dass das Interesse der Thüringer an seinem
Land geweckt wird. Auch neu dabei als Aussteller ist Kuba. Neben dem
Informationsstand rief vor allem die Lounge mit Sesseln, Cocktails,
Zigarren und einer Fotoausstellung des Erfurter Künstlers Ronald
Neumeister großes Interesse hervor.
Der Erfurter Flughafen stellte neue Destinationen im Winterflugplan
2006/2007 vor. Air Berlin fliegt sechs neue Ziele von Erfurt aus an:
Einmal wöchentlich geht es via Palma de Mallorca nach Asturias, Fez,
Marsa Alam, Murcia und Santiage de Compostela.
Doch wozu in die Ferne schweifen, Thüringer Freizeit- und
Ferienziele ständen bei den Thüringern selbst hoch im Kurs, sagt
Barbara Grönegres, Geschäftsführerin der Thüringer Tourismus GmbH. 10
Prozent der Zimmerbuchungen in Thüringen kommen von Thüringern. Der
Freistaat wirbt auf der Messe vor allem mit zwei Events im nächsten
Jahr: die Bundesgartenschau in Ronneburg bei Gera, sowie die
Landesschau zum 800-jährigen Jubliäum der heiligen auf der Wartburg.
In Halle zwei kamen Interessenten des Campingurlaubs auf ihre
Kosten. Über 200 Anbieter stellten in der Reisemobil- und Caravanschau
aus. Besucher konnten Probesitzen, -zelten, -liegen. Kleine Wohnwagen
seien sehr gefragt, aber auch die Luxusmodelle, sagt Kreuser. Bei den
Reisemobilen suchten die Messebesucher eine Kompletteinrichtung. "Nach
dem All-inclusive-Prinzip soll alles, was der Mensch für den mobilen
Urlaub braucht, vorhanden sein."
30.10.2006 "Ich bin nicht tot" - Castro liest Kuba aus der Zeitung vor
HAVANNA -
Das kubanische Fernsehen hat am Sonnabend erstmals seit sechs Wochen
Bilder von Präsident Fidel Castro gezeigt, der damit Gerüchten über
seinen Tod entgegentrat.
Castro ging in den Film auch direkt auf die Gerüchte über seinen Tod
ein und sagte, die Aufnahmen straften seine Feinde Lügen: "Sie müssen
mich wohl oder übel wieder zum Leben erwecken", fügte er scherzhaft
hinzu. In US-Medien waren in diesem Monat Berichte aufgekommen, Castro
leide an Krebs im Endstadium. In Kreisen von Exilkubanern in den USA
hatte es geheißen, Castro sei bereits tot. Offizielle Stellen auf Kuba
haben mehrfach dementiert, Castro leide an Magenkrebs. Die Art seiner
Krankheit wird in dem kommunistischen Staat wie ein Staatsgeheimnis
gehütet.
16.10.2006 Zirkus kennt nur eine Sprache
Jugendliche aus Wiesbaden, Köln und Nicaragua präsentieren Gala.
Hereinspaziert in den Zirkus "Hermanos Kombinados - Vereinte
Geschwister" hieß es am Wochenende im Kulturforum am Schillerplatz.
Zirkusbegeisterte Jugendliche aus Wiesbaden, Köln und Nicaragua
präsentierten eine ganz besondere Zirkusgala.
Zweieinhalb Stunden jagte ein circensisches Highlight das Nächste:
Graziler Seiltanz, coole Jonglage, charmante Clownerie, waghalsige
Menschenpyramiden und mitreißende Hula-Hoop-Spiele. Sogar als Fakire
versuchten sich die Nachwuchsartisten und liefen ohne die Miene zu
verziehen über scharfe Glasscherben. "Aber bitte nicht zuhause
nachmachen", ermahnte Zirkusdirektor Eric die zahlreichen Kinder im
Publikum.
Den absoluten Höhepunkt hoben sich die Nachwuchsartisten aber
bis zum Schluss auf: Zu zehnt wuselten die Kinder- und Jugendlichen mit
Einrädern über die kleine Bühne, formierten sich bei fetziger Musik zu
immer neuen Figuren und begeisterten mit jugendlich ansteckendem
Charme. Tosender Beifall war ihnen sicher.
Das Besondere: Die Einradshow war eine Co-Produktion des Kölner
Jugendzirkus Radelito, des Circo Colorinto aus Nicaragua sowie dem
Wiesbadener und Bierstädter Kinderzirkus. Zirkuskunst scheint dabei
eine Sprache für sich zu sein, die alle deutsch-spanischen
Verständigungsprobleme vergessen macht.
Diese Erfahrung machte der Kölner Jugendzirkus Radelito bereits
im vergangenen Jahr, als der 1991 gegründete Zirkus in Kölns
nicaraguanischer Partnerstadt Corinto zu Gast war. Die Jugendlichen
dort waren von den Künsten der Kölner so begeistert, dass sie spontan
den Circo Colorinto ins Leben riefen. Er ist einem Betreuungs- und
Ausbildungszentrum angegliedert, das den Jugendlichen dabei hilft, eine
Perspektive für ihre Zukunft zu schaffen.
Sechzehn der Colorintos weilen zurzeit für drei Wochen in Köln.
Die Schirmherrschaft für diese internationale Jugendbegegnung hat der
bekannte Unternehmensberater Tom Sommerlatte übernommen. Nach
Auftritten in Köln und bei einem Partnerzirkus der Radelitos in
Rotterdam verbrachten die Jugendlichen aus Köln und Nicaragua nun auf
Einladung des Amtes für Soziale Arbeit und des Vereins "Nueva
Nicaragua" ein Wochenende in Wiesbaden.
Im Mittelpunkt stand die Begegnung mit den beiden Wiesbadener
Zirkusgruppen. Im gemeinsamen Training tauschten die jungen Artisten
Kunststücke aus, holten sich neue Anregungen und probten für die
abschließende Zirkus-Gala.
Angeregt durch die "tollen Erfahrungen" der Kölner plant der
Verein "Nueva Nicaragua", der in Wiesbadens Partnerstadt Ocotal eine
Reihe sozialer Projekte betreibt, nun auch dort einen Jugendzirkus
aufzubauen.
Eine große Hilfe vor Ort ist der derzeitige Wiesbadener
Zivildienstleistende in Ocotal, der jahrelang selbst im Wiesbadener
Kinderzirkus aktiv war und dort eine Grundausbildung in Jonglage,
Diabolospiel und Akrobatik erhalten hat. Diese artistischen Grundlagen
sollen ihm nun helfen, den "Begeisterungsfunken für den Zirkus" auch in
Ocotal anzuzünden.
Die Stadt wird das Projekt mit einer Finanzspritze über 4000
Euro unterstützen. Diese besondere Art der internationalen
Jugendarbeit, die einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung
leiste, habe jede Unterstützung verdient, begründete Hildegunde Rech
vom Wiesbadener Jugendamt das finanzielle Engagement der Stadt.
Quelle: wiesbadener-tagblatt
Von: Sven Rindfleisch
15.10.2006 Chansonnier Charles Aznavour nimmt in Kuba neue Platte auf
Charles Aznavour, der dieses Jahr eine weltweite Abschiedstournee absolvierte, arbeitet mit 82 Jahren an seiner nächsten CD.
Er befindet sich gegenwärtig in Havanna, wo er mit dem kubanischen
Pianisten und Komponisten Jesus "Chucho" Valdès an der neuen Platte
arbeitet. Der Tonträger mit elf Titeln wird laut französischen
Medienberichten im kommenden Februar oder März auf den Markt kommen.
"Es sind neue, sehr schöne Lieder, die den typischen Stil
Aznavours haben, aber mit einer lateinamerikanischen, kubanischen
Note", sagte Valdès. Die Texte sind nach den Angaben auf die Liebe und
das Leben im Allgemeinen konzentriert. Aznavour hatte bereits 2002 mit
dem mittlerweile verstorbenen kubanischen Musiker Company Segundo
zusammen gearbeitet.
Der 1924 in Paris geborene Aznavour begann seine
musikalische Karriere als Begleiter von Edith Piaf am Klavier in den
Jahren 1946 bis 1954. Sein Repertoire umfasst 740 Lieder auf
Französisch und auf Englisch. Er war auch als Schauspieler tätig,
insbesondere in "Tirez sur le pianiste" (1960) von Francois Truffaut.
Zu seinen bekanntesten Liedern zählen "Je me voyais déjà" (1961), "La
Bohème" (1966) und "La Mamma".
09.10.2006 Gehobener Tourismus - Nicaragua will nachziehen
Nicaragua will zunehmend Touristen aus Europa anlocken. "Bei uns können
die Besucher noch viel Abenteuerliches entdecken", sagte
Tourismusministerin Maria Neli Rivas.
Dabei setzt das mittelamerikanische Land nach dem Vorbild seines
Nachbarn Costa Rica vor allem auch auf gehobene Urwaldhotels, von denen
aus Touristen den Regenwald in bisher nicht erschlossenen Regionen
hautnah erleben können. "Nicaragua verfügt noch über sehr viel
unverfälschte Natur", erklärt Rivas.
Um die Bedingungen für den Tourismus zu verbessern, seien von
staatlicher Seite vor allem Infrastrukturmaßnahmen vorgesehen, sagte
Rivas. Dadurch solle vor allem auch privates Kapital angelockt werden.
Nicaragua sei derzeit touristisch noch sehr entwicklungsbedürftig.
Dennoch sei der Tourismus mit rund 200 Millionen Euro schon heute der
wichtigste Divisenbringer des Landes.
In Nicaragua können Touristen nicht nur in den Sonnenuntergang reiten, sondern sogar gehobene Urwaldhotels bewohnen.
Die Besucherzahlen in Nicaragua haben sich in den vergangenen
eineinhalb Jahrzehnten nach Angaben der Ministerin durchaus positiv
entwickelt. 1990 hätten das von Krieg und Diktatur zerstörte Land erst
106.000 Ausländer besucht. 2005 waren es bereits 705.000 Touristen, vor
allem aus den USA und Kanada. Aus Europa seien nur 58.000 Besucher
gekommen. "Schritt für Schritt wollen wir die Lage durch Werbung und
Ausbau der Infrastruktur verbessern", sagte Rivas.
Quelle: n-tV
08.10.2006 Nicaragua plant Kanal von Pazifik zum Atlantik
Der Panama-Kanal soll Konkurrenz erhalten: Nicaragua will eine
Wasserstraße vom Pazifik zum Atlantik bauen. Das kündigte der Präsident
des mittelamerikanischen Landes, Enrique Bolaños, am Montag auf einer
Konferenz der Vereidigungsminister der Staaten Amerikas in Managua an.
Der
Kanal soll Nicaragua auf einer Länge von 280 Kilometern durchqueren, 18
Milliarden Dollar (15 Milliarden Euro) kosten und in zwölf Jahren
fertig gestellt sein.
Durch diesen Kanal könnten Schiffe mit einer Größe von bis zu 250 000 Tonnen fahren.
"Der Große Inter-Ozean-Kanal ist ein alter Traum, und heute ist
seine Verwirklichung notwendiger denn je", sagte Bolaños, der Anfang
des kommenden Jahres sein Präsidentenamt an einen Nachfolger abgeben
wird. Die Planer hätten sich für eine Route durch den Süden des Landes
entschieden, wobei rund 80 Kilometer der Wasserstraße durch den
Nicaraguasee führen werden. Der Kanal werde den Pazifik nahe der Stadt
Rivas mit der Atlantikküste in der Gegend der Stadt Bluefields
verbinden.
Umweltschützer gegen Kanalbau
Der Bau eines Kanals durch Nicaragua ist bereits in früheren
Zeiten erwogen worden. Die Idee lebte wegen des zunehmenden
internationalen Containerschiffsverkehrs wieder auf, da der nahe
Panamakanal mit seiner derzeitigen Kapazität nicht mehr ausreicht. Am
22. Oktober soll dort die Bevölkerung über eine Erweiterung
entscheiden, die über fünf Milliarden Dollar kosten wird und vor allem
von Umweltschützern abgelehnt wird.
Unmittelbar nach der Ankündigung von Bolaños warnte Adolfo Ahumada,
einer der Direktoren der panamaischen Kanalgesellschaft, vor einer
Ablehnung des Erweiterungsprojektes. Dies werde zu einem Rückschlag für
die wirtschaftliche Entwicklung in Panama führen, sagte er am Montag
vor der Presse in Panama-Stadt.
06.10.2006 Statt Kernwaffen kaufen, 852 Millionen Hungernden helfen
MEXIKO, 06. Oktober (RIA Novosti). Kuba macht den Vorschlag, die Hälfte
des Geldes, das weltweit für Waffen ausgegeben wird, für die
Entwicklungsländer bereitzustellen.
Das sagte Rodrigo Malmierca, ständiger Vertreter Kubas in der UNO,
vor der Abrüstungskommission der UNO-Vollversammlung, teilte der
kubanische Sender Radio Rebelde am Freitag mit.
Der kubanische Diplomat hob hervor, dass man mit den Mitteln, die
von Staaten jährlich für Waffen ausgegeben werden, in derselben Zeit
852 Millionen hungernde Menschen ernähren kann, die es heute nach
UNO-Schätzungen in der Welt gibt. Oder auch im Laufe von 40 Jahren 38
Millionen HIV-Infizierte mit unentgeltlichen Arzneien versorgen kann.
Nach Angaben, die der kubanische Vertreter in seiner Ansprache
angeführt hat, gibt nur ein Staat für Waffen genauso viel Geld wie die
ganze übrige Welt aus: die USA. Die US-Unternehmen produzieren 60
Prozent der gesamten Waffen, die weltweit verkauft werden.
"Ungeachtet des Endes des Kalten Krieges gibt es derzeit in der Welt
etwa 33 000 Kernwaffen. 13 000 davon können unverzüglich eingesetzt
werden", sagte Rodrigo Malmierca.
05.10.2006 Was an Kolumbus Schnürsenkeln so besonders war
Als die ersten Europäer auf Kuba ankamen, waren die Ureinwohner wild
auf das Messing an den Schnürsenkeln der spanischen Entdecker. So
konnte die Besatzung der Flotte des Kolumbus die Messinghülsen, die
ihre Schnürsenkel am Ausfransen hinderten, gegen Gold der Indios
eintauschen. Das schließen britische Archäologen aus der Analyse von
Grabbeigaben der Ureinwohner Kubas aus der Zeit der Ankunft der ersten
Europäer.
Bei ihren Ausgrabungen entdeckten die Archäologen erstaunlich wenig
Gold in den Gräbern der Ureinwohner, obwohl das Edelmetall in dieser
Region häufig vorkam und Goldschmuck bei den Indios üblich war.
Stattdessen fanden sie viele Messingröhrchen, die die Indios als
Halsketten trugen. Messing war jedoch vor der Ankunft der Europäer in
ganz Amerika unbekannt. Mit der so genannten Radiokarbonmethode hatten
Wissenschaftler die Begräbnisstätte in die Zeit wenige Jahrzehnte nach
der Ankunft der Flotte des Kolumbus im Jahr 1492 datiert. Daraus
schlossen die Archäologen, dass das Messing von den spanischen
Eroberern stammte. Sogar Kolumbus selbst erwähnte in seinen Tagebüchern
den Handel mit den Messinghülsen der Schnürsenkel.
Eine strukturelle und chemische Analyse des Messings
identifizierte schließlich Deutschland als Ursprungsort für die
Legierung aus Kupfer und Zink. Wahrscheinlich hatte der
mittelalterliche Handel in Europa das Metallgemisch nach Spanien und
schließlich in die Karibik gebracht. Die Ureinwohner Kubas hatten eine
spezielle Vorliebe für den Glanz des Messings und schätzten es als
wertvoller ein als Gold, erklären die Archäologen. Vor ihrer Ankunft
wussten die spanischen Eroberer das natürlich nicht und hatten besaßen
deshalb keine großen Mengen an Messing. So mussten also die
Messingröhrchen der Schnürsenkel herhalten, die sie gegen das Gold der
Indios eintauschten, um damit ihren großen Goldhunger zu stillen.
Die Tainos, die Ureinwohner Kubas und anderer karibischer
Inseln, konnten sich allerdings nicht mehr lange an dem Messing
erfreuen. Durch das rücksichtslose Vorgehen der Eroberer und durch ihre
mitgebrachten Krankheiten wurden sie innerhalb von nur fünfzig Jahren
nach ihrer Entdeckung fast völlig ausgerottet. Die heutige Bevölkerung
der Karibischen Inseln besteht überwiegend aus Nachkommen von
Afrikanern, die als Arbeitssklaven nach Amerika gebracht wurden, weil
nicht mehr genügend Einheimische übrig geblieben waren.
Quelle: ddp/wissenschaft.de – Martin Vieweg
04.10.2006 Studie enthüllt Geheimrezept für ein langes Leben
Havanna (rpo). Auf Kuba sind offenbar alle Laster ein Garant für ein
langes Leben. Laut einer Studie sind Kaffee, Zigarren und ein reges
Sexuallleben der Grund für die hohe Lebenserwartung der Kubaner. Die
Ärztin Nancy Nepomucemo hatte für ihre Untersuchung 54 über hundert
Jahre alte Kubaner zu ihrem Lebenswandel befragt.
Für die Studie befragte Nepomucemo ausschließlich Bewohner der
Provinz Villa Clara, die mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung
von 78 Jahren den kubanischen Landesrekord in Langlebigkeit hält. Der
Studie zufolge ist der Großteil der alten Leute geistig äußerst rege,
die meisten von ihnen verrichteten noch immer für ihr Alter schwere
Arbeiten. Rund 60 Prozent der Hundertjährigen stammt von Eltern ab, die
ebenfalls ein besonders langes Leben hatten. 95 Prozent der Alten
ernährt sich gesund mit viel Fisch, Geflügel, Gemüse und Maniok, sie
kochen mit wenig Salz und natürlichen Gewürzen.
Das Leben der Greise verläuft nach festen Regeln, wie aus der
Untersuchung hervorgeht. Keiner der Hundertjährigen ist Alkoholiker,
aber fast alle trinken viel Kaffee und rauchen Zigarren. Zudem hätten
sie vielfältige Interessen "auch sexueller Natur", hieß es in der am
Zentrum für Geriatrie und Sozialarbeit vorgestellten Untersuchung. Kuba
will die durchschnittliche Lebenserwartung seiner Bewohner auf 80 Jahre
erhöhen und betreibt zu diesem Zweck zahlreiche Studien. Schon jetzt
leben mehr als 3000 über 100 Jahre alte Menschen in dem Inselstaat, 1,6
Millionen Kubaer (14 Prozent) sind über 60. Es gibt auch einen Club der
120-Jährigen.
03.10.2006 Nicaragua will Kanal von Pazifik zum Atlantik bauen
Managua (dpa) - Als Konkurrenz zum Panamakanal will Nicaragua eine Wasserstraße vom Pazifik zum Atlantik bauen.
Das kündigte der Präsident des mittelamerikanischen Landes, Enrique
Bolaños, bei einer Konferenz der Vereidigungsminister der Staaten
Amerikas in Managua an. Der Kanal soll 18 Milliarden Dollar kosten und
in zwölf Jahren fertig gestellt sein. Durch diesen Kanal könnten
Schiffe mit einer Größe von bis zu 250 000 Tonnen fahren. Der nahe
Panamakanal reicht mit seinen derzeitigen Kapazitäten nicht mehr aus.
DPA
28.09.2006 Russland gewährt Kuba Millionenkredite
HAVANNA, 28. September (RIA Novosti). Russland räumt Kuba einen
Staatskredit in Höhe von 355 Millionen US-Dollar ein, aus dem russische
Warenlieferungen und Dienstleistungen finanziert werden sollen.
Ein entsprechendes Abkommen unterzeichnete der russische
Regierungschef Michail Fradkow mit kubanischen Regierungsvertretern am
Donnerstag in Havanna. Der Kredit wird zu einem Jahreszins von vier
Prozent gewährt und hat eine Laufzeit von zehn Jahren, teilte Fradkow
mit.
Vereinbarungsgemäß soll Kuba den Kredit bis 2008 in Anspruch nehmen.
Aus diesem Geld sollen unter anderem die Modernisierung der kubanischen
Energieanlagen und der Eisenbahn sowie die Lieferung von
Navigationsanlagen finanziert werden.
Außerdem verständigten sich Russland und Kuba auf eine
Umstrukturierung der kubanischen Schulden gegenüber Russland im Wert
von 166 Millionen US-Dollar. Das Thema der kubanischen Schulden
gegenüber der Ex-Sowjetunion kam bei dem heutigen Treffen nicht zur
Sprache. Die Summe dieser Forderungen sei beträchtlich und werde bei
weiteren Diskussionen zwischen Moskau und Havanna erörtert, sagte
Fradkow, der zur Zeit zu einem Besuch in Kuba weilt.
28.09.2006 Premier Fradkow auf Kuba: Wirtschaft und Handel antreiben
HAVANNA, 28. September (RIA Novosti). Eine Regelung der kubanischen
Schulden gegenüber Russland und ein neuer russischer Kredit werden
staatliche Unterstützung für die russischen Exporteure ermöglichen.
Das erklärte Russlands Ministerpräsident Michail Fradkow am
Donnerstag nach seiner Ankunft zu einem offiziellen Besuch in Havanna.
Die Schwerpunkte bei den Verhandlungen mit führenden kubanischen
Politikern sind die Zusammenarbeit in Handel und Wirtschaft und
gegenseitig vorteilhafte Projekte.
"Das Hauptziel des Besuchs besteht darin, die positive Dynamik in
den russisch-kubanischen Beziehungen zu festigen, die sich in den
letzten Jahren abgezeichnet hat", sagte der Regierungschef.
Fradkow verwies auf die Notwendigkeit, die bilateralen Beziehungen
auf allen Gebieten und in erster Linie in Handel und Wirtschaft
anzuspornen.
Der Warenumsatz zwischen beiden Ländern belief sich im Vorjahr auf
186 Millionen Dollar. Momentan liegt Kuba auf Platz sieben unter den
Handelspartnern Russlands in Lateinamerika.
21.09.2006 Vereint gegen das "Imperium"
Venezuela versucht, durch Allianzen mit anderen Ländern eine
Gegenbewegung zu den USA zu errichten. Die großen Erdölressourcen des
Landes helfen Präsident Hugo Chávez dabei, regionale und internationale
Unterstützung für seine umstrittene Vision eines „Sozialismus des 21.
Jahrhunderts“ zu finden.
„Wir müssen einen neuen
Weg für unsere Länder finden. Wir müssen aufhören, automatisch
neoliberale Modelle zu kopieren, die uns aufgezwungen werden“,
verkündet der venezolanische Präsident Hugo Chávez. Der neue Weg ist
für ihn die „bolivarische Revolution“. Ein geeintes Lateinamerika als
Gegenpol zu den USA. Mit der Unterstützung von anderen Staaten möchte
er eine Front gegen Globalisierung und Neoliberalismus bilden. Doch mit
Sympathien allein erreicht Chávez seine Ziele nicht. Erdöl ist sein
Zaubermittel, um mit Ländern in der ganzen Welt zu verhandeln. Der
enorme Öl-Reichtum Venezuelas – das Land liegt als Erdölförderer
weltweit an achter und bei den Ölreserven an siebter Stelle – verhilft
Chávez dazu, seine umstrittene bolivarische Vision Schritt für Schritt
zu verwirklichen.
Öl für die Nachbarn
Auf seinem Plan steht an erster Stelle die
regionale Integration voranzutreiben. Erst 2006 ist Chávez offizielles
Vollmitglied im südamerikanischen Wirtschaftsverbund Mercosur geworden.
Der Venezuela-Experte Wolfgang Muno ist der Meinung, Chávez habe sich
quasi mit seinen Ölreichtum in die Vereinigung eingekauft. In zwei
Mitgliedsländern, Argentinien und Uruguay, und dem assoziierten
Mitglied Bolivien, investiert Venezuela in die Energiewirtschaft. Doch
viele der Nachbarländer teilen die Ansichten Chávez’. Auch die
Präsidenten von Brasilien, Argentinien und Bolivien pflegen ihre
Abneigung gegen die Politik der USA, wenn auch in einer etwas
moderateren Form. Trotzdem kommt die Einigung durch den Mercosur nur
schleppend voran. Immer wieder halten Streitigkeiten zwischen den
Mitgliedstaaten den Integrationsprozess auf.
Mit
dem Überfluss an Öl schafft Chávez unterschiedliche Wirtschaftsverträge
mit regionalen Partnern. Von Argentinien bekommt Venezuela Milchkühe,
Agrarprodukte, Medikamente und Transporttechnik für vergünstigtes
Erdöl, Kuba schickt Ärzte und Lehrer. Mit dreizehn karibischen
Inselstaaten beschloss Chávez die zwischenstaatliche Öl-Gesellschaft,
Petrocaribe, die den kleinen Ländern ermöglicht, günstig Öl aus
Venezuela zu importieren.
Doch
nicht alle Nachbarländer teilen seine Integrationsvorstellungen für
Lateinamerika. Kolumbien, Mexiko und Paraguay orientieren sich lieber
in Richtung USA und deren Freihandelsabkommen. Mit Kolumbien gab es
immer wieder Streitigkeiten über die kolumbianische Rebellengruppe FARC
(Revolutionary Armed Forces of Colombia), die Venezuela angeblich
unterstützt haben soll. Auch mit Mexiko pflegt Chávez keine guten
Beziehung. Der im Dezember aus dem Amt scheidende mexikanische
Präsident Vicente Fox kritisierte Chávez wegen seinen ablehnenden
Äußerungen über das Freihandelsabkommen mit den USA. Chávez nannte ihn
daraufhin „Schoßhund des Imperiums“. Seitdem haben die beiden Länder
ihre diplomatischen Beziehungen abgebrochen. Mexiko und Venezuela
arbeiten nur noch auf wirtschaftlicher Ebene zusammen.
Fidel
Castro und Chávez gründeten Anfang 2005 die Alternativa Bolivariana
para las Américas (ALBA) als Gegenentwurf zu der von den
US-amerikanischen gewünschten panamerikanischen Freihandelzone Área de
Libre Comercio de las Américas (ALCA, englisch auch: FTAA). Das Bündnis
hat die Absicht, Lateinamerika zu einem gemeinsamen Markt zu verhelfen.
Zusammen mit Argentinien und Brasilien plant Chávez, das
Energieunternehmen Shell und damit die westlichen Öl-Multis aus
Südamerika zu vertreiben. Die Shell-Tankstellen werden durch
Tankstellen der eigenen Erdölgesellschaften ersetzt. Eine Pipeline, die
quer durch Südamerika laufen soll, ist ebenfalls geplant. An dem Bau
beteiligen sich mehrere südamerikanische Staaten.
Allianzen und Waffenhandel
Als weiteren Schritt seiner
bolivarischen Revolution plant Chávez ein Weltbündnis aus verschiedenen
Staaten als Gegenpol zu der Vormachtstellung der USA. Er sieht sich als
Wortführer für eine „anti-neoliberale“ Politik in einem Bündnis von
verschiedenen Staaten. Dafür reiste Chávez im Juli 2006 in Länder, die
fast alle die Abneigung gegen Washington mit ihm teilen. Auf der
Besuchsliste standen unter anderem Kuba, Belarus, Russland und der
Iran. Während der Reise warb der Präsident für einen nichtständigen
Sitz im UN-Sicherheitsrat für Venezuela. Weitere Ziele waren neue
Ölallianzen und Waffenverträge.
Der
iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad und Chávez wollen sich bei den
Streitigkeiten mit den USA gegenseitig unterstützen. Sie betonen die
gute Beziehung zwischen ihren Ländern. Chávez spricht sich für das
international umstrittene Atomprogramm Irans aus, Iran investiert in
die Ölförderung von Venezuela. Zusammen lassen Ahmadinejad und Chávez
eine Ölraffinerie in Indonesien bauen. Bei einem Gegenbesuch von
Ahmadinejad in Venezuela im September 2006 schlossen die Präsidenten
weitere Verträge zur Zusammenarbeit ab. Iran versprach Venezuelas
Forderung nach einem temporären Sitz in der UN zu unterstützen.
Auch
den in der westlichen Welt isolierten belarussischen Präsidenten
Alexander Lukaschenko kann Chávez seit seinem Besuch einen Verbündeten
nennen. Und in Russland unterschrieb er einen Waffenvertrag, der die
russiche Militärindustrie ankurbelt und die veraltete venezolanische
Armee modernisiert – das Militär ist eine wichtige Unterstützung für
Chávez in Venezuela, es verhalf dem Präsidenten nach dem Putsch 2002 in
kurzer Zeit wieder in sein Amt zurückzukehren. Trotz aller
Freundschaflichkeit und Geschäftstüchtigkeit lehnte es der russische
Präsident Vladimir Putin aber ab, bei dem Bau einer südamerikanischen
Pipeline einzuspringen.
Chávez
sucht neue Handelpartner in China und Indien, um eine Alternative zu
den Exporten in die USA zu finden. Die beiden asiatischen Länder
schlossen in den vergangenen Jahren mehrere Energie-Abkommen mit
Venezuela ab. Von einem Besuch in Nordkorea sah der Präsident ab, doch
drückte er seine Unterstützung für die nordkoreanischen Raketentests
aus.
Freund oder Feind?
Die
USA sind unsicher, wie sie Chávez’ Politik einschätzen sollen. Immer
wieder kommen aus Regierungskreisen abfällige Bemerkungen über den
venezolanischen Präsidenten. US-Präsident George W. Bush nennt ihn
einen „Paten des Terrors“ und der US-Verteidigungsminister Donald
Rumsfeld vergleicht ihn mit Adolf Hitler. Washington sieht in dem
venezolanischen Präsidenten eine Gefahr für die demokratische
Sicherheit, obwohl Chávez auf demokratischen Weg an die Macht gekommen
ist. Seit seinem großen Waffeneinkauf befürchtet die US-Regierung einen
Angriff Venezuelas und seiner neuen Verbündeten. Experten halten diese
Einschätzung aber für überzogen.
Trotz
allen Misstrauens gegen den venezolanischen Präsidenten sind die
US-Amerikaner abhängig von Chávez’ Ölvorräten. Washington bezieht 13
Prozent seines Erdöls aus Venezuela. Chávez droht in regelmäßigen
Abständen, Washington den Ölhahn abzudrehen, doch im Grunde kann
Venezuela ohne den Kauf der US-Amerikaner nicht überleben – 50 Prozent
des geförderten Erdöls in Venezuela geht in die USA.
Die
staatliche venezolanische Erdölgesellschaft Petróleos de Venezuela
(PDVSA) besitzt 14.000 Tankstellen in den USA. Zum Ärger Washingtons
verkaufte Chávez im vergangenen Winter den Armenviertel von New York
verbilligtes Heizöl und versprach weitere Lieferung im folgenden
Winter. Die USA hält mit limitierten Wirtschaftssanktionen dagegen –
und mit „Entwicklungshilfe“: Wie die New York Times berichtete, soll
die US-Regierung die Opposition in Venezuela finanziell unterstützen.
Ohne Öl keine Zukunft
Einige
Experten befürchten, dass Chávez seine neuen Verbündeten und Freunde
wieder verlieren wird, sobald der Ölpreis sinkt. Doch bis dahin zeigt
der Politiker keine Müdigkeit bei der Schließung neuer Bündnisse gegen
den Neoliberalismus. Solange er als Held der Armen und Kämpfer für die
Einheit Lateinamerikas gefeiert wird und zugleich das Öl sprudelt, kann
er seine Politik weiter durchsetzen. Doch Chávez hat zwar einige
lateinamerikanische Staatschefs, wie den bolivianischen Präsidenten Evo
Morales oder den argentinischen Präsidenten Néstor Kirchner, hinter
sich, aber eine unterstützende Mehrheit in der südamerikanischen
Bevölkerung fehlt ihm. Eine Umfrage des US-Meinungsforschungsinstitutes
Zogby 2005 in sechs Zentral- und südamerikanischen Ländern ergab, dass
nur 29 Prozent der Bevölkerung Chávez als beliebtesten Politiker nennen
– weit hinter anderen Staatschefs wie Mexikos Fox oder Kolumbiens
Álvaro Uribe.
06.09.2006 Fotoseminar auf Kuba mir dem Fotografen Sven Creutzmann
Nach dem Erfolg des Reportageworkshop im vergangenen Mai bietet ein
neues Seminar im Februar 2007 in Havanna den Teilnehmern wieder die
Gelegenheit, unter fachkundiger Anleitung eine eigene Sichtweise auf
dieses aufregende Land zu entwickeln. Dabei werden sie durch umfassende
theoretische und praktische Anleitung ihre fotografische Ausdrucksweise
und ihr künstlerisches Denken verbessern
Die Zielsetzung des Seminars ist die Verbesserung der visuellen und
technischen Fähigkeiten der Teilnehmer. Dabei erleben und erfahren sie
das fantastische tägliche Leben in Kuba, seine aufregende Geschichte
und Kultur sowie seine liebenswerten Menschen und halten diese
Eindrücke in einer eigenen Fotoreportage fest. Das Workshop-Programm
umfasst individuelle Anleitung und Unterweisungen in der Gruppe sowohl
in der Theorie als auch im praktischen Einsatz, tägliche Ansicht und
Diskussion der Arbeitsergebnisse sowie Vermittlung der Erfahrung über
professionelle Reportage-Fotografie, die Sven Creutzmann in seiner
Arbeit für bedeutende Magazine erworben hat. Den Themenschwerpunkt
bildet der Fotojournalismus mit Ausrichtung auf das tägliche Leben der
Menschen und die Reise-, Landschafts-, und Dokumentarfotografie.
Als Teilnehmer ist jeder, der die Fotografie liebt,
willkommen. Benötigt wird nur eine Digitalkamera. Und dabei spielen die
Pixels der Kamera keine Rolle - entscheidend ist die Freude an der
Fotografie und die fotografische Sichtweise. Die Seminargruppe wird
neben dem Referenten maximal 6 Teilnehmer umfassen.
Die vorzeitige An- und Abreise zur Verlängerung des
Kuba-Aufenthaltes ist möglich. Weitere Informationen im Internet unter
www.cubareise.info und im persönlichen Gespräch mit Dieter Späth,
Telefon 04124 / 937 414 und 0172 / 411 6224, Email d.spaeth@cubareise.info.
05.09.2006 «Gerade jetzt» nach Kuba
In diesem Jahr erwartet Kuba mehr Feriengäste als je zuvor - das hat
auch mit der Erkrankung von Staatschef Castro zu tun. Auf die Preise
wirkt sich der Touristenstrom allerdings nicht günstig aus.
Der Jubel der schwitzenden Volleyballtruppe aus deutschen,
spanischen und kanadischen Touristen am Strand von Varadero ist groß.
Ihre «Weltauswahl» hat gerade den Favoriten «Kuba», ein Team aus jungen
Animateuren der Ferienanlage «Sandals Royal Hicacos», in Verlegenheit
gebracht.
Edanny Gómez Fernández sieht dem Treiben aus der Ferne kurz
zu. Die Verkaufschefin analysierte zuvor Buchungen und
Kapazitätsauslastung und meint zufrieden: «Auch 2006 ist ein gutes
Jahr.» Die Kubanerin, die in Havanna Sprachen studiert und später ihren
Master in Marketing gemacht hat, spricht nicht nur für den Betreiber
von «Hicacos», Jamaikas All Inclusive Kette «Sandals» und die
Eigentümer der Anlage mit 404 Zimmern. Betreiber sind hier die
staatliche Kette «Cubanacan» (51 Prozent) und eine Holding
(49)spanischer, britischer und niederländischer Investoren. Die
Managerin ist auch für die gesamte Branche der Insel zuständig. Und sie
betont, dass Kubas ausländische Hotelbetreiber wie Sandals, Riu, Sol
Melia, Accor, NH oder SuperClubs weltweit Vertrauen haben, «auch in
Deutschland».
Insel ist «in»
Kuba erwartet in diesem Jahr 2,5 Millionen Gäste
(2005: 2,32 Mio). Das wäre Touristenrekord. Auch falls die Zahl
verfehlt wird: Kuba bleibt nach der Erkrankung von Fidel Castro gut im
Geschäft, sagen Veranstalter im In- und Ausland. Viele Fernreisende
wollten gerade jetzt das «Fidel-Castro-Kuba» sehen. Für Etliche ist die
Insel heute jedoch zu teuer. Das gilt für Restaurants ebenso wie für
organisierte Ausflüge. Und kaum einer versteht, warum der Euro bei
einer Kuba-Bank einen schlechteren Kurs hat als in anderen Ländern.
<<Auch die Buchungen aus Deutschland laufen
gut», sagt Wilson Cardoso von Kubas Fremdenverkehrsamt in Frankfurt am
Main. Gunter Träger, Sprecher von Neckermann Reisen sagt: «Kuba ist
weiter »in«.»
Kellner verdienen mehr als Lehrer
«Auch bei ITS und Jahn Reisen laufen die Buchungen
erfreulich», betont Sprecherin Anette Forré. LTU-Sprecher Pierre de la
Motte: «Das Kubageschäft ist normal bis gut.» Für das Jahresende
rechnet die Fluggesellschaft mit Buchungen «eher über Vorjahresniveau».
Auch Condor und TUI gehen von einer guten Wintersaison aus. Allerdings
spielt Deutschland (2005: 124 527 Touristen) seit ein paar Jahren nicht
mehr die erste Geige. Wichtigere Quellenmärkte für Kuba sind Kanada,
Großbritannien, Spanien, Italien und Frankreich. Immer mehr junge Kubaner zieht es in den Fremdenverkehr, vor allem
in Hotels mit ausländischem Management. Zum Basisgehalt von Kellner und
Zimmermädchen in Höhe von 300 Pesos kommen bei «Sandals» abhängig von
Auslastung und Geschäft bis zu 50 konvertible Peso (CUC) pro Monat
(umgerechnet zusammen über 50 Euro - ein Lehrer verdient 20 Euro und
weniger). Mit den CUC wird seit Herbst 2004 in Kubas Devisenläden und
Touristenrestaurants gezahlt, nicht mehr mit dem Dollar. In Varadero
wird vielerorts auch der Euro akzeptiert.
Auch USA-Besucher
Ähnlich ist die Gehaltsstruktur beim
Jamaika-Konkurrenten «SuperClubs», wo gerade vor der Strandbar mit
großer kubanischer Flagge ein Beachballspiel tobt. «Leistung lohnt
sich. Ein bestimmter Prozentsatz vom Gewinn fließt an unsere
Beschäftigten», betont Reynaldo Costa (49), Verkaufsmanager von
«Breezes Jibacoa». Das Unternehmen verlangt schon vor der Einstellung
eine gute Ausbildung, «zumindest auch eine Fremdsprache». Die Anlage
gehört «Cubanacan» und einem italienischen Unternehmen der Bau- und
Ausstattungsbranche. Das Konzept eines neuen Hotels erörtern die
Kubaner so früh wie möglich mit Joint Venture- und
Management-Interessenten, erläutert Costa. Der Kubaner ist seit fast 30
Jahren im Tourismusgeschäft.
Kuba wird jährlich auch von Touristen aus den USA erkundet. Und
mancher urlaubt «All Inclusive», auch bei «Sol Melia». Die spanische
Kette ist in Kuba sehr beliebt. Sie kam als erste und managt inzwischen
rund 20 Hotels. US-Bürger fliegen zum Beispiel über Mexiko, Jamaika
oder die Bahamas ein. Kein Kuba-Grenzer drückt ihnen bei Ein- oder
Ausreise einen Stempel in den Pass. (dpa)
Quelle: Bernd Kubisch
30.08.2006 Nach «Ernesto» kehrt Kuba zur Normalität zurück
Havanna (dpa) - Nach dem Durchzug des Tropensturms «Ernesto» kehrt Kuba zur Normalität zurück.
Wie die Zivilverteidigung des karibischen Inselstaates mitteilte,
wurden keine Todesopfer gemeldet. Die ersten der insgesamt mehr als
700 000 Evakuierten kehrten wieder in ihre Wohnhäuser zurück.
«Ernesto» war mit Windgeschwindigkeiten von 65 Stundenkilometern über
die Insel hinweggezogen. Tagelang gingen heftige Regenfälle nieder. Der
Tropensturm hat inzwischen Kurs auf Florida genommen.
25.08.2006 Gekauft wird viel, gezahlt eher ungern
Seit der Erkrankung Fidel Castros hoffen auch deutsche Unternehmer auf
die Öffnung Kubas. Die Chancen auf geschäftliche Erfolge stehen nicht
schlecht, denn made in Germany genießt auf der Insel einen guten Ruf.
Doch gewöhnungsbedürftige Geschäftspraktiken machen es Neueinsteigern
schwer.
Hamburg - Im Hafen von Havanna herrscht Hochbetrieb. Schiffe aus
Fernost bringen Haushaltsgeräte, aus Europa legen Frachter mit
Ausrüstungen für den Energie-Sektor an.
Generatoren, Antennen, Dieselaggregate, aber auch Medizintechnik -
all das wird derzeit verstärkt gerade in Deutschland geordert. "Erst im
Juni war eine bayerische Wirtschaftsdelegation vor Ort, und sie kam mit
vollen Auftragsbüchern wieder zurück", sagt Frank Seifert.
Der Hamburger Jurist hat sich auf kubanisches Investitionsrecht
spezialisiert und berät deutsche Unternehmen bei der Gründung von Joint
Ventures auf der Insel. Auch beim Abfassen von Verträgen steht er
hiesigen Unternehmen zur Seite. Und das Kuba-Geschäft boomt.
Für knapp 260 Millionen Euro kauften kubanische Unternehmen dem
Auswärtigen Amt zufolge 2005 in Deutschland ein - ein Zuwachs von
satten 131 Prozent zum Vorjahr. Kuba werde weiter Ausrüstungen en gros
in Deutschland ordern, denn made in Germany genieße einen guten Ruf auf der Insel, so Seifert, der vor gut zehn Jahren zum ersten Mal in das kommunistische Land reiste.
Der Modernisierungsbedarf ist jedenfalls gigantisch. Kubas
erkrankter Máximo Líder hat 2006 zum "Jahr der energetischen
Revolution" ausgerufen und den Kubanern das Ende der lästigen
Stromabschaltungen versprochen.
Dazu sind beachtliche Investitionen im Kraftwerkssektor nötig. Doch
auch bei der Wasserversorgung, im Eisenbahnnetz, beim Busverkehr, dem
Ausbau der Flughäfen stehen dringend nötige Modernisierungen an.
"Wie kommen wir hinterher an unser Geld?"
"Da hat die deutsche Wirtschaft viel zu bieten", wirbt Peter
Schirrmann, Generaldirektor der Hamburger Außenhandelsfirma Delatrade.
Seit 24 Jahren ist er im Kuba-Geschäft und seit 22 Jahren leitet er die
Kuba-Sektion beim Ibero-Amerika Verein, der Wirtschaftsvereinigung für
Lateinamerika und die Karibik. Rohstoffe für die pharmazeutische
Industrie, Lebensmittel, aber auch Industriemetalle liefert Delatrade
nach Kuba.
"Noch nie hat es Schwierigkeiten gegeben, in Kuba zu verkaufen",
sagt er. Doch die zentrale Frage sei: "Wie kommen wir hinterher an
unser Geld?"
Probleme mit der Zahlungsmoral machen auch anderen ausländischen
Unternehmern auf der Insel zu schaffen. Immer wieder kämen Unternehmer
zur Kuba-Sektion beim Ibero-Amerika Verein und bäten um Hilfe, weil sie
ihr Geld nicht bekommen, so Schirrmann.
Dann ist guter Rat teuer, zumindest wenn das Geschäft nicht über
einen Hermes-Exportkredit der Bundesregierung abgesichert wurde. "Die
werden pünktlich von den Kubanern bedient, doch nur selektiv
eingesetzt", erläutert Schirrmann ein Problem, mit dem er täglich zu
kämpfen hat.
Deutscher Kuba-Pionier stellt Industriegase her
Mit diesen typischen Sorgen der Handelsunternehmen muss sich Stefan
Messer nicht herumschlagen. Der 51-jährige Unternehmer aus Sulzbach hat
in Kuba über 20 Millionen US-Dollar investiert. Gleich drei Joint
Ventures hat er gemeinsam mit Gases Industriales gegründet, einem
Unternehmen des Industrieministeriums. Damit ist er Deutschlands
größter Investor auf der Karibikinsel.
Seine Fabriken produzieren Industriegase wie Sauerstoff, Stickstoff,
Argon oder Helium, die dann in der Stahlindustrie oder in
Krankenhäusern zum Einsatz kommen. Auch die Fischindustrie fragt die
Produkte nach - zum Einfrieren von Langusten für den internationalen
Markt.
Messer ist überaus zufrieden mit seinem Kuba-Engagement. "Wir haben
noch keinen einzigen Zahlungsausfall gehabt, und es gibt auch keine
Probleme, das Geld nach Deutschland zu transferieren", erklärt der
Kuba-Pionier.
Mitte der neunziger Jahre ist er in Kuba eingestiegen und hat damals
sogar den Investitionsanteil des kubanischen Partners vorfinanziert.
Ein Vertrauensvorschuss, den er nie bereut hat, denn es wird
"anstandslos zurückgezahlt".
Vorbereitet hat das spektakuläre Geschäft ein Mitarbeiter mit
Osteuropa-Erfahrung, den Messer 1995 nach Kuba schickte und der über
exzellente Kontakte vor Ort verfügt. "Die sind genauso wichtig wie Zeit
und sehr viel Geduld im Kuba-Geschäft. Es dauert, bis die
Entscheidungen vor Ort getroffen sind."
Kanadier waren schneller
Messer ist sich bewusst, dass er als Alleinanbieter von
Industriegasen auf Kuba in einer komfortablen Position ist. Ohne seine
Gase käme die Stahlproduktion des Landes zum Erliegen, auch bei der
Gesundheitsversorgung ergäben sich schnell Engpässe, wenn die Anlagen
wegen Zahlungsausfällen abgestellt würden.
Sechs Millionen US-Dollar Umsatz erwirtschaften die 25 Angestellten
der drei Unternehmen im vergangenen Jahr. Bei einem davon hält Messer
mit 70 Prozent die Mehrheitsrechte, bei den beiden anderen besitzen die
Partner je 50 Prozent der Anteile.
Diesem Beispiel sind nur wenige deutsche Unternehmer gefolgt. Neun
deutsch-kubanische Joint Ventures gibt es laut Stefan Messer in Kuba.
Dazu zählen zwei von DaimlerChrysler, die anderen sind im Tourismus
aktiv. Bei Delegationsreisen in den vergangenen Jahren versuchten
deutsche Investoren, das Engagement auszubauen. Doch in den
strategischen Bereichen, dem Nickelsektor, der Telekommunikation oder
beim Tabak waren Kanadier, Spanier und Italiener schneller.
Dafür gibt es viele Gründe. Dazu gehörten die Risikoscheu vieler
Investoren und die oft hohe Bewertung von Gebäuden und Maschinen, die
in ein Gemeinschaftsunternehmen einfließen sollten, so Frank Seifert.
"Für die deutschen Unternehmer, die schließlich das Know-how
liefern, den Vertrieb gewährleisten und oftmals auch noch
Betriebsmittel für die ersten zwei oder drei Jahre vorfinanzieren
sollten, war das zuviel", erinnert sich der Kubaspezialist an mehrere
gescheiterte Anläufe von deutscher Seite.
Zukunftsmarkt Biotechnologie
Doch das Interesse ist da - und wie viele Unternehmer hofft auch
Seifert auf eine langsame wirtschaftliche Öffnung. Dann könnte auch
eine andere wesentliche Hürde fallen. Die Karibikinsel ist nämlich
bisher alles andere als ein Billiglohnland. Umgerechnet rund 1000
US-Dollar kostet ein Arbeitnehmer im Monat, obgleich der nur in
kubanischen Peso entlohnt wird. "Die Differenz streicht der Staat ein",
erklärt Seifert.
Verglichen mit den Kubanern sind die Mexikaner oder die
Guatemalteken deutlich billiger, so Schirrmann, der eine Niederlassung
in Havanna unterhält. Für ihn wiegt das Argument der guten Ausbildung
in Kuba angesichts dieser Kosten nicht so schwer. Auch die
geostrategische Lage verliert angesichts des kleinen Binnenmarktes für
ihn an Bedeutung.
Gleichwohl ist Kuba in einigen Bereichen, allen voran dem
biotechnologisch-pharmazeutischem Sektor, hochinteressant.
Krebspräparate von der Insel werden derzeit in den USA und Deutschland
klinisch getestet. Das deutsche Pharmaunternehmen Oncoscience mit Sitz
in Wedel bei Hamburg hat die Lizenz für den Vertrieb des monoklonalen
Antikörper Osag101 für 46 europäische Länder erworben.
"Von den Sicherheiten hängt alles ab"
Die Antikörper sollen das Wachstum von Krebszellen blockieren,
speziell jenes von Hirntumoren bei Kindern. Alle Tests seien bisher
erfolgreich verlaufen, so Ferdinand Bach, Geschäftsführer von
Oncoscience. Er ist mit dem deutsch-kubanischen Kooperationsprojekt
sehr zufrieden und schätzt die Arbeit der kubanischen Wissenschaftler.
Die genießen in der medizinischen Fachwelt einen exzellenten Ruf -
und sind doch auf Kooperationen angewiesen, um auf den Weltmarkt zu
kommen. Für die deutsche Pharmaindustrie könnte das eine interessante
Konstellation sein.
"Doch auch der anvisierte Ausbau des Flughafens von Havanna ist für
Unternehmen wie Fraport interessant. Für den Maschinenbau bieten sich
bei der Modernisierung der veralteten Produktionsmittel im
Industriesektor exzellente Perspektiven", urteilt Messer.
"Von den Konditionen, den Sicherheiten und der Bedeutung, die die
Investition für die Kubaner hat, hängt alles ab", rät der Kuba-Pionier
potentiellen Nachahmern. Er hat mit dieser Philosophie Erfolg gehabt.
Etwas Risiko gehört schließlich dazu, wenn man auf einem potentiellen
Zukunftsmarkt Fuß fassen will.
Quelle: Spiegel Online, Knut Henkel
22.08.2006 Die Fußballerinnen des SC Sand
Lena Forscht (21), Fußballerin des Frauen Zweitligisten SC Sand und
Tochter von Georg Forscht, Trainer der Sander Oberligamannschaft, legte
von Januar bis Juli in Nicaragua ein Freiwilliges Soziales Jahr ab.
Auf eigene Kosten - Flug und Lebenshaltung während des Aufenthaltes
wurden durch einen Job nach dem erfolgreichen Abschluss des Abiturs im
vergangenen Jahr finanziert. Animiert durch die Eindrücke während ihres
Aufenthaltes in dem mittelamerikanischen Land, kam es zu der Idee, in
Sand ein Benefizturnier zugunsten der Aidshilfe in Nicaragua
durchzuführen. Mit der Nationalmannschaft von Luxembourg und dem
Erstligisten TSV Crailsheim konnten für Samstag, 26. August, ab 15 Uhr,
erstklassige Teams gewonnen werden.
Lena Forscht: »Ich hatte einen Traum, fasste den Mut, ihn zu
verwirklichen und stellte fest, dass es gar nicht so schwer ist, seine
Träume zu leben. So landete ich in Nicaragua, lernte dieses kleine,
bezaubernden Fleckchen Erde kennen und lieben sowie Menschen, die mich
mit ihrer Herzlichkeit, Gastfreundschaft und Lebensfreude in ihren Bann
zogen.«
Freiwilligenplatz
Dass ihre Reise letzten
Endes nach Nicaragua ging, war mehr oder weniger Zufall, vielleicht
auch Schicksal. Auf der Suche nach einem Freiwilligen-Platz lernte die
Fußballerin des SC Sand Ulrich Epperlein, Pfarrer der evangelischen
Kirchengemeine Ichenheim, kennen, der selbst lange Zeit in Zentral
Amerika und viele Jahre davon in Nicaragua arbeitete und lebte. Durch
seine Kontakte und Hilfe wurde ihr Traum eines Sozialen Dienstes im
Ausland zur Realität.
Während ihrer »unvergesslichen sechs Monate in
Nicaragua« fand Lena Forscht die Möglichkeit, in der »Comision Lucha
contra el VIH/SIDA« (Kommission zum Kampf gegen HIV/AIDS)
mitzuarbeiten. Die Zeit in der Kommission verschaffte ihr sehr
vielseitige Einblicke und Eindrücke in Kultur, Religion und Mentalität
der Menschen.
Des Weiteren ermöglichte ihr das weit gefächerte
Aufgabengebiet der Kommission, welches sich von Aufklärungsarbeit, der
Betreuung Erkrankter, der Veranstaltung von Workshops bis hin zum
Verteilen von Kondomen in den Straßen der Stadt erstreckt, einen
reellen Bezug zur Aidsproblematik, die jedoch nur eine der zahlreichen
Probleme Nicaraguas darstellt, weil mangelhafte Bildung, eine immense
Arbeitslosigkeit, eine fehlende Infrastruktur oder die hohe Armut nicht
zu vergessen sind. Die Zeit in Nicaragua, all das Gesehene und Erlebte
ließen nun in Lena Forsch die Idee einer Benefizveranstaltung im
heimatlichen Sand gedeihen. Wobei die eigentliche Geburtsstunde dieses
Events während eines Besuches bei ihrer ehemaligen Mannschaftskollegin
Uli Bohnert in den Liegestühlen auf Corn Island zu finden ist.
»Geburtsstunde«
Die Idee war geboren, fing
an zu wachsen und zog immer mehr Mitspielerinnen und Funktionäre des SC
Sand und viele Menschen in ihren Bann.
Lena Forscht: »Im Moment sind
wir immer noch auf der Suche nach Sponsoren und Menschen, die unser
Projekt in Nicaragua unterstützen. Unser Ziel ist es, möglichst viel
Geld zusammenzubekommen. Der gesamte Erlös aus der Veranstaltung am 26.
August in Sand, bei der im Anschluss an die Fußballspiele ab 18 Uhr
eine Caribbean Night stattfindet, fließt ohne Umwege in das Projekt,
das nicht eine einmalige Veranstaltung bleiben soll. Auch ein
Wiedersehen mit dem Land und den Leuten, die mir ans Herz gewachsen
sind, halte ich nicht für ausgeschlossen.«
Quelle: www.baden-online.de
20.08.2006 In 80 Tagen um die Welt
Eine literarische Reise. 15. Station: Nicaragua. Freies Vaterland ...
Gioconda Belli - "Die Verteidigung des Glücks"
Ich besitze eine Postkarte aus Nicaragua, Urlaubsmitbringsel einer
lieben Freundin. Eine junge, strahlende Mutter ist darauf abgebildet,
ihr Kind im einen, das Maschinengewehr am anderen Arm.
Ich hab sie
weggelegt, weil ich diese romantische Verklärung von Revolutionen
hasse. Che Guevara Shirts, russische Armeetaschen, Mao Tse-Tung Poster
- die (meist ironisierte) Massenproduktion von Kriegssymbolen ist eine
heikle Sache. So paralysiert und ängstlich wir mit der eigenen
Geschichte und deren Symbolen umgehen, so naiv und unvorsichtig werfen
wir mit denen anderer Kulturen um uns. Nein, diese Karte findet keinen
Platz über meinem Schreibtisch.
Dann kam Gioconda Belli und ihre
"Verteidigung des Glücks". 470 Seiten später bin ich zwar noch immer
nicht bereit, mit der zur Touristenattraktion verbildlichten Revolution
meine Wand zu schmücken. Aber inzwischen kann ich das Bild besser
verstehen. Diese Frau könnte Gioconda Belli sein.
"Die Verteidigung des Glücks" ist die grandiose Autobiografie einer
Frau, die in 50 Jahren soviel erlebt hat, dass es drei Leben füllen
würde. Belli, eine gebildete, kluge Frau aus der bürgerlichen
Oberschicht Nicaraguas, entschließt sich mit gerade mal Zwanzig, der
sandinistischen Untergrundbewegung beizutreten, um die
Ungerechtigkeiten im eigenen Land, verursacht durch die bereits
Jahrzehnte andauernde Diktatur der Somozas, zu bekämpfen. In der
sandinistischen Revolution, die kurz danach ausbricht, spielt Belli bis
zum Ende eine maßgebliche Rolle. Ihre Herkunft, ihre Bildung und auch
ihre Geschlecht verleihen ihr das perfekte Tarnschild, um jahrelang ein
Doppelleben zu führen. Sie entwirft Pamphlete, schmuggelt Waffen über
die Grenze, versteckt Guerillakämpfer bei sich zu Hause oder diskutiert
mit Fidel Castro, wie das erfolgreiche kubanische Modell in Nicaragua
anwendbar wäre. Belli ist eine der vielen kleinen Erschütterungen der
Revolution, die die Somoza-Diktatur 1979 erdbebenartig zusammenbrechen
lassen.
"Es liegt nichts Romantisches darin, die Welt verändern zu wollen."
Bücher wie dieses wirken in einer Kultur wie der unsrigen, wo
Lebensmodelle außerhalb des Kapitalismus kaum vorstellbar sind, wie
Science Fiction. "Eine andere Welt ist möglich" - was
Globalisierungskritiker dieser Tage als ihr Credo verstehen, bekommt
immer wieder theoretisches aber eben auch romantisch-idealisiertes
Unterfutter durch Filme und Bücher über Fidel Castro oder Che Guevara.
Was
Gioconda Bellis "Verteidigung des Glücks" hingegen so außergewöhnlich
und so lesenswert macht (ja, genau: lesen! Lesen! Unbedingt!), ist
diese Mischung aus introspektiver, gnadenloser Offenheit über die
eigene Entwicklung und politisch detailgenaue Berichterstattung einer
Zeit des Umbruchs, sensibilisiert auf die feministischen Aspekte dieses
Krieges. Mit leidenschaftlicher, bildreicher Sprache erzählt sie von
der Mobilisierung ganzer Städte, davon, was die unerwartete Möglichkeit
der Macht mit den Menschen macht. Sie erzählt von
Alphabetisierungskampagnen und der Chance, das staatliche Fernsehen zu
übernehmen und mit einem Mal das Programm selber gestalten zu können.
Und sie erzählt davon, wie Frauen - in Zeiten des Kampfes vollkommen
gleichgestellt, bewaffnet bis auf die Zähne - nach der Machtübernahme
wieder in den Verwaltungsdienst abgeschoben werden.
In vielen Fällen benutzt Belli das Bild von Lebenskreisen, die sich
schließen. Die Geburt ihrer Kinder, der Tod ihres Liebhabers, oder eben
auch: die sandinistische Revolution, die mit der demokratischen Abwahl
der Sandinisten im Juli 1990 endet. Wie im Reagenzglas hat man diese
erstaunliche Revolution vor sich, die Anfänge, die Höhen und Tiefen,
die vielen Opfer, die Einmischung von außen, und eben auch deren Ende -
unblutig und trotzdem herzzerreißend. Ein Volk, das von den Sanktionen
der USA geschwächt ist ("low intensity war"), am Hungertuch nagt und
beim Wort Revolution nur noch an die vielen Söhne und Töchter denken
kann, die es verloren hat und noch verlieren wird, entscheidet sich 11
Jahre nach dem Umbruch gegen die sandinistischen Revolutionäre und für
eine bürgerliche, pro-Amerika eingestellte Partei. Die Revolution, wie
sie Belli erlebt und ersehnt hat, ihre Vision eines besseren
Nicaraguas, ist gescheitert.
Die Veränderungen, die folgen, sind vergleichbar mit denen vieler
anderen Staaten dieser Erde: Die Kluft zwischen den Klassen wird
ständig größer, und während neoliberale politische Entscheidungen für
die Mittel- und Oberschicht weitere Vorteile bringen, werden die Armen
immer ärmer - und immer mehr.
"Unsere Welt, so voll von
Möglichkeiten, ist und bleibt das Ergebnis der Anstrengungen, die wir,
ihre Bewohner, ihr zukommen lassen." (Gioconda Belli)
Gioconda Belli - "Die Verteidigung des Glücks"
Übersetzt von Lutz Kliche
dtv, 4. Auflage 2003
Was Sie schon immer über Nicaragua wissen wollten:
*General Augusto Cesar Sandino, der Namensgeber der Sandinisten, hat
mit seinem Aufstand gegen die nordamerikanische Besatzung 1927 den
ersten Guerillakrieg des Kontinents initiiert.
*Im Augenblick ist Nicaragua das zweitärmste Land Lateinamerikas.
*Nicaragua ist der größte und mit seinen 5.465.100 Einwohnern gleichzeitig am dünnsten besiedelte Staat Mittelamerikas.
*Auf 1000 Einwohner kommen in Nicaragua 37 Mobiltelefone.
* In Nicaragua gibt es so gut wie keine Eisenbahn - die gesamte Länge des "Eisenbahnnetzes" beträgt 6 Kilometer.
*In Nicaragua leben rund 21.200.000 Hühner, aber nur 470.000 Schweine.
Quelle: fm4.ORF.at
In 80 Tagen um die Welt
Alle Stationen auf einen Blick
19.08.2006 Kuba bereit zur Verteidigung
Raul Castro: Zehntausende Reservisten mobilisiert. Bereit zu Verhandlungen mit USA
Die Staatsführung in Kuba hat Zehntausende Reservisten und
Milizionäre mobilisiert, um sich gegen einen möglichen Angriff der USA
zu wappnen. Das erklärte Fidel Castros Bruder Raul in seiner ersten
öffentlichen Stellungnahme seit der vorübergehenden Amtsübernahme in
Kuba Ende Juli, die am Freitag in der Parteizeitung Granma
veröffentlicht wurde. Zugleich erklärte er, Kuba sei »nach wie vor
bereit«, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu normalisieren –
allerdings auf »gleicher Augenhöhe« und nicht mit »Diktaten« oder
»Drohungen«.
Raul Castro, der auch Verteidigungsminister ist, betonte, alle
Maßnahmen seien getroffen worden, um jedweden Angriff gegen Kuba
abzuwehren. In den frühen Morgenstunden des 1. August – einen Tag nach
der Übernahme der Amtsgeschäfte – habe er entschieden, »unsere
Kampfkapazitäten substantiell zu erhöhen«.
Hierzu seien die
geplanten Maßnahmen umgesetzt worden, unter anderem die Mobilisierung
Zehntausender Reservisten und Angehörige von Milizen. Im Land herrsche
»absolute Ruhe«.
Einige »Falken« des USA-Imperialismus hätten am 31. Juli gedacht,
»daß der Moment gekommen ist, die Revolution zu zerstören«, so Raul
Castro. »Wir konnten nicht das Risiko ausschließen, daß jemand verrückt
wird oder, noch schlimmer, jemand in der US-Regierung.« In dem
Zusammenhang kritisierte er scharf die Ankündigung von US-Präsident
George W. Bush, die Kubaner bei der Errichtung einer »der Demokratie
verpflichteten Übergangsregierung« zu unterstützen.
Fidel Castro erhole »sich Stück für Stück auf eine
zufriedenstellende Weise«, sagte sein 75jähriger Bruder. »Ich denke,
seine außergewöhnliche körperliche und geistige Fitneß haben eine
wesentliche Rolle bei seiner fortschreitenden Gesundung gespielt.«
Fidel Castro hatte Ende Juli wegen einer schweren Darmoperation
erstmals seit 47 Jahren die Macht vorübergehend an seinen fünf Jahre
jüngeren Bruder abgegeben. (AFP/jW)
18.08.2006 Raul Castro gibt erstes Interview seit Machtübergabe auf Kuba
Havanna (Reuters) - Erstmals seit der Machtübergabe auf Kuba hat sich
Fidel Castros Bruder Raul in der Öffentlichkeit geäußert.
Dem erkrankten Präsidenten gehe es allmählich besser, sagte das
amtierende Staatsoberhaupt in einem am Freitag veröffentlichten
Interview der Parteizeitung "Granma".
Raul verteidigte, dass er sich erst rund zwei Wochen nach seiner
Machtübernahme in der Öffentlichkeit gezeigt hatte. "Ich bin nicht
gewöhnt, außer wenn es nötig ist, häufig öffentliche Auftritte zu
machen", erklärte der 75-Jährige. "Ich bin immer diskret gewesen, das
ist meine Art." Er schere sich nicht um diejenigen im Ausland, die
"darüber spekulieren, wann ich im Fernsehen oder in den Zeitungen
erscheine oder nicht." Seine lange Abwesenheit hatte Vermutungen über
einen Machtkampf hinter den Kulissen des kommunistischen Karibikstaates
ausgelöst.
Nach Fidels Erkrankung habe Kuba seine Sicherheitskräfte
mobilisiert. Man habe nicht ausschließen können, dass innerhalb der
US-Regierung "jemand ausrastet". Aus Parteikreisen war am Mittwoch
verlautet, dass die zivilen Milizen inzwischen demobilisiert worden
seien. Castro sprach nun von "absoluter Ruhe", die im Land herrsche.
Der mittlerweile 80 Jahre alte Fidel Castro hatte sich Ende Juli
einer schweren Darmoperation unterziehen müssen. Deshalb gab der
Staats- und Parteichef seine Ämter nach offiziellen Angaben
"vorübergehend" an Verteidigungsminister Raul Castro ab. Dies löste
Spekulationen über ein Ende von Fidels 47-jähriger Regierungszeit aus.
Er ist der am längsten regierende Staatschef der Welt.
14.08.2006 Kuba: Neue Fotos von Fidel Castro
Zum Beweis der Genesung von Staatschef Fidel Castro hat die offizielle
kubanische Presse am Montag zahlreiche Fotos des 80-Jährigen zusammen
mit Venezuelas Staatschef Hugo Chávez veröffentlicht.
Havanna
- Unter dem Titel "Ein unvergesslicher Nachmittag unter Brüdern" zeigte
das Organ der kommunistischen Partei, "Granma", in seiner
Internet-Version unter anderem, wie Castro ein Geschenk von Chávez
entgegennimmt. Es sei ein "unvergesslicher Nachmittag" gewesen, den die
"Brüder des Blutes und der gemeinsamen Sache" geteilt hätten, hieß es.
Auch Castros Burder Raúl, der derzeit die Amtsgeschäfte des Präsidenten
führt, war auf den Fotos zu sehen.
Die Tageszeitung "Juventud Rebelde" hatte am Sonntag, dem Geburtstag
Castros, vier Fotos des genesenden Präsidenten gezeigt. Die
Druckversion der Zeitung war am frühen Morgen nicht erhältich. Castro
hatte sich einer Darmoperation unterziehen müssen und war seit Ende
Juli nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden. Seither halten
Spekulationen über seinen Gesundheitszustand und die Nachfolge-Regelung
an. (tso/AFP)
08.08.2006 400 Prominente solidarisch mit Kuba
Warnung vor US-Einmischung: »Wir müssen um jeden Preis eine neue Aggression verhindern
Über 400 namhafte Intellektuelle, Künstler, Schriftsteller und
Menschenrechtsaktivisten zeigen sich solidarisch: »Kubas Souveränität
muß respektiert werden«, verlangen sie in einer »Deklaration«, die am
Montag in Havanna der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde.
Beunruhigend seien insbesondere die zunehmenden Versuche der USA, den
Gesundheitszustand von Kubas Präsident Fidel Castro für eine
Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes zu mißbrauchen.
Wenn man »die Militarisierung der Außenpolitik der aktuellen
US-Regierung und ihr Handeln im Irak in Betracht zieht«, so die
Unterzeichner, käme es vor allem auf eines an: »Wir müssen um jeden
Preis eine neue Aggression verhindern.«
Das Dokument wurde vom kubanischen Schriftsteller Roberto
Fernandez Retamar auf einer Pressekonferenz in der kubanischen
Hauptstadt veröffentlicht. Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören
unter anderem die Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu (Südafrika) und
Rigoberta Menchu (Guatemala), die Schriftsteller José Saramago
(Portugal), Wole Soyinka (Nigeria), Adolfo Pérez Exquivel
(Argentinien), Dario Fo (Italien), Nadine Gordimer (Südafrika), Harry
Belafonte und Angela Davis (beide USA), die Befreiungstheologen Ernesto
Cardenal (Nicaragua) und Leonardo Boff (Brasilien), die Sänger Manu
Chao (Frankreich) und Daniel Viglietti (Uruguay).
Indes verschärfte Washington seinen Kurs gegen das
unabhängige Kuba weiter. Am Dienstag berichtete die Nachrichtenagentur
AFP über ein ihr vorliegendes Papier des US-»Heimatschutzministeriums«,
laut dem das kubanische Volk »in seinem Streben nach einer freien und
florierenden Gesellschaft« unterstützt werden soll. Wie das geschehen
soll, wird nicht weiter ausgeführt. Allerdings läßt der Schwerpunkt der
Gesetzesvorlage erahnen, daß auf der Insel neue Fluchtbewegungen zur
Destabilisierung der Gesellschaft angezettelt werden sollen. So kündigt
das US-Ministerium Maßnahmen zur »Förderung« einer »sicheren, legalen
und ordentlichen Migration« an.
(jW/AP)
06.08.2006 Warum sind Managuas Häuser einstöckig?
Der erste Weg in Managua führt immer auf den Mirador Tiscapa. Der Berg,
einst Residenz der Diktatoren-Dynastie der Familie Somoza, erhebt sich
zwischen den niedrigen Häusern und gibt den Blick frei auf den Lago
Managua, eine Kette von Vulkanen am Horizont – und auf die wabernde,
haltlose Stadt.
Hier kann man am besten erkennen, was Managua
so sonderbar erscheinen lässt: Die Häuser, ob ausladend mit Garten oder
notdürftig zusammengeschustert, sind beinahe samt und sonders
einstöckig.
Im Süden der Stadt ist das zwar anders, dort, zur Seeseite, erheben
sich einige Hochhäuser und ein Fußballstadion aus einem Meer aus Beton
und Grün. Doch es liegt eine eigenartige Stille über dem Viertel. Es
ist das alte Managua, eine Ruinenstadt, deren Gebäude zunehmend
verfallen und von der tropischen Vegetation umwuchert werden. In
manchen der Häuser hausen Obdachlose, doch ansonsten hat Managua seiner
früheren Hülle den Rücken zugekehrt und ein neues Leben begonnen. Das
Leben nach dem großen Erdbeben.
Es war 1972, in der Nacht vor
Weihnachten. 0.35 Uhr. Es muss eine wahnwitzige Wucht gewesen sein.
Innerhalb von Sekunden schossen Risse in die Hochhäuser dieser
florierenden Stadt, viele Wohnhäuser fielen einfach in sich zusammen.
Die Richterskala zeigte Erdbebenstärke 6,2, bis zu 10 000 Menschen
starben unter den Trümmern.
Es
war nicht das erste Mal, dass Managua dermaßen erschüttert wurde. Schon
1931 war bei einem Beben der historische Stadtkern weitgehend zerstört
worden. Und doch, so stellte sich später heraus, hatten viele Gebäude
auch 1972 nicht den laxen Bauvorschriften entsprochen. Ausgerechnet in
Nicaragua war man auf ein Erdbeben nicht vorbereitet gewesen.
Aber
diesmal, erzählt Carlos Mejia Kornfeld, halb Österreicher, halb
Nicaraguaner und Reiseveranstalter in Managua, zog man die
Konsequenzen. Das neue Managua, das wenige Kilometer landeinwärts
errichtet wurde, blieb einstöckig – aus Geldmangel, aber auch aus Angst
vor neuen Beben. Erst später wurden strenge Bauvorschriften erlassen.
Wer heute in Managua baut, muss seine Pläne den Behörden vorlegen.
In
den letzten Jahren, erzählt Mejia Kornfeld weiter, wurden aber auch in
Managua wieder höhere Häuser gebaut. Vor allem Hotels, die zum Teil bis
zu zehn Stockwerke hoch sind.
Quelle: Der Tagesspiegel, Daniel Erk
02.08.2006 Kuba vor Wirtschaftsboom?
Havanna könnte mit Öl- und Gasfunden vor seiner Küste seine Energieprobleme lösen
Mit Besorgnis wurde in den USA die gute Nachricht aufgenommen, daß
vor Kuba größere Öllagerstätten gefunden wurden. Laut Bericht des
US-Nachrichtensenders MSBC vom Sonntag haben ausländische Unternehmen
mit entsprechendem technischem Know-how in den vergangenen Tagen vor
der Küste Floridas, aber innerhalb der international anerkannten
kubanischen Grenzen, mit der Ölexploration begonnen. In Washington wird
jetzt die weitere Aushöhlung des vor 45 Jahren verhängten US-Embargos
gegen Kuba befürchtet. Zugleich warnen immer mehr US-Experten, daß von
nun an die Vereinigten Staaten einen Preis für die Aufrechterhaltung
der Sanktionen zahlen müssen, denn dadurch würden US-Konzerne von dem
sich abzeichnenden Ölboom vor der eigenen Haustür ausgeschlossen.
Besonders ärgert Washington und die US-Energieindustrie jedoch, daß es
Konzernen aufgrund von Umweltgesetzen in Florida verboten ist, auf
amerikanischer Seite vor der Küste des Bundesstaates nach Öl zu suchen.
Kuba hat schon immer an Energiemangel gelitten. Zwar hatte zunächst
die Sowjetunion großzügig unterstützt, und jetzt hilft Venezuela Kuba,
um die Grundversorgung sicherzustellen. Aber das Energieproblem war
angesichts ständig knapper Devisen stets die größte Bremse für das
kubanische Wirtschaftswachstum. Nun könnte das schlagartig anders
werden. Nicht nur, daß Kuba womöglich schon bald selbst mehr als genug
Öl ha, Exporte des »schwarzen Goldes« versprechen bei derzeitigen
Ölpreisen auch reiche Deviseneinnahmen für die gebeutelte
Volkswirtschaft des Landes. Zugleich dürfte dadurch das US-Embargo
wirkungslos werden. Bessere Aussichten zur Stabilisierung der
Revolution hätte sich Fidel Castro vor seinem 80. Geburtstag nicht
wünschen können.
Mit sowjetischer Hilfe hatte Kuba im Jahre 1971 das
»Varadero Feld« fünf Kilometer vor der Küste gefunden, das jedoch wenig
ergiebig (75000 Faß pro Tag) und von schlechter Qualität war. Die neuen
Felder wurden im Juli 2004 von einem spanisch-kubanischen
Gemeinschaftsunternehmen (Repsol-YPF und CUPET) in tiefem Wasser 30
Kilometer nordöstlich von Havanna in der Florida-Straße entdeckt.
Sieben Monate später bestätigte ein Bericht des »U.S. Geological
Survey« daß das Nord-Kuba-Bassin bedeutende Energiereserven enthält:
4,6 bis 9,3 Milliarden Faß Öl und 9,8 bis 21,8 Billionen Kubikmeter
Gas. Kuba verlor keine Zeit, das 120000 Quadratkilometer große Gebiet
in 59 Felder aufzuteilen.
Da Kuba nicht über die notwendigen
Tiefsee-Explorationstechniken verfügt, hat es ausländischen Unternehmen
Beteiligungen angeboten. In den zurückliegenden Monaten kamen etliche
solcher Beteiligungsunternehmen mit spanischen, kanadischen und
norwegischen Konzernen zustande, die auch über das Know-how für
Exploration in großer Tiefe verfügen und die nun mit der Arbeit
begonnen haben. Das hat die US-Amerikaner aufhorchen lassen. Phil
Peters, Vizepräsident des »Lexington Institute« für freie
Marktwirtschaft warnte z.B., daß angesichts der kubanischen Ölfunde,
»das Embargo zu einer Absurdität wird«. Deshalb wurde inzwischen von
republikanischer Seite im US-Kongreß ein Gesetz eingebracht, das den
großen US-Energiekonzernen erlauben würde, mit Kuba ins Geschäft zu
kommen. Das aber hat die antikubanische Lobby in Florida und die
rechtsradikalen Castro-Gegner im Kongreß auf die Barrikaden gebracht.
Quelle: junge Welt, Rainer Rupp
01.08.2006 Zeit des Übergangs
Als die Nachricht kam, wollte sie kaum jemand glauben. Befürchtet
hatten es viele Kubaner aber schon lange. Fidel Castro ist so krank,
dass er 13 Tage vor seinem 80. Geburtstag seine Ämter an seinen fünf
Jahre jüngeren Bruder und Stellvertreter Raúl abgibt.
"Wir
sind sehr besorgt", sagte Victor Gonzalez, als er mit anderen
Landsleuten die Ankündigung im Fernsehen gehört hatte. "Wir sind es
nicht gewohnt, ohne ihn zu sein. Er hat uns so lange geführt."
Ungewissheit begleitet nun eine Zeit des Übergangs, von der sich viele
Kubaner Weichenstellungen für einen Wechsel erhoffen.
Kubaner sagen üblicherweise nur noch "er", wenn sie Fidel Castro
meinen. Fast 50 Jahre lang stand der letzte Revolutionär des 20.
Jahrhunderts als Führer Kubas an der Spitze des letzten kommunistischen
Staates der westlichen Welt. Sein Leben ist vor allem geprägt vom Kampf
gegen die Großmacht USA. Diese hat zwar das Ende der kommunistischen
Supermacht Sowjetunion mit herbeigeführt. Der Inselstaat in der Karibik
aber blieb verschont vom Zusammenbruch des weltweiten kommunistischen
Systems, dem sich die Castro-Brüder angeschlossen hatten. Der damit
verbundene wirtschaftliche Niedergang führte das Land in den 90er
Jahren des letzten Jahrhunderts an den Rand einer Katastrophe.
Doch Fidel Castro hat auch diese Krise überstanden,
ebenso wie Verschwörungen und Attentatsversuche. Im Jahr seines 80.
Geburtstages stand er unbestritten an der Staats-Spitze. Und er begann,
Kuba nach innen und außen auf die Zeit nach seinem Tod vorzubereiten.
An die Stelle der Sowjetunion als engster Verbündeter ist Venezuela
getreten. Gemeinsam mit diesem bedeutenden Ölproduzenten war Castro
damit beschäftigt, eine lateinamerikanische Front gegen die USA zu
zimmern. Venezuelas Präsident Hugo Chavez zahlt mit Öl-Dollars und Kuba
steuert die menschliche Energie bei: Ärzte, Lehrer und die Erfahrungen
des jetzt erkrankten Revolutionärs.
Fidel Castro wurde
als Sohn eines spanischen Einwanderers in den Ostkubanischen Städtchen
Birán am 13. August 1926 geboren. Nach dem Besuch einer Jesuitenschule
studierte an der Universität Havanna Jura. Er wurde aber nicht Anwalt,
sondern Revolutionär und machte sich daran, die politischen
Verhältnisse in seinem Heimatland zu verändern.
Der
erste Versuch scheiterte. 1953 stürmte Castro mit seinen Genossen eine
Kaserne in Santiago de Kuba, um einen Volksaufstand gegen den Diktator
Fulgencio Batista auszulösen. Er wurde zu 15 Jahren Gefängnis
verurteilt, aber schon nach 22 Monaten begnadigt. Ende 1956 kehrte er
aus dem Exil in Mexiko nach Kuba zurück. 1959 stürzte er nach einem
Guerillakrieg Batista. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den USA begann
Castro, sein Land nach sozialistischen Prinzipien umzugestalten.
Als Washington wegen der Verstaatlichung eines
US-Eigentums ein Handelsboykott erließ, schloss Castro ein Bündnis mit
der Sowjetunion, das fast drei Jahrzehnte bestand. In den 90er Jahren
eingeleitete Wirtschaftsreformen wurden zum Teil wieder zurückgenommen.
Dissidenten wurden verfolgt. Stets widersetzte sich Castro allen
Forderungen nach einer politischen Öffnung und freien Wahlen. Erst vor
wenigen Wochen reformierte er die Spitze der kommunistischen Partei und
ließ neue Leute aus dem Provinzen in Spitzenpositionen aufrücken. Die
Partei soll, so hat es Castro bestimmt, nach seinem Tod der eigentliche
Nachfolger werden.
Der Kampf gegen die USA hat das Leben des kubanischen
Revolutionärs am stärksten geprägt. Wahrscheinlich gibt es keine Rede
Castros, in der er nicht auf den Feind im Norden eingegangen wäre und
ihn nicht beschuldigt hätte, die Ursache des wirtschaftlichen Elends in
Kuba zu sein.
Den bizarren Höhepunkt ihres Streits erreichten
Havanna und Washington zu Beginn dieses Jahres. Wutschäumend ließ
Castro im Februar in einer Nacht-und Nebelaktion vor der amerikanischen
Vertretung in Havanna 138 riesige Masten mit schwarzen Fahnen und
Sternen errichten. Sie sollten den Blick auf ein Laufband zugunsten von
Menschenrechten in einem der oberen Stockwerke verstellen. Jeder
Fahnenmast symbolisiert ein Jahr des Kampfes gegen die Vereinigten
Staaten von Amerika seit Beginn des Unabhängigkeitskampfes von 1868.
Franz Smets, dpa
26.07.2006 Kuba-Fonds zur Hälfte platziert
Der Düsseldorfer Initiator Kuba Investment Verwaltung GmbH konnte nach
eigenen Angaben bereits mehr als die Hälfte des
Gesamtinvestitionsvolumens in Höhe von 110 Millionen Euro seines ersten
Beteiligungsangebotes KF 1 Kuba – Fonds einwerben.
Anleger können sich als Direktkommanditisten oder mittelbar über den
Treuhandkommanditisten an der Kuba Investment GmbH & Co. KG,
Düsseldorf, ab einer Summe von 15.000 Euro zuzüglich fünf Prozent Agio
beteiligen. Der Fonds hält 50 Prozent an einer kubanischen Joint
Venture-Gesellschaft, die mehrere Hotels auf der kubanischen Insel Cayo
Coco errichten wird. Zudem stellt der Fonds ein Darlehen zur
Revitalisierung einer derzeit stillgelegten Bungalow-/Hotelanlage auf
der Halbinsel Varadero gegen eine umsatzabhängige Vergütung zur
Verfügung. Die Hotels sollen zwischen September 2006 und Juni 2008
modernisiert beziehungsweise fertig gestellt werden. Bis zur Schließung
des Fonds zum Ende des Jahres 2007 soll das Fondsvolumen von 110
Millionen zuzüglich fünf Prozent Agio vollständig über Eigenkapital
eingeworben sein.
26.07.2006 Als der Traum von Solidarität über Nicaragua wehte
Mit dem Traum von einer gerechteren und solidarischeren Welt gingen
Mitte der 1980er-Jahre rund 800 Schweizer nach Nicaragua, um die
sandinistische Revolution zu unterstützen.
In seinem Buch untersucht der Historiker Thomas
Kadelbach vor allem den materiellen und politischen Aspekt dieser
Hilfseinsätze. Diese hätten die Schweiz für die Nord-Süd-Problematik
sensibilisiert.
1979, nach dem Sturz des Diktators Anastasio
Somoza, gerieten die siegreichen sandinistischen Revolutionäre in eine
heikle Lage: Der damalige US-Präsident Ronald Reagan wollte in
Nicaragua ein zweites Kuba verhindern. Deshalb musste die neue linke
Regierung verschwinden.
In mehreren europäischen Ländern entstanden
Solidaritätsbewegungen. 1986 gab es allein in der Schweiz nicht weniger
als 21 lokale Komitees. Mit ihren Aktionen, meist der Sammlung von Geld
und den nötigsten Gebrauchsgütern, wollten die Menschen in der reichen
Schweiz einen Beitrag zum Überleben der Revolution leisten.
Hilfe vor Ort
Schweizer Freiwillige reisten auch ins mittelamerikanische Land, um
dort mit eigenen Händen zu helfen. "Dies war sicher der konkreteste
Ausdruck, die Solidarität mit der sandinistischen Revolution
auszudrücken", sagt Thomas Kadelbach gegenüber swissinfo. Der
Historiker hat an der Universität in Freiburg eine Lizentiatsarbeit
über die Solidaritätsbewegung aus der Schweiz verfasst.
In Anlehnung an die internationalen Hilfseinsätze im spanischen
Bürgerkrieg nannten sich die Freiwilligen Brigadisten. Ihr Engagement
war aber ein rein Ziviles. "Die Solidaritätsbewegungen, welche für die
Brigaden verantwortlich waren, untersagten es den Freiwilligen strikte,
Waffen zu tragen und in mililtärische Konflikte einzugreifen", sagt der
Historiker.
Generalisten und Profis
Die erste Brigade aus der Schweiz wurde vom Solidaritätskomitee in
Genf aufgestellt und reiste im Sommer 1982 nach Nica, wie das Land
damals in der linken Szene genannt wurde. Die rund 40 Personen stammten
mehrheitlich aus dem pazifistischen Lager. Bis 1990 sollten es
insgesamt rund 800 Menschen aus der Schweiz werden, die in Nicaragua
einer Brigade angehörten.
Bei den Arbeitsbrigaden galt es,
verschiedene Typen zu unterscheiden: In über drei Vierteln handelte es
sich um Kurzzeit-Brigaden für generelle Einsätze. Sie standen allen
offen, ungeachtet ihrer beruflichen Qualifikationen. Die
Verpflichtungsdauer betrug ein oder zwei Monate.
Seltener waren
die professionellen Brigaden. Sie umfassten meist Spezialisten aus den
Gebieten Landwirtschaft und medizinische Versorgung. Ihr Einsatz ging
über mehrere Monate.
Der "typische" Brigadist
Thomas Kadelbach wertete für seiner Studie zahlreiche Anmeldungen
aus, welche die Brigadisten damals ausfüllen mussten. Auch interviewte
er rund 100 ehemalige Brigadisten. Das erlaubte dem Historiker, ein
ziemlich genaues Bild der Freiwilligen zu zeichnen.
"Sie waren
beim Einsatz im Schnitt 27 Jahre alt", so der Wissenschafter. "Ihr
Profil entsprach demjenigen der Mitglieder der damaligen neuen sozialen
Bewegungen. Das heisst, dass viele Brigadisten aus dem sozialen und
kulturellen Bereich stammten."
Sie entstammten vorwiegend aus
der Mittelschicht und waren wertemässig meist postmaterialistisch
eingestellt, d.h. sie gewichteten Werte wie umweltschonendes Verhalten
oder Lebensqualität höher als Reichtum oder Karriere. Der Autor drückt
es auch anders aus: "Die Bewegung hatte klar einen urbanen Charakter."
Kadelbach
weiter: "Die meisten Freiwilligen sahen ihre Motivation und ihr
Engagement in einem starken Zusammenhang mit der Schweizer Realität."
Beim Einsatz in Nicaragua hätten sie gleichzeitig an der Gesellschaft
in der Schweiz gebaut.
Durchzogene Bilanz
In seiner Bilanz über die Einsätze der Brigadisten zieht der
Historiker ein eher zwiespältiges Fazit. "Die Beiträge der Freiwilligen
fielen im Vergleich mit den offiziellen und privaten
Entwicklungsprojekten nur bescheiden aus."
Gänzlich ohne Wirkung
waren die Einsätze auf politischer Ebene. Die angestrebte
Sensibilisierung konnte nicht verhindern, dass 1986 eine Schweizer
Parlaments-Delegation Nicaragua als kommunistisches und totalitäres
Land denunzierte.
Präventive Ziele
Für die sandinistischen Behörden waren die internationalen
Freiwilligen nicht nur zur Erstellung der dringend benötigten
Infrastruktur willkommen. Die solidarischen Gäste waren auch eine Art
Versicherung vor einer US-Invasion.
Aber auch in diesem Bereich
stellte Kadelbach keine Wirkung fest. "Die USA hatten eine Invasion gar
nie ernsthaft geplant. Sie zogen es vor, die Regierung mit einem
Konflikt zu destabilisieren, der von den konterrevolutionären Milizen
auf niederer Stufe geführt wurde."
Wirkung auf lange Sicht
Die Schlussfolgerung des Historikers fällt ernüchternd aus: "Die
Einsätze der Brigadisten waren ein Misserfolg, weil sie ihre Ziele -
Konsolidierung der sandinistischen Revolution und Aufbau einer neuen
Gesellschaft - nicht erreichten."
Auch wenn die Ziele im
Einsatzland verfehlt wurden, macht Kadelbach dennoch positive Wirkungen
aus - im Heimatland der Brigadisten: "Die Freiwilligen haben mit ihren
Einsätzen die Schweiz einerseits für die Nord-Süd-Problematik
sensibilisiert, andererseits für Entwicklungsfragen."
Quelle: swissinfo, Olivier Pauchard
24.07.2006 Warum US-Militärs auf Kuba stationiert sind
Seit der Unabhängigkeit Kubas, 1898 im Frieden von Paris beschlossen,
unterhält das US-Militär in der 20 Kilometer breiten und acht Kilometer
langen Bucht von Guantanamo einen Militärstützpunkt.
Am 23. Februar 1903 tritt die verfassungsgebende Versammlung Kubas das Gebiet für 99 Jahre an die USA ab.
Schon
1934 wird der Leihvertrag modifiziert: Das Recht auf Nutzung der Bucht
gilt nun unbegrenzt, bis beide Seiten den Vertrag einvernehmlich
kündigen.
Seit der Revolution im Jahr 1959 und der Wendung Fidel Castros zum Kommunismus verlangt Kuba die Rückgabe der Bucht.
Die US-amerikanische Präsenz auf Kuba bleibt ein Politikum: Nachdem
sich die ursprüngliche Bedeutung der Bucht als Nachschubbasis für die
US-Flotte mit dem Ende der Dampfschifffahrt erledigt hat, nutzen
Regimegegner seit den 60er Jahren den mit einem McDonald’s und einer Bowlingbahn ausgestatteten Landstreifen als Basis für ihre Flucht nach Florida.
Im Gegenzug lässt Castro den Marinestützpunkt vom kubanischen Strom- und Wassernetz abkoppeln.
Guantanamo Bay muss seither mit Flugzeugen und Schiffen aus den Vereinigten Staaten versorgt werden.
In dem dort 2002 während des Afghanistankrieges errichteten Gefangenenlager
machen sich die Militärs die Tatsache zunutze, dass die zivile
Gerichtsbarkeit der Vereinigten Staaten auf dieses exterritoriale
Gelände keinen unmittelbaren Zugriff hat.
Quelle: Der Tagesspiegel
24.07.2006 Kuba und Mercosur unterzeichnen Handelsvereinbarung
Havanna - Kuba und das Wirtschaftsbündnis (Mercosur) haben am Freitag
während des 30. Mercosur-Gipfels Vereinbarungen mit Kuba unterzeichnet.
Dadurch sollen unter anderem die Zölle verringert werden, damit der
Handel zwischen Kuba und der Ländern des Mercosur verstärkt wird.
Teilnehmer des Gipfels waren unter anderem die Präsidenten von
Brasilien, Argentinien, Venezuela, Paraguay und Uruguay. Evo Moralez,
der Präsident Boliviens und Michelle Bachelet, die Präsidentin Chiles
waren Teilnehmer des Gipfels, Fidel Castro war als Sondergast geladen
worden.
Quelle: EMFIS.COM
22.07.2006 Erster Mercosur-Gipfel mit Chávez und Castro eröffnet
Cordoba. SDA/baz. In der argentinischen Stadt Cordoba hat am Freitag
das erste Gipfeltreffen des südamerikanischen Handelsverbandes MERCOSUR
nach dem Beitritt Venezuelas begonnen. Auch Kubas Staatschef Fidel
Castro nimmt erstmals am Gipfel teil.
«Dieses Treffen symbolisiert die Wiedergeburt des MERCOSUR, der die
Fahne des Sozialen hochhalten wird», sagte der venezolanische Präsident
Hugo Chávez am Donnerstagabend nach seiner Ankunft in Córdoba. Seit
seiner Geburt bekämpfe er den US-Imperialismus, betonte der
Linksnationalist.
«Ich frage mich, ob jemand die Zukunft eines vereinigten
Lateinamerika wird verhindern können», meinte der 79-jährige Castro. Am
30. MERCOSUR-Gipfel nehmen acht Staatschefs teil.
Neben den Präsidenten der fünf Vollmitglieder Brasilien (Luiz Lula
da Silva), Argentinien (Néstor Kirchner), Uruguay (Tabaré Vásquez),
Paraguay (Nicanor Duarte Frutos) und Venezuela, beteiligen sich an den
eintägigen Beratungen Castro und die Präsidenten der assoziierten
Mitglieder Chile (Michele Bachelet) und Bolivien (Evo Morales).
Morales wird dabei zusammen mit Chavez und Castro für die Gründung
einer so genannten «Bolivarianische Alternativen für die Amerikas»
(ALBA) eintreten. Die ALBA soll das Gegenstück zu der von den USA
geförderten Gründung der «Freihandelszone für die Amerikas» sein.
Der Gipfel in Córdoba wird aber nicht unbedingt von ideologischen
Gemeinsamkeiten der zumeist linksgerichteten Regierungen der Region
geprägt werden.
Die kleinen Mitglieder Uruguay und Paraguay beklagen sich zunehmend
darüber, dass sie im Handelsverband schlecht wegkommen und kaum
kommerzielle Vorteile vom Zusammenschluss haben. Mit Kuba will der
Mercosur in Córdoba Sonderabkommen unterzeichnen.
21.07.2006 Kuba und die Spanier (Aufruhr um Cirilo Villaverde)
Cirilo Villaverde, der heute als der bedeutendste kubanische Autor des
19. Jahrhunderts gilt, war eine schillernde Persönlichkeit. 1812 in
Havana geboren,
studierte er die Rechte und lernte
während seiner Juristenjahre genug an Ungerechtigkeiten kennen, dass er
seinem Leben langsam aber sicher eine neue Richtung gab: Er begann zu
publizieren, setzte sich mit den Ideen der Französischen Revolution
auseinander und schloss sich jenen Kreisen an, die eine Loslösung von
Spanien betrieben.
Langjährige Gefängnisstrafe
Dann kam der
Aufstand von Cienfuegos, einer der vielen Sklavenaufstände, die zu
nichts führten, bemerkenswert alleine dadurch, dass die aufständischen
Sklaven und die Separatisten gemeinsam vorgingen. Cirilo Villaverde
aber hatte, wie viele andere auch, die wachsamen Augen der spanischen
Justiz auf sich gezogen. 1848 wurde er wegen Teilnahme an einer
Verschwörung zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Im Jahr
darauf gelang ihm die Flucht. Er ließ sich in New York nieder und
arbeitete umso heftiger daran, die Spanier aus Kuba zu vertreiben.
Villaverde starb 1894 in New York.
High Society von Havana
In den wilden
1930er Jahren entstand sein wichtigster Roman "Cecilia Valdés o La Loma
del Angel". Reich an historischen und pikanten Details bietet die
Geschichte der schönen hellhäutigen Cecilia Einblick ins Leben der High
Society von Havana - und löste natürlich ob der Freizügigkeit und der
diversen Enthüllungen einen Skandal aus. Das Leben der Cecilia Valdes
ist heute noch interessant genug, dass es verfilmt wird und dass es in
den verschiedensten Varianten auf die Bühne gebracht wird. Und dass
Reinaldo Arenas, in dessen Leben es erstaunliche Parallelen zu Cirilo
Villaverde gab, eine eigene Version von "Cecilia Valdes" schrieb:
"Engelsberg".
Text: Friederike C. Raderer
20.07.2006 Der 19. Juli und der Glaube
Managua (LiZ). Vor genau 27 Jahren triumphierte die sandinistische
Revolution über die Diktatur Somozas und auch heute wird dieser Tag
gefeiert.
Es sind hunderte, tausende,
hunderttausende, die sich auf die Plaza nach Managua aufgemacht haben.
Hier findet die Feier der Frente Sandinista de la Liberación Nacional
statt und an diesem Tag möchte man glauben, dass die Frente tatsächlich
die Wahlen am 5. November gewinnen wird.
Die Plaza ist gefüllt mit Menschen, mit Jungen, Alten, Jugendlichen,
Kindern, viele mit den rotschwarzen Fahnen der FSLN, einige mit
T-Shirts von Che Guevara und Fidel Castro, andere mit der Fahne
Venezuelas. Es ist eine Mischung zwischen Demonstration und Volksfest,
das schon auf der Fahrt nach Managua im Bus beginnt. Von Rivas im Süden
geht es in einer langen Kolonne aus Bussen, Lastwagen und Pickups durch
Städte und Dörfer in Richtung Managua. Aus dem Fenster sieht man die
Realität Nicaraguas im Jahr 2006: Ärmliche, kleine Häuser, teilweise
nur aus Brettern zusammengebaut, sieht man - und Kinder ohne
Schuhe.
Es geht auch vorbei an der Wahlwerbung der konkurrierenden
Parteien, der Partitdo Liberal Constituciónal und der Alianza Liberal
Nicaraguense, sowie des Movimiento Renovador Sandinismo (MRS), die
unübersehbar in allen Orten zu sehen ist. Auch die MRS feiert heute mit
tausenden Anhängern wenige Kilometer von Managua entfernt in Massaya.
Am Rand der Strasse sind Menschentrauben zu sehen, viele mit
T-Shirts von Daniel Ortega oder mit Fahnen der Frente und einige zeigen
der vorbeiziehenden Kolonne das Victoryzeichen, was mit gebührendem
Beifall begrüsst wird. Nach mehreren Stunden Fahrt angekommen, steuert
die Stimmung allmählich ihrem Höhepunkt entgegen. Hubschrauber mit
Journalisten fliegen über die Demonstranten hinweg, wobei einer die
rotschwarze Fahne der FSLN aus dem Fenster hängt. So hat er wohl die
besten Fotos bekommen.
Auch die blau-weiss- blaue Fahne von Nicaragua ist - wie von
Thomás Borge gefordert - oft zu sehen, denn die Sandinisten haben viele
patriotische Elemente in ihre Kampagne integriert. „Ich verkaufe weder
mich, noch mein Vaterland", ist auf T-Shirts zu lesen. Auf den
Wahlplakaten, die eine Folkloretänzerin vor dem Gesicht Sandinos
zeigen, liest man: „In Versöhnung sind wir Frieden und Fortschritt".
Die Revolution war eine Revolution von Jugendlichen und auch
heute sind viele junge Leute zu sehen, die feiern und tanzen und
mitunter ein oder zwei Bier zu viel trinken. In Reden wird auf die
Misere der letzten 16 Jahre unter bürgerlichen Regierungen hingewiesen,
die man auch auf der Plaza beobachten kann. Heute, nach 16 Jahren des
Friedens und viel internationaler Hilfe, gibt es mehr Armut, mehr
Elend, mehr Analphebitismus, mehr Kinder, die nicht zur Schule gehen,
mehr Obdachlose, mehr Kriminalität, mehr Strassenkinder und Bettler.
Man sieht es an den Kindern, die den Müll aufsammeln oder Getränke
verkaufen. Man sieht es an den verarmten Veteranen des Contrakriegs,
denen die Hände fehlen zum Arbeiten oder die Füße zum gehen.
Doch genau vor der Wiederkehr des Krieges, vor der
Wiederkehr des Wirtschaftsembargos warnen die rechten Parteien und
werden damit viele vor der Wahl der Sandinisten abschrecken - eine
Strategie, die bisher immer gewirkt hat. Und diesmal? Die Plaza bebt,
als der Commandante Daniel spricht. Hier wird er geliebt und bewundert,
aber eine Demonstration der Sandinisten repräsentiert nicht das ganze
Land.
Sollte die FSLN die Wahlen gewinnen, dann nicht wegen,
sondern trotz Daniel Ortega, der durch einen Pakt mit der PLC und
seinen autoritären Führungsstil viel an Glaubwürdigkeit eingebüsst hat.
Doch der Chávez-Effekt könnte den Sandinisten helfen. Inzwischen wird
der venezolanische Präsident ähnlich bewundert wie einst Fidel Castro
und bei den Revolutionsfeierlichkeiten sieht man auch einige
venezolanische Fahnen. Der wichtigste Unterschied zu Castro: Chávez hat
etwas anzubieten. Die Lösung der Energiekrise.
Quelle: Die Linkszeitung, Timm B. Schützhofer
20.07.2006 Bananen - Ungarns wichtigster biologischer Markt für Costa Rica
Die Anbaufläche von Costa Rica, die für biologische Erzeugnisse
bestimmt ist, unter denen Bananen eine wichtige Position einnehmen,
beträgt 9.740 ha.
Dies sind 2,14% der
Gesamtanbaufläche. Das setzt das Land weltweit an die fünfzehnte
Stelle. Die wichtigsten Märkte für diese Erzeugnisse sind die US und
die EU.
Ein hervorstechendes Detail ist, dass 66% des Bio-Erzeugnisses an
den europäischen Markt für Frankreich bestimmt sind. Ein weiterer
Anteil von 25% geht an Ungarn, wovon 85% aus biologischen Bananen
bestehen.
Quelle: fruchtportal.de
19.07.2006 Kuba Investment GmbH - Kuba Fonds 1
Mit dem Kuba Fonds 1 bietet die Kuba Investment GmbH & Co. KG
deutschen Anlegern erstmalig eine Beteiligung am aufstrebenden
Tourismusmarkt auf Kuba.
Mit dem Investment in drei neue Vier- und Fünf-Sterne Ressorts
inklusive Eventbetrieben sowie in die Revitalisierung einer bestehenden
Hotelanlage an unterschiedlichen Standorten erzielt das Unternehmen
eine optimale Wertschöpfung und Risikostreuung für den Anleger. In den
konservativen Kalkulationen des Kuba Fonds 1 ist ein Fall des
US-Handelsembargos gegenüber dem karibischen Tigerstaat bewusst noch
nicht berücksichtigt. Dieser würde die Investitionen und
Touristenzahlen zusätzlich in die Höhe treiben.
12.07.2006 Trotz Blockade: »Karawane der Freundschaft« erreicht Kuba
Aktivisten aus sieben Ländern brachten 60 Tonnen Hilfsgüter
Havanna. Lucios Walker macht aus seiner solidarischen Haltung zu
Kuba keinen Hehl. »Uns beeindruckt jedes Mal wieder die Art, in der ihr
für eure Revolution kämpft und sie verteidigt«, sagte der
US-amerikanische Bürgerrechtler am vergangenen Samstag am
internationalen Flughafen von Havanna.
Knapp hundert Aktivisten aus sieben Staaten waren mit der
»XVII. Karawane der Freundschaft zwischen den USA und Kuba« aus
Tampico, Mexiko, in der kubanischen Hauptstadt eingetroffen.
Organisiert wurde die Delegation auch in diesem Jahr wieder von den
Pastoren für den Frieden unter Leitung des Pfarrers Walker. Die
Mitglieder der internationalen Delegation werden sich bis Sonntag in
Kuba aufhalten. Zum Programm zählen Gottesdienste und Treffen mit
Vertretern politischer und sozialer Institutionen in mehreren Provinzen.
In Bussen und Autos haben die Aktivisten gut 60 Tonnen
Hilfsgüter nach Kuba transportiert. Mehrere Busse werden in Kuba
bleiben, aber auch medizinische Produkte und Computer gehören zu den
Gütern, die ungeachtet der von den USA verhängten Blockade nach Kuba
gebracht wurden. Nach Angaben von Walker haben sich der Karawane in
diesem Jahr Aktivisten aus den USA, Kanada, Mexiko, Dänemark, Schweden,
Großbritannien und Deutschland angeschlossen.
Zu der Tradition der Solidaritätsaktion gehört es, aus
Kanada durch die Vereinigten Staaten nach Mexiko zu fahren und von dort
aus nach Kuba überzusetzen. In 120 Städten Kanadas und der USA
protestierten die Teilnehmer dabei in den vergangenen Wochen gegen die
Blockade. Bei der Ausreise aus den USA gab es diesmal keine größeren
Probleme. Darüber sei man froh, sagte Walker, »denn wenige Tage, bevor
wir hier eingetroffen sind, hat die US-Regierung in einem umfassenden
Bericht eine Verschärfung des Kampfes gegen Kuba angekündigt«. Dies, so
Walker weiter, belege aber nur, welche Angst die US-Regierung vor dem
Beispiel Kuba habe.
Deisy Francis Mexidor, Havanna
Quelle: junge Welt
09.07.2006 Lopez Obrador ficht Ergebnis der mexikanischen Präsidentenwahl an
Hunderttausende Anhänger des unterlegenen Links-Kandidaten demonstrieren für neue Auszählung
Mexiko-Stadt - Der bei der Präsidentenwahl in Mexiko knapp
unterlegene Links-Kandidat Andres Manuel Lopez Obrador hat das höchste
Wahlgericht aufgefordert, das Ergebnis durch eine Auszählung per Hand
überprüfen zu lassen. Mit dem Ruf «Stimme für Stimme» demonstrierten am
Samstag mehr als 100.000 Anhänger des ehemaligen Oberbürgermeisters von
Mexiko-Stadt in der Hauptstadt.
Lopez Obrador bat seine Anhänger, die Proteste fortzusetzen, aber
keine gewaltsamen Aktionen wie die Blockade der wichtigsten Straßen der
Hauptstadt zu machen. «Dieses ist und war eine friedliche Bewegung»,
rief er aus. «Wir werden uns nicht zu irgendwelchen Provokationen
hinreißen lassen.»
Die Wahl vom 2. Juli gewann laut amtlichem Ergebnis der konservative
Bewerber Felipe Calderon, allerdings mit weniger als 244.000 Stimmen
Vorsprung, das entspricht 0,6 Prozent der 41 Millionen abgegeben
Stimmzettel. Lopez Obrador wirft dem scheidenden Präsidenten Vicente
Fox vor, die Wahl zu Gunsten seines Parteifreunds Calderon manipuliert
zu haben. Ein Software-Programm für die elektronische Stimmenauszählung
sei benutzt worden, um erste Ergebnisse zu verdrehen. In mindestens
50.000 der 130.000 Wahllokale sollten daher alle Stimmen noch einmal
per Hand ausgezählt werden und dabei ein besonderes Augenmerk auf nicht
berücksichtigte und für ungültig erklärte Stimmen gerichtet werden. Das
Gericht hat bis zum 6. September Zeit, über Lopez Obradors Einspruch zu
entscheiden.
(AP)
07.07.2006 Jazz-Liebhaber treffen sich vom 30. November bis 04. Dezember in Havanna
(openPR) - Kuba und seine Hauptstadt Havanna sind das ganze Jahr über
Musik. Die Bewohner scheinen ständig zu tanzen und zu singen und
unablässig dringt über den Äther und live von den unzähligen Bands
Musik aller Stilrichtungen auf den Besucher ein, animiert ihn zum
Verweilen, zum Mitsingen und Tanzen.
Dieses unvergessliche tägliche Erlebnis wird noch übertroffen, wenn
sich Musiker und Fans zum internationalen Jazz-Festival in Havanna
treffen. Zum 23.mal lädt der Pianist und Festival-Leiter „Chucho“
Valdés die Welt zu Begegnungen, Konzerten und Jam Sessions ein. Die
Kuba-Spezialisten Dieter Späth und PalmiSol Reisen, Dresden bieten aus
diesem Anlass eine Sonderreise vom 27.11. bis 04.12. an. Sie gibt den
Teilnehmern nicht nur die Gelegenheit zur Teilnahme an diesem
bedeutenden Musikereignis, sondern lässt sie durch Begegnungen und
Führungen das Alltagsleben, die Zeitgeschichte und die vielfältige
Kultur direkt miterleben.
Weitere Informationen im Internet unter www.cubareise.info.
07.07.2006 Calderon Sieger der Präsidentenwahl in Mexico
In Mexiko ist der konservative Kandidat Felipe Calderón offiziell zum
Sieger der Präsidentenwahl erklärt worden. Die erklärte die Wahlbehörde
am Donnerstag nach Abschluss der Stimmauszählung. (zio.ch / sda)
Calderón von der Partei der Nationalen Aktion (PAN) sei aus dem
Wahlgang am Sonntag als Bestplatzierter hervorgegangen. Er habe 35,88
Prozent der Stimmen erhalten, der Linkskandidat Andres Manuel López
Obrador 35,31 Prozent. Das ist eine Differenz von 200 000 Stimmen oder
0,57 Prozentpunkten.
López Obrador von der Partei der
Demokratischen Revolution (PRD) erkannte seine Niederlage nicht an. Er
hatte bereits vorher angekündigt, er werde die Wahl anfechten. Er werde
das nationale Wahlgericht anrufen, hatte der Ex-Bürgermeister von
Mexiko-Stadt schon am Donnerstagmorgen vor den Medien erklärt.
Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der knappe Wahlsieg Calderóns
schon abgezeichnet. Die Auszählung der Wahlergebnisse sei "wenig
transparent" und "die Stabilität des Landes" stehe auf dem Spiel,
beklagte López Obrador. Er rief deshalb seine Anhänger für Samstag zu
einer Grossdemonstration in Mexiko-Stadt auf.
Calderón hatte sich bereits Stunden vor der Bekanntgabe der
Wahlkommission zum Sieger aufgerufen. Vor Hunderten seiner Anhänger
rief er seine politischen Gegner zu Frieden und Versöhnung auf. Eine
Stichwahl, wie sie in vielen anderen Ländern Lateinamerikas bei einem
unklaren Wahlausgang üblich ist, sieht die mexikanische Verfassung
nicht vor.
Das Wahlgericht muss den Namen des Wahlsiegers und künftigen
Präsidenten bis zum 6. September mitteilen. Der neue Präsident wird am
1. Dezember vereidigt; dann endet die Amtszeit von Präsident Vicente
Fox, der seit 2000 das Land regiert hat.
Hauchdünner Vorsprung
Im Laufe der Nacht
hatte sich bei der Überprüfung der Wahlprotokolle erneut ein
hauchdünner Vorsprung für den Konservativen Calderón ergeben, nachdem
zunächst der Linke López Obrador vorne gelegen hatte.
Der
dritte Kandidat Roberto Madrazo von der Partei der
Institutionalisierten Revolution kam auf etwas über 22 Prozent. López
Obrador hatte die Nachzählung wegen des nach ersten Ergebnissen nur
sehr knappen Vorsprungs seines Gegners gefordert. Die Nachzählung hatte
am Mittwoch begonnen.
Ernste Probe
Mit dem äusserst
knappen Ergebnis steht der noch jungen Demokratie Mexikos eine ernste
Probe bevor. Denn auch die parallel zur Präsidentschaftswahl
abgehaltene Parlamentswahl brachte keine klaren Mehrheiten.
Calderóns PAN-Partei lag nach den am Donnerstag vorliegenden
Auszählungsergebnissen weiterhin mit rund 34 Prozent der Stimmen vorne.
Allerdings kann sie in keiner der beiden Parlamentskammern auf eine
Mehrheit der Mandate hoffen.
Der künftige Präsident wird somit im Parlament ähnlich
schwierige Mehrheitsverhältnisse vorfinden wie der scheidende
Staatschef Fox, der laut Verfassung nicht wieder kandidieren durfte.
04.07.2006 Begeisterte Marathon- und Halbmarathon-Läufer erleben Kuba
Havanna lädt zum 20. internationalen Marathon ein. Auch dieses Jahr
werden sich zum „Marabana“ am 19. November wieder begeisterte Läufer
aus mehr als 50 Ländern auf den Weg nach Kuba machen.
Der Kuba-Spezialist Dieter Späth bietet für Läufer und
Begleitpersonen gemeinsam mit PalmiSol Reisen, Dresden vom 13. – 20.
November eine Sonderreise nach Havanna an. Die frühzeitige Anreise
ermöglicht den Läufern, sich auf das hochsommerliche Wetter
einzustellen. Das Reiseprogramm gibt an den Tagen vor dem Lauffest
Gelegenheit, in erfahrener Begleitung Kuba mit seinen freundlichen
Menschen, seiner spannenden Geschichte und seinem faszinierenden
Alltags-, Kunst- und Musikleben zu erkunden.
Weitere Informationen im Internet www.cubareise.info
Dieter Späth
Im Pling 46, 25348 Glückstadt
Telefon 04124 / 937 414 und 0172 / 411 6224
Email d.spaeth@cubareise.info
www.cubareise.info
Dieter Späth bietet mit Reisen nach Kuba an, die aufgrund seiner
Landeskenntnis und Kontakte den Teilnehmer das Land hautnah
erschließen. Rundreisen zeigen in Begegnungen mit Kubanern die Städte
und Landschaften, das tägliche Leben, die Geschichte, Kultur und Kunst
des Landes. Als Themenreisen werden zur Zeit angeboten: "Fidel wird 80
- Erleben Sie den Tag in Kuba" sowie Sonderreisen zum Marathon
"Marabana" und zum 23. Jazz-Festival. Außerdem stehen ganzjährig Reisen
für Golfspieler auf dem Programm.Vereinsreisen werden mit den
Reiseinteressenten individuell ausgearbeitet. Zum Beispiel hat im März
eine Fußballmannschaft Havanna besucht und gegen die Senioren der
Nationalmannschaft gespielt. In Vorbereitung befindet sich für eine
Kirchengemeinde eine Begegnungsreise auf den Spuren von Papst Johannes
Paul II. Einzelreisende werden bei der Planung ihrer Rundreisen beraten.
Persönliche Reisebegleitung ist zum Beispiel bei Begegnungsreisen mit kubanischen Malern und Fotografen möglich.
04.07.2006 Fidel Castro stärkt KP-Führung mit neuen Leuten
Havanna. DPA/baz. Die Kommunistische Partei Kubas hat am vergangenen
Wochenende das 1991 aufgelöste Sekretariat des Zentralkomitees (ZK)
wieder eingesetzt. Wie erwartet machte das V. Plenum des ZK
Revolutionsführer Fidel Castro (79) und dessen Bruder Raul (75) zu
Generalsekretär und Stellvertreter.
Gleichzeitig wurde
eine Reihe von regionalen Parteileuten in das neue Machtzentrum der
allein herrschenden Partei in die Hauptstadt beordert. Das berichtete
das Parteiorgan "Granma" am Dienstag.
Nach Ansicht von Beobachtern soll die Entscheidung Kuba auf
die Zeit nach Fidel Castro vorzubereiten, der die karibische Insel seit
1959 anführt und der im August 80 Jahre alt wird. Castro forderte bei
der Versammlung am Samstag erneut, dass die Rolle der Partei gestärkt
werden müsse. Militärisch sei Kuba inzwischen unverwundbar, doch
gestand er ein, dass dies auf wirtschaftlichem Gebiet nicht der Fall
sei. Raul sagte abermals, die Kommunistische Partei sei auch in Zukunft
der alleinige Führer des kubanischen Staates.
Es wird in Havanna für möglich gehalten, dass die Massnahmen
im Zusammenhang mit Vorbereitungen eines Parteikongresses stehen, der
seit neun Jahren aussteht. Das Politbüro der Kommunistischen Partei
hatte im April beschlossen das Sekretariat wieder einzusetzen.
Traditionell ist ein ZK-Sekretariat das exekutive Regierungsorgan einer
Partei.
02.07.2006 Nicaragua: Präsidentschaftskandidat Lewites gestorben
Managua. DPA/SDA/baz. Der nicaraguanische Präsidentschaftskandidat
Herty Lewites ist am Sonntag überraschend gestorben. Das verlautete aus
seiner Partei, der Bewegung der Sandinistischen Erneuerung (MRS).
Lewites erlag demnach am Nachmittag einem Herzleiden in einem Spital
in der Hauptstadt Managua. Bis zum vergangenen Jahr war der populäre
Lewites Bürgermeister Managuas gewesen. Er wurde 67 Jahre alt.
Lewites war ein Unternehmer, der sich in den 70er Jahren der
Guerilla der Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN) in Nicaragua
angeschlossen hatte. In den 80er Jahren war er mehrere Jahre
Tourismusminister der sandinistischen Regierung von Daniel Ortega.
Vor einem Jahr überwarf er sich mit Ortega und liess sich von der
konkurrierenden MRS als deren Kandidat für die Präsidentenwahl in
diesem November aufstellen.
29.06.2006 Die USA wurden bestraft
Auszüge aus einer Rede des kubanischen Außenministers Felipe Pérez Roque vor dem Menschenrechtsrat in Genf am 20. Juni 2006
Exzellenzen: Heute ist ein besonders symbolischer Tag. Kuba ist
Gründungsmitglied des Rats für Menschenrechte, und die USA sind es
nicht. Kuba wurde mit der überwältigenden Unterstützung von 135 Ländern
gewählt, mehr als zwei Drittel der Vollversammlung der Vereinten
Nationen, während die USA nicht einmal wagten, sich als Kandidat zu
präsentieren. Kuba vertraute aus den gleichen Gründen in die geheime
Abstimmung, aus denen die Vereinigten Staaten sie fürchteten.
Die Wahl Kubas ist der Sieg der Prinzipien und der Wahrheit, ist
eine Anerkennung des Wertes unseres Widerstandes. Die Abwesenheit der
Vereinigten Staaten ist die Niederlage der Lüge, ist die moralische
Bestrafung für die Arroganz eines Imperiums.
Die Wahl setzte eine anspruchsvolle Bewertung voraus. Jeder erhielt
das, was er verdiente. Kuba wurde belohnt, und die USA wurden bestraft.
Jeder hatte seine Geschichte, und die Länder, die abstimmten, kannten
sie gut.
Die afrikanischen Staaten erinnerten sich, daß mehr als zweitausend
kubanische Kämpfer ihr Blut edelmütig im Kampf gegen das schmachvolle
Apartheidregime vergossen hatten, welches die Vereinigten Staaten
unterstützten und ausrüsteten, sogar mit Kernwaffen.
Kuba erschien zu der Wahl quasi mit fast 30000 kubanischen Ärzten,
die in 70 Ländern Leben retten und Schmerz lindern, während die USA mit
150000 Invasionssoldaten antraten, entsendet, um in einem ungerechten
und illegalen Krieg zu töten und zu sterben. (...)
Kuba erschien zu der Wahl mit mehr als 25000 Jugendlichen aus 120
Ländern der »dritten Welt«, die kostenlos an seinen Universitäten
studieren. Die Vereinigten Staaten erschienen mit einem
Konzentrationslager in Guantánamo, wo die Gefangenen gefoltert werden,
und in dem von den Gefängniswärtern offiziell erklärt wird, daß der
Selbstmord von drei menschlichen Wesen »keine Verzweiflungstat ist,
sondern eine Kriegshandlung und ein Propagandaakt«.
Kuba erschien zu der Wahl, während seine Flugzeuge kubanische Ärzte
und Feldkrankenhäuser an Orte transportierten, wo Naturkatastrophen und
Epidemien auftraten. Die Vereinigten Staaten erschienen, während ihre
Flugzeuge heimlich unter Drogen stehende und an den Händen gefesselte
Gefangene von einem Gefängnis ins andere transportierten.
Kuba erschien zu der Wahl, die Gültigkeit des Rechts über die Gewalt
proklamierend, die Charta der Vereinten Nationen verteidigend, eine
bessere Welt fordernd und für sie kämpfend. Die Vereinigten Staaten
erschienen proklamierend, »wenn sie nicht auf unserer Seite sind, sind
sie gegen uns«.
Kuba erschien zu der Wahl, indem es vorschlug, die Billion Dollar,
die jährlich für Waffen ausgegeben wird, dem Kampf gegen den Tod von
elf Millionen Kindern unter fünf Jahren zu widmen, die an vermeidbaren
Ursachen sterben, und dem Kampf gegen den Tod von 600000 armen Frauen,
die jährlich während der Geburt sterben. Währenddessen erschienen die
Vereinigten Staaten ihr Recht proklamierend, zu bombardieren und
»präventiv« das dem Erdboden gleichzumachen, was sie mit Verachtung
»jeglichen dunklen Winkel der Welt« nannten, wenn es nicht ihren
Vorhaben entsprach. (...)
Auf den Gängen und in den Sälen dieses Gebäudes hört man jetzt
wiederholte Aufrufe zu »einem neuen Anfang« und dazu, »dem neuen Rat
frische Luft zuzuführen«, und zwar seitens derjenigen, die für die
Manipulation, die Heuchelei und die Selektivität, die die Kommission
scheitern ließen, verantwortlich sind. Es ist angebracht darauf
hinzuweisen, daß ein neuer Anfang nicht auf der Grundlage des
Vergessens des Geschehenen gemacht werden kann, oder daß ein wenig
versüßende Rhetorik die Probleme löst. Es sind Tatsachen, und nicht
Worte, die wir brauchen. (...)
Wir erwarten eine Berichtigung jener Haltung der Europäischen Union,
die im vergangenen Jahr verhindert hat, daß in der
Menschenrechtskommission einer Untersuchung über massenhafte, flagrante
und systematische Verletzungen der Menschenrechte im Marinestützpunkt
von Guantánamo zugestimmt wurde. Eine Berichtigung der schweigenden
Komplizenschaft, mit der sie die Durchführung mehrerer hundert
Geheimflüge des CIA erlaubte, bei denen entführte Menschen
transportiert wurden, und die die Einrichtung geheimer Gefängnisse im
europäischen Gebiet selbst ermöglichte, in denen die Gefangenen
gefoltert und gequält werden. Die Europäische Union hat bis jetzt
scheinheilig die Untersuchung und Aufklärung dieser Tatsachen
verhindert. (...)
Die Europäische Union hat nicht einmal ihre historischen Schulden
gegenüber den fast 100 Ländern anerkannt, die heute, nach langjährigen
Kämpfen und Opfern, unabhängig sind und die ihre ausgeplünderten
Kolonien waren, zu jenem Zeitpunkt, als vor 57 Jahren die Allgemeine
Erklärung der Menschenrechte verabschiedet wurde, in der paradoxerweise
behauptet wird: »Alle Menschen werden frei und mit gleicher Würde und
gleichen Rechten geboren.« (...)
Man kann nicht darauf rechnen, daß Kuba schweigt und nicht die
grausame Wirtschaftsblockade anprangert, die wir seit mehr als vier
Jahrzehnten erleiden, oder nicht die Rückkehr von fünf untadeligen und
mutigen jungen kubanischen Antiterrorkämpfern in die Heimat fordert,
die ungerechterweise und illegal in US-amerikanischen Gefängnissen
festgehalten werden.
Man kann nicht damit rechnen, daß Kuba auch nur auf ein einziges
Prinzip verzichtet. Aber dabei, das edle Ideal des Aufbaus einer
besseren Welt für alle zu verteidigen, kann man immer auf Kuba zählen.
(...)
Für diejenigen, die den Kampf von Kuba um seine Rechte unterstützen,
welcher auch der Kampf um die Rechte aller Völker der »dritten Welt«
und der fortschrittlichen und demokratischen Kräfte der »ersten Welt«
ist, haben wir folgende Botschaft: Immer vorwärts bis zum Sieg!
Für diejenigen, welche Kuba angreifen, und ihre Komplizen haben wir eine andere Botschaft: Vaterland oder Tod!
(Übersetzung: Übersetzungsinstitut des Kubanischen Staatsrats)
* Die Rede Felipe Pérez Roques veröffentlicht jW in voller Länge in der Kuba-Beilage am 19. Juli
Quelle: junge Welt
26.06.2006 Exporte von Costa Rica steigen
Die Bananenexporte von Costa Rica sind gegenüber dem selben Zeitraum in 2005 bis zum Mai um 19% angestiegen.
Die
Bananenexporte repräsentieren 7,6% der nationalen Exporte. Die Exporte
von Ananas, welche 5,7% der Gesamtexporte repräsentieren, nahmen
während dieser Periode um 17,2% zu. Die Exporte von Melonen stiegen um
2,5%.
Der Rückgang der Bananenerzeugerpreise in Ecuador ist seit letzter
Woche klar festgestellt. Auf einem Treffen zwischen
Erzeugerteilhaberorganisationen letzen Montag wurde vorgeschlagen,
keine Frucht zu ernten, wenn die Exporteure nicht den offiziellen
Referenzpreis von 3,25 $ pro Karton zahlen. Derweil sollten alle
Erzeuger zustimmen, sofort jede Unregelmäßigkeit bei den Zahlungen
anzuzeigen.
Ein Preissturz könnte laut der Vereinigung der ecuadorianischen
Bananenerzeuger Aebe erwartet werden. Russland, Europa und die US
werden pro Woche 600.000 Kolli weniger aufnehmen, während die neuen
europäischen Sommerfrüchte mit Bananen auf dem Markt in Wettbewerb
treten.
Quelle: fruchtportal.de
24.06.2006 Bianca Jagger fordert Kampagne gegen sexuelle Ausbeutung
Hamburg (ots) - Die Menschenrechtlerin Bianca Jagger fordert in der
ZEIT eine "weltweite Kampagne, die den Handel und die sexuelle
Ausbeutung von Frauen und Kindern bekämpft".
Männern
müsse bewusst werden, "welche nicht wieder gut zu machende Schäden sie
einer Gesellschaft und ihren Kindern und Frauen zufügen".
Die Exfrau von Rockstar Mick Jagger sieht vor allem die Regierungen
in der Pflicht: "Regierungen vermeiden es oft, den Terror zum Thema zu
machen, den Millionen Mädchen und Frauen jeden Tag erleben. Wir Frauen
täuschen uns, wenn wir glauben, dass wir wirkliche Gleichberechtigung
erreicht hätten. Wir sind weit davon entfernt. Das Ausmaß häuslicher
Gewalt überall auf der Welt ist nach wie vor dramatisch. Immer noch
gibt es eine Mauer des Schweigens, die
brutale Männer schützt."
Manchmal drohe sie bei ihrer Arbeit "die Wut zu
überwältigen". Jagger: "Aggression und Verzweiflung jedoch können deine
Effektivität schmälern. Du musst immer versuchen, den Zorn in
Leidenschaft für die Sache zu verwandeln. Zu Beginn musste ich große
Schwierigkeiten überwinden, um Glaubwürdigkeit in meiner politischen
und meiner
Menschenrechtsarbeit zu erlangen. Nicht nur weil ich Bianca 'Jagger', sondern weil ich eine Frau bin."
Bianca Jagger wurde 1950 in Nicaragua geboren. Sie war acht
Jahre mit Mick Jagger verheiratet. Nach der Trennung Ende der 70er
Jahre begann sie mit dem Kampf für die Menschenrechte.
Lesen Sie den kompletten Beitrag hier
16.06.2006 Morales bäckt Castro einen Koka-Kuchen
Als erster bolivianischer Präsident ehrte Morales offiziell Che Guevara. Der Revolutionär war in Bolivien erschossen worden
La Paz - Erstmals hat ein bolivianischer Präsident am Mittwoch den
Revolutionär Ernesto "Che" Guevara offiziell geehrt, der vor 39 Jahren
in Bolivien gefangen und hingerichtet wurde. Guevara wäre am Mittwoch
78 Jahre alt geworden.
Im Ort La Higuera, wo Che am 9. Oktober 1967 vom bolivianischen
Militär gefangen und erschossen worden war, lobte Evo Morales zugleich
seine engsten Verbündeten in Südamerika: Kuba und Venezuela.
Morales dankte dem kubanischen Präsidenten Fidel Castro und dem
venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez für humanitäre und
wirtschaftliche Hilfe für sein verarmtes Land. Als Dorfkinder 78 Kerzen
auf einer Geburtstagstorte zu Ehren Guevaras ausbliesen, sagte Morales,
er werde Castro zu seinem 80. Geburtstag am 13. August einen
Koka-Kuchen backen. Aus den Blättern der Koka-Pflanze wird auch Kokain
gewonnen, weswegen die USA den Koka-Anbau in Bolivien ausrotten
wollten.
13.06.2006 Lateinamerikas konkrete Alternative
Hintergrund: Das neue Sicherheitssystem gegen den Norden heißt ALBA.
Gemein ist beiden Regionen gerade einmal die Metapher. »Alba«, das
spanische Wort für Morgenröte erweckt in Europa wie in Lateinamerika
die gleichen Assoziationen.
In beiden Kulturkreisen steht das Licht der aufgehenden Sonne für
den neuen Tag, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. An diesem Punkt
aber enden auf der Bühne der Realpolitik die Gemeinsamkeiten von
Europäern und Lateinamerikanern. Bei letzteren steht die Abkürzung ALBA
für »Alternativa Bolivariana para las Américas«. Die »Bolivarianische
Alternative für die Amerikas« ist ein geopolitisches Projekt, das die
Staatschefs von Kuba und Venezuela, Fidel Castro und Hugo Chávez, Ende
vergangenen Jahres aus der Taufe gehoben haben. Das strategische
Fernziel von ALBA ist, aus Südamerika einen politisch und
wirtschaftlich geeinten Machtblock zu schaffen. Er soll in der Lage
sein, in einer mulitpolaren Welt die Interessen des Kontinents zu
vertreten. Historisch betrachtet, verkörpert ALBA die moderne Umsetzung
von Simón Bolívars Vorstellung der »Patria Grande«, des »großen
Vaterlandes«, im 21. Jahrhundert.
US-Hegemonie zurückgedrängt
Das Neue daran ist, daß es sich bei der ALBA um ein originär
lateinamerikanisches Projekt handelt und nicht um das Resultat der
Arbeit einer beliebigen Denkfabrik auf der Nordhalbkugel. Und obgleich
die Ausgangslage eine andere ist, sind durchaus Parallelen zum
westeuropäischen Einigungsprozeß nach 1945 erkennbar. Vom Washingtoner
Standpunkt aus betrachtet, hat Lateinamerika seit dem 19. Jahrhundert
wirtschafts- und militärstrategisch zur »westlichen Hemisphäre« der
US-Außenpolitik gezählt. Im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte
expandierten die USA kontinuierlich in ihrem »Hinterhof« – zum
Wohlgefallen der heimischen Wirtschaft. Und bis ins neue Jahrtausend
waren die Vereinigten Staaten in der Lage, südlich des Rio Bravo ihre
politischen und wirtschaftlichen Ordnungsvorstellungen – notfalls mit
Gewalt – durchzusetzen.
Noch im Jahr 2000 sah es so aus, als ob die mittlerweile
einzige Weltmacht fähig wäre, ihre Wunschvorstellung von der
gesamtamerikanischen Freihandelszone ALCA (Área de Libre Comercio de
las Américas), die nach Wünschen William Clintons »von Alaska bis
Feuerland« reichen sollte, bis 2005 umzusetzen. Der Plan entstand in
den neunziger Jahren in den neokonservativen Think-tanks der USA. Sein
geostrategisches Ziel war es, den Einfluß des europäischen und
chinesischen Kapitals auf beiden amerikanischen Kontinenten, aber vor
allem aus Südamerika, zurückzudrängen.
Gute Erfahrungen hatte Washington in dieser Hinsicht mit der
»Nordamerikanischen Freihandelszone« NAFTA gemacht, die neben den USA
auch Mexiko und Kanada umfaßt. Nach Inkrafttreten am 1. Januar 1994
brachen die Importe europäischer Güter ein. An ihre Stelle traten die
Einfuhren aus den NAFTA-Mitgliedsstaaten. US-Firmen siedelten nach
Mexiko, wo sie billiger produzieren konnten. NAFTA war für die
US-Handelspolitik ein Instrument, um den Vormarsch der EU als
weltgrößter Handelsmacht in jener Region zu bremsen. Brüssel versuchte,
das verlorene Terrain wettzumachen, indem man Mexiko-Stadt und Ottawa
eigene Freihandelsverträge anbot. In Mexiko gelang dies – auch dank der
starken Präsenz deutscher Unternehmen vor Ort. Mit Kanada ziehen sich
die Verhandlungen in die Länge, weil im Hintergrund der nicht erklärte
Handelskrieg zwischen den USA und der EU tobt. Mit ALCA würde
Washington Brüssel ein zweites Mal zurückdrängen. Die absehbaren
negativen Auswirkungen auf die Handelsbeziehungen mit der EU lassen vor
allem Brasilien und Kanada zögern, dem Plan der bikontinentalen
Freihandelszone »made in USA« zuzustimmen.
Hinzu kamen die schlechten Erfahrungen mit der neoliberalen
Wirtschaftspolitik, die ALCA in alle Staaten Amerikas hineintrüge: die
mexikanischen Bauer machten die bittere Erfahrung, daß sie mit den
subventionierten Grundnahrungsmitteln aus den USA ohne den Schutz von
Zöllen nicht konkurrieren konnten. Die bis dato als wohlhabend
geltenden Argentinier erlebten mit dem Zusammenbruch ihrer Wirtschaft
2001/2002 die schwarze Seite des Neoliberalismus. Und in Venezuela war
der »Caracazo« in schlechter Erinnerung geblieben, jener
Sozialaufstand, der 1989 in der Hauptstadt ausbrach, als der
sozialdemokratische Präsident Carlos Andrés Pérez auf Anweisung des
Internationalen Währungsfonds die Subventionen für Grundnahrungsmittel
und den öffentlichen Nahverkehr ersatzlos strich. Den Hungertod vor
Augen, stürmten die Armen die Supermärkte der Hauptstadt. Der Präsident
ließ sie vom Militär zusammenschießen. Die Angaben über die Opfer
schwanken zwischen 300 und 3 000 Toten.
Wege aus dem neoliberalen Elend
Die katastrophale soziale wie politische Lage in
dem südamerikanischen Land trug nach dem »Caracazo« maßgeblich zum
Zerfall der etablierten Parteien und damit 1998 zur Wahl Hugo Chávez'
zum Präsidenten bei. Als dieser 2001 beim Amerikagipfel in Quebec sein
Veto gegen ALCA explizit schriftlich festhalten ließ, nahmen ihn
politische Beobachter noch nicht ernst. Der Tübinger Politologe Andreas
Boeckh sah Chávez' Venezuela auf dem Weg »Von einer ›Chaosmacht‹ zu
einer regionalen Mittelmacht und wieder zurück«.
Solche Analysen
zeugten vom gewohnt paternalistischen Umgang mit der sogenannten
dritten Welt. »Hilfe zur Selbsthilfe« lautete die Devise, die in den
achtziger Jahren die christlichen Kirchen in Westdeutschland predigten,
damit Jugendliche und ihre Eltern so manche D-Mark und Arbeitsstunde
spendeten, um den »armen« Lateinamerikanern zu helfen. Die
Unterstützung war projektorientiert, griff aber niemals die Probleme an
der Wurzel an. Die jüngste Geschichte zeigt, daß es des Wahlsieges von
Hugo Chávez bedurfte, damit Lateinamerikaner ihr Schicksal in die
eigene Hand nehmen konnten. Chávez suchte rasch nach Verbündeten und
fand einen ersten Partner in Kuba. Zunächst beschränkte sich die
bilaterale Zusammenarbeit auf die Gesundheits- und Bildungspolitik
sowie wirtschaftliche Hilfe. Kuba tauschte sein Know-how gegen Erdöl.
Die bolivarische Republik erhielt spanischsprechendes Fachpersonal, das
nicht gegen teure Devisen im kapitalistischen Norden angeworben werden
mußte.
Kubas Beispiel in Venezuela hat gezeigt, daß seine
Alphabetisierungsmethoden zum Erfolg führen und daß sein
Gesundheitssystem kompatibel mit den Gegebenheiten in den Armenvierteln
auf dem Kontinent ist. Venezuela bewies, daß der solidarische
Tauschhandel – in seinem Fall Erdöl gegen Dienstleistungen oder
Fertigprodukte – als eine neue Form des Wirtschaftens jenseits des
Kapitalismus funktionieren kann.
Kontrolle des natürlichen Reichtums
So wurde die Grundlage für die strategische Achse Caracas-Havanna
gelegt. Aus ihrer Dynamik entstand im Dezember 2004 die »Alternativa
Bolivariana para las Américas«. ALBA nimmt die Grundübel ins Visier,
mit denen alle lateinamerikanischen Staaten zu kämpfen haben: Armut,
Nahrungsmittelknappheit, Krankheiten, Analphabetismus, fehlender Zugang
zu Fachwissen und Technologie, Arbeitslosigkeit, schwindende Kontrolle
über die Bodenschätze, hohe Auslandsverschuldung.
Die erste
Lehre aus Venezuela und Kuba ist, daß jeder Staat Herr im eigenen Haus
sein, also die natürlichen Reichtümer selbst verwalten muß, damit er
mit den Verkaufserlösen seine Sozialpolitik finanzieren kann. Das
bedeutet aber nicht, daß die kubanische und venezolanische Strategie
per se auch auf die anderen südamerikanischen Staaten zu übertragen
ist. Evo Morales hat den mutigen Schritt gewagt, als er Anfang Mai die
bolivianische Erdöl- und Gasindustrie verstaatlichte und die
ausländischen Investoren zwang, neue Verträge auszuhandeln. Einen
ähnlichen Konflikt hatte es in Venezuela gegeben, wo nur ein
US-amerikanischer und ein italienischer Konzern es ablehnten, ihre
Kooperation mit dem staatlichen Energieversorger PDVSA neu zu
gestalten. In Argentinien etabliert Néstor Kirchner neben den
ausländischen Ölfirmen, die von der neoliberalen Privatisierungsorgie
der neunziger Jahre profitiert hatten, wieder öffentliche Unternehmen –
ohne Verstaatlichungen.
Diese Wirtschaftsmaßnahmen im
nationalen Rahmen bilden die Grundlage für die bilateralen, regionalen
und kontinentalen Gemeinschaftsprojekte, die dem politischen und
sozialen Anspruch von ALBA entsprechen.
Energie für die regionale Integration
In der eingeläuteten Endphase der Petroära lassen
sich mit dem Verkauf von Erdöl und Gas exorbitante Gewinne erzielen.
Andererseits bedingt der hohe Ölpreis und der von den USA unilateral
durchgesetzte Zwang, das schwarze Gold nur gegen US-Dollar zu erwerben,
daß finanzschwache Staaten den für ihre Wirtschaft so lebenswichtigen
Stoff nur im geringen Umfang ankaufen können. Daher setzt ALBA im
Rahmen der industriellen Integration ihr Augenmerk derzeit auf die
Energieversorgung Lateinamerikas und der Karibik. Nur noch eine Frage
der Zeit ist es, wann mit dem Bau einer enormen Gaspipeline begonnen
wird, die von Venezuela über Brasilien und Uruguay bis nach Argentinien
führen wird. Parallel zu diesem Projekt prüfen Fachleute, ob es möglich
ist, eine zweite Gaspipeline zu bauen, die Venezuela, Bolivien,
Paraguay und Uruguay miteinander verbindet.
Gleichzeitig
laufen zahlreiche Projekte zwischen den staatlichen Energieunternehmen
an. Die venezolanische PDVSA will mit dem staatlichen kubanischen
Energieunternehmen Cupet eine alte Raffiniere in Cienfuegos wieder in
Betrieb nehmen. Das Vorhaben hat strategischen Charakter. Zwei
Raffinerien für venezolanisches Erdöl befinden sich unmittelbar vor der
Küste auf den Inseln Aruba und Curaçao, die aber zu den Niederlanden
gehören. Da Den Haag sich in den letzten Jahren als
Washington-freundlich gezeigt hat, wenn es um die Stationierung von
US-Streitkräften auf den Eilanden ging, sucht Caracas aus Gründen der
nationalen Sicherheit nach Alternativen. Des weiteren kooperiert PDVSA
mit der brasilianischen Petrobras, der paraguayischen Petropar sowie
mit ihren staatlichen Pendants in Bolivien und Argentinien.
Über
die Firma Petrocaribe tauscht PDVSA mit den Karibikstaaten Erdöl gegen
Naturalien und Dienstleistungen oder gewährt besonders günstige
Kredite. Das langfristige Ziel der neuen Energiepolitik ist die Bildung
eines kontinentalen Energieunternehmens. »Petrosur« soll
südamerikanisches Erdgas und Erdöl weltweit zu Preisen anbieten, die
dieser multinationale, staatliche Konzern besser verteidigen kann, als
es die Einzelunternehmen könnten. Seit seiner Amtsübernahme versucht
Chávez, auch die Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC) für
seine neue Sozialpolitik einzusetzen.
Allseitige Unabhängigkeit
Das ist nötig, denn die Auslandsschulden lasten schwer auf den
lateinamerikanischen Staaten. Der Bau der erwähnten Gaspipelines bedarf
überdies zusätzlicher Finanzierung durch Bankkredite. Da man sich im
Sinne von ALBA auch vom Diktat der Kreditinstitute des Nordens befreien
möchte, ist eine eigene Entwicklungsbank nötig. Chávez hat bereits laut
die Gründung einer »Banco de Sur« angedacht. Das benötigte Geld könnte
auch aus den venezolanischen Devisenreserven kommen. Die 28 Milliarden
US-Dollar liegen nicht mehr in den USA, sondern wurden unter anderem in
die EU und auf Schweizer Konten transferiert. Interesse an dem Projekt
haben auch arabische Investoren angemeldet, denen die USA aufgrund der
antiarabischen Stimmung seit dem 11. September 2001 nicht mehr geheuer
sind. Zur lateinamerikanischen Selbstfinanzierung – und zur
venezolanischen Außenpolitik – gehört ebenfalls, daß Caracas einen Teil
der argentinischen Auslandsschuld übernahm, was Buenos Aires
ermöglichte, seine Schulden beim IWF drastisch zu reduzieren.
Und
schließlich geht es um die Informationspolitik. »Unser Norden ist der
Süden«, lautet der Wahlspruch von Telesur, wobei das spanische Wort
»norte« sowohl »Norden« als auch »Ziel« bedeutet. Der Fernsehsender ist
angetreten, um Lateinamerika mit Informationen zu versorgen, die weder
die spanische Ausgabe von CNN noch die privaten Medien in den
jeweiligen Ländern zu senden pflegen. Telesur entstand vorwiegend mit
venezolanischem Kapital. Zu den Anteilseignern gehören Argentinien,
Kuba und seit kurzem auch Bolivien. Neben diesem kontinentalen Projekt
versuchen die einzelnen Staaten auf nationaler Ebene, der
Vormachtstellung der privaten Medien, die zumeist von der Oligarchie
kontrolliert werden, mittels Bürgerfunk eine Alternative von unten
entgegenzustellen. Dabei blieb es aber nicht: Bei der diesjährigen 15.
Internationalen Buchmesse in Havanna brachten Chávez und Castro die
»Casa del ALBA« auf den Weg. Das »ALBA-Haus« soll ein multinationales
Kulturunternehmen werden, das Musik, Kunst, Literatur und Handwerk aus
Lateinamerika weltweit vertreibt. Um auch hier das Fastmonopol der
Branchenriesen aus dem Norden zu unterlaufen, riefen die beiden
Erschaffer von ALBA außerdem noch einen Verlag und ein Musiklabel ins
Leben.
Auch EU vor neuer Situation
Während die Neokonservativen in den USA das ALCA entwickelten,
entstand in der Europäischen Union ein vergleichbares Projekt: die
»strategische Partnerschaft«. Beide Vorhaben stehen in direkter
Konkurrenz zueinander. Die Transatlantiker innerhalb der EU halten
zumindest bei der Sicherheitspolitik einen Dreierbund EU, USA und
Lateinamerika für möglich. Die Europäisten zögen dieser Perspektive
eine Kooperation mit Lateinamerika auf der Basis eines
Freihandelsabkommens vor. Auch diese Wunschvorstellungen kollidieren
mit der Realpolitik. Zum einen hat Chávez vor wenigen Wochen den
Austritt seines Landes aus der Andengemeinschaft angekündigt, weil
Kolumbien und Peru mit den USA ein Freihandelsabkommen im Sinne von
ALCA geschlossen haben. Damit ist nach der Organisation Amerikanischer
Staaten (OAS) eine weitere interamerikanische Institution schwer
angeschlagen und hat für Ansprechpartner wie die EU nur noch einen sehr
begrenzten Wert. Früher oder später wird zudem die 2004 gegründete
Südamerikanische Staatengemeinschaft CSN (1) die von den USA an der
kurzen Leine gehaltene OAS als politische Vertreterin ablösen.
Zum
anderen ist in der südamerikanischen Handelszone Mercosur eine Debatte
über die Gestaltung des gemeinsamen Marktes entbrannt, weil sich
Uruguay und Paraguay von den Wirtschaftsmächten Brasilien und
Argentinien benachteiligt fühlen. So erklärt sich, warum es der EU beim
jüngsten Lateinamerika-Gipfel in Wien nicht gelang, die festgefahrenen
Verhandlungen mit den Mercosur-Staaten über einen Freihandelsvertrag
wieder anzuschieben.
Mit dem Beitritt Boliviens zur ALBA und dem
Abschluß des »Handelspaktes der Völker« entwickelt sich die
»Alternativa Bolivariana« zu einem außen- und wirtschaftspolitischen
Sicherheitssystem, das sich wappnet, die unterschiedlichen Revolutionen
in Kuba, Venezuela und Bolivien vor Angriffen aus dem Norden zu
schützen.
1 Mitgliedsländer der CSN sind die Staaten der
Andengemeinschaft (Bolivien, Kolumbien, Ecuador, Peru, Venezuela), die
Mitglieder des Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) und
andere Staaten, die zuvor keiner der beiden genannten Gemeinschaften
angehörten (Chile, Guyana, Surinam)
Quelle: Junge Welt
Ingo Niebel
12.06.2006 Dritter ZDF-WM-Tag am Donnerstag /
Mainz (ots) - Am dritten ZDF-WM-Tag bietet das Zweite ein volles
Feiertagsprogramm. Am Donnerstag, 15. Juni 2006, ist das ZDF wieder
mit der Live-Übertragung der drei WM-Spiele des Tages an der Reihe.
Mit der vierten Partie in Deutschlands Gruppe A zwischen Ecuador und
Costa Rica (Anpfiff: 15.00 Uhr)
und mit den schon vorentscheidenden
Begegnungen in Gruppe B zwischen England und Trinidad und Tobago
(Anpfiff: 18.00 Uhr) sowie Schweden und Paraguay (Anpfiff: 21.00 Uhr)
können sich die Fußballfans auf ein sportlich attraktives
Fronleichnamsfest freuen.
Zur Einstimmung auf diesen Spieltag informiert ab 12.05
Uhr "drehscheibe Deutschland – WM extra" über die Ereignisse im WM-
Land – und zeigt ab 12.30 Uhr die DFB-Pressekonferenz live. Das "ZDF-
Mittagsmagazin" wiederum sendet ab 13.00 Uhr im Rahmen seiner WM-
Tour live vom Heiligengeistfeld in Hamburg, unter anderem mit
Sängerin Jasmin Wagner ("Blümchen") und Jürgen Sparwasser, Schütze
des legendären 1:0, mit dem die DDR bei der WM 1974 im ersten und
einzigen deutsch-deutschen Duell den späteren Weltmeister
Bundesrepublik besiegte.
In Hamburg startet um 15.00 Uhr die WM-Partie Ecuador – Costa Rica,
die von ZDF-Reporter Wolf-Dieter Poschmann kommentiert wird. Nach
dem Spiel am Vortag zwischen Deutschland und Polen will nun Polen-
Bezwinger Ecuador durch einen zweiten Sieg die Weichen Richtung
Achtelfinale stellen, während die im Eröffnungsspiel der Klinsmann-
Elf unterlegenen "Ticos" schon gegen ihr WM-Aus ankämpfen müssen. Ab
14.05 Uhr melden sich Moderator Johannes B. Kerner und die ZDF-
Experten Jürgen Klopp und Urs Meier zum ZDF-WM-Studio aus Berlin.
Spannend wird es an diesem Spieltag in Gruppe B: Während die
Engländer mit einem Sieg gegen Trinidad und Tobago den Einzug ins
Achtelfinale schon fast perfekt machen könnten, geht es für Paraguay
und Schweden im zweiten Vorrundenspiel schon um alles oder nichts.
Zur Partie England – Trinidad und Tobago meldet sich live aus
Nürnberg ZDF-Reporter Thomas Wark, die Begegnung Schweden – Paraguay
live aus Berlin kommentiert Béla Réthy.
Und ab 23.30 Uhr wird dann wieder "Nachgetreten!". Comedian Ingolf
Lück, seine festen Mitstreiter Oliver Welke und Guido Cantz sowie
als Gäste Mike Krüger, Janine Kunze und Ingo Oschmann betrachten den
Spieltag aus humoristischer Sicht.
10.06.2006 Costa Rica stellt nach Niederlage gegen Deutschland auf Offensive um
Walldorf (AP) Costa Rica wird nach der Niederlage gegen Deutschland
seine Taktik auf Offensive umstellen. «Die Situation in der Gruppe A
zwingt uns, etwas zu verändern», sagte Trainer Alexandre Guimaraes am
Samstag im costaricanischen WM-Quartier Walldorf.
Doch
nicht nur die 4:2-Schlappe im Eröffnungsspiel, auch der Ausfall von
Verteidiger Gilberto Martinez wegen einer Sehnenentzündung macht eine
Umstellung erforderlich. «Gilberto ist draußen, weil wir die Situation
geprüft und festgestellt haben, dass keine Chance besteht, dass er in
den nächsten zehn Tagen wieder gesund wird», sagte Guimaraes.
Im zweiten Spiel gegen Ecuador am Donnerstag in Hamburg werde er
«den Angriff stärken», erklärte Guimaraes weiter, und verwies auf den
2:0-Sieg der Südamerikaner gegen Polen. Mittelstürmer Paulo Wanchope,
der beide Treffer gegen Deutschland erzielte, ist mit den taktischen
Änderungen seines Trainers einverstanden. «Wir müssen aggressiver sein
und von Beginn an das Tor suchen.»
Verteidiger Martinez, der in der Startformation gegen Deutschland
gestanden hatte und in der 67. Minute ausgewechselt werden musste,
erklärte, er sei «okay» gewesen, bevor das Spiel begonnen habe. «Aber
mit zunehmender Spieldauer sind dann die Scherzen gekommen.» Das Team
vorzeitig zu verlassen, sei die «schwierigste Entscheidung seiner
Karriere» gewesen, sagte der 26-Jährige, der bei Brescia in Italien
unter Vertrag steht.
07.06.2006 Kuba und Bolivien helfen sich gegenseitig
20 Krankenhäuser werden in Bolivien mit kubanischer Hilfe gebaut und
ausgestattet werden. Dies haben die Regierung Fidel Castros und der
neue bolivianische Präsident Evo Morales vereinbart. Zur Einweihung des
ersten der Krankenhäuser in Escoma, nahe der peruanischen Grenze und
des Titicacasees, kam der kubanische Botschafter. Kuba wird Bolivien
helfen, ein soziales Versorgungs- und Bildungssystem aufzubauen.
Bolivien will dafür mit Erdgas bezahlen.
Wie wichtig journalistische Sorgfalt gerade und auch ist, wenn man
alternativ berichten und sich ausdrücklich vom Mainstream-Journalismus
unterscheiden will, zeigt eine Meldung im "redblog" vom 30. Mai. Dort
wird die Zusammenarbeit von Kuba und Bolivien der Republik Ecuador
zugeschrieben und deren Präsident mit Evo Morales benannt.
Zwar hat Ecuador und sein Präsident Palácios soeben auch einen
US-Konzern die Rechte auf Ausbeutung der ecuadorianischen Ölfelder
aberkannt, aber nicht die Einrichtungen nationalisiert, sondern nur
einen vertragsbrüchigen Partner abgestraft. Palácios war dabei, mit den
USA einen zweiseitigen Freihandelspakt auszuhandeln. Die Verhandlungen
wurden aber nun unterbrochen, weil es den US-Herren nicht paßt, daß man
ihren Konzernen, in diesem Fall dem OXY-Konzern, mit so kleinlichen
Dingen wie Vertragstreue kommt. Demonstrationen, vor allem der
einheimischen Indio-Bevölkerung, gegen die Ausbeutung durch
ausländische Konzerne ließ Palácios mit Waffengewalt niederschlagen.
Im Gegensatz dazu hat der neue bolivianische Präsident Evo Morales
kurz nach seinem Amtsantritt sein Wahlversprechen wahrgemacht, die
heimischen Gasquellen zu verstaatlichen und neue Verhandlungen mit den
ausbeutenden Firmen zu beginnen. Ebenso hat er bereits umfangreiche
Verträge mit Kuba und Venezuela abgeschlossen im Versuch, etwas
ähnliches wie die bolivarianische Revolution in Venezuela auf Bolivien
zu übertragen.
Quelle: Berliner Umschau (Karl Weiss )
07.06.2006 Man kannte nichts als den Zarape und Pelé
Der Schriftsteller Sergio Ramírez war ein prominenter Anführer der
Sandinisten während der Revolution in Nicaragua. Zwischen 1984 und 1990
gehörte er der Regierung der FSLN an und war zeitweilig
stellvertretender Staatspräsident. Mitte der neunziger Jahre trennte er
sich zusammen mit anderen innerparteilichen Oppositionellen von der
FSLN.
Inzwischen hat sich Ramirez, der Romane, Essays, Erzählungen und
Gedichte schreibt, aus der Politik zurückgezogen. Derzeit reist er
durch Deutschland und stellt nicht ins Deutsche übersetzte Arbeiten
vor. Auf Deutsch erschien zuletzt der Erzählband »Vergeben und
vergessen«.
Auf dem internationalen Kongress des Schriftstellerverbandes Pen,
der Mitte Mai in Berlin stattfand, sprach Katharina Severin mit ihm.
»Als Schriftsteller bedrängt mich die Düsternis der Wirklichkeit,
und doch habe ich den besten Beruf der Welt«, heißt es in Ihrem Essay
»Modellbaukasten«, den Sie auf dem Pen-Kongress in Berlin vorgetragen
haben. Was meinen Sie damit?
Ein Autor, der in Lateinamerika geboren wurde, muss sich, sofern er
nicht in eine poetische Kommunikation mit dem Jenseits flüchten will,
auf die Realität beziehen. Er kommt nicht daran vorbei, die Konflikte
anzusprechen, die um ihn herum existieren. Die Poesie von Pablo Neruda
zum Beispiel war fast im Übermaß von einem politischen Anliegen
getragen. Andere beschreiben das öffentliche Geschehen oder die
politische Situation.
Manche Schriftsteller schreiben mit klaren politischen Idealen,
andere überkommt die Realität wie ein Blitz, dem sie nicht ausweichen
können. Wie auch immer, die Realität ist zu mächtig, als dass man sie
ignorieren könnte. Das gilt nicht nur für politisch engagierte Autoren,
sondern für alle.
Und Sie selbst?
Für mich zählen vor allem die öffentlichen Verhältnisse. Mir geht es
darum, diese zu beschreiben, und weniger darum, sie politisch zu
deuten. Wer dies macht, bedient sich nicht literarischer Mittel und
ordnet sein Schaffen politischen Zwecken unter. Nicht, dass ich dies
illegitim finde. Nur sollte die ästhetische Form gewahrt werden.
Welchen Eindruck haben Sie vom Pen-Kongress?
Wie in allen internationalen Foren wurden hier nicht die
literarischen, sondern die politischen Probleme besprochen. Es ging
nicht um das Verhältnis von Literatur und öffentlichem Leben, sondern
allein um das öffentliche Leben. Internationale Kongresse führen immer
zu Diskussionen über die konkreten Probleme der Welt. Wie könnte man
nicht darüber reden?
Anders als früher engagieren Sie sich nicht mehr politisch und
beschränken sich aufs Schreiben. Was bedeutet Ihnen die
Schriftstellerei?
Ich schreibe aus verschiedenen Gründen. Vor allem anderen macht es
mir Spaß. Es ist ein heroisches Glücksgefühl, dass ich schreiben kann
und mich auch nichts anderem mehr widmen muss.
Außerdem liegt mir viel an der Kommunikation mit dem Anderen. Es
gibt immer einen Leser. Nicht eine Masse von Lesern, sondern einen
Einzelnen, der dazu bereit ist, mir zuzuhören. Und dann gibt es die
allgemeine Frage, die sich alle Literaturschaffenden stellen: Wofür
schreibe ich eigentlich?
Ich glaube, mir reichen die beiden ersten Punkte. Ich finde es
besserwisserisch, der Literatur eine messianische oder philosophische
Aufgabe zu verleihen und sich zum Propheten aufzuschwingen. Natürlich
kann es einem Schriftsteller gelingen, mit seinem Werk eine Epoche oder
ein Volk zu repräsentieren. Das kann die Folge seines Schaffens sein.
Aber vorsätzlich ein solches Ziel verfolgen? Nein.
Gibt es überhaupt noch solche Schriftsteller, die in diesem Sinn politisch sind?
Günter Grass zum Beispiel hat ein klares, sozialdemokratisches
Programm. Seine Kritik an der deutschen Wiedervereinigung war eine
brisante politische Angelegenheit. Oder, wenngleich weniger konkret als
Grass, Carlos Fuentes, der sich ebenfalls oft in kritischer Weise
einmischt. Aber solche Autoren sind eher Ausnahmen. Im angelsächsischen
Raum finden sich nur wenige Schriftsteller, die sich unmittelbar ans
Politische wagen. Harold Pinter gehört dazu. In seiner beißenden Art
ist er politisch, ohne konstruktive Kritik zu üben.
Haben Intellektuelle noch einen ähnlichen Einfluss auf die öffentliche Meinung wie zu den Hochzeiten der Linken?
Ich denke nicht. Früher war es so, dass es mehr oder minder nur eine
einzige Ansicht gab, die von verschiedenen Sprechern verkündet wurde.
Heute haben sich die Ideale differenziert und gelockert. Früher war
einfach zu benennen, wofür sich ein Schriftsteller einsetzt: für die
Revolution, für die Dekolonisation, gegen den Vietnam-Krieg usw. Heute
ist alles zersplittert, was sich um die Achse des Sozialismus drehte.
Die lateinamerikanischen Schriftsteller sympathisieren nicht
gleichermaßen mit Hugo Chavéz wie in den sechziger Jahren mit dem
revolutionären Kuba. Man kann sagen, dass heute die Intellektuellen
keine Ware mehr wegen der Verpackung kaufen, sondern auf das
Verfallsdatum achten.
Wie könnten sich Menschen dennoch für politische Themen interessieren?
Heute müsste man sagen: »Ich bin gegen den Internationalen
Währungsfonds.« Oder: »Ich bin gegen Freihandelsabkommen.« Aber was
versteht man darunter und was folgt daraus? Solche Aussagen brauchen
Erklärungen. Sie gehen nicht einfach in das Bewusstsein der Menschen
ein. Den Leuten muss verständlich gemacht werden, dass ein
Freihandelsabkommen sie auf lange Sicht ruinieren wird oder dass der
IWF der Teufel selbst ist.
Sie haben zeitweise in Deutschland gelebt. Welchen Eindruck haben Sie heute von Europa?
In den siebziger Jahren kannte man hierzulande aus Lateinamerika
nichts weiter als den »Zarape«, den mexikanischen Hut. Und Pelé. Pelé
war eine große Ikone. Mir scheint, dass man inzwischen mehr über
Lateinamerika weiß.
Das erste Ereignis, das ins Bewusstsein vieler Europäer gelangte,
war der Militärputsch in Chile Anfang der siebziger Jahre. Später
folgte die Sandinistische Revolution in Nicaragua. Die Generation, die
durch diese Dinge beeinflusst wurde, hat ein neues Verständnis für
Lateinamerika geschaffen. Es gab eine intensive Verbindung zu Nicaragua
und zu anderen Teilen des Kontinents. Heute ist Lateinamerika aus der
Mode gekommen, vielleicht abgesehen von der kubanischen Musik, aber
selbst das Interesse für sie ist dabei abzuklingen. Dafür interessiert
man sich stärker für arabische oder afrikanische Schriftsteller. Das
ist eine Frage von Wellen.
Wie sehen Sie die Lage im postrevolutionären Nicaragua?
In Nicaragua wurde eine Revolution versucht, die den Anspruch hatte,
große Veränderungen zu vollbringen. Heute ist das Land ärmer als jemals
zuvor. Es ist ein hilfsbedürftiges Land, es verfügt nicht über eigene
Ressourcen, anders etwa als Venezuela, das Erdöl besitzt, oder Bolivien
mit seinen Gasvorkommen. Diese Länder haben in der internationalen
Politik Möglichkeiten, die Nicaragua nicht hat.
Wird sich Nicaragua bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im November dem »Linkstrend« in Lateinamerika anschließen?
Hugo Chavéz hätte das gern. Er mischt sich in den Wahlkampf ein und
verkündet, dass die Leute den früheren sandinistischen Präsidenten
Daniel Ortega wählen sollen. 10 000 Barrel Erdöl will er Nicaragua
schenken, falls die FSLN siegt. Zugleich nimmt sich auch der
US-amerikanische Botschafter heraus zu sagen, wer das Land am besten
regieren würde. Er empfiehlt wiederum, man solle auf keinen Fall für
Ortega stimmen.
Solche Interventionen sind dreist, weil sie die Souveränität
Nicaraguas untergraben, die wir einmal mit Stolz verteidigt haben.
Dennoch glaube ich, dass der Moment kommen wird, an dem sich Menschen
nicht mehr kaufen lassen werden.
Quelle: Jungle-world.com
Katharina Severin
02.06.2006 Costa Rica lädt zum freien Training ein
Walldorf (dpa) - Nach der blamablen Niederlage im letzten Test vor dem
WM-Eröffnungsspiel will die Nationalmannschaft von Costa Rica wieder
Punkte bei den Fans sammeln.
In ihrer Quartierstadt Walldorf (Baden-Württemberg) laden die
Mittelamerikaner am 3. Juni Fußballfreunde bei freiem Eintritt zu einem
Training in das Waldstadion ein, teilte die Stadtverwaltung mit. Rund
eineinhalb Stunden lang wollen die Kicker dann zeigen, was sie wirklich
können.
Die Mannschaft hatte in Sandhausen gegen eine Kurpfalz-Auswahl eine
2:3 (1:2)-Niederlage einstecken müssen. Zuvor hatten die Costaricaner
drei weitere WM-Vorbereitungspartien ebenfalls verloren: 0:2 gegen eine
Katalonien-Auswahl, 0:4 gegen die Ukraine und 0:1 gegen Tschechien. Am
9. Juni eröffnet Costa Rica im Spiel gegen die deutsche Elf in München
die WM.
24.05.2006 Der Rum aus Nicaragua sucht nach dem Flor de Caña Barkeeper 2006
Flor de Caña Cocktailwettbewerb 2006 Flor de Caña, der Premium Rum aus
Nicaragua, veranstaltet zum ersten Mal in Deutschland einen
Cocktailwettbewerb.
Gesucht wird der Barkeeper mit dem besten Flor de
Caña Rezept, egal für welchen Rum aus der breiten Range. Sei es nun der
Flor de Caña 4 year-old Extra Dry, der 4 Jahre alte Flor de Caña Gold
oder auch der Flor de Caña 7 year-old Grand Reserva. Die Rum Range und
Geschmacksvielfalt hat eine unglaubliche Tiefe und Breite, die für den
Premium Rum aus Nicaragua, der im besonderen slow aged Verfahren
hergestellt wird, ganz typisch ist.
An dem Wettbewerb dürfen alle teilnehmen, die
angehende oder praktizierende Barkeeper in der Gastronomie sind.
Bewerben kann man sich bis zum 15.07.2006. Einfach das Rezept an die
folgende Adresse senden:
drinks & food Vertriebs GmbH
Flor de Caña Cup
Lessingstraße 79
13158 Berlin
oder per e-mail :
info@drinksfood.de, Stichwort: Flor de Caña Cup.
Aus
allen Einsendungen werden die 20 besten Rezepte ausgewählt und die
Barkeeper werden zum Endevent am 07. August 2006 in Berlin eingeladen.
Dort wird von einer Fachjury aus den 20 Teilnehmern, der Flor de Caña
Barkeeper 2006 ausgewählt und dieser gewinnt ein Wochenende für zwei
Personen in Barcelona...
17.05.2006 Dietmar Schönherr feiert 80. Geburtstag in Nicaragua
Der Tiroler Schauspieler Dietmar Schönherr feiert am Mittwoch seinen
80. Geburtstag. Der engagierte Kämpfer für Friede und Gerechtigkeit
feiert in Nicaragua, wo er seit über 20 Jahren "Hilfe zur Selbsthilfe"
gibt.
War Schauspielerei die richtige Wahl?
Eigentlich
hätte er General werden sollen, so wie sein Vater und sein Großvater.
Der Vertrag, den ihm die UFA 1943 unter die Nase rieb, war doch zu
verlockend, "Junge Adler" hieß der Film. Obwohl er es als Schauspieler weit gebracht hat, fragt sich Dietmar Schönherr mitunter, ob es die richtige Wahl war.
Erfolgreiche TV-Karriere
So
verlieh er als Synchronsprecher James Dean im Staatsvertragsjahr 1955
seine Stimme. Im Jahr 1966 hatte Schönherr bereits Kultstatus, als der
Straßenfeger "Raumschiff Orion" ausgestrahlt wurde. Jeweils 30
Millionen Zuseher sahen Schönherr in "Wünsch dir was". Wenn im
deutschen Fernsehen ein grantiger, kauziger oder zorniger Alter gesucht
wird, ist Schönherr nach wie vor die erste Wahl.
Ronald Reagan ein "Arschloch"
Was
ihn von vielen Schauspielern unterscheidet ist sein tatsächliches
politisches Engagement. Dass er Bruno Kreisky im Wahlkampf
unterstützte, machte ihn in Tirol fast zum Landesverräter. Er konnte
noch viel deutlicher sein: Ronald Reagan nannte er ein "Arschloch",
worauf er über Nacht vom Sender entlassen wurde.
Aber er
begnügte sich nicht mit Statements. Es war der Theologe und
Schriftsteller Ernesto Cardenal, der ihn nach Nicaragua lockte, wie er
gegenüber ORF Radio Tirol sagte: "Ernesto hat gesagt, das Ziel einer
Revolution muss die Liebe sein. Ein wunderbarer Traum, unerfüllbar,
aber ein wunderbarer Gedanke."
Engagement für Nicaragua
Seit
über zwanzig Jahren engagiert sich Dietmar Schönherr in Nicaragua und
gibt "Hilfe zur Selbsthilfe" in einer Gegend, die ihn an seine Tiroler
Heimat erinnert. Eine Stadt hat ihm den Titel "Der vielgeliebte Sohn
der Stadt" verliehen. Das habe ihm sehr gut getan, gesteht Schönherr,
obwohl ihm sonst Titeln und Orden nichts bedeuteten.
Vielleicht
habe er als Schauspieler den falschen Beruf gewählt, sagte er schon vor
Jahren. Erst kürzlich meinte er in einem ORF Radio Tirol Interview,
dass sein Engagement in Nicaragua den eigentlichen Beruf in den
Schatten gestellt habe.
17.05.2006 WM-Team von Costa Rica in Deutschland eingetroffen
Frankfurt/Main (dpa) - Deutschlands Auftaktgegner Costa Rica ist als
zweite Nationalmannschaft nach Togo zur Fußball-WM eingetroffen. Die
Mittelamerikaner landeten mit eineinhalbstündiger Verspätung nach einem
Zwischenaufenthalt in Madrid auf dem Flughafen Frankfurt/Main.
Von dort reisten die 23 Spieler, der Trainerstab und die Betreuer im
Bus ins südbadische Rust weiter. Costa Rica bezieht im Europa Park ein
erstes Quartier bis zum 23. Mai.
Nur zwei Kamerateams aus Costa Rica und vier Fotografen bereiteten
den «Ticos» einen bescheidenen Empfang. Fans waren kaum zu sehen.
Einige Fluggäste begrüßten die WM-Gruppe eher zufällig.
Costa Ricas Nationaltrainer Alexandre Guimaraes stellt sich in Rust
erstmals auf deutschem Boden den Medien. Am 20. Mai bestreitet das Team
im Stadion Dammenmühle in Lahr ein Benefizspiel gegen eine von
Ex-Weltmeister Paul Breitner betreute Auswahl ehemaliger
Bundesligaprofis. Vor dem WM-Eröffnungsspiel gegen Deutschland am 9.
Juni in München treten die Mittelamerikaner zu drei Testpartien gegen
Mazedonien in Madrid, die Ukraine in Kiew und Tschechien in Jablonec
an. Sein Quartier während der WM bezieht Costa Rica im nordbadischen
Walldorf.
16.05.2006 Nicaragua erwacht: Karibik-Strände und Kaffee locken
León
(rpo). Traumurlaub in Nicaragua. Wären Sie nicht drauf gekommen? Doch
16 Jahre nach Bürgerkrieg und Friedensvertrag befindet sich das Land im
Aufwind und kann mit Karibikstränden und Kaffeegenuss wuchern. Beispiel
Léon: In dem alten Kolonialstädtchen haben sich mittlerweile wieder
zehn Hotels angesiedelt.
"Bitte nicht anfassen und nicht läuten." So mahnt in Spanisch ein
Schild neben den Glocken im Oberteil der Basílika de la Asunción in der
Kolonialstadt León in Nicaragua. "Ein Einheimischer würde das nicht
wagen, ausländische Touristen haben es schon probiert", sagt die
Stadtführerin Xochilt Muñoz. "Wir sind aber sehr froh, dass Urlauber
auch aus Nordamerika und Europa wieder in unsere Stadt kommen", fügt
sie schnell hinzu. Besucher können über Stiegen das Dach des
Gotteshauses erklimmen und zwischen Kuppeln, Erkern und
Fensteröffnungen den Blick auf Plaza, Straßenhändler und historische
Gebäude genießen. Und meist hängt am Ausguck direkt vor der Nase eine
der Glocken, das Seil zum Läuten in Reichweite - in der Tat eine
Versuchung.
Gut 16 Jahre nach Bürgerkrieg und Friedensvertrag spüren auch die
noch wenigen Hoteliers das steigende Interesse ausländischer Gäste in
dem lebhaften Unistädtchen mit vielen Bars und Cafés. "Vor zehn Jahren
gab es in León zwei oder drei Hotels, heute schon zehn", erzählt Peter
Waldsam, der Eigentümer des Hotels "Austria". Die 26 Zimmer gruppieren
sich um einen üppig begrünten Innenhof und kosten zwischen 36 und 50
Dollar mit Frühstück.
Der gelernte Elektromeister aus Salzburg hat in Nicaragua seine
zweite Heimat gefunden. Für Reisende mit knappem Budget gibt es in León
und anderswo in dem Land auch schlichte Zimmer ab zehn Dollar.
Lebensmittel, Marktprodukte, Busse und Souvenirs sind aus
Touristensicht generell preiswert.
Reise in den "Schwarzwald"
Die Kolonialstadt León, die bergige Selva Negra, was übersetzt
"Schwarzwald" heißt, mit Kaffeeplantagen sowie die Inseln an der
Atlantikküste mit viel Karibik-Flair gehören zu den Destinationen, die
touristisch noch im Verborgenen blühen. "Das wollen wir ändern. Denn
neue Ziele braucht das Land." Dies sagen unisono Immanuel Zerger aus
Bayern, Mitinhaber des Incoming Veranstalters Solentiname Tours mit
Sitz in Managua und Andreas Hilmer vom Veranstalter a&e reiseteam
aus Hamburg. "Wir sind schon wochenlang in die entlegendsten Winkel
gereist", sagt Zerger. "Stammgäste wollen neue Offerten abseits des
Trampelpfades. Öko- und Abenteuertouristen suchen Lodges auf dem Lande
und im Dschungel."
Im Kurzprogramm der Besucher, die Nicaragua zum Beispiel mit Costa
Rica und Honduras kombinieren, sind meist: die Kolonialstadt Granada,
die besser restauriert und erschlossen ist als León, eine Bootsfahrt
auf dem Nicaragua-See, der Markt der Stadt Masaya, eine Busfahrt zum
Krater des Masaya-Vulkans und eine Rast in der Hauptstadt Managua.
Strand-, Surf- und Tauchurlauber zieht es an den Pazifik nach San Juan
del Sur, wo neben Hotels auch Edelvillen von einheimischen "Nicas" und
Urlaubern aus den USA entstehen.
Handel mit deutschen Importeuren
Auf der Straße von León in Richtung Selva Negra wechselt Asphalt mit
Schlaglöchern. Traktoren, buntbemalte Überlandbusse, Bauern zu Pferde,
streunende Hunde, Hühner, Hirten und Ziegen bevölkern Strecke und
Wegesrand. Im Städtchen Jinotega gibt es eine schmucke Familienherberge
mit europäischem Standard. Die Zimmerpreise im "Hotel Café" liegen
zwischen 35 und 60 Dollar. "Es geht im Tourismus Schritt für Schritt
voran", sagt Eigentümerin Tere Altamirano.
Die Kaffeekooperative Soppexcca in Jinotega handelt mit deutschen
Importeuren, denen faire Erzeugerpreise für die Kleinbauern am Herzen
liegen. Francisco Javier Valle ist erst 21, aber als Tester in der
Region anerkannt. Sein Vater ist einer der Kleinerzeuger. Der Sohn
beugt sich über den von ihm zubreiteten Kaffeesud. Erst schnüffelt der
junge Mann, dann schlürft und schmatzt er. Nun wiegt er zufrieden den
Kopf. "Kaffee ist wichtiges Exportprodukt Nicaraguas", sagt er. "Und
bei uns in den Hochlagen gedeihen die besten Qualitäten."
Die Ausgaben der kleinen Touristengruppe für frisch zubereiteten
Mokka und Gebäck sowie ein paar Päckchen Kaffee ist ein willkommenes
Zubrot für die Einheimischen. Revolution und einige Jahre Sozialismus
brachten den Kleinbauern mehr Bildung und ein wenig Land. Aber auch
heute gehört Nicaragua zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas.
Fassbier auf 1200 Metern Höhe
Die Straße Richtung Norden windet sich durch dichten Bergwald. In
Nicaraguas Schwarzwald wachsen Laub- und Nadelhölzer, Riesenfarne,
Yucca-Palmen, Mangobäume und Avocados. Hier fühlen sich auch Brüllaffe,
Ozelot und Faultier wohl. Im grünen Dickicht in gut 1200 Meter Höhe
haben Eddy Kühl und seine Frau Mausi eine riesige Ökofarm geschaffen,
zu der ihre deutschen Vorfahren im 19. Jahrhundert den Grundstein
legten.
"La Selva Negra" hat Gästebungalows, Restaurant und frisches
Fassbier zu bieten. Grundpfeiler des Betriebs mit 250 Beschäftigten
sind die 1500 Kaffeepflanzen, 800 Rinder sowie Käserei, Geflügel-,
Schweine- und Blumenzucht. "Neben Urlaubern sind auch Agrarstudenten
und Ökowissenschaftler unsere Gäste", sagt Mausi Kühl, die Wert auf
ihren ungewöhnlichen Vornamen legt.
Nicaragua ist auch das Land der vielen Vulkane. Auch wer das dritte
oder vierte Mal hierher reist, will zumindest den immer dampfenden
Schlund des Masaya-Kraters, der unweit von Managua liegt, nochmal
sehen. "Ich muss Sie bitten, ihr Auto mit dem Heck zum Vulkanrand zu
parken", sagt Osvaldo Domingo Bravo höflich, aber bestimmt. "Im Notfall
müssen Sie dann nicht wenden und kommen schneller weg." Völlig abwegig
ist das nicht: Im April 2001 spuckte der Vulkan Steine und Felsbrocken.
Dabei war auch der Mietwagen eines Touristen demoliert worden.
16.05.2006 Panamericana: Neunter Tagesbericht vom 11. Mai 1006
Seit Anfang des Monats reisen der Abenteurer Matthias Jeschke, der
Journalist und marathonrally.com Mtarbeiter Jörg Sand sowie ihr Team
quer durch den amerikanischen Kontinent, um einen neuen Weltrekord
aufzustellen: Die Bewältigung der legendären "Panamericana Route" in 14
Tagen - mit umweltfreundlichem Biodiesel.
Tagesbericht 11. Mai 2006
Wir erreichten die Grenze zu Honduras um 02.30 Uhr, obwohl schon für
23.00 Uhr ein Empfang in Choluteca vorgesehen war. Wir waren Melina
Armijo von der AHK Honduras sehr dankbar für Ihren nächtlichen Einsatz,
als sie unser eingeflogenes Kamerateam von Tegucigalpa nach Choluteca
fuhr und bis in die frühen Morgenstunden auf das Rekordteam wartete.
Gerade
auch für Honduras - Melina Armijo, die Geschäftsführerin der AHK -
hatte einen ganz massgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung der
Panamericana 2006 Rekordfahrt, für das wir uns so gern ein schönes
Event gewünscht hätten, tat es uns unendlich leid, das wir so verspätet
eintrafen.
Wir bitten an dieser Stelle nochmals alle Helfer
und Helferinnen der ausgefallenen Events um Entschuldigung und bedauern
dies sehr. Aber wir versichern auch, dass alle Fahrer zu jeder Zeit
alles versucht haben, um pünktlich zu sein.
Der Druck auf uns
begann immer stärker zu werden und unsere Frustration wuchs. Waren uns
doch gerade der Kontakt mit den Menschen, auch während der Medien
Events, von Anfang an ein sehr wichtiges Anliegen gewesen. Wir stoppten
also nur kurz im nächtlichen Choluteca und machten uns dann auf den Weg
nach Nicaragua.
Nicaragua profitierte von der Verspätung, die wir
zwischenzeitlich auf 5 Stunden reduzieren konnten und richtete um die
Mittagszeit ein wunderbares Medien Event aus. Das Land, das für sich
mit "Ein Land mit Herz" wirbt, empfing uns mit grosser Herzlichkeit
schon an der Grenze und liess uns für kurze Zeit den enormen Druck
vergessen, der so kurz vor dem Lufttransport auf uns lag - da wir
unbedingt den letzten Personenflug am 12.05. um 19.45 Uhr von Panama
nach Cartagena/ Kolumbien und die Fahrzeugtransportmaschine erwischen
mussten.
Aber Nicaragua, ein bereisenswertes Land, gab Vollgas. Vom Stadtrand
aus, liess es sich die Tourismusministerin nicht nehmen, das Goodyear
Rekordfahrzeug eigenhändig innerhalb eines Autokonvois zum Medien Event
zu steuern und der Empfang vor einem historischen Gebäude der Altstadt
hätte ebenso jeden Staatsgast geehrt, als nur dem Willkommen einer
Truppe erschöpfter, unrasierter und ungewaschener Autopiloten, die sich
inmitten der vielen oft blütenweiss bekleideten Gäste recht auffällig
vorkamen. Alles was einen Mediennamen hatte war da, als zunächst die
Tourismusministerin Frau Riva, dann ich und im Anschluss Jörg eine
kurze Rede hielten. Alle Fahrer gaben diverse Interviews und
beantworteten Fragen vor und nachdem wir ein Mittagessen(!) am Tisch
sitzend(!) einnehmen konnten. Nach weiteren Fotoshootings
verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern, sowie unseren beiden
mitgereisten Journalisten und machten uns eilig auf den Weg nach Panama
über Costa Rica.
Als wir mit unserer "Reisebegleiteskorte" des
Tourismusinstitutes Nicaraguas auf die Grenze zu Costa Rica zufuhren,
ahnten wir noch nicht, was unserem Zeitplan bald widerfahren sollte. Er
war jedenfalls schon "total im Eimer", nur wussten wir es noch nicht.
Unsere
Ankunft in San Jose/ Costa Rica hatten wir ursprünglich für 16.00 Uhr
terminiert. Wir waren guter Dinge diese Zeit möglicherweise einhalten
zu können, als wir die nicaraguanisch-costaricanische Grenze
erreichten. Alles war von beiden Seiten super vorbereitet und die ganze
Abwicklung hätte nicht länger als 30 Minuten gedauert, wäre nicht in
allerletzter Sekunde ein kleines Malheur auffällig geworden. Man hatte
in Costa Rica vergessen, unseren rechtmässig ausgeführten Vorreisewagen
offiziell aus den Computerdatenbanken zu löschen. Dieses Versehen
veranlasste einen Grenzer zur Einreiseverweigerung des gesamten
Konvois. Jetzt wurde es ernst und ich wütend.
Ich bin unserer
nicaraguanischen Reisebegleitung Gladis, die sich Gott sei Dank noch
bei uns befand extrem dankbar, dass sie sich auch in dieser Situation
um alles bemühte. Aber was wir auch taten, erklärten, machten, etc.,
der Grenzer liess sich nicht verständlich machen, was richtig ist.
Ich schaltete die Deutsche Botschaft ein, die sich in Person von
Frau Dr. Julia Monar mit dem Aussenministerium und dem
Finanzministerium in Verbindung setzte. Die wiederum konnten in
kürzester Zeit telefonisch bestätigen, dass der Wagen tatsächlich
regulär ausgeführt worden war. Der Grenzer jedoch liess jedoch immer
noch nicht mit sich reden und verlangte ein Erklärungsschreiben. Ich
führe nicht weiter aus - nur soviel: ab dem Zeitpunkt des Eintreffens
des Schreibens per Fax von höchster Stelle des Aussenministeriums,
dauerte es nochmals 2½ Stunden bis zur Abfahrt des Konvois. Wir hatten
weitere 4 Stunden verloren und es wurde immer enger. Als wir in San
Jose, erwartet von Vertretern der Deutschen Botschaft, der AHK,
Biodieselherstellern, Zuschauern, TV- Radio- und Zeitungsreportern,
sowie Vertretern von Goodyear und zwei weiteren eingeladenen
Journalisten eintrafen, war es bereits kurz vor Mitternacht.
Wir
freuten uns sehr über den nächtlichen Empfang und die Unterstützung
obgleich wir nun unter ganz enormen Zeitdruck standen. Es war ein
Wettlauf gegen die viel zu schnell verrinnende Zeit. Hinzu kamen
technische Probleme mit den Stossdämpfern, die uns zu schaffen machten.
Wie schlimm es wirklich kommen sollte und was uns in Panama erwartete
wussten wir zum Glück in dieser Nacht noch nicht...
Autor: Matthias Jeschke
16.05.2006 Costa Rica trainiert im Vergnügungspark
Erst am späten Mittwochabend trifft die Nationalmannschaft von Costa
Rica in ihrem ersten Quartier vor der Weltmeisterschaft in Rust ein.
Der deutsche Auftaktgegner landet in Frankfurt/Main und reist dann im
Bus zum Europa-Park. "Die Mannschaft kommt frühestens um 22.00 Uhr bei
uns an", teilte eine Sprecherin des Vergnügungsparks mit. In Südbaden
bereitet sich Costa Rica bis zum 23. Mai auf die WM vor.
Quelle: www.sportal.de
15.05.2006 Hände weg von Venezuela und Kuba!
Wien (ND-Öfinger) Rund 5000 meist junge Menschen waren am späten
Freitagabend in Wien zu einer Kundgebung mit dem venezolanischen
Präsidenten Hugo Chávez erschienen.
Eingeladen hatten die weltweite Solidaritätskampagne »Hände weg von
Venezuela«, die Sozialistische Jugend Österreichs und die
österreichisch-kubanische Gesellschaft. Vor den Zuhörern, die ihre
Solidarität mit Kuba und Venezuela bekundeten, und einem Meer roter
Fahnen bekannte sich Chávez auf dem überfüllten Gelände des
Kulturzentrums »Arena« zum Ziel einer Überwindung der kapitalistischen
Gesellschaftsordnung. Rosa Luxemburgs Alternative »Sozialismus oder
Barbarei« sei angesichts einer vom Kapitalismus ausgehenden globalen
Bedrohung von Natur und Mensch aktueller denn je. »Es gibt keine Zeit
zu verlieren. Morgen kann es schon zu spät sein«, warnte der Präsident
und prophezeite: »Dieses Jahrhundert wird uns das Ende des
US-amerikanischen Imperiums bringen.« Mit einer weltweiten
Gegenöffentlichkeit könnten die Völker letztlich siegen. »Ihr seid die
Bomben der Liebe, die Bomben der Leidenschaft, der Ideen und der
Kraft", rief er den Jugendlichen zu. Teilnehmerin der
Alternativveranstaltung zum EU-Lateinamerika-Gipfel war auch Aleida
Guevara, die Tochter von Ché Guevara.
13.05.2006 Karneval in Santiago de Cuba vom 20. - 28. Juli
Santiago ist schon außerhalb der Karnevalswoche eine Reise wert. Die
ehemalige Hauptstadt Kubas, die den Beinamen „Wiege der Revolution“
trägt, fasziniert den Besucher durch ihr pulsierendes Leben und bietet
interessante Sehenswürdigkeit.
Und wenn der Besucher wirklich einmal dem Trubel entgehen will,
besucht er die Basilika del Cobre. Sie liegt unweit der Stadt inmitten
tropischer Vegetation. Die Hauptattraktion ist die „Virgen del Cobre“,
eine schwarze Madonnenstatue, die als Schutzpatronin Kubas verehrt
wird. Papst Johannes Paul II. hat sie 1998 gekrönt und gesalbt. Oder er
fährt nach Baracoa, in die älteste Stadt Kubas, die an der östlichsten
Landzunge der Insel liegt. Auch die Strände der Karibik sind von
Santiago aus schnell zu erreichen.
Aber Santiago gilt in Kuba auch als die afrikanischste, die
musikalischste, die leidenschaftlichste und die heißblütigste Stadt.
Und deshalb verwundert es nicht, dass der Karneval in Santiago als
eines der aufregendsten Feste in Südamerika bezeichnet wird. Die ganze
Stadt feiert und scheint in der einen Festwoche bis in den frühen
Morgen auf den Beinen zu sein und tanzt die Conga – allen voran die
attraktiven, lebenslustigen Frauen Santiagos in ihren bunten Kostümen.
Die Offenheit und Spontaneität der Bewohner Santiagos ist auch ein
Grund, dass in den letzen Jahren immer mehr Besucher aus allen Teilen
der Welt die Stadt während der Karnevalswoche besuchen. Und so melden
die Hotels schon jetzt, dass sie während dieser Zeit kaum noch freie
Zimmer zu Verfügung haben. Der Reiseinteressent sollte sich deshalb
schnell entscheiden, wenn er in diesem Jahr das Karnevalsfest noch
mitfeiern möchte.
Zum Besuch des Karnevals veranstaltet der Kubaexperte Dieter Späth
eine von ihm begleitete Sonderreise vom 21. – 28. Juli. Um Kuba hautnah
kennen zu lernen, bietet er vorher eine von ihm begleitete Rundreise
von Havanna nach Santiago an.
Dieter Späth
12.05.2006 ALBA statt Ausbeutung
Wirtschaftsbündnis zwischen Bolivien, Kuba, Venezuela: Die bolivarische Alternative zum Freihandel nimmt Gestalt an
Die Plünderung ist vorbei«, erklärte Boliviens Präsident Evo Morales
am 1. Mai, als er der Öffentlichkeit in La Paz seinen Neun-Punkte-Plan
zur Renationalisierung der Öl- und Gasindustrie präsentierte. Damit hat
Morales 100 Tage nach seinem Amtsantritt sein zentrales Wahlversprechen
eingelöst. Da Bolivien über die zweitgrößten Gasreserven in
Lateinamerika verfügt, soll dies allein in diesem Jahr zusätzliche
Einnahmen von über 300 Millionen US-Dollar in die Staatskasse spülen.
Zwar werden die westlichen Konzerne nicht müde, darauf zu verweisen,
daß Bolivien ohne externe Hilfe nicht in der Lage sein wird, die
Gasvorkommen zu erschließen, da dem Land die dazu nötige Technologie
und das Kapital fehlen. Doch Morales ist nicht allein: Kurz vor der
Präsentation seines Plans zur Renationalisierung traf er mit den
Präsidenten von Venezuela und Kuba zusammen, um die »Vereinbarung zur
Errichtung der Bolivarischen Alternative für die Völker unseres
Amerikas« (ALBA) zu unterzeichnen.
Im Gegensatz zu Freihandelsabkommen, die von der USA und der EU
vorangetrieben werden und in denen die Interessen transnationaler
Konzerne im Vordergrund stehen, bemüht man sich mit ALBA um
solidarische Handelsbeziehungen. Ziel ist der Abbau von
Ungleichgewichten innerhalb und zwischen den beteiligten Ländern, die
Bekämpfung von Armut sowie die Verbesserung des Gesundheits- und
Bildungswesens im Interesse der armen Bevölkerungsmehrheit.
Von Chávez als wichtiges Projekt für die lateinamerikanische
Integration vorangetrieben, begründete ALBA zunächst eine strategische
Partnerschaft zwischen Venezuela und Kuba. Mit dem Beitritt Boliviens
zu ALBA wurde die Kooperation nun um verschiedene Aspekte erweitert:
Neben einer weitreichenden Zusammenarbeit im Energie- und
Bergbaubereich wollen Venezuela und Kuba der Regierung Boliviens bei
der Einrichtung einer nationalen Fluggesellschaft helfen, für die
bolivianische Forderung nach bedingungsloser Schuldenstreichung
eintreten, das Alphabetisierungsprogramm und die Verbesserung des
Gesundheitswesens unterstützen sowie verstärkt bolivianische
Exportprodukte wie Sojabohnen kaufen und dadurch die negativen Folgen
jener Freihandelsabkommen abfedern, die die Nachbarländer Boliviens mit
den USA geschlossen haben.
Zwar sind die westlichen Medien bemüht, die Bedeutung von
ALBA herunterzuspielen und auf symbolische Politik zu reduzieren. Daß
die Ausstrahlungskraft des alternativen Integrationsprojekts weit über
Venezuela, Bolivien und Kuba hinausreicht, hat man jedoch auch in den
USA und Europa gemerkt. Dort fürchtet man vor allem den Erfolg der von
Chávez initiierten Projekte »Telesur«, »Petrosur« oder »Petrocaribe«,
an denen über die ALBA-Staaten hinaus auch Brasilien, Argentinien und
Uruguay bzw. im Fall von Petrocaribe 14 Staaten der Karibik beteiligt
sind. Schließlich wird hier die Hegemonie der reichen Industrieländer
auf zentralen Feldern– Medien sowie Energieversorgung– angegriffen.
Daß eine Mehrheit der Bevölkerung in Lateinamerika zu
eigenständiger und sozialerer Entwicklung entschlossen ist, zeigt die
breite Unterstützung, die linken Kandidaten in den zurückliegenden
Wahlen zuteil wurde. Mit der Etablierung neuer linksgerichteter
Regierungen wird es für die USA– und auch die EU – nun deutlich
schwieriger, ihre alte Handelspolitik mit Lateinamerika fortzusetzen,
die auf der Ausplünderung von dessen Ressourcen zunutzen der eigenen
Großkonzerne und der korrupten Eliten vor Ort beruhte. Beim
Lateinamerika-Gipfel in Wien steht die EU nun vor einem Problem:
Geplant war die Unterzeichnung eines Abkommens mit dem
lateinamerikanischen Wirtschaftsverbund Mercosur, das darauf abzielt,
bis 2010 die größte Freihandelszone der Welt zu schaffen. Dieses
Vorhaben ist jedoch weiter in die Ferne gerückt, da in der Mehrzahl der
zehn Länder, die dem Mercosur angehören oder mit ihm assoziiert sind,
mittlerweile linke Regierungen an der Macht sind. Diese agieren immer
ablehnender gegenüber Plänen, ihre Handelsbeziehungen einseitig
zugunsten der Industrienationen auszurichten. Denn daß in erster Linie
europäische Konzerne von einem Abkommen profitieren werden, welches den
Handel mit Waren und Dienstleistungen aller Art »liberalisieren«,
intellektuelles Eigentum schützen und das öffentliche Beschaffungswesen
für Wettbewerber aus dem Ausland öffnen soll, ist auch den
lateinamerikanischen Regierungen nicht verborgen geblieben. Notwendig
wäre die Schaffung neuer, fairer Beziehungen, die das Wohl der
Bevölkerung in den Mittelpunkt stellen. Ob die EU, die selbst
Privatisierungen und Sozialabbau zum Credo erklärt, dazu in der Lage
ist, muß jedoch bezweifelt werden.
Quelle:
Sahra Wagenknecht
Junge Welt
08.05.2006 Kuba entsendet Vizepräsident Carlos Lage
Wien - Der kubanische Staatschef Fidel Castro kommt nicht zum
Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union,
Lateinamerikas und der Karibik (EULAC), der in dieser Woche (11.-13.
Mai) in Wien stattfindet.
Die kubanische Delegation wird von Vizepräsident Carlos Lage Davila
geleitet, bestätigte die kubanische Botschaft in Wien am Montag
gegenüber der APA. Die österreichischen Behörden seien in einer
Verbalnote davon in Kenntnis gesetzt worden, hieß es.
Die kubanische Botschafterin in Wien, Norma Goicochea, hatte im
Vorfeld des EULAC-Gipfels die große Kooperationsbereitschaft ihres
Landes gegenüber Europa betont. Kuba sei bereit zu einem Dialog, der
aber "auf der Basis der Gleichheit" erfolgen müsse. "Es gibt keine
Entwicklungsprojekte mit der EU", so die Botschafterin. Der kubanischen
Delegation wird auch Außenminister Felipe Perez Roque angehören, der an
den Beratungen der EULAC-Außenminister am Donnerstag teilnimmt.
Darüber hinaus werden sich Vertreter des offiziellen kommunistischen
Kuba am Alternativen-Gipfel "Enlazando Alternativas" beteiligen, der
parallel zum Gipfel der Staats- und Regierungschefs in der
Bundeshauptstadt abläuft und bereits am Mittwoch beginnt. Unter ihnen
ist die Tochter von Ernesto "Che" Guevara, die Kinderärztin Aleida
Guevara. (APA)
07.05.2006 Oscar de la Hoya zurück auf WM-Thron
Oscar de la Hoya hat nach 20-monatiger Pause ein erfolgreiches Comeback
gegeben. Der 33 Jahre US-Amerikaner bezwang in Las Vegas
WBC-Weltmeister Ricardo Mayorga aus Nicaragua durch technischen K.o. in
der sechsten Runde und ist neuer Champion im Halbmittelgewicht.
Für seine Rückkehr in den Ring soll er rund acht Millionen Dollar
kassiert haben. De la Hoya hat in zwölf Jahren WM-Titel in sechs
verschiedenen Gewichtsklassen (vom Superfedergewicht/58,96 bis
Mittelgewicht/72,57 kg) gesammelt. Mittlerweile ist er auch als
Promoter tätig. Das Duell gegen Mayorga hat er mit seiner «Golden Boy
Promotion» in Eigenregie veranstaltet. Seinen vermeintlich letzten
Kampf hatte er am 18. September 2004 gegen seinen Landsmann Bernard
Hopkins bestritten und verloren. Der als Superstar
dpa
05.05.2006 Harte Maßnahmen gegen die Abholzung der Regenwälder
Nicaraguas Präsident, Enrique Bolaños hat am Mittwoch den wirtschaftlichen Notstand ausgerufen.
Das Notstandsdekret untersagt in vier Bezirken des
mittelamerikanischen Landes ab sofort die Rodung, den Transport und die
Verarbeitung von Holz
05.05.2006 Cota Rica Gelassenheit ist Trumpf
San José - Das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in
München ist für Costa Rica bereits wie ein großer Sieg. Lampenfieber
oder gar Angst vor dem Gastgeber haben die "Ticos" überhaupt nicht,
zumal die Querelen um Bundestrainer Jürgen Klinsmann und die
Torhüter-Entscheidung auch in San José aufmerksam verfolgt worden sind.
Für die Costaricaner ist das Spiel gegen Deutschland die bisher
größte Herausforderung in ihrer Fußball-Geschichte. 6600 von ihnen
werden in am 9. Juni in der Arena von München ihre Mannschaft
leidenschaftlich anfeuern. Und natürlich wollen sie, wie Trainer
Alexandre Guimaraes ständig wiederholt, eine Runde weiterkommen.
"Wir freuen uns auf Deutschland", erzählt Guimaraes - auf Deutsch.
1993 war er nach dem Ende seiner aktiven Fußballzeit drei Monate lang
in Deutschland, zunächst in Freiburg, dann auch in Köln und in
Dortmund. Zuvor hatte er ein Jahr am Goethe-Institut Deutsch gebüffelt.
"Wir spielen technischer und streicheln den Ball mehr. Ihr spielt
direkter, frontaler, schneller", meint Guimaraes. In Deutschland wollen
die "Ticos" durchdacht und zwanglos zugleich auftreten.
Das können sie wohl auch. Denn der Erfolgsdruck liegt an
diesem 9. Juni allein auf Jürgen Klinsmanns jungem Team. "Das
Eröffnungsspiel ist eine einmalige Chance für Costa Rica", erklärt der
in Brasilien geborene Trainer, der seit seinem elften Lebensjahr in dem
mittelamerikanischen Land lebt. Die Siegchancen seien zwar gering, aber
die erste Partie einer WM sei immer eine besondere Situation - genau so
wie das Endspiel, das aber schwerer zu erreichen sei, fügt Guimaraes
schmunzelnd hinzu.
Das ganze Land mit seinem über vier Millionen Einwohnern wird
geschlossen hinter ihren Fußballern stehen. Sie wollen an diesem Tag
weltweit den Beweis dafür antreten, dass Costa Rica nicht nur Bananen
und Kaffee produziert, sondern auch guten Fußball. Deshalb steht heute
schon fest, dass in Costa Rica nicht gearbeitet wird. Die dem Land
insgesamt zugeteilten 10.845 Eintrittskarten waren nach den Worten von
Verbandspräsident Hermes Navarro Vargas schon im Januar verkauft.
In
den Städten des kleinen Staates wird das historische Ereignis auf
riesigen Leinwänden übertragen. Dort ist viel Platz: Denn die Plätze
vor den Kirchen sind traditionell Fußballfelder, und nicht Marktplätze,
wie anderswo.
Für Stürmerstar Paulo César Wanchope ist mit der
WM-Teilnahme und vor allem mit dem Auftakt gegen Deutschland ein Traum
in Erfüllung gegangen. Er ist aus Katar zu seinem Heimatverein Heredia,
einem Vorort von San José, zurückgekehrt, um sich ganz auf Deutschland
zu konzentrieren. "Es ist ein großes Privileg und eine Ehre, gegen die
Gastgeber zu spielen, vor Millionen von Zuschauern", freut sich der
fast 1,90 Meter große Athlet. Er hat ein Jahrzehnt im Ausland gespielt,
davon die längste Zeit in England.
Auch Austin Berry, der Anfang der 90er Jahre mit dem SC Freiburg in
Deutschland auf- und abgestiegen ist, glaubt, dass Ballack & Co
neben Brasilien, England und Argentinien zu den Favoriten zählen. An
Deutschland schätzen auch Mannschaftskapitän Luis Marin und der
Jungstar und Freistoß-Spezialist Carlos Fernández die Ordnung und
Disziplin. Eigenschaften, mit denen die Deutschen immer wieder in die
WM-Endspiele vorgestoßen seien.
Von Franz Smets, dpa
05.05.2006 WBC-Champion im Superweltergewicht Ricardo Mayorga (Nicaragua) gegen Oscar de la Hoya am 6 Mai in las Vegas
Dieser Kampf wird dramatisch. Beide Boxer sind offensiv ausgerichtet,
schlagstark und haben Nehmerfähigkeiten. Mayorga wird in den ersten
Runden gnadenlos seine KO-Chance suchen und hat dabei aufgrund seiner
schnellen Hände auch gute Chancen, den Spätstarter Oscar de la Hoya zu
Boden zu schicken
Mayorgas Karriere begann mit seinem Sieg gegen Andrew Lewis "El
Matador"-Euphorie, die in seinen Siegen gegen Vernon Forrest gipfelte.
Óscar de la Hoya ist ein amerikanischer Profiboxer
mexikanischer Abstammung. Er ist der erste Boxer, der Weltmeister in
sechs verschiedenen Gewichtsklassen wurde. Er galt in den 2000ern als
der letzte Box-Superstar.
Oscar De La Hoya bekam auf Grund seiner filigranen Boxtechnik und
seines blendenden Aussehens schon früh den Spitznamen "Golden Boy"
verliehen, der zu seinem Markenzeichen wurde. Er ist in Amerika ein
Massenmagnet und verdiente während seiner Karriere Börsen
(Antrittsgelder), mit denen sich nur Mike Tyson oder Lennox Lewis
messen konnten.
| Ricardo Mayorga (Nicaragua) Vs. Oscar de la Hoya (USA) |
| Boxer |
Nickname |
Geburt |
Heimatstadt |
Höhe |
Reichweite |
Record |
| Ricardo Mayorga |
El Matador |
03.10.1973 |
Managua |
5' 10" |
69 " |
W 28 (23 kos)|L 5|
D 1| Gesamt 35 |
| Oscar de la Hoya |
The Golden Boy |
04.02.1973 |
Los Angeles |
5' 10½" |
73 " |
W 37 (29 kos)|L 4|
D 0| Gesamt 41 |
Ticketspreise: $1,250, $950, $750, $350, y $150 online buchen unter
www.mgmgrand.com oder www.ticketmaster.com.
04.05.2006 Kuba mit der ältesten Bevölkerung in Lateinamerika
Havanna. DPA/baz. Die kubanische Gesellschaft gehört zu den ältesten in
Lateinamerika. Nach Angaben von Experten ist das vor allem auf das
geringe Bevölkerungswachstum auf der Antilleninsel in den vergangenen
Jahrzehnten zurückzuführen.
"In 20 bis 30 Jahren wird die Insel die älteste Bevölkerung von ganz
Lateinamerika haben", sagte der Soziologe Juan Carlos Alfonso Farga bei
einem internationalen Gerontologen-Kongress am Donnerstag in Havanna.
Nach diesen Angaben gelten von den rund zwölf Millionen Kubanern 1,9
Millionen als alt, davon sind 303,000 älter als 80 Jahre. Der Soziologe
bezeichnete die Alterung der Gesellschaft als eine der grossen
Herausforderungen Kubas, dessen Präsident Fidel Castro in diesem Jahr
80 Jahre alt wird.
03.05.2006 Die Abschiedstournee des Vicente Fox
Mexikos Präsident hat vieles in Gang gebracht, doch die Armut ist geblieben.
MEXICO CITY/AGUAS CALIENTES (e.k.). Ein weißer Hut ragt aus der
jubelnden und händeringenden Menschenmasse. "Vicente, viva!", "Vicente,
Presidente, hierher!" Alle wollen sie seine Hand schütteln: die Hand
des großen, schlanken mexikanischen Präsidenten Vicente Fox. Der Mann
mit Hut und aufgeknöpftem blauen Hemd lächelt, winkt, pfeift. Ein
halbes Jahr vor Ablauf seiner sechsjährigen Amtszeit unternimmt er
alles, um seinen Landsleuten in guter Erinnerung zu bleiben. Eine
Wiederkandidatur ist verfassungsrechtlich nicht möglich.
Im Schnitt fünfmal pro Woche verlässt Fox samt
Mitarbeitern und zig Journalisten im Schlepptau den Präsidentenpalast
Los Pinos in Mexiko City. Diesmal ist er in die heiße Provinzhauptstadt
Aguas Calientes gekommen, rund 450 Kilometer nördlich der
Bundeshauptstadt, um neu errichtete Sozialbauten zu eröffnen.
Fox hat vieles in Gang gebracht. Die
Wirtschaftssituation Mexikos hat sich verbessert, aber bei weitem noch
nicht genug für die meisten der 106 Millionen Mexikaner. Tag für Tag
packen unzählige von ihnen auf der Suche nach dem amerikanischen Traum
ihre Taschen und Rucksäcke und machen sich auf den Weg Richtung
US-Grenze, ins Land der sonst so verhassten "Gringos".
Die Arbeitslosigkeit in Mexiko ist mit einer Quote
von durchschnittlich 3,6 Prozent im Vergleich zu anderen Ländern zwar
nicht allzu groß, das Einkommensniveau von Industrie- und Landarbeitern
zumeist aber äußerst gering.
Das Geld, das mexikanische Auswanderer Jahr für Jahr
an ihre Angehörigen in die Heimat überweisen, ist eine der größten
Einnahmequellen des Landes. Rund 20 Milliarden Dollar sollen es etwa im
vergangenen Jahr gewesen sein, so die Schätzungen der mexikanischen
Zentralbank.
Präsident Fox sieht die Migrationsdebatte
pragmatisch: Er befürwortet die von US-Präsident Bush vorgeschlagene
neue Migrationsregelung, "arbeitsbereite" Ausländer mit
einstellungsbereiten amerikanischen Unternehmern zusammenzubringen.
Bush will illegalen Einwanderern mittels eines
Gastarbeiterprogramms den Weg in die Legalität zu eröffnen. Sie sollen
die von US-Bürgern nicht gewollten, schlecht bezahlten Arbeitsplätze
besetzen. Es beträfe schätzungsweise elf Millionen Einwanderer und
zusätzlich jährlich 400.000 Gastarbeiter. Doch dieser Gesetzentwurf hat
viele Gegner. Sie fordern ein verschärftes Einwanderungsrecht samt Bau
einer Mauer beziehungsweise eines Zauns entlang der Grenze zu Mexiko.
Seinen persönlichen "mexikanischen Traum" will sich
der knapp 64 Jahre alte ehemalige Coca-Cola-Manager nach seinem
Amtsende auf dem Rücken seines Pferdes auf seiner Familienranch in
Guanajuato verwirklichen. Die Zukunftsvision des Vicente Fox für das
Land ist ein Mexiko mit wachsendem Wohlstand. Und an diese Vision
glaubt er voller Optimismus.
Quelle: (Die Presse)
02.05.2006 Linkes Freihandelsbündnis in Lateinamerika
Kuba, Venezuela und Bolivien haben enge politische und wirtschaftliche
Zusammenarbeit vereinbart und damit den Plänen der USA für ein
amerikaweites Freihandelsabkommen einen weiteren Dämpfer versetzt.
Mexiko-Stadt Die drei linksgerichteten Staatschefs Fidel Castro
(Kuba), Hugo Chávez (Venezuela) und Evo Morales (Bolivien)
unterzeichneten am Samstag in Havanna den so genannten Handelsvertrag
der Völker, der die Abschaffung von Zöllen im Warenverkehr der drei
Länder sowie den Bezug von Rohstoffen zu Vorzugskonditionen vorsieht.
Mit dem Abkommen nimmt die vor drei Jahren von Chávez ersonnene Idee
der ALBA (Alternativa Bolivariana para las Américas) zunehmend Gestalt
an. Dieser Pakt soll als kontinentales Integrationsbündnis mit sozialem
Charakter das Gegenmodell zur von Washington geplanten und als
neoliberal gegeißelten panamerikanischen Freihandelszone ALCA sein, die
Zölle und Handelshemmnisse von Alaska bis Feuerland beseitigen soll.
Während ALCA die soziale Schieflage in Lateinamerika verschärfe,
beseitige ALBA die Armut, argumentiert Chávez.
Beachtliche ökonomische Kraft
Durch die Integration Boliviens erhält ALBA beachtliche
wirtschaftliche Kraft. Zum venezolanischen Öl kommen nun noch die hohen
bolivianischen Gasvorkommen. "Nun sind wir schon Drei zur Verteidigung
der Interessen des lateinamerikanischen Volkes", sagte Boliviens
Staatschef Morales anlässlich der Vertragsunterzeichnung.
Dieser sieht im einzelnen vor, dass die Regierung in Caracas
künftig auch Bolivien mit Erdöl, Diesel und Asphalt zu
Vorzugskonditionen beliefert. Zudem stellt Venezuela insgesamt 130
Millionen Dollar in einen Fonds ein. Mit dem Geld sollen soziale
Projekte finanziert und die bolivianische Wirtschaft konkurrenzfähiger
gemacht werden. Zudem verpflichten sich Kuba und Venezuela die
bolivianische Sojaproduktion abzunehmen, während der Andenstaat seine
Bergbau- und Landwirtschaftsprodukte an die beiden Vertragspartner
liefert. Kuba sicherte unterdessen zu, nach Bolivien Ärzte und Lehrer
zu entsenden. Im Rahmen von ALBA erhält Kuba bereits aus Venezuela
täglich 90 000 Fass Erdöl unter Weltmarktpreis. "Dieses Abkommen ist
das ethischste, das je unterzeichnet wurde", so Castro.
30.04.2006 Die USA verlieren ihren ''Hinterhof''
Bolivien ist in Havanna dem von Venezuela und Kuba geschaffenen
"Handelsvertrag der Völker" beigetreten, einem Gegenprojekt zu den
Freihandelsabkommen, die die USA zum Beispiel mit Peru und Kolumbien
geschlossen haben. Diese lehnen die linken Regierungen Lateinamerikas
als neo-liberale Offensive der Konzerne ab. Unter der geistigen und
finanziellen Führung von Venezuelas Staatschef Hugo Chavez verbünden
sich die Länder in immer mehr Initiativen: Die USA verlieren an
Einfluss in ihrem ehemaligen "Hinterhof".
Gewissermaßen tobt ein Handelskrieg auf dem amerikanischen
Kontinent, ein Krieg um Freihandel. In diesem Krieg gewinnen Venezuelas
Präsident Hugo Chavez und sein engster Verbündeter Fidel Castro eine
weitere Schlacht, indem sie Bolivien einreihen. Sie unterzeichnen das
"Handelsabkommen der Völker", das laut Evo Morales, Präsident
Boliviens, gerechten Handel fördern soll.
Es ist nichts weniger als ein Angriff von der linken Flanke auf
Alca, das große Projekt der USA, das von Washington gewünschte
gesamt-amerikanische Freihandelsabkommen, von dem nur Kuba
ausgeschlossen sein sollte. Alca sollte ursprünglich schon 2005 in
Kraft treten. Aber im November - auf dem Amerika-Gipfel im
argentinischen Seebad Mar del Plata - erlitt George Bush Schiffbruch
mit seinem Ansinnen: Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay und
natürlich Vorreiter Venezuela sagten "no" zu Alca. Ein Nein, das Chavez
als persönlichen Sieg über die USA und Bush verbuchte, die er
prinzipiell nur "das Imperium" und "Mr. Danger" nennt.
Ein Sieg über das "Imperium"
"Mr. Danger höchstpersönlich wollte sich in Mar del
Plata ein Fest organisieren: mit Druck, Erpressung und schmutzigem
Krieg", so Chavez. "Sein Imperium ist schließlich das perverseste,
mörderischste, moralloseste, das dieser Planet seit Jahrhunderten
gesehen hat. Wer jetzt wissen möchte, wo Alca geblieben ist, der sollte
in Mar del Plata buddeln, dort ist Alca beerdigt worden".
Die USA versuchen das Scheitern ihres panamerikanischen Freihandelsabkommens Alca
zu kompensieren, indem sie Einzelverträge mit Peru oder Kolumbien
abschließen, beispielsweise zum Nachteil von Bolivien: Wenn der Vertrag
mit Kolumbien 2007 in Kraft tritt, wird Kolumbien säckeweise Soja aus
der hochsubventionierten US-Landwirtschaft beziehen. Bislang aber
verkauft Bolivien zwei Drittel seiner Soja-Produktion an Kolumbien. Es
droht ein Einnahmeverlust von 140 Millionen Euro pro Jahr, eine
Katastrophe für die Bauern in dem armen Andenstaat, in dem 120.000
Arbeitsplätze am Soja hängen.
Große Chance für "Handelsvertrag der Völker"
Der Andenpakt wird an solchen Freihandels-Konsequenzen
scheitern: Venezuela und Bolivien haben ihren Austritt angekündigt. Sie
unterzeichnen stattdessen den "Handelsvertrag der Völker", in dem es um
solidarischen Austausch von Waren gehen soll. Die Länder
Lateinamerikas, zumindest die mit linken Regierungen, schließen sich
wirtschaftlich immer enger zusammen - gegen die Übermacht aus dem
Norden. Chavez hat dem Ziel einen Namen gegeben: Alba: bolivarianische
Alternative für Lateinamerika, der Konkurrenzentwurf zur Alca.
Und Alba ist bereits Wirklichkeit geworden. Kuba und Venezuela haben
einen Mechanismus der Zusammenarbeit der bolivarianischen Alternative
für Amerika geschaffen. In Amerika tobt ein Wirtschaftskrieg, die USA
verlieren nach und nach ihren "Hinterhof". Ein alternativer
Handelspartner bietet sich Lateinamerika längst an: China. Ein Drittel
der chinesischen Auslandsinvestitionen fließen bereits hierher -
Tendenz: rapide steigend.
Von Michael Castritius, ARD-Hörfunkkorrespondent, Mexiko
30.04.2006 DIETMAR SCHÖNHERR: Sternloser Himmel
In "Raumpatrouille Orion" spielte er sich auf ewig in das Gedächtnis
der deutschen Fernsehzuschauer. Ein paar Jahre später, 1970, kannte ihn
jedes Kind unter seinem eigenen Namen: Dietmar Schönherr.
Er war außerdem der erste Talkmaster deutscher Zunge, der gute Fragen
stellte, "Je später der Abend". Eine Talkshow, das war damals wirklich
etwas Neues.
Heute, da er bald 80 wird, hat Schönherr ein Buch
über sein Leben geschrieben, keine Memoiren, sondern einen
autobiografischen Roman. Er hat ganz schön was weggelassen, den
Commander, den Familienunterhalter von "Wünsch Dir was". Seine
glückliche Innsbrucker Kindheit kommt vor und ausführlich die
Kriegsjahre als blutjunger Soldat.
Er wurde 1943 entdeckt, ausgerechnet für den
NS-Durchhaltefilm "Junge Adler". Der schneidige 17-Jährige hatte das
passende arische Profil. Der junge Schönherr sah so gut aus wie Alain
Delon, mit einer Stimme, die zunächst berühmter war als er selbst, weil
er James Dean fürs deutsche Kino synchronisierte. Seine Rollen waren
zunächst eher brav.
Er wurde 1943 entdeckt, ausgerechnet für den
NS-Durchhaltefilm "Junge Adler". Der schneidige 17-Jährige hatte das
passende arische Profil. Der junge Schönherr sah so gut aus wie Alain
Delon, mit einer Stimme, die zunächst berühmter war als er selbst, weil
er James Dean fürs deutsche Kino synchronisierte. Seine Rollen waren
zunächst eher brav.
Dann entdeckte ihn Hollywood als Schurke. Nichts
davon in seinem Buch, auch nichts über die Höhepunkte seiner
Fernsehshows. Dabei gab es bei Schönherr immer ein bisschen Anarchie.
Die durchsichtigste Bluse in einer Familiensendung, Themen, die im
Fernsehen bis dato ziemlich tabu waren.
Irgendwann hat Schönherr das Talken nicht mehr
gefallen, trotz solcher intensiven TV-Momente. Schönherr entdeckt sein
Talent für Provokation, liebt noch immer öffentliche Auftritte, aber
für eine ernste Sache soll es künftig sein: ein Appell gegen Atomkraft
oder eine Demo gegen den Nato-Doppelbeschluss in Mutlangen.
1985 dann die Wende in seinem Leben. Er reist nach
Nicaragua, Schönherr will helfen, Gutes tun, eine Schule bauen, ein
ganzes Dorf, er gründet eine Stiftung. Wie er selbst erlebt auch sein
Romanheld den Bürgerkrieg hautnah. Trotz allem findet Schönherr Gott
sei Dank nicht alles sinnlos, was er im Fernsehen gemacht hat - aber
doch fast alles, was das Publikum liebt und schätzt.
Im Mai wird Dietmar Schönherr also 80. Das
beeindruckt ihn selbst am wenigsten, er rechnet mit einem Telegramm des
Bundespräsidenten. Er wird mit seiner Frau Vivi Bach in Nicaragua sein,
mit den engsten Freunden feiern, ganz ohne Fernsehkamera.
Von Simone Reuter
Quelle: br-online
29.04.2006 Karneval auf Kuba
Santiago ist auf Kuba wohl die musikalischste und leidenschaftlichste
Stadt. Der Karneval in Santiago Ende Juli wird deshalb als eines der
aufregendsten Feste in Südamerika bezeichnet. Die ganze Stadt feiert.
Jeder Stadtteil ist mit mindestens einer "comparsa" - einer
kostümierten Gruppe, die von Musik begleitet wird - bei den Umzügen
vertreten. Neben dem Karneval machen viele Sehenswürdigkeiten die
ehemalige Hauptstadt Kubas interessant.
Quelle www.atravelo.de
24.04.2006 Superfight um den WM-Titel in Superweltergewicht der WBC
Las Vegas (dpa) - Box-Profi Oscar de la Hoya plant sein Comeback. Der
33 Jahre alte Amerikaner, der in den vergangenen zwölf Jahren WM-Titel
in sechs Gewichtsklassen errang, will am 6. Mai im MGM in Las Vegas den
WBC-Champion im Superweltergewicht, Ricardo Mayorga (Nicaragua),
herausfordern.
Oscar de la Hoya bestritt seinen bislang letzten Kampf am 18.
September 2004 in Las Vegas gegen seinen Landsmann Bernard Hopkins, dem
damaligen Super-Champion im Mittelgewicht. Hopkins schickte die Legende
in der neunten Runde mit zwei linken Haken entscheidend zu Boden und
vermeintlich in die Boxer-Rente. Für de la Hoya war es die erste
K.o.-Niederlage in seinem 41. Profi-Fight, der eigentlich sein letzter
gewesen sein sollte. Der Kampf gegen Ricardo Mayorga wird von De la
Hoyas «Golden Boy Promotion» veranstaltet.
15.04.2006 Gemeinsame Stärke
Vor vier Jahren scheiterte der Putsch gegen die linke Regierung von
Hugo Chávez. Venezuelas Botschafter in Havanna zog eine Zwischenbilanz
Vor
vier Jahren, Mitte April 2002, putschten rechte Militärs und
Unternehmer gegen die Regierung Venezuela. Der Spuk war schnell vorbei.
Nur 47 Stunden, nachdem Präsident Hugo Chávez verschleppt wurde, kehrte
er am 13. April wieder in den Präsidentenpalast Miraflores zurück. Zum
Jahrestag trat in Havanna der Botschafter des südamerikanischen Landes
vor die Presse, um Bilanz zu ziehen. »Weil sich die bolivarische
Revolution wie auch die kubanische Revolution nicht aufhalten läßt,
werden wir auf dem Weg der regionalen Integration weiter
fortschreiten«, sagte Adán Chávez, Botschafter Venezuelas und Bruder
des amtierenden Präsidenten des südamerikanischen Landes. Der Diplomat
betonte die Bedeutung der engen Zusammenarbeit zwischen den Staaten
Lateinamerikas und der Karibik. »Denn nur diese regionale Integration
kann die Weiterentwicklung unserer Revolutionen gewährleisten«, so Adán
Chávez: »Je stärker wir zusammenarbeiten, desto weiter werden wir
kommen«.
Während in Venezuela die Gedenkveranstaltungen zum Putschgeschehen
schon am Dienstag begonnen hatten, erklärte Chávez in Havanna: »Für uns
ist der 13. April der wahre Feiertag«. In Venezuela werde an diesem
Datum daher auch der »Tag der Nationalen Würde« begangen. Chávez
erinnerte sowohl an die gefährlichen Stunden des Putsches, als
Todesschwadrone gezielt auf Regierungsmitglieder und bekannten
Sympathisanten der Regierung Jagd machten, als auch an die bewegenden
Momente, nachdem sein Bruder Hugo Chávez in den Präsidentenpalast
zurückkehrte.
Zwischen Venezuela und Kuba habe sich seither eine »Achse des Guten«
etabliert, sagte Chávez in Bezug auf den US-Propagandabegriff einer
»Achse des Bösen«. Die regionale Zusammenarbeit habe sich in den
vergangenen vier Jahren vor allem zwischen diesen beiden Staaten
entwickelt, »weil die Präsidenten Hugo Chávez und Fidel Castro am
ehesten bereit waren, gemeinsame Projekte im Rahmen des ALBA
umzusetzen«. Mit dem ALBA – das Akronym steht für »Bolivarische
Alternative für Lateinamerika« – soll die Entwicklung der Region durch
eine stärkere und vor allem solidarische Zusammenarbeit zwischen den
Staaten gefördert werden. Das von Chávez und Castro entwickelte Modell
will eine Alternative zu dem neoliberalen US-Freihandelsmodell ALCA
bieten.
Die Idee hat inzwischen weitere Anhänger gefunden. »Brasilien,
Argentinien und Uruguay haben bereits bilaterale Wirtschaftsabkommen
mit Venezuela geschlossen«, so Chávez, und nach der Amtsübernahme von
Michelle Bachelet in Chile finde nun eine Annäherung mit ihrer
Regierung statt. »Auch Bolivien wird zunehmend in regionale
Wirtschaftsstrukturen eingebunden«, fügte Chávez hinzu.
Besondere Aufmerksamkeit aber gilt nach wie vor der Kooperation
zwischen Venezuela und Kuba. Ein Joint-venture zwischen der staatlichen
venezolanischen Erdölgesellschaft PdVSA und ihrem kubanischen Pendant
CUPET will auf der Insel eine Erdölraffinierie nahe der Stadt
Cienfuegos wieder in Betrieb nehmen. Gemeinsam werden dafür umgerechnet
bis zu eine Milliarde US-Dollar investiert. Ähnliche
Wirtschaftsprojekte zwischen den beiden Ländern bestehen bereits. In
Venezuela ist ein gemeinsames Bauunternehmen im Rahmen des
Sozialprogramms »Barrio Adentro 2« damit betraut, 600 Diagnosezentren
und 600 medizinische Betreuungszentren zu erreichten. Mittelfristig ist
in Venezuela der Bau einer »Lateinamerikanischen Medizinschule«
geplant, um Ärzte und Krankenhauspersonal kostenlos auszubilden. Die
erste medizinische Hochschule dieser Art besteht in Kuba.
In Anbetracht solcher konkreter Ergebnisse und Erfolge ist die
venezolanische Opposition zunehmend in die Defensive geraten. Zwar
hätte es kurz vor dem Jahrestag des Putsches Versuche gegeben, die Lage
in Venezuela zu destabilisieren. So hätten »kleine Gruppen, vorwiegend
in den reichen Stadtteilen von Caracas Straßen blockiert und zur Gewalt
aufgerufen«. Doch diese Versuche seien weitgehend erfolglos geblieben,
so Adán Chávez.
Quelle: Junge Welt
Von Deisy Francis Mexidor, Havanna / Harald Neuber
14.04.2006 Nicaragua dominiert Mittel-Amerika-Spiele
Nicaragua dominierte die Mittel-Amerika-Spiele, die vom 4. bis 7. März in Managua (Nicaragua) stattfanden.
45 Medaillen, davon 20 goldene, gingen an die Gastgeber, Honduras
folgte mit 24 Medaillen auf dem zweiten Rang. Jessica Aguilera
(Nicaragua) war mit vier Goldmedaillen über 400 Meter flach und Hürden,
sowie mit den 4x100- und 4x400-Meter-Staffeln die erfolgreichste
Teilnehmerin.
08.04.2006 Schweiz hält Stellung in Havanna
Zwei Inseln: Das sozialistische Kuba vor der Nase der USA, die Schweiz
umgeben von 25 EU-Staaten. Beide glauben, die Welt drehe sich um sie -
und irren sich.
Kuba und die Schweiz pflegen ihre stabile Beziehung und setzen auf Kooperation statt auf Konfrontation.
Die Schweiz und Kuba verbindet seit 1959 eine
diplomatische Geschichte, die sich von derjenigen der meisten
europäischen Länder unterscheidet. Seit 1961 vertritt die Schweiz als
Treuhänderin die Interessen der USA gegenüber Kuba, und seit 1991 nimmt
die Schweiz diese Aufgabe auch in der Gegenrichtung wahr.
1962,
mitten in der Kuba-Krise, welche die Welt an den Rand eines Atomkrieges
brachte, erlebte die auf Neutralität und Diskretion basierende
helvetische Diplomatie einen historischen Augenblick.
Am 22.
Oktober 1962 übermittelte August Lindt, Schweizer Botschafter in
Washington, auf Wunsch der US-Regierung dem Schweizer Gesandten in
Havanna eine Depesche für Fidel Castro: "Richten Sie dem Comandante
aus, die US-Luftwaffe werde am künstlich erleuchteten Nachthimmel
Aufklärungsflüge über der Insel durchführen, aber nicht bombardieren."
Zweck
der Flüge war, die in Kuba stationierten sowjetischen Raketen zu
fotografieren. Der Schweizer Gesandte informierte Castro und meldete
lakonisch nach Washington: "Botschaft übermittelt; kein amerikanisches
Feuer zu befürchten."
Die Grenzen der Diplomatie
Die nukleare Konfrontation in Kuba fand nie statt, und
im Verlauf der Jahrzehnte hat die treuhänderische und diplomatische
Funktion der Schweiz im Dreieck Bern-Havanna-Washington an
operationeller Bedeutung verloren.
"Geblieben ist die
Schutzmachtfunktion", erklärt Francesco Ottolini, erster Sekretär der
Schweizer Botschaft in Havanna gegenüber swissinfo.
Besonders markant war der Abbau der Schweizer
Diplomatie in Havanna, als die USA 1977 unter Präsident Jimmy Carter
eine US-Interessenvertretung errichteten.
Das diplomatische
US-Zwitterding zwischen Konsulat und Botschaft beschäftigt in Havanna
50 amerikanische Staatsbürger und rund 500 kubanische Angestellte.
Konstanz zwischen Kuba und der Schweiz
Heute markiert die Schweiz in Kuba eine
europäisch-multilaterale Position, ohne die auf Konzilianz,
Vertraulichkeit und Neutralität basierenden bilateralen Werte zu
vernachlässigen.
Während die Schweiz in Havanna mit Konstanz in
Erscheinung tritt, sind die Beziehungen zwischen der Karibikinsel und
zahlreichen EU-Ländern wie Spanien, Frankreich und Deutschland wegen
Menschenrechts-Verletzungen schwer belastet.
Im Jahre 2003 hatte
Fidel Castro 75 Dissidente zu langen Gefängnisstrafen verurteilt, drei
Männer einer gescheiterten Bootsentführung wurden exekutiert.
Als
Protest fuhren verschiedene EU-Länder ihre Entwicklungs-Zusammenarbeit
mit Kuba zurück und drosselten auch die wirtschaftlichen Beziehungen
mit der Insel.
Protest und Entwicklungs-Zusammenarbeit
Die Schweiz bewegt sich in die Gegenrichtung. Zwar
verurteilte Bern die drakonischen Strafen gegen die Dissidenten und die
Exekutionen, verfolgt jedoch die bilaterale Agenda auf nationaler und
privater Ebene weiter.
Die Schweizer Entwicklungs-Zusammenarbeit
errichtete im Jahre 2000 ein ständiges Büro in Havanna und stockte das
finanzielle Engagement zwischen 2003 und 2005 sogar leicht auf.
Kuba
ist allerdings im regionalen Kontext kein Schwerpunkt der Schweizer
Entwicklungs-Zusammenarbeit. So fliessen allein in Länder wie El
Salvador, Honduras und Guatemala pro Jahr mehr als 40 Millionen Franken
für Entwicklungs-Projekte.
Wissenstransfer zwischen Kuba und der Schweiz
Nachdem Charles Kleiber, Schweizer Staatssekretär für
Bildung und Forschung, Kuba im Februar dieses Jahres besucht hatte, ist
auch an der Front des wissenschaftlichen und akademischen Austausches
zwischen Kuba und der Schweiz mehr Dynamik festzustellen.
Die
Karibikinsel befindet sich in einer Ländergruppe, mit der die Schweiz
die Kooperation mittels Stipendien und Austausch von Wissenschaftern
intensivieren will.
Der konziliante und neutrale Kurs der
Schweiz führt in Kuba nicht immer zum Erfolg. So ist es dem
Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) seit November 1989 nicht
mehr gelungen, politische Gefangene in Kuba zu besuchen.
Menschenrechts-Organisationen
wie Amnesty International und America's Watch gehen davon aus, dass in
Kuba mehr als 300 politische Häftlinge eingesperrt sind.
27.03.2006 Kuba will fünf russische Flugzeuge mit Triebwerken PS-90A erwerben
NISCHNI NOWGOROD, 27. März (RIA Novosti). Die kubanische
Fluggesellschaft Cubana de Aviation hat die Absicht, fünf russische
Flugzeuge zu erwerben, die mit Triebwerken PS-90A versehen sind.
"Kuba bestätigte sein Interesse am Erwerb von fünf neuen russischen
Flugzeugen mit diesen Triebwerken. Es geht um zwei Maschinen Il-96-300,
zwei Tu-204-100 und eine Tu-204S. Somit umfasst die neue Bestellung von
Permer Triebwerken für die kubanische Fluggesellschaft unter
Berücksichtigung der Reservetriebwerke 18 Stück", teilte ein Sprecher
des Pressezentrums des Permer Motorenbaukomplexes am Montag mit.
Cubana de Aviation hatte bereits zwei Flugzeuge Il-96-300 mit Permer
Triebwerken erhalten. Das erste Flugzeug wurde im November 2005 und das
zweite in diesem März übergeben.
"Der jüngste Flug einer Maschine aus Moskau nach Havanna dauerte
mehr als zwölf Stunden. Sie legte über 10 000 Kilometer zurück. Die
kubanische Besatzung war mit den Permer Triebwerken zufrieden", sagte
der Gesprächspartner der Agentur.
Die Triebwerke für Flugzeuge der Fluggesellschaft Cubana de Aviation
wurden im Permer Motorenbauwerk im Rahmen eines Vertrages zwischen der
russischen Leasinggesellschaft Iljuschin Finance Co und der kubanischen
staatlichen Firma Aviaimport SA hergestellt.
Das PS-90A gilt heute als modernstes russisches Triebwerk der
jüngsten Generation für Flugzeuge der Zivilluftfahrt und der
Transportfliegerkräfte. Diese Triebwerke werden beim
Langstreckenpassagierflugzeug Il-96-300, den Mittelstreckenflugzeugen
Tu-204 und Tu-214 sowie den Transportflugzeugen Il-76 eingesetzt.
Der Permer Motorenbaukomplex ("Permskije motory") stellt eine Gruppe
von Betrieben der Luft- und Raumfahrtindustrie dar, die zu einer
einheitlichen technologischen Kette für Entwicklung und Produktion von
Flugzeug- und Raketentriebwerken, Hubschraubergetrieben und
-transmissionen vereinigt wurden. Die Hauptbetriebe des Komplexes sind
OAO Aviadwigatel, OAO Permski motorny sawod und OAO Reduktor-PM.
26.03.2006 Im Land der Seen und Vulkane
Für Abenteurer und Entdecker: Nicaragua im Herzen Zentralamerikas
Es sind Liebesgeschichten der besonderen Art, die dieses Land zu
erzählen weiß. Einst, so berichten die Nachfahren der indigenen
Ureinwohner Nicaraguas, lebten hier zwei verfeindete Indianerstämme.
Eines Tages verliebte sich eine schöne Häuptlingstochter in einen
tapferen Krieger vom gegnerischen Stamm. Das Paar entschloß sich zu
fliehen, doch auf der Flucht wurde der Krieger getötet. Die
Häuptlingstochter war untröstlich, nahm seinen Dolch und erstach sich.
Das Blut, das aus beiden Körpern rann, bildete den Nicaragua-See. Aus
dem Leichnam des Kriegers formte sich die Insel Zapatera, und aus den
Brüsten der Häuptlingstochter entstanden die Vulkane Madera und
Concepción auf der Insel Ometepe. Die beiden verfeindeten Stämme
ertranken in dem Meer aus Blut - aus ihren Überresten bildeten sich
kleine Inselchen: das Solentiname-Archipel im Süden des Nicaragua-Sees
und die Isletas nahe der Stadt Granada am nördlichen Seeufer.
Sinn für Romantik und Poesie, den haben die Bewohner Nicaraguas auch
heute noch. Der Tourismus freilich steckt noch in den Kinderschuhen.
Der 164 Kilometer lange und 72 Kilometer breite Nicaragua-See und die
Kolonialstadt Granada sind Ziele, die heute noch vornehmlich von
entdeckungslustigen Individualreisenden erkundet werden - doch die
Nachfrage steigt. Denn Nicaragua, das Land der Seen und Vulkane, bietet
nicht nur unbeschwerten Naturgenuß, sondern auch die Begegnung mit
offenen und freundlichen Menschen, die in Besuchern noch nicht den
wandelnden Geldbeutel sehen. Nachdem die Tourismus-Angebote auf
Ometepe, der größten Insel im Nicaragua-See und der zehntgrößten
Binnensee-Insel der Welt, lange nur auf Rucksackreisende ausgerichtet
waren, finden sich mittlerweile auch Mittelklasseangebote. Sonia
Kofler, eine 41jährige Österreicherin, die im Alter von 23 Jahren nach
Nicaragua ausgewandert ist, leitet heute eine Bungalowanlage am Strand
von Santo Domingo: "Viele unserer Gäste bleiben nur zwei oder drei
Tage, aber sie merken dann, daß sie eigentlich mehr Zeit bräuchten, um
die Insel kennenzulernen."
"Nicaragua ist ein wunderschönes Reiseland, aber man braucht ein
bißchen Entdeckergeist und Abenteuerlust dafür", erklärt Carlos Mejía
Kornfeld, ein Nicaraguaner, der 1971 in Wien geboren wurde und teils in
Europa, teils in Nicaragua aufgewachsen ist. Er führt seine Gäste nicht
nur nach Ometepe, sondern auch zum Vulkan Masaya. Eine gut ausgebaute
Straße führt fast bis zum Kraterrand hinauf - vorbei an Feldern mit
erkalteter Lava, die von verschiedenen Eruptionen stammt. Die stark
schwefelhaltige Luft ganz oben brennt in den Augen und sticht in der
Lunge - doch der Blick in den Schlund des Vulkans ist überwältigend.
Das In-Reiseziel in Nicaragua ist die Stadt Granada. Die 1524
gegründete Ansiedlung gilt als die koloniale Perle Nicaraguas und
gehört zum Unesco-Welterbe. Besonders sehenswert sind die Kirchen "La
Merced", die 1783 vollendet wurde, und San Francisco. In dem im 16.
Jahrhundert errichteten leuchtendblauen San Francisco-Komplex findet
sich ein Kloster nebst einem Museum, in dem präkolumbische Figuren
ausgestellt werden, die zum Teil von der Zapatera-Insel stammen.
Auch die von Kolonialarchitektur geprägte, ehemalige Hauptstadt León
sowie die Städte Estelí und Matagalpa im gebirgigen Norden des Landes
lohnen einen Abstecher. Und in der Nähe von San Juan del Sur entpuppt
sich Nicaragua gar als ein pazifisches Strandparadies.
Quelle: Berliner Morgenpost von Rainer Heubeck
21.03.2006 Fidel Castro kommt wieder auf den Zucker
Aufgrund steigender Weltmarktpreise schickt Fidel Castro die Kubaner
zurück an die Zuckerfront. Vor knapp einem Jahr hatte der
Revolutionsführer noch das Ende der Zuckerproduktion auf Kuba
ausgerufen. Inzwischen ist auch das Nationalgetränk knapp.
HB HAVANNA. Vor genau einem Jahr hatte Präsident Fidel Castro das
Ende der 300jährigen Geschichte der Zuckerinsel Kuba ausgerufen. Nach
dem Zerfall der Sowjetunion war der größte und verlässlichste Abnehmer
des kubanischen Zuckers weg gefallen und die Produktion des weißen
Goldes auf der größten Antilleninsel Jahr für Jahr zurückgegangen. Vor
wenigen Tagen musste der ergraute Revolutionsführer erkennen, dass er
das Ende zu früh proklamiert hatte. Weil in den vergangenen Monaten die
Zuckerpreise auf dem Weltmarkt gestiegen sind, will Kuba seine früheren
Zuckerrohrfelder rasch wieder rekultivieren. Denn: Wegen des
Zuckermangels ist auch die Produktion dem Rums eingebrochen.
„Dieses Land wird niemals wieder vom Zucker leben.“ Mit dieser
grundsätzlichen Feststellung hatte Castro im März des vergangenen
Jahres seine Landsleute überrascht. „Diese Kultur gehörte in die Zeit
der Sklaverei und in die Zeit eines Volkes voll von halben
Analphabeten“, hatte er erklärt. Die wirtschaftliche Zukunft gehöre den
Dienstleistungen und den Produkten mit größerem Wert - vor allem dem
Öl. Diese Erkenntnis soll nun so nicht mehr gelten. Die Kubaner müssen
wieder zurück in die von Castro gerade verteufelten Zeiten. Nach
Angaben des Zuckerministers, Ulises Rosales del Toro, wurde in der
vergangenen Woche die Zuckerproduktion von 7000 auf 14 000 Tonnen
verdoppelt. „Stimulierend“ für die Ausweitung sei eine von Castro
geleitete Sitzung der Regierung und der Kommunistischen Partei im
Februar gewesen, sagte der Minister. Dort forderte der kubanische
Präsident rasches Handeln. Alle Mittel sollten auf die Zuckerrohrernte
konzentriert werden, berichtete das Parteiorgan „Granma“.
Laut Plan will Kuba 2006 insgesamt
1,5 Millionen Tonnen Zucker herstellen (2003: 2,5 Millionen Tonnen),
davon 700 000 Tonnen für den eigenen Gebrauch. Doch ob das zu schaffen
sein wird, ist nach Meinung von Experten fraglich. Die Zuckerfabriken
sind veraltet und teilweise in einem ruinösen Zustand. Im Rahmen der
Umstrukturierung wurde seit 2002 die Hälfte der Anlagen stillgelegt, 62
Prozent der Flächen für den Anbau anderer Kulturen verwendet und 120
000 Arbeiter umgeschult. In den guten alten Zeiten hatte die
Zuckerindustrie rund 500 000 Arbeitern ein Auskommen gegeben, insgesamt
lebten rund zwei Millionen Menschen von ihr. In den 70er und 80er
Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden im Schnitt pro Jahr sieben
Millionen Tonnen produziert, in den 90er Jahren sank die Produktion auf
vier Millionen Tonnen, und 2003 erbrachte die Zuckerernte nur noch 2,5
Millionen Tonnen.
Eine besonders empfindliche Folge des Niedergangs der
Zuckerindustrie haben die Kubaner bereits zu spüren bekommen: Wegen des
Mangels an aus Zucker hergestelltem Alkohol herrsche nun auch Mangel an
Rum, berichtete die Wochenzeitung der Gewerkschaften „Trabajadores“. Im
Januar 2006 waren nur 248 000 Liter des Nationalgetränks in Havanna
verkauft worden, rund 200 000 Liter weniger als im Jahr zuvor. „Die
Konsumenten hoffen auf eine schnelle Lösung des Problems“, hieß es.
16.03.2006 Che Guevaras Tochter ist zu Gast
Zu einer Kuba-Woche, bei der Dr. Aleida Guevara zu Gast ist, lädt die Linke Liste Wiesbaden ein
Aleida Guevara ist die älteste Tochter des legendären kubanischen
Revolutionsführers Ernesto "Che" Guevara aus dessen zweiter Ehe mit
Aleida March. Die 46-Jährige arbeitet in Kuba als Ärztin.
Am Montag, 20. März, 19.30 Uhr, berichtet Aleida Guevara um
19.30 Uhr im Pariser Hoftheater (Spiegelgasse 9) über "Kuba - Tradition
und Perspektive". Ebenfalls zu Gast ist an diesem Abend die
Tanzlehrerin Ann Rodriguez Ojeda. Die Moderation übernimmt Walter
Wigand. Eintritt: drei Euro. Karten beim Pariser Hoftheater, montags
bis freitags von 17 bis 19 Uhr (Telefon 0611 /30 06 07) oder bei
Tickets für Rhein-Main, Kirchgasse.
Am Dienstag, 21. März, berichtet Aleida Guevara um 19.30 Uhr im
Bürgerhaus Kastel über das kubanische Gesundheitswesen. Eintritt frei.
Am Donnerstag, 23. März, geht es im Hilde-Müller-Haus am
Wallufer Platz, um 19.30 Uhr um die Frage, ob Lateinamerika im Aufbruch
ist. Es referieren der Generalkonsul von Venezuela aus Frankfurt, César
Méndez und Aleida Guevara. Eintritt frei.
Und am Freitag, 24. März, findet im Jugendzentrum in der
Kasteler Reduit eine kubanische Salsa Party statt, bei der Aleida
Guevara die Begrüßung spricht. Die Party startet um 21 Uhr, es spielt
Salsamorgana. Einlass ist um 20 Uhr, um 20.30 Uhr gibt es einen
kostenlosen Salsakurs. Der Eintritt zur Party kostet fünf Euro.
16.03.2006 4. Weltwasserforum beginnt in Mexiko-Stadt
Mit einem Appell zur gerechten Verteilung der knappen Wasservorräte hat
das 4. Weltwasserforum in Mexiko-Stadt begonnen. «Der Kampf für das
Wasser ist der Kampf gegen die Armut», sagte der mexikanische Präsident
Vicente Fox.
Fox forderte die Weltgemeinschaft auf, Massnahmen zur Beseitigung
des zunehmenden Wassermangels zu ergreifen. Vor allem müsse auch den
Armen der Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht werden.
Angesichts
der sich zuspitzenden Wasserproblematik warnte der Leiter des
UNO-Umweltprogramms, Klaus Töpfer, vor Wasserkriegen in der Zukunft.
Auch der Vorsitzende der Organisation für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), José Angel Gurria, sagte im
mexikanischen Radio, die Wasser-Problematik werde sich in der nächsten
Zeit erheblich verschärfen.
Bei der Mammutveranstaltung
diskutieren 13 000 Politiker und Fachleute aus 120 Ländern eine Woche
lang über die Zukunft der Wasservorräte in der Welt.
Das Motto der Veranstaltung lautet: «Lokale Aktionen für eine
globale Herausforderung». Dabei geht es auch um die Frage, ob das
Wassermanagement künftig mehr der Privatwirtschaft überlassen werden
oder in staatlichen Händen bleiben sollte.
Am Forum nimmt auch eine Schweizer Delegation teil, die vom
Stellvertretenden DEZA-Direktor Remo Gautschi angeführt wird. Nach dem
Willen der Schweiz soll die Rolle der Lokalbehörden und -parlamente bei
der Erklärung der Ministerkonferenz zum Abschluss des Forums
unterstrichen werden.
Mehrere internationale Nichtregierungsorganisationen (NGO) kündigten
an, in Mexiko gegen eine Privatisierung des Wassers protestieren zu
wollen.
Über eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem
Trinkwasser. Täglich sterben rund 35 000 Menschen an den Folgen des
Wassermangels.
Nach Angaben des Weltwasserrates, der die Wasserforen seit 1997 alle
drei Jahre organisiert, sind von dem katastrophalen Mangel
hauptsächlich die Entwicklungsländer in Asien, Lateinamerika und Afrika
betroffen. (sda)
13.03.2006 MAZ verlost Freikarten für Fußball-WM
Die Märkische Allgemeine Zeitung verlost dreimal zwei Freikarten für die Partie Costa Rica gegen Polen am 20. Juni in Hannover.
Dazu müssen Sie, folgende Frage richtig beantworten: Wie oft stand Costa Rica in einer WM-Endrunde?
Antwort per Post, Stichwort: "WM-Karten", mit Name, Anschrift,
Telefonnummer an MAZ-Lokalredaktion, St.-Annen-Straße 38, 14776
Brandenburg. Am Mittwoch, 15. März, wird gezogen. Casting-Bewerbung für
die MAZ-Glücksfee, heute, 15 bis 16 Uhr, 0 33 81/52 56 22.
03.03.2006 Stohl beim Shake-down in Mexiko Zweitschnellster
Die "Corona Rally Mexico", der dritte Lauf zur Rallye-WM, hat sich
schon beim Shake-down am Donnerstag in ihrer ganzen Härte präsentiert.
Die Höhenlage in Verbindung mit der hohen Lufttemperatur verlangt
Piloten und Fahrzeugen alles ab. Der Wiener Manfred Stohl zeigte jedoch
schon auf den ersten Testkilometern, dass er mit einer Topplatzierung
liebäugeln darf.
Nur Solberg war schneller
Trotz
hoher Lufttemperaturen von rund 30 Grad lieferte der OMV-Pilot im
Shake-down eine hervorragende Vorstellung ab. In 4:31,1 Minuten war er
lediglich um eine Zehntelsekunde langsamer als der norwegische
Bestzeithalter Petter Solberg (Subaru).
"Bozian Racing hat den
Peugeot optimal auf die Bedingungen hier vorbereitet. Wir haben schon
im Shake-down gesehen, dass hier einiges möglich ist. Ich selbst muss
mich nur darauf einstellen, dass sich das Auto sehr träge anfühlt.
Manchmal komme ich mir wie in einem Gruppe-N-Boliden vor. Aber davon
darf man sich nicht aus dem Rhythmus bringen lassen", erklärte Stohl.
03.03.2006 Mexikos Stahl- und Bergarbeiter haben Streik beendet
MEXIKO STADT (Dow Jones)--Mexikos Stahl- und Bergarbeiter haben am
Donnerstag die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem sie am Vortag
landesweit mit einem Streik ihre Unterstützung des Gewerkschaftsführers
Napoleon Gomez Urrutia bekundet hatten.
Der Silberproduzent Industrias Penoles SA, das
Kupferminenunternehmen Grupo Mexico SA und der Stahlerzeuger Altos
Hornos de Mexico SA (Ahmsa) erklärten, dass ihre Anlagen nicht mehr
bestreikt würden. Im Pazifikhafen Lazaro Cardenas, Sitz der
mexikanischen Tochter von Mittal Steel Co und von Grupo Villacero, sind
die Arbeiter nach einem Marsch durch das Hafengelände wieder in ihre
Betriebe zurückgekehrt. Die Metall- und Berarbeitergewerkschaft hat
eigenen Angaben zufolge zur Wiederaufnahme der Arbeit aufgefordert. Das
Arbeitsministerium hatte den Streik für illegal erklärt.
Dem Ausstand waren Unruhen in der Industrie vorausgegangen,
nachdem am 19. Februar durch eine Explosion in einer Kohlemine 65
Bergarbeiter ums Leben gekommen waren. Gleichzeitig erreichte der
Machtkampf zwischen Gewerkschaftschef Gomez Urrutia und seinem
Herausforderer Elias Morales einen Höhepunkt. Die Gewerkschaft fordert
vom Arbeitsministerium, dass es die Anerkennung von Morales
zurückzieht. Gomez Urrutia hatte seine Position 2002 von seinem
verstorbenen Vater übernommen und ist für eine sechsjährige Amtszeit
gewählt worden. Er steht in der Kritik wegen der Verteilung von 55 Mio
USD, die im vergangenen Jahr von Grupo Mexico im Zusammenhang mit der
1990 erfolgten Privatisierung der Minen Cananea und La Caridad gezahlt
worden waren. Nach Angaben eines Regierungssprechers ermittelt die
Generalstaatsanwaltschaft wegen angeblicher Korruption in der
Gewerkschaft. DJN/DJG/bdz/3.3.2006
28.02.2006 Dresdner Kapellknaben singen auf Kuba
Die Dresdner Kapellknaben starten heute zu einer einwöchigen Konzertreise nach Kuba.
Die 50 Sänger werden unter anderem in der Kathedrale von Havanna
und der Residenz des deutschen Botschafters singen, wie das Bistum
Dresden-Meißen mitteilte. Auf dem Programm stehen zudem Treffen mit
katholischen Kirchengemeinden sowie ein gemeinsames Konzert mit einem
kubanischen Kinderchor. Die Initiative zu der Reise kam von einem
Priester aus dem Bistum, der seit rund zehn Jahren auf Kuba lebt.
23.02.2006 Arias gewinnt Wahl in Costa Rica
Der
Träger des Friedensnobelpreises und ehemalige Staatspräsident Oscar
Arias hat die Präsidentschaftswahl im mittelamerikanischen Land Costa
Rica gewonnen.
Dem offiziellen Wahlergebnis zufolge hat Arias
einen Vorsprung von rund 18’000 Stimmen vor dem Zweitplatzierten Otton
Solis. Die Stimmen waren angesichts des äusserst knappen Ausgangs per
Hand nachgezählt worden.
Arias war bereits von 1986 bis 1990 Präsident gewesen. Im Jahr1987
erhielt er den Nobelpreis für seine Bemühungen um Friedensgespräche,
die schliesslich den Krieg in El Salvador und Nicaragua beendeten.
Im Wahlkampf trat er für ein Freihandelsabkommen mit den USA ein.
Costa Rica ist dank einer boomenden Öko-Tourismus-Industrie
vergleichsweise wohlhabend; die Löhne sind relativ hoch und ziehen
Arbeitskräfte aus Nicaragua und El Salvador an. Dennoch leben 20
Prozent der vier Millionen Einwohner unter der Armutsgrenze. (raa/ap)
20.02.2006 Leben und Investieren in Nicaragua
Das Buch Living and Investing in the new Nicaragua liegt bereits in der
zweiten Auflage vor und verspricht praktische Informationen für
potentielle Auswanderer nach Nicaragua - einer ungewöhnlichen
Destination, deren Popularität im Wachsen begriffen ist. Hält dieser
"Guide" sein Versprechen?
Nicaragua ist ein zentralamerikanisches Land, das vor allem für
politische Turbulenzen und Verfehlungen der US-Außenpolitik bekannt
ist: Contra-Affäre versus Sandinistas. Doch aufgrund seiner Lage neben
den langsam überlaufenen Top-Destinationen für Auswanderer aus den USA
und Europa, Costa Rica und Panama, machte das Land in den letzten
Jahren eine rapide Entwicklung durch. Insbesondere im schönen Cordoba
am riesigen Nicaragua-See lebt mittlerweile eine über 1000-köpfige
Einwanderer-Gemeinschaft und verzeichnet ein rasantes Wachstum. Die
Immobilienpreise verdreifachten sich innerhalb kurzer Zeit, doch ein
richtiger Boom steht noch aus. Viele Investoren warten die nächsten
Wahlen im Herbst dieses Jahres ab, bei denen die sozialistischen
Sandinista die Macht vollends übernehmen könnten. Doch ist auch dieser
lateinamerikanische Sozialismus mittlerweile relativ zahm - die Spitzen
der Partei sind heute Geschäftsleute, die aufgrund der weitgehenden
Kontrolle der Justiz durch Sandinistas große Vermögen anhäufen konnten.
Christopher Howard's Living and Investing in the New Nicaragua
beginnt gleich mit einem Etikettenschwindel: Der eigentliche Autor wird
erst auf der ersten Seite enttarnt, es ist Tim Rogers, Herausgeber der
kleinen englischsprachigen Zeitung in Nicaragua, Nica Times. Obwohl das
Buch bereits in der zweiten Auflage erscheint, wimmelt es nur so von
Druckfehlern - und auch kleineren faktischen Fehlern. Die Gestaltung
des Textes ist unprofessionell und man merkt, wie ein dünnes Elaborat
auf 310 Seiten ausgedehnt wurde - bei 5 Sätzen pro Seite.
Bei einem Preis von etwa €22 kann das Handbuch ohne
Übertreibung als Katastrophe bezeichnet werden. Allein beim praktischen
Teil über das Alltagsleben vermag der Autor ein wenig den Eindruck zu
erwecken, dass er das Land kennt, wenngleich es teilweise ins Peinliche
abgleitet: "Gringo" auf der Suche nach junger, hübscher
Lateinamerikanerin.
Nützlich ist ein Adressen- und Telefonverzeichnis, wobei
angesichts der mit "113350.2341@comouserve.com" angegebenen
Emailadresse der österreichischen Botschaft die Zuverlässigkeit der
Angaben fraglich ist. Die Informationen zum Immobilienerwerb sind
rudimentär, wenngleich sicherlich eine gute erste Einführung. Die
Angaben zur Gründung eines Unternehmens lassen zweifeln, ob Nicaragua
tatsächlich ein geeigneter Boden für Investitionen ist: Die Gebühren
werden mit €2.300 veranschlagt, ohne die Kosten des dringend
empfohlenen (und wohl notwendigen) Anwalts; das Prozedere erfordert
sechs verschiedene Bewilligungen und wird als "tedious" (mühsam)
umrissen. Kein Wunder, dass auf der nächsten Seite für die
Unternehmenszulassung in Panama geworben wird.
Einzig der Bürgermeister von Cordoba hat sich dem Kampf
gegen die Bürokratie verschrieben, doch die Mühlen mahlen gerade in
Lateinamerika langsam. Wie der Autor anführt, sind nur etwa 3 von 10
Auswanderer in Lateinamerika als Unternehmer erfolgreich. Da ist es ein
schwacher Trost, dass die Arbeitskräfte in Nicaragua sehr billig sind.
Eine Vollzeit-Haushälterin verdient €60 im Monat, ein Bauarbeiter
€80-160 (bei einer 48 Stunden-Woche). Angesichts der hohen
Regulierungsdichte, insbesondere im Arbeitsrecht, geht offenbar nichts
ohne einheimischen Juristen (oder Schmiergeld - was allerdings offenbar
gerade bei Ausländern scharf geahndet wird).
Im Gegensatz zu seinen Nachbarn macht Nicaragua "perpetual
tourists" noch keine Probleme, also jenen, die ihr (dreimonatiges)
Touristenvisum ständig erneuern, anstatt sich offiziell niederzulassen.
Alles in allem, bietet wohl jeder Reiseführer eine bessere
Einführung in das Land. Wer allerdings eine gute Zusammenstellung der
wichtigsten praktischen Fragen (mit leichtem Fokus auf US-Amerikaner)
als erste Einführung sucht, erhält für sein Geld eine etwa
zweistündige, einfache Lektüre. Wen zudem die für das Thema typische
Schlampigkeit (fast schon Schmierigkeit) nicht stört, wie sie auch fast
jede Website zum Thema Auswandern kennzeichnet, dem könnte man das Buch
sogar fast - mit obigen Einschränkungen - empfehlen.
13.02.2006 Schweizer Interesse an Kubas Biotechnologie
Am Montag reist eine Schweizer Delegation nach Kuba. Ziel des
einwöchigen Besuchs ist eine verstärkte Zusammenarbeit in der
Biotechnologie-Forschung.
"Es gibt sehr wenige Beziehungen zwischen Kuba und der
Schweiz im Gebiet der Forschung, und ich denke, es ist Zeit, unsere
Zusammenarbeit zu verstärken", führt Charles Kleiber im Gespräch mit
swissinfo aus.
"Wir wollen uns vor Ort über den Stand der
Biotechnologie-Forschung informieren und schauen, was wir von Kuba
lernen können", so Kleiber weiter.
Die Schweizer Delegation
besteht neben dem Staatssekretär aus zwei Wissenschaftern der
Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne und dem Rektor der
Universität Basel.
Exporte in mehr als 50 Länder
Beobachter weisen darauf hin, dass Kuba nach dem
Zusammenbruch der Sowjetunion und unter dem Druck des amerikanischen
Handelsembargos gezwungen gewesen sei, im Gesundheitsbereich nach
eigenen Lösungen zu suchen.
Im Sektor Biotechnologie gehört Kuba
zu den führenden Ländern der Dritten Welt. Das Land exportiert Produkte
in mehr als 50 Länder, hauptsächlich nach Lateinamerika, Osteuropa und
Asien.
Ein Schwerpunkt der kubanischen Biotechnologie sind
Impfungen. So haben kubanische Forscher die bislang einzige Impfung
gegen einen bestimmten Stamm der Meningitis entwickelt.
Kubanischen
Forschern gelingen immer wieder beeindruckende wissenschaftliche
Fortschritte. Zurzeit konzentrieren sich die Bestrebungen auf die
Entwicklung von Impfstoffen gegen das Dengue-Fieber, gegen Aids,
Cholera und Krebs.
Der Pharmagigant GlaxoSmithKline will
demnächst mit einem in Kuba entwickelten Meningitis B-Impfstoff
klinische Versuche beginnen. Experten gehen davon aus, dass auch
schweizerische Firmen in Zukunft ähnlich gelagerte Aktivitäten
entfalten könnten.
Das grosse Interesse Castros
"Wenn es eine Möglichkeit gibt, im Bereich der
Forschung enger zusammenzuarbeiten, dann werden wir dies tun", sagt
Charles Kleiber. Bei seinem Besuch wird er den Minister für Hochschulen
und Forschung sowie den Aussenminister treffen.
"Kuba ist ein
Sonderfall und spielte im Kalten Krieg eine historische Rolle", erklärt
Kleiber. "Jetzt sprechen auch die Kubaner von der Nach-Fidel-Periode.
Auch hier müssen wir schauen, wie sich das Land entwickelt."
Gemäss
einer Studie gründet der Erfolg Kubas auf langjährigen Investitionen in
die Bildung und Forschung. Ein anderer Grund ist das grosse Interesse
von Staatschef Fidel Castro an der Biotechnologie.
12.02.2006 Forschungszusammenarbeit mit Kuba soll gestärkt werden
Bern. SDA/baz. Der Staatssekretär für Bildung und Forschung, Charles Kleiber, besucht ab Montag für fünf Tage Kuba.
Er will die Forschungszusammenarbeit mit dem Land in der Biotechnologie und dem Städtebau verstärken.
Kleiber werde sich mit zwei Ministern treffen und verschiedene
Forschungszentren besuchen, sagte Claudio Fischer, Leiter des Ressorts
bilaterale Forschungszusammenarbeit im Staatssekretariat für Bildung
und Forschung (SBF), zu einem Artikel in der Zeitung «24 Heures».
Die Schweizer Delegation besteht aus acht Personen.
Bereits im Dezember 2002 hatte eine Schweizer Delegation Kuba
besucht. Damals hatte Kleiber die Fortschritte Kubas im Städtebau und
öffentlichen Gesundheitswesen hervorgestrichen.
Die Schweiz finanziert seither zwei Projekte in der Onkologie und
der Städteplanung mit. Kleiber will anlässlich seiner Reise in den
Gesprächen auch Möglichkeiten prüfen, um die Mobilität kubanischer
Studenten und Doktoranten zu vergrössern.
10.02.2006 Auf einen Kaffee nach Kuba
Der kleine Ort Las Terrazas westlich von Havanna hat sich zum
ökotouristischen Ausflugsziel entwickelt. Wie im 18. Jahrhundert wird
hier wieder Kaffee angebaut.
Von Andreas Heimann
Es sieht ganz kuschlig aus bei Maria Hernandez. Ein Schaukelstuhl
steht neben dem Tisch, im kleinen Nebenzimmer kocht schon der Kaffee.
Marino Meranda hilft, ihn zu servieren. Die beiden alten Herrschaften
arbeiten in einem Café in Las Terrazas, das auch ihr Wohnzimmer sein
könnte. Doch meistens sitzen an ihrem Tisch Touristen. Las Terrazas,
ein Stück westlich von Havanna, entwickelt sich zum Ausflugsziel. Vor
20 Jahren hätte das noch kaum jemand für möglich gehalten.
Die Gemeinde ist heute Teil des Biosphären-Reservates Sierra del
Rosario der Unesco und ein ökotouristisches Vorzeigeprojekt. Das
Naturschutzreservat liegt im «Schwanz des Krokodils», ganz in Kubas
Westen also. Die Provinz Pinar del Rio ist vor allem eines: grün. Die
Landschaft ist von hügeligen Mittelgebirgen durchzogen und bewaldet -
jetzt wieder. Denn das Naturschutzgebiet rund um Las Terrazas ist ein
Wiederaufforstungsprojekt. Tausende von Bäumen sind in den vergangenen
Jahren gepflanzt worden.
In der Kolonialzeit fiel dem Raubbau an der Natur
vor allem der Wald zum Opfer: Das Holz wurde für den Schiffbau
gebraucht, der Boden für Zucker- und Kaffeeplantagen - so wie in Las
Terrazas. «Im 18. Jahrhundert brachten die Franzosen Kaffeepflanzen
hierher», erzählt Alexis Lopez. «Bald darauf arbeiteten 120 Sklaven auf
den Feldern und wohnten in den Baracken daneben.» Ihre Geschichte war
schon fast vergessen. Inzwischen wird wieder an sie erinnert. Sogar
Kaffee wird wieder angebaut, allerdings nur noch in vergleichsweise
kleinem Stil.
Die Secaderos von einst wurden rekonstruiert, die Trockenflächen,
auf denen die Kaffeebohnen in der Sonne ausgebreitet wurden. In einer
Hütte mit Palmendach ist auch noch ein Mühlstein zu sehen, der früher
von Zugtieren bewegt wurde, um die Kaffeebohnen auf diese Weise zu
schälen. «Bis ungefähr 1850 wurden die Bohnen nur geschält exportiert»,
sagt Lopez, der Besuchergruppen durch die alte Plantage führt. Anders
als früher werden auch keine Robusta-Sorten angepflanzt, sondern nur
Arabica, «weil die unter ökologischen Gesichtspunkten besser sind.»
Übernachtungen sind zum Beispiel im
Vier-Sterne-«Hotel Moka» möglich, mitten im dichten Grün. Pinar el Rio
hat auch unter botanischen Gesichtspunkten einiges zu bieten:
Almancigo-Bäume zum Beispiel gibt es immer wieder zu sehen. «Wir nennen
sie Touristen-Bäume», sagt Alexis Lopez, «weil ihre Rinde so stark
blättert - wie helle Haut beim Sonnenbrand.» In der Lobby des «Hotel
Moka» ragt ein mehr als 100 Jahre alter Johannisbrotbaum bis durch das
Dach des Hauses, und von den 26 Zimmern aus fällt der Blick auf Teak-
und Mahagonibäume.
Nicht einmal 1000 Einwohner hat die Gemeinde Las Terrazas. «60
Prozent von ihnen arbeiten im Tourismus», erzählt Lopez. Viele Besucher
kommen in das Naturreservat allerdings nicht um zu übernachten, sondern
vor allem, um zu baden: Der Rio San Juan plätschert hier durch grünes
Dickicht. An dem kleinen Fluss haben es sich gleich mehrere Familien
gemütlich gemacht. Die einen sitzen auf den Felsen in der Sonne, die
anderen schwimmen durch das angenehm warme Wasser.
Ein kleiner Wasserfall reizt vor allem Kinder, die sich kopfüber
durch die Stromschnellen spülen lassen. Eigentlich wirkt das alles
völlig idyllisch - dass in der Nähe irgendwann einmal Sklaven auf den
Kaffeefeldern geschuftet haben, ist schnell vergessen. (dpa/gms)
09.02.2006 Kuba setzt auf höhere Einfuhren
Finanzierung ist wegen guter Wirtschaftsdaten gesichert – vorerst Kuba
weitet derzeit seine Importe stark aus. Trotz des aktuellen
Konjunkturaufschwungs könnte dies finanzielle Probleme aufwerfen.
Dieser
Tage unterzeichneten Pedro Alvarez, der Direktor der kubanischen
Lebensmittelimportfirma Alimport, und David Anderson, Vorsitzender der
US-Getreidevereinigung, eine Absichtserklärung über den Kauf von 700
000 Tonnen Mais. Die Lieferung, die im Laufe des Jahres in kubanischen
Häfen gelöscht werden soll, hat einen Wert von auf rund 100 Millionen
US-Dollar. Der Chefeinkäufer der Regierung Castro kündigte dabei an,
die Lebensmittelimporte seines Landes werden 2006 den Wert des
Vorjahres – 540 Millionen Dollar – übersteigen.
Seit der Aufnahme
der Importe aus den USA im Jahr 2001 wurden regelmäßig ordentliche
Zuwächse verzeichnet. Längst sind die Vereinigten Staaten Kubas
wichtigster Lebensmittellieferant. Dabei muss der kleine Inselstaat
Cash zahlen. Deshalb werden die Einfuhren oft mit teuren kurzfristigen
Krediten von Banken aus Drittländern finanziert. Gleichwohl ist die
Gesamtzahl derartiger Kontrakte seit 18 Monaten rückläufig. Dank
erfolgreicher Umschuldungen belaufen sich die kurzfristigen
Verbindlichkeiten auf noch 23 Prozent der Gesamtschulden, erläutert
Juan Triana, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Havanna.
Der sinkende Finanzdruck ist auch auf die guten Wirtschaftsdaten
zurückzuführen. Nach einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP)
von 5,4 Prozent im Jahr 2004 gab es 2005 nach Angaben von
Wirtschaftsminister José Luis Rodríguez ein rekordverdächtiges Plus von
11,8 Prozent. Den Aufschwung verdankt Kuba vor allem dem Boom im
Tourismussektor und in der Nickelbranche. Allerdings sind die Zahlen
auch durch Änderungen in der Statistik verzerrt. So werden nun
Sozialleistungen, Investitionen in das Gesundheits- und Bildungswesen
sowie der Auslandseinsatz von Abertausenden von Ärzten und
Krankenschwestern, unter anderem in Venezuela, bei der Berechnung des
BIP berücksichtigt. Kritiker sprechen von einer eigenwilligen
Buchführung.
Gleichwohl sieht die finanzielle Situation Kubas auch real
besser aus, wie auch die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika,
CEPAL, mitteilt. Die gute Konjunktur sowie Direktinvestitionen aus
Kanada, China und Venezuela haben zu einem ungewohnten Devisenpolster
von 860 Millionen US-Dollar geführt. Dieses schmilzt derzeit allerdings
schon wieder. Im Zusammenhang mit einem Umbau der Energieversorgung
wurden für rund eine halbe Milliarde US-Dollar in Korea, Dänemark und
anderswo Generatoren geordert. Zudem sollen moderne, energiesparende
Haushaltsgeräte wie Herde, Ventilatoren, Reiskocher usw. eingeführt
werden. Langfristig verspricht sich Havanna von dem Programm, das Fidel
Castro als »Revolución energética« bezeichnet, einen geringeren
Stromverbrauch und dadurch auch geringere Kosten. Mit den anvisierten
Einsparungen soll unter anderem der Import moderner Lokomotiven für das
marode Eisenbahnnetz und von 1000 neuen Bussen finanziert werden. Fidel
Castro taxierte in einer Rede Ende Januar die Kosten auf eine Milliarde
US-Dollar und sicherte den chinesischen Lieferanten pünktliche
Bezahlung zu.
Ob die Rechnung aufgeht, ist indes unklar. Denn es gibt
auch Risiken für die Konjunktur. Die Dürre im Osten der Insel und die
Hurrikans haben der Landwirtschaft stark zugesetzt. Gerade 1,5
Millionen Tonnen Zucker wurden im letzten Jahr geerntet, und für dieses
Jahr wird nicht wesentlich mehr erwartet. Ähnlich sieht es beim Tabak
aus. Probleme dürfte auch der Einbruch bei den Überweisungen aus der
kubanischen Community in Miami bereiten. Dieser wird sich in der
Devisenbilanz negativ bemerkbar machen, die aber zentral für die großen
Importpläne ist.
Knut Henkel Neues Deutschland
09.02.2006 Zwei Fische, ein Vaterland
Biologen haben erstmals Indizien dafür gefunden, dass neue Tier- und
Pflanzenarten auch ohne räumliche Isolation entstehen können
Von Marieke Degen
ei der Partnerwahl ist die Schwanzlänge das Einzige,
was zählt – jedenfalls bei männlichen Schwertträger-Fischen. Zwar
behindern die langen Schwanzflossen ihre Träger beim Schwimmen,
außerdem locken sie Feinde an. Aber auf die Weibchen wirkt die Zierde
unwiderstehlich. Sie signalisiert nämlich indirekt die Qualität des
Erbguts. Im Lauf der Evolution entwickelten Schwertträger-Männchen in
der Konkurrenz um Weibchen immer längere Schwänze – ein Paradebeispiel
für sexuelle Selektion.
Und nicht nur auf Artgenossinnen wirkt die Prachtflosse attraktiv.
Auch einige Platy-Weibchen haben sich vor zwei Millionen Jahren
offenbar mit den artfremden Schwertträgern eingelassen und so eine neue
Art begründet: Xiphophorus clemenciae, der so genannte gelbe
Schwertträger, lebt heute im südmexikanischen Rio Cotzacoalcos. So
zumindest hat ein Team um den Konstanzer Evolutionsbiologen Axel Meyer
die Geschichte der gelben Schwertträger rekonstruiert. Genanalysen
zeigen, dass die gelben Schwertträger nicht, wie in der Evolution
üblich, durch Anpassung an ökologische Zwänge entstanden, sondern durch
artübergreifende sexuelle Selektion (Molecular ecology online vom 25. Januar 2006).
Eine zweite Studie könnte neuen Schwung in einen jahrzehntelangen
Streit unter Evolutionsbiologen bringen: Ist es möglich, dass sich eine
neue Art aus einer bereits bestehenden entwickelt, ohne vorher durch
einen Fluss oder eine Schlucht geografisch von ihr getrennt zu werden?
Es ist möglich, sagt Meyer. In einem winzigen nicaraguanischen
Kratersee hat er diese so genannte sympatrische Artbildung bei seinen
Lieblings-Forschungsobjekten, den Buntbarschen, nachgewiesen (Nature, Vol. 439, S. 719).
Die meisten Tierarten, so die bisherige Annahme, sind allopatrisch
entstanden – durch eine Trennung der Lebensräume: Eine Population (von
einer Tierart) wird durch eine geografische Barriere in zwei Gruppen
gespalten, wodurch keine Gene mehr zwischen den Gruppen ausgetauscht
werden. Jede Tiergruppe passt sich dann an die neue Umwelt an, bis sich
die beiden Gruppen nach einigen Generationen so sehr in Erbgut und
Verhalten unterscheiden, dass sie sich nicht mehr untereinander
fortpflanzen können. Zwar hielten Populationsgenetiker es theoretisch
für möglich, dass Arten sympatrisch, ohne geografische Barrieren,
entstehen können. Nachgewiesen wurde das jedoch noch nie.
Optimale Bedingungen für ihre Analysen fanden Meyer und seine
Kollegen im nicaraguanischen Vulkankratersee Apoyo: Er misst nur fünf
Kilometer im Durchmesser, ist vermutlich nicht älter als 23 000 Jahre
und von anderen Seen und Gewässern isoliert. Zwei Buntbarsch-Arten
leben hier. Der wuchtige, in Nicaragua verbreitete Zitronenbuntbarsch
und ein schlankerer Vetter, Pfeilbuntbarsch genannt, der nur im
Apoyo-See vorkommt – und darum hier entstanden sein muss.
Fast drei Jahre lang verglichen die Forscher Lebensraum und
Fressgewohnheiten. Sie errechneten den durchschnittlichen Körperbau von
Apoyo-Zitronenbuntbarsch und Pfeilbuntbarsch und analysierten die
Mitochondrien- und Kern-DNA der Tiere. »Zweifellos«, sagt Meyer,
»handelt es sich bei den Apoyo-Barschen um getrennte Arten.« Der
Zitronenbuntbarsch lebt und frisst in den felsigen Tiefen des Sees,
sein schmaler Mitbewohner bevorzugt offenes Wasser und dessen
Nahrungsangebot. Die beiden können sich nicht miteinander fortpflanzen
– und wollen es auch nicht, wie Verhaltensexperimente gezeigt haben.
Aus der Analyse des Erbmaterials schlossen die Forscher jedoch, dass
der Apoyo-See nur einmal besiedelt wurde, von Zitronenbuntbarschen, aus
denen sich in weniger als 10000 Jahren die Pfeilbuntbarsche entwickelt
haben müssen. Durch natürliche Selektion haben sie sich an das offene
Wasser im See angepasst, ohne von ihrer Ursprungsart geografisch
getrennt zu sein.
Ähnliches hat der britische Botaniker Vincent Savolainen in der
Pflanzenwelt beobachtet: Zwei Palmenarten, die nebeneinander eine
kleine, abgelegene australische Insel besiedeln, stellten sich nach der
Erbgutanalyse als Schwestern heraus. Vor ungefähr sechseinhalb
Millionen Jahren, kurz nachdem die Insel entstand, müssen sie sich
sympatrisch auseinander entwickelt haben, jetzt wurzeln sie in
unterschiedlichen Böden und blühen zu verschiedenen Jahreszeiten (Nature online vom 8.Februar 2006).
Trotz ausgefeilter Untersuchungsmethoden in beiden Studien bleibt
der amerikanische Evolutionsbiologe Jerry Coyne skeptisch. »Es ist fast
unmöglich, sympatrische Artbildung zweifelsfrei zu beweisen«, sagt er.
Bei den Apoyo-Barschen komme nämlich auch die allopatrische infrage:
Beide Arten könnten durch Fluten oder Stürme nacheinander in den See
geschwemmt worden sein und im Laufe der Jahre Gene ausgetauscht haben,
was die Ähnlichkeiten im Erbgut erklären würde – so geschehen zum
Beispiel bei Stichlingen in kanadischen Seen. Bei den
Apoyo-Buntbarschen sei die sympatrische Artbildung allerdings
wahrscheinlicher, gibt Coyne zu.
»Umfassender, als wir die Analysen gemacht haben, geht es kaum«,
sagt Meyer. Sein Team hat nicht nur mitochondriale und Kern-DNA
analysiert, sondern die Ergebnisse mit dem Erbgut von 500 verschiedenen
Buntbarschen aus allen Ecken Nicaraguas verglichen. Ein Pendant zum
Pfeilbuntbarsch außerhalb des Apoyo-Sees fanden die Forscher dabei
nicht.
Dass unzureichende DNA-Analysen Halbwahrheiten ans Licht bringen
können, hat er bei seiner Studie über Platys und Schwertträger selbst
erfahren. Um die Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Xiphophorus-Gattung,
zu der 22 Platy- und Schwertträger-Arten gehören, molekularbiologisch
zu klären, hat Meyer bereits 1994 deren Erbgut sequenziert – allerdings
nur das ausschließlich von der Mutter weitergegebene mitochondriale.
Das Ergebnis war überraschend: Glaubt man den Mitochondrien, waren die Xiphophorus clemenciae,
trotz Schwertflosse, im Stammbaum nicht bei den Schwertträgern
anzusiedeln, sondern bei den Platys. Untersuchungen der Kern-DNA zehn
Jahre später ordnen die Fische dort ein, wo sie morphologisch
hingehören: zu den Schwertträgern. In der Kern-DNA findet sich auch das
Erbgut des Vaters – die definitive Bestätigung dafür, dass
Platy-Weibchen sich einst mit Schwertträger-Männchen gepaart haben.
08.02.2006 Nicaragua und wahres Glück
Niedriglöhne, Kinderarbeit, Leben in Wellblechhütten - Ich konnte mir
nicht vorstellen, wie man so leben kann. Jetzt weiß ich mehr...
Mein
nächstes Reiseziel steht schon fest. Das tat es schon in dem Moment, in
dem ich im Flugzeug den düsseldorfer Heimatflughafen ansteuerte. Ich
will zurück nach Nicaragua!
Nicht nur, dass ich dort durch
meine Arbeit viele nette Menschen kennen gelernt habe, die ich nur
allzu gerne wieder sehen wollte – nein, die Widersprüchlichkeiten des
Landes hatten mich fasziniert, mich so sehr in ihren Bann gezogen, dass
ich sie noch einmal erleben muss. Wie können Menschen zufrieden und
glücklich sein in einem so sehr von Armut gebeutelten Land, in dem die
Jugendlichen und Erwachsenen, die ich traf, schon hart arbeiten
mussten, als ich mir noch kindliche Gedanken darüber machte, ob ich mir
lieber einen Barbie-Ferrari oder ein Playmobil-Piratenschiff zu
Weihnachten wünschen sollte?
Niedriglöhne, Kinderarbeit, Leben
in Hütten, notdürftig zusammengeschustert aus Wellblech, Sperrholz und
allem, was sich auf einer der vielen wilden Mülldeponien finden ließ.
Die tägliche Sorge, woher das Geld für das nächste Essen kommen sollte
oder wie die erforderliche Schuluniform für eines der sieben oder acht
Kinder bezahlt werden soll – wenn sich die Familie überhaupt leisten
kann, dass einige ihrer Kinder für ein paar Jahre zur Schule gehen.
Sieben-Tage-Arbeitswochen mit einer täglichen Arbeitszeit von zwölf
oder vierzehn Stunden.
Ich konnte mir nicht vorstellen, wie man so leben kann. Umso erstaunter war ich darüber, wie mir diese Menschen begegneten.
Da
war die Frau, die über die Straße auf mich zueilte, wohl meine
Verzweiflung erkennend, als ich völlig verloren und orientierungslos
umherirrte. Die mir nicht nur den Weg erklärte, sondern mich sogar an
mein Ziel führte und deren Augen strahlten, als ich mich erleichtert
bedankte.
Da war José, der 18-jährige Junge, der nachts dafür
zuständig war, uns Touristen die Tür der „Hospedaje“ in der ich wohnte
zu öffnen. Freudestrahlend begrüßte er mich jeden Abend, wenn seine
12-stündige Nachtschicht begann, erzählte mir von seiner Familie, die
er alle zwei Wochen, wenn er seine ‚freie Nacht’ hatte, in seinem
kleinen Heimatdorf, etwa sechs bis sieben Stunden Busfahrt entfernt,
besuchte. Der nicht einmal darüber klagte, dass er nie zur Schule gehen
konnte, seine Nächte arbeitend und seine Tage schlafend verbrachte.
Wie
freuten sich die Kinder des Projektes, in dem ich arbeitete, wenn ich
kam. Sie wollten mit mir spielen, mir alles zeigen, was sie in ihrem
Viertel für sehenswert und wichtig hielten. Ihre Mütter winkten mir zu,
wenn ich ihnen begegnete – auf dem Heimweg vom Markt oder dem
Straßenstand, an dem sie seit morgens um sechs ihre gefüllten
Tortillas, Obst und Gemüse oder Näharbeiten feilgeboten hatten.
Als
ich mit einer Freundin morgens unglaublich früh aufgestanden war, um
mit dem Bus über die Grenze nach Honduras zu fahren, lernte ich viel
über die Gelassenheit der Nicaraguaner. Wir waren schon einige Stunden
unterwegs und es sollte nicht länger als eine weitere Stunde dauern um
die Grenze zu erreichen, als unser Bus, einer dieser ursprünglich
gelben nordamerikanischen Schulbusse, die dort schon vor langer Zeit
ausgemustert worden waren und nun in Nicaragua farbenprächtig und wild
dekoriert wieder zu neuem Glanz erstrahlten (nur ganz bestimmt nicht zu
erhöhter Fahrtüchtigkeit), auf einen Parkplatz im Niemandsland fuhr.
Als ich mich nach dem Grund erkundigte, wurde mir mitgeteilt, dass
gerade an diesem Tag die neue Grenzbrücke von den Präsidenten
Nicaraguas und Honduras’ eingeweiht werden sollten und wir nun zu
warten hätten, bis der Präsident vorbeigefahren und das Spektakel
vorbei sei. Meine Frage über die zu erwartende Wartezeit wurde mit
allem, von einem Achselzucken bis zu Zeitraumangaben von drei bis sechs
Stunden, beantwortet. Wir waren der Verzweifelung nahe, wollten wir
doch noch am selben Tag unseren Zielort in Honduras erreichen. Nachdem
ich mich ein Weile aufgeregt und die Menschen in meiner Umgebung mich
dabei amüsiert beobachtet hatten, kam ein Nicaraguaner auf mich zu und
zeigte auf einen in der Nähe parkenden LKW, unter dem der Fahrer
mitsamt seiner Frau gelassen in einer Hängematte baumelte. Noch bevor
wir den Laster erreichten, hing dort schon eine zweite Hängematte, die
uns freundlich angeboten wurde.
Ich will gar nicht behaupten,
in Nicaragua sei die Welt noch in Ordnung, weil sich die Menschen nicht
so sehr an Materiellem orientieren, weil sie ihr Leid nicht nur
ertragen, sondern sogar noch das Beste aus ihrer Lebenssituation
machen. Nein – es gibt viele, denen es tatsächlich unsagbar schlecht
geht. Und es wäre toll, würden sich die Lebensbedingungen und Chancen
verbessern, müssten die Menschen nicht so viele Steine aus dem Weg
räumen, nur um zu leben.
Aber es gab noch viele weitere
Begegnungen und Situationen, in denen ich lernte, dass wahre Freunde
und wahres Glück nicht dem Materiellen entspringen. Daran denke ich,
wenn ich mal wieder anfangen möchte zu fluchen, weil mein Fernseher
nicht mehr funktioniert oder die Waschmaschinentür nicht aufgeht.
06.02.2006 Kopf-an-Kopf-Rennen bei Präsidentschaftswahl in Costa Rica
SAN JOSé - Nach Auszählung von über der Hälte der Wahlbüros hat sich
bei der Präsidentschaftswahl in Costa Rica ein Kopf-an-Kopf-Rennen
abgezeichnet. Friedensnobelpreisträger Oscar Arias lag mit 40,7 Prozent
der Stimmen leicht vorn.
Sein Hauptrivale Otton Solis erhielt
40,2 Prozent, wie aus einem um 00.00 Uhr Ortszeit (07.00 Uhr MEZ)
veröffentlichten Zwischenergebnis hervorging. Bisher wurden die Stimmen
von 64 Prozent der Wahlbüros ausgezählt. Zuvor hatte eine erste
Nachwahlbefragung noch einen klaren Sieg für Arias vorausgesagt, der
schon 1986 bis 1990 Staatschef des mittelamerikanischen Landes gewesen
war.
Arias war 1987 für seine Bemühungen um Frieden in Mittelamerika mit
dem Nobelpreis geehrt worden. Konkurrent Otton Solis tritt für die
Mitte-links-Partei der bürgerlichen Aktion (PAC) an.
06.02.2006 Fidel Castro und Hugo Chávez eröffneten Internationale Buchmesse in Havanna. Großkundgebung vor 200000 Menschen.
Abzug der Besatzer aus Irak gefordert
Der unglaubliche Ansturm der Bevölkerung von Havanna auf die 15.
Internationale Buchmesse am Samstag morgen machte bei den Ausstellern
alle Anstrengungen der vergangenen Tage bei Aufbau und Vorbereitungen
vergessen.
Vor allem junge Leute schoben sich den ganzen Tag lang durch die
Dutzenden von Messehallen, kauften Bücher, diskutierten mit den
Ausstellern, sahen Filme und erlebten Buchpräsentationen. Am Freitag
nachmittag war die Messe auf der historischen Festung San Carlos de la
Cabana offiziell eröffnet worden. Und das mit einem Paukenschlag.
Fidel Castro war gekommen, und er hatte seinen Staatsgast Hugo
Chávez, den Präsidenten Venezuelas, mitgebracht. Beide Comandantes
unterzeichneten vor den mehr als 1000 Gästen der Veranstaltung einen
Vertrag über die gegenseitige Förderung von Kultur und Kunst.
Protokoll, Politikalltag? Mitnichten. Zwischen den beiden Ländern hat
sich in den vergangenen Jahren eine immer stärkere Bindung entwickelt;
und Castro wie Chávez sind offensichtlich entschlossen, diesen Prozeß
weiter voranzutreiben. Das war für alle Teilnehmer deutlich auch am
lockeren und freundschaftlichen Umgang der beiden miteinander zu
spüren.
Der Vertrag wird für junge Leute, Studenten, Literaten, Film- und
Fernsehschaffende, Künstler aller Richtungen neue Möglichkeiten
schaffen. Bedeutung wird er jedoch auch über Kuba und Venezuela hinaus
haben, denn in ihm ist auch die Gründung eines großen Verlages im
Rahmen von ALBA, der bolivarischen Alternative für Lateinamerika,
festgeschrieben.
Im Mittelpunkt der Eröffnungsveranstaltung stand ein Buch des
venezolanischen Schriftstellers arabischer Abstammung Tarek William
Saab – »Die Kinder des Unglücks«. Fidel Castro hatte den von Chávez als
Dichter der Revolution bezeichneten Autoren auf die Idee gebracht, nach
dem verheerenden Erdbeben vom 8. Oktober 2005 nach Pakistan zu reisen.
In seinem Buch berichtet Saab über das Schicksal der Menschen nach der
Katastrophe, aber auch über den Einsatz der Brigade »Henry Reeve« in
Pakistan – 2500 Ärzte, Krankenschwestern, Techniker aus Kuba, die seit
dem vergangenen Herbst in der Erdbebenregion tätig sind. Saab
berichtete von seinem Aufenthalt in Pakistan und davon, daß die
kubanischen Ärzte bereits 600000 Erdbebenopfer behandelt hätten.
Schließlich bat er Hugo Chávez, aus seinem Buch vorzulesen. Der ließ
sich zur Freude der Gäste die Gelegenheit nicht nehmen, auch seine
rezitatorischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.
Venezuela ist in diesem Jahr Ehrengastland auf der Buchmesse.
Die Delegation wurde vom Kulturminister Venezuelas, Farruco Sesto,
vorgestellt. Sie ist so groß, daß damit alle Rekorde aus vergangenen
Jahren gebrochen werden. 80 Delegierte und 35 Schriftsteller stellen
1200 Titel aus 62 Verlagen vor, insgesamt sind eine Million Bücher aus
Venezuela auf die Festung gebracht worden. Bei seiner ersten
Kuba-Reise, so Sesto, habe er an einer Bibliothek einen Satz Castros
gelesen: »Glaubt nicht, sondern lest!« Dafür würden jetzt auch in
Venezuela die Voraussetzungen geschaffen, denn vor Chávez sei die
Literatur ausschließlich Sache der Eliten gewesen. Das ändere sich
jetzt. In Zukunft will das Land täglich fünf neue Buchtitel für seine
Bevölkerung zur Verfügung stellen.
Der Abend fand seinen Abschluß mit einer Kundgebung auf dem Platz
der Revolution in Havanna. Fidel Castro zeichnete Hugo Chávez mit dem
von der UNESCO gestifteten »José-Martí-Preis« aus. Die Auszeichnung
wurde für den großen Beitrag des Präsidenten zur Integration
Lateinamerikas, für seine Verdienste bei der Bewahrung der kulturellen
Traditionen und der Alphabetisierung der Bevölkerung verliehen.
Lateinamerika, so betonten beide Politiker vor mehr als 200000
Kundgebungsteilnehmern, erlebe eine Wende. Hier werde der
Neoliberalismus scheitern, und dieses Scheitern sei für die Menschheit
überlebensnotwenig. Scharf kritisierte der venezolanische Präsident den
Imperialismus der USA, der die Welt dem Zusammenbruch ausliefere und
forderte den Abzug der US-Truppen aus dem Irak. Er begrüßte die
Regierungsübernahme durch Evo Morales, den indigenen
Gewerkschaftsführer der Kokabauern, in Bolivien und bezeichnete ALBA,
den Zusammenschluß der Völker für ihre eigenen Interessen und gegen die
Interessen des Imperialismus der USA, als das notwendige politische
Modell für Lateinamerika. Der einzig gangbare Weg zu einer gerechten
Welt, so Chávez unter dem Jubel der 200000, sei der Sozialismus.
Ulrich Schwemin
05.02.2006 Costa Rica wählt einen neuen Präsidenten
San José (AP) Der Friedensnobelpreisträger Oscar Arias ist am Sonntag
als klarer Favorit in das Rennen um das Präsidentenamt in Costa Rica
gegangen.
San José (AP) Der Friedensnobelpreisträger Oscar Arias ist am
Sonntag als klarer Favorit in das Rennen um das Präsidentenamt in Costa
Rica gegangen. Der frühere Amtsinhaber von der oppositionellen Partei
der Nationalen Der frühere Amtsinhaber von der oppositionellen Partei
der Nationalen Befreiung (PLN) tritt für ein Freihandelsabkommen mit
den USA ein. In letzten Umfragen vor Öffnung der Wahllokale lag der
Präsident der Partei Bürgeraktion (PAC), Otton Solis, mit deutlichem
Abstand auf Platz zwei. Er sieht in dem Freihandelsabkommen eine Gefahr
für die Wirtschaft des Landes.
«Heute werden wir zu einer Realität machen, was die Umfragen
vorhergesagt haben», sagte Arias. Der 65-Jährige erhielt 1987 den
Nobelpreis für seine Bemühungen um Friedensgespräche, die schließlich
den Krieg zwischen El Salvador und Nicaragua beendeten. Arias will die
Infrastruktur des Landes verbessern und mehr in das Bildungswesen
investieren. Hauptthema des Wahlkampfs war jedoch das
Freihandelsabkommen mit den USA, dem die anderen Staaten der Region -
Nicaragua, Guatemala, Honduras, El Salvador und die Dominikanische
Republik - bereits beigetreten sind.
Costa Rica ist dank einer boomenden Öko-Tourismus-Industrie
vergleichsweise wohlhabend, die Löhne sind relativ hoch und ziehen
Arbeitskräfte aus Nicaragua und El Salvador an. Dennoch leben 20
Prozent der vier Millionen Einwohner unter der Armutsgrenze.
Der 51-jährige Ökonom Solis will das Freihandelsabkommen neu
verhandeln, da es nach seiner Ansicht in seiner gegenwärtigen Form
Kleinbauern schaden und die Armut verschärfen würde. Im Fall seiner
Wahl will er Bauern und Kleinbetriebe unterstützen. Vor vier Jahren
bewarb er sich ebenfalls um die Präsidentschaft und unterlag.
Amtsinhaber Abel Pacheco de la Espriella kann laut Verfassung nicht
wiedergewählt werden.
Wahlberechtigt waren 2,5 Millionen Bürger. Insgesamt bewarben sich
14 Kandidaten um das Amt. Sollte keiner von ihnen mehr als 40 Prozent
der Stimmen erzielen, entscheidet am 2. April eine Stichwahl zwischen
den beiden Bestplatzierten. Außerdem hatten die Wähler am Sonntag über
die beiden Vizepräsidenten, alle 57 Abgeordneten des Kongresses und
zahlreiche Stadträte zu entscheiden. Mit ersten Ergebnissen wurde in
der Nacht zum Montag (MEZ) gerechnet.
31.01.2006 Pohamba nimmt Einladung nach Kuba an
Allgemeine Zeitung Namibia - Windhoek,Namibia
Präsident
Hifikepunye Pohamba hat gestern offiziell eine Einladung des
kubanischen Präsidenten Fidel Castro angenommen, die ihm gestern vom
Außenminister Kubas, Felipe Perez Roque (links) überbracht wurde.
Die
Einladung bezieht sich auf ein Gipfeltreffen der blockfreien Staaten,
das im September in Havanna stattfinden soll. Roque zufolge werde er
bei seiner aktuellen Reise durch das südliche Afrika auch Simbabwe und
Mosambik zu der Versammlung einladen, bei der Vertreter aus 113 Ländern
erwartet würden.
Während seinem Aufenthalt in Namibia traf
sich Roque unter anderem mit dem Generalsekretär der SWAPO, Ngarikutuke
Tjiriange und Gründungspräsident Sam Nujoma. Bei einer Begegnung mit
Außenminister Marco Hausiko, bei dem verschiedene Minister anwesend
waren, wurde die Zusammenarbeit zwischen Namibia und Kuba besprochen
und dabei vor allem die Kooperation in den Bereichen Gesundheit und
Erziehung beleuchtet. 30.01.2006 Von Geheimnissuche auf Kuba zurückgekehrt
Ein zweiwöchiges Training in Kuba liegt hinter einem Teil der deutschen
Werferelite, die sich von der Reise Einblicke in das Training der
dortigen Spitzenathleten versprach. Neben den starken kubanischen
Speerwerferinnen trainiert auch die Vize-Weltmeisterin im Hammerwurf,
Yipsi Moreno, in Havanna.
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 Steffi Nerius beobachtete auf Kuba Osleidys Menendez (Foto: Chai) |
Steffi Nerius beobachtete besonders das Training von
Speerwurf-Weltrekordlerin Osleidys Menedez. „Sie war in Sachen Training
sehr offen und hat mir auch ein paar speerwurfspezifische Übungen
gezeigt“, erzählt die sonnengebräunte WM-Dritte.
Den
Aufenthalt hatten Steffi Nerius und Diskus-Weltmeisterin Franka
Dietzsch (SC Neubrandenburg) mit Hochsprung-Weltrekordler Javier
Sotomayor Mitte September in Monte Carlo abgesprochen. Die Reise auf
die Karibikinsel machten aus Leverkusen noch der Hammerwurf-WM-Vierte
Markus Esser und seine Disziplinkollegin Susanne Keil mit. Auch
der WM-Dritte im Kugelstoßen, Ralf Bartels (SC Neubrandenburg), war mit
dabei.
Große Umfänge
Einen gewissen Unterschied
hat Steffi Nerius bei der Beobachtung des Trainings der Kubanerinnen
festgestellt. „Sie dehnen sich etwas intensiver und trainieren Umfänge,
die ich gar nicht schaffen würde“, berichtet die 33-Jährige. Sonst
ähnelten die Übungseinheiten denen der Leverkusenerin doch sehr. Ganz
anders als die Rahmenbedingungen: „Alles ist sehr spartanisch
eingerichtet. Die Kubanerinnen sind aber sehr erfinderisch, was die
Geräte angeht.“ So werden beispielsweise die Gewichte aus alten Hürden
gesägt und zum Werfen benutzt.
Anders als bei den Wettkämpfen
war das Verhältnis zwischen den deutschen und kubanischen Werferinnen
sehr entspannt. „Wir waren abends auch mal zusammen in Havanna“,
erzählt Steffi Nerius, die dann doch noch ein Geheimnis erfuhr.
„Osleidys Menendez hat mir verraten, dass man mit sieben Jahre altem
Rum 70 Meter werfen kann“, erzählt die beste Leverkusenerin
Speerwerferin amüsiert. Ob sie eine Flasche mitgebracht hat, ließ sie
aber offen.
Quelle: www.leichtathletik.de |
26.01.2006 Bush-Regierung gerät in gefährliche Verzweiflung
Im Wortlaut: Fidel Castro vor über einer Million Demonstranten an der
US-Vertretung in Havanna. Acht Punkte zum aggressiven Kurs Washingtons
Von bis zu anderthalb Millionen Demonstranten sprachen die
Veranstalter – »über eine Million« meldeten internationale Agenturen:
In Havanna protestierten sie am Dienstag (Ortszeit) gegen die
aggressive US-Politik, mit der Washington die rote Perle der Karibik
bedroht. Acht Punkte hob Präsident Fidel Castro als Hauptredner vor der
US-Vertretung (SINA) an der Uferstraße Malecon im Zentrum der
kubanischen Hauptstadt hervor – junge Welt dokumentiert sie weiter
unten.
Anlaß der Massenproteste bildete insbesondere der
anhaltende Skandal um den Terroristen Luis Posada Carriles, dessen
eventuelle Freilassung oder Abschiebung in den USA derzeit geprüft
wird. Carriles, CIA-Agent und 1976 Drahtzieher eines Bombenattentats
auf ein kubanisches Flugzeug, sitzt in Florida lediglich wegen
»illegaler Einreise« ein. (Siehe unten)
Sieben Stunden lang
zogen die Demonstranten am Dienstag an der US-Vertretung vorbei – auch
Castro reihte sich ein – und verurteilten in Sprechchören und auf
Transparenten die US-Politik und insbesondere Präsident George W. Bush.
Dieser hatte kürzlich veranlaßt, daß an der SINA-Fassade eine
Leuchtreklame unter anderem mit Auszügen aus der
UN-Menschenrechtscharta angebracht wurde. Einige hundert Kilometer vom
US-Folterstützpunkt Guantanamo entfernt wirbt Washington zudem mit
Worten des antirassistischen Bürgerrechtlers Martin Luther King.
Das
geschah auch direkt im Anschluß an die Castro-Rede am Dienstag. «Sie
haben die Tafel eingeschaltet. Wie mutig sie sind, diese Heuchler.
Scheinbar hat ihnen der kleine Bush den Befehl dazu gegeben», sagte
Castro daraufhin laut AFP. In der Nacht zum Mittwoch begannen dann
Bauarbeiten direkt vor der SINA. AFP registrierte mit Metallträgern
beladene Lastwagen, Planierraupen und einen Kran – alle »demonstrativ
mit kubanischen Flaggen geschmückt«. Vermutlich errichte Kuba eine
»riesige Propagandatafel«.
Nachfolgend die acht Punkte Castros zur US-Politik im Wortlaut.
Quelle: Junge Welt
Acht US-Ziele
»Die Regierung der Vereinigten Staaten verfolgt vorsätzlich folgende Ziele.
Erstens:
Den Terroristen Luis Posada Carriles freizulassen, den die Behörden
jenes Landes, einschließlich des Vaters des jetzigen Präsidenten,
ausgebildet und benutzt haben, um monströse Verbrechen gegen das Volk
von Kuba zu begehen. Diese widerliche Person wurde 1961 rekrutiert und
ausgebildet, um Sonderaufträge bei der Söldnerinvasion in der
Schweinebucht zu erfüllen; später trainiert, um abstoßende Terrorakte
gegen Kuba auszuführen. Zu diesem Zweck wurde er zusammen mit Orlando
Bosch – der von Bush senior amnestiert wurde, als er Präsident war –
sorgfältig zur Teilnahme an der Operation Condor vorbereitet und
unterwiesen, in deren Rahmen widerliche Verbrechen gegen
lateinamerikanische Persönlichkeiten begangen wurden. Er ist
verantwortlich für den Bombenanschlag auf ein Flugzeug von Cubana de
Aviación. Dabei starben am 6. Oktober 1976 in Barbados 73 Menschen. Er
wurde von der CIA am 18. August 1985 aus dem Gefängnis befreit und
sofort im schmutzigen Krieg gegen Nicaragua eingesetzt. Von El Salvador
aus lieferte er Waffen und transportierte in den gleichen Flugzeugen
Rauschgift in die Vereinigten Staaten.
Luis Posada Carriles
unterhielt stets enge Beziehungen zu den Geheimdiensten der Vereinigten
Staaten. Von mehreren US-amerikanischen Regierungen wurde er finanziert
und mittels der sogenannten Kubanisch-Amerikanischen Stiftung mehr als
vier Jahrzehnte lang für Versuche benutzt, den kubanischen Staatschef
zu ermorden.
Er wurde auf Betreiben des jetzigen Präsidenten
der Vereinigten Staaten freigelassen, und zwar am 26. August 2004 durch
eine von der Präsidentin von Panama, Mireya Moscoso, unterzeichnete
Begnadigung. Nachdem er unter dem Schutz der US-Regierung in ein
mittelamerikanisches Land gebracht worden war, wurde ihm erlaubt,
illegal in das nordamerikanische Territorium einzureisen. Das tat er
zwischen dem 18. und 20. März 2005 auf der Jacht »Santrina«, die von
dem bekannten Terroristen Santiago Alvarez gesteuert wurde. Der sitzt
jetzt sonderbarerweise ebenfalls wegen Waffenschmuggels und
schwerwiegender Verletzungen der Sicherheitsgesetze der Vereinigten
Staaten im Gefängnis. Niemand auf der Welt kann diese Wahrheiten
bestreiten.
Zweitens: Die jetzige Regierung der Vereinigten
Staaten ist mit ihren Plänen, Kuba zu isolieren und wirtschaftlich zu
ersticken, vollkommen gescheitert. Sie findet sich nicht mit ihrem
Versagen ab und gerät in gefährliche Verzweiflung.
Drittens: Die
Regierung der Vereinigten Staaten hat alles ihr Mögliche getan, um die
Wünsche der terroristischen kubanisch-amerikanischen Mafia zu
befriedigen, die den Präsidenten
George W. Bush mittels Wahlbetrug in Florida in das Präsidentenamt brachte.
Viertens:
Präsident Bush und seine Regierung haben sich dem makabren
Übergangsplan für Kuba verpflichtet, der eine grobe Einmischung in die
Souveränität unseres Landes ist und es um Jahrhunderte zurückwerfen
würde.
Fünftens: Die Regierung der Vereinigten Staaten hat alle
Maßnahmen getroffen, um Kuba legitimer Einnahmen zu berauben, indem sie
jede Geldsendung behindert. Unmenschlich ist die Verfahrensweise, den
in den Vereinigten Staaten Ansässigen kubanischer Herkunft den Besuch
von Familienangehörigen in Kuba zu verbieten oder im höchsten Grade zu
erschweren.
Sechstens: Die Regierung der Vereinigten Staaten
beabsichtigt auf Druck der kubanisch-amerikanischen Mafia, offen das
Migrationsabkommen mit Kuba zu verletzen.
Siebtens: Die
Regierung der Vereinigten Staaten sucht Vorwände, den Verkauf von
landwirtschaftlichen Erzeugnissen an Kuba um jeden Preis zu verhindern.
Der weist ein wachsendes Volumen auf. Trotzdem hat unser Land in fünf
Jahren jede Lieferung pünktlich bis auf den letzten Cent bezahlt –
etwas, was sie bei einer angegriffenen Nation unter Blockade nicht für
möglich gehalten hatten.
Achtens: Die Regierung der
Vereinigten Staaten – unzufrieden mit dem von Präsident Carter am 30.
Mai 1977 verabschiedeten Beschluß – beabsichtigt, den Abbruch der
jetzigen minimalen diplomatischen Beziehungen zu Kuba zu erzwingen. Die
groben Provokationen, die von ihrer Interessenvertretung in Havanna
ausgehen, haben kein anderes Ziel und können es nicht haben.
Die
Regierung des Präsidenten Bush weiß sehr gut, daß keine Regierung der
Welt eine derartige Beleidigung ihrer Würde und Souveränität
akzeptieren kann.«
Kubas Antworten
Kuba werde,
erklärte Fidel Castro zum Abschluß seiner Rede, »vollkommen friedlich«
auf die »Provokationen des Imperiums« antworten. »Mit der ganzen Kraft
unserer Moral« werde den Beleidungungen seitens der USA
entgegengetreten und jede »kriegerische Aggression« auch mit Waffen
zurückgeschlagen, so Castro.
CIA-Terrorist vor Abschiebung aus USA?
Washington.
Der ehemalige CIA-Agent Luis Posada Carriles soll aus den USA
abgeschoben werden. Das berichtete die spanischsprachige
US-Tageszeitung El Miami Herald am Dienstag Berufung auf
Regierungsquellen. Allerdings werde der international gesuchte
Terrorist weder nach Kuba noch nach Venezuela ausgeliefert. Posada
Carriles, ein gebürtiger Kubaner mit venezolanischem Paß, wurde wegen
terroristischer Taten mehrfach verurteilt. Venezuela verlangt seine
Auslieferung wegen der Beteiligung an einem Terroranschlag auf ein
kubanisches Zivilflugzeug im Jahr 1976, bei dem 73 Menschen getötet
wurden. Die Regierung in Caracas protestierte gegen die Ankündigung aus
den USA. Durch die Haltung der dortigen Behörden bestehe die Gefahr,
daß der »Osama bin Laden Lateinamerikas« auf freien Fuß
18.01.2006 Russland und Kuba bleiben Freunde
MOSKAU, 18. Januar (RIA Novosti). Kuba bleibt Russlands vorrangiger Partner in Lateinamerika.
Das sagte der Stellvertreter des russischen Außenministers,
Alexander Gruschko, am Mittwoch auf einer Soireč in Moskau zum 47.
Jahrestag der kubanischen Revolution.
Laut Gruschko spiegeln die Beziehungen der beiden Länder "alle
Wechselfälle des 20. Jahrhunderts wider". Doch jetzt seien die
russisch-kubanischen Beziehungen "an die politische und wirtschaftliche
Realität des heutigen Tages erfolgreich angepasst".
Der Stellvertreter des Außenministers bemerkte, dass Moskau
und Havanna einen aktiven politischen Dialog führten. Russland und Kuba
seien zu den internationalen Fragen einer Meinung oder denken darüber
ähnlich.
"Die Hauptaufgabe sieht Russland in einem Anspornen der
bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Das Potential dafür haben wir",
sagte er.
16.01.2006 In Kuba trainiert Steffi Nerius mit Weltrekordlerin Menendez
Die Leverkusener Speerwurf-WM-Dritte Steffi Nerius trainiert in den
kommenden zwei Wochen mit Weltrekordlerin Osleidys Menendez auf Kuba.
Die Olympia-Zweite reiste am Mittwoch zusammen mit Trainer Helge
Zöllkau zu einem 14-tägigen Trainingslager in die Karibik. Mit dabei
sind auch der Hammerwurf-WM-Vierte Markus Esser und die deutsche
Hammerwurf-Rekordlerin Susanne Keil. „Ich verspreche mir davon neue
Anreize“, sagte Nerius vor ihrem Abflug: „Vielleicht kann man ja aus
deren Training was übernehmen. Auch wenn es nur ein, zwei Übungen
sind.“
Derweil verpasste die 33-Jährige bei der Wahl zu
Europas Leichtathleten des Jahres den Sprung unter die Top-Ten. Die
Titel sicherten sich Diskus-Weltmeister Virgilijus Alekna (Litauen) und
Stabhochsprung-Weltrekordlerin Jelena Isinbajewa (Russland). Nerius
hatte im Vorjahr nach ihrem zweiten Platz bei den Olympischen Spielen
Rang sieben belegt. Dieses Mal schaffte es aus Deutschland nur
Speerwurf-Europarekordlerin Christina Obergföll (Offenburg) unter die
besten Zehn.
Den Trainingslager-Aufenthalt in einem Hotel 15
Minuten außerhalb der Hauptstadt Havanna hatte Nerius zusammen mit
Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch (Neubrandenburg) beim World
Athletics Final im September in Monte Carlo organisiert. Dort sprachen
die beiden Hochsprung-Weltrekordler Javier Sotomayor an, der zusagte,
das gemeinsame Training mit Menendez und anderen kubanischen
Spitzenwerfern zu organisieren. Das Land hat nicht nur starke
Speerwerferinnen, sondern in Vize-Weltmeisterin Yipsi Moreno auch eine
überragende Hammerwerferin.
Dietzsch sowie die
Kugelstoß-Nachwuchshoffnung Petra Lammert mit Trainer Dieter Kollark
und der Kugelstoß-WM-Dritte Ralf Bartels mit Trainer Gerald Bergmann
sind bereits seit der vergangenen Woche in Kuba. „Franka hat mir
gemailt, dass alles in Ordnung ist. Osleidys Menendez sei auch da“, so
Nerius, deren kubanische Konkurrentin den Weltrekord von 71,70 Metern
bei ihrem WM-Sieg im August in Helsinki erzielt hatte. Nerius war dort
mit 65,96 Metern hinter Menendez sowie der Europarekord werfenden
Obergföll (70,03 m) Dritte geworden
08.01.2006 US-Rockröhre Pink heiratet Motocross-Fahrer Carey Hart in Costa Rica
Die amerikanische Sängerin Pink (26) hat gestern ihren langjährigen Freund, Motocross-Fahrer Carey Hart (30), geheiratet.
Wie die US-Zeitschrift "People" berichtete, fand die Trauung an
einem Strand im mittelamerikanischen Costa Rica statt. "Wir lieben
Strände, daher haben wir es dort gemacht", wurde die Braut von der
Zeitschrift zitiert. Rund 100 Gäste, darunter Elvis-Tochter Lisa-Marie
Presley, sollen an der Zeremonie teilgenommen haben.
Snowboarden in den Flitterwochen
Die Sängerin
hatte im vergangenen Sommer um die Hand ihres Freundes angehalten. Es
ist die erste Ehe für den Rennfahrer und die Sängerin, die mit
bürgerlichem Namen Alecia Moore heißt. Die Flitterwochen wollen sie mit
ihren vier Hunden beim Snowboardfahren verleben.
Mit dem Album "Can't Take Me Home" feierte Pink im Jahr 2000 ihr
Debüt. Den großen Durchbruch schaffte sie ein Jahr später an der Seite
von Lil' Kim, Christina Aguilera und Mya mit dem gemeinsamen Hit "Lady
Marmalade", der ihr eine Grammy-Trophäe für die Beste
Pop-Zusammenarbeit einbrachte.
29.12.2005 Morales will Kuba und Europa besuchen
La Paz (dpa) - Noch vor seinem Amtsantritt am 22. Januar will der
gewählte bolivianische Präsident Evo Morales Antrittsbesuche in
verschiedenen Ländern unternehmen.
Als erstes will er am Freitag
nach Kuba reisen, um dort mit Präsident Fidel Castro zusammenzutreffen.
Ab dem 3. Januar plant er eine Reise nach Brasilien, Spanien, Holland,
Frankreich, Belgien, China und Südafrika. Überall seien Gespräche auf
höchstem Niveau vorgesehen. Der Indio-Führer Morales erklärte, er sei
beeindruckt von der internationalen Unterstützung für Bolivien.
19.12.2005 «Hasta la victoria siempre!»
Sonne, Salsa, Oldtimer-Autos, selbst gemachte Zigarren, exotische
Landschaften, eine aufregende geschichtliche Vergangenheit - dies und
noch viele andere Vorstellungen über Kuba hatten mich schon lange von
ferne fasziniert.
Die Beamtin an der Passkontrolle am Flughafen Varadero schaut kritisch auf die E-Mail-Bestätigung meiner Reservation in einer Casa particular*
für die kommende Nacht. «Ist das eine Casa particular? Haben Sie das im
Internet gefunden? Waren Sie schon einmal dort?» Ich antworte möglichst
wahrheitsgetreu. Offi ziell sollte man bei der Einreise in Kuba eine
Reservationsbestätigung für die ersten drei Nächte vorweisen. Da ich
gerne möglichst spontan entscheide, wo ich hinfahre, hatte ich nur zwei
Nächte reserviert. Vor der Abreise hatte ich von anderen Reisenden
gehört, dass die Zollbeamten diese Regelung teilweise ausserordentlich
streng einhalten: Wer nicht drei Nächte reserviert hat, kann offenbar
dazu verknurrt werden, noch am Flughafen jede einzelne Übernachtung der
gesamten Reise in teuren, staatlichen Hotels voraus zu buchen. Ich habe
Glück. Die Beamtin drückt den Knopf, die Tür geht auf ? und raus in die
«Freiheit.» Im Flugzeug hat mir mein Sitznachbar Florian angeboten,
mich mit dem Auto bis nach Matanzas mitzunehmen. Seine Freundin ist
Kubanerin und erwartet uns bereits zusammen mit einer Kollegin. Bei ihr
herrscht Krisenstimmung. Seit einiger Zeit geht die Regierung rigoros
gegen Drogen, Prostitution etc. vor. Was sich im Grunde genommen gut
anhört, ist für das tägliche Leben mancher Kubaner oft schier
unerträglich. Florians Freundin fürchtet, mit Verdacht auf Prostitution
verhaftet und 2?4 Jahre ins Gefängnis gesteckt zu werden, wenn sie mit
ihm zusammen ? einem Ausländer, und nicht mit ihm verheiratet ? auf der
Strasse gesehen wird! Ihr Bruder sitzt im Gefängnis, angeblich wegen
Drogenhandels. Es ist bereits spät, als wir in Matanzas ankommen. Die
beiden Kubanerinnen wollen nicht mehr bis nach Havanna weiterfahren,
und so bleiben wir alle in der Casa particular. Man versteht
sich sofort, schmiedet Pläne wie alte Bekannte. Solche persönlichen
Begegnungen mit Einheimischen sind genau das, worauf ich mich so
gefreut habe.
Jede Busfahrt ein Abenteuer
Am Morgen der Blick vom Balkon auf die Strasse: Schwarze, stinkende
Rauchwolken aus stos send, rattern diese fantastischen alten Automobile
vorbei. Menschen zu zweit und zu dritt auf dem Fahrrad. Ja, ich bin in
Kuba! Um kurz zu Hause anzurufen, mache ich mich auf den Weg zum
Telefoncenter. Die Menschenschlange steht bis weit auf die Strasse
hinaus. Ich reihe mich ein. Es geht keinen Schritt vorwärts. Der Blick
auf die Uhr verrät mir, dass der Bus zum Strand in Varadero in einer
Stunde fährt. Zeit, aufzubrechen, denn auch dort muss ich sicher
warten. Nach zweimal fragen habe ich einen der Busterminals gefunden.
Der Beamte meint, es fahre kein Bus nach Varadero, ich müsse wohl
Autostopp machen. Ich stelle mich trotzdem in die undefi nierbare
Schlange. Man wartet. Auch das ist Kuba. Geduld muss man haben, viiiel
Geduld! Als ich fast am Schalter bin, fragt mich jemand, wo ich denn
hin wolle. «Nach Varadero.» «Mit dem Víazul-Bus? Der fährt nicht hier,
sondern dort drüben. Aber Sie können ja trotzdem hier fragen.» Das
meine ich auch, wo ich endlich so weit vorne bin. Die Dame am Schalter
fragt ihren Kollegen. «Ja, ja. Hier, an meinem Schalter. Warten Sie.»
Da ich ja noch kein Ticket habe, stelle ich mich hinter seinem Schalter
wieder in die Reihe. Als ich endlich vorne bin, frage ich nochmals,
wann denn der Bus fährt. «Ahora. Siéntese (Jetzt. Setzen Sie sich.).»
Er weist auf den Stuhl. Ich verstehe nicht ganz, warum er mir kein
Ticket verkauft, wenn der Bus doch angeblich jetzt fahren soll. Naja.
Ich warte. Dann plötzlich Aufregung. «Víazul. Víazul.» Der Bus ist da.
Der Mann weist mich wieder zum Schalter seiner Kollegin. Da diese
beschäftigt ist und der Bus abfahren will, führt er mich hinaus.
«Venga.» Nun geht plötzlich alles wie der Blitz. Rein in den Bus, ums
Ticket kümmern wir uns später. Varadero ist eine der
Touristenhochburgen in Kuba. Kilometerlange weisse Sandstrände laden
zum Entspannen und Sonnenbaden ein. Fantastisch, um sich von der langen
Reise zu erholen. Doch längere Zeit könnte ich nicht hier bleiben. Man
sieht hier kaum Kubaner. Der Tourismus ist Kubas wichtigster
Devisenbringer. Doch worauf die Kubaner so sehr angewiesen sind,
schafft auch Probleme. Es entsteht immer mehr eine
Zweiklassengesellschaft aus Dollar- und Pesobesitzern.
Zerbröckelndes Alt-Havanna
Eine verrückte Stadt, dieses Havanna. In den Strassen wimmelt es von
Menschen. Kleine Kinder, die direkt in die Gasse pinkeln, ältere
Männer, die auf der Treppe sitzen, Musikgruppen, die am Strassenrand
spielen. Hilfsbereit sind sie alle, wenn es darum geht, mir den Weg zu
zeigen. Dann das touristische Havanna. Beinahe mehr Ausländer als
Kubaner tummeln sich auf gewissen Plätzen in La Habana Vieja und
bewundern die schön restaurierten alten Kolonialstilhäuser. Ein paar
Strassen weiter, wo die geführten Touren nicht hingehen, bröckelt der
Putz auf die Strasse. La Habana scheint schneller zu zerfallen als es
restauriert wird.
Mir als alleinreisender Ausländerin werden neugierige Blicke
zugeworfen. «Where you from?» tönt es oft in gebrochenem Englisch. Auf
eines der unzähligen Male «Suiza», die ich an diesem Tag schon
geantwortet habe, bekomme ich Gesellschaft. Alejandrino hat Freunde in
Zürich und möchte mit mir ein paar Worte wechseln. Ich versuche, ihn
dabei über das Leben in Kuba auszuquetschen. Eine seiner ersten Fragen
ist, ob ich Kommunistin bin. «Willst du den Sozialismus erleben? So,
wie er wirklich ist? Dann musst du hier leben.» Er ist der Regierung
gegenüber kritisch, um nicht zu sagen ablehnend eingestellt.
Erstaunlich, wie viele Leute es doch wagen, in der Öffentlichkeit das
Regime schlecht darzustellen. Ob tatsächlich so viele Kubaner den
Sozialismus verachten? Oder sind es nur diese, die sich mit den
Touristen zusammentun? Wahrscheinlich sind wir Touristen ihre einzige
«zuverlässige » Informationsquelle bezüglich der Aussenwelt.
Jedenfalls, erzählt mir Alejandrino, gebe es nicht nur zwei, sondern
drei Klassen von Menschen in Kuba. «Diejenigen», er greift an sein Kinn
und macht eine Bewegung, die einen Bart andeuten soll und ohne Zweifel
auf Fidel Castro und seine compañeros anspielt, «dann die
Dollarbesitzer, und am Schluss die ganz Armen.» Er will mir Kuba
zeigen, wie es wirklich ist. Darauf lasse ich mich gerne ein. Als
erstes steht eine Fahrt im Camello (riesiger «Kamelbuckel»-Bus)
an. Nur 20 Centavos kostet das, auch für Ausländer. Kein Wunder,
schliesslich sieht man die nicht allzu oft in den Camellos. Als
Grund ist ganz bestimmt das Gedränge zu nennen, das eine Hitze
verursacht, dass einem der Schweiss in Strömen herabläuft. Wir landen
in einem Markthaus. Dass ich bis jetzt noch nicht dazugekommen bin,
meine Dollars in Pesos zu wechseln, ist absolut kein Problem. Doch den
Überblick über das Geld zu behalten, ist nicht ganz einfach hier. Neben
den Pesos und US gibt es noch den Peso convertible, der genau
den gleichen Wert hat wie der Dollar, aber 25 mal mehr Wert hat als der
normale Peso. Ein anderes Kuba lerne ich kennen, als wir die Plaza de la Revolución besuchen wollen, wo Fidel Castro jeweils seine Ansprachen hält. Ein Taxi particular wäre das billigste, aber mit einer «extranjera» geht das nicht.
50.? Busse müsste der Fahrer bezahlen, wenn er mit einem
Touristen im Auto erwischt würde. Eine schier unbezahlbare Summe für
diese Schwarz-Taxifahrer. Plaza de la Revolución: eine Riesenstatue des Nationalhelden José Martí, am Militärgebäude vis-à-vis ein Bild von Che Guevara. «Hasta la victoria siempre».
Pro-revolutionäre und pro-sozialistische Propaganda sieht man hier
überall. Heiratswillige Autostopper Mit zwei Wochen steht mir wenig
Zeit zur Verfügung, um Kuba kennenzulernen. Daher beschliesse ich, für
drei Tage ein Auto zu mieten, um den Westen der Insel zu erkunden. Die
Signalisation auf den Strassen ist mehr als spärlich. Gute
Strassenkarten sind auch Mangelware. Doch es gibt ja noch die
persönlichen Guías, kubanische Autostopper, die einen perfekt
durch die Stadt führen können. Auf dem Weg von La Habana nach Pinar del
Río stehen sie haufenweise überall am Strassenrand der Autopista.
Die kubanische Autobahn ist ein lustiges Ding. Neben Autos verkehren
dort auch Ochsen- und Pferdekarren sowie Fahrräder, und es hat auch
überall Leute, die etwas verkaufen wollen. Und dann eben die
Autostopper. Juanito ist einer von ihnen. Vier Stunden, erzählt er,
habe er schon gewartet, als ich anhalte, um ihn mitzunehmen. Er
arbeitet auf einer Tabakplantage und lädt mich zu einer Besichtigung
ein. Ich nehme das Angebot gern an. Die Demonstration ist kurz, aber
interessant. Eine wahre Wissenschaft, die Herstellung dieser Puros! Kein Wunder, dass sie ein Vermögen kosten. Auch Juanito erzählt bereitwillig über das Leben in Kuba. Seit 1996 ist «perioda especial».
Darunter kann man vieles verstehen. Dazu gehören Transportprobleme
ebenso wie Lebensmittelrationierung. Eine Veränderung tut Not, fi ndet
auch er. Wie die aber aussehen soll, steht in den Sternen bzw. in den
Händen Fidel Castros und später vielleicht in denen der Amerikaner,
meint er. Auch auf dem Rückweg nach Havanna ein paar Tage später habe
ich ständig Gesellschaft. Ich komme mir vor wie ein Bus chauffeur, doch
meistens bin ich froh um die Begleitung. Nach Havanna hinein wäre ich
nicht gerne ohne ortskundige Führer gefahren. Kaum habe ich den Wagen
zurückgebracht, könnte ich schon wieder Begleitung haben. Müde von der
langen Fahrt und der manchmal doch etwas nervigen bzw. allzu
heiratswilligen Gesellschaft, mag ich mich nicht schon wieder mit einem
aufdringlichen Kubaner abgeben. «Si no quieres hablar con el pueblo cubano, por qué vienes a Cuba? (Wenn du nicht mit dem kubanischen Volk reden willst, weshalb kommst du dann nach Kuba?)», meint er dann. Auch wieder wahr.
Der Guerillero
In Santa Clara, östlich von Havanna, wollte ich das Museum für Che
Guevara besichtigen. Doch leider ist es gerade wegen Renovation
geschlossen. So setze ich mich in den Park und studiere das
Reisehandbuch. Auf der aufgeschlagenen Seite ist ein Bild von Che
Guevara. Da meint der ältere Mann neben mir: «El Che. Yo soy uno de los hombres del Che, un guerillero. (Ich bin einer von Che?s Männern, ein Guerillero.) »
Ich horche auf. Er habe mit ihm in der Schlacht um Santa Clara
gekämpft. Er erzählt mir ein bisschen darüber und lädt mich dann zu
sich ein. Dort offeriert er mir Kaffee und mit zitternden Händen holt
er ein Foto nach dem anderen aus einem vergilbten Umschlag. Eines zeigt
ihn als jungen Revolutionär mit langen Haaren und Gewehr. Stolz zeigt
er mir die Waffe und die Munition sowie die unzähligen Auszeichnungen
für seine Dienste in den FAR (Fuerzas Armadas Revolucionarias). Julio zeigt mir auch die Libreta,
die Lebensmittelkarte (vieles ist rationiert). Damit kann jeder Kubaner
monatlich 2,5 Kilo Reis, 1 Kilo Bohnen, ein paar Eier, täglich ein
Brötchen und sonst noch ein paar Dinge günstig beziehen. Den Rest, wie
beispielsweise Seife oder Schuhe, gibt es nur für Dollars zu kaufen. Zu
teuer, wenn man bedenkt, dass ein Arzt hier 20.- pro Monat verdient,
die Bankangestellte gerade mal 3. 100 müssen die Besitzer von Casa
particulares monatlich dem Staat zahlen. «El Che no quería eso. Quería
otra cosa.» Che wollte Gerechtigkeit, etwas, das es momentan in Kuba
nicht gibt. Das Leben ist schwierig hier, das sagen alle. Doch sie
kennen auch die Vorzüge, wie z.B. ein kostenloses Gesundheitssystem und
keine Studiengebühren. Am nächsten Abend gehe ich nochmals bei Julio
vorbei. Wir gehen zu seiner Familie. Er führt mich durch die Stadt.
«Hier sind wir in die Stadt eingedrungen, durch diese Strasse. Dort
waren Batistas Truppen und haben auf uns geschossen. Siehst du, dort
sieht man noch die Löcher in der Mauer. Und dort war ich im Gefängnis,
zweimal.» Julio zeigt mir vieles. Ob er gekämpft hätte, wenn er gewusst
hätte, wie?s rauskommen würde, frage ich ihn. «Für das, was wir jetzt
haben, nicht. Aber damals musste ich. Das erste Mal haben sie mich
grundlos verhaftet, bloss weil ich mit einer Frau ausgegangen bin. Das
zweite Mal war ich dann schon in die Revolution verwickelt.» Seit 1959
ist Fidel Castro nun an der Macht, und er bleibt es bis ans Lebensende.
95% der Kubaner wollen Fidel nicht mehr, so Julios Schätzung. (Später
in einem anderen Teil Kubas wird mir erzählt, dass 80% der Bevölkerung
Fidel Castro unterstützen). Er will mir unbedingt eine zerrissene
Peso-Note mit Che drauf schenken, die ihm selbst unglaublich viel
bedeuten muss. «Wenn du das nächste Mal kommst, kannst du bei uns
wohnen und essen. Gratis. Sin pagar un peso.» Das ist kubanische
Gastfreundschaft. Sie haben fast nichts und geben, was sie können.
Paradiesische Palmenstrände
Per Bus reise ich weiter nach Osten. Nächster Stopp ist das hübsche
Städtchen Trinidad. Am Abend fällt der Strom aus. Keine Elektrizität in
der ganzen Stadt. So was kommt öfters vor in Kuba, teilweise jeden Tag.
Obwohl die Elektrizität fehlt, gibt es live Musik in der Casa de la Música.
Es spielt eine Salsa- Gruppe. Die Kubaner tanzen, es ist unglaublich
stimmig und faszinierend zum Zuschauen. Was Musik und Tanz angeht, kann
ihnen so schnell wirklich niemand etwas vormachen. Im östlichsten Teil
der Insel ist es wiederum schwierig, mit öffentlichen Verkehrsmitteln
zu reisen. So miete ich noch einmal für vier Tage ein Auto. Wieder habe
ich Autostopper dabei, eine ganze Familie. Als ich sage, dass ich eine Casa particular
suche, aber keine Adresse habe, lädt mich die Familie zu sich ein. Ein
einfaches Haus. «Viel haben wir nicht, aber was wir haben, teilen wir
von Herzen.» Allerdings! Sie tischen mir Essen auf, obwohl ich
eigentlich gar nichts wollte. Während dem Essen liegt das Schwein einen
Meter neben mir in der Küche, an der Mauer gegenüber klettert ein
Frosch herum. Wir schwatzen lange, sie wollen vieles über die Schweiz
wissen. Wir machen Fotos. Der Sohn darf nicht mit drauf: Militär und
Touristin, das geht nicht. Am Morgen servieren sie mir Frühstück. Ich
frage mich, wer wohl meinetwegen auf sein tägliches Brötchen verzichtet
hat. Vieles haben die Kubaner ja nicht, aber sie haben einiges, was uns
oft fehlt: Gastfreundschaft und ein offenes Herz. Die Weiterfahrt
entlang der Südküste und dann durch die Berge nach Baracoa ist
wunderschön. Baracoa ist umgeben von Kokospalmen. Es ist traumhaft.
Playa Maguana erscheint wie eine Südsee-Insel, natürlich und
paradiesisch. Ich entscheide mich, noch einen Tag länger zu bleiben.
Viel zu schnell sind die Ferien vorbei, bald ist der letzte Mojito
getrunken. Es kommt wieder das Warten am Flughafen. Alles will man
wissen: Wo ich gewesen sei, wo ich die letzte Nacht verbracht habe etc.
Als ich die Adresse nicht mit Hausnummer angeben kann, ernte ich ein
Stirnrunzeln und einen bösen Blick. Doch dann drückt der Beamte den
Knopf und die Tür geht auf. Ein kleines Tränchen möchte auch raus.
Adiós, Cuba!
Text und Fotos von Sonja Bachmann
Quelle Globetrotter Travel Service
16.12.2005 USA schließen Kuba vom Baseball-Turnier aus
Das US-Finanzministerium hat einen Antrag der Baseball-Profiliga MLB
abgelehnt, das kubanische Nationalteam an einem für das kommende Jahr
geplantem Turnier in den Vereinigten Staaten zuzulassen.
Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte: "Solange die Menschen in Kuba
nicht in Freiheit leben, ist ein solcher Auftritt in den USA nicht
angezeigt." Nach amerikanischer Gesetzgebung muss jede Transaktion mit
dem kommunistisch regierten Land vom Finanzministerium genehmigt
werden.
Mit einem solchen Ausschluss gefährde die USA ihre Chancen für künftige Bewerbungen um Olympische Spiele,
sagte dazu das kanadische Mitglied des Internationalen Olympischen
Komitees (IOC), Richard Pound. "Wenn es dabei bleibt, sieht es für
künftige Bewerbungen nicht gut aus", meinte Pound. Jedes Ausrichterland
Olympischer Spiele muss sich gegenüber dem IOC verpflichten, freien
Zugang für alle Teilnehmer zu gewähren.
Das Nationale Olympische Komitee der USA (USOC) plant für die
Sommerspiele 2016 trotz des Scheiterns von New York bei der Vergabe der
Spiele 2012 eine neue Kandidatur. Bereits jetzt liegen
Interessensbekundigungen von mehreren Städten vor.
15.12.2005 Cuba Reportage am Samstag bei kabel eins
Fest angeschnallt: Reportage über Sicherheitsgurtproduktion in
"Abenteuer Auto" mit Jan Stecker am Samstag, 17.12.2005, 17:25 Uhr bei
kabel eins
Unterföhring (ots) - Er ist das vielleicht
wichtigste Ausstattungsstück im Auto überhaupt, denn er rettet Leben,
und der Autofahrer hat ihn täglich in der Hand: den Sicherheitsgurt.
Doch wiewird das so wichtige, dünne Band eigentlich hergestellt? Kaum
einer weiß, dass unser Leben sprichwörtlich am seidenen Faden hängt.
Besser gesagt: an 280 Fäden, aus denen jeder Sicherheitsgurt besteht.
Und die halten eine Menge aus: 28 Kilo-Newton Zugkraft wollen bewältigt
werden, das entspricht dem Gewicht eines Klein-Transporters. "Abenteuer
Auto" über die aufwändige Produktion eines handlichen kleinen
Lebensretters.
Reportage: Oldtimer auf Kuba Ein eigener
amerikanischer Oldtimer ist der Traum eines jeden Autoliebhabers auf
Kuba. Dirk Greef hat sich diesen Traum erfüllt. Mit seiner kubanischen
Frau Mumy lebt er in einer Villa am Stadtrand von Havanna und ist
stolzer Besitzer eines Chevrolet Bel Air, Baujahr 1957. Vor 10 Jahren
wanderte der Zahnarzt aus Deutschland in die Sonne der Karibik aus -
und kaufte sich sein prachtvolles Auto, das er "Pink Panther" nennt.
Inzwischen kennt er auch alle Tricks, wie man ein solch altes Gefährt
in Schuss hält. Das ist auf Kuba gar nicht so einfach, denn
Originalersatzteile sind Mangelware. Wie sich Dirk Greef und die vielen
anderen Besitzer alter Ami-Schlitten auf Kuba selbst helfen und wie
viel Handarbeit nötig ist, zeigt die Reportage bei "Abenteuer Auto".
Reportage: LKW Sonntagsfahrverbot Wer am
Sonntag auf deutschen Autobahnen fährt, wundert sich über viele
Lastwagen. Dabei schreibt das gesetzliche Sonntagsfahrverbot vor, dass
Brummi-Fahrer erst ab 22 Uhr auf die Straße dürfen, es sei denn, sie
haben eine Ausnahmegenehmigung oder transportieren frische Lebensmittel
oder Terminware. Trotzdem rollen sonntags eine Menge Laster über die
Autobahn - und viele davon eben auch ohne Genehmigung. Die "schwarzen
Schafe" der Branche nimmt die Autobahn-Polizei Winsen an der Luhe vor
den Toren Hamburgs ins Visier. "Abenteuer Auto" hat die Beamten bei einer Sonntagsfahrverbot- Kontrolle begleitet.
12.12.2005 Einmal Costa Rica, bitte!
Ab heute können sich Fans wieder für Eintrittskarten der Fußball-WM 2006 bewerben.
Ab
12.00 Uhr können sich die Fans auf der Internet-Seite des Weltverbandes
FIFA (www.FIFAworldcup.com) um insgesamt 250 000 Tickets bewerben.
Bis zum 15. Januar läuft das Angebot. Analog zur ersten Verkaufsphase
werden die Karten per Losverfahren vergeben. Zu welchem Zeitpunkt die
Bestellung eingegangen ist, entscheidet nicht über den Zuschlag.
«Nach der Endrundenauslosung haben die Fans aus aller Welt nun die
Chance, zielgerichtet Tickets zu bestellen. Da wir auch dieses Mal
davon ausgehen, dass die Nachfrage bei weitem die vorhandenen
Kontingente übersteigt, werden wir am 31. Januar 2006 unter allen
Bestellern eine Auslosung durchführen. Eine gerechtere Methode, als die
Tickets durch Los-Entscheid zuzuteilen, gibt es nicht», erläuterte
Horst R. Schmidt, Vizepräsident des WM-Organisationskomitees.
Mit Ausnahme des Eröffnungsspiels zwischen Deutschland und Costa
Rica am 9. Juni in München werden Karten für alle Spiele des Turniers
zur Verfügung stehen. Also auch für die Vorrundenpartien der deutschen
Nationalmannschaft gegen Polen am 14. Juni in Dortmund und gegen
Ecuador am 20. Juni in Berlin sowie die beiden Halbfinalspiele und das
Finale. «Natürlich sind für diese Spiele sowie für die der vermeintlich
attraktivsten Teams die verfügbaren Bestände deutlich geringer», räumte
Schmidt ein.
Verglichen mit den beiden ersten Verkaufsphasen, in denen mehr als
80 Prozent der Besteller aus Europa kamen - davon allein 90 Prozent aus
Deutschland -, rechnet das OK nun mit einem wesentlich höheren Zuspruch
aus dem Ausland. «Wir spüren, dass das Interesse aus den
Teilnehmerländern genauso wie aus benachbarten Nationen enorm ansteigt.
Insofern werden wir auch verstärkt auf internationale Interessen und
Wünsche eingehen», erklärte Schmidt.
100 000 Karten der dritten Verkaufsphase stammen aus dem
Hospitality-Programm. Hinzu kommen Rückläufer sowohl von Sponsoren und
Nationalverbänden als auch aus den ersten beiden Verkaufsphasen.
Weitere Kontingente ergeben sich aus aufgelösten Sicherheitsreserven.
(dpa)
09.12.2005 Karibikstaaten verurteilen US-Blockade gegen Kuba
Caricom: "Grausame und ungerechte" Sanktionen. Bridgetown - Die
Gemeinschaft Karibischer Staaten (Caricom) hat die US-Blockade gegen
Kuba scharf verurteilt.
Die Sanktionen seien "grausam und
ungerecht" und sollten aufgehoben werden, erklärten die Teilnehmer des
zweiten Caricom-Gipfels am Donnerstag (Ortszeit) in Bridgetown, der
Hauptstadt von Barbados. Zugleich forderten die Führer der
Caricom-Staaten die Auslieferung des in den USA inhaftierten
Exil-Kubaners Luis Posada Carriles nach Venezuela.
Der 77-Jährige steht im Verdacht, an einem Bombenanschlag auf eine
in der venezolanischen Hauptstadt Caracas gestartete kubanische
Passagiermaschine 1976 beteiligt gewesen zu sein, bei dem 73 Menschen
getötet wurden. Bisher lehnte die US-Justiz seine Auslieferung ab.
Kritik an EU
Der kubanische Staatschef Fidel Castro kritisierte bei dem
Caricom-Treffen die Wirtschaftspolitik der Europäischen Union. Für
viele Länder sei der Zugang zu den internationalen Märkten so gut wie
unmöglich, sagte Castro unter Bezugnahme auf Zucker- und
Bananenproduzenten. "Wir sind Opfer eines mit Schranken gespickten
internationalen Wirtschaftssystems, während man uns zwingt, dem
scheinheiligen Gerede derjenigen, die uns den Markt verschließen, über
einen freien Handelsaustausch zuzuhören", fügte Castro hinzu.
Als Vorsitzender der Caricom hatte der Premierminister von Jamaika,
Percival Patterson, die Form der Entmachtung und Zwangsexilierung des
demokratisch gewählten Präsidenten von Haiti, Jean-Bertrand Aristide,
der 2004 unter Mitwirkung der USA und Frankreichs außer Landes gebracht
worden war, als "gefährlichen Präzedenzfall für alle demokratisch
legitimierten Staatschefs" kritisiert. Die "verfassungswidrige
Entfernung eines Staatsoberhaupts aus dem Amt" unter Mitwirkung
westlicher Partner sei "nicht zu entschuldigen", hatte Patterson damals
erklärt.
(APA)
09.12.2005 WM-Eröffnungsspiel Deutschland gegen Costa Rica
Leipzig (APA) - Gastgeber und Vize-Weltmeister Deutschland hat in der
am Freitagabend in der Leipziger Messehalle durchgeführten
Gruppenauslosung für die Fußball-WM-Endrunde vom 9. Juni bis 9. Juli
2006 im Land des dreifachen Champions in Gruppe A Ecuador, Polen und
Costa Rica
als Gegner zugelost bekommen und somit wohl das fast schon traditionelle Losglück.
Das Eröffnungsspiel bestreiten die Deutschen am 9. Juni in München
gegen Costa Rica. Auch Titelverteidiger Brasilien (Gruppe F) bildet mit
Kroatien (erster Kontrahent), Australien und Japan papierformgemäß
nicht gerade die stärkste Gruppe. Die sollte Argentinien, Niederlande,
Serbien-Montenegro und Elfenbeinküste (C) lauten. Aber auch B mit
England, Paraguay, Schweden und Trinidad/Tobago bzw. E mit Italien,
Tschechien, USA und Ghana könnten umkämpft sein.
06.12.2005 Kuba - Ein facettenreiches Land
Kurz nach Sonnenaufgang räkelt sich der Malecon noch im Dämmerlicht.
Auf Havannas kilometerlanger Uferstraße ist am frühen Morgen nicht viel
los. Doch schon bald übertönt der Verkehrslärm die Wellen, die sich an
den Felsen brechen. Der Malecon ist die Hauptschlagader, Havanna
pulsiert hier tatsächlich.
Die
schon in den 1920er Jahren fertig gestellte Uferpromenade verbindet die
unterschiedlichsten Viertel von Miramar, wo einst die oberen
Zehntausend residierten, bis zur Altstadt, die zum Welterbe der Unesco
gehört. Ein paar Straßenzüge sind herausgeputzt, doch nur wenige Meter
weiter stehen die Touristen erschrocken vor Trümmern, mitten in der
Hauptstadt.
Schön ist Havanna nicht. Aber vielleicht ist die Stadt so
faszinierend, weil an jeder Straßenecke zu sehen ist, wie schön sie
sein könnte, wenn der graue Alltag sie ließe. Überall gibt es
Lichtblicke, die fast jeden Touristen die Kamera zücken lassen: El
Morro, die alte zum Schutz gegen Piraten erbaute Festung, die Plaza de
Armas, den Waffenplatz, oder die Kathedrale mitten in der Altstadt, um
die sich Cafés und Restaurants gruppieren.
Außerhalb von Havanna sieht Kuba noch einmal ganz anders aus.
Ausflüge aufs Land, auf die Halbinsel Zapata etwa, sind wie Abstecher
in die Dritte Welt oder in eine Zeit, die anderswo längst vergangen
ist: Auffallend wenige Autos fahren dort. Und diejenigen, die zu sehen
sind, scheinen aus dem Automobilmuseum zu kommen.
Schon nach wenigen Kilometern außerhalb der Hauptstadt wird die
Landschaft immer grüner. Als Baum der Nation gilt die Königspalme, die
auch auf dem Weg nach Zapata überall zu sehen ist. Bananenplantagen
wechseln entlang der Straße mit Feldern voller Guavenbäume ab. In den
Dörfern stehen einfache Häuser - und wie um die ärmliche Idylle perfekt
zu machen, laufen am Straßenrand Hühner und Enten.
Zapata ist Kubas größtes Sumpfgebiet. Zahlreiche vom Aussterben
bedrohte Vogelarten sind dort zu Hause - und sogar Krokodile. Die
Landschaft wirkt manchmal geradezu unwirklich, wie im Vogelschutzgebiet
Las Salinas: riesige Wasserflächen voller blühender Seerosen unter
blauem Himmel mit Schäfchenwolken. In vielen Hotels lassen sich
Ausflüge nach Zapata buchen - samt Dschungeltour per Motorboot auf dem
Rio Hatiguanico.
Abends in Havanna, wenn die Sonne untergeht und der Malecon müde
wird, ist es wieder spürbar ruhiger an der Uferpromenade. Die
Dunkelheit kommt schnell. Aber selbst danach sitzen auf der Kaimauer
noch Menschen und blicken auf das Meer. Der Verkehrslärm ebbt ab, die
Brandung ist wieder zu hören. Und in den Bars der Hotels werden schon
einmal die Mojitos angerührt.
(apa)
26.11.2005 Eine Insel gegen soziale Ungleichheit
Kuba: Nach wirtschaftlichem Aufschwung kündigt die sozialistische
Regierung Maßnahmen zum Sozialausgleich an. Gehälter werden angehoben,
der Schwarzmarkt wird zurückgedrängt
Mit umfassenden
sozialen und wirtschaftlichen Reformen will die kubanische Regierung
die sozialen Gegensätze in der Bevölkerung abbauen. Im Kern der mit den
Gewerkschaften abgestimmten Maßnahmen steht eine erneute Erhöhung der
Löhne und Gehälter für Arbeiter und Angestellte. Gleichzeitig sollen
private Unternehmen stärker besteuert und der Schwarzmarkt
entschiedener bekämpft werden. Besonders die Schattenwirtschaft war in
der Zeit der Wirtschaftskrise entstanden, die Kuba nach der Auflösung
des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe im Juli 1991 heimgesucht
hatte. Seither ist der Schwarzmarkt eine Hauptursache für die soziale
Kluft in der Bevölkerung, weil er einem kleinen Teil der Bevölkerung
illegal hohe Devisenbeträge einbringt. Für den Staat entstehen
Millionenverluste.
Angesichts der Stabilisierung der kubanischen
Wirtschaft in den vergangenen Jahren geht die Regierung nun in die
Offensive. Am Donnerstag gab Wirtschaftsminister José Luis Rodríguez
bekannt, daß das Bruttoinlandsprodukt bis zum Jahresende um neun
Prozent ansteigen werde. Die »Lateinamerikanische
Wirtschaftskommission«, ein Institut der Vereinten Nationen, hatte für
Kuba ein Wachstum von fünf Prozent prognostiziert.
Bereits im
Mai war das Mindesteinkommen von 100 auf 225 kubanische Pesos (8,50
Euro) angehoben worden, von der Maßnahme profitierten nach Angaben der
Regierung knapp 1,7 Millionen Arbeiter. Im Sommer wurden auch die
Gehälter im Bildungs- und Gesundheitswesen erhöht. Im Dezember nun
sollen die Löhne je nach Art des Betriebes um 75 bis 200 Pesos
monatlich angehoben werden. Wer über einen universitären Abschluß
verfügt, kann mit 80 Pesos zusätzlich im Monat rechnen. Von diesen
neuen Gehaltserhöhungen werden 2,2 Millionen Arbeiter und Angestellte
profitieren.
Parallel zu den Gehaltszuschlägen wurden aber auch
die Strompreise angehoben, sofern der Verbrauch über 100 Kilowatt im
Monat liegt. Bislang waren Wasser und Strom in Kuba uneingeschränkt
staatlich subventioniert. Die Regierung hatte wiederholt Kampagnen
organisiert, um die Bevölkerung zum sparsamen Umgang mit Ressourcen
aufzufordern. In einem Kommuniqué des Ministerrates und des Arbeits-
und Sozialministeriums wurde die Erhöhung der Strompreise nun mit dem
Anstieg der Ölpreise begründet.
Harald Neuber
25.11.2005 KuBa-Kino lädt zu Abenteuern in fremden Welten
Noch einmal können Kinder, die am Montag, 21. November, keine Zeit
hatten, im KuBa-Kino in Jülich den „Kleinen Eisbar“ auf „Die
geheimnisvolle Insel“ begleiten.
Noch einmal können Kinder,
die am Montag, 21. November, keine Zeit hatten, im KuBa-Kino in Jülich
den „Kleinen Eisbar“ auf „Die geheimnisvolle Insel“ begleiten. Die
Geschichten des Kinderbuchklassikers von Hans de Beer bevölkern
inzwischen allerlei weitere Freunde des kleinen Helden aus dem Eis und
die bedürfen diesmal der Rettung. Weil er ihnen mit seinem Gesang
nämlich auf die Nerven geht, verfrachten die drei Eisbären Kalle, Palle
und Nalle den musikalischen Pinguin Caruso in den nächstbesten Zug nach
Süden. Von Freundin Greta alarmiert, sausen Carusos beste Freunde, der
kleine Eisbär Lars und sein Kumpel, die Robbe Robby, eilig hinterher
und geradewegs hinein in eine erdumspannende Odyssee, die das Trio bis
an die Gestade einer Südseeinsel und ganz in die Nähe eines
prähistorischen Riesenfisches spült.??Nach 2,6 Millionen Kinobesuchern
für den Vorgänger war die Neuauflage nur eine Frage der Zeit. Und die
großen Kinobesucher dürfen sich auf die stimmliche Umsetzung durch Dirk
Bach, Oliver Kalkofe, Anke Engelke und Bastian Pastewka.
21.11.2005 Wassermelonen fanden Gefallen in den USA und Europa
Laut dem Ministerium für Landwirtschaft und Viehzucht wuchs die
Wassermelonenproduktion zum Zwecke des Exports in den ersten fünf
Monaten des Jahres 22%, was 3,690 Millionen Colones (7,5 Millionen US$)
Gewinn für die Produzenten einbrachte verglichen mit etwa 492 Millionen
für den selben Zeitraum 2004.
Das Ministerium
berichtete, dass zwischen Januar und Mai 2005 34,2 Tonnen Früchte von
Costa Rica verschifft wurden, während im selben Zeitraum 2004 nur 28
Tonnen verschifft wurden. Der Hauptmärkte für die Frucht aus Costa Rica
sind Holland, Deutschland, Italien, Belgien, Nicaragua, Puerto Rico,
Irland, Polen und die Vereinigten Staaten. Es gibt
Wassermelonenplantagen in Orotina, San Mateo, Bagaces, Cañas, Parrita,
San Carlos, Upala und Guapiles. Der größte Erzeuger ist Labrador de San
Mateo, wo jedes Jahr mehr als 200 Hektar gesät werden. Wassermelonen
werden im Mai, August und Dezember geerntet. Obwohl Holland die Nummer
eins auf der Liste der Exporteure ist, machen Wassermelonen aus Costa
Rica 2,1% auf dem Markt in den Vereinigten Staaten aus, da etwa 10,3
Millionen Kilo dorthin verschifft werden. Im Wettbewerb mit Costa Rica
stehen auf dem internationalen Wassermelonenmarkt China, die Türkei,
die Vereinigten Staaten, Mexiko und Brasilien.
Quelle: fruchtportal.de
16.11.2005 Frankreich gegen Costa Rica von 0:2 zu 3:2-Sieg
Frankreichs Nationalteam hat am Mittwoch in seinem ersten Länderspiel
auf den französischen Antillen gegen Costa Rica einen 0:2-Rückstand in
einen 3:2-Erfolg verwandelt.
Thierry Henry (87.)
erzielte in dem freundschaftlichen Match zu Gunsten der Hinterbliebenen
der aus Martinique stammenden Opfer eines Flugzeugabsturzes vom August
mit einem "Fersler" den Siegestreffer. "Es macht mich stolz, auf der
Erde meiner Mutter zu spielen", hatte der Arsenal-Star schon vor dem
Match gesagt.
Anelka (49.) bei seinem Comeback und Cisse (79.)
hatten die 2:0-Pausenführung der Mittelamerikaner durch Saborio (14.)
und Fonseca (41.) ausgeglichen.
Mittwoch:
Frankreich - Costa Rica 3:2 (0:2) Fort de France (Martinique), 16.000 Zuschauer
Tore: Anelka (49.), Cisse (79.), Henry (87.) bzw. Saborio (14.), Fonseca (41.)
16.11.2005 Mehr als 1.800 Menschen in Kuba sind über 100 Jahre alt
"Klub der 120-Jährigen" im Aufwind - Gründe für hohe Lebenserwartung noch unklar
Havanna
- In Kuba gibt es mehr als 1.800 Menschen, die über hundert Jahre alt
sind. Das geht aus der jüngsten Bevölkerungsstatistik des karibischen
Inselstaates hervor. Laut dem am Wochenende veröffentlichten Bericht
waren zum Zeitpunkt der Erhebung im September 2002 insgesamt 1.826
Menschen 100 Jahre alt oder älter. Für die im "Klub der 120-Jährigen"
zusammengeschlossenen Einwohner Kubas bestehen damit gewisse
Aussichten, das von ihnen angestrebte Altersziel von 120 Jahren zu
erreichen.
Gesund in der Stadt
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bezahlte Einschaltung Die landläufige Meinung, wonach das Leben auf dem
Lande ein hohes Lebensalter begünstigt, weil es weniger Stress und
Umweltbelastungen mit sich bringe, wird durch die Zahlen nicht
bestätigt: Von den über Hundertjährigen leben 1.386 in städtischen
Gebieten und nur 440 auf dem Land.
Auf eine Gesamtbevölkerung von 11.177.743 Menschen kommen in Kuba
überdies 45.904 die zwischen 90 und 99 Jahre alt sind. Im "Klub der
120-Jährigen" hatten sich vor etwa zwei Jahren mehr als hundert rüstige
Alte zusammengeschlossen. Der Klub wird von Professor Eugenio
Selman-Housein Abdo, dem Leibarzt des kubanischen Präsidenten Fidel
Castro, geleitet. (APA/AFP)
14.11.2005 Thomas Frischknecht Sieger in Costa Rica
Der MTB-Marathon-Weltmeister Thomas Frischknecht hat als erster
Ausländer das zum 13. Mal ausgetragene Extrem-MTB-Rennen "La Ruta de
los Conquistadores" in Costa Rica gewonnen. Die Veranstaltung führte in
drei Etappen über 318 km. Anzeige
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Frischknecht holte sich am Schlusstag die Leaderposition zurück, die er
am zweiten Tag wegen drei Reifendefekten an dem Einheimischen Marvin
Campos hatte abtreten müssen.
10.11.2005 SUGAR, SUGAR
Der vielbesungene und als unendliche Referenz für süße
Liebeserklärungen genutzte jamaikanische Zucker hat für die
Inselbewohner zur Zeit einen bitteren Beigeschmack.
Ein
WTO-Urteil gegen die Europäische Union hat auch auf Jamaika seine
Auswirkungen, wo fünf der elf Zuckerfabriken schließen sollen. Die
globale Schlacht um den Zucker ist heiß entflammt und betrifft den
Bauern in der Pfalz genauso wie den Rastaman in Westmoreland, die beide
ihre Existenzgrundlage wie Karamell dahinschmelzen sehen. Keiner der
beiden kann sich dem Räderwerk des Neoliberalismus entziehen und muss
sich mit den Tatsachen zufrieden geben.
Stein des Anstoßes war das Urteil der WTO im April
diesen Jahres. Die größten Zuckerexporteure der Welt (neben der
Europäischen Union) Australien, Thailand und Brasilien hatten gegen die
Handelspolitik der EU geklagt und Recht bekommen. Demnach exportiert
die EU knapp zwei Drittel mehr Zucker auf den Weltmarkt als erlaubt und
tut dies zu Dumpingpreisen, die sie nur durch Subventionen erzeugen
kann. Zur Umsetzung des Urteilspruches muss die EU nun drastisch
Subventionen streichen, was in Deutschland und Frankreich bereits zu
Protesten der Agrarindustrie führte. So weit, so europäisch. Die
Verbindung zwischen dem deutschen Zuckerrübenacker und dem tropischen
Cainfield erklärt sich durch den wirtschaftlichen Zusammenhang.
Die EU gewährt Handelspräferenzen für
finanzschwache Afrika-Karibik-Pazifik (AKP)-Staaten, denen auch Jamaika
angehört. Zucker aus diesen Ländern wird verbilligt in die EU
importiert und zum Teil reexportiert. Den Ausgleich zum Weltmarktpreis
und die garantierte Abnahme bestimmter Mengen bezahlt die EU und
subventioniert dadurch die Bauern der AKP-Länder. Dass die Kommissare
in Brüssel den deutschen Bauern die Subventionen streichen und
gleichzeitig die Konkurrenz aus dem Ausland fördern, ist politisch
nicht möglich. Folglich beschloss die EU auch die Fördermittel für die
AKP stark zu kürzen. Dies bedeutet drastische Einbußen für die
Zuckerindustrie in den exportierenden Staaten. In „Sweet Jamaica“
beispielsweise sollen bis 2015 fünf der insgesamt elf Fabriken
geschlossen werden, zwei davon schon nach der Ernte im kommenden
Winter. Als soziodemographische Auswirkung wird eine steigende
Arbeitslosigkeit bei sinkender Lebensqualität befürchtet. Eine daraus
resultierende Landflucht würde die Ghettoisierung und Slumbildung in
den Städten verstärken.
Zur Bewältigung dieser Krise trafen sich
Regierungsvertreter der „Caribbean Community and Common Market“
(Caricom) mit der „Free Trade Area of the Americas“ (FTAA). Die
Verhandlungen zeigen ein Ergebnis, welches europäische
Wirtschaftsbeobachter schon bei der Urteilsverkündung der WTO
prophezeit hatten. Die brasilianische Zuckerindustrie bietet sich als
Finanzstütze für die Karibik an und will gefährdete Fabriken für den
symbolischen Preis von einem Dollar kaufen, privatisieren und gesund
sanieren. Das mit Europa konkurrierende brasilianische Zuckerimperium
kann dann über die Handelspräferenzen billig exportieren und weiter
wachsen. Diesen Vorteil durchschauen auch deutsche und französische
Unternehmer und kaufen sich schon ihrerseits in Brasilien ein. Dort
sind die Lohn- und Lohnnebenkosten geringer und die Arbeitsbedingungen
weniger streng reguliert.
In Jamaika wird wegen der schweren Verkaufslage
bereits umgedacht und nach alternativen Verwendungsmöglichkeiten des
Rohstoffes gesucht. Die exzellente Rum- und Branntweinproduktion
basiert im Großteil auf Rohrzucker, welcher sich auch zu Ethanol
weiterverarbeiten lässt, was man zum Raffinieren von Öl zu Benzin
gebraucht. Auch kann durch die Mehrfachverwendung der Betriebshitze der
Zuckermaschinen Strom gewonnen werden, der bei Überschuss verkauft
werden kann.
Für den Kunden hierzulande ist eine politisch
korrekte Kauf-Entscheidung aufgrund der Verstrickungen kaum noch
möglich. Wenn Europäer brasilianische Firmen verwalten, die auf Jamaika
produzierten Zucker nach Europa verkaufen, fällt die Unterscheidung
zwischen Ausbeuter und Opfer so schwer wie zwischen Salz und Zucker. In
der Sprache der Rastafari kann man diesen Sachverhalt nur mit „Fire fi
all black and white downpressors“ kommentieren und hoffen, dass auch
die am Ende der Entscheidungskette stehenden Bauern ihr Stück vom
Zuckerkuchen abbekommen.
Text von Paul Spurny
08.11.2005 Pura Vida
Die beste und exotische Coctails in Dresden sind in den neu Bar/Restaurant Pura Vida zu geniessen
In November eroffnette Einwanderer aus Mittelamerika in Dresden
ein kleines aber sehr nettes Lokal, Musik,Coctails und alles was das
Herz begehrt wird angeboten.
08.11.2005 Fernreisen werden teurer
Tourismus: Markt wird 2006 um vier bis fünf Prozent wachsen. Europas
größter Reisekonzern ist optimistisch. TUI will stärker als die Branche
zulegen.
Hannover/Varadero -
Die Reiselust der Deutschen ist
trotz Terroranschlägen und Naturkatastrophen ungebrochen. Nach
Einschätzung des größten Reiseveranstalters in Europa wird der
Tourismusmarkt 2006 um vier bis fünf Prozent wachsen, sagte der
Deutschland-Chef von TUI, Volker Böttcher, bei der Vorstellung der
Sommerkataloge 2006 in Varadero auf Kuba. Dabei wolle TUI
überdurchschnittlich zulegen. Zur Zeit gebe es im Tourismus wieder
"mehr Licht als Schatten".
Allerdings steigen die Reisepreise
auf Grund der Kerosinzuschläge der Fluggesellschaften im Sommer 2006
durchschnittlich um 2,3 Prozent. Vor allem Fernreisende müßten tiefer
in die Tasche greifen, so Böttcher. So werden bei TUI in der nächsten
Sommersaison Reisen nach Kuba und in die Dominikanische Republik um
fünf Prozent teurer. Urlaube auf den Balearen (Mallorca) kosten ein
Prozent mehr.
Im kommenden Jahr werde die Entwicklung aber
auch vom politischen Neuanfang und von der Fußball-Weltmeisterschaft
beeinflußt, deren Auswirkungen noch schwer abschätzbar seien. Vor allem
beim Fußball sei noch unsicher, "ob es Geschäft bringt oder kostet",
sagte Böttcher.
In der abgelaufenen Sommersaison (1. Mai bis
31. Oktober) erreichte die TUI in Deutschland ein Umsatzplus von 5,3
Prozent. Die Zahl der Gäste legte sogar um 14,7 Prozent zu. Zum
Ergebnis machte Böttcher keine Angaben. Bei den Buchungen für den
Winter sei man auf Vorjahresniveau - auch wenn sich die Entwicklung
nach einem sehr guten Start inzwischen etwas abgeschwächt habe.
Insgesamt
sind in der beginnenden Wintersaison bei TUI vor allem Fernreisen
gefragt. Bei den Buchungen gebe es bereits ein Plus von elf Prozent
gegenüber dem Vorjahr, berichtete Böttcher. Besonders beliebt seien die
USA mit einem Plus von 85 Prozent und Kenia mit plus 63 Prozent. Auch
Marokko erreichte ein Buchungsplus von 59 Prozent. Das Königreich hatte
schon im Sommer seine Gästezahl um 31 Prozent erhöhen können. Größter
Verlierer ist dagegen Sri Lanka. Nach der Tsunami-Katastrophe liegen
die Buchungen für diesen Winter um 37 Prozent unter dem Vorjahr,
während 19 Prozent mehr Gäste Thailand buchten.
Der
TUI-Manager erwartet ein weiter robustes Wachstum des Urlaubsgeschäfts:
"Wenn die neue Regierung steht, werden viele Menschen auch ihre
abwartende Haltung ändern."
HA
07.11.2005 Fünf russische Flugzeuge mit Permer Motoren für Kuba
NISCHNI NOWGOROD, 07. November (RIA Nowosti). Fünf russische Flugzeuge
mit Motoren aus Perm (eine russische Stadt) sollen in den
Wie am
Montag im Pressedienst der SAO Verwaltungsgesellschaft
Motorenbaukomplex Perm mitgeteilt wurde, hatten im Oktober in Havanna
die Verhandlungen zwischen der russischen und der kubanischen Seite
stattgefunden. Im Ergebnis erklärte sich die Republik Kuba bereit, in
den nächsten zwei Jahren fünf neue russische Flugzeuge mit Triebwerken
PS-90A zu kaufen.
Russland war bei diesen Verhandlungen durch
die OAO Iljuschin Finans Ko., die OAO Tupolew, die
Flugzeugbauvereinigung Woronesch (WASO), die SAO IFK Technik sowie das
Motorenwerk Perm (PMS) und Kuba durch die Regierung der Republik, die
Korporation der Zivilluftfahrt (CACSA), das Institut für Zivilluftfahrt
Kubas (IACC) und die Fluggesellschaft Cubana de Aviacion vertreten.
Entsprechend
einer Vereinbarung wird Kuba zwei Flugzeuge Il-96-300, zwei Tu-204-100
und eine Tu-204S mit Triebwerken PS-90A kaufen. Somit kann der Auftrag
für den Motorenbaukomplex Perm entsprechend den kubanischen Verträgen
14 Triebwerke PS-90A ohne Berücksichtigung der Reservemotoren
ausmachen, wurde im Pressedienst mitgeteilt.
Das Triebwerk
PS-90A gilt heute als modernstes russisches Triebwerk für Zivil- und
Militärtransportflugzeuge der jüngsten Generation. Diese Triebwerke
werden unter anderem bei den Langstrecken-Passagierflugzeugen
Il-96-300, den Mittelstrecken-Flugzeugen Tu-204 und Tu-214 sowie den
Transportflugzeugen der Il-76-Familie verwendet.
03.11.2005 Costa Rica: Zahlungserhöhung von Bananenerzeugern gefordert
Die zusätzlichen 0,75 US$ würden den Erzeugerpreis auf 6,25 US$ pro Karton anheben
- die Erzeuger argumentieren damit, dass der durchschnittliche Preis
von 5,50 US$ pro Karton, der von den Exporteuren gezahlt wird, sich
seit Ende 2002 nicht erhöht hat, während die Investitionskosten
angestiegen sind und die Schwäche des US$ auch negative Auswirkungen
hat. Im letzten Jahr war die unabhängige Bananenbrache von Costa Rica
für annähernd 56 Mio. Kartons von der Gesamtmenge des Landes in Höhe
von 98,8 Mio. Kartons verantwortlich - ein 57%iger Marktanteil.
Quelle: fruchtportal.de 26.10.2005 "Wilma" hat sich abgeschwächt
Der Hurrikan "Wilma" hat sich in der vergangenen Nacht über dem
Karibischen Meer leicht abgeschwächt und wurde in die Kategorie vier
herabgestuft.
Nach Angaben des nationalen Hurrikan-Zentrums
in Miami bewegt er sich aber immer noch mit einer Wind-Geschwindigkeit
von bis zu 260 Stundenkilometern auf den Golf von Mexiko zu. Auf Kuba
und in Mexiko begann inzwischen die Evakuierung der Menschen in
besonders bedrohten Gebieten. Es wird erwartet, daß der Hurrikan am
Samstag den US-Bundesstaat Florida erreicht.
07.10.2005 "Grenzenlos: Kuba"
Ein Film von Hermann Hoebel in "Challenge" am 08.10.2005 bei Kabel eins
"Alle träumten von Kuba" - so heißt ein Buch des berühmten
kubanischen Schriftstellers Miguel Barnet, das von den Hoffnungen
und Erlebnissen früher Einwanderer erzählt. Heute schwärmen
Urlauber und Besucher der Zuckerrohrinsel von Sonne, Strand und
"Buena Vista"-Feeling.
Havanna gilt mit ihren drei Millionen Einwohnern als größte und
zugleich malerischste Metropole in der Karibik. Gleichzeitig ist
Kubas Hauptstadt das Eldorado für amerikanische Autos aus den
50er und 60er Jahren. Auf der karibischen Seite Kubas lockt zum
Beispiel Trinidat mit seinen türkisblauen Badebuchten.
Trotz mancher Beschwerlichkeiten, die man als Rollstuhlfahrer
unter anderem aufgrund des Kopfsteinpflasters in Havanna hat: Dem
tropischen Zauber Kubas ist auch Hans Kreiter aus Stuttgart schnell
erlegen. Fasziniert und mitgerissen vom Rhythmus ist für ihn die
Musik das heißeste, was das Land zu bieten hat.
"Challenge"-Autor Hermann Hoebel hat den Reisejournalisten auf
seiner Rundreise begleitet.
"Challenge" - Ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft Behinderung
und Medien e.V. und kabel eins:
"Grenzenlos: Kuba", ein Film von Hermann Hoebel - am Samstag,
8. Oktober 2005, um 11:35 Uhr bei kabel eins.
26.03.2005 Priester und Altkommunist verteidigt Kuba und Castro
Der Priester Ernesto Cardenal, ehemaliger Trappist, kommunistischer
Kulturminister und Guru der Befreiungstheologie, hat kürzlich eine
Lanze für den kubanischen Diktator Fidel Castro gebrochen.

(kreuz.net, La Habana) „Kuba verteidigen heißt, uns selber verteidigen“, erklärte
der nikaraguanische Priester und Poet Ernesto Cardenal (80)
in der vergangenen Woche in der kubanischen Hauptstadt La Habana. Pater
Cardenal ist einer von 900 Intellektuellen aus der ganzen Welt, die ein
Manifest gegen die antikubanischen Machenschaften der gegenwärtigen
Regierung der USA gegen Kuba unterzeichnet haben.
Vor der
kubanischen Tageszeitung „Prensa Latina“ verurteilte der Priester die
Bestrebungen der Vereinigten Staaten, während der gegenwärtigen Sitzung
der UNO-Menschenrechtskommission eine Resolution gegen Kuba
durchzusetzen. Die Session der Menschenrechtskommission tagt in Genf.
„Kuba
ist das einzige Land der Welt, das vom nordamerikanischen Imperialismus
wirklich unabhängig ist. Das Land ist ein Beispiel für den Rest der
Völker der Welt“, erklärte Cardenal. Der Priester fügte hinzu, daß die
wahre Menschlichkeit auch in Venezuela verteidigt werde, ein Land, das
in gleicher Weise durch die rechtsnationalistische Regierung von
Präsident George W. Bush bedroht sei.
Der Priester nannte die
USA ein terroristisches Land, das keine moralische Autorität besitze,
die Lage der Menschenrechte in einem anderen Land zu beurteilen.
Die
Unterstützungserklärung für Kuba wurde am Montag vor zwei Wochen in der
kubanischen Hauptstadt La Habana vom argentinischen Schriftsteller und
Parlamentarier Miguel Bonasso und dem kubanischen Dichter Roberto
Fernández Retamar vorgestellt.
Das Manifest steht unter dem
Titel „Stoppen wir ein neues Manöver gegen Kuba!“. Es appelliert an die
Regierungen, die in der UNO-Menschenrechtskommission vertreten sind,
nicht zuzulassen, daß die Kommission von der antikubanischen Aggression
der Bush-Regierung mißbraucht werde.
Das Manifest ist
unterschrieben von den zwei Trägern des Literaturnobelpreises, dem
Portugiesen, José Saramago, und der Südafrikanerin Nadine Gordimer.
Unterschrieben haben auch die Hollywood-Schauspieler Harry Belafonte
und Danny Glover, der Regisseur Walter Salles, der ehemalige Dirigent
der Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado, der Sänger Joaquín Sabina
und der Musiker Manu Chao.
Weitere Unterzeichner sind der
argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel, der
britische Regisseur Alex Cox und die US-amerikanische Schriftstellerin
Alice Walker.
23.03.2005 Kooperationsabkommen zw. China und Kuba unterzeichnet
Der chinesische Präsident Hu Jintao und der kubanische Staatschef Fidel
Castro haben bei ihrem Treffen am Montag in Havanna insgesamt 16
Kooperationsabkommen unterzeichnet.
Die Abkommen wurden nach
einem rund zweistündigen Gipfeltreffen im Revolutionspalast der
kubanischen Hauptstadt unterzeichnet. Nach seinem Sturz im vergangenen
Monat hatte Castro zuvor seinen chinesischen Gast im Rollstuhl
empfangen, das linke Bein bis zum Knie im Gips. Die Karibik-Insel war
die letzte Station von Hus erster Lateinamerika-Reise, in deren Rahmen
er zuvor Brasilien, Argentinien und Chile besucht hatte. Die
Beziehungen zwischen Kuba und China waren lange Zeit distanziert; erst
nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wandte sich Castro verstärkt
Peking zu.
09.03.2005 Das FOCSA in Havanna
von Christa Dankenbring, Havanna
Auf den Spuren einer verlorenen ZeitGeschichten eines Hochhauses aus vier Jahrzehnten
Ihre
Tage sind palmgrüne Tropentage. Ihr Lachen und Geschrei, der Geruch von
Fruchtbarkeit und Fäulnis, ein betäubender Rhythmus von Vergänglichkeit
erfüllt die Straßen. Die Zeit ist schneller unter tropischem Himmel,
sie blüht und vergeht in leichtsinnigem Rausch. Zwischen vergangenem
Glanz, schattigen Arkaden und Innenhöfen, tanzt und stirbt, liebt und
haßt eine überschwengliche Stadt. Ewiges Lachen, die Stimmen fremder
Götter und Kontinente, Furcht und Tränen leben zwischen Trümmern,
klingen im Lärm der Straßen Havannas, verbrennen im gleißenden Licht
der Insel.
Kein Fortschritt aus Glas und Stahl triumphiert
über Reichtum und Niedergang. Die koloniale Stadt und ihre wenigen
Momente des Fortschritts teilen im revolutionären Zeitalter das gleiche
Schicksal. Die Stadt und die Menschen warten auf bessere Zeiten.
Mit dem Lift ins Niemandsland
Wie
eine Festungmauer ragt das FOCSA, das einstige Symbol von Wohlstand und
Dollar, aus dem Häusermeer. Mit 35 massiven Betonstockwerken herrscht
es über die Stadt. Als in den fünfziger Jahren das Wachstum Havannas an
seine natürlichen Grenzen stieß, begann die Stadt in die Höhe zu
streben. Was sich im Zuge dieser Entwicklung in den Himmel streckte,
nannte sich paradoxerweise »horizontales Eigentum«. Den Mittelstand
Havannas zog es aus den städtischen Randbezirken zurück ins Zentrum.
Neben der Nähe zum Arbeitsplatz und zum kulturellen Leben versprach das
»horizontale Wohnkonzept« ausreichend Privatsphäre und gehobenen
Komfort.
Im Auftrag des Konsortiums der Brüder Mestre -
Eigentümer des Fernsehsenders C.M.Q. - und des Mitgesellschafters von
Barcadi, Pepin Bosch, baute der Architekt Ernesto Gómez Sampera
zwischen 1954 und 1956 das höchste Gebäude Havannas, das FOCSA. Der
Preis für eine Wohnung betrug je nach Ausstattung zwischen 15.000 und
20.000 Pesos. Ein Dollar entsprach damals einem Peso; ein mittleres
Monatseinkommen lag zwischen 800 und 1.000 Pesos. So konnten sich auch
drei Schwestern, die als Facharbeiterinnen in einer Tabakfabrik
arbeiteten, auf Mietkaufbasis mit einer Anzahlung von 1.000 Pesos ein
Appartment im FOCSA leisten. Bis heute ist es eines der wenigen
Hochhäuser Havannas geblieben. Die Revolution hatte nicht die Mittel,
um den städtebaulichen Kahlschlag fortzusetzen. Damit blieb Havanna das
Schicksal anderer Weltmetropolen erspart - dort, wo viele »FOCSAS«
entstehen sollten, drängen sich noch heute klassizistische Säulen und
Kapitelle.
»Nachts ist das FOCSA zum Fürchten«, sagt Maria und
tastet sich durch den Gang im 27. Stock, der so finster ist wie die
Nacht selbst. In der Ferne schaukelt ein einsamer Beleuchtungskörper
sein schwaches Licht im Wind. Der Fahrstuhl hält nur dann, wenn er
rechtzeitig angerufen wird, auf Knopfdruck funktioniert hier schon
lange nichts mehr. Jeder, der sein Stockwerk verlassen möchte, lauscht
auf das Klappern der Fahrstuhltüren in den benachbarten Etagen, um
rechtzeitig die Nummer seines Stockwerks zu rufen. »13« - »18« - »27«
brüllt es in allen Stimmlagen. Auf Ungeduldige oder Sanftmütige, die
nicht wagen, ihre Stimme zu erheben, wartet eine stockdunkle Nottreppe.
Mit dem Aufzug ist es wie mit dem verdammten Telefon, von dem es in
Havanna heißt, daß es möglicherweise Milch gibt, aber selten verbindet.
In dieser Nacht bleibt der Fahrstuhl plötzlich mit einem Ruck
stehen. Die Türen öffnen sich nicht. Zwölf Männer und Frauen - Kubaner
und Ausländer - drängen sich in der Kabine, die für sieben Personen und
eine Fahrstuhlführerin zugelassen ist.
Teresa, die den
Fahrstuhl acht Stunden chauffieren soll, hat ihre Schicht gerade erst
begonnen. Seit über 35 Jahren arbeitet sie hier, vor der Revolution war
sie Prostituierte. Niemand kennt das FOCSA und seine Bewohner besser
als sie. Ihre von der Straße geschärften Sinne sind unbestechlich und
zuverlässig, jetzt spielt sie auf den Fahrstuhlknöpfen Klavier, aber es
tut sich nichts. Dann brüllt sie in den Schacht. Irgendwann kommt
Antwort aus der Lobby. Genau weiß niemand, wo wir steckengelieben sind.
Die Anzeigetafel funktioniert schon seit Jahren nicht mehr.
Maria,
die nur zu Besuch im FOCSA war, ist blaß geworden. Die Hausbewohner
trauen ihrem Beförderungsmittel genau so wenig wie die Besucher. Die
Luft ist heiß und stickig. Von außen kommt keine Hilfe. Von innen wird
mit vereinten Kräften unter albern-hysterischem Gelächter und empörtem
Geschrei die erste Eisentür auseinandergeschoben. Als auch die zweite
Tür endlich nachgibt, stürzen alle gleichzeitig durch den engen
Ausstieg in einen unbeleuchteten Flur, dessen Ausgänge verschlossen
sind. Niemand kennt diese Haltestelle, nicht einmal Teresa. Ein
verblichenes Schild zeigt im Schein eines Feuerzeugs, daß wir uns im
Stockwerk »0« befinden. Unbekanntes Land. Zwölf Männer und Frauen,
eingeschlossen im Niemandsland zwischen bürgerlicher Dekadenz und
sozialistischem Niedergang.
Die Kubaner unter uns lachen und
erzählen Witze. Fidel besichtigt eine Kooperative und verliebt sich in
eine Zuchtsau. »Die Sau ist eine Prachtsau und wird zehn Ferkel haben«,
prophezeit er.
Die Sau bekommt ihre Ferkel, aber leider nur
sechs. Der Betriebsleiter ist schockiert. »Und Fidel hat geschworen,
daß es zehn werden. Wir dürfen ihn doch nicht enttäuschen.« Also
beschließt er, an den örtlichen Parteisekretär sieben zu melden. Der
Parteisekretär ist empört. Das kann man Fidel nicht antun, denkt er und
rundet auf acht. Der Bezirkssekretär kann es kaum glauben, daß die Sau
das Plansoll verfehlt hat. Eins mehr oder weniger ist auch egal, und
Fidel freut sich vielleicht auch über neun. Also erreicht den Berater
des Comandante en Jefe schließlich die Botschaft von fast zehn Ferkeln.
Da ist nun die harte Wirklichkeit der prophetischen Weitsicht so nahe,
daß man dem Propheten ebenso gut den Vollzug von zehn Ferkeln melden
kann.
Gestrandeter Luxusliner am Malecon
Während die
Kubaner sich Witze erzählen, verschafft sich ein Ausländer im Stockwerk
»0« mit wütenden Fußtritten gegen eine verschlossene Tür gewaltsam
einen Weg ins Freie. Durch ein Labyrinth von dunklen und feuchten
Gängen gelangen wir schließlich alle in die Tiefgarage des FOCSA.
Bei
seiner Einweihung 1956 zählte das FOCSA sieben funktionierende
Fahrstühle für 375 Wohnungen auf 30 Etagen. Warteschlangen vor den
Aufzügen gab es nicht, auch keine Fahrstuhlführerinnen. Das FOCSA galt
als Wunder moderner Architektur und Organisation. Seine Bewohner
genossen den Komfort von klimatisierten Wohnungen, Supermarkt, Bank und
Geschäften, vergnügten sich am Swimmingpool, in Bars und Restaurants,
ohne auch nur das Gebäude verlassen zu müssen. Man lebte in einem
eleganten Haus, das separate Dienstbotenzugänge und Lastenaufzüge
hatte, dessen Hallen mit Teppichböden, Marmor und Spiegeln ausgekleidet
waren, das Privatsphäre bot und gleichzeitig für Vergnügen und
Unterhaltung sorgte. Das FOCSA war ein Beton gewordener Luxusliner mit
eigenem Generator und Meerwasseraufbereitung zur Trinkwassergewinnung.
Doch
die Zeit ist mit dem FOCSA umgegangen wie mit den Menschen, die in
seinen Mauern leben. Der Glanz ist stumpf geworden, der Reichtum
verbraucht. Es fehlt an Farbe, Glühbirnen und Licht, nur der Wind heult
zufrieden zwischen den schutzlosen Mauern. Geblieben ist das, was die
Menschen überdauert, das launische Meer vor einem endlos blauen
Horizont. Unberechenbar wie ein wildes Tier bäumt es sich gegen die
Ufer und schmiegt sich an manchen Tagen still wie ein See an die
Strände der Stadt.
Zu Batistas (*) Zeiten lebten im FOCSA vor
allem Geschäftsleute, Angestellte, Ärzte, Lehrer, Intellektuelle und
Künstler - aber auch El Cubano Loco, ein bekannter Drogenhändler, der -
wie man sich erinnert - drei Wohnungen gemietet hatte und mit dem
»Teniente« (Spitzname Batistas - die Red.) hier gesoffen, gehurt, und
dubiose Geschäfte abgewickelt haben soll. Beide verließen vor dem
Einmarsch der siegreichen Rebellen in Havanna eiligst das Land.
Nach
ihnen sind noch viele gegangen, die das bourgeoise Leben im FOCSA
genossen hatten und sich an das revolutionäre Leben nicht gewöhnen
wollten oder konnten. Nicht alle waren von Anfang an Gegner der
Revolution. Manche begrüßten das Ende der Batista-Diktatur, einige
sogar die Revolution. Aber ihre Vorstellungen von der Gesellschaft
eines neuen Kuba waren auf Dauer nicht mit den politischen Realitäten
in Übereinstimmung zu bringen. Von ihren Zweifeln, ihrem Mangel an
kollektiver Begeisterung, erzählt einer der bekanntesten kubanischen
Filme Memoria del Subdesarollo (Erinnerung an die Unterentwicklung),
den Tomás Alea 1968 auch im FOCSA gedreht hat. Aus der distanzierten
Perspektive des Penthouse betrachtet der Protagonist des Films das
alltägliche Leben derjenigen, die »immer jemanden brauchen, der für sie
denkt«. Diesem Phänomen - für Alea Ausdruck der Unterentwicklung -
hatte das revolutionäre Kuba den Kampf angesagt.
Diejenigen,
die in den ersten Tagen nach dem Sieg der Revolution vor 40 Jahren
gegangen sind, haben im FOCSA alles zurückgelassen, was sie besaßen:
Möbel, Geschirr, Wäsche, Gemälde. Sie haben Kuba in dem Glauben
verlassen, bald zurückzukehren. Doch die wenigsten haben ihre Insel
wiedergesehen. Was sie zurückließen, wurde von der Revolution
übernommen, verwaltet und neu verteilt. Die ersten verlassenen
Wohnungen vergab die neue Regierung an verdiente Kämpfer, die mit Fidel
in der Sierra Maestra waren. Später übernahm der Gewerkschaftsverband
CTC die Verteilung freiwerdender Appartments und übergab sie an
diejenigen, die sich bei freiwilligen Arbeitseinsätzen ausgezeichnet
hatten.
Wenn die Erinnerung, die manchmal in einem Honigglas
konserviert wird, sich nicht irrt, dann sind die alten und neuen
Bewohner, obwohl sie Welten trennten, höflich miteinander umgegangen.
So jedenfalls wird die Geschichte überliefert. Sicher ist, daß die
Revolution lange Zeit, und das gilt mit Einschränkung bis heute, von
vielen Angehörigen des damaligen Mittelstandes unterstützt wurde, und
davon haben einige schon unter Batista im FOCSA gewohnt. Es gehört im
übrigen zu den angenehmen Gepflogenheiten der Kubaner, im alltäglichem
Umgang Gemeinsamkeiten zu betonen und Trennendes, zumindest zeitweilig,
zurückzustellen.
Gymnastik zwischen Salatstauden
Im ersten
Jahr nach dem Triumph der Revolution schickte die Regierung Campesinos
nach Havanna. Sie sollten die Hauptstadt kennenlernen. Einige von ihnen
campierten im Garten des FOCSA, am Swimmingpool, unter Palmen und
rot-weißen Sonnenschirmen. Bienvenida, heute über 90, erinnert sich.
Sie schwatzte ihrem Mann das Auto ab und zeigte den Besuchern aus dem
Landesinneren die Stadt und ihre Strände. »Es gab erwachsene Männer und
Frauen, die noch nie in ihrem Leben eine Muschel gesehen hatten«,
berichtet sie aus längst vergangenen Tagen.
Bienvenida und
ihre Freundinnen engagierten sich begeistert für die Revolution, und
sie waren nicht die einzigen im FOCSA. Sie machten mit bei der
Alphabetisierungskampagne, gründeten eine Abendschule, eine
Künstlerbrigade. Noch heute bewegt sie die Erinnerung an diese Jahre,
als der Tag nicht genügend Stunden hatte für Arbeit, Hausarbeit und
freiwillige Arbeitseinsätze.
Und heute - nach 40 Jahren -
organisiert eine Gruppe dieser Generation zusammen mit der
Familienärztin des FOCSA Morgengymnastik für Senioren. Und gemeinsam
erledigen sie die täglichen Besorgungen, tauschen Informationen aus und
leisten sich gegenseitig Hilfe in Notlagen. »Wir sind eine große
Familie«, sagt Bienvenida.
Nach den Campesinos kamen die
Ausländer - die Berater aus der UdSSR, der DDR, Ungarn, Bulgarien, der
Tschechoslowakei. Die Bodega der Kubaner mußte ihrer Kantine weichen.
Im Garten bauten sie ein Freilichtkino, dessen Leinwandgerippe noch
heute an diese Zeiten denken läßt. Die Ausländer versetzten die Stühle
und Bänke des Swimmingpools und zeigten russische Filme im Originalton.
Man respektierte sich auf kubanisch, feierte manchmal gemeinsam, schloß
Freundschaften unter Nachbarn, und im übrigen ging jeder seiner Wege.
Schon damals, mit den Beratern aus dem Ostblock, blühte das Geschäft
des Schwarzmarkts. Nach ihrem Rückzug kamen zu Beginn der periodo
especial die Koreaner, pflanzten Blumen und Gemüse im verwahrlosten
Garten des FOCSA und absolvierten ihre Morgengymnastik zwischen
Salatstauden. Sie blieben nicht so lange wie ihre inzwischen zum
Kapitalismus konvertierten Vorgänger. Doch sie alle haben das FOCSA zu
einer Chronik kubanischer Zeitgeschichte gemacht. Stumm ist es Zeuge
gewesen und hat die Spuren bewahrt, die jene Jahre hinterließen. Spuren
der Geschichte und ihrer Menschen, ihrer Überzeugungen, Wünsche und
Träume, ihrer Einsamkeit und Verzweiflung. In diesen Jahrzehnten wurde
aus dem Luxusliner ein Wrack. Die Verwandlung des FOCSA erscheint wie
die Verwandlung revolutionärer Träume in postrevolutionäre Alpträume
von Mangel und Niedergang.
Es hat viele Trennungen gegeben in
diesen Jahrzehnten. Kaum einer, der nicht Familienangehörige im Ausland
hätte. »Mein Mann ist 1980 nach Mexiko gegangen. Er war kein
bescheidener Mensch, er brauchte mehr zum Leben. Wenn er zum Strand
fahren wollte, dann hat er nie den Bus genommen, es mußte ein Auto
sein, oder er ist nicht gegangen. Er wollte sich etwas leisten können,
ins Theater oder in Bars gehen. Das konnte man in Kuba nicht. Also ist
er gegangen und wurde ein erfolgreicher Geschäftsmann. Er wollte uns
nachholen, aber ich wollte nicht.«
Für Eugenia war er lange
Zeit ein gusano, ein Wurm. Sie verdanke alles der Revolution, sagt sie.
Aus Überzeugung habe sie ihrem Ex-Mann über Jahre den Kontakt mit
seiner Tochter verweigert. Heute meint sie, daß es ein Fehler war, es
seien nicht alle Menschen gleich, jeder sollte auf seine Weise leben.
Seit einigen Jahren besucht der Vater nun wieder die Tochter und
unterstützt seine Familie.
Trotz aller ideologischen
Vorbehalte sind auch diejenigen Kubaner, die sich noch immer zu den
Idealen der Revolution bekennen, bereit, die unsichtbare
Demarkationslinie zu überwinden, die sie von denen trennt, die
irgendwann der Revolution den Rücken kehrten.
Aber nicht immer
nimmt die Geschichte ein versöhnliches Ende. Einsamkeit und
Verzweiflung haben wohl den jungen Mann getrieben, der sich vor 15
Jahren von einem Balkon des FOCSA in den Tod stürzte. Er war, wie es
heißt, der erste Flugzeugentführer Kubas. Seine Mutter und Großmutter
sind heute noch für die Revolution entflammt, der Vater aber hatte
Jahre zuvor das Land verlassen. Um ihn wiederzusehen, versuchte der
Sohn, mit Waffengewalt ein Flugzeug zu entführen. Die Entführung
mißlang, und er wurde zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Dem Vater
gelang es, den Sohn freizukaufen. Der Junge durfte ausreisen. Doch es
hielt ihn nicht lange im Ausland. Er kehrte zu seiner Familie nach Kuba
zurück - und beging Selbstmord. Er konnte weder ohne Kuba, noch mit
Kuba leben.
(*) Diktator Kubas von 1952-195
08.03.2005 Währungsumstellung
Ab dem 08.11.04 wird in Kuba der USD als Zahlungsmittel durch den konvertiblen kubanischen Peso ersetzt.
Diese Währung ist 1:1 an den Dollarkurs gebunden. Der Euro kann
problemlos und gebührenfrei in diese neue Wärung getauscht werden.
Kreditkartenzahlungen und die Möglichkeit, mit der Kreditkarte auf der
Bank Geld zu holen, bleiben davon unberührt,lediglich die ausgezahlte
Währung ist eine andere.
Gebühren in Höhe von 10% werden erhoben, wenn USD in die kubanische Währung umtauscht werden.
Sollten
Sie am Ende Ihrer Reise noch kubanisches Geld übrig haben, können Sie
dieses am Flughafen wieder in EUR zurücktauschen. In Devisengeschäften
und teilweise in den Hotels können Sie wie bisher mit EUR bezahlen.
weitere Infos unter
Information über den peso convertible